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Gespräche in der Therapie

J9ake jGreen hat die Diskussion gestartet


Hey Leute,

ich brauche mal eure Meinung.

Also ich mache jetzt seit ein paar Monaten eine tiefenpsychologische Therapie. Ich hatte bis jetzt etwas mehr als 10 Sitzungen.

Ich habe lange mit mir gerungen eine Therapie zu machen und wollte auch nur eine tiefenpsychologiesche Therapieart. Weil ich einfach nicht will, dass mir der Therapeut "vorschreibt" wie ich Leben soll. Bzw. ich auf eine Art einfach akzeptiert habe mit bestimmten Dingen umzugehen und nicht glaube, dass jemand das direkt besser für mich beurteilen kann.

Was ich mir von der Therapie eigentlich wirklich gewünscht habe, ist vor allem einfach über alles zu reden, was so in meiner Kindheit war. Mein Verhältnis zu meinen Eltern und Geschwistern. Mein Erleben in der Schulzeit und in der Jugend (Mobbing). Im Prinzip einfach mal alles zu sagen, bei dem ich das Gefühl habe, dass ich es sonst eben nie jemandem erzählen kann und einfach mal in der Tiefe in den Gefühlen "bohren" die ich teilweise tief in mir vergraben habe.

Bei meiner Therapeutin ging es jetzt gerade am Anfang und auch die letzten Male immer hauptsächlich um mein aktuelles Leben. Teilweise eben auch mit vielen Vorschlägen oder Ideen wie ich mein aktuelles Leben gestalten kann / sollte. Ich verstehe auch oft worauf sie mit diesen Vorschlägen hinaus will (und finde sie auch grundsätzlich nicht verkehrt), irgendwie fühlt sich das für mich aber zumindest aktuell irgendwie unwichtig an.

Wir hatten auch zwischendurch einige Stunden über genau meine Kindheit und Jugend und über meine ganzen Themen geredet. Bzw. da habe ich eben soweit alles erzählt, was ich so direkt erzählen kann ohne mich unwohl zu fühlen. Und gerade die Stunden haben sich für mich richtig gut angefühlt.

Manchmal spricht sie zb. auch kurz Dinge in meiner Kindheit an und das berührt mich dann teilweise auch richtig (also auch heute wieder zum Beispiel). Wo ich mir dann innerlich Wünsche das einfach weiter zu vertiefen oder das sie diesbezüglich nochmal mehr nachfragt. Aber dann geht es wieder weiter zu eher aktuellen Themen.

Naja heute kam ich dann wieder nach Hause und war wirklich ein bisschen enttäuscht und wütend innerlich. Und dachte mir, dass ich halt wirklich mit niemandem wirklich reden kann und dass mir nichtmal meine Therapeutin zuhören will.

Jetzt frage ich mich, ob ich tiefenpsychologische Therapie einfach falsch eingeschätzt habe und die Therapeutin vor allem anhand von aktuellen Situationen und Beispielen die Vergangenheit bearbeiten will oder ob das vielleicht alles noch eine Art Vorbereitung ist und wir uns nochmal intensiv mit meinen inneren Themen beschäftigen.

Vielleicht kann ja der ein oder andere seine Erfahrung hier teilen? Danke :-)

Antworten
aougx233


Jetzt frage ich mich, ob ich tiefenpsychologische Therapie einfach falsch eingeschätzt habe und die Therapeutin vor allem anhand von aktuellen Situationen und Beispielen die Vergangenheit bearbeiten will oder ob das vielleicht alles noch eine Art Vorbereitung ist und wir uns nochmal intensiv mit meinen inneren Themen beschäftigen.

Stell ihr genau diese Frage! Wohin die Reise geht bestimmst Du! Manchmal braucht es eine solche Unzufriedenheit für weitere Entwicklungen.

B:eni:taBx.


Heute weiß man, dass man mit besseren Methoden Psachotherapie betreiben kann, weil man mit der Gehirnforschung viel weiter ist.

Ein sehr guter Therapeut streift die Vergangenheit sehr kurz. Die kann man ja nicht ändern.

Und er kommt dann sofort zu den Problemen des JETZT.

Da besteht doch der Bedarf, etwas zu ändern, dass es einem besser geht. Es muß daran gearbeitet werden, dass der Stumpfsinn dessen, was man erlebt hat, in eine neue Sicht verwandelt wird.

Und das kurze Streifen der Vergangenheit dient nur dazu, aha, das war. Die Arbeit an sich selbst, neue Gehirnsynnapsen zu schaffen, darauf kommt es an. Damit man sich irgendwann zurücklehnen kann und draufschlugen kann mit dem guten Gefühl, es ist weit weg, belastet mich nicht mehr.

Und das ist harte Arbeit. Welchen Vorteil bringen Dir zig Stunden, alles wieder und wieder und noch mal zunerzählen mit dem Anspruch, verstanden zu werden, während parallel nüschte, rein gar nüschte an neuen Gehirnverknüpfungen stattfindet. Im Gegenteil, die Platte mit Sprung wird noch zig mal weiter aufgelegt.... Man kränkt und stärkt damit die Vergangenheit neu.

Die Gehirnforschung weiß, dieses Vorgehen führt nie zu einem positiven Ergebnis. Das ist sicher wie das Amen in der Kirche.

Neue Synappsen müssen her, die positive Gefühle entstehen lassen. Das kann man lernen.

Ich sage nicht, dass es leicht ist. Im Gegenteil. Und Gratulation, wenn der Therapeut so arbeitet.

Harte Arbeit liegt vor Dir, wenn Du Dich drauf einläßt. Um irgendwann das Gefühl zu entwickeln, die Vergangenheit verliert an Bedeutung, was andere dazu verstehen müssen. Das ist eh ein Irrglaube, dass durch Kopfnicken, Dir beipflichten und so weiter, irgendein Vorteil für Dich rausspringt.

Therapeuten hören entsetzliche Vergangenheiten in ihrem Leben bis zum Abwinken, die verstehen das , müssen aber ihrerseits das nicht noch ausbauen, es dreht sich aber immer darum, im Jetzt neue Lebensqualitäten zu erschaffen, dass der Streifzug in die Vergangenheit nichts weiter ist als Information, dje man mit neuen Informationen überschreiben kann.

Jcak8e G1reen


@ aug333

Ja wahrscheinlich muss ich das tun. Einfach um zu wissen, wie sie sich das ganze vorstellt und ich mich vielleicht auch darauf einstellen kann. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so schwer fällt. Ich habe irgendwie Angst, dass sie das als Kritik auffausst. Aber ich hatte schon im Hinterkopf zumindest nächstes mal nachzuhaken, im Sinne von, "ich versteh noch nicht so ganz, worauf diese Aufgaben jetzt hinauslaufen".

@ BenitaB.

Hm, ok. Also ich habe ja Psychologie nicht studiert oder bin diesbezüglich immer auf dem neuesten Stand. Ich habe zumindest einige psychologische Texte und Bücher gelesen. Und darunter auch meine Lieblingsautorin (auch Psychologin), durch die ich sehr viel positiv für mein Leben verändern konnte, ist der Meinung, dass genau dieses Aufarbeiten der alten Traumasituationen der Schlüssel zu Heilung sind.

Wie gesagt, auf dem aktuellsten Stand bin ich nicht. Aber es gibt ja immer verschiedene wissenschaftliche Ansichten und Meinungen.

Deswegen versuche ich da auch besonders nach meinem Gefühl zu urteilen.

Und aus der Erfahrung kann ich sagen, dass es mir nie wirklich geholfen hat, meine äußeren Lebensumstände anzupassen oder zwanghaft etwas neues zu versuchen (und das habe ich wirklich viel gemacht). Eine wirkliche positive Veränderung in mir ist erst eingetreten, als ich mich mit intensiv mit meiner Vergangenheit beschäftigt habe, sie mehr und mehr akzeptiert habe und damit die ganzen negativen Gefühle die damit noch verbunden waren und die ich vergraben habe, loslassen konnte.

Ich merke aber eben, dass da noch viel ist, an das ich alleine nicht heran komme. Bei dem ich das Gefühl habe, einfach mal mit jemandem intensiv darüber reden zu können. Ohne dafür verurteilt zu werden und mit einer neutralen Grundhaltung.

Und das die Therapeutin das versteht, ohne es im Detail gehört zu haben, ist mir relativ klar. Mir geht es ja vor allem darum es selbst vollständig zu verstehen.

Es geht mir letztendlich auch nicht darum zu sagen welche Methode jetzt definitv besser ist. Ich hatte einfach bestimmte Vorstellungen und Wünsche von der Therapie und wollte eine Verhaltenstherapie eben nicht weil ich persönlich dazu nicht den wirklichen Willen hatte. Und ohne echten Willen funktioniert sowas meiner Meinung nach sowieso nicht.

Na Gut, ich stehe dem ganzen aber zumindest einigermaßen offen gegenüber. Also ich stelle mich da jetzt nicht quer und schaue welche Auswirkungen das ganze auf mich hat. Vielleicht bin ich am Ende ganz überrascht :)

Danke für eure Antworten.

Mpammugt8x6


Hallo Jake Green,

ich kann gut verstehen was du geschrieben hast. Ich mache selbst schon seit Jahren Psychotherapie und kenne die von dir beschriebene Situation auch gut. Die Frage die sich mir jedoch aufgetan hat:

Hast du deine Wünsche der Therapeutin schon mal mitgeteilt? Also weiß sie dass du gerne mehr über deine Vergangenheit sprechen möchtest?

Du kannst die Themen in der Stunde generell selbst bestimmen. Möglicherweise fragt deine Therapeutin bei gewissen Themen nicht genauer nach weil sie fürchtet, dass es dir zu schnell gehen könnte oder es in dem Moment zu viel ist.

Ich vermute es geht dir darum vieles einfach mal jemanden gegenüber ausgesprochen zu haben und nicht darum in deiner Vergangenheit festzuhängen oder?

Gruß

JFake; vGrjexen


@ Mammut86,

ja so kann man das sagen. Ich will ja gerade über alles reden, um von der Vergangenheit endlich loslassen zu können bzw. sie hinter mir zu lassen. Es sind da halt noch so viele vergrabene negative Gefühle mit verbunden, die mich immer noch so sehr im jetzt beeinflussen.

Wenn es nach mir ginge, würde ich am liebsten meine Vergangenheit für immer vergessen und nie wieder was damit zu tun haben. Aber nach meiner Erfahrung funktioniert das so nicht.

Wirklich angemerkt, dass ich jetzt noch tiefer über die alten Sachen reden möchte habe ich nicht. Aber gerade am Anfang habe ich schon immer gesagt, wie gut mir das getan hat über das alles mal zu reden und dass das auch mein größter Grund war einen Therapeuten aufzusuchen.

Wir hatten ja wie gesagt auch mal 2-3 Stunden über Kindheit und Jugend ganz grundsätzlich geredet. Das hatte ich eher so gesehen als erstmal die Grundlage legen bzw. mal die ganzen Themen grundsätzlich benennen, die mich belasten. Diesbezüglich hab ich auch schon angedeutet, dass es mir schwer fällt direkt noch tiefer zu gehen bzw. alles in der Tiefe zu beleuchten, weil ich natürlich in der Hinsicht auch Probleme habe direkt zu vertrauen und mich zu öffnen (waren halt noch die ersten Stunden).

Bisher dachte ich immer, dass in Vorbereitung auf tiefere Gespräche jetzt erstmal ein paar grundsätzliche Sachen im Jetzt geklärt werden sollen und man sich dann später wieder diesen Dingen widmet. Bis jetzt war ich da auch immer recht entspannt und dachte mir, naja nächstes mal gehts dann vielleicht richtig los :-D

Die letzte Stunde hatte ich aber das erste mal das Gefühl, das für meine Therapeutin das "Vergangenheitsthema" soweit ausreichend beleuchtet ist und dazu nichts weiter gesagt werden muss. Vielleicht auch nur ein Gefühl meinerseits und es kommt nochmal mehr dazu.

Bezüglich konkret nochmal den Wunsch danach mitzuteilen ist mir tatsächlich ziemlich unangenehm. Ich habe ja grundsätzlich das Gefühl, dass gerade dieses Thema von mir niemanden interessiert. Und davor habe ich auch bei ihr ein bisschen Angst. Ich habe tatsächlich ein bisschen das Gefühl sie damit "zu langweilen". Und sie sich die ganze Zeit denkt, "das müssen wir ja jetzt nicht nochmal alles durchkauen und wir müssen uns jetzt wichtigeren Dingen zuwenden".

Deswegen würde ich mir ja auch wünschen, dass sie vielleicht zu bestimmten Themen nochmal nachfragt (klar - das ist eine unrealistische Vorstellung, sie kann ja nicht Gedanken lesen), weil ich mich nicht öffnen kann, wenn ich das Gefühl habe mein gegenüber interessiert das nicht oder findet das irgendwie sinnlos.

J'akei Greexn


Ach ja und genau dieses einfach mal aussprechen meine ich. Allein das Aussprechen dieser vergangenen Gefühle in Erlebnisse macht plötzlich alles so real. Als ob man es selbst wirklich erlebt hat und es vorbei ist. Es ist nicht mehr nur ein irgendwie unkonkretes Gedankenwirrwarr im Kopf. Und da ist jemand der quasi "Zeuge" ist. Und alles fühlt sich so viel klarer an und es fällt eine richtige Last von einem ab.

Als ob man dann auch einfach los lassen kann.

g|rauxm


Du bist ganz am Anfang deiner Therapie. Die umfasst - soweit ich mich erinnere- über 300 Stunden. Du hast noch Zeit . Es ist besser nicht alles "auf einmal" in kurzer Zeit anzusprechen. Manchmal verschlechtert sich der emotionale Zustand während der Therapie und da sollten nicht zuviele Baustellen auf einmal entstehen.

Deine Vergangenheit lebt in deiner Gegenwart fort. Das ist nicht voneinander zu trennen. Deshalb ist es auch durchaus richtig während den Gesprächen in der Gegenwart zu bleiben.

Naja heute kam ich dann wieder nach Hause und war wirklich ein bisschen enttäuscht und wütend innerlich. Und dachte mir, dass ich halt wirklich mit niemandem wirklich reden kann und dass mir nichtmal meine Therapeutin zuhören will.

genau das ist Therapie. Da ist das Gefühl aus deiner Vergangenheit : du kannst mit niemandem reden.

Das nennt man Übertragung. (auf deine Therapeutin)

Deine Therapie ist im vollen Gange. Gut so

Jpake Gxreen


@ graum

300 Stunden :-o

Meine Krankenkasse hat 25 genehmigt :)z

genau das ist Therapie. Da ist das Gefühl aus deiner Vergangenheit : du kannst mit niemandem reden.

Das nennt man Übertragung. (auf deine Therapeutin)

Deine Therapie ist im vollen Gange. Gut so

Das ist ein sehr guter Punkt.

g[rauxm


Ja, am Anfang sind es immer 25. Dann muss neu beantragt werden.

Verhaltenstherapie hat im Ganzen nur 80 Stunden . Tiefenpsychologisch sind mehr Stunden vorgesehen.

Weiss nicht mehr genau ob nur bei der analytischen Therapie an die 300 zusammenkommen oder bei der rein tiefenpsychologischen auch so viele zusammenkommen.

Wie auch immer. Ein guter Therapeut lässt seine Schäfchen eh nicht im Stich. D.h. auch wenn alle Stunden aufgebraucht sind gibt es noch Möglichkeiten weiter betreut zu werden , ist dann halt nicht mehr so häufig.

Bei mir wurden es dann z.B. insgesamt 7 Jahre Therapie

M=aDmmuxt86


Ich denke du solltest versuchen deinen Wunsch deinen Therapeutin gegenüber auszusprechen.

Wie schauen bei dir die Therapiestunden aktuell aus? Wer gibt den das Gesprächsthema vor?

Bei mir läuft es aktuell immer so, dass die Therapeutin mich fragt ob ich ein Thema habe über welches ich Sprechen möchte, oder ob in der Woche etwas erzählenswertes passiert ist.

Da ich es leider noch immer nicht schaffe die Therapiestunde aktiv zu beginnen, wählt dann die Therapeutin ein Thema oder sie beginnt zum Warm werden einfach ein belangloseres Gespräch, wodurch sich dann immer ein Gesprächsthema ergibt.

Aber da ich es genau wie du nicht schaffe meine eigentlichen Themen anzubringen bleibt diese meist auf der Strecke.

Deswegen würde ich mir ja auch wünschen, dass sie vielleicht zu bestimmten Themen nochmal nachfragt (klar - das ist eine unrealistische Vorstellung, sie kann ja nicht Gedanken lesen), weil ich mich nicht öffnen kann, wenn ich das Gefühl habe mein gegenüber interessiert das nicht oder findet das irgendwie sinnlos.

Ich denke das zu verstehen bzw. von mir selbst zu kennen.

Geht es dir vielleicht so, dass du das Gefühl hast es wird immer nur an der Oberfläche gekratzt bzw. um den heißen Brei herumgesprochen?

