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Gefühlskalt oder Depressiv ?

O:neTkr&izckGecko hat die Diskussion gestartet


Guten Abend,

Ich wollte mir mal mehrere Meinungen anhören zu folgenden Problem.

Viele meiner Freunde und ich auch selber glauben, dass ich depressiv sein könnte oder mindestens sehr Gefühlskalt.

Ich bin 22 Jahre alt und lebe schon länger alleine und bin in ein Heim aufgewachsen, kack Kindheit inclusive, von Gewalt und missbrauch (nicht sexuell) war eigentlich alles dabei, wäre auch zuviel zu schreiben um näher drauf einzugehen.

Ich habe schon länger das Problem, dass ich mich nicht wirklich für etwas begeistern kann, ich bin ziemlich faul und ich hasse es, aber es geht irgendwie kaum anders. Habe jetzt ne Ausbildung angefangen und bin stark verwundert wie ich es jeden morgen schaffe aus dem Bett zu kommen, aber es klappt :)

Jedoch ist es Abends schwer einzuschlafen, ohne Musik oder irgendeine andere Art von Ton ist es sogar unmöglich, da ich sonst meist Panikattacken bekomme. Das ist auch nur vorm einschlafen so.

Ansonsten ist mir irgendwie alles auf der Welt egal, wirklich mich interessiert es kaum, wenn es mich doch interessiert rege ich mich sogar eher darüber richtig doll auf, aber das passiert eher selten. Normalerweise fühle ich gar nichts. Vor knapp paar Jahren als es anfing, stellte ich fest wenn ich Musik höre, fühle ich die Musik wenigstens, also höre ich nun jede freie Minute meines Lebens Musik.

Drogen und Alkohol helfen sehr gut etwas zu fühlen, ich kiffe eigentlich gerne, aber mache das seit 4 Monaten nicht mehr, ist halt zu teuer, aber feiern tue ich jedes Wochenende. Dann bin ich auch mal in der Lage meinen Freunden zu zeigen, dass ich sie echt gerne habe, sie sind wie Brüder für mich.

Aber durch meine Kindheit denke ich, bin ich komplett gestört in der Hinsicht, Gefühle oder Vertrauen zu zeigen. Wirklich kein Mensch, weiß wirklich was über mich, höchstens meine besten Freunde so 60%.

Mein bester Freund hatte mir auch mal gesagt dass ich ihm betrunken erzählt habe dass ich mich umbringen wolle, aber es nicht machen würde wegen meiner Mutter (depressiv, dadurch das wir Kinder wegkamen) und mein Freunden. Das hat mich schwer verletzt, weil ich sowas nie erzählen würde, ist ja auch eigentlich egoistisch, aber ich spiele oft mit den Gedanken und er fühlt sich auch gut an, auch wenn ich es nicht machen will. Ich weiß nicht ob ich das wichtig ist, aber ich habe nie Albträume, seit über 12 Jahren nicht mehr, ich träume immer viel Blödsinn, aber das amüsiert mich eher.

Ich lache auch gerne und weiß was Spaß ist, viele schätzen mich auch als witzig ein, auch wenn mein Humor eher wirklich sehr sehr grenzwertig ist.

Aber dadurch das ich es wirklich nicht schaffe mich zu öffnen, schaffe ich es auch nicht zu jemanden professionellen zu gehen, der mir helfen könnte. Ich habe extrem Schiss sogar davor, mich zu öffnen, will deswegen nicht mal Beziehungen eingehen, obwohl ich momentan jetzt sogar eine habe wo es bestimmt super werden würde :) Aber ohne Vertrauen bringt das ja auch nichts.

Wie ihr bestimmt merkt, weiß ich nicht wo ich anfangen soll oder aufhören :D

Also versuche ich es mal in Stichpunkten.

- Kann nicht ohne Ton einschlafen.

- Extrem Misstrauisch, Vertrauensprobleme

- Keine Lebenslust (aber nicht suicid gefährdet)

- Emotionslos (außer in wenigen Ausnahmen wie z.B Drogen oder wenn ich sauer werde, was in den letzten 2 Jahren 1x passiert ist)

- Panikattacken, manchmal sogar mit Flashbacks aus meiner Kindheit was ich eigentlich verdrängt hatte

Das fällt mir so spontan müde ein, oder bewegt mich gerade.

Was mich aber daran am meisten stört, ist das es keiner merkt, ich bin in den vielen Jahren so ein guter Lügner geworden, ich bin Rhetorisch gesehen ein verdammtes Genie und setze das leider nicht zu meinen Gunsten ein. Und ich hasse Lügen, aber wenn es um diesen Selbstschutz geht, habe ich ein Lügennetz aufgebaut, dass nicht zusammen brechen will.

Hat irgendjemand Tipps oder Erfahrungen ? Fragen beantworte ich gerne, anonym online ist das alles ziemlich easy ehrlich zu sein :P

Habe es schon ein paar mal versucht zum Psychologen zu gehen, aber da wir eine im Heim hatten, die uns mehr in den Rücken fiel, habe ich vllt deswegen Angst, obwohl ich als Kind auch eine hatte die Top war. Wie gesagt ich weiß es nicht.

Auch wenn ich es schaffe momentan mein Leben in Griff zu kriegen, wenn es nach den Gesellschaftlichen Maß geht, fällt alles drumherum immer mehr in sich zusammen. Werde noch zum Psychopathen, denn all das was die Ausmacht, was denen nicht stört, stört mich auch nicht.

Habe zwar niemanden getötet und sehe auch kein Grund dies zu tun, aber abschrecken tut es mich nicht, aber sehe halt wie gesagt kein Grund sowas jemals tun zu wollen.

Antworten
I:s<akbelxl


Ich gehe mal auf Deine Stichpunkte ein:

- Kann nicht ohne Ton einschlafen.

Per se ist das sicher nicht gleich krankhaft, sondern erst mal reine Gewohnheit.

- Extrem Misstrauisch, Vertrauensprobleme

Nachdem was Du erzählst völlig nachvollziehbar, nun gilt es aber das zu ändern, denn Du willst das ja so nicht.

- Keine Lebenslust (aber nicht suicid gefährdet)

Ist ebenso nachvollziehbar.

Du möchtest gerne Vertrauen (und Nähe), kannst es aber nicht.

- Emotionslos (außer in wenigen Ausnahmen wie z.B Drogen oder wenn ich sauer werde, was in den letzten 2 Jahren 1x passiert ist)

Dein Beitrag zeigt, dass Du eben nicht emotionslos bist ;-). Du kannst sie "nur" nicht zulassen.

- Panikattacken, manchmal sogar mit Flashbacks aus meiner Kindheit was ich eigentlich verdrängt hatte

Auch nachvollziehbar - Verdrängung bringt nichts, das holt Einen immer wieder ein.

Dein Beitrag klingt insgesamt reflektiert und offen. Du erkennst, dass es an Dir selbst liegt etwas an Deiner Lebensqualität zu ändern. Das ist schon mal ein sehr guter erster Schritt.

Meiner (Laien!) Meinung nach wäre es jetzt der nächste wichtige Schritt, Dich real einem Therapeuten so zu öffnen wie Du es hier tust. Damit ein Anfang gefunden werden kann etwas zu ändern. Ein strukturierter Weg für Dich, wie Du an Lebensqualität gewinnst.

Sicher, ein Therapeut muß auch zu einem passen. Das ist in einem Heim, bei einem angestellten Therapeuten der für Viele da ist, ungleich schwerer als wenn Du Dir selbst einen "aussuchst" (bzw er Dich, Ihr Euch). Doch das wirst Du schon in den ersten Gesprächen merken. Deshalb haben auch alle (guten) Therapeuten erst mal Probegespräche, danach wird dann von beiden Seiten entschieden ob man gemeinsam weitermachen möchte. Auch der Therapeut kann dann "Nein" sagen, wenn er merkt, dass er mit Dir nicht arbeiten kann. Therapeuten sind nun mal auch nur Menschen und selbst wenn es hier in der Hauptsache um ein professionelles Miteinander geht, ist eine gewisse Basissymphatie sehr wichtig. Deshalb lasse Dich nicht entmutigen wenn es mit dem Ersten nicht klappt. Bedenke auch immer: Du mußt nichts gegenüber dem/einem Therapeuten, Du bist ihm zu nichts verpflichtet. Nur wenn Du Dich bei ihm wohlfühlst kann es auch was werden (oder ihr, kann natürlich auch eine Frau sein ;-)).

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