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Soziale Phobie

r3andom+_dawxg hat die Diskussion gestartet


Da ich heute erneut eine Panikattacke hatte dachte ich mir, schreibe ich mal ins Forum.

An manchen Tagen fühle ich mich so überfordert, dass es mir schwer fällt mit Leuten zu reden und ihnen gleichzeitig in die Augen zu schaun. Es ist für mich alltäglich, dass Blickkontakt viel Energie erfordert, doch manchmal ist diese Anstrengung kaum aushaltbar. Deshalb würde ich gerne von euch wissen, was soll ich tun damit ich von diesem Stress loswerde und mein Leben wieder den wichtigen Dingen widmen kann? Der Arbeitsalltag macht es mir sehr schwierig, besonders da meine (zwar nette) Chefin gerne redet, aber dies mich zum Teil sehr stresst und mich auch körperlich beeinträchtigt. Mir kommt alles surreal vor, ich werde schwach, mir wird schwindelig, manchmal kommen Kopfschmerzen dazu und ich kann mich kaum konzentrieren. Auf Grund dessen halten mich manche Menschen für jemand, der nichts tut und faul ist.

Es schränkt mich so sehr ein. Ich besuche zwar einen Therapeuten (hatte allerdings erst ein paar Vorstellungsgespräche), doch ich weiss einfach nicht weiter. Ich habe wirklich starke Angst davor, dass ich eines Tages an Bluthochdruck oder neuronalen Erkrankungen sterben werde, die dadurch verursacht wurden. Ich kann mich einfach nicht entspannen und ich bin total überfordert. Ich bin allgemein eigentlich kein schüchterner Mensch und zwinge mich sogar dazu, über meine Komfortzone hinaus zu springen und Dinge zu tun, die andere eher nicht tun würde. Aber diese soziale Phobie steckt so tief in meinem Unterbewusstsein fest, dass ich Strategien brauche, die ich mir nicht einfach so ausdenken kann.

Es wäre sehr nett, wenn ihr was dazu sagen könntet bzw. von euch selbst mit ähnlichen Problemen berichten könntet. Danke schonmal im Voraus und beste Grüße!

Antworten
P~lüschcbiexst


An Bluthochdruck stirbt man nicht!

Da muss schon eine durch langjährigen Bluthochdruck ausgelöste Krankheit wie Herzinfarkt oder ähnliches kommen.

LkoUmaxx


Ich weiß, was du meinst. Das ständige Agieren mit anderen Menschen versetzt dich ständig in Hochspannung mit körperlichen Symptomen, und das kann auf die Dauer nicht gesund sein.

Ich mache das seit sechs Jahren mit und bin damit zum Einzelgänger geworden, aber hallo ich leben noch, wenn ich auch mit 57 Bluthochdruck habe. Ich glaube auch nicht, dass du daran stirbst. Es sind eben für dich angstbesetzte Situationen, und da schaltet der Körper auf Flucht- oder Angriffsmodus mit Adrenalinausschüttung.

Du musst entscheiden, ob du dich den angstbesetzten Situationen aussetzen willst, vllt mit verhaltenstherapeutischer Unterstützung.

r(andom_ldaxwg


@ Lomax

Danke für deine Antwort. Also ich habe jetzt mit einer Tiefenpsychologie gestartet, besonders weil meine Vergangenheit nicht immer leicht für mich war. Ich weiss allerdings nicht, ob das die richtige herangehensweise ist. Manchmal erscheint es mir als Schamanismus.. aber angeblich soll es ja helfen. Was sagst du dazu?

Lcomaxx


Helfen kann dir sicherlich beides auf ihre Weise:

Tiefenpsychologische Therapie will nach dem Grund der Phobien suchen. Da spielen meines Wissens umstrittene Theoriegebäude eine Rolle. Sie ist wohl auch länger angesetzt. Aber genau weiß ich es auch nicht.

Ich habe eine Verhaltenstherapie gemacht. Da wirst du in die angstbesetzte Situation versetzt (bei der kognitiven Verhaltenstherapie nur in deiner Fantasie) und entwickelst gemeinsam mit dem Therapeuten Strategien den

Situationen nicht auszuweichen, sondern dich besser in ihnen zu bestehen.

C[innamxon4


Wenn ich das noch als Erfahrung anführen darf:

Bei der Expositions-Therapie - also wenn du dich real oder auch erstmal in Vorstufen Phantasie, Bilder der Situation anschauen, Die Situation auf Video sehen der angstmachenden Situation aussetzt - läuft es wie folgt: Du setzt dich einem Reiz, der dich zwar ängstigt, aber nicht überfordert, aus. Das machst du so lange, bis die Angst weg ist. Das dauert meist so 15 - 60 Minuten beim ersten Mal. Umso öfter du dich dem Reiz aussetzt, umso kürzer dauert es, bis die Angst weggeht. Dann lernt dein Gehirn, dass es die als "schlimm" eingestufte Situation ohne Angst erleben kann und merkt: "Okay, war wohl ein Fehlalarm mit der Angst!" Du steigerst den Schwierigkeitsgrad dann Stück für Stück, bis die Angst besiegt ist. Das Schöne ist: Selbst wenn du nicht bis zur letzten Stufe kommst also bei sozialer Phobie z.B. an einem Speed Dating teilnehmen oder sowas,, wird es dir besser gehen, weil deine Angst kleiner geworden ist.

Eine tiefenpsychologische Therapie ist natürlich hilfreich bei der Ursachen-Forschung, ich weiß aber nicht, ob sie deine Ängste besiegen wird. Du wirst dort sicherlich viel Klarheit und Antworten auf "Warums?" erhalten. Um die Angst zu besiegen ist aber eine Verhaltenstherapie/Expositions-Therapie sinnvoller, so weit ich weiß. Ich will da aber meine Hand auch nicht für ins Feuer legen. Du kannst ja mal deine Therapeutin fragen, was sie dazu meint.

aH-psy?chxo


@ Cinnamon

und wenn es einem nach vielen Versuchen in der angstmachenden Situation doch nicht besser wird ?

So gehts mir...

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