Ich weiß es fällt schwer aber wichtig wäre es, wenn du deinen Wunsch schon nicht äußern kannst, der Therapeutin gegenüber zu erwähnen wenn so negative Gefühle aufkommen. Um anhand ihrer (hoffentlich ehrlichen) Rückmeldung sehen zu können ob du in diesem Moment eine verfälschte Wahrnehmung hast.

WriBldkatxer


Hallo Jake Green ,

Die Psychologie ist so weit läufig und vielfältig !!! Das dann Änderungen erzielt werden, mit Verlaub das ist kaum zu glauben.

Bei mir kommt die blöde Benommenheit noch dazu, oder ist das was anderes ?

In meinen Schwerbehinderten Ausweis stehen 11 Krankheiten und als 12. nun das Aderhautmelanom, Augenkrebs.

Aber ich schweife ab, Vertrauen zum Psychologen ist wichtig, aber hier bekommt man kaum einen Termin.

Wie das so ist Termine gibt es da wo keiner groß hin will !!!

Mfg *:) @:) :)* :)^

JAake G8reexn


@ graum

Ok, dass ist ja schon mal ein bisschen beruhigend zu lesen. Ich glaube eigentlich auch, dass ich gar nicht sooo viele Stunden brauche. Aber wer weiß, was letztendlich noch so schlummert?

Aber schon mal nicht unter Zeitdruck zu stehen ist natürlich erstmal beruhigend.

@ Mammut86

Meine Therapeutin hatte am Anfang direkt gesagt, dass sie immer mit der Frage startet "Wie war die Woche". Und darauf konnte ich bis jetzt auch immer recht ausführlich eingehen. Teilweise habe ich damit die ganze Stunde ausgefüllt. Dabei versuche ich schon immer möglichst auf meine Gefühlsebene zu lenken. Manchmal versuche ich auch schon einen Bogen zu Vergangenheitsthemen zu spannen. Die letzten Stunden habe ich sogar versucht mich etwas zurückzuhalten mit der "Berichterstattung" der letzten Woche, weil ich dachte, dass wir vielleicht mehr Zeit haben für die "tiefen Themen". Zuletzt sind wir aber dann wie gesagt eher auf aktuellen Themen geblieben. Das ging dann von ihr aus. Also im Prinzip hat sie den Fokus dann auf Vorschläge für aktuelle Situationen gelenkt (letztes Mal ging es zum Beispiel darum ob ich mich in meiner Wohnung wohl fühle. Wie ich es einrichten kann, dass ich mich dort wohler fühle und dazu mit der konkreten Aufgabe ein Liste zu machen an Dingen die ich dort verändern will/sollte und mal in ein Möbelgeschäft besuchen und mich einfach mal umschauen).

Also ich verstehe auch worauf das hinaus läuft und ich finde den Ansatz auch wirklich gut. Für mich fühlt sich das bloß gerade ziemlich unwichtig an. Viel wichtiger fühlt sich eben gerade noch an, die inneren/Vergangenheits-Themen zu bearbeiten.

So grundsätzlich wüsste ich schon, wie ich meine Themen einbringen könnte bzw. über was ich reden könnte. Es ist halt wirklich dieses innere Gefühl, dass das jetzt nicht angebracht ist.

Ich hatte mir das irgendwie so vor gestellt, dass sie irgendwann vielleicht mal sagt: "ok, wollen wir uns jetzt nochmal mit Ihren Themen beschäftigen, die wir am Anfang angesprochen haben" oder "fühlen sie sich bereit bezüglich Ihrer Themen nocheinmal mehr in die Tiefe zu gehen".

Also jetzt nur mal als grobes Beispiel. Einfach, dass ich irgend wie das Gefühl habe es ist angebracht nochmal etwas im Detail über die Dinge zu reden die mich belasten. Und ich das Gefühl habe, ok sie will das jetzt auch hören.

Geht es dir vielleicht so, dass du das Gefühl hast es wird immer nur an der Oberfläche gekratzt bzw. um den heißen Brei herumgesprochen?

Hm.. gar nicht unbedingt. Also ich bin schon in der Lage wirklich in ziemlicher Tiefe und Detail meine Gefühle auch bezüglich der Vergangenheit zu schildern. Was mich eben davon abhält ist so eine riesige Angst. Weil ich mich dabei so unglaublich verletzlich fühle. Vor allem weil ich das Gefühl habe, dass andere mich nicht verstehen können oder mich verurteilen, wenn ich über Verhältnis mit meiner Familie spreche. Oder teilweise das Leute schlecht oder minderwertig über mich denken, wenn ich von der Mobbingzeit spreche (was mir sowieso am allerschwersten fällt).

