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Ich habe meine persönliche Grenze überschritten ...

KVle8in-I_ssxy


Dass ich nicht stören möchte oder das Gefühl habe zu stören - ich mag es generell nicht, irgendwo Aufmerksamkeit zu erregen. Entweder weil ich denke, dass es eh niemanden interessiert, was ich zu sagen habe, oder weil ich selbst der Meinung bin, dass es zu uninteressant ist, als dass es jemanden interessiert.

Xjirakin


Auch frühes Erwachsen werden kann "Schäden" in der Seele hinterlassen, ich rede da aus Erfahrung.

Mit 15/16 musste ich erwachsen sein...denn meine Schwester erkrankte an Krebs. Damit hatten meine Eltern dann sehr viel zu tun, sie waren oft nicht da. Klar hätte ich mein Recht geltend machen können...aber ich hatte das Gefühl ich muss jetzt so wenig wie möglich Probleme machen.

Das zog sich dann weiter durch mein Leben, möglichst wenig Probleme machen. Bloß nicht gegen irgendwas argumentieren, was meine Eltern sagten etc.

Ich ging nie Feiern, testete nie meine Grenzen aus, ich versuchte sogar meine Eltern zu trösten wegen meiner Schwester, selbst ließ ich meine Gefühle nur nachts zu. Meine Eltern wussten niemals wie schlecht es mir in der Zeit ging, ich hörte sogar meine Mutter sagen "Die XXX geht so kalt mit der Situation um"

All das hat mich in meinen Verhaltensweisen geprägt. Ich ging den Weg des geringsten äußeren Widerstandes und machte mich selbst damit kaputt, hörte nicht mehr auf mich selbst und meine Bedürfnisse.

Bis das Fass nach dem Tod meiner Schwester 2013 (Rückfall) überschwappte.

Oftmals ist eine Depression eine lange Leidensreise, man hat sich immer angepasst und weiter gemacht.

Dann kommt der eine Moment, dieser eine letzte Moment, in dem man merkt, ich kann nicht mehr, es geht nicht mehr.

Dieser kam bei mir Anfang 2014 als ich heulend vor meinem Hausarzt stand und sagte: "Ich will nicht mehr, ich ertrag das nicht mehr, jeden Tag heule ich, auf Arbeit, zu Hause, überall, ich kann nicht mehr, ich will dass es aufhört."

Du bist also durchaus nicht allein! Du bist auch nicht falsch, lass dir das niemals einreden!

Es geht jetzt darum dir das Leben wieder zu erleichtern, da werden viele Veränderungen auf dich zukommen. Vielleicht wirst du auch Freunde verlieren, weil du nicht mehr so bequem bist.

Eventuell kannst du etwas deine eigene Imperfektion lieben lernen.

Dich wieder lieben lernen.

Aber all das brauch Zeit.

Ich wünsche dir, dass du es schaffst und nicht auf halbem Wege aufgibst, viele tun das, denn eine Therapie ist wirklich nicht für Leute, die es leicht haben wollen.

Aber sie hilft, sich selbst wieder zu finden, wenn man sich irgendwo auf der Strecke der letzten Jahre verloren hat.

K(lein-3Issy


Nein, aufgeben möchte ich nicht.

Obwohl ich das Gefühl hatte, mich vorhin selbst bremsen zu müssen. Ich hatte mir fest vorgenommen, fleißig in der Therapie mitzuarbeiten, um wieder gesund zu werden, quasi eine perfekte Patientin zu sein - ja, stopp. Ich will doch gar nicht mehr ständig perfekt sein. Ich will auch einmal meine Sachen herumliegen lassen, ohne dass sie mich stören.

Ich schätze, dass ich mich jetzt auch ein Stück weit fallen lassen muss, in die Hände von Menschen, die MIR helfen; dass ich darauf vertrauen muss, dass es Menschen gibt, die mir helfen.

Xbiraxin


Sieh es so:

Du solltest die Perfekte Patientin sein indem du mitarbeitest, deine tiefsten und auch bösesten und besten Gedanken aussprichst...alles was in deinem Kopf ist, oft auch ungefiltert.

Du sollst aber nicht den Therapeuten glücklich machen indem du die perfekte Patientin bist, die alles richtig macht.

Rückschläge gehören dazu, dass du sagst, du hast es nicht geschafft bestimmte Sachen so umzusetzen etc. gehört dazu.

