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Gespräche in der Therapie

L1aXcertexs8


@ graum ,

Danke, für deine Ausführungen. Therapie ist ein langer Prozeß. Vorallem mit sich selbst.

@ Jake Green,

Patient heißt Geduld und das brauchst du erst mal mit dir selbst. Stell dir vor, dein Leben ist ein langer Fluß, du bist noch jung, also ist die Mündung noch weit weg. Dort wo du bist gibt es eine Staustelle, das Wasser fließt über die Mauer in die Tiefe...

Der vorher träge Fluß löst sich auf in Millionen kleiner Tropfen, die im freien Fall in das unbekannte fließen...das ist die Therapie.

Unten ist eine neue Ebene, der Fluß fließt erst unruhig dann träge weiter...vielleicht mit einer neuen Erkenntnis ,das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Mein Fußweg zu meinem Therapeuten führte über eine Flußstaustufe. Ich ging ihn über 300 mal.

W~ild%kat!er


Das ist schon interessant, es bleibt einen nichts anderes übrig wie ständig an sich zu arbeiten.

Mit Rückschlägen zu rechnen und es immer und immer versuchen es zu ändern.

MfG *:) :)*

L$aUcertexs8


Es ist hier im Forum immer die Rede davon welche Therapie die richtige sei...bei allem Respekt vor der Vielfalt und den neuen Erkenntnissen moderner Therapieformen. Nur wenn ich als hilfesuchender in der Lage bin, ganz ungeschminkt den peinlichsten inneren Dreck, der sich unter dem "Teppich" versteckt hat, zu offenbaren und mich mit dem Verursacher...ich selbst oder andere versöhne...das meine ich innerlich...bringt mich das nicht mehr um. Für mich war Therapie diese Wegbegleitung.

Darnach ist man kein neuer Mensch. Die Wahrnehmung nach außen verändert sich.

J{akei 8Grueen


@ graum

Du kümmerst dich aber sehr um deine Thera. Und gibst ihr den Raum den sie deiner Meinung nach braucht. Du übernimmst sozusagen ihren Job. Auch das ist etwas, das seine Wurzeln in deiner Vergangenheit hat.

Ja das sehe ich auf jeden Fall auch klar als Problem in der eigenen Wahrnehmung bzw. Resultat aus früheren Ereignissen. Ist jetzt auch keine Sache die nur speziell bei der Therapeutin auftritt. Das ist auch eine Sache an der ich versuche kontinuierlich zu arbeiten.

Und ich hoffe auch, dass das mit der Zeit besser wird (ich mein, es hat sich ja in den letzten Jahren bei mir schon stark verbessert).

Aber gerade in diesen Situationen wo ich über tiefe innere Gefühle erzähle, bei denen ich mich besonders verletzlich fühle, kann ich da einfach nicht aus meiner Haut. Dann macht etwas in mir zu und ich schaffe es mich nicht zu öffnen. Das kann ich aber soweit auch akzeptieren bzw. bin bereit mir da die nötige Zeit zu geben.

@ Wildkater

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute :)^

@ Lacertes8

Es ist hier im Forum immer die Rede davon welche Therapie die richtige sei...bei allem Respekt vor der Vielfalt und den neuen Erkenntnissen moderner Therapieformen. Nur wenn ich als hilfesuchender in der Lage bin, ganz ungeschminkt den peinlichsten inneren Dreck, der sich unter dem "Teppich" versteckt hat, zu offenbaren und mich mit dem Verursacher...ich selbst oder andere versöhne...das meine ich innerlich...bringt mich das nicht mehr um. Für mich war Therapie diese Wegbegleitung.

Darnach ist man kein neuer Mensch. Die Wahrnehmung nach außen verändert sich.

Das trifft meine Ansicht auch ziemlich gut. Und so wünsche ich es mir auch für mich selbst. Schön gesagt finde ich :-)

FBaSoGLa


Erstmal sind 10 Stunden ja noch nicht viel, ihr seid quasi in der Kennenlern-Phase und wie graum glaube ich schon schrieb, dürftet ihr noch eine ganze Weile zusammen arbeiten.

Meine Therapeutin hatte am Anfang direkt gesagt, dass sie immer mit der Frage startet "Wie war die Woche". Und darauf konnte ich bis jetzt auch immer recht ausführlich eingehen. Teilweise habe ich damit die ganze Stunde ausgefüllt. Dabei versuche ich schon immer möglichst auf meine Gefühlsebene zu lenken. Manchmal versuche ich auch schon einen Bogen zu Vergangenheitsthemen zu spannen.

So wie du das beschreibst, klingt es so als würdest du versuchen, ihr möglichst ausführlich Bericht zu erstatten. Trifft das zu? Ich würde es eher als Gesprächseinstieg verstehen, der es dir durch seine offene Ausgestaltung ermöglicht, über das zu reden, was dich beschäftigt.

Bei mir war der Einstieg ähnlich offen und wir haben mal über Vergangenes gesprochen, mal über Aktuelles, manches mal erst über das Eine und es kam unmerklich das andere Thema dazu. Das war sehr unterschiedlich und daran ausgerichtet, wo ich gerade Bedarf sah.

Ich kann mich an die Anfänge nicht ganz erinnern, aber ich glaube wir hatten auch diverse Stunden, wo sie erstmal etwas von mir erfahren wollte. Außerdem sollte ich einen recht umfangreichen Bogen mit Fragen zu allem möglichen ausfüllen. Hast du sowas auch gemacht? Ich weiß nicht, ob das Standard ist oder ob meine Therapeutin das zum besseren Verständnis haben wollte.

Die Idee, es anzusprechen, dass du über deine Vergangenheit reden möchtest, Wobei mein Eindruck aus deinen Beiträgen ist, dass es dir eigentlich um was anderes geht - verstanden werden, jemanden haben, der sich wirklich interessiert etc.. Über die Vergangenheit reden zu wollen, klingt für mich wie ein Mittel zum Zweck dafür. Was völlig okay und nachvollziehbar ist finde ich sehr gut.

JVake Gr)een


@ Fasola

So wie du das beschreibst, klingt es so als würdest du versuchen, ihr möglichst ausführlich Bericht zu erstatten. Trifft das zu? Ich würde es eher als Gesprächseinstieg verstehen, der es dir durch seine offene Ausgestaltung ermöglicht, über das zu reden, was dich beschäftigt.

ja gerade am Anfang habe ich versucht sehr ausführlich zu sein. Habe dabei vor allem versucht, meine alltäglichen belastenden Situationen mit meiner Gesamtsituation und meiner Vergangenheit in Verbindung zu bringen. Also ich habe schon versucht (m.E.) eher triviale Sachen auszulassen. Vielleicht als Beispiel: Als es jetzt nochmal richtig warm war, habe ich erzählt, dass ich öfter im Freibad war. Dazu dann direkt erzählt, wie belastend es sich wieder angefühlt hat, wenn so viele Menschen um mich rum sind. Und dann versuche ich da halt meine Gefühle zu schildern und zu beleuchten, warum dass so ist und wie das sonst so ist.

Also ich versuche eigentlich nur Dinge aus der Woche zu schildern, die symptomatisch für "generelle Lebensprobleme" stehen, an denen ich arbeiten will.

Aber wie gesagt, habe ich mich die letzten Male schon bewusst mit dem Wochenrückblick sehr kurz gehalten, weil ich dachte, dass wir vielleicht eher auf tiefere Themen kommen (sprich meine Vergangenheit).

Tatsächlich ist sie dann aber eher noch auf alltägliche, praktische Dinge gekommen und hat sich dann auch ausführlich an dem Thema festgehalten.

Bei mir war der Einstieg ähnlich offen und wir haben mal über Vergangenes gesprochen, mal über Aktuelles, manches mal erst über das Eine und es kam unmerklich das andere Thema dazu. Das war sehr unterschiedlich und daran ausgerichtet, wo ich gerade Bedarf sah.

ja, also es kann gut sein, dass ich den Bedarf nicht so wirklich klar machen kann. Mal schauen, vielleicht bewege ich mich in den Stunden mehr in die Richtung, dass ich auch diese Themen dann nochmal direkt anspreche. Fällt mir nur sehr schwer und kann ich mir in Gedanken jetzt auch nur schlecht vorstellen. Aber naja, manchmal hab ich dann so Momente, wo sich sowas einigermaßen richtig anfühlt.

