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Ein Faden für die "Sensibelchen" unter uns

N,uyrar9ihyoqn


Äh, da hing jetzt noch vom Kopieren ein Restchen dran. Ich bitte diesen Schönheitsfehler dezent zu ignorieren. :=o

ENhemral"igxer GNutzer (~#590071x)


@ Regenpfeifer

Leider ist bei mir oft das zweite der Fall. Mitfühlen finde ich völlig in Ordnung, das macht doch den Menschen aus, ohne die Fähigkeit mitzufühlen wäre die Welt ein ganzes Stück kälter und egoistischer.

Mitleiden ist dann aber zu viel des Guten. Viele HSP machen dann die Probleme und Gefühle ihrer Mitmenschen zu ihren eigenen.

Mir passiert das ab und an, dass ich mich dann verantwortlich fühle und dafür sorgen muss, dass es der betreffenden Person wieder gut geht.

Dass das völliger Quark ist, dämmert mir so langsam. Ich arbeite dran, weniger Verantwortung auf mich selber zu laden und z.B. die Jungs in der Schule mal auflaufen zu lassen, wenn sie die Hausaufgaben nicht haben oder zu spät dran sind. Die sind ja schließlich alt genug. Das sollte eigentlich nicht mein Problem sein, wenn es dann Nachsitzen oder Strafarbeit aufgibt.

Ist nicht so einfach, wenn man selber so erzogen worden ist, dass man immer die Erwartungen anderer erfüllen muss und selber nur wenig Freiheiten hatte und nicht gelernt hat, für sich selbst zu sorgen und Grenzen zu setzen. Ich glaube, dass zumindest bei den übermäßigen Gefühlen die Erziehung eine große Rolle mitspielt.

Danke für deine Erklärung. ... Speziell hierbei finde ich die Abgrenzung von HSP zu psychischen Defiziten bzw. Folgeproblemen u.a. aufgrund von Erziehung allerdings schwierig. HSP ist ja angeboren während eine übernommene Erwartung, für andere zuständig zu sein und deren Erwartungen zuerst zu erfüllen vor eigenen Bedürfnissen anerzogen ist. ... Aber könnte gut sein, dass ein hochsensibles Kind empfänglicher dafür ist.

Ganz allgemein zu dem Thema HSP stolpere ich immer wieder darüber, dass sich Leute mit HSP selbst als besonders sensibel usw. bezeichnen. Für mich fände ich es überhaupt nicht erstrebenswert besonders sensibel zu sein oder auf andere so zu wirken. Auch nur sensibel zu sein, ist schon so eine Sache. Das geht Hand in Hand mit (über)empfindlich. ... Manche Beschreibungen von Betroffenen klingen für mich so, als ob sie denken, dass sie die einzigen nachdenklichen, rücksichtsvollen, aufmerksamen und (mit)fühlenden Menschen wären. Vielleicht ist der Durchschnittsmensch auch besonders stumpf und neandertalermäßig und ich habe das nur noch nicht gerafft. :-D

Als Kind war ich ziemlich sensibel, aber zum Glück nicht so arg wie bei HSP, deshalb verstehe ich auch nicht, was daran so erstrebenswert sein soll und warum man das nicht nur als sensibel, sondern umbedingt als "hochsensibel" labeln muss. Das hat so was Elitäres und die Grenze zu "besonders empfindlich" dürfte schmal sein. Gerade das mit dem generellen Mitfühlen und der Sensibilität ist eher hinderlich im Leben finde ich. Auf Details zu achten und viele Dinge wahrzunehmen sowie gut andere "lesen"/"durchschauen" zu können, kann dagegen vorteilhaft sein, kann aber andere Gründe als HSP haben. (Bei mir hat das z.B. andere Gründe, wobei ich auch nicht beurteilen kann wie ich da im Vergleich zu anderen abschneide; hat ja auch etwas mit der individuellen Prioritätesetzung zu tun).

EDh7em:aliger4 N*utzerS (#590071)


Da hier u.a. das Einkaufen als eine sehr stressige Angelegenheit beschrieben wurde:

Vielleicht bringt es dem ein oder anderen etwas, (spät)abends einkaufen zu gehen. Zumindest in meiner Gegend ist da in den Supermärkten deutlich weniger los und ist so deutlich angenehmer. Ganz schlecht ist, Freitags oder Samstags einkaufen zu gehen. (Wobei auch da die Familien mit ihrem lebhaften Nachwuchs bis zum Abend wieder aus den Supermärkten verschwunden sind.) Ansonsten finde ich Kopfhörer dabei auch sehr praktisch.

S_. wal lisii


Vermutlich taugt dieser Thread eher als Faden für Gleichgesinnte als für eine kritische Diskussion und Auseinandersetzung.

ich finde für das Thema hält sich der Faden super, einer zum Thema Hochbegabung wär wohl ab der ersten Seite direkt unschön geworden. Und da gibt es scheinbar auch gewisse Verwandtschaften zwischen beiden, eben auch bzgl der Wertung anderer und der eigenen von den Betroffenen (bzw bei Hochbegabung oft auch der Eltern).

Da verquirlen sich gerne einige Dinge auf ungünstige und hochschaukelnde Weise. Einerseits ist da die scheinbar instinktive Reaktion auf "ich bin besonders" o.ä., nämlich abwertend und generalbezweifelnd. Da sollte man die eigenen Motivation als Kritiker wirklich sehr genau prüfen wenn man die nötige Objektivität und den nötigen Selbstabstand hinkriegt. Da mag z.B. die eigene und unversöhnte Angst dahinter stehen gänzlich unbesonders oder eben besonders schlecht zu sein und wenn sich jmd für besonders erklärt triggert das, vllt weil man mit entsprechenden Selbstwertmängeln gern mal nicht z.B. "ich bin besonders/gut wie ich bin" hört sondern "ich bin besser als du".

Andererseits ist ja wirklich auch beobachtbarer Fakt dass hier kompensierender Elitariismus (oder wie zur Hölle das heißen mag) durchaus vorkommen kann der wohl vermutlich auch wirklich nichts gutes bewirkt und natürlich recht zwangsläufig "besser als du/ihr" beinhaltet. Dass das vorkommt macht das hinterfragen der eigenen kritischen Wertung und das differenzieren im Einzelfall natürlich nochmal um einiges schwerer.

Dann wiederrum ist da der potentiell heilenden Aspekt für den Betroffenen mal was an sich gut zu finden der möglicherweise vorher praktizierten "ich bin falsch"-Glaubensätzen ganz gut entgegenwirkt. Für jemand anderen mag das vllt möglicherweise seltsam erscheinen weil die Selbstverständlichkeit mit der jemand ohne diesbezügliche Probleme eine eigenen Stärke benennt fehlt, oder weil's betont wird oder es klingt vllt künstlich und das ist es oft, mindestens vorrübergehend, wahrscheinlich auch. Viele Änderungen scheinen mir so abzulaufen als täte man erstmal überwiegend so als wär dies und jenes so und so und erst dadurch und die weitere Bearbeitung der zugrunde liegenden Probleme wird es erst wirklich so und dann auch irgendwann authentisch. Manche bleiben da vorher hängen weil vllt einiges weiterhin unbearbeitet bleibt und da ist dann die Gefahr der hohlen Selbstüberhöhung natürlich ziemlich groß wenn die einzige Waffe gegen den Selbstwertmangel das Selbstlob bleibt.

Ich denke es ist für einen Selbstaktzeptanzlerner schon etwas eine Gradwanderung, noch dazu eine wahrscheinlich außerordentlich individuelle. Mir scheint die Gefahr in Selbstüberhöhung abzudriften ist zumindest für mich deutlich größer als die wegen diesbezüglicher Vorsicht auf altem Level steckenzubleiben. Wenn man sich aber entschließt sich im Gegenspiel zu früher mal so richtig toll zu finden sollte man sich aber auch nicht verunsichern lassen.

Was Vergleichen und Stolz (hat keiner erwähnt aber spielt doch mit rein, nicht?) betrifft, hmnaja, ich denke für jeden mit Selbstwertproblemen ist es sinnvoll da mal reinzuschnuppern, nicht weil ich Stolz für was gutes halte sondern um das unangenehme Gefühl zu erforschen das dabei vermutlich auftritt. Darüberhinaus hab ich für mich persönlich beschlossen dass es wie Cinnamon4 sagt zwar leider wirklich durchaus natürlich ist aber dass es trotzdem eher dazu neigt Murks zu verursachen. In die Ansicht spielt zwar vermutlich doch noch Selbstwert-Problematik und diesbezügliche Verweigerung mit rein aber ich könnt mir sehr gut vorstellen dass ich das immer noch so sehe falls das mal bis zu diesbezüglicher Unbefangenheit aufzulösen sein sollte. Denn ohne Vergleicherei und Stölze(oder so) wär die Menschheit ganz insgesamt wohl deutlich entspannter drauf, die Vorteile wie Ansporn/Weiterentwicklungsmotivation gehen meiner Meinung nach unter in den zahllosen Leiden die diese beiden Dinge verursachen.

f#alleHn_ange$l_7x3


hey.... hab nur kurz quergelesen.

Einiges wird auch durcheinandergeworfen,-

will nur eine Sache klargestellen: Selbstwertproblematiken und Helfer-syndrome gehen nicht zwingend mit der HS-Persönlichkeit einher.... ":/

Also, bitte erstmal auführlich mit diesem Konstitutionstyp auseinandersetzen, bevor herumschwadroniert wird.

Mangelnde Abgrenzungsfähigkeit: ja, !!!! DAS ist ein typisches Problem von Hochsensiblen.

Sie nehmen quasi schon atmosphärisch die Vibes in der Aura ihres Gegenübers wahr, bzw auf.

In wie weit sie z.B. ungute Vibrations in ihrem Leben zulassen, das ist wiederum ihre Entscheidung. ;-)

Es gibt sehr viel Not in dieser Welt, und sehr viele Menschen mit emotionalen Löchern, trotz hohem IQs usw. (die können sich ganz toll verbalisieren, und dahinter ihr wirkliches seelisches Elend verbergen! z.B. - und ich habe für mich entschieden, dass ich nur noch mit Menschen Kontakt haben kann, die mir helfen, in die Ruhe zu kommen, (mir fehlt so etwas wie ein "Geborgenheits-gefühl") - und Leute, die Hektik und Stress verbreiten, meide ich einfach.

Es ist auch so, dass ich sehe, wo jemand seelisch gerade "hängt"- allerdings habe ich kein ausgesprochen ausgeprägtes "Helfersyndrom"- ich helfe dann, wenn ich denke, ich hab gerade etwas Kraft übrig oder mir ist langweilig, also immer schön egomotiviert. Das liegt aber auch daran, dass ich primär mit mir selbst verbrasselt bin, bzw. selbst ständig mit meinen "Mängeln" klarkommen muß und da bleibt nur ein Minimum für andere übrig,- ich stelle dann oft "psychiatrische Diagnosen"- und bin weg, weil ich mich nicht für die Aufarbeitung der spezifischen Baustellen meiner Leidensgenossen zuständig fühle.

Finde im Moment wieder, dass sehr viel Leid spürbar ist.

Irgendwie gehts mir am besten, wenn man mich einfach alleine zu Hause rumwuseln läßt, - ich kann ohne Menschen bestens leben. Sie bringen nur Irrritation in mein ohnehin labiles inneres Gleichgewicht.

Also schlafe ich, solange ich will, esse das, was ich will zu meinen Zeiten, ganz bewußt, spaziere im Wald rum, oder mache etwas Sport, wenn mir danach ist....

(bin "lebenslänglich kaputt-geschrieben",) !!!!!!!

hab also in diesem Leben keinerlei Druck mehr, arbeiten zu müssen oder so..... ein Glück!)

Fernsehen geht nicht. (ich würde komplett irre werden, wenn ich mir den Sch..... gäbe)- ausgewählte, hochwertige ruhige Filme streame ich aber schon ab und an. Mit vielen "Verdauungs-pausen" dazwischen.

Lesen geht immer. Zum Glück.

Soweit noch mein Senf dazu..... :)D

Gruß in die Runde! {:(

EBhemaligeGr Nuctzer ((#590?0x71)


@ fallen_angel_73

(bin "lebenslänglich kaputt-geschrieben",)

aufgrund deiner Einschränkungen durch deine HSP? ... Bei dir scheint das ja schon recht extrem ausgeprägt zu sein, wie du z.B. hier beschreibst:

Ich laufe nur mit Ohropax und Sonnenbrille herum, immer, Sommer, Winter, Tag, Nacht, egal. Und irgendwas auf den Kopf (damit der Inhalt nicht rausfliegt, oder so?)- auch auf Gerüche aller Art reagiere ich sehr stark, bis zum Kotzreiz, evtl....

Ehrlich gesagt finde ich es pathologisch, wenn man selbst nachts mit Sonnenbrille und auch in ruhigen Gegenden mit Ohropax herum laufen muss - oder meintest du das nicht so?

ffall0en_a>ngel_73


yep, ich hab ja auch nicht ausgeschlossen, dass HSPs Comorbiditäten haben können.

Manchmal gibt es auch "Überlappungen" von Pathologien oder abnormen Persönlichkeitsstrukturen.

Ich habe eine posttraumatische Belastungsstörung, zusätzlich.

Eigentlich reicht es hs zu sein und missbraucht worden zu sein um "kaputt" zu sein. Innerlich.

Sorry, heute hab ich einen ganz miesen Tag. Es gibt auch Tage, da bin ich nicht so aggressiv und liebenswert unterwegs.

Wollte das noch kurz ergänzen.

Also wenn man als hs-Kind nicht die nötige Struktur, Geborgenheit und Sicherheit erfährt, die man mit dieser Konstitution braucht, kann das verherende Auswirkungen haben. ":/

Soweit dazu.

Auch Fachärzte stehen bei mir vor einem Rätsel, weil die hiesigen Psychiatrien ja immer sofort "patholgisieren" und diagnostizieren wollen. Und am liebsten dann eine wilde Pillenmischung verabreichen, die alles nur noch schlimmer macht.

Ich bin für mich zu dem Schluß gekommen, dass ich "hochsensibel" bin und traumatisiert. Mehr nicht.

Lieben Gruß! {:(

f6allen_an}gAel_x73


Ach, sorry, also als "kaputt" empfinde ich mich jetzt nicht, nur neben nicht mehr im Arbeitsleben "einsatzfähig" oder "brauchbar"- deshalb das Wort. ???

Einfach sehr schnell "über der Belastungsgrenze" vom gefühlten Stress her.

Dann habe ich echt lieber wenig Geld und 24 Stunden zu meiner freien Verfügung.

Oft ist es nicht easy, wie heute, aber für mich ist Stille tausend mal besser als Stress jeglicher Art.

Das haben dann die Psycho-doktoren auch gecheckt, irgendwann.

Es liegt keine Depression vor, weil richtig Depressive ja wirklich "Anschluss" und Rückmeldung durch Menschen brauchen, auch im Sinne von "Anerkennung", mehr Geld als nette Nebenerscheinung kann auch helfen, dann noch unnützen Kram zu kaufen.....

Traurig finde ich, dass meine Familie (oder was davon noch übrig blieb) nicht kapiert, wie ich ticke, und mir finanziell nicht unter die Arme greifen. Aber im Moment gehts,- weil ich eh nur wenig esse und meine Medikamente verschrieben bekomme.

Klamotten zerfallen langsam, das macht mir manchmal etwas Sorge, dieser "Penner-look"- aber weil mich eh gerade fast niemand sieht, ist das ja auch wurscht.

Gruß und heute bitte keine Angriffe auf meine Person, weil ich sehr fertig bin.... und traurig. Über dieses verkorkste Leben....

R~egenp$fxeife]r


@ fallen_angel_73

:°_ Tut mir sehr leid, dass es dir nicht gut geht. Aber ich danke dir sehr, dass du dich an "meinem" Faden hier beteiligst. und deine Erfahrungen und Ansichten mitteilst! @:)

Selbstwertproblematiken und Helfer-syndrome gehen nicht zwingend mit der HS-Persönlichkeit einher.... ":/

Das seh ich auch so. Ich würde von mir selber behaupten, dass mein Selbstwertgefühl ok ist. Ich hab auch Tage, an denen ich am liebsten gleich im Bett bleiben würde. Aber die hat wohl jeder mal. Da schaue ich dann, was mir gut täte und mache nur das nötigste und danach eben etwas schönes, damit es mir besser geht, z.B. einen Spaziergang im Wald. Die Wäsche und die schmutzigen Fenster laufen ja schließlich nicht weg. ;-) Früher habe ich mich da oft selber unter Druck gesetzt und mich gezwungen, alles fertigzumachen. Hinterher war ich dann völlig platt. Mittlerweile weiß ich, dass es mir leichter von der Hand geht und ich selber auch nicht so viel Stress verbreite, wenn ich mir zwischendurch eine Auszeit einräume und später weiterarbeite.

