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Mutter paranoid schizophren – Klinikaufenthalt ohne Besserung

b`ellca7x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich versuche mich hier kurzzufassen und nicht zu weit auszuschweifen.

Ich bin für jeden Ansatz froh, den Ihr mir geben könnt.

Meine Mutter ist 58er Jahrgang und bereits mehrere Krankheiten durchstehen müssen. U.a. hat sie eine Cerebrale Vasculitis durchstehen müssen, die erfolgreich geheilt wurde, sie aber m.E. leichte motorische Störungen davon getragen hat.

Sie ist seit meinem 6. Lebensjahr alleinstehend und hatte nie wieder einen Lebensgefährten, Partner oder gar männliche Verabredungen ("Dates"), der sie in ihrer ganzen Krankheitsgeschichte unterstütze. Sie hat sich mit den Jahren, nach ihren ersten Erkrankungen mehr an die Familie gehalten und hat wenig soziale Kontakte, die ohne die Familie entstanden sind.

Wir sind jedoch eine sehr große Familie, sodass sich alle versuch(t)en zu kümmern, ohne dass wir damals (vor 12-30 Jahren) wussten, was eigentlich genau passiert; heute ist man aufgeklärter und kann vieles zumindest etwas im Ansatz "ergooglen".

Meine Mutter ist bereit vor meiner Kindheit das erste Mal auffällig geworden und hat bereits damals schon unter Psychosen, Halluzinationen etc. leiden müssen. Sie wohnte schon früher immer zu Hause, bzw. seit 12 Jahren oben in der Doppelhaushälfte. Unten wohnen meine Großeltern, es gibt eine eigene Küche, alles ist separat, bis auf die Waschmaschine, der Anschluss befindet sich im Erdgeschoss.

Natürlich sind meine Großeltern nicht immer einfach und wir haben alle unsere kleineren und auch größeren Probleme mal miteinander – meine Großmutter ist Flüchtling und mein Großvater war 10 Jahre in sibirischer Kriegsgefangenschaft.

Aber wenn jemand krank ist oder in Not, sind alle da, egal was vorher gelaufen ist.

Vor ca. 15 Jahren, da war ich 15, hat sie sogar einen gerichtlichen Vormund bekommen, weil meine Großeltern und meine Tanten und Onkel sich nicht mehr zu helfen wussten. Keiner wusste, wie man mit ihr umgehen soll, es war wirklich ein Desaster.

Meine Familie hatte mit Sicherheit keine einfache Kindheit, aber auch keine durchgehend grausame; eine strenge, wie es damals eben war. Ich habe mit meiner ganzen Familie jeweils einzeln gesprochen, es gibt gute und natürlich auch schlechte Erinnerungen.

Sie ist für zwei Tage weg gewesen und ich habe sie im Auto gefunden, dort hat sie übernachtet. Wir haben sie mit Auto-Kolonnen gesucht. Während sie auch getrunken hat, damit ihre Masken, die sie sieht und ihre Gedanken verschwinden.

Seit Mai diesen Jahres ist sie wieder in einer Klinik, nachdem sie ca. 10-12 Jahre komplett gesund war.

Sie hatte einen guten Job in einem der Familienbetriebe, einen Firmenwagen, eine eigene Wohnung etc., einige Kaffee-Bekanntschaften. Aber erst mit meiner Schwiegermutter eine beste Freundin. Sie klammerte sich immer sehr stark an die Familie, auch wenn sie zwischenzeitlich mal genervt von dem einen oder anderen war.

Das ganze begann schleichend, jedoch leicht auffällig. Es hat allerdings niemand damit gerechnet, dass es ihre alte Krankheit ist, die wieder zum Vorschein kommt.

Ich habe sie im Mai in 2 Kliniken gefahren, die zweite hat uns dann aufgenommen. Ich und meine Schwiegermutter sind die einzigen, übriggebliebenen Bezugspersonen. Zu allen anderen will sie keinen Kontakt mehr, aktuell ist es so schlimm wie nie dieses Jahr.

Sie möchte unter keinen Umständen Haloperidol nehmen und auch unter keinen Umständen in die geschlossene Abteilung. Ich hatte ihr damals versprochen, dass sie das nie wieder durchmachen muss. Das damals zu sehen, hat mir schon sehr zugesetzt und ich wollte sie dem nie wieder aussetzen.

Klinik 1:

- ab Mai ca. 55 Tage in einer psychatrischen Klinik, Seroquel ca. 200-300mg

- Entlassung, weil "gesund" bzw. kein Grund weiter in der Klinik zu bleiben

- spricht immer nur davon, sie will ihre Vergangenheit aufarbeiten, alles stimme nicht

- die Ärztin behauptet auf Grund der Aussagen meiner Mutter, sie habe ein Trauma. Ich habe ihr mehrfach versucht, zu erklären, dass ich das alles schon kenne, die Situation nicht immer einfach ist in einer Großfamilie aber es jetzt 12 Jahre alles gut war, natürlich mit Höhen und Tiefen. Die Assistenzärztin hatte einen komplett falschen Ansatz!

- meine Mutter kann sich auf Grund ihrer Erwerbsunfähigkeitsrente nicht großartig eine andere Wohnung leisten. In diesem Zustand kann sie auch unter keinen Umständen arbeiten. Sie könnte in ihren alten Job, aber sie will nicht (einer der Familienbetriebe).

Klinik 2:

- andere Klinik direkt nach 5 Tagen Aufenthalt zu Hause bis heute

- sie hat sich nach der Entlassung einer Hypnose unterzogen, von der sie überzeugt war und wir sie nicht davon abhalten konnten; der Hypnotiseur bestätigte angeblich alle Dinge, die sie "denkt", wie sie sie durchlebt hat.

- Belastungsbesuch zu Hause am vergangenen Wochenende verlief sehr schwierig, sie wollte die Tabletten weglassen und stattdessen 1-2 Gläser Wein zum "Runterkommen" trinken, was ich ihr untersagt habe

- beim gemeinsamen Einkauf fing sie an der Kasse plötzlich an zu weinen und fühlte sich nicht wohl und ganz fremd und dass sie die Familie nie wieder sehen will; gem. ihrer Aussage alles nur Lug und Trug

- ihr Kopf sagt sie ist voller Tränen

- sie denkt ihr Vater (bettlägerig und sehr krank, kann kaum alleine laufen) will sie erschießen

- sie vermischt komplett Realität mit Ihren Gedanken

- sie ist der Meinung ihre Eltern sind nicht ihre Eltern und sie wurde mit 3 Jahren ihrer leiblichen Mutter entrissen

- Ihre Geschwister sind nicht ihre Geschwister

- vor einigen Tagen schaute sie mich mit einem scharfen Blick von der Seite an, nachdem wir uns leider wieder mal gestritten hatten und sagte zu mir "wenn Du nicht zu mir hältst, dann frage ich mich gerade, ob du überhaupt meine Tochter bist"

- als ich ca. 9 Jahre alt war, war sie auch der Meinung, dass "das Kind" (ich) von X und Y war – ihrer Eltern, meiner Großeltern. Ich habe keine Vater, nur einen Erzeuger, ich habe als kleines Mädchen einige Male zu meinem Opa Papa gesagt

- sie will DNA-Proben sammeln, um diese einzuschicken. Da diese jedoch positiv ausfallen werden, wird sie mit Sicherheit (wie ich sie in ihrem Zustand kenne) behaupten, dass unsere Familie, die Unterlagen hat türken lassen oder das Amt bestochen hat

- sie malt unzählige, psychedelische Bilder; es handelt sich um ihre Gedanken, die sie zu Papier bringt und die völlig wirr sind

- sie erzählt meiner Schwiegermutter viele Details, die sie mir nicht erzählt

- ich habe eine Vorsorgevollmacht, die sie mir unterschrieben hat, die sie mir vor ca. 6 Wochen heimlich entziehen wollte

- sie rief mich häufiger an, sie würde schlecht behandelt und die Ärzte fragen immer das gleiche, daraufhin habe ich einen Termin gemacht und mit den Ärzten gesprochen. Dann wurde Seroquel auf 600mg erhöht und nach dem Telefonat diese Woche auf 800mg

- ich habe den Eindruck, da sie gestern sehr aggressiv war und von "Pack" und "alle Familiengeheimnisse auffliegen lassen" sprach, dass sie die Tabletten in der Backentasche versteckt und später ausspuckt

- Entlassungstermin soll der 26.09.2016 sein

Ich will sie nicht zum Versuchskaninchen machen – aber ist Seroquel 800mg das richtige Medikament? 800mg nimmt sie erst seit gestern..

Ich möchte wirklich nicht, dass sie Haloperidol bekommt und wieder wie ein Zombie durch die Gegend läuft. Welche Alternativen gibt es?

Ich bin mit meinem Latein wirklich am Ende und weiss leider nicht mehr, was wir noch/überhaupt tun können, dass sich eine Besserung einstellt und sie wieder gesund wird? Mir tut es wirklich weh, sie so zu sehen.. :°(

Wir sind für jede Hilfe sehr dankbar!! @:)

Alles Gute,

Eure Bella

Antworten
S4. wGalpli_sii


Tut mir sehr leid wenn ich dir da aus eigener Erfahrung keine Hoffnungen machen kann, aber ich hab dasselbe Spiel mit meiner Mutter durch und da hat nix mehr geholfen. Ist auch völlig unerheblich ob diese oder jene Medikamente helfen könnten wenn sie gar nicht erst genommen werden oder wenn eigentlich wirksame Medis nachher prompt wieder abgesetzt werden.

Ich hab sogar irgendwie Verständnis dafür nicht dauersediert sein zu wollen wie es mit Haloperidol wohl ist, aber wenn andere Medikamente nicht helfen und dann halt gar nichts genommen wird dann gibt es schlicht und einfach keine Lösung, der Betreffende verbleibt in mehr oder weniger an- und abschwellendem Wahn, die psychotischen Gedanken werden immer mehr Teil auch unakuterer Phasen und den Angehörigen bleibt nichts als Abgrenzung bis hin zum Kontaktabbruch zum Selbstschutz.

Klingt als hättest du noch genug Energie um nicht aufzugeben aber achte auf deine Ressourcen, ich denk die allermeisten Leute können nur begrenzte Zeit mit einem nahestehenden und psychotischen Menschen verbringen ohne irgendwann selbst Schaden zu nehmen.

Klingt jetzt alles ziemlich stigmatisierend und ich hab auch schon selbst Schizophrene getroffen deren Krankheitsausprägung man selbst ohne Medikamente fast als harmlos bezeichnen könnte und von welchen die einsichtig Medikamente nehmen hab ich zumindest gelesen aber die waren alle nicht so schlimm drauf wie meine Mutter. Wenn du die schlimmsten Sachen nicht weggelassen hast ist's bei deiner auch nicht so schlimm wie bei meiner aber es geht eher in die Richtung als in die derer bei denen ich noch Hoffnung hätte.

Ich wünsch dir einen positveren Ausgang als es wahrscheinlich ist.

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