Ich kann mich an die Anfänge nicht ganz erinnern, aber ich glaube wir hatten auch diverse Stunden, wo sie erstmal etwas von mir erfahren wollte. Außerdem sollte ich einen recht umfangreichen Bogen mit Fragen zu allem möglichen ausfüllen. Hast du sowas auch gemacht? Ich weiß nicht, ob das Standard ist oder ob meine Therapeutin das zum besseren Verständnis haben wollte.

Ja ich kann mir auch gut vorstellen, dass sie mich erstmal "kennenlernen" will, bevor man dann ans Eingemachte geht. So hatte ich das ja bisher auch immer wahrgenommen und war deshalb auch entspannt. Nur die letzten beiden Male hatte es sich dann für mich wirklich so angefühlt, als ob dieses Vergangenheitsthema für sie schon abgefertigt ist. Aber momentan bin ich eigentlich auch wieder ziemlich entspannt deswegen und sehe dem ganzen mit einem gewissen Optimissmus und einer Offenheit entgegen.

So einen Bogen hatte ich nicht. Klingt eigentlich nach einer tollen Sache. Aber vielleicht hat sie die grundsätzlichen Sachen auch schon im Gespräch abgeklopft. Sie schreibt auch immer einiges mit.

Wobei mein Eindruck aus deinen Beiträgen ist, dass es dir eigentlich um was anderes geht - verstanden werden, jemanden haben, der sich wirklich interessiert etc.. Über die Vergangenheit reden zu wollen, klingt für mich wie ein Mittel zum Zweck dafür. Was völlig okay und nachvollziehbar ist

Hm... Ich glaube nicht zwangsläufig. Also das tiefe Bedürfniss verstanden zu werden und jemanden zu haben der sich wirklich für mich interessiert, das ist auf jeden Fall da. Das erwarte ich aber nicht in dem Maße von der Therapeutin.

Also klar, verstanden zu werden im Sinne von nicht verurteilt werden für die Gefühle die man hat oder der grundsätzlichen Akzeptanz, dass ich so fühle und denke wie ich es eben tue (also einfach kein Gefühl der Ablehnung). Das wünsche bzw. erwarte ich schon. Sonst würde ich mich auf jeden Fall nicht öffnen. Also ich wünsche mir einfach eine "neutrale Offenheit".

Aber ich bin auch froh, dass das Verhältnis eben ein professionelles ist. Das da jemand ist, der nicht über alles urteilen muss und einfach eine gewisse Distanz hat zu dem was ich erzähle.

Eigentlich ist es genau das, was ich auch besonders an der Therapie schätze und was mir hilft, Dinge zu erzählen, die ich sonst niemandem erzähle. Zu wissen, auch wenn ich jetzt mal was Blödes erzähle oder das gegenüber mal mit was nicht zufrieden ist oder anderer Meinung, dann betrifft einen das nicht persönlich. Und zum nächsten Termin kommt man trotzdem wieder und arbeitet einfach weiter.

Hoffe das ist irgendwie verständlich. :-D

Shun6f9lmowe2r_I73


TIEFENPSYCHOLOGISCHE Therapie ist KEINE PSYCHOANALYSE! Die Sitzungsobergrenze liegt (noch; Veränderungen ab April 2017 geplant) bei 100. Beginn ist Kurzzeit mit 25 oder Langzeit mit 50 Sitzungen.

Ich denke, der Haken liegt eher hier:

Also ich mache jetzt seit ein paar Monaten eine tiefenpsychologische Therapie. Ich hatte bis jetzt etwas mehr als 10 Sitzungen.

10 Sitzungen in "ein paar Monaten"?!. Wie viele in wie vielen Monaten konkret? Etwas mehr als 10 Sitzungen inklusive oder exklusiv der Probatorik? Meiner Meinung nach sind v.a. am Anfang 1 Sitzung pro Woche Pflicht. Sonst kommt man kaum in den Prozess und bleibt eben bei dem "Was ist seit dem letzten Termin vor x Wochen passert?". Und die Therapeutin muss Dich und Dein Leben tatsächlich erstmal ein wenig kennenlernen, bevor Sie Probleme im Hier und Jetzt in Zusammenhang bringen kann mit Deiner Vergangenheit.

Tiefenpsychologie bedeutet ja tatsächlich, duch Blick auf die Vergangenheit ein neues Verständnis für aktuelle Probleme zu bekommen und geht - anders als die Verhaltenstherapie - eigentlich auch nicht konkret an Probleme im Hier und Jetz ran. Außer, diese sind so offensichtlich und es wiederholen sich alte Muster, so dass man erstmal dort ansetzt.

Das alles aus der Ferne zu beurteilen ist letztlich schwierig. Offenheit in der Therapie umso wichtiger. Daher solltest Du Deine Gedanken/Befürchtungen genauso ansprechen, wie Du hier darüber geschrieben hast. Nur so kann man Dinge klären und der Behandlung eine andere Richtung geben oder Deine Erwartungen korrigieren oder feststellen, dass es doch nicht passt.

Und frage Dich selber: WARUM ist das Erzählen der Vergangenheit so wichtig? Welche Funktion erfüllt es für Dich? Und kann man das Bedürfnis bspw. im "echten" Leben anders erfüllen?

Welche Diagnose begründet die Therapie; was soll sich bei Dir ändern (und wie)?

J!ake Grxeen


@ Sunflower_73

die Sitzungen sind auch von Anfang an auf einmal pro Woche angesetzt. Zwischendurch hatte die Thera nur länger Urlaub und einmal eine Weiterbildung. Das fand ich aber nicht so schlimm. Also mit der Frequenz bin ich voll zufrieden. Besonders wenn man bedenkt, wie schnell ich nach dem ersten Anruf an einen Termin gekommen bin.

Tiefenpsychologie bedeutet ja tatsächlich, duch Blick auf die Vergangenheit ein neues Verständnis für aktuelle Probleme zu bekommen und geht - anders als die Verhaltenstherapie - eigentlich auch nicht konkret an Probleme im Hier und Jetz ran. Außer, diese sind so offensichtlich und es wiederholen sich alte Muster, so dass man erstmal dort ansetzt.

ja, so habe ich mir das auch vorgestellt.

Und frage Dich selber: WARUM ist das Erzählen der Vergangenheit so wichtig? Welche Funktion erfüllt es für Dich? Und kann man das Bedürfnis bspw. im "echten" Leben anders erfüllen?

Welche Diagnose begründet die Therapie; was soll sich bei Dir ändern (und wie)?

Diese Fragen stelle ich mir schon seit Jahren immer und immer wieder. Und ich habe auch das Gefühl (für mich) befriedigende Antworten gefunden zu haben. Ein bisschen dazu habe ich auch schon in einigen Antworten hier geschrieben.

Und das Befürfniss kann ich nicht auch im "echten" Leben erfüllen. Zumindest nicht in absehbarer Zeit. Für die Zukunft würde ich das nicht ausschließen.

Ich habe mich ja lange dagegen "gewehrt" eine Therapie zu machen bzw. hatte damit eigentlich zwischenzeitlich innerlich schon abgeschlossen. Ich habe immer versucht es irgendwie auf meine Weise hinzukriegen. Und auch wenn ich unglaublich viel für mich verändern konnte und auch weiterhin tuen werde, da ist sind diese tiefen vergrabenen Gefühle, die ich einfach nicht mit anderen "normalen Leuten" teilen kann. Zu groß ist Angst und Verletzlichkeit. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mir wünschen würde, dass mit Menschen im täglichen Leben zu teilen. Aber es funktioniert für mich leider nicht.

Und ich habe auch in der Therapie gemerkt, wie gut mir das tut. Und das diese spezielle Atmosphäre mir wirklich hilft.

Ich bin das aber vorher ohne wirkliche Erwartungen oder große Hoffnungen angetreten und sehe es auch jetzt weiterhin nur als Unterstützung. Meine eigene innere Arbeit geht weiter und ist letztlich entscheidend.

Welche Diagnose begründet die Therapie; was soll sich bei Dir ändern (und wie)?

Die Diagnose ist mittelgradige Depression.

Und Ziel der Therapie war für mich, dass ich vergrabene Gefühle aus Kindheit und Jugend, deren Belastung ich aktuell immmer noch spüre, hervorhole, bearbeiten kann und letztendlich damit meinen Frieden finden kann.

Langfristig dann irgendwann, dass ich echte tiefe Bindungen mit Mitmenschen eingehen kann und vielleicht ein generelles entspannteres Verhältnis zu anderen Menschen. Das würde ich für mich aber gar nicht als definiertes Ziel der Therapie sehen.

CTonamnDerZezrstärexr


"Und Ziel der Therapie war für mich, dass ich vergrabene Gefühle aus Kindheit und Jugend, deren Belastung ich aktuell immmer noch spüre, hervorhole, bearbeiten kann und letztendlich damit meinen Frieden finden kann."

Ist das der Therapeutin bekannt?

Für mich kommt deine Präsentation so an, als ob du innere Erwartungen an die Form der Gespräche hast. Aber eines deiner obersten Ziele ist es, auf keinen Fall dem Therapeuten mitzuteilen, was für Wünsche du hast. Also ob du erwarten würdest, dass der Therapeut dir deine Wünsche an der Stirn abliest und dann seine Form entsprechend anpasst.

Also am Ende überlässt du es schlicht dem Zufall, ob die Therapie einen Verlauf nimmt, der dir zusagt. Du scheinst dich da sehr passiv zu verhalten. Du erwähnst sinngemäß dass du eine schreckliche Angst hast, dass die Therapeutin jegliche Äußerung deiner abweichenden Vorstellungen als "Kritik" wahrnimmt. Was daran emotional so katastrophal sein soll, erschließt sich mir erst auf den zweiten Blick. Ich interpretiere es so, dass es dir schwer fällt Kritik zu geben und auch Kritik zu empfangen.

Auf der passiven Schiene, dass du dann anderswo Rat einholst, aber die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Therapeutin um jeden Preis meidest, da kann ich mir vorstellen dass das ganze dich enttäuscht zurücklässt. Und das wird dann nicht die Verantwortung der Therapeutin sein.

J,ake Gxreen


@ ConanDerZerstörer

Für mich kommt deine Präsentation so an, als ob du innere Erwartungen an die Form der Gespräche hast. Aber eines deiner obersten Ziele ist es, auf keinen Fall dem Therapeuten mitzuteilen, was für Wünsche du hast. Also ob du erwarten würdest, dass der Therapeut dir deine Wünsche an der Stirn abliest und dann seine Form entsprechend anpasst.

Also einerseits habe ich ihr schon gesagt, dass ich die Therapie genau aus dem Grund angefangen habe, über alles aus der Vergangenheit zu reden und es mir nicht so sehr darum geht aktuelle Lebenssituationen direkt zu ändern. Inwiefern die Bedeutsamkeit meines Wunsches angekommen ist, weiß ich nicht.

Zum anderen habe ich insofern Vorstellungen von der Therapie, dass ich eben dachte, dass sich eine tiefenpsychologische Behandlung eben genau darum dreht. Deswegen habe ich hier ja auch nach Erfahrungen gefragt, als ich mir diesbezüglich nicht mehr ganz sicher war.

Es ist nicht eines meiner obersten Ziele ihr nicht meine Wünsche mitzuteilen. Ich habe hier auf Nachfrage nur ehrlich versucht zu schildern warum mir das schwer fällt. Wenn ich es mir rational aussuchen könnte, würde ich ihr sofort meine Wünsche und Bedürfnisse mitteilen. Aber so leicht funktioniert es für mich leider nicht.

Ich habe aber auch schon mehrfach geschrieben, dass es mein Ziel ist zu versuchen meinen Wunsch nochmal deutlicher darzustellen.

Du scheinst dich da sehr passiv zu verhalten. Du erwähnst sinngemäß dass du eine schreckliche Angst hast, dass die Therapeutin jegliche Äußerung deiner abweichenden Vorstellungen als "Kritik" wahrnimmt. Was daran emotional so katastrophal sein soll, erschließt sich mir erst auf den zweiten Blick.

Wenn es sich dir erst auf den zweiten Blick erschließt, erschließt es sich dir ja zumindest ;-)

Ich interpretiere es so, dass es dir schwer fällt Kritik zu geben und auch Kritik zu empfangen.

Ja. In diesem Fall besonders ersteres.

Auf der passiven Schiene, dass du dann anderswo Rat einholst, aber die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Therapeutin um jeden Preis meidest, da kann ich mir vorstellen dass das ganze dich enttäuscht zurücklässt. Und das wird dann nicht die Verantwortung der Therapeutin sein.

Auch wenn ich dir zustimme, dass Passivität letztendlich Enttäuschung verursacht, finde ich es schon legitim sich Meinungen von außen anzuhören. Der Rest liegt in meiner Hand. Es hat mir ja auch schon sehr geholfen, mal viele andere Blickwinkel auf mein Problem zu bekommen.

Ich verstehe deine grundsätzliche Message schon, dass ich mich eben letzlich mit meiner Therapeutin auseinandersetzen muss. Das verstehe ich auch und ist mein Ziel :)^

CNonanDer*Zersytärexr


"Also einerseits habe ich ihr schon gesagt, dass ich die Therapie genau aus dem Grund angefangen habe, über alles aus der Vergangenheit zu reden..."

Das war mir nicht so klar. Das ist ganz entscheidend. Es kann ja immer noch sein, dass sie die Therapie anders anlegt, als das den eigenen Wünschen entspricht, es wurde ja auch schon was gesagt zu abweichenden Ansätzen. Dann muss man halt sehen ob und ob man gewinnbringend damit arbeiten kann.

Du hast auch gesagt dass du ihr gesagt hast sinngemäß du weisst noch nicht ob du über alles von damals reden willst. Kann auch sein, dass sie das als Abblocken wahrnimmt, aber kann natürlich auch sein, sie hat das schon richtig in den Gesamtzusammenhang eingeordnet. Also vielleicht lieber nochmal ansprechen und ihr auf den Zahn fühlen, also sie soll schildern ob sie das für sinnvoll hält, oder was sie in Sachen Vergangenheitsbewältigung für eine Methode anwenden kann/will.

"...und es mir nicht so sehr darum geht aktuelle Lebenssituationen direkt zu ändern."

Das kann ich gut nachvollziehen, so sehe ich es für mich auch oft, wenn man sich nämlich mit Defiziten arrangiert und eingerichtet hat. Man muss allerdings davon ausgehen, dass so ein Spruch bei einem Therapeuten sonderbar ankommt. Also nach dem Motto, "Was macht er dann eigentlich hier?", oder gar "Wasch mich aber mach mich nicht nass".

Therapie ist ein verwobener Vorgang. Es müssen sicher eine ganze Reihe Faktoren zusammenkommen, damit ein sinnvolles Ziel definiert werden kann, eine erfolgversprechende Methode gewählt werden kann, das ganze zwischenmenschliche und kommunikative muss stimmen, sinnvolle Motivation muss beidseitig da sein, sonstige Lebensumstände sollten vielleicht auch passen, usw.

Und ganz schön aufwändig: Zeit, Kraft, Kommunikationsaufwand, Vertrauen bilden, Ängste, Arbeit, innere Widerstände. Korrektur/Umgewöhnung. Viel Glück jedenfalls.

CuoInaneDerZelrLstärier


PS: Allerdings hattest du ja so in der Art gesagt, dass du - vielleicht - zukünftig bindungs- oder beziehungsfähiger für "echte menschliche Beziehungen" (was auch immer das ist) werden willst.

Also ein Therapieziel in der Zukunft ist sicher neben der Vergangenheitsbewältigung auch ein sinnvolles Therapieziel. Vermutlich wird man absolut nicht umhinkommen für das Ziel einer Zukunftsveränderung den Umweg über die Gegenwart zu gehen, und hier zu erlernen Hebel anzusetzen.

Aber ich denke du willst nicht im Heute gepusht werden, sondern selber die Kontrolle behalten. Das kann ich bestens nachvollziehen. Man will nicht dass jemand im eigenen Leben rumpfuscht, der ja nicht alle Informationen und dasselbe Erleben hat, mit dem man im alltag selber Leben muss.

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