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Wie kann ich meine Antriebslosigeit besiegen?

A{loci:n hat die Diskussion gestartet


(Urspr. Titel: "Suche Rat")


Hallo ihr da draußen,

Ich suche Rat und weiß nicht wirklich, wo ich anfangen soll. Ich bin schon immer eher ein verschlossener Mensch gewesen, hätte nie viele Freunde, aber war glücklich.

Vor einem Jahr habe ich mit meinem Studium angefangen. Das erste Semester habe ich bei meinem Freund verbracht, da ich keine Wohnung oder WG gefunden habe. Seit März wohne ich nun mit meinen Meerschweinchen in einer eigenen Wohnung. Ich finde die Wohnung und den Ort, in dem ich wohne, echt super, aber seit ein paar Monaten verfolgt mich Motivationslosigkeit, Faulheit und danach Frust, Hass und Selbstmitleid.

Ich habe während der Vorlesungszeit einen geregelten Tagesablauf. Für gewöhnlich treffe ich mich jeden Samstag mit Freunden von mir und meinem Liebsten. Die restliche Zeit verbringe ich mit Gaming und damit, es meinen Meerschweinchen möglichst schön zu machen.

Vor meinem Umzug war ich immer glücklich. Meine Woche bestand aus Schule, Gaming und Reiten, manchmal habe ich auch einfach einen ganzen Tag gelesen.

Und jetzt.. ich weiß wirklich nicht was los ist. Ich kann mich mit nichts mehr begeistern. Ich gehe extra, damit ich nicht den ganzen Tag rum sitze, in den Ferien halbtags Arbeiten, aber das hilft irgendwie nicht. Auf der Arbeit ist es leider nicht viel spannender als Zuhause. Ich nehme mir jeden Tag vor, dass ich heute etwas festgelegtes mache (Hausarbeit, raus gehen, lesen) aber letztendlich mache ich es dann doch nicht. Der einzige, der mich immerhin zum Lachen bekommt, ist mein Freund. Nur ist er noch Schüler und daher sehen wir uns nur am Wochenende.

Ich weiß echt nicht weiter. Egal, was ich bisher versucht habe. Jeden Abend, wenn mein Freund nicht hier ist, liege ich im Bett, verfluche mich, dass ich wieder nichts gemacht habe und suche nach einer Lösung.

Ich bedanke mich für jede Hilfe und jeden Tipp.

Viele Grüße

Antworten
hvavpen:'t<_waitexd


Wofür suchst du genau Hilfe und Tipps? Ich nehme an, gegen das Aufschieben bzw. deine Motivationslosigkeit? Damit plagen sich viele Menschen herum, und es kann echt schwierig sein, da herauszukommen. Möglich, dass du dafür sogar schon psychologische Hilfe brauchst.

Mit einfachen Tipps ist es kaum getan, denn was z. B. mir am besten weitergeholfen hat, wird dir vielleicht gar nichts sagen. Trotzdem nenne ich es: Ich gebe mir an einer bestimmten Stelle einen inneren "Befehl": "Jetzt LOS!". Und dann erhebe ich meinen Hintern und bewege mich. Ohne Pardon und ohne Wenn und Aber.

Das kann ich aber nur, weil ich nicht unter einer echten Depression leide, höchstens mal unter depressiven Verstimmungen. Wie das bei dir ist, weiß ich von hier aus nicht, aber scheu dich nicht, dich an einen Arzt (oder auch gegebenenfalls einen Psychologen) zu wenden, wenn es schlimm ist.

ANl8ocxin


Hey,

ja ich suche schon Tipps, was einem Hilft wieder "aktiver" zu werden.

Mir selbst Befehle erteilen kann ich auch. Wenn ich also sage, ich mach das jetzt, dann mache ich das auch. Nur leider ist mein erster Gedanke, kann ich auch wann anders machen und dann schieb ich es einfach weiter.

Zum Arzt müsste ich auch gehen. Eigentlich zu mehreren, Haut-, HNO und eventuell mal Hausarzt. Nur kenne ich in meiner neuen Stadt keine Ärzte und ich bin mir nicht sicher, ob ich mich nur nicht traue oder das auch nur Faulheit ist. Probleme eine Praxis zu finden, habe ich nicht.

Anscheinend sind das auch nur Phasen. Momentan bin ich wieder bei meinen Eltern und hier bin ich überhaupt nicht faul.

Kann das auch einfach an der neuen Umgebung liegen?

Danke jedenfalls :-)

h!ave'n'tx_w4aixted


Mir selbst Befehle erteilen kann ich auch. Wenn ich also sage, ich mach das jetzt, dann mache ich das auch. Nur leider ist mein erster Gedanke, kann ich auch wann anders machen und dann schieb ich es einfach weiter.