Ich weiß es fällt schwer aber wichtig wäre es, wenn du deinen Wunsch schon nicht äußern kannst, der Therapeutin gegenüber zu erwähnen wenn so negative Gefühle aufkommen. Um anhand ihrer (hoffentlich ehrlichen) Rückmeldung sehen zu können ob du in diesem Moment eine verfälschte Wahrnehmung hast.

ja, ich denke in die Richtung wird es dann vielleicht auch gehen. Ich kann mir da jetzt nichts wirklich fest vornehmen, weil die Vorstellung für mich sowas anzusprechen wirklich sehr unangenehm ist.

Auf der anderen Seite habe ich manchmal so ehrliche Momente, wo ich mich dann mal kurzzeitig in der Lage fühle sowas anzusprechen.

Wie gesagt, ein bisschen hatte ich das ja auch schon angeschnitten, als ich das erste mal so grundsätzlich alle meine Themen ausgebreitet habe, dass ich jetzt eben noch nicht über alles im Detail reden konnte und an welchen Stellen es mir schwer fällt.

Dafür hatte sie auch Verständnis bzw. sagte das sei natürlich ganz normal (waren ja auch noch die ersten Stunden).

@ Wildkater

Das dann Änderungen erzielt werden, mit Verlaub das ist kaum zu glauben.

Was meinst du damit? Das Änderungen in der eigenen Psyche und dem eigenen Wohlbefinden erzielt werden können? Oder Änderungen in Erkenntnissen auf psyschichem Fachgebiet allgemein?

Aber ich schweife ab, Vertrauen zum Psychologen ist wichtig, aber hier bekommt man kaum einen Termin.

Wie das so ist Termine gibt es da wo keiner groß hin will !!!

Ich habe auch Jahrelang keinen richtigen Termin bekommen und hatte das Psychotherapie-Thema schon für mich abgehakt.

Aber wie der Zufall so will habe ich in einer dunklen Stunde doch mal wieder das Telefon in die Hand genommen und habe direkt beim ersten Anruf einen Termin für die darauffolgende Woche bekommen. So viel Glück passt eigentlich gar nicht zu meinem Leben 8-)

@ all

Vielen Dank auf jeden Fall schon mal an alle. Ich fühle mich jetzt schon wieder viel klarer und bin etwas optimistischer gestimmt. Eure Beiträge haben mir schon sehr geholfen zu reflektieren.

W<ildk~at1er


Hallo Jake Green,

Es freut mich das es dir besser geht, habe erst am 14.11. meinen Termin bei meiner Neurologin Psychologin. Sie ist halt sehr ausgebucht.

Denke halt auch die 1/2 Stunde ist so schnell rum, ob das überhaupt was bringt ? leider :°(

Na ja durch den Krebs kann es auch wichtigere Sachen geben.

Sicher sind es bei mir mehrere Komponenten, was es halt noch schwerer macht.

Aber eins habe ich verstanden sich dem Problem stellen und daran arbeiten.

MfG *:) @:) :)* :)^ :)^

gzrauxm


Die Therapie ist sozusagen ein künstlicher Raum, in dem sich der Patient frei entfalten kann. D.h. der Therapeut nimmt sich selbst zurück und überlässt den Raum ganz den zu Therapierenden.

Soweit die Theorie. In der Praxis klappt das nicht immer ganz und das ist manchmal auch gut so. Der Therapeut muss sehen, dass seine Patienten im Leben bleiben. Ich denke deine Thera weiss genau warum sie dich in ein Möbelhaus schickt. Sich zuhause vergraben und alles mit sich geschehen lassen ist auf Dauer auch nicht gut.

Einfach, dass ich irgend wie das Gefühl habe es ist angebracht nochmal etwas im Detail über die Dinge zu reden die mich belasten. Und ich das Gefühl habe, ok sie will das jetzt auch hören.

:-) Du kümmerst dich aber sehr um deine Thera. Und gibst ihr den Raum den sie deiner Meinung nach braucht. Du übernimmst sozusagen ihren Job. Auch das ist etwas, das seine Wurzeln in deiner Vergangenheit hat.

Dieser Raum bei deiner Therapeutin ist für dich und vielleicht kannst du dich irgendwann darin ausbreiten.

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