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Ein Faden für die "Sensibelchen" unter uns

S)urfe?rfYix


Hallo zusammen,

auch ich habe mich in der Beschreibung wiedergefunden, der Test sagt 244 Punkte, also nicht sooo Megasensibel...

Ist der Test denn auch wirklich aussagekräftig? Man kann sich das ja schon auch über den Test einreden.

Ein wenig enttäuscht war ich, als ich gelesen habe, dass es nicht "geheilt" werden kann. :-/

Bin derzeit in einer sehr belastenden Situation: lebe in Trennung (Kinder sind mit Frau ausgezogen), hab aber bereits wieder eine Freundin, die aber eher nicht so sensibel ist. Aber ich finde es passt gut, ich hab aber an manchen Dingen zu knabbern, bei denen ich eigentlich Quatsch ist, mir darüber Gedanken zu machen %-| .

Mir wurde auch schon empfohlen psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aber ich mach das irgendwie lieber mit mir aus...

H:erz|blatt2A000


Ich gebe auch mal meine Meinung und Erfahrung zu dem Thema ab.

Ob ich hochsensibel bin, kann ich nicht so genau sagen. Allerdings merke ich, dass ich ziemlich auf meinen Körper und meine Gefühlswelt fixiert bin.

Sobald etwas anders ist an meinem Körper (Herzschlag, komische Gefühle etc.) schlage ich "Alarm". Werde nervös, bekomme Panik, denke das Schlimmste... Ich weiß, dass es mich nicht weiterbringt, allerdings konte ich das noch nicht so ganz ablegen. In Therapie bin ich schon länger. Ich habe Phasen, da ist es wenig bis gar nicht und dann hab ich wieder Phasen, da bin ich wieder voll drin.

a;.fxish


Ich bin vor Jahren schon mal auf das Phänomen "Hochsensibilität" gestoßen. Schon damals konnte ich keine überzeugende Antwort darauf finden, was denn nun die Grenze zwischen einfach nur altmodisch sensibel und hochsensibel darstellen soll. Darauf konnte ich auch jetzt, wo ich nochmal einige Seiten angesurf und einiges gelesen habe, keine schlüssige Antwort finden. Die "High-Sensitivity-Forschung" scheint auch nicht weitergekommen zu sein, die allernorts verlinkten Artikel sind immer noch dieselbe wie vor Jahren.

Ist der Test denn auch wirklich aussagekräftig? Man kann sich das ja schon auch über den Test einreden.

Es gibt bestimmte Kriterien, wie man solche Tests so aussagekräftig und dabei so wenig suggestiv wie möglich gestaltet. Ich weiß nicht, welchen Du gemacht hast, aber die zwei mMn bekanntesten (auf hochsensibel-test.de und zartbesaitet.net) beachten, soweit ich das überblicken kann, keine davon. Allein so Aussagen wie "Ich habe ein reiches, vielschichtiges Innenleben" - also, wer antwortet denn da: Nö, ich bin total stumpf. ;-D Auch einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und eine feinere Wahrnehmung als andere Menschen werden sich wohl eine Menge Leute gerne bescheinigen. ;-) Die Auswertungstexte sind ähnlich allgemein gehalten und im Grunde so geschrieben, dass sich fast jeder Mensch in zumindest Teilen davon wiederfinden und bestätigt fühlen kann. (Sog. [[https://de.wikipedia.org/wiki/Barnum-Effekt Barnum-Aussagen]]. Also von daher würde ich ihre Aussagekraft etwa auf die Stufe mit diesen Welcher-Beziehungstyp-sind-Sie-Ankreuztests aus Kioskmagazinen stellen. ;-)