Das ist aber echter Befehl. Denn du folgst ihm ja nicht.

Sorry, aber für mich klingen deine Erklärungen nach Ausreden.

hfave&n't9_waxited


KEIN echter Befehl, meinte ich natürlich, sorry.

C:o1mrHan


Kann das auch einfach an der neuen Umgebung liegen?

Mit Sicherheit. Dort hast du ja eine geregelte Umgebung, um die sich auch andere kümmern. Du willst dort höflich sein und dich einbringen und die Umgebung gibt dir eine gewohnte Sicherheit.

In deiner eigenen Bude wirst du mit Sicherheit auch ein paar Dinge anders machen wollen, die Freiheit genießen (gehört ja zum Studentenleben irgendwie dazu) und deine eigene Herrin sein. Gerade für Menschen wie dich ist das verführerisch, denn die Dinge, auf die man sich die letzten Monate/Jahre im Elternhaus freute und sich vornahm, stellen sich meist anders raus als geplant. Nur abgelenkt werden (Freunde, Ausgehen) erfüllt nicht, aber wenn du ehrlich bist suchst du Zerstreuung (Gaming, Meerschweinchen) als Lückenfüller, damit du einen Grund hast, nicht an deinen Tagesplan ranzugehen.

Wenn du dich in den obigen Worten irgendwie wiederfindest (ich habe ja jetzt unbekannterweise ins Blaue vermutet), dann google mal den Begriff "Prokrastination". Die Symptome gehen stark in diese Richtung. Und wenn du das schon mal erkannt hast, dann wirst du auch Tipps finden, wie du da rauskommst. Idealerweise natürlich mit der nötigen charakterlichen Disziplin. Du wirst aber nur dadurch wieder glücklich sein, denn der Hang zum Depressiven steckt in der Prokrastination auch drin - nicht nur als Ursache, sondern auch als Auswirkung. Jeder Mensch ist glücklicher, wenn er nicht jeden Morgen aufsteht und immer noch den gleichen alten Scheiß auf der To-Do-Liste findet. Zufrieden wird man, wenn man abends in den Spiegel schauen kann und findet, dass man den Tag gut genutzt hat. :)^

C(omr$an


Dort hast du ja eine geregelte Umgebung

Ach ja, das bezieht sich auf das Elternhaus.

AoloEcxin


Das ist aber echter Befehl. Denn du folgst ihm ja nicht.

Sorry, aber für mich klingen deine Erklärungen nach Ausreden.

Ich meinte das so:

Für gewöhnlich fällt mir ein, dass ich zB demnächst Wäsche machen muss, aber ich verschiebe es erstmal.

Dann gibt es aber diese Tage, da komme ich nach Hause, sage mir, so kann das nicht weiter gehen. Dann mache ich die Wäsche und belohne mich mit Eis oder sowas. Nur hält diese Einstellung nicht lange an und am nächsten oder übernächsten Tag verschiebe ich wieder alles.

Wenn ich so überlege, weiß ich nicht mal, ob ich mich auf irgendwas gefreut habe vom ausziehen, außer auf meinen Freund und darüber, aus der Stadt hier wegzukommen. Ich bin natürlich freiwillig ausgezogen, aber eher, weil ich die Stadt, in der ich mein Leben verbracht habe, nicht mehr ausstehen konnte. Es war/ist mir hier zu.. klein. Ich liebe zwar das familiäre Verhältnis zu den Nachbarn, aber dass einen jeder aus der Stadt kennt finde ich furchtbar.

Nur abgelenkt werden (Freunde, Ausgehen) erfüllt nicht, aber wenn du ehrlich bist suchst du Zerstreuung (Gaming, Meerschweinchen) als Lückenfüller, damit du einen Grund hast, nicht an deinen Tagesplan ranzugehen.

Was genau meinst du mit Zerstreuung?

Die Meerschweinchen habe ich, weil es mir zu still in der Wohnung war und ich seit ich denken kann Meerschweinchen habe. Ich habe mich wieder für Meerschweinchen entschieden, da ich Gesellschaft haben wollte. Ich habe mich bei jedem Geräusch erschreckt, als ich so ganz allein war.

Gaming ist mein Hobby bzw das arbeiten mit und an Computern macht mir meistens Spaß, daher studiere ich Informatik.

Das soll übrigens keine Erklärung oder Rechtfertigung sein. Nur eventuell helfen euch diese Informationen?

Ich werde mich die Tage mal über Prokrastination informieren. Wir sind nur momentan in den Vorbereitungen für den Geburtstag meines Vaters am Samstag. :)

Danke jedenfalls, für die Hinweise und Anregungen.

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