Von einem Helfersyndrom bin ich auch weit weg. Ich helfe gern mal, aber eben auch nur, wenn es mir gerade passt. Wenn ich dadurch in übermäßigen Stress gerate, sag ich auch schon mal: sorry, passt mir gerade nicht so gut, aber z.B. morgen kann ich etwas für dich erledigen.

Wenn ich natürlich sehe, jemand braucht jetzt gerade akut dringend Hilfe, dann stelle ich mich selber auch schon mal hinten an. Also auch in ganz normalem Rahmen.

@ _Zuschauer_

Abends einkaufen ist im Grunde eine gute Idee, allerdings mach ich das sehr ungern, weil ich oft noch andere Dinge zu erledigen habe, zur Post, zur Bank, zum Markt, oder weil ich gerade auf dem Arbeitsweg bin. Abends müsste ich dann nochmal losfahren. Da bin ich dann zu sparsam für, der Sprit kostet ja auch einiges. Leider haben Post, Bank, Markt, usw. abends ja nicht mehr auf und vor Ort haben wir nur einen kleinen Supermarkt mit wenig Auswahl.

Speziell hierbei finde ich die Abgrenzung von HSP zu psychischen Defiziten bzw. Folgeproblemen u.a. aufgrund von Erziehung allerdings schwierig. HSP ist ja angeboren während eine übernommene Erwartung, für andere zuständig zu sein und deren Erwartungen zuerst zu erfüllen vor eigenen Bedürfnissen anerzogen ist. ... Aber könnte gut sein, dass ein hochsensibles Kind empfänglicher dafür ist.

Ich vermute, dass die beiden Faktoren "Sensibilität" und "Erziehung" sich gegenseitig beeinflussen. Ein Kind, welches sehr sensibel ist, oft weint, sehr dünnhäutig ist, sich oft wegen vermeintlichen Kleinigkeiten "anstellt", wird sicherlich anders erzogen, als ein fröhliches, aufgeschlossenes, unkompliziertes Kind, welches nur selten Angst vor Neuem hat.

@ s. wallisii

Zum Thema Hochbegabung: Darüber hab ich auch auf vielen Seiten/in Büchern gelesen. Offensichtlich besteht da ein gewisser Zusammenhang.

Auch in den Tests taucht folgende Frage auf: ich habe schon öfter gedacht, hochbegabt zu sein?

Diese Frage/Aussage war eine der wenigen, die ich mit "nein" beantwortet habe. Ich halte mich nicht für hochbegabt. Aber ich beschäftige mich sehr gerne eingehend mit Dingen, die mich interessieren. Dass man in so einem Fall, besonders wenn man viele Verschiedene Interessen hat, über ein großes Wissen verfügt, ist doch normal. Aber das ist dann ja eher erlerntes und angelesenes, als Begabung.

Ich bin zwar gut darin, Sprachen zu lernen, das fällt mir relativ leicht, aber dafür bin ich in Naturwissenschaften wie Physik und Chemie, eine totale Niete.

M#ickfelow


Ich bin eben auf diesen Faden hier gestossen und beantrage hiermit die Aufnahme in den HS-Club hier. Ich weiss seit etwas mehr als einem Jahr, dass ich HS bin, die Zeit (etwa die Hälfte seit ich es weiss) mit eingerechnet, die ich für die Akzeptanz brauchte. Das mag daran liegen, dass ich fast 55 bin, und die Unkenntnis, HS zu sein, mein Leben sehr deutlich geprägt hat.

Das führt mich direkt zu den negativen Erscheinungen. Ich hab's nicht gewusst, nicht mal eine Ahnung gehabt, dass es so etwas wie HS überhaupt gibt. Ich bin eher davon ausgegangen, dass etwas mit mir wohl nicht stimmt. Und letzteres hat mich weit mehr belastet, wie der Umstand manche Menschen lesen zu können wie ein Buch, denn das kann man ja eigentlich nicht. Das stimmt auch, man kann andere nicht lesen, ihr Verhalten und Ansichten vorausahnen, wenigstens ca. 85% der Bevölkerung können das nicht. HSler können das, aber das war mir nicht bekannt. HSler können auch Muster erkennen, Kausalitäten, Ursache/Wirkungen, wo andere einfach nichts sehen. Wenn du dann mit deinen Erkenntnissen und Rückschlüssen anfängst zu argumentieren, dann halten dich die anderen für einen Spinner. Bis du dann eben doch recht gehabt hast, aber das wollen sie dann auch nicht wahrhaben. Irgendwann wird dir dann im Leben bewusst, dass du mehr siehst als die anderen, dass du damit aber eigentlich nur aneckst, und dann beginnst du den Mund zu halten und an dir selbst zu zweifeln.

Die Erkenntnis, HS zu sein, hat diese Zweifel von mir genommen, hat meinem Selbstbewusstsein einen ordentlichen Schub verpasst. Heute sage ich was ich denke, und wenn man es (mal wieder) nicht wahrhaben will, nun, dann stehe ich daneben mir einem inneren Grinsen und warte darauf, dass es genau so kommt, wie ich es gesehen hab (ich bin in der Großindustrie tätig, ein perfektes Feld genau dafür). Dass ich Recht hab mit meinen Prognosen, das lernt meine Umgebung langsam zu akzeptieren, auch wenn es keine Erklärung dafür gibt (ich rede nicht über HS, das führt gewöhnlich nur zu grosser Irritation).

Positive Erfahrungen hab ich aber nicht erst seit kurzem. Ich kann diese negative Grundtendenz im Internet und teilweise auch in der Literatur nicht wirklich nachvollziehen, wenn HS quasi als Bürde und Qual dargestellt wird. Ich bin, und galt schon immer, als guter Zuhörer. Ich hab eine ausgesprochen gute Emphatie und Auffassungsgabe. Und wenn ich mich meinem Gegenüber ganz öffne, dann weiss ich hinterher wesentlich mehr über ihn, als er glaubt mir gesagt zu haben. Mein Rat wurde schon immer gerne gehört. Mancher hat im Gespräch Klarheit in einer für ihn unübersichtlichen Gemengelage erlangt. Ein ebenfalls positiver Effekt ist für mich, dass das Gehirn durch die Anforderung, wesentlich mehr Reize verarbeiten zu müssen, von Beginn an trainiert wird, und damit die Fähigkeit entwickelt, eben mehr zu verarbeiten. Kausalitäten, Mehrdimensionalität und Komplexität sind etwas, das für mich einen sehr ästhetischen Charakter hat, da blühe ich auf und ich kann mich da regelrecht drin versenken ... und verlier dann auch schon mal den Kontakt zu meinen Zuhörern oder Kollegen, die mir nicht mehr folgen können.

Seit ich mir sicher bin, HS zu sein, gehe ich mit meiner Art zu empfinden und zu denken, ganz offensiv um. Das heisst nicht, dass ich das an die grosse Glocken hänge, im Gegenteil. Aber ich lass so zu sagen meine Fähigkeiten ungehemmt von der Kette, ich hör auf meine innere Stimme, folge meinem Instinkt, lass mich von meinen Erkenntnissen in meiner Arbeit leiten (auch wenn ich das dann für nicht HSler "übersetzen" muss, hat man das kapiert, dann geht auch das). Es fühlt sich an, als ob eine innere Kraft nur drauf gewartet hat, geweckt zu werden.

Anders als oft behauptet, als HSP zu leben kann sehr schön sein, abenteuerlich und aufregend. Man muss nur nach innen hören, dann weiss man, wann es genug ist, und dann konsequent die Bremse ziehen. Was ich habe lernen müssen ist die Abgrenzung. Sich nicht vereinnahmen lassen, sich nicht vor den Karren anderer spannen lassen, rechtzeitig Nein sagen, das sind die Herausforderungen. Und noch etwas hat sich für mich als wichtig und sehr positiv förderlich herausgestellt. Wenn man Akzeptanz will und braucht, zum Beispiel in einer Beziehung, dann muss man sich erklären. Man kann als HSler von einem Nicht-HS-Partner nicht erwarten, dass er von sich aus erkennt, womöglich akzeptiert, dass man selbst HS ist, dass der mit den besonderen Umständen und Verhaltensweisen (einfach um 22:00Uhr auf der tollen Party plötzlich nach Hause zu wollen, oder mitten im Shopping genug zu haben, ein Problem mit der komischen Deckenbeleuchtung, dem Geruch im Rastaurant, ...) von sich aus klarkommt. Da tut Erklärung Not! Aber das geht! Ich rede aus eigener Erfahrung.

(Sorry für den langen Text. Aber HSler wissen, es geht entweder so, oder nur mit drei Worten. Ich gehöre zu den "längeren" Typen ;-) )

E%hem`aligerr Nutzerr (#590t07x1)


Ich kann diese negative Grundtendenz im Internet und teilweise auch in der Literatur nicht wirklich nachvollziehen, wenn HS quasi als Bürde und Qual dargestellt wird.

Hm hier wird Hochsensibilität z.B. eher positiv dargestellt:

[[https://books.google.de/books?id=IbQ6BgAAQBAJ&pg=PT9&lpg=PT9&dq=leute+die+sich+f%C3%BCr+hochsensibel+halten+einbildung&source=bl&ots=CfW4YHiCG0&sig=cOzN901J2whWBYvEVdm8PfnGOp0&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiq_sP0qsnPAhWK2xoKHcj6DL8Q6AEITjAH#v=onepage&q=leute%20die%20sich%20f%C3%BCr%20hochsensibel%20halten%20einbildung&f=false Hochsensible Menschen in der Psychotherapie]]

Für mich finde ich an HSP abschreckend, dass ein spezifisches Merkmal die "Höhere Emotionalität" ist oder wie man das nennen kann. sowas z.B.:

Ein Kind, welches sehr sensibel ist, oft weint, sehr dünnhäutig ist, sich oft wegen vermeintlichen Kleinigkeiten "anstellt", wird sicherlich anders erzogen, als ein fröhliches, aufgeschlossenes, unkompliziertes Kind, welches nur selten Angst vor Neuem hat.

... ich verstehe das eben nicht, warum ein einschlägiges Merkmal dieses "nah am Wassergebaut sein" sein soll. Aber ich bin auch kein hochsensibler Mensch, vielleicht versteht ihr das ja untereinander.

EJhemRaliGger 9Nuztzer (#A590x071)


Also vielleicht auch nicht nur einfach nah am Wasser gebaut, sondern generell sehr empfindsam und sehr viel fühlend. ... Das stelle ich mir sehr anstrengend vor so viel zu empfinden und so schnell überwältigt zu sein von Eindrücken (und dadurch hervorgerufenen Empfindungen -> in dem verlinkten Buch wird das näher erklärt, wieso durch das intensivere und längere Verarbeiten von Reizen es zu vermehrten Gefühlen kommt.).

RNegenpLfexifer


@ Mickflow

Der Aufnahme-Antrag ist genehmigt, also herzlich willkommen im HS-Club!

Ich hab auch nie gewusst, dass es sowas gibt, für mich war es auch immer so ein Gefühl, irgendwie anders zu sein. Das hab ich irgendwo in einem vorherigen Beitrag schon genauer erklärt.

Was du von dir beschreibst, ist wahrscheinlich die Hochsensitivität, also noch eine Komponente zur Hochsensibilität dazu.

So wie ich das verstanden habe, ist das sowas wie ein 6. Sinn, oder auch Hellsichtigkeit genannt.

Das ist sicherlich im zwischenmenschlichen Bereich meist positiv, wenn man andere gut einschätzen kann. Spontan würde ich sagen, dass ich das auch gerne können würde.

Andrerseits ist es sicher auch anstrengend, denn, wie du schon geschrieben hast, wird einem wahrscheinlich auch oft nicht geglaubt, wenn man etwas "vorhersagt".

@ _Zuschauer_

.. ich verstehe das eben nicht, warum ein einschlägiges Merkmal dieses "nah am Wassergebaut sein" sein soll. Aber ich bin auch kein hochsensibler Mensch, vielleicht versteht ihr das ja untereinander.

Kann ich mir gut vorstellen, dass das für dich und für viele andere auch eher einen negativen Beigeschmack hat und auch schwer zu verstehen ist.

Leichter wird das Leben dadurch jedenfalls nicht, es ist schon anstrengend, das stimmt.

Dieses "Nah am Wasser gebaut sein" ist ja nur ein Aspekt, dazu kommen ja noch andere, teilweise körperliche (ich nenne es mal so, z.B. dass man unbequeme, kratzige Kleidung oder Lärm nicht erträgt). Ich denke diese Traurigkeit kommt zum Teil dadurch, dass man sich unverstanden fühlt, manchmal aber auch, weil man überfordert ist mit allem, denn man kann ja alles schlechter filtern. Letztendlich ist es ein Symptom für die Hs, wie Schnupfen ein Symptom für eine Erkältung ist.

Aber es gibt ja nicht nur diese negativen, anstrengenden Aspekte, sondern auch schönes.

Wenn ich z.B. Musik höre oder in der Natur unterwegs bin, (diese beiden Dinge, also Musik und die Natur, sind mir neben meiner Familie die liebsten Dinge im Leben) kann ich mitunter durch schöne Klänge oder Texte, die mich ansprechen, oder einen Sonnenuntergang, bunte Herbstbäume, usw. völlig überwältigt sein. Das mag ich an der HS sehr gern.

E>hema!liger PNutzier (#59x0071)


Wenn ich z.B. Musik höre oder in der Natur unterwegs bin, (diese beiden Dinge, also Musik und die Natur, sind mir neben meiner Familie die liebsten Dinge im Leben) kann ich mitunter durch schöne Klänge oder Texte, die mich ansprechen, oder einen Sonnenuntergang, bunte Herbstbäume, usw. völlig überwältigt sein.

Meinst du "völlig überwältigt" dabei wortwörtlich oder mehr so, dass du den Moment (aufgrund der Eindrücke) sehr genießt?

Und spielt sich das bei dir nur innerlich ab oder sieht man dir das auch an?

p.s.:

Herbstbäume und auf den Straßen liegende Kastanien mag ich auch. Ebenso wie sich der Himmel beim Sonnenuntergängen oder -aufgängen verfärbt - oder Sommergewitter. Ich schaue mir das gerne an und bleibe manchmal daran hängen beim Betrachten, nur fühle ich mich davon nicht überwältigt, höchstens "angesprochen" innerlich. Keine Ahnung, das Fühlen ist nicht so mein Ding.

sqchneck_ex1985


Ohne alles gelesen zu haben: Ich fand a.fishs Beiträge auf der zweiten Seite sehr, sehr gut und ziemlich ähnlich zu den Gedanken, die spontan bei mir bei ähnlichen Fäden hochkommen.

Als Addendum: Ich störe mich ein wenig an dem Begriff Hochsensibilität, weil es eben per se ein eher positiv besetzter Begriff ist. Und aus positiv konnotierten Tatsachen ergibt sich immer das Gegenteil, gegen das man sich abgrenzen und erheben will. Wahrscheinlich auch unbewusst. ":/

Ich habe z.B. eine Persönlichkeitsstörung, die von starken Stimmungsschwankungen geprägt ist, die auch durch (Mikro)Trigger ausgelöst werden. Ich reagiere also ebenfalls hochsensibel auf manche Trigger. Genauso, wie z.B. Opfer von Gewalterfahrungen / Traumata auf Triggersituationen (und die können höchst banal und alltäglich sein) sehr stark reagieren.

Will heißen: Die Eigenbezeichnung als Hochsensibel bedeutet ja, dass man "mehr" als andere wahrnimmt. Und das ist - in meinen Augen - ein Fehlschluss, weil man niemals beurteilen kann, wie das Gegenüber wahrnimmt.

Vielleicht als Beispiel: Ich höre / sehe / lese viel von Menschen, die Tieren (und deren Behandlung) gegenüber hochsensibel eingestellt sind. Während ich bei den gleichen Personen auch (für meine Begriffe) viel Unsensibilität sehe (Straßenhund wird gerettet, Straßenkind wird nicht gerettet?). Ergo: Ein solcher Faden bedürfte einer fundierten Definition dessen, was als Hochsensibilität gilt. Weil wir als individuelle Personen aber immer nur unser Fühlen und Denken ermessen können, empfinde ich eine abgrenzende Selbstdeklaration als Anmaßung. Zumindest dann, wenn es sich nicht um eine ungefähre pathologische Situation handelt, die medizinisch fundiert ist.

Daran kranken solche Diskussionen eben, das lässt sich nicht von der Hand weisen ":/

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