Ich denke, man merkt, ich bin skeptisch. Ich kenne den inneren und äußeren Rechtfertigungsdruck, der entsteht, wenn man sich weniger leistungsfähig fühlt, wenn man von Dingen schnell überfordert ist, die andere Menschen mit links zu bewältigen scheinen, wenn die eigenen Empfindungen oft auf Unverständnis stoßen. Und natürlich auch den Charme, sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen, endlich "einen Namen dafür" zu haben. Ich finde die Grundaussage, die zumindest auf zartbesaitet.net nach dem Test geäußert wird, nämlich: sich nicht zurückzuziehen, aber gleichzeitig seiner Grenzen bewusst zu sein und für diese auch einzustehen, gar nicht verkehrt, im Gegenteil. Menschen sind unterschiedlich und diese Unterschiede gilt es zu respektieren, auch wenn einige Eigenarten besser zu gewissen gewünschten Profilen passen als andere. Aber es ist nicht einfach, selbstbewusst zu sich und seinen Bedürfnissen zu stehen, wenn sie irgendwie anscheinend vor allem mit dem Geruch von Schwäche behaftet sind. Von daher, wenn der Begriff "hochsensibel" dabei hilft, warum nicht. Ich möchte nur eine Lanze für das ganz normale Sensibelchen sein brechen - das sollte doch eigentlich auch reichen, um ernst genommen zu werden. *:)

a=.fiQsxh


Huch, nun habe ich über mein ganzes Gemecker vergessen, Regenpfeifers eigentlich Fragen zu beantworten.

Alltag - ich gehe nirgendwo ohne Kopfhörer und Musik hin. Die Musik ist eine "Lärmquelle", die ich selber regulieren kann, und gleichzeitig eine Art Schild, das hilft mir ungemein (lesen auch, da kann ich auch abtauchen). Ich habe eine stattliche Sammlung von Kopfhörern, weil ich, wenn ich meine mal vergessen habe, sofort panisch in den nächsten Laden laufe und neue kaufe. ;-D Ohne die in Bus oder Bahn oder nur auf der Straße, puh... an wirklich entspannten Tagen möglich, aber sonst echt anstrengend.

Ansonsten habe ich es weitgehend geschafft, dass in meinem Umfeld bekannt und akzeptiert ist, dass ich nicht viel Trubel mag und das so eine bis eineinhalb Stunden die maximale Zeit sind, die ich es auf Feiern o.ä. aushalte, ohne, dass das böse gemeint ist. Sonst ist mein Leben eher ruhig gestaltet, ich bin gern mit meinem Partner und meinen Tieren zuhause. Wenn ich Stress hab - also, öh, meistens ;-D - ich gehe gerne mal allein in den Wald, da entspanne ich mich sofort.

Aber ich mag z.B. auch Live-Konzerte - gerade, weil mich das immer total wegbläst, der Krach, die Menschenmasse allein schon. Das ist ja eine überschaubare Sache und hinterher kann ich wieder heim gehen. Festivals kann ich nicht mehr so gut ab, bzw. doch, wenn ich eine relativ feste Behausung (sprich Camper) habe, wo ich die Tür zumachen und für mich im Stillen sein kann. Idealerweise habe ich auch einen Job, der oft mit Stille und Ruhe assoziiert wird, das habe ich mir gut ausgesucht. ;-D

Rjegenp_fe\ifxer


So viele Beiträge, danke euch!

Schön, dass hier so ein reger Austausch stattfindet und viele ihre Erfahrungen aber auch Bedenken äußern!

Ich versuche mal, auf einiges einzugehen:

@ mond+sterne

Klar zähle ich dich zu den Betroffenen, wenn du den Eindruck hast, hochsensibel zu sein! @:)

Hier kann jeder, der zu dem Thema was sagen möchte, mit diskutieren!

Du hast recht, als HSP hat man ein gutes Gespür für die Stimmungen anderer Menschen! Das ist meiner Meinung nach ein positiver Punkt!

@ Kantenmechaniker

Das stressige beim Einkaufen ist für mich die Vielzahl von Eindrücken. Viele Waren, bunte Verpackungen, Geräusche, Gerüche, grelles Licht, Gespräche, oft noch nervige Hintergrundmusik,....Da habe ich oft so ein Gefühl, als ob ich neben mir stehe.

@ fallen_angel_73

Das kenne ich auch, dass alles zu laut, zu hell oder sonstwie zu extrem ist. Ich habe mich z.B. immer gefragt, warum ich den Sommer meistens extrem belastend finde, es liegt einfach am grellen Licht. Wenn ein Sommer mal total verregnet war, fand ich das immer total angenehm.

Ich gehe ungern ins Kino, mit der Lautstärke und der schnellen Bildfolge in den meisten Filmen komme ich gar nicht klar.

In das von dir vorgeschlagene Forum schaue ich gern mal rein!

@ Hasenreich

Ich nehme mir auch sozusagen vieles zu Herzen, fühle mich irgendwie verantwortlich für Dinge, mit denen ich eigentlich nichts zu tun habe. Das ist wirklich sehr anstrengend, zumal ich diese Dinge dann auch nur sehr schwer wieder aus dem Kopf bekomme.

Da kommt dann manchmal auch der Punkt, wo ich sagen muss, aus bestimmten Situationen ziehe ich mich komplett raus.

@ Aleshanee

Ich sehe es auch nicht als Krankheit, es ist wohl einfach eine Eigenart des mancher Menschen. Jeder hat ja gewisse Eigenarten.

Zitat von dir:

und zuhöre.. und mir manchmal denke, was erzählen die teilweise für Unsinn und belangloses Zeug?

Kann ich gut nachvollziehen. Ich wundere mich manchmal, wie oberflächlich viele Menschen sind und auf was die so achten.

Ich achte z.B. wenig auf Äußerlichkeiten, sondern versuche, die Gedanken und das Handeln anderer Menschen zu verstehen.

ReegeMnp3feBiEfer


Weiter gehts:

@ Surferfix

Ob die Tests aussagekräftig sind, kann ich nicht wirklich beurteilen. Einige Fragen sind bestimmt suggestiv.

Wenn man allerdings schon sein ganzes Leben lang irgendwie das Gefühl hatte, etwas "neben der Spur" zu sein, nicht so richtig in diese Welt zu passen, dann kann so ein Test schon eine Hilfe sein, überhaupt erst zu verstehen, dass da tatsächlich irgendetwas ist.

Ob du psychologische Hilfe in Anspruch nehmen möchtest, kannst du nur selber entscheiden. Manchmal hilft es aber sehr, mit einer außenstehenden, neutralen Person zu sprechen.

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und eine harmonische Beziehung mit der neuen Freundin. Und natürlich, dass du die Trennung ohne größere Probleme bewältigen kannst!

@ Herzblatt2000

Viele HSP sind schmerzempfindlicher als Menschen ohne Hochsensibilität.

Ich denke, dass man eine gewisse Achtsamkeit für sich und seinen Körper haben sollte. Wenn es allerdings zuviel wird und einen im Alltag belastet, sollte man schauen, wie man Hilfe bekommt. Und das hast du bereits getan! :)^

Sowas kenne ich von mir auch, mittlerweile bin ich allerdings dahinter gekommen, dass es oft einfach am Zyklus liegt.

Meine Strategie ist mittlerweile folgende: Habe ich irgendwie komische Beschwerden ( jetzt nicht Erkältung oder Rückenschmerzen von der Gartenarbeit, sondern was, was ich nicht so zuordnen kann), versuche ich mich abzulenken. Gehts dann weg, ist auch nichts.

Natürlich sollte man unbekannte Beschwerden zuvor ärztlich abklären lassen und auch die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.

@ a.fish

Auch Skeptiker können hier gerne zu Wort kommen!

Für mich war es wie eine Offenbarung, einen Namen für mein "Problem" zu haben. Damit war das Problem dann auch gleich nicht mehr so groß, weil ich etwas greifbares hatte und endlich verstanden habe, warum ich in bestimmten Situationen auf eine bestimmte Weise reagiere.

Die ganze Zeit vorher war ich immer mal wieder in therapeutischer Behandlung, mal wegen Depressionen, mal wegen vermutetem ADS.

Aber irgendwie hat das alles nicht viel gebracht, weder Medikamente noch Verhaltens- oder Gesprächstherapie.

Ich hab mich immer allein und unverstanden gefühlt. Allein im Sinne von "nicht dazugehörig". Einem Therapeuten habe ich mal gesagt: Ich fühle mich, als ob ich die Haltestelle verpasst hätte und auf dem Nachbarplaneten ausgestiegen wäre. ;-D

Mein Heimatplanet ist so ähnlich wie die Erde, nur nicht so laut, nicht so schnell, die Bewohner sind weniger egoistisch und gehen pfleglicher mit der Umwelt um!

Musik ist für mich übrigens auch unverzichtbar. Allerdings geht nebenbei hören oder draußen mit Kopfhörern bei mir nicht. Da wirds mir zu viel an Geräuschen. Lieber abends allein auf dem Sofa was ausgewähltes. Ich kann maximal etwas im Internet stöbern oder Handarbeiten beim Musikhören. Und Autofahren. Aber nur, wenn ich alleine fahre. Musik und Beifahrer-Gequatsche gleichzeitig nervt dann schon wieder. ;-D

Konzerte und kleinere Festivals mag ich gern, aber nicht den ganzen Tag lang und ich brauche meine Oropax für den Notfall, wenns dann doch zu laut wird.

Rmegenpqfeifxer


Hier habe ich vor kurzem noch eine interessante Seite entdeckt, da wird das Thema ganz gut zusammengefasst!

[[http://www.informationen-bilder.de/hochsensibel.htm Essay zur Hochsensibilität]]

Sy. wHal\lixsii


Ich weiß nicht, welchen Du gemacht hast, aber die zwei mMn bekanntesten (auf hochsensibel-test.de und zartbesaitet.net) beachten, soweit ich das überblicken kann, keine davon.

ne, echt nicht ;-D

Ich finde die Grundaussage, die zumindest auf zartbesaitet.net nach dem Test geäußert wird, nämlich: sich nicht zurückzuziehen, aber gleichzeitig seiner Grenzen bewusst zu sein und für diese auch einzustehen, gar nicht verkehrt, im Gegenteil.

Ja stimmt, was da auf solchen Seiten so Grundlegend steht ist immer ganz vernüftig, aber in den Foren entsteht (entstand jedenfall früher mal als ich ein bißchen in das Thema reinschnupperte) bei mir eher der Eindruck dass diese Diagnose oft als Versteck dient und/oder durch pseudoselbstwertsteigerndes, selbstwertproblemübertünchendes Besonderssein von Problemen ablenkt.

Aber es ist nicht einfach, selbstbewusst zu sich und seinen Bedürfnissen zu stehen, wenn sie irgendwie anscheinend vor allem mit dem Geruch von Schwäche behaftet sind. Von daher, wenn der Begriff "hochsensibel" dabei hilft, warum nicht.

Wenn's dazu führt ist das natürlich nett, aber ich fürchte fast die Diagnose richtet da ebensoviel Schaden an wie dass sie hilft. Wegen oben genanntem Versteckpotential und der Ablenkung von wesentlichen Dingen und weil sie das Muster "ich brauch eine Rechtfertigung/Erklärung/Entschuldigung um sein zu dürfen wie ich bin" doch irgendwie fortsetzt. "Her da haste deinen Stempel jetzt brauchst dich nimmer auch noch selber fertig machen" ich glaub irgendwie nicht dass das wirkliche Selbstakzeptanz darstellt schon allein weil sie auf einer Erlaubnis von außen beruht. Gut wenn die Erlaubnis von außen nachfolgend zu Selbstakzeptanz führt aber ob das öfter als in Einzelfällen der Fall ist weiß ich echt nicht.

Außerdem kommt es mir ebenfalls sehr sehr so vor als wäre es ein "Sammelbecken für zig Störungen" wie fallen_angel_73 schrieb, gerade wenn da mehrere Probleme zusammenkommen. Da ist man dann hochsensibel, ist vllt angenehmer als ne Sozialphobie angehen zu müssen, Selbstwertgefühl reparieren, Durchsetzungs- und Abgrenzungvermögen lernen zu müssen usw.

Ich selber pass hier von einigen Symtomen zwar rein aber was soll's, ich hab schon vor Jahren beschlossen dass mich das nicht weiterbringt und bescheinigen würden mir das sowieso nur die weniger sinnvollen Test^^ für die Vernüftigen fehlt's mir an dem Reizüberflutungsdingens, gibt es zwar schon, aber nur einzelne Dinge die meist sehr von meinen derzeitigen Befindlichkeiten abhängen, Lärm kann mich z.B. wahnsinnig machen während ich andermal ordentliche Lärme nicht mal als störend empfinde, Dinge sehen stört nie (außer es sind Menschen ]:D (und das ist wieder sehr Befindlichkeitsabhängig)), schmecken ist toll für wen aber nicht, und riechen kommt drauf an - stinkend aber natürlich, naja idR net so toll aber so gut wie nie ein Drama, Chemie dagegen ist wieder Befindlichkeitsabhängig. Z.B. meine Mutter dagegen würde in das Reizüberflutungsdingens voll und ganz reinpassen, die ist aber einfach schizophren wo das soweit ich weiß nunmal ein eher übliches Symptom ist.

Was emotionales Gespür und Abhängigkeiten von den Stimmungen anderer betrifft passt's wieder gut, aber bringt mir da "hochsensibel" was? Ich glaub nicht. Ich halte es zwar prinzipiell für unmöglich sicher zu sagen ob sowas nun angeboren oder erlernt ist, aber die Frage ob letzteres zutrifft oder zumindest zusätzlich dazu kommt ist trotzdem interessant. Wenn man die mit ja beantworten kann, was bringt einem da der Stempel dann noch? Vllt führt er einen sogar irre wenn einem das nicht gleich offensichtlich ist warum man sich derartig überempfindliche Antennen angeschafft hat. Wenn dann wie bei mir die Empfindlichkeiten auch noch schwankend in ihrer Stärke sind würd ich mir echt gut überlegen ob "Hochsensibilität" als Einschubladierung sinnvoll sein kann.

Fall's jemandem die definitive Diagnose oder auch nur die Selbsteinordnung als hilfreich erscheint ist das trotzdem gut oder kann gut sein, aber achtet bitte v.a. darauf erstens in kein Opferdenken abzudriften. Z.B. "das treibt mich alles in den Wahnsinn, ich kann dies und das nicht und warum nimmt denn keiner Rücksicht ich bin doch eben halt mal so empfindlich". Zweitens darauf keine Selbstwertmängel durch Selbstüberhöhung pseudozukompensieren. Z.B. "Ein Normalo kann von meinem Gespür nur träumen/ich merke alles/keiner kann mir was vormachen" usw. Das hilft nichts, im Gegenteil. Und ich denke dabei absolut nicht an so Albernheiten wie Bescheidenheit sondern beobachte diese extrem Umkehr von Selbstwertmangel zu Selbstüberhöhung einfach extrem oft, kenn die Verlockung sogar selbst und sie ist definitiv pseudo und behebt Selbstwertmängel in keiner Weise, sie werden nur tiefer geschoben, was vermutlich gerade eben die Verlockung darstellt.

AGntibgxone


Ich empfehle Dir das Buch "Zart besaitet" von Georg Parlow.

(Gnumsel)

Der Preis von 23 Euro für ein Taschenbuch ist allerdings heftig. :-/

Ngura_r^ihyxon


Ich bin wohl nach allen objektiven Kriterien - so diese denn überhaupt benennbar sind - hochsensibel. Ich sehe das bei mir jedoch nicht als eigenständiges Krankheitsbild, sondern lediglich als einen Teilaspekt meiner Gesamtdiagnostik.

CWinnaYmon4


Hallo Regenpfeifer,

auch ich habe mich eine Zeit lang intensiv mit dem Thema "Hochsensibilität" beschäftigt - ich habe das Buch von Rolf Sellin hierzu gelesen.

Vieles, was in dem Buch geschrieben wird - unter andem der Test - trifft auf mich zu.

Allerdings bin ich recht froh, in Psychotherapie zu sein. Hier konnte ich meinen Verdacht, hochsensibel zu sein, nämlich ansprechen. Und meine Psychologin konnte mir gut erklären, warum sie von dem Konzept wenig hält und es auch keine anerkannte Diagnose ist:

Das Buch - so weit kann ich es sagen - macht den Eindruck, als ob Hochsensibilität ein angeborenes Schicksal wäre, mit welchem viele unabwendbare "Symptome" einhergehen - seien sie nun negativ oder positiv für den Hochsensibeln.

Bei mir ist es z.B. so, dass ich extrem gut höre (150 - 200 %), Medikamente hauen oft richtig rein - sowohl was Wirkung als auch Nebenwirkungen angeht, und - klar - bin ich auch emotional gesehen recht sensibel. Ich bin sehr phantasievoll und sehr "schwingungsfreudig". Ich erlebe Vieles intensiver als der Durchschnitt - sowohl Freude als auch Leid. Das ist manchmal ein Segen, manchmal aber auch ein Fluch ^^. Trotzdem ist es nichts Unabänderliches. Ich werde immer sehr gut hören, aber man kann sich per Habituationsverfahren an solche Reize gewöhnen. Ich werde auch immer leichter und stärker emotional mitschwingen - mit mir und anderen - als andere Menschen - trotzdem kann ich lernen, mich zu distanzieren, und meinen eigenen Gefühlen den richtigen Rahmen und Kontext zu geben. Man sollte seine Gefühle nicht unterdrücken, das macht es nur schlimmer.

Das sind aber Alles Persönlichkeitsakzente, die relativ normal sind.

Ich lehne das Prinzip der Hochsensibilität deshalb nicht grundsätzlich ab, aber ich denke halt nicht, dass es sich um ein Krankheitsbild handelt. Dafür sind die unterschiedlichen Arten und Definitionen von Sensibilität einfach nicht eingrenzbar genug. Darüber hinaus ist so eine hohe Sensibilät eine Gabe und kein Fluch - vorausgesetzt, man kann damit umgehen. Eigentlich ist es ja schön, so mitfühlend mit sich selbst und anderen zu sein. Man darf sich in seinen Gefühlen nur nicht verlieren. Und auch Tagträume sind wundervoll, wenn man die Realität immer mal wieder zurück in den Fokus rückt ;-) !

Wenn ich so darüber nachdenke, ist Hochsensibilität vielleicht nur ein anderes Wort für schizoide und hysterionische Persönlichkeitsakzente, die - wie gesagt - völlig in der normalen Bandbreite liegen.

CFinnaVmonx4


Was ich noch so als Tipp mitgeben kann, der mir auch sehr geholfen hat:

Immer bei sich bleiben.

Wenn ich mal wieder emotional am Rad drehe, ist es gut, sich zu fragen:

Fühle ich das jetzt, weil es wirklich da ist, oder fühle ich es, weil es in meiner Vorstellung existiert?

Beispielsweise habe ich die Angewohnheit, die Grenzen anderer Menschen vorausahnen zu wollen. Mir fällt es schwer, Menschen um mich herum etwas "aufzubürden". Dabei stelle ich mir oft vor, was für eine Last es z.B. für meine Mutter wäre, mich von Punkt x mit dem Auto abzuholen, obwohl ich ihre Hilfe brauche. Manchmal frage ich dann gar nicht oder viel zu spät, wenn ich in der Situation merke, dass es doch nicht ohne Hilfe geht. Für den anderen ist es dann oft gar keine Bürde - das ist dann nur meine Vorstellung. Man muss da auch irgendwo darauf vertrauen, dass der andere seinen Job macht - nämlich ehrlich zu sein und "Nein." zu sagen, wenn etwas nicht geht. Und man selbst muss seinen Job machen und bei sich und seinen Bedürfnissen bleiben. Man muss den anderen nicht beschützen vor vermeintlichen Widrigkeiten , zum eigenen Nachteil - im Gespräch ergeben sich eigentlich immer Wege, Kompromisse, wo keiner wirklich leiden muss.

Ich kann da nur raten: Wenn man ein Gefühl hat - immer raus mit der Sprache! Immer nachfragen, ob das wirklich so ist, wie man denkt. Das geht natürlich nur bei Menschen, die man schon etwas besser kennt, aber ich denke auch, dass man als sensibler Mensch seine Freunde danach aussuchen sollte. Mit wem kann ich offen über meine Sorgen reden und bei wem stoße ich auf taube Ohren? Oft macht man sich umsonst nen Kopf.

Überhaupt sollte man sich immer fragen: Auf welcher realen Grundlage beruht mein Gefühl? Kann ich die Fakten hierzu überprüfen? So ein Realitäts-Check ist sehr hilfreich.

N>urarishyoxn


Ich erlebe Vieles intensiver als der Durchschnitt - sowohl Freude als auch Leid. Das ist manchmal ein Segen, manchmal aber auch ein Fluch ^^. Trotzdem ist es nichts Unabänderliches. Ich werde immer sehr gut hören, aber man kann sich per Habituationsverfahren an solche Reize gewöhnen. Ich werde auch immer leichter und stärker emotional mitschwingen - mit mir und anderen - als andere Menschen - trotzdem kann ich lernen, mich zu distanzieren, und meinen eigenen Gefühlen den richtigen Rahmen und Kontext zu geben.

Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber ist nicht gerade das etwas, das man sich eben gerne einredet, um sich bewusst von anderen abzuheben, sich gar über sie zu stellen? Mich erinnert das an pubertierende Jugendliche, die gerne damit prahlen, dass sie ja ein wenig weiter und reifer als die Mitschüler seien aus diesen und jenen Gründen. :-/

Ich halte diese Vergleicherei mit seiner Umwelt für ungesund. Das sind Schubladen. Man kann nicht wissen, wie intensiv jemand anders empfindet.

Besser - und gesünder - wäre es zu sagen, dass man besonders sensibel sei, besonders "schwingungsfreudig", besonders... Du verstehst?

Man mag das für Detailreiterei halten oder auch nicht. Der Vergleich mit anderen errichtet immer eine Grenze zwischen sich selbst und seiner Umwelt, und gilt es für viele von "uns" nicht gerade, dass wir diese einreißen wollen?

C@innaEmoxn4


Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber ist nicht gerade das etwas, das man sich eben gerne einredet, um sich bewusst von anderen abzuheben, sich gar über sie zu stellen?

Mit der Frage trittst du mir nicht zu nahe. Nur schade, dass du gleich weiter schreibst, ohne meine Antwort abzuwarten. Würdest du mir glauben, wenn ich dir sage, dass ich das aus sicherer Quelle habe? Mir ist die Beantwortung der Frage im Detail zu persönlich. Aber um deine Frage kurz zu beantworten: Nein, bei mir zumindest nicht.

Mich erinnert das an pubertierende Jugendliche, die gerne damit prahlen, dass sie ja ein wenig weiter und reifer als die Mitschüler seien aus diesen und jenen Gründen. :-/

Ja, aus dem Alter bin ich raus ^^. Ich kenne meine Stärken und Schwächen sehr gut. Ich finde es immer schade, dass man sich für Stärken so rechtfertigen muss. Jeder hat halt andere Stärken.

Ich halte diese Vergleicherei mit seiner Umwelt für ungesund. Das sind Schubladen.

Nö. Bzw. sehe ich das nicht. Da du aber so absolut formulierst fällt es mir schwer, mich differenziert auszudrücken. Deswegen: Nö ;-D !

Besser - und gesünder - wäre es zu sagen, dass man besonders sensibel sei, besonders "schwingungsfreudig", besonders... Du verstehst?

Wenn ich sage, dass ich besonders "schwingungsfreudig" bin ist das doch dasselbe? Ist das nicht ein bisschen Wortklauberei ;-) ? Und was nun gesünder ist oder was nicht überlasse ich lieber meinem gesunden Menschenverstand, sofern ich keinen Grund habe, an ihm zu zweifeln. Und wenn ich doch einen Grund dazu habe, wende ich mich an den Arzt/Psychologen meines Vertrauens.

Man mag das für Detailreiterei halten oder auch nicht. Der Vergleich mit anderen errichtet immer eine Grenze zwischen sich selbst und seiner Umwelt, und gilt es für viele von "uns" nicht gerade, dass wir diese einreißen wollen?

Ah, da lese ich es gerade. Ja, ich empfinde es schon als zu detailversessen. Hm... ich denke, Vergleiche sind irgendwo normal. Genauso normal ist es, dass man bei diesen Vergleichen manchmal schlechter, manchmal besser wegkommt als der oder die, mit dem/denen man sich vergleicht. Was dabei eine Rolle spielt ist die Wertigkeit. Mein Leben ist nicht mehr oder weniger wert, weil ich eine intensivere Wahrnehmung habe als der Durchschnitt. Es ist einfach erwiesen, dass es da Unterschiede zwischen den Menschen gibt. Vergleiche ermöglichen einem doch erst den Kontakt zu anderen Menschen und - letztendlich - auch zu sich selbst. Ohne Vergleiche wäre doch auch so ein Forum nicht möglich. Wir vergleichen unsere Erfahrungen und Lösungsstrategien, unsere Voraussetzungen im Leben, und schauen, wie wir uns gegenseitig helfen können. So unterschiedlich kann man das sehen.

CDinZnamon44


Ach ja... das hätte ich ja fast überlesen:

Ich sehe wirklich nicht, wo es nicht nur gesünder, sondern auch noch besser wäre, "besonders" zu verwenden anstatt "überdurchschnittlich". Erstens halte ich vergleichen für gesund und normal - ob es für den Einzelnen gut/besser ist oder nicht muss er/sie selbst entscheiden. Außerdem erfordert es auch einen Vergleich, wenn ich sage, ich kann etwas besonders gut.

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