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Angezogen fühlen von Menschen, die einen sexuell nicht reizen?

KYirsRchlrein9x0 hat die Diskussion gestartet


Hallo, mich interessiert Folgendes, da ich das gerade selbst erlebe und mich frage, wie man sowas erklären kann. Und zwar: Habe ich einen Dozenten, der deutlich (!) älter ist als ich - ich schätze mal locker mindestens 35 Jahre und ich bin Ende 20. Den ich null attraktiv finde, sexuell überhaupt nicht anziehend, da viel zu alt, könnte vielleicht auch schon selbst inzwischen Großvater sein. Also gar kein Thema. Dennoch ist es "anders".

Wir haben wenige Worte gewechselt, eben im Verhältnis wie er zu allen anderen. Und dennoch spürt man eine Art "Chemie", Sympathie kann ich es nicht nennen, da man sich maximal über Stoff unterhält, also ganz normal, und bisher auch wenige Worte fielen, man guckt sich auch nicht an, also gar nichts Ungewöhnliches, dennoch "liegt was in der Luft", ohne dass man schaut/spricht/macht. Wenn er neben einem steht und etwas erklärt, ist es anders, als wenn da ein anderer Dozent steht. Nicht verunsichernd, aber "registrierend". Irgendwas gewittert in der Luft und ich kriege nicht raus, was es ist. :-)

Mich verwirrt das total, da ich mir die ganze Zeit denke, was ist das denn, der gefällt dir gar nicht, geh weg - und dann teilweise abweisend bin, obwohl ich ganz normal sein möchte.

Ich hoffe, das ist irgendwie verständlich. Sympathie hat für mich immer mit dem Mensch zu tun, aber wenn man ihn nicht kennt, passt das nicht, finde ich. Aber - was ist das dann? Physikalische Anziehung? Sind das Pheromone? Lässt sich sowas "naturwissenschaftlich" erklären? Ist sowas immer beidseitig?

Kennt ihr sowas vielleicht selbst?

Mich interessieren solche Sachen immer, daher freue ich mich auf Meinungen @:)

Antworten
A)BC0x1


Hallo Kirschlein90,

ich kriege nicht raus, was es ist.

Nicht so schwierig. Die Unterschiede liegen in der Nähe oder Distanz. Jeder weiss was das ist. Aber bewußt ist es oft nicht. Ich vermute dass er von der Art recht friedlich ist. Oder auch authentisch . Er spielt keine Spiele mit anderen. Der Dozent hat wahrscheinlich auch keine Probleme mit Nähe. Der Dozent ist Dir näher als andere. Und da er als Beziehung nicht in Frage kommt lässt auch Du das zu und bist ihm selber auch näher. Du gehst innerlich nicht auf Distanz zu ihm. So vermute ich es mal nach dem was Du bisher schreibst. Diese Nähe und eine gewisse Harmonie (Frieden) des Kontaktes findest Du vermutlich sympatisch. Das was sich Menschen in funktionierenden Partnerschaften wünschen. In der Hinsicht ist er für Dich eben sehr attraktiv. Das zieht Dich an. Attraktivität bezieht sich ja nicht nur auf das Aussehen. Das ist zumindest die eine Seite.

1aa+1a=A2axa


Anziehung gibt es ja nicht nur auf sexueller Ebene und sonst gar nicht.

Er wird dich plantonisch begeistern. Ihr habt eine Wellenlänge, wie man so schön sagt. :)D

P+yth]on[ist


Ich hoffe, das ist irgendwie verständlich. Sympathie hat für mich immer mit dem Mensch zu tun, aber wenn man ihn nicht kennt, passt das nicht, finde ich. Aber - was ist das dann? Physikalische Anziehung?

Im Sinne von Gravitation? Na ich kenne seine und deine Masse nicht ;-) , aber die müsste beträchtlich sein, damit da was passiert. Nein, zwischen Menschen gibt es in dem Sinne keine physikalische Anziehung.

Sind das Pheromone? Lässt sich sowas "naturwissenschaftlich" erklären?