Und denk dran, du kannst in einer Therapie nichts falsch machen, außer es dem Therapeuten recht machen...

Bei meinem ersten Besuch, war das erste was ich sagte "Kann ich ihre Toilette benutzen" Kam mir reichlich doof vor, aber meine Blase war genauso nervös wie ich ;-D

CMom{raxn


Es gibt Augenblicke, in denen ich mir wünsche, einfach wieder Kind sein zu dürfen und keine Verantwortung mehr haben zu müssen.

Naja, wie du selbst feststellst, hast du dich in diese Verantwortungsrolle selbst hineingezwungen, indem du für alle perfekt sein wolltest. Irgendwann gewöhnt sich dein Umfeld auch daran und du steckst in einem Teufelskreis. Das Ergebnis ist, dass du dir jetzt das genaue Gegenteil im Extrem wünschst. Quasi als Ausgleich.

Die Wahrheit liegt aber dazwischen - mach keine Vollbremsung, sondern komm auf ein normales Maß runter.

Ich hatte mir fest vorgenommen, fleißig in der Therapie mitzuarbeiten, um wieder gesund zu werden, quasi eine perfekte Patientin zu sein - ja, stopp.

Hehe, in einer romantischen Komödie wärst du mit diesem Satz jetzt die liebenswerte Protagonistin, die jeder am liebsten knuddeln möchte und deren Fettnäpfchen als Humor verpackt werden. Aber eigentlich ist es ja ein Problem, auch wenn du vermutlich selbst über deinen Satz oben lachen kannst (wäre zumindest das gesündeste ;-) ) und du hast den Fehler ja auch gleich anschließend korrigiert. Es ist etwas, was nicht witzig ist, nur im Kontext urkomisch aufgrund der darinsteckenden Absurdität. Aber ich finde es wirklich klasse, dass du selbst deine Therapie in der ersten Vorstellung mit dem Grundsatz deines eigentlich auszutherapierenden Verhaltens angehen wolltest ;-D

Keine Sorge, ich will mich nicht darüber lustig machen. Ich finde aber, dass solche Fehler mit sofortiger Reflexion Menschen sympathisch machen. Und so, wie du mit deinen Sorgen hier umgehst, finde ich dich sehr sympathisch und habe großes Vertrauen darin, dass du offen genug für eine professionelle Anleitung bist und schon in wenigen Wochen mit den verbleibenden kleinen Macken bewusst leben lernst. Das wird schon, glaub mir - einfach mal andere in die Pflicht nehmen und ihnen vertrauen lernen! :)_

KWlein3-Isxsy


Danke für euren Zuspruch! :-)

Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder mein Leben genießen kann. Denn eigentlich bin ich frei, zu tun und zu lassen, was ich möchte. :-)

Nichtsdestotrotz denke ich über meine Arbeit nach. Ich weiß, dass mein Chef Verständnis hat und mich unterstützt, wo er kann. Ab November steht jedoch die Hauptsaison bei uns an, und ich weiß auch, wie mein Chef (eigentlich meine Chefs, Vater und Sohn) dazu stehen, wenn einmal eine Kollegin länger ausgefallen ist (wegen einer OP und Krebsverdacht). Da hat sie sich Sprüche anhören müssen wie "Da haben Sie die sechs Wochen aber voll ausgereizt." und Ähnliches. Natürlich kann ich nicht sagen, ob es an deren Beziehung zueinander liegt. Im Gegensatz zu meiner Kollegin darf ich mir auch einmal Fehler erlauben, die in meinem Fall mit "Das ist jetzt etwas unglücklich gelaufen, beim nächsten Mal bitte besser." kommentiert werden, während man sie mit weit böseren Äußerungen abspeist.

Andererseits möchte ich eine vollwertige Arbeitskraft sein. Meine Chefs möchten ebenso eine vollwertige Arbeitskraft haben.

ABER diese vollwertige Arbeitskraft können sie nur haben, wenn ich gesund werden darf. Also müssen sie in den sauren Apfel beißen und mich meine Termine und meine Therapie wahrnehmen lassen und vielleicht auch noch diverse Krankschreibungen hinnehmen.

Andernfalls verlieren sie mich über kurz oder lang für vermutlich längere Zeit, als ihnen lieb ist. Und mir auch.

Jetzt warte ich jedenfalls den Termin beim Neurologen ab, und dann sehe ich weiter. :)z

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