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Keine Krankheitseinsicht

X~iraixn


Und es gibt auch Antidepressiva unter denen man abnimmt, einfach weil man wieder mehr rausgeht, gesünder schläft und die Kraft hat gesund zu kochen.

Meins hat mich nicht zunehmen lassen, aber ich bin eh dick...das wäre vermutlich ein Tropfen auf dem heißen Stein gewesen.

Dadurch, dass ich aber wieder Schwimmen ging, mit Freunden raus in den Park, oder sonstwas, statt im Bett zu liegen, nahm ich tatsächlich sogar ein bisschen ab...(Nicht wahnsinnig viel, aber naja...)

Übel war mir zBsp nicht...ich stand nur irgendwie neben mir...hab in der ersten Woche in die Gegend gestarrt beim einkaufen, aber das war nach ca 1 Woche vorbei. Nur die Müdigkeit und der Tremor blieben länger.

Bei meinem AD standen an die 30 NW drin, bekommen hab ich also 3, 2 davon die vorraussehbar waren einfach weil sie SEHR oft auftreten.

A'dria{naApuxnkt


Hallo,

also ich kann dir ein paar Infos zu deinen Bedenken geben.

Man kann psychische Erkrankungen nicht mit Bluttests feststellen. Es liegt manchmal ein Ungleichgewicht der Neurotransmitter im Gehirn vor. Und das ist NUR im Gehirn der Fall. Das heisst um das tatsächlich schwarz auf weiß zu haben müsste man theoretisch direkt Blut aus dem Hirn entnehmen. SOwas wird natürlich nicht gemacht. Deshalb verlässt man sich auf die "Fragebögen". Die sind über Jahre mit ganz genauen Kriterien entwickelt worden und sehr zuverlässig. Leider muss man sich darauf dann verlassen.

Wenn du eine PTBS hast, hast du vermutlich daraufhin die schwere Depression entwickelt. Symptomatisch behandelt man die mit Antidepressiva (und Psychotherapie). Die PTBS wird vorrangig mit Psychotherapie behandelt.

Das Medikament Fluoxetin und ein sogenannter SSRI (Serotonin Wiederaufnahmehemmer). Serotonin brauchen wir, damit wir "glücklich" sind, Antrieb haben, ganz ganz vereinfacht gesagt. Man vermutet, dass bei Depressionen ein Ungleichgewicht von (unter anderem) Serototin im Gehirn vorliegt.

Stell dir vor dass dein Gehirn Milliarden von Zellen hat. Die Zellen kleben aber nicht aneinander, sondern haben alle einen kleinen Spalt dazwischen. Also jede Zelle ist mit einer anderen Zelle durch einen Spalt verbunden. In diesem Spalt sind die Neurotransmitter, die dein Wohlbefinden steuern. Das Fluoxetin bewirkt, dass das Serotonin nicht direkt wieder von der Zelle verschluckt wird, sondern in dem Spalt bleibt und somit eine höhere Konzentration erreicht. Es setzten sich also mini kleine Blockaden auf die Zelle, sodass das Serotonin nicht direkt wieder da drin verschwindet. Das macht das Fluoxetin.

SSRI sind Medikamente, die als eher verträglich gelten. Das hat nichts mehr mit den Horrorszenarien zu tun, die wir aus der alten Psychiatrie kennen, die uns zu Zombies macht, taub, und die Persönlichkeit verändern.

SSRI wirken antriebssteigernd. Die aller meisten Patienten erleben in den ersten Wochen Unruhe, Nervosität, evtl. Angst. Aber Gewichtszunahme ist bei diesem Präparat eher nicht zu erwarten, weil es den Organismus antreibt.

Es verändert dich nicht als Mensch. Manche beschreiben, dass sie etwas "abgestumpft" sind, aber das kommt daher, dass sie nicht mehr in der Lage sind sich so unheimlich viele Sorgen zu machen. Man bekommt im Idealfall mehr antrieb, weniger Sorgen, mehr Freude.

Ausprobieren kann man es immer. Ich habe das Präparat eine ganze Weile genommen. Ich bin auch ein Medikamentengegner aber das entscheide ich nur für mich persönlich. Ich möchte keine Psychopharmaka mehr nehmen. Allerdings finde ich es gut immer abzuschätzen, ob es evtl. doch nötig sein könnte, wenn es einem wirklich sehr sehr schlecht geht.

Ich verstehe, dass du Angst vor Kontrollverlust hast, das war auch immer meine größte Angst bei Medikamenten. Das wird bei so einem Präparat nicht passieren.

