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Ein Faden für die "Sensibelchen" unter uns

R|egenopfexifer hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben!

Ich bin ja nun schon eine Weile hier im Forum angemeldet und habe mir überlegt, ich eröffne mal einen Plauderfaden für die Hochsensiblen.

Am besten erzähle ich erst einmal ein bisschen von mir und wie ich überhaupt auf das Thema komme.

Seit etwa Mitte des Jahres weiß ich, dass ich hochsensibel bin. Durch Zufall habe ich das mit etwas Googelei herausgefunden.

Witzigerweise war ich zu dem Zeitpunkt schon seit ein paar Wochen in einer Gruppentherapie, da ich mich immer schon irgendwie "wie von einem anderen Stern" gefühlt habe und nochmal an mir und meinen "Macken" arbeiten wollte.

Als ich an einem Tag besonders gestresst war nach der Gruppenstunde, hab ich dann mal das Internet gefragt, warum ich mit Sozialkontakten, speziell mit mehreren Menschen gleichzeitig, oft überfordert bin und mit unvorhersehbaren Ereignissen und Stress schlecht klarkomme. Dort hatte ich dann in ganz vielen Beiträgen das Wort "Hochsensibel" gelesen.

Und als ich dann einiges über das Thema gelesen hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Mit einem Mal waren alle Fragen geklärt, auf die ich in der Therapie keine Antwort erhalten hatte.

Nun weiß ich also, wo ich Schwierigkeiten habe, aber ich weiß auch, dass nicht alles an der Hochsensibilität negativ ist.

Was möchte ich nun hier mit dem Faden erreichen?

Ich würde mich gern mit anderen Betroffenen austauschen. Wie gestaltet ihr euren Alltag? Wo habt ihr Schwierigkeiten? Welche positiven Eigenschaften hat die Hochsensibilität? usw.

Außerdem würde es mich natürlich freuen, wenn sich Betroffene, die vielleicht noch auf der Suche nach Antworten sind, angesprochen fühlen und Klarheit und Unterstützung bekommen!

Ich freue mich auf einen netten Erfahrungsaustausch hier mit euch!

LG

Antworten
W]M 20x14


Seit etwa Mitte des Jahres weiß ich, dass ich hochsensibel bin. Durch Zufall habe ich das mit etwas Googelei herausgefunden.

Selbstdiagnose dank Dr. Google?! :-/

Ich würde dir eher anraten, das mit deinem Therapeuten zu besprechen. Denn da du in Behandlung bist, liegt doch nichts ferner, als das Thema dort zu erörtern. Diagnostik ist eigentlich Sache eines Arztes...

Ansonsten: Viel Erfolg mit dem Faden :-) ; ich selbst habe keine Berührungspunkte mit "Hochsensibilität" und kann daher nichts dazu sagen oder Erfahrungen austauschen.

GVnu'msexl


Ich empfehle Dir das Buch "Zart besaitet" von Georg Parlow. Wenn Du WIRKLICH zu den HP gehörst, werden Dir bei der Lektüre dieses wissenschaftlichen Buches viele AHA-Momente geschehen.

Von Dr.Google halte auch ich nichts!

mKond;+stexrne


Was möchte ich nun hier mit dem Faden erreichen?

Ich würde mich gern mit anderen Betroffenen austauschen.

Ok, dann müssten wir zunächst einmal klären, ob Du mich zu den Betroffenen zählst.

Wie gestaltet ihr euren Alltag?

Ich lebe alleine und zurückgezogen. Wirklich zufrieden bin ich damit nicht. Aber andererseits ist es mir auch zu stressig, mich mit anderen herumzuärgern.

Welche positiven Eigenschaften hat die Hochsensibilität?

Man hat ein feines Gespür für die Empfindungen anderer.

RYeRgenpfeoifexr


In der Therapie bin ich mit dem Thema leider nicht wirklich weitergekommen. Der Therapeut sah das genauso wie Dr. Google, ganz klar hochsensibel, aber das wurde dort behandelt, wie eine Krankheit, die "wegtherapiert" werden muss. Am besten mit vielen Situationen, die Stress machen, damit man sich dran gewöhnt. Und genau das machts nur schlimmer, daher habe ich erst einmal eine Therapiepause eingelegt.

Bücher zum Thema habe ich gelesen, das von Parlow allerdings noch nicht. Aber den Test auf der Seite "Zartbesaitet" und noch einige andere habe ich aber ausgefüllt und immer sehr hohe Punktzahlen erreicht. AHA-Erlebnisse hatte ich also schon einige!

Wo ich Schwierigkeiten mit habe, sind diese esoterisch-spirituellen Ansätze, die bei dem Thema oft aufkommen.

Ich sehe das eher sachlich und nüchtern, einfach als Persönlichkeitsmerkmal, das ich auch mittlerweile angenommen habe.

Wenn man weiß, was los ist, kann man vieles ganz anders angehen.

Das soll auch kein Jammerfaden werden, ich mag auch nicht so, wenn jemand sagt: ich bin empfindlich, also nehmt gefälligst alle Rücksicht auf mich!

Da muss man eben lernen, für sich selbst zu sorgen und sich auch mal abzugrenzen, und da bin ich gerade dabei!

Wäre also schön, wenn sich Menschen finden würden, mit denen man sich austauschen und gegenseitig helfen kann. Oder auch mal nur über dies und jenes zu dem Thema reden usw.

Liebe Grüße!

E*hemialig6er UNutzEer (#59x0071)


Unter Hochsensibilität hätte ich eher verstanden, dass die Sinneswahrnehmung besonders empfindlich/sensibel ist, sodass schneller eine Reizüberflutung einsetzt als beim Durchschnittsmenschen, dessen Sinne mehr ausblenden/von vorneherein rausfiltern oder gar nicht erst erfassen. Dadurch erleben die Betroffenen rascher eine Stuation als stressig (= zu viele Reize aufeinmal) als andere. Aber dass die Betroffenen mit Stress aller Art Probleme haben, insbesondere diesen zu bewältigen, ist mir persönlich neu.

(Eigentlich müssen sie aufgrund ihrer erhöhten Sinneswahrnehmung vielmehr unfreiwillig früh lernen, (auch) größeren Stress zu bewältigen, weil sie im Alltag mehr Stress erleben dadurch.)

Das, was du beschreibst, könnte man m. E. auch unter Introversion und einem hohen Bedürfnis nach Sicherheit & Kontrolle subsumieren. Letzteres, weil du nichts Unvorhergesehenes magst; keine "Überraschungen" magst.

m2ond^+strerne


Wäre also schön, wenn sich Menschen finden würden, mit denen man sich austauschen und gegenseitig helfen kann. Oder auch mal nur über dies und jenes zu dem Thema reden usw.

Ja, das würde ich auch(?) gut finden.

R e8genp(feikfer


Unter Hochsensibilität hätte ich eher verstanden, dass die Sinneswahrnehmung besonders empfindlich/sensibel ist, sodass schneller eine Reizüberflutung einsetzt als beim Durchschnittsmenschen, dessen Sinne mehr ausblenden/von vorneherein rausfiltern oder gar nicht erst erfassen. Dadurch erleben die Betroffenen rascher eine Stuation als stressig (= zu viele Reize aufeinmal) als andere.

Genau so ist es auch. Ich habe manchmal Schwierigkeiten, Dinge ohne viele Worte zusammenzufassen. Aber deine Beschreibung passt genau.

Introversion, Sicherheit und Kontrolle spielt bei vielen auch eine große Rolle, ich würde von mir selber behaupten, dass ich mich auch am wohlsten fühle, wenn ich eine gewisse Sicherheit, einen geregelten Tagesablauf und keine (negativen) Überraschungen zu verarbeiten habe.

Mein Erholungsbedürfnis nach großer Reizüberflutung (z. B Kinobesuch, Geburtstagsfeiern) ist recht groß. Ich habe den Eindruck, dass ich länger brauche, um Gespräche, Unternehmungen usw. zu verarbeiten und dann auch abzuschalten.

Wenn ich meinen Tag entsprechend plane, artet das auch nicht in Stress aus. Was allerdings nur schlecht geht, sind Tage, an denen ich z.B. morgens arbeite, dann einkaufe, danach das Mittagessen koche, nachmittags z.B. einen Zahnarzttermin mit den Kindern wahrnehme und abends noch zum Geburtstag des Nachbarn muss. Spätestens nach dem Zahnarztbesuch ist dann eigentlich Schluss bei mir und ich kann auch Gesprächen nicht mehr folgen, weil der Kopf vom Tagesgeschehen schon voll ist. Das ist dann einfach zu viel an Eindrücken und Gesprächen. Dann würde ich eigentlich lieber zu hause bleiben, aber das geht ja nun auch nicht immer. Und da ist es eben wichtig, dass ich solche Tage genau plane, damit es nicht zu anstrengend wird.

Das meinte ich mit "stressigen Situationen".

Als introvertiert würde ich mich jetzt nicht unbedingt beschreiben, ich unterhalte mich gern und unternehme etwas mit anderen und habe normalerweise, bis auf ein paar Ausnahmen, auch keine Probleme, auf andere zuzugehen.

Aber da ist ja auch jeder verschieden!

fFal_len_angexl_73


Hey!

Also ich denke auch, dass ich ein HSP bin (high sensitive person).

Leider ist es ja eine Art "Mode-erscheinung" geworden, hochsensibel zu sein.

Bist du ein Mann, Regenpfeifer?

Zuschauer hat das schon ganz gut zusammengefasst.

Es entsteht tatsächlich, aufgrund eines mangelnden Reiz-filters, eine Art Überforderung im System, weil eben eher "zuviel" als zuwenig wahrgenommen wird. Auch auf der Gefühlsebene. Das ist wie eine Art "Stau" im System bei zuviel wahrgenommenem "Input", und zuwenig Kapazität, alles zu verarbeiten.....

Dieser Konstitutionstyp ist keine Krankheit, sondern Fluch und Gnade gleichzeitig. Es ist einfach eine erhöhte Achtsamkeit bzgl der eigenen Belastbarkeit notwendig, damit man nicht im chronischen Burnout-Zustand landet. :[]

Auch der Infra-rot-blick gehört dazu. Also mir z.B. kann man nix vormachen- ich blick quasi "hinter jede Fassade"- lese zwischen den Zeilen und Worten..... das ist eine Art Hellsichtigkeit, die es mir z.B. kaum möglich macht, mich wirklich einzulassen auf einen Menschen, weil ich direkt "Defizite aufspüre" oder Strukturen, die langfristig nicht mit meinem System harmonieren würden, Schönheit hin-oder her.

Nunja, so ist das eben.

Es gibt für Leute die es sind oder glauben zu sein entsprechende Foren, z.B.

www.treffpunkt-hochsensibilität. de

Kannst ja mal reinschauen.

Lieben Gruß! :)D

Kkant9enmechaenixker


Ich reihe mich mal mit ein. Mit der Zeit habe ich gelernt, Filter zu setzen, aber das gelingt mir nicht immer. Einkaufen zB ist für mich Stress pur, da fehlt dann oft nur ein falsches Wort oder ein falscher Ton, und ich werde aggressiv. Ähnlich ist das im Umgang mit mehreren Leuten gleichzeitig bzw in einem Raum, da kann ich schlecht differenzieren, da ich quasi alles wahrnehme, Variation der Sprache, Mimik, Sinn etc. Da möchte ich nicht als desinteressiert gelten oder nach Person werten, wenn ich den Filter auf "links rein, rechts raus" stelle, und wenn dann alles vorbei ist, könnte ich explodieren. Man hats nicht leicht, aber leicht hats einen ":/ .

f-allen_a:ngel,_73


Kantenmechaniker -lol! :-D

Genau, als hochsensibler Mensch, muß man manchmal bewußt "dicht machen" oder auf "Durchzug stellen"- das kapieren aber Normalos nicht.... ???

Aber HS ist echt auch ein Sammelbecken für zig Störungen aller Art geworden. Posttraumatische Belastungsstörung, soziale Phobie, Autismus -oder früh erlernte Vigilanz zwecks Selbsterhalt sind nur einige Punkte, die z.B. zu sozialem Rückzug führen. Ob dahinter immer eine HSP steckt, ist echt die Frage?

Es gehört schon mehr dazu- ich hab zig Tests gemacht und war immer knapp unter der max. zu erreichenden Punktzahl.

Ich laufe nur mit Ohropax und Sonnenbrille herum, immer, Sommer, Winter, Tag, Nacht, egal. Und irgendwas auf den Kopf (damit der Inhalt nicht rausfliegt, oder so?)- auch auf Gerüche aller Art reagiere ich sehr stark, bis zum Kotzreiz, evtl.... Also hochempfindliche Sinneswahrnehmung gehört definitiv dazu.

evtl habe ich zig zusätzliche echte "Störungen"-

aber dass mir die Welt schon immer zu laut, zu hell und zu schnell und zu "warm" war, das ist eine Konstante in meinem Erleben.

So far- Der gefallene Engel..... :)D

RZegeUn;pfKe1ifxer


Schön, dass ihr euch als Betroffene meldet! *:)

Ich schreibe später noch einiges dazu. Für das alles, was mir dazu einfällt, reicht leider meine Zeit gerade nicht!

Aber ich erkenne mich in vielen von euch geschilderten Punkten wieder, besonders das Einkaufen ist für mich auch oft extrem belastend!

Um auf deine Frage zu antworten, fallen_angel_73: nein, ich bin weiblich, Baujahr 74.

Ich bin gleich noch unterwegs (relativ spontan, aber manchmal ergibt sich das ja so und man will sich ja auch nicht ausschließen).

Ich wünsch euch einen schönen Abend! Bis dann!

m[ond +st"erne


:)D

HVaseBnreich


Hallo, *:)

die nächste meldet sich...............mir geht es ähnlich - vieles, was schon genannt wurde, trifft ebenfalls auf mich zu......

Ich brauche einerseits viel Stille, um alles zu "verarbeiten" - andererseits aber auch Ablenkung, um es für mich leichter zu machen - zur Entspannung "brauche" ich meine geliebten R.P.-Filme (= Rosamunde Pilcher) oder ich lese alte Kinderbüc'her von früher. Auch Malen und Musik sind für mich eine Art Therapie.....

Mein Problem ist, dass vieles, was ich höre und sehe, zu MEINEM Problem wird, dh. ich mache mir Probleme anderer Menschen so sehr zu eigen, dass sie MEINE werden.......und das ist dann wirklich sehr sehr anstrengend...............

Dann hilft nur noch, ein paar Tage ganz "dicht machen" und Therapie w. o. beschrieben.

A\lesXhanxee


Ich bin auch ein HSP (& sehr introvertiert) und habe einige Bücher dazu gelesen, viel im Internet recherchiert und einige Tests im Internet gemacht. Ein Arzt diagnostiziert das sowieso nicht, da es keine "Krankheit" o.a. ist.

Ich habe unschöne Empfindungen bei großer Lautstärke (Lärm, Feuerwerk, plötzlicher Knall, Gewitter), großen Menschenansammlungen, grellem Licht, ... empfinde Weltschmerz.

Ich mag es allein oder nur mit meinem Partner zusammen zu sein.. und natürlich liebe ich Tiere.

Ich habe das Gefühl, dass mein Innenleben so vielschichtig ist, ich zu so vielen Themen etwas sagen könnte, aber dann, wenn ich unter Mitmenschen bin, einfach nur still bin und zuhöre.. und mir manchmal denke, was erzählen die teilweise für Unsinn und belangloses Zeug?

Ich hasse es in der Stadt - unter vielen Menschen - einkaufen zu gehen. Ich mache es mir lieber Zuhause gemütlich oder gehe in die Natur, als Party zu machen oder anderen Veranstaltungen beizuwohnen.

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