» »

Etwas vermissen ohne es benennen zu können

EWhemalige-r NuXtzer (x#590071)


@ Kleio

Du gehst von der Reihenfolge aus, dass zuerst meine Gedanken/Bewertungen da wären und das Empfinden erst danach einsetzt. Es ist aber so, dass dieses komische Empfinden zuerst da ist. Und dass eben plötzlich/aus dem nichts heraus.

Ich habe erst danach überlegt, was die Ursache(n) für dieses komische Empfinden sein könnten und wie dieses Gefühl einzuordnen sein könnte; früher habe ich meistens gar nicht darüber nachgedacht, aber habe auch eh wenig/kaum auf meine Gefühle geachtet. Sie hatten keine größere Bedeutung für mich. Mittlerweile weiß ich, dass sie eigentlich gute Hinweisgeber für den eigenen Zustand sind.

P.s.

Leere an sich mag keine Gefühle auslösen, ich meinte aber die innere Leere als Zustand, in dem man ungut abgeschnitten ist von seiner gefühlswelt und höchstens noch ein unangenehmes Gefühl der Gefühllosigkeit spürt. Keine Ahnung wie man das verständlicher beschreiben könnte, aber ist doch gut, dass du das offenbar nicht kennst.

K[leio


_Zuschauer_

Du gehst von der Reihenfolge aus, dass zuerst meine Gedanken/Bewertungen da wären und das Empfinden erst danach einsetzt. Es ist aber so, dass dieses komische Empfinden zuerst da ist. Und dass eben plötzlich/aus dem nichts heraus.

Ja, davon gehe ich aus, wenn es sich um Sehnsüchte handelt bzw. wie es bei mir ist. Das ist ja bei jedem anders. Das sind ja Gedanken und nichts festes, wie ein Tisch, den ich sehe und mich von dem berühren lasse und damit ein Gefühl auslöse oder ich zufällig in den Himmel blicke und mich ein der Sonnenuntergang berührt, weil er so viele meiner Sinne anspricht.

Ich habe erst danach überlegt, was die Ursache(n) für dieses komische Empfinden sein könnten und wie dieses Gefühl einzuordnen sein könnte; früher habe ich meistens gar nicht darüber nachgedacht, aber habe auch eh wenig/kaum auf meine Gefühle geachtet. Sie hatten keine größere Bedeutung für mich. Mittlerweile weiß ich, dass sie eigentlich gute Hinweisgeber für den eigenen Zustand sind.

Sehe ich ähnlich. Achtsamkeit ist für mich etwas sehr Wichtiges, egal ob sich um Gedanken oder Gefühle handelt. Da mir bewusst ist, dass sehr vieles unterbewusst passiert, ist es mir wichtig ein diffuses Gefühl zu hinterfragen, bevor ich es anfange irgendwie einzuordnen. Ich kann mir das irgendwann angeeignet haben, ohne es mir bewusst anzuschauen, ob es überhaupt für mein Jetzt und Heute passt.

Leere an sich mag keine Gefühle auslösen, ich meinte aber die innere Leere als Zustand, in dem man ungut abgeschnitten ist von seiner gefühlswelt und höchstens noch ein unangenehmes Gefühl der Gefühllosigkeit spürt. Keine Ahnung wie man das verständlicher beschreiben könnte, aber ist doch gut, dass du das offenbar nicht kennst.

Ich kann das schon sehr gut nachvollziehen. Das hat viele Ursachen und kann eine psychische Störung sein, Verdrängung, Selbstschutz, was auch immer. Eine Therapie kann da hilfreich sein seine Gedanken- und Gefühlswelt wieder zusammenzuführen bzw. die Schutzmauer, die man sich aufgebaut hat, wieder abzubauen.

CJy#tex


Meinst Du nicht einfach diese typische Sehnsucht vieler Menschen nach einem "erfüllten" Leben, nach dem Paradies, sozusagen?

EPhema<liger GNutzer (#5'90071x)


@ Cytex

Danke für die Idee, da könnte gut etwas dran sein.

MWyrm$ido(ne


Ich sag jetzt einfach mal ganz lapidar im Sinne von U 2: "But I Still Haven't Found What I'm Looking For". Meinst Du vielleicht diese Art von Gefühl? Jedenfalls wenn du "es" – was immer das sein mag! – dann gefunden hast, wirst du es wissen und dieses spezielle Gefühl wahrscheinlich nicht mehr haben. Allerdings könnte es sein, dass du dieses (möglicherweise auch ganz leicht schmerzhafte) Sehnsuchtsgefühl dann sogar vermissen wirst! Denn wusste nicht schon Kurt Tucholsky, dass es eine "Sehnsucht nach der Sehnsucht" gibt? ;-)

Mir begegnet dieses merkwürdige und so gar nicht greifbare Gefühl auch zuweilen. Das sind so Phasen in meinem Leben, wo ich meine, ich bräuchte irgendeinen Kick. Eventuell ist das eine Umgestaltung eingefahrener Gewohnheiten bzw. ein klitzekleiner temporärer Ausbruch aus diesen. Oder aber ich brauche neuen Input. Dann nehme ich mir einfach mal so einen Tag Urlaub und fahre an einen Ort, gar nicht weit weg, wo ich aber noch nie war und sehe mir bewusst Natur oder Straßen und Menschen an, um neue Eindrücke zu erhalten und um andere Bilder aufzusaugen. Manchmal bedeutet dieser Kick auch einfach nur mal das Ins-Gespräch-Kommen mit mir bis dato fremden Menschen.

Es gibt Momente in meinem Leben, da muss ich kurzzeitig aus dem Alltag ausbrechen, um wieder in mir selbst ruhen zu können. Und das, obwohl ich die überwiegende Zeit sehr zufrieden mit meinem Alltagsleben bin. :)z

A!nkax101


Hallo Myrmidone,

das hast Du wunderbar ausgedrückt.

rcot&grünblrauYgelxb


Kennt das jemand, dass man manchmal merkt, dass man etwas vermisst und einem etwas fehlt, ohne das genau benennen zu können, was man vermisst?

Dieses Empfinden geht auch wieder relativ schnell vorbei, spätestens wenn ich bewusst etwas anderes mache. Ich weiß aber nicht, ob das nicht mehr eine Art Verdrängen ist. Es wundert mich auch, dass das überhaupt auftritt.

Manchmal habe ich eine grosse quälende Sehnsucht nach etwas, was ich nicht benennen kann.

Ich weiss nur, dass es sich nicht auf Menschen oder materielle Werte richtet.

Genau so empfinde ich auch ab und zu... schon seit Jahren. Ich weiß aber bis heute nicht, was es ist. Manchmal denke ich, es ist die Sehnsucht, nochmal ganz wo anders zu leben (ich habe dann ein verschwommenes Bild einer verregneten Großstadt bei Nacht vor Augen), dann wiederrum glaube ich, es könnte ein Vermissen der Geborgenheit meiner Kindheit sein... oder auch andere Gedanken spiele ich durch... nichts scheint dann aber dieses Gefühl zu "treffen" oder zu "befriedigen", wie es sonst der Fall ist, wenn ich mir etwas wünsche... meistens verschwindet das Gefühl nach einiger Zeit oder ich verdränge es auch öfters aktiv ;-) Ich kann also nur beitragen, dass ich euch verstehe und es mir ähnlich geht...

E0hemaCliger NutZzer ~(#590x071)


Es überrascht mich positiv, dass mit dem Thema doch mehr als gedacht etwas anfangen können, einige das sogar selbst von sich kennen und es ist interessant, wie ihr das jeweils beschreibt und was ihr damit jeweils verbindet.

@ Myrmidone

Es gibt Momente in meinem Leben, da muss ich kurzzeitig aus dem Alltag ausbrechen, um wieder in mir selbst ruhen zu können. Und das, obwohl ich die überwiegende Zeit sehr zufrieden mit meinem Alltagsleben bin. :)z

Ha das kenne ich auch und weiß auch einigermaßen zuverlässig, woran ich dieses Bedürfnis nach Abwechslung bei mir erkennen kann. Das ist allerdings nochmal ein anderes Empfinden, als das, was ich eingangs meinte.

Aber sowas brauche ich von Zeit zu Zeit auch, obwohl das bei mir schnell auch mal "untergeht" und ich dieses Bedürfnis nach etwas Anderem/einen Kick/Auszeit vom Alltag oft anders ausgelebt habe oder vernachlässigt habe. Die Art, wie du dir dieses Bedürfnis bei dir erfüllst, sollte ich aber auch mal ausprobieren - das macht einen sehr gesunden/konstruktiven Eindruck:

Das sind so Phasen in meinem Leben, wo ich meine, ich bräuchte irgendeinen Kick. Eventuell ist das eine Umgestaltung eingefahrener Gewohnheiten bzw. ein klitzekleiner temporärer Ausbruch aus diesen. Oder aber ich brauche neuen Input. Dann nehme ich mir einfach mal so einen Tag Urlaub und fahre an einen Ort, gar nicht weit weg, wo ich aber noch nie war und sehe mir bewusst Natur oder Straßen und Menschen an, um neue Eindrücke zu erhalten und um andere Bilder aufzusaugen. Manchmal bedeutet dieser Kick auch einfach nur mal das Ins-Gespräch-Kommen mit mir bis dato fremden Menschen.

Ich sag jetzt einfach mal ganz lapidar im Sinne von U 2: "But I Still Haven't Found What I'm Looking For". Meinst Du vielleicht diese Art von Gefühl? Jedenfalls wenn du "es" – was immer das sein mag! – dann gefunden hast, wirst du es wissen und dieses spezielle Gefühl wahrscheinlich nicht mehr haben. Allerdings könnte es sein, dass du dieses (möglicherweise auch ganz leicht schmerzhafte) Sehnsuchtsgefühl dann sogar vermissen wirst! Denn wusste nicht schon Kurt Tucholsky, dass es eine "Sehnsucht nach der Sehnsucht" gibt? ;-)

Das könnte es sein. ... Nur weiß ich wirklich nicht, ob es das überhaupt gibt (was auch immer es ist), worauf sich diese "Sehnsucht"/das "Vermissen" bezieht. Also ob das überhaupt real erfüllbar ist und man (ich) es irgendwo tatsächlich finden könnte.

(Das Paradies (auf Erden) gibt es ja z.B. gerade nicht - danach kann man sich ein Leben lang nach unnütz sehnen. ^^)

Vermissen würde ich das Empfinden selbst eher nicht; es ist zwar sehr vertraut von früher (damals als Grundgefühl ab und zu, wobei das da auch noch teilweise zusätzlich mit einem "depressiven Grundeinschlag" vermischt war; das ist aber nicht immer so gewesen und ist heutzutage gar nicht mehr der Fall), aber ich würde spontan sagen, dass es mir insgesamt umso besser geht, je seltener dieses Empfinden auftaucht. ... Mich hat das neulich deshalb auch so gewundert, weil es an dem Tag (und generell) keinen äußeren Anlass dafür gab.

@ rotgrünblaugelb

Manchmal denke ich, es ist die Sehnsucht, nochmal ganz wo anders zu leben (ich habe dann ein verschwommenes Bild einer verregneten Großstadt bei Nacht vor Augen), dann wiederrum glaube ich, es könnte ein Vermissen der Geborgenheit meiner Kindheit sein... oder auch andere Gedanken spiele ich durch... nichts scheint dann aber dieses Gefühl zu "treffen" oder zu "befriedigen", wie es sonst der Fall ist, wenn ich mir etwas wünsche... meistens verschwindet das Gefühl nach einiger Zeit oder ich verdränge es auch öfters aktiv ;-)

Danke, bei mir ist das genauso. ... Diese Sehnsucht/dieses Vermissen schein einfach auf nichts Konkretes gerichtet zu sein. Deshalb denke ich fast, dass es etwas sein könnte, das es gar nicht (mehr?) gibt.

Lkewvian


Typische (bei vielen) unerfuellte Beduerfnisse sind zum Beispiel:

Gesellschaft, Liebe, das Gefuehl, verstanden zu werden, eine anspruchsvolle Herausforderung, und Sinn (des Lebens/der eigenen Taetigkeiten).

Ich denke auch an Riemann's Grundformen der Angst. Man kann zu viel Naehe anderer Menschen haben ("sich selber verlieren") oder zu wenig (Einsamkeit), zu viel Veraenderung, oder zu wenig.

Kannst ja mal durchgehen, ob irgendwas davon auf dich passt.

E4hNema9liger NutZzeUr (#5950071)


@ Lewian

Danke für deine Antwort und die Ideen.

Gesellschaft, Liebe, das Gefuehl, verstanden zu werden, eine anspruchsvolle Herausforderung, und Sinn (des Lebens/der eigenen Taetigkeiten).

Von den ersten drei, vier Bedürfnissen könnte etwas mitreinspielen, aber die kommen objektiv betrachtet bei mir nicht zu kurz. Und ich wüßte ansonsten auch, wo ich diese Bedürfnisse erfüllt bekomme - aber z.B. was das Bedürfnis "Gesellschaft" betrifft, habe ich keine Lust dorthin zu gehen im Moment und das hatte ich auch für mich überprüft, als ich dieses eingangs beschriebene Gefühl hatte. Das trifft es irgendwie nicht recht - und selbst wenn ich mir fiktiv beliebige Gesellschaft basteln könnte, würde es das auch nicht treffen. Ich denke daher, dass es von diesen Bedürfnissen keines ist.

Der Sinn des Lebens spielt manchmal eine Rolle, aber nicht im Zusammenhang mit diesem beschriebenen Empfinden. Wobei es da auch nicht darum geht, dass ich einen tieferen Sinn im Leben vermissen würde.

Ich denke auch an Riemann's Grundformen der Angst. Man kann zu viel Naehe anderer Menschen haben ("sich selber verlieren") oder zu wenig (Einsamkeit), zu viel Veraenderung, oder zu wenig.

Veränderung könnte hinkommen - eben, dass es überhaupt Veränderungen gibt und Ereignisse/Lebensphasen und Kontakte vorbeigehen. (Andererseits würde ich mir diese Lebensphasen nicht ernsthaft zurückwünschen. Es geht mir heute in vielerlei Hinsicht deutlich besser als früher und die Kontakte vermisse ich insgesamt auch nicht.).

Schätze ich sollte mich damit abfinden, dass ich dieses Empfinden eher nicht in eine Sprache übersetzen kann, die ich verstehen könnte.

eynriexttxa


ja, ich kenne das. ich denke dann oft, dass ich in meinem leben falsche entscheidungen getroffen habe.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH