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Escitalopram

GQoldyxlock hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Leute,

hat jemand Erfahrung mit dem Antidepressivum "Escitalopram"? Heute ist mein erster "Einschleichtag" mit ganz vorsichtigen 0,5 mg (bin 68 J. und im Beipackzettel steht, ab 65 J. nur 0,5 mg nehmen bzw. nach Absprache mit dem HA dann 10 mg.

Vor ca. 20 Jahren probierte ich mich schon mal durch einige AD's, leider ohne Erfolg, da sie für mich viel zu hoch dosiert waren (bin - leider nicht nur medizinisch - "hochsensibel", schlafe auch schon mit einer viertel "Zopiclon").

Nach einer Medi-Blind-Studie nahm ich ein paar Jahre Trevilor, hatte nachts oft Herzrasen und die Stimmung war auch nicht wirklich besser, seufz. Also die Depris waren nie wirklich fort, trotz endloser Therapien, aber das Arbeitsleben tat mir gut, es gab mir das Gefühl von Gebrauchtwerden und Funktionierenwollen- und müssen.

Jetzt als Rentnerin kommen halt alle alten Themen wieder hoch und sowohl mein Hausarzt als auch eine sehr kompetente Therapeutin (ja, habe mir nach langer Zeit wieder jemand gesucht zum Reden und gespiegeltwerden - kann/will die Freundinnen nicht immer damit belasten) rieten mir dringend zu Citalopram (Therapeutin) bzw. Escitalopram (Hausarzt).

Ich weiß, daß jeder Mensch anders auf die AD's reagiert, trotzdem bin ich neugierig auf Erfahrungen (und hoffe natürlich auf Erfolgsbeispiele) ;-D

Antworten
G7oldyBlock


Sorry, muß natürlich heißen "5 mg" - bin jetzt schon völlig durch den Wind..

M5ett<eMaxrie


Hallo Goldylock,

2014 habe ich Citalopram bekommen und über einige Monate täglich 50mg genommen. Das hat meine Stimmung aufgehellt und ich hatte viel mehr Antrieb als vorher. Außerdem konnte ich wieder am Leben teilnehmen und Freude empfinden. Als Nebenwirkungen hatte ich ein eingeschränktes Emotionsempfinden (die Gefühlsspitzen "himmelhochjauchzend" und tieftraurig konnte ich nicht mehr fühlen) und Probleme, einen Orgasmus zu bekommen.

Seit einigen Monaten nehme ich 10mg Escitalopram. Die Orgasmusprobleme habe ich jetzt auch. Aber ich kann wieder besser ein- und durchschlafen und mein Antrieb hat sich auch verbessert. Die Dosis soll ich jetzt auf 15mg erhöhen, da mein Antrieb noch nicht optimal ist.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen und kann dich nur ermutigen, das Medikament wenigstens mal auszuprobieren. Viel Erfolg *:)

GBol0dylnocxk


Liebe MetteMarie,

danke für deine Antwort!

Nach der heutigen Ersteinnahme!! von 5mg Escitalopram fühlte ich mich den ganzen Tag, als wäre ich leicht angeschickert: Schwindel, leichter Kopfschmerz und nicht wirklich zurechnungsfähig, unkonzentriert und dabei sehr unruhig. Das geht ja flott los!

Und mein Herz schlägt ziemlich schnell, das war im Beipackzettel kontraindiziert - das tut es schon lange, weil ich so sehr unter Streß stehe. Mal sehen, wie die Nacht wird! Vielleicht frage ich wg. des Herzschlags morgen nochmal meinen Arzt!

czhxi


Ich hab letztes Jahr schonmal Escitalopram genommen - weil ich Citalopram nicht vertragen hab. Und es hat mir echt gut geholfen. Unterstützend bin ich die ganze Zeit in Therapie. Ich hatte es im April abgesetzt und es ging mir auch noch ne ganze Weile gut, aber Mitte August kam dann ein Rückfall. Nun nehme ich es wieder seit 2 Wochen. Die ersten Tage 5mg, dann 10. Ich hab auch eine Weile gebraucht, um nicht immer wieder so verpeilt zu sein. Nach ner Woche ungefähr war es rum und es hat dann auch schon etwas gewirkt. Erfahrungsgemäß dauert es bei mir aber bis zu 8 Wochen, bis es voll wirkt. Von daher muss man halt irgendwie noch einen Rest Geduld rauskramen...

G+oldyl_oxck


Oh je, hatte letzte Nacht sehr starkes Herzklopfen, nach 1,5 Stunden wieder aufgewacht mit Herzrasen, -schmerzen, die in den linken Arm und das linke Bein ausstrahlten. Ich kenne diese Schmerzen seit Jahren (psychische Ursachen, alles, was mich gefühlsmäßig negativ bewegt, verursacht diese Symptome). War im Laufe der letzten 10 Jahre schon viermal in der 1. Hilfe im Krankenhaus, die machten ein EKG und behaupteten "alles o.K."

Ich lebe alleine und vor einem Jahr hatte ich mitten in der Nacht so ein schmerzhaftes Stechen im Herzen, daß ich dachte, jetzt ist es soweit. Überlegt, 112 anzurufen, Skrupel, was, wenn es gleich aufhört usw. Versucht, tiiief zu atmen, nach ca. 10 Min. war es dann vorbei. Daraufhin machte ich einen Termin bei einer Kardiologin, die auch wieder nur ein Belastungs-EKG machte und mich mit einem Rezept für einen leichten Betablocker (den ich bedarfsweise nehmen sollte), entließ. Im Internet heißt es, Betablocker solle man ständig nehmen und nicht bei Bedarf. Soviel dazu.

Zurück zu letzter Nacht. nach dem Aufwachen noch mal Beipackzettel gelesen: Nebenwirkung: "Schneller Herzschlag" - hatte ich fälschlicherweise als "Kontraindikation" verstanden.

Dann bin ich auf der Internetseite "Zentrum der Gesundheit" gelandet bei dem Artikel "Nebenwirkungen von Antidepressiva" vom 3.8.2016, also ganz aktuell.

Dort heißt es :"Ein verlängertes QT-Intervall ist Hochrisikofaktor für schwere Herzrhytmus-Störungen". Was das genau bedeutet, kann man in dem Artikel nachlesen. Und jetzt kommt's:

Die drei schlimmsten Medis (werden dort wirklich so bezeichnet) in diesem Zusammenhang werden mit **Citalopram, Escitalopram und Amitriptylin** (darf ich das hier überhaupt schreiben)genannt. Und nun? Mein Arzt (nachdem er das Rezept ausstellte) beschwor mich, "durchzuhalten", ein Neurologe und Psychotherapeut, bei dem ich gestern war (Überweisung vom Orthopäden wg. sporadischem Kribbeln und taubem Gefühl im li. Arm) sprach lächelnd von ca. einer Woche, "...dann wird es besser" und die Therapeutin, die das Medikament überhaupt zur Sprache brachte, war ebenfalls ganz begeistert.

Was nun? Ich habe einfach schreckliche Angst, daß mich hier mitten in der Nacht der Herzkasper erwischt. Früher dachte ich immer, daß mensch da einfach umfällt und das war's, aber inzwischen habe ich erlebt, wie schmerzhaft das ist und wie beängstigend. Gibt es noch jemand, der das mit dem Herzklopfen, -schmerzen kennt?

"Herzliche" :-/ Grüße von Goldylocks

cchi


Ja nu - die Medis sollen dir gegen deine Angst helfen. Und ich hab ehrlich gesagt irgendwann in den letzten Jahren aufgehört, hier im Forum Hypochondern helfen zu wollen. Klappt eh nicht. Also nur ein paar Infos von mir, die du annehmen kannst, oder auch nicht. 1. das Herz selbst kann nicht stechen, keine stechende Schmerzen verursachen. 2. Die Website "Zentrum der Gesundheit" solltest du meiden, es gibt kaum eine, die weniger seriös ist, mal abgesehen von der Bildzeitung vielleicht. 3. du hast kein verlängertes QT-Intervall, also hat dich auch dieser Abschnitt nicht zu interessieren. 4. Du bist kardiologisch besser untersucht, als so mancher echter Herzpatient. Mein Vater ist übrigens echter Herzpatient und macht sich weniger Sorgen, als du - obwohl SEIN nächster Herzinfarkt ziemlich sicher der letzte sein wird.

Ich wünsch dir gute Besserung und viel Erfolg beim überwinden deiner Angsterkrankung(en).

G@oldAylocxk


Ui, das ist ja mal 'ne Ansage, als Hypochonder habe ich mich noch nie gesehen (ICH doch nicht..) eine ganz neue Perspektive!

Gut, dann sticht eben nicht das Herz, sondern es sticht in der Brust, und zwar dort, wo ich mein Herz vermute. Macht mir eben Angst.

Die Medis sind vordergründig gegen die Depression, der Auslöser für meinen Therapeutinnen-Besuch ist der seit Jahren andauernde Haarausfall, so viel ist nicht mehr übrig (von den Haaren). Und - wer hätte das gedacht - Haarausfall könnte auch eine der Nebenwirkungen sein... Ich habe große Angst vor einer Perücke, womit wir wieder beim Thema wären.

Die weiteren Infos finde ich auch hochinteressant, Danke für die deutlichen Worte! Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir bei Bedarf nochmal Auskunft geben würdest!

Habe heute die 5 mg nochmal halbiert, muß gleich mit dem Auto weg und bin froh, mich nicht ganz so duselig zu fühlen.

Dein Klartext hat mir gutgetan :)z

c}lv


Citalopram ist der Marktführer, das geht in unseren Apotheken wie geschnitten Brot.

Der Start kann mit neurologischen Nebenwirkungen erschwert werden, dann kommt bei den meisten Patienten eine sehr hilfreiche Wirkung.

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