M9onsiti


Ich habe eine chronifizierte PTBS und nehme schon seit 17 Jahren Paroxetin. Die einzige Nebenwirkung bei mir war für einige Monate eine geringere Libido. Ansonsten hat es mir dieses Medikament überhaupt erst ermöglicht, all das anzuwenden, was ich in den Therapien gelernt hatte. Inzwischen macht sich die PTBS nur noch in recht häufigen Alpträumen bemerkbar. Ist zwar auch nicht so doll, aber damit kann ich leben.

Alias 729190


Vielen Dank :)_

es hilft mir echt sehr was ihr mir schreibt. Vor allem die richtig gute Erklärung von dir AdranaApunkt.

Jemand hat mich gefragt, welche Nebenwirkung ich denn bekommen sollte, ja da ist schwer zu beschreiben. Ich reagier schon immer anders auf Medikamente, wie man es laut Verschreibung sollte. Bei mir wirken Narkosen und Betäubungsmittel nicht richtig. Wie oft ist mir beim Zahnarzt passiert, dass die Betäubung nachlies und man soviel nachspritzen konnte wie man wollte, da half nix mehr.

Davor habe ich Angst, dass eine unkontrollierte Wirkung auftreten könnte, die dann ewig anhält und mir geht es sehr schlecht. Zum Beispiel extrem starker Schwindel mit Erbrechen (für mich ganz schlimm). Und dann kann man nix mehr machen, wie im Fall der Betäubung.

Meine Angst bzw. Trauma steckt eben in einer Situation fest, in der ich die Kontrolle verlor und jemand gab mir etwas, wovon ich nicht mehr klar denken konnte. (Ich kann jetzt nicht näher darauf eingehen) und deswegen fällt es mir so schwer, einfach irgendwas auszuprobieren.

Ich glaube aber, dieses Medikament werde ich ausprobieren, nächste Woche habe ich einen Termin und da würd ich es gern abklären.

Wobei ich nicht weiß ob ich etwas antriebssteigerndes brauch, denn ich funktioniere ja noch. Es fällt mir zwar schwer Dinge zu tun und dran zu bleiben oder morgens aus dem Bett zu kommen, doch bin ich erstmal auf, erledige ich auch meine Aufgaben, wenn auch sehr zäh und widerwillig.

Monsti, hattest du in den Jahren immer die gleiche Dosis? Also wenn ich das richtig verstehe, nimmt man das Präparat, wenn man tatsächlich ein Trauma hat?

Ich weiß nicht genau, ob ich eine richtige PTBS habe. Ich hab einiges erlebt, was man unter Traumatisierung verstehen kann, aber ich durchlebe das was mir passiert ist nie in den Träumen. Immer nur andere Handlungen in den Träumen, die schlimm sind. Auch hab ich kaum Situationen in denen es mit mir durchgeht. Es gibt Situationen, die meide ich, wenn es sich vermeiden lässt und manches lass ich gar nicht mehr zu. Aber ist das dann nicht eher Angst?

Ich dachte immer, wenn man traumatisiert ist, kommen die Symptome direkt danach und nicht ein, zwei Jahre später :-/

Ich hab diese Krankheit nie erklärt bekommen und

M4on4stxi


Hallo Alias,

dann beschreibe ich mal, wie die PTBS bei mir verlief, wobei ich dazu sagen muss, dass ich auch schon durch mein Elternhaus traumatisiert war (seelische und körperliche Misshandlung, Missachtung, Bloßstellung u.ä.):

- Zunächst war das Trauma (Anfang 1996), das mich in meinen Grundfesten erschütterte.

- Nach einem unangenehmen Gespräch mit einem Freund ca. 2 Wochen später hatte ich urplötzlich alles vergessen.

- Die Geschehnisse kamen erst ein gutes halbes Jahr peu à peu zurück.

Wie es zu diesem kompletten "Vergessen" kam, weiß ich bis heute nicht. Es war aber tatsächlich so, dass sich sämtliche Erinnerungen für viele Monate gänzlich in Luft aufgelöst hatten - selbst das Gespräch mit jenem Freund war einfach weg.

Die sehr akute Zeit dauerte über drei Jahre, in denen noch vieles anderes hinzu kam. Ich war fast die ganze Zeit in Therapie, z.T. auch stationär. Besonders in der Klinik bekam ich viele verschiedene Psychopharmaka, die ich allesamt nicht vertrug. Erst ein halbes Jahr später wurde mir endlich Paroxetin 20 mg verschrieben. Danach ging es aufwärts.

Die Symptome ohne Paroxetin waren:

- strikte Vermeidung aller Situationen, die auch nur annähernd in Verbindung mit dem Trauma gebracht werden konnten,

- Flashbacks, kam ich unvorbereitet in eines solche Situation (mit Kontrollverlust),

- häufige Angst-/Panikattacken,

- geringer Appetit und Gewichtsabnahme,

- extremes Misstrauen und soziale Ängste,

- Schlafstörungen und allnächtlich schreckliche Alpträume.

Geblieben sind mir nur noch verhältnismäßig häufige Alpträume. Wie ich oben aber schon schrieb, kann ich damit leben.

Ich kenne einen Kroaten (heute um 55 Jahre alt), der im Jugoslawien-Krieg mit ansehen musste, wie seine gesamte Familie, d.h. seine Frau, seine drei Kinder und seine Eltern durch serbische Milizen brutal ausgelöscht wurde. Bei ihm machte sich die PTBS erst knapp zwei Jahre später bemerkbar. Auch er hatte lange Zeit gravierende Erinnerungslücken. Er erhielt bei uns in Österreich Asyl. Dieser Mann ist heute ein psychisches Wrack, Alkoholiker, Einzelgänger und ohne festen Wohnsitz. Leider hatte er nie psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen, er bekommt auch keine Medikamente. Ich glaube, er ist nicht mal krankenversichert ...

Die PTBS kann die Persönlichkeit eines Menschen zerstören. Geeignete Psychopharmaka tun dies sicher nicht - ganz im Gegenteil.

P!lüsEchbi+est


:)^ :)^

Alias 729190


Monsti,

da unterscheiden sich unsere Verhaltensweisen ja gar nicht so.

Das einzige was ich nicht habe sind diese Flashbacks, ok, ich werde ständig dran erinnert, aber (noch?) verliere ich keine Kontrolle, es sei den ich bin in einer ähnlichen Situation, dann flippe ich völlig aus. Aber ich hab eine extreme Vermeidung an mir und eben der gestörte Schlaf, der mir schon ein Jahr sehr zusetzt.

Ich bin euch um die Antworten hier echt dankbar, ich versteh so langsam und komme tatsächlich zum Entschluss Medikamente zu nehmen. Ich merke ja eine absolute Veränderung meiner Persönlichkeit. Ich kann momentan ja wirklich gar nichts mehr und das wird auch meiner Familie nicht gerecht. Es ist mir derzeit gar nicht mehr möglich einer Freizeitgestaltung nachzugehen, die die Bedürfnisse der anderen gerecht wird.

Das will ich nicht, mein Haus soll wieder voller Liebe sein, es soll Besuch kommen, der sich wieder wohlfühlt, ohne dass ich ständig auf die Uhr gucke, damit ja wieder geputzt wird und ich mich einigeln kann.

Ich hab mal ein bisschen nachgelesen und estgestellt, dass ich mit meinen anderen Medikamenten (nicht absetzbar) gar kein Serotonin Wiederaufnahmehemmer nehmen darf.

Mal sehen was nun entschieden wird.

X2iraxin


Welche anderen medikamente sind das denn?

Man sollte sich schon informieren, aber manchmal wird Risiko und Nutzen abgewogen.

zBsp sollte man auf SSRI auch kein Ibuprofen nehmen.

Das kann wechselwirken.

Wenn einem aber der Kopf platzt und man eh schon Leber und Blutungsprobleme hat (also Paracetamol und Aspirin nicht in Frage kommen), kann man schon mal eine Ibuprofen nehmen.

Mgonxsti


Xirain

Dein Beispiel mit dem Ibuprofen finde ich ungeeignet, da man dieses Mittel nur kurzfristig nimmt. Bei SSRI handelt es sich aber um Medikamente, die langfristig eingenommen werden. Handelt es sich bei den anderen Medikamenten der TE ebenfalls um dauerhafte Mittel, müssen Wechselwirkungen natürlich unbedingt berücksichtigt werden. Zudem ist es Aufgabe des Arztes, solche Wechselwirkungen einzuschätzen.

Alias

Das einzige was ich nicht habe sind diese Flashbacks, ok, ich werde ständig dran erinnert, aber (noch?) verliere ich keine Kontrolle, es sei den ich bin in einer ähnlichen Situation, dann flippe ich völlig aus.

Genau dies sind doch Flashbacks inkl. Kontrollverlust!

Alias 729190


Ich nochmal,

also es wird kein SSRI.

Ich habe eine zusätzliche Diagnose bekommen: Borderline.

Anhand der Vielzahl an Diagnosen haben wir uns auf Seroquel geeinigt.

Immerhin kann ich dann wieder schlafen.

Aber, ich weiß, dass man ordentlich zulegt.

Weiß jemand wie man dem gegensteuern kann?

Fördert dieses Medikament nur den Heißhunger? Oder macht es automatisch dick?

XYiraixn


wo hab ich denn von ibuprofen geredet? Ich denke du hast falsch zitiert, denn ich bin verwirrt.

Alias 729190


Ich glaub sie meinte einfach den Umstand, dass ich Langzeitmedikamente nehme, die man eben nicht kombinieren kann.

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