Es ist ja ein Gefühl von dir. Gefühle lassen sich bisher nur sehr begrenzt "naturwissenschaftlich" erklären. Man kann versuchen, das mit Hormonen, Hirnstoffwechsel und Funktionen der Gehirnregionen anzunähern, aber vieles dabei wird wohl auf absehbare Zeit ein Mysterium bleiben. Erstmal müsste man Wahrnehmung (mit den menschlichen Sensoren) und Kognition (Denken, Informationsverarbeitung) dafür verstehen. Und das ist schon schwer genug.

Auf der biologischen Ebene kann Geruch (natürliche oder künstliche wie Deo/Aftershave) sicherlich eine Rolle mit spielen. Aber auch z.B. dein Zyklus. ;-) Oder Körperwärme, die aus naher Distanz spürbar wird - aber die hätte jeder Mensch.

Ich denke, es sind versch Aspekte: im Gespräch ist es ein Aspekt von Synchronisierung: beide reden über das gleiche Thema. Sie achten auf die Worte des anderen, denken dabei ähnlich. Jedes Gespräch verbindet ein bisschen, wenn es Gemeinsamkeiten betont und Unterschiede unberücksichtigt lässt. Habt ihr also zu einem fachlichen Thema gegenseitig interessantes und spannendes, so kann das faszinieren, weil man das erste Mal einen Menschen trifft, mit dem man sich so über das Thema unterhalten kann.

Dazu kommen körpersprachliche Aspekte (selbst wenn man sich nicht anschaut) und evolutionspsychologische. Denn selbst wenn er mit seinen dann ja ca. 65 Jahren (Ende 20 plus gut 35 Jahre) sexuell nicht attraktiv für dich ist, so hätte er als Dozent doch Wissen und Status, und die ganzen Studenten, die er ausbildet und damit einen Ausdruck von Kompetenz und damit Macht/Leistungsfähigkeit und Schutz mit Anführerqualitäten. Wenn manche Frau niedriger Bildung in den USA in Donald Trump einen guten Präsidentschaftskandidat oder in Putin oder Erdogan einen guten Prräsidenten, dann stelle ich mir das so ähnlich vor, nur noch einfacher. Und besonders sexy sind die alle drei nicht. Aber sie können markige Sprüche. Trump hat noch ein bisschen Geld (was Erfolg und Unabhängikeit symbolisiert) und die anderen zwei sich in widrigen Umständen an der Macht gehalten und ihr System auf sie ausgerichtet. Die dt. Geschichte möchte ich an der Stelle bewusst nicht bemühen, ganze Scharen von Psychologen haben versucht, das geschehene zu analysieren/erklären, nicht zu rechtfertigen.

Dass umgekehrt eine Frau Ende 20 für einen Mann Mitte 60 sexuell attraktiv ist und dieser Mann es nicht ganz abstellen kann, dies auch auszusenden, kann ich mir aber vorstellen. Bis eine Disziplin-Ebene dazu kommt, die Grenzen des professionellen Umgangs setzt und mehr Deutlichkeit bräuchte, damit Signale eindeutiger werden. Was gleichzeitig ein gewisses Risiko der Ablehnung mit sich bringt.

Ich kann nicht sagen, was dich dabei verunsichert. Aber du kannst schauen, ob du ein ähnliches Gefühl auch bei anderen empfindest.

Ist sowas immer beidseitig?

Nein, ich denke solche Gefühle von schwer erklärlichen Schwärmereien, Anziehung oder Unsicherheit sind eher selten beidseitig. Sondern häufiger einseitig, sich aber im Falle von Verliebtheit wünschend, dass der andere das auch auch so empfindet (Synchronität). Und dieser Wunsch kann sich dann so anfühlen, dass es als real angenommen wird und sich für den einen dann beidseitig anfühlt. Was fatale Folgen haben kann.

hseute_!hiexr


"Nein, zwischen Menschen gibt es in dem Sinne keine physikalische Anziehung."

Schön, so etwas von einem Mann zu lesen ;-D

Beispielsweise war ich von meiner Oma sehr angezogen und sie von mir. Ich war von ihrer Persönlichkeit inklusive Wissen und Empathie sehr begeistert. Kein Gedanke an Sex kam da auf. Sie war Schnarcherin ]:D

Was ist so schwer zu verstehen, dass sich Menschen einfach mögen. Ich finde das so naheliegend. Auch einen Neffen oder Cousin kann man mögen ... oder irgendjemand anderen, der einem gut tut.

Sympathische Begegnungen sind doch das Salz in der Suppe des Lebens.

Freu dich einfach, dass dir so ein Mensch begegnet ist @:)

CJomrxan


Irgendwas gewittert in der Luft und ich kriege nicht raus, was es ist. :-)

Das Gehirn ist schon ein wundersames Organ und löst chemische Reaktionen aus, die wir als Gefühle interpretieren. Musik kann uns zu Tränen rühren und wir finden das sogar noch schön. Menschen passen oder passen nicht, sei es sexuell, ästhetisch, emotional, charakterlich ... da gibt es viele Möglichkeiten.

Ich kenne auch Menschen, die ich in meinem Leben absolut bereichernd finde. Die müssen nicht einmal besonders enge Freunde sein, aber wenn ich sie treffe, finde ich die Gegenwart immer angenehm und innig. Da ist eine große Kompatibilität, aber überhaupt nichts Sexuelles oder Attraktives. Das können aber auch Männer sein, zu denen ich mich als 100%-Hetero körperlich wirklich Null hingezogen fühle.

Ich denke, so etwas ist es, was du da spürst. Ich finde es nur komisch, dass du darüber nachdenkst, was es ist, und es dabei so bewusst gegen Attraktivität gegenprüfst. Ich habe mir bei diesen Menschen über die Attraktivität bisher nie Gedanken gemacht, weil mir gar nicht in den Sinn kam, sie körperlich interessant finden zu müssen, wenn diese "anderen Schwingungen" da sind.

AsBC0x1


Die Frage, wie es passiert:

Ich hoffe, das ist irgendwie verständlich. Sympathie hat für mich immer mit dem Mensch zu tun, aber wenn man ihn nicht kennt, passt das nicht, finde ich. Aber - was ist das dann? Physikalische Anziehung? Sind das Pheromone?

Lässt sich sowas "naturwissenschaftlich" erklären?

Ist sowas immer beidseitig?

Es ist ein Gefühl das Du spürst. Dein Gehirn hat eine Situation bewertet und das Ergebnis hat in Dir ein Gefühl ausgelöst.

Das bedeutet diese Situation ist bei Dir mit diesem Gefühl verknüpft. Hast Du irgendwo eine schlechte Erfahrung gemacht dann kann das zukünftig mit negativen Begleitgefühlen verknüpft sein. Wenn z.B. jemand vergewaltigt wird.

Dann gibt es da noch das was man "Spiegelneurone" nennt.

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Spiegelneuron]]

Die Summe macht es außerdem: Ein attraktiver Mensch der stinkt stößt einen auch ab.

Ob es beidseitig ist hängt davon ab wie empfänglich jemand für den Reiz ist und wie senitiv die Wahrnehmung dafür ausgeprägt ist. Es gibt mehr Leute als man denkt die innerlich bestimmte Gefühle deaktiviert haben. Nicht alle Gefühle. Da kommt dann der Reiz nicht mehr durch.

Generell sagt man auch, eine Vorliebe entwickeln für etwas.

Vorliebe und Eckel können z.B. komplett gegensätzlich verknüpft sein. Es gibt in Asien eine Bevölkerung die große schwarze Waldspinnen fängt und röstet. Das wird dann in Tütchen als Snacks verkauft und kommt recht gut an. Kinder finden es z.B. superlecker und cross.

W1il$dkaxter


Hallo Kirschlein90,

Das ist schon blöd, würde dann viel von meinen Freund, Mann reden. Spaßendhalber dann noch sagen das er um etliches jünger ist.

MfG *:) :)* :)^ :)^

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