» »

6 Tage citalopram - die reinste Hölle

m5in$imixa


Hattet ihr die erste Zeit mit citalopam auch solche schlimmen Erfahrungen und hat euch citalopram anschließend geholfen?

Nein und nein.

Ich hatte damals auch mit 10 mg/tgl. begonnen, und die einzige Nebenwirkung war, dass ich die ersten 2 Tage etwas neben mir stand. Das lief dann unter dem Begriff Benommenheit, wobei die behandelnde Ärztin damals meinte, dass das eher eingebildet sei, da so eine niedrige Dosis kaum etwas anrichten würde. Nun ja.

Irgendwann waren es dann für 1 Jahr 20 mg, die nichts bewirkt haben. Nach dem Absetzen ging es mir nicht anders. Damit lag die Frage auf der Hand, ob ich für meine Depression und alles, was da mit dran hing, überhaupt ein AD brauche.

Citalopram soll auch gegen Panikattacken helfen, aber wie sinnvoll kann es sein, Ängste, die in einem arbeiten, mit einem Medikament zu unterdrücken? Du schreibst, dass du eigentlich ein gutes Leben hast, also woher rührt das hier:

sondern eher das ausgeliefert sein....aber das hatte ich schon immer.

Meine Überlegung damals wurde, ob und was ich noch aktiv gegen die Angst unternehmen kann, ohne deswegen Medikamente einnehmen zu müssen, also lieber die Ursachen zu bearbeiten als die Symptome. Ich hatte mich dann für eine Therapie entschieden, die nicht nur die Ursprünge der Angst aufgedeckt (die übrigens weit in der Kindheit zurück lagen) sondern mir auch ein hohes Maß meiner Angst genommen hat. Zusätzlich gab es Maßnahmen an die Hand, aufkeimende Angstgefühle in bestimmten Lebensumständen im Griff zu behalten.

Tavor ist ein zweischneidiges Schwert. Hilft einerseits total schnell, birgt aber auch das Risiko der Abhängigkeit, einfach weil es sich so gut anfühlt, endlich wieder mal angstfrei zu sein.

Ich wünsche dir, dass du auf der Reise soweit klar kommst, wobei es aber auch keine Schande wäre, würdest du sie absagen. Ein Urlaub sollte Erholung und Spaß mit sich bringen und kein Zeitraum sein, der von Angst durchsetzt ist und nur mit harten Medikamenten zu bewältigen wäre.

dpaPnae8x7


Allerdings kann so eine Absage einen noch weiter runterziehen, weil man sich wie ein fieser Versager fühlt. Ist halt alles immer zweischneidig und soweit ich das sehe hast du ja nur vor dem Flug Angst oder?

Eine begleitende Therapie ist zumeist durchaus sinnvoll, da dienen die Medikamente eher als Krücke.

cBh0i


Die Medis sollen einen ja in erster Linie therapiefähig machen, wenn man es sonst nicht wäre. Nur AD's nehmen, ohne Therapie, find ich grundsätzlich nicht richtig. Aber als Überbrückung und als Unterstützung sind sie viel wert.

Allerdings verstehe ich nicht, warum man euch das Escitalopram nicht anbietet.

mIinimxia


Allerdings kann so eine Absage einen noch weiter runterziehen, weil man sich wie ein fieser Versager fühlt.

Oder man erkennt, dass man verantwortlich mit sich selbst umgeht und vernünftig die Grenzen des derzeit Machbaren einhält.

dba@nEaeK87


Ah, aber das bedingt ja eine gewisse Vernunft und der ist ja nicht jeder zugänglich, in dem Zustand. Die Frage ist halt weshalb man nicht fährt. Fährt man nicht weil die Angst stärker ist, dann ist das eher ein Punkt der einen runter ziehen wird, fährt man nicht weil man es im Sinne verantworlichen Handels nicht verantworten kann, dann ist es eher ein Pluspunkt.

j:okXukrt|76


Ich werde erstmal beim citalopram bleiben. Ich merke seit 2 Stunden endlich mal, dass die Nebenwirkungen extrem zurückgehen. Die letzten Tage hielten diese bis in die Abendstunden an.

Ich habe mich gerade durch sämtliche Foren gelesen, um mich über das citalopram zu informieren. Anscheinend halfen die citas bei den Leuten am besten, die zuvor auch heftige Nebenwirkungen hatten. Zumindest will ich das jetzt so glauben.

Schlafen kann ich jedenfalls wie eine eins, nur das Morgengrauen nervt manchmal.

ich werde auf alle Fälle versuchen durchzuhalten.

den Urlaub will ich auch auf jeden Fall antreten, auch wenn ich im 'Morgengrauen' immer so meine Zweifel habe. Ich bin gerade voller Hoffnung, das die Nebenwirkungen bis dahin abgeklungen sind und die gewünschte Wirkung einsetzt.

für den absoluten Notfall hätte dann noch das Tavor dabei, wobei das wirklich nur mein allerletztes Mittel wäre.

j*okurxt76


Ach ja, meine zusätzliche 'Therapie' ist das laufen. Ich bin jetzt die letzten Tage wieder in den Abendstunden angefangen, langsam meine Kondition aufzubauen. Als starker Raucher und nach 5 Jahren Sportverweigerung gar nicht so einfach. Vor allem ist mein innerer Schweinehund gerade ein sehr großer.

ich merke aber, dass mir das laufen gut tut und werde dies auf jeden Fall beibehalten.

da hatte mein Doc wohl wieder recht.

Morgen versuche ich mich mal in den frühen Morgenstunden aufzuraffen. Ich bin ja eh früh wach.

d/anaex87


Eine richtige psychotherapeutische Therapie wäre aber in jedem Fall auch eine Option. Schon um zu lernen wie man so eine drohende Depression schon im Angang bemerkt und dann gegebenenfalls abbiegen kann.

muiniOmixa


@ Danae

Da der TE bisher noch nicht die Absicht einer Absage der Reise hier kund getan hat, im Gegenteil, sie mit starken (und nicht zu unterschätzenden) Medikamenten zu bewältigen hofft, räume ich ihm derzeit noch eine vernünftige Entscheidung ein. :-)

dEanxae87


Ich finde es gar nicht per se unvernünftig zu fahren, ich möchte da nicht falsch verstanden werden. Nur die Sicht von wegen "gut mit sich umgehen" ist in einer akuten Depression ja meist weit weg.

Und er hat ja nur vor dem Flug angst, dass geht ja vielen so.

cLhi


Ich denke auch, man ist schon sehr gefrustet, weil man sich so schrecklich doof vorkommt, wenn man die einfachsten Dinge nicht mehr gebacken bekommt und das Frustrationslevel steigt sicher stark an, wenn man sich so Dinge, wie einen lang geplanten Urlaub quasi aus Angst verbietet. Ich wär mir in so einer Situation sehr böse und hätte noch weniger Verständnis für meine Situation, als sowieso schon. Mal aus aktuell depressiver Sicht geschrieben.

jHokgurxt76


Richtig, mir geht's hauptsächlich um den Flug der mir Sorgen bereitet.

Den Urlaub deswegen abzusagen, könnte ich mir deswegen nicht vorstellen.

Dafür haben wir uns zu lange drauf gefreut.

Zudem ist meine Frau sehr verständnisvoll. Einen eventuellen 'Durchhänger' im Urlaub sieht sie gelassen entgegen. Außerdem sind es noch 3 Wochen hin bis zum Abflug. Vielleicht sieht die Welt bis dahin wieder etwas rosiger aus.

P6[schxbiest


Mir ging es mit Citalopram ähnlich wie minimia.

Ich hatte keinerlei Nebenwirkungen, aber leider auch keinerlei Stimmungsaufhellung dadurch.

jfoku4rt<76


Sorry, dass ich mich erst nach so langer Zeit wieder melde, aber ich möchte euch trotzdem über den Stand der Dinge informieren.

Seid meinen letzten Beiträgen ging es mir täglich besser. Der Urlaub war fantastisch, auch wenn ich am ersten Abend einen kleinen Durchhänger hatte, dass hat aber vermutlich mit dem Anreisestress zu tun.

Den Flug habe ich ohne Tavor überstanden, lediglich eine Vomex habe ich mir vorher eingeworfen und die meiste Zeit verschlafen. Die Tavor waren auch nur für den Notfall gedacht.

Auf dem Rückflug ging es mir so gut, dass ich nicht einmal mehr ne Vomex genommen habe. Ich war stolz wie Bolle.

Ich nehme nach wie vor nur 10 mg Citalopram ein. Mein Doc meinte, so lange ich damit zurechtkomme, gibt es keinen Grund die Dosis zu erhöhen. Die äußerst heftigen Nebenwirkungen sind komplett verschwunden. ;-D

Ich mache wieder alles wie vorher und habe mein altes Leben zurück, bis auf die kleine Einschränkung, morgens eine halbe Tablette Cita einzuwerfen.

Sogar den Alkohol vertrage ich wieder genau wie vorher :)^

Die Panikattacken und die depressive Verstimmung sind komplett vorbei und ich hoffe, das bleibt auch lange so.

Anmerken möchte ich noch, dass ich weiterhin meine Laufrunden drehe, zwar nicht mehr so häufig wie zu Beginn der Einnahme, aber das stört mich überhaupt nicht. :=o

Vielleicht konnte ich mit diesem Beitrag dem einen oder der anderen ein wenig Mut machen, dass auch eine Depression wieder völlig verschwinden kann, auch wenn man als Betroffener selber irgendwann nicht mehr daran glauben mag.

Gebt die Hoffnung niemals auf und Danke an alle, die mir geantwortet haben. :)= :)= :)=

muaka}142=7


Hallo

Ich bin neu hier und habe schon viel gelesen im Forum.

Ich wurde vor 14 Tagen auf Citalopram eingestellt, habe schlimme Angst verbunden mit Panikattaken. Nehme zur Zeit noch 10mg, habe schon versucht zu erhöhen aber die Nebenwirkung ist so schlimm, doe Angst nimmt dermaßen zu es ist nicht auszuhalten.

Alleine bleiben kann ich zu Hause auch nicht mehr, dann bekomm ich Panik. Mein Mann muss nun bald wieder arbeiten und selbst wenn ich daran denke bekomme ich Panik.

Ich habe Anst vor der Angst und dabei spielt auch mein Blutdruck so verrückt.

Ich bin so am verzweifeln weil ich daa Citalopram nicht schaffe zu erhöhen.

Meine Frage werden die 10mg mit der zeit ausreichen.

Lg

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH