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Keine Krankheitseinsicht

Alias 729190 hat die Diskussion gestartet


Stimmt nicht ganz.

Ich habe eine Art Einsicht, mein Problem ist, dass ich es nicht glauben kann, dass meine Probleme eine Krankheit sind und nicht etwa ein mentaler Abturz.

Ich hab anscheinend unter anderem eine schwere Depression, dem ganzen will ich glauben, ich will ja auch eine Verbesserung.

Aber woher ist man sich sicher? Man will mir Medikamente geben, wovor ich höllische Angst habe. Ich habe Angst vor den Nebenwirkungen, dass ich nicht mehr ich selbt bin. E wirkt auf mein Gehirn und das bin ich ja ich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mich das nicht verändert.

Ich hab auch Angst davor auf falscher Diagnose behandelt zu werden.

Was, wenn ich gar nicht depressiv bin sondern nur schwer traumatisiert?

Dann gibt man mir Medikamente für eine Depression, die ich vielleicht gar nicht habe.

Es heißt, es wäre eine Hemmung im Gehirn verschiedener Hormone, weswegen man depressiv ist.

Warum werden dann keine Tests gemacht, sondern nur Fragebögen ausgefüllt? Wieso reicht das für ein Medikament?

Kann man das ganze nicht körperlich messen?

Antworten
yJukzumxu


Was hältst du von einer Psychotherapie?

Sie kann nämlich bei Depressionen oft gut helfen.

Alias 729190


Die mache ich auch.

Zuerst stationär. Jetzt ambulant.

Depression ist nicht die einzige Diagnose.

Ich dachte immer, da könnte immer ohne Medikamente rauskommen.

Soun3nny_31x76


Du schreibst, bei dir sei eine schwere Depression diagnostiziert worden. Hier ist eine kombinierte medikamentöse Therapie und Psychotherapie einer alleinigen Psychotherapie überlegen. Und nur der Umstand, dass du momentan Medikamente bekommst, heißt nicht, dass du diese zwingend dein Leben lang einnehmen musst. Wichtig ist für dich, dass du die Antidepressiva niemals abrupt absetzen darfst, sondern immer nur ausschleichend (also schrittweise Reduzierung der Dosis). Ebenso dauert es einige Wochen bis ein Antidepressiva wirkt.

SNunnNy_q317x6


Achso, als Ergänzung zum Absetzen der Medikamente: immer in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt!!!

Alias 729190


Sunny_3176, noch nehme ich keine.

Die Angst ist so groß, dass ich bis jetzt nicht in der Lage bin, welche einzunehmen. Es fällt mir auch schwer zu glauben, bzw. zu sehen ab wann es notwendig ist.

Woher weiß ich, dass meine Depression (noch weiß ich nicht ob es eine manische ist) eine echte ist?

Wir arbeiten in der Therapie darauf hin, dass ich welche nehmen kann - man ist der Meinung, ich komme nicht drumherum.

Aber wie gesagt, ich versteh es nicht.

PRlüsch)biest


Was genau denkst du passiert, wenn du Antidepressiva nimmst? ":/

Ich habe schon viele verschiedene ausprobiert und da ist so gut wie nichts passiert.

P2lüschxbiest


Es gibt auch Psychopharmaka die sowohl bei einer PTBS, als auch bei einer Depression eingesetzt werden.

Wer eine PTBS hat, hat auch sehr häufig Depressionen, daher ist die Gefahr, dass du eine falsche Medikation erhältst nicht so groß.

Ich vermute mal, dass du dich schon so an deinen depressiven Zustand gewöhnt hast dass du gar nicht mehr weißt, wie es ist sich anders, bzw. besser zu fühlen.

yKukBumu


Ich finde, es verdient Respekt, deine Haltung Medikamenten gegenüber, denn sie sind nicht ohne, können Nebenwirkungen haben.

Von daher ist es eigentlich immer eine Abwägung: Was ist, wenn man keine nimmt und was ist, wenn man welche nimmt?

Das kann man nicht pauschal beantworten.

Es kommt immer auf den Einzelfall an. Weder ist es richtig, Medikamente immer und in jedem Fall zu befürworten, noch ist es richtig, sie immer abzulehnen.

Risiko- und Nutzenabwägung eben.

Es gibt Betroffene, die ganz ohne auskommen und es gibt welche, bei denen eine die Psychotherapie begleitende Medikation sinnvoll sein kann.

Es gibt auch Menschen, die von sich aus lieber Medikamente wollen, oft sogar anstatt einer Psychotherapie, weil eine Psychotherapie kein Zuckerschlecken ist. Es bedeutet Arbeit an sich selbst und das will nicht jeder.

P\lüscThb*ieTst


Kleine Korrektur

Ich vermute mal, dass du dich schon so an deinen depressiven Zustand gewöhnt hast dass du gar nicht mehr

weißt, wie es ist sich anders, bzw. besser anfühlt.

P<lüs2ch%bie8st


yukumi,

bei einer mittelschweren Depression kann man evtl. noch ohne Medikamente auskommen.

Bei einer schweren Depression halte ich das kaum für machbar.

A~ndWruscxh


Mmhhh...kann nur von mir berichten. Ich hatte 2008 einen schlimmen Zusammenbruch, war 3 Monate in einer Klinik. Diagnostiziert wurde eine PTBS sowie schwere Depression. Ich habe von Anfang an klargestellt, dass ich keine Medikamente möchte, was akzeptiert wurde.

Im letzten Jahr hatte ich einen schweren Rückfall, die Depression schlug wieder voll zu und da habe ich mir erstmals ein Rezept für Antidepressiva geholt. Der Gedanke, ein paar Pillen zu schlucken und dann wird alles besser, war verlockend (was ja Blödsinn ist). Ich habe sie letztendlich nicht genommen und bin froh drum. Meine Therapeutin ist aber auch wirklich super.

Entscheidend ist, was DU willst. Natürlich sind Medikamente manchmal angebracht, aber nichtsdestotrotz ist es wichtig, auch auf sich selbst zu hören.

TihalXina


Das kenne ich nur zu gut.Gerade weil ich schon lange andere Medikamente nehme.

Und weil ich mir nie sicher bin was nun stimmt. Habe ich Depressionen? Habe ich keine? Mir wurde schon beides gesagt. Und irgendwie glaube ich mal das eine und mal das andere. Zumal ich auch noch neurologische Probleme (Epilepsie, heftige Migräne mit Aura und Ohnmachten) hAbe, die sich beide sehr stark auch in Stimmungen niederschlagen. Das bewirkt einfach das ich nicht mehr weiß, was ist neurologisch ausgelöst, was durch Lebensumstände bzw Lebensgeschichte, was durch Depression? Und irgendwie ist da auch die Angst dass die Mittel eben genau deshalb nicht wirken, aber ich sie nicht so leicht absetzen kann, dass es irgendwie negative Auswirkungen auf meine Epilepsie hat.... Ich habe einfach Angst.

Und ich hAbe auch das Gefühl, das mir keiner helfen kann. Dass ich da alleine durch muss.. Es gibt eben immer nur ratlose Gesichter wenn ich mal alles erzähle was so zusammen kommt bei mir. Zumal ein einfach mal in die Klinik gehen für mich echt schwierig ist (alleinerziehend mit besonderem Kind)

Ich weiß, dann leide ich noch nicht genug. Leicht ist's dennoch nicht.

Alias 729190


Ich danke euch, dass ihr euch mit meinem Problem auseinandersetzt.

Ich hab hier niemanden, den ich um Rat fragen könnte, ich bin die einzige, die "krank " ist.

Mein Therpeut meint, ich hätte eine PTBS, da ich einiges erlebt habe, was man als Trauma bezeichnen könnte. Allerdings fehlen mir diese typischen Aussetzer. Ich denke zwar viel an das Trauma, es hat sich etwas entwickelt, ich kann gewisse Dinge nicht mehr tun. Ich vermeide manche Situationen. Aber ist das wirklich ein Trauma?

Genauso mit den Depressionen, ich bin mir dessen immer bewusst gewesen. Ich bin eher aggressiv und laufe wie ein Zombie durchs Leben. Manchmal gibt es richtig gute Tage, an denen ich nicht verstehen kann, wieso mir vieles so schwer fällt und ich es einfach nicht sein lassen kann so zu sein.

Mir fällt es schwer zu glauben, dass ich krank bin und nicht einfach ein Arschloch bin.

Ich habe Angst vor Nebenwirkungen, dass ich nichts mehr fühle (ok, jetzt fühl ich auch kaum was, aber immerhin bin ich zum Denken fähig) dass ich stark zunehme (was ich nicht will, da ich mich dick nicht vorstellen kann, da bin nicht ich). Dass es etwas in meinem Gehirn verändert, was mich krank machen könnte. Zum Beispiel Demenz.

Es wirkt aufs Gehirn und das Gehirn bin ich, es ist der Sitz meines Ichs. Versteht ihr was ich damit meine?

Ich denke ich hab mich an die Depression gewöhnt, ja mag sein. Es dauerte lang bis ich verstanden habe, dass ich Hilfe brauche und die nicht automatisch kommt.

Ich bin mir auch bewusst, dass viel Arbeit vor mir liegt und ich bin auch gewillt und bereit es anzugehen. Doch fehlt mir einfach eine Erklärung. Kann man das ganze mit Bluttests feststellen'?

Ich glaube auch, dass sich die Depression von mittelschwer von schwer ändert. Ich würde mich nie umbringen, dazu ist mein Verantwortungsbewusstsein zu hoch, sowas würde ich meinen Angehörigen nie antun wollen. Aber zeitweise wird das weiterleben schwer. Ich wünsch mir oft einen Ausschalter, damit mal Ruhe in der Birne ist.

yhukxumu


Wenn du mit Bluttests meinst, ob man dadurch eine Depression diaognostizieren bzw. solch eine Diagnose bestätigen kann: Nein, das kann man nicht durch Bluttests.

An sich ist eine Depression nicht so schwer zu diagnostizieren.

Eher passiert es, dass sie öfter verkannt wird (von Ärzten), aber sonst ist es recht einfach eigentlich.

Du bringst für eine erfolgreiche Therapie schon eines der wichtigsten Kriterien mit: Die Bereitschaft an dir zu arbeiten. Das ist eine gute Voraussetzung!

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