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Ein Faden für die "Sensibelchen" unter uns

MQicikfklxow


Schnecke, was die Definition betrifft, da orientiere ich mich weitestgehend an dem, was im Artikel zu diesem Begriff in Wikipedia beschrieben wird.

Was den Begriff als solchen betrifft, da bin ich auch nicht wirklich glücklich mit. Der Stand der Forschung geht heute davon aus, dass HSP auch nicht sensibler oder empfindlicher sind als andere Menschen im sensorischen Sinne. Der Unterschied liegt in dem, was der Filter im Kopf (mir fällt gerade der Fachbegriff dafür nicht ein) in das Bewusstsein vorlässt und was als irrelevant ausgeblendet wird. Es ist eben nicht so, dass das Neonlicht vom einen stärker oder deutlicher wahrgenommen wird als von anderen, dem HSler wird dieses Licht (nur als Beispiel jetzt) nur störend bewusst. Niemand würde bestreiten, dass dieses Licht von allen gleichermaßen gesehen wird.

Ich denke, dass viele negativen Effekte und Resultate in einer Lebensentwicklung nicht direkt und unmittelbar auf HS zurückzuführen sind, sondern vielmehr aus Unkenntnis und den dann falschen Schlüssen auf die sich ergebenden Reaktionen entsteht. Und es ist meiner Meinung nach auch bei HSlern wohl so, dass HS zwar eine, nennen wir es mal der Einfachheit halber, "Fähigkeit" haben. Was sie damit machen, hängt immer noch von den persönlichen Präferenzen ab, von den Werten zum Leben und der Gesellschaft, von der Einstellung zu sich selbst und zu anderen. HS ist nur ein Einflussfaktor neben vielen anderen, die das Leben, zum Beispiel die kindliche Prägungsphase, beeinflussen. Das alles ist erst mal nicht grundsätzlich problematisch, das wird es aber dann, wenn aus Unkenntnis HS versucht wird wegzutherapieren. Das ist dann so, dass man versucht, weil man sich den Kopf manchmal stösst, die Körpergröße über Therapie zu verringern.

M(izcbkflxow


@ Regenpfeifer

Was du von dir beschreibst, ist wahrscheinlich die Hochsensitivität, also noch eine Komponente zur Hochsensibilität dazu.

So wie ich das verstanden habe, ist das sowas wie ein 6. Sinn, oder auch Hellsichtigkeit genannt.

Das ist sicherlich im zwischenmenschlichen Bereich meist positiv, wenn man andere gut einschätzen kann. Spontan würde ich sagen, dass ich das auch gerne können würde.

Andrerseits ist es sicher auch anstrengend, denn, wie du schon geschrieben hast, wird einem wahrscheinlich auch oft nicht geglaubt, wenn man etwas "vorhersagt".

Also, ich denke nicht, dass ich "Hochsensitiv" bin, HS reicht mir eigentlich schon :-). Was ich ganz sicher nicht bin, und von dieser Interprätationsrichtung distanziere ich mich ganz ausdrücklich und entschieden, ist "hellsichtig". Von esoterischen Erklärungsansätzen halte ich einfach schlicht überhauptnichts. Nur weil ich über ein feiner bewusstes Wahrnehmen der nonverbalen Kommunikation meines Gesprächspartners schnell merke, wie sein Gemüts- und Gefühlszustand ist, würde ich im Leben nicht von Seelenchanneling sprechen, ein Ausdruck, der einem im entsprechenden Klientel recht häufig verkommt. Ich halte das für Scharlatanerie, für ein Wichtigmachen, im schlechteren Fall wird das manipulativ verwendet, um anderen vermeintliche Hilfe (und dann für Geld!) anzubieten, im besseren Fall ist das der romantisch kindliche Versuch, eine Erklärung für ein derzeit noch nicht exakt wissenschaftlich medizinisch diagnostizierbares Phänomen zu haben. Das Präferenz dabei ist in meinen Augen, dass in beiden Extremen die Interpretation von HS deutlich durch die Charaktereigenschaften der Interpreten geprägt ist.

Es gibt für mich keinen 6. Sinn, jedenfalls nicht in dieser landläufigen romantischen Erklärung. Wenn ich von "Vorhersagen" spreche, dann sind das Prognosen, die ich aus dem ableite, was ich in der Vergangenheit im entsprechenden Kontext gesehen und erlebt habe. HSler haben etwas mehr Informationen zur Verfügung, weil sie mehr bewusst wahrnehmen. HSler sind von klein an trainiert, diese grössere Informationsfülle zu verarbeiten. Es ist dann nur konsequent und natürlich, dass sie dann damit auch in der Lage sind entweder Entwicklungen genauer zu prognostizieren, oder eine Prognose mit weniger Informationen abzuleiten. Das hat aber mit "Hellsehen" nichts zu tun, andernfalls wäre ich stinkreich, Lottozahlen haben aber blöderweise keine nonverbale Kommunikation.

Die komplette Esotherik halte ich persönlich (und das ist meine ureigenste Meinung ohne jeglichen Anspruch auf Gemeingültigere, bevor sich jetzt jemand auf den Schlips getreten fühlt) für das Instrument derer, die versuchen aus der Leichtgläubigkeit einer bestimmten, meist hilfsbedürftigen, Gruppe der Gesellschaft Kapital (Geld, Anerkennung, Macht, ...) zu schlagen. Es gab sicher schon immer welche, die bescheissen wollten. Ebenso gab es schon immer welche, die sich gerne bescheissen lassen wollten. Warum sollte das jetzt im Kontext HS anders sein. Ich sehe das so, dass die Esotherik eine einfache Erklärung für ein komplexes Phänomen liefert. Da ich aber ein "Anhänger" der komplexen Logik bin, ist mir die Erkläung zu platt und unlogisch.

Aber wir leben in einem freien Land (ein Segen, gerade in diesem Kontext), und ein jeder mag nach seine Facon glücklich werden (solange das nicht auf Kosten anderer geht).

FGizzlyapuzxzly


@ Mickflow

(Sorry für den langen Text. Aber HSler wissen, es geht entweder so, oder nur mit drei Worten. Ich gehöre zu den "längeren" Typen ;-) )

Aufgrund deiner Mitteilung habe ich mich entschlossen, doch mal mehr als drei Worte ;-) hier beizutragen. Du hast für mich zu 100% das angeführt, was ich genau so auch für mich erlebt habe und empfinde. Ich natürlich auf meine Art und Du auf deine. Ob HS von Natur aus erhalten oder, wie in meinem Fall für das Überleben wichtig war, vermag ich nicht zu sagen. In der Realität war ich immer anders und Aussenseiterin. Ich zweifelte an meinem Verstand. Als ich das nach einigen Jahren Therapie erzählte was ich wirklich für mich höre, fühle und weiss, wurde ich gefragt, ob ich wüsste wer Kassandra war. Seit diesem Zeitpunkt wurde es für mich einfacher, weil mir mein Unterschied im Verhalten und den Handlungen im Gegensatz zu vielen anderen Menschen klar wurde. Ich erlebte und erlebe das Leben in all seinen Facetten in einer Dimension, die ich nie für möglich gehalten hätte. Ich sehe, höre und fühle jetzt alles so wie es ist, weil ich es so für mich auch will. Und das Leben ist "faszinierend". Was auf der Strecke geblieben ist, ist der wirkliche Austausch im Gespräch. Auch meine Ausführungen in schriftlicher Form sind im nachhinein für mich oftmals ärgerlich, weil ich mit "Abstand" gelesen merke, es passt nicht so wirklich. Vllt weil ich nicht dass sagen bzw. schreiben will/kann, was wirklich stimmt oder unstimmig ist. Die wenigsten würden das verstehen. Und ich will mich auch nicht erklären müssen. Aber wie hier auch schon geschrieben wurde, einfach ist HS wahrlich nicht.

Rxege^n/p3feifxer


@ Mickflow

Da habe ich das falsch interpretiert, mir war nicht bewußt, dass "hellsichtig" eher mit den esoterischen Erklärungsansätzen in Verbindung gebracht wird. @:)

Ist es dann so, dass du einfach aufgrund einer sehr guten Beobachtungsgabe und Vielschichtigkeit deines Denkens kombinieren kannst, was am ehesten passieren wird?

Von Esoterik halte ich im übrigen auch nicht besonders viel. Manchmal gibt es vielleicht Zufälle, die einen glauben lassen, etwas schon vorher erahnt zu haben, ohne dass es dafür einen Anlass gab. Aber meist lässt sich das doch dadurch erklären, dass man im Unterbewußtsein Erfahrungen oder Wissen gespeichert hat, an das man überhaupt nicht mehr gedacht hat.

MiiNcZkfloHw


@ Fizzlypuzzly

Dein Beitrag hat bei mir Resonanz ausgelöst, sehr interessant. Allerdings hab sich auch ein paar Fragen gestellt.

Was meinst Du mit "in der Realität warst Du Außenseiterin"? Gab es einen Bereich, eben nicht die Realität, in der Du nicht so empfunden hast? Und warum hast Du Jahre in Therapie verbracht, bis Du es angesprochen hast? Was hat dann den eigentlichen Effekt ausgelöst (für mich spreche ich da von einer Art Comming Out, wobei das eben nur primär in mir stattgefunden hat, ich "lebe HS nicht offen")?

Das mit der Kommunikation kann ich sehr gut nachvollziehen! Es ist schwierig, sich so auszudrücken, dass man selbst zufrieden ist mit dem, was man glaubt an Informationen wie transportiert zu haben. Ich bin fast pedantisch, wenn es um die korrekte Formulierung geht, ebenso was die Darstellung von Sachverhalten betrifft, ich mag es präzise, vollständig und ggf. mehrdimensional. Aber damit kann man andere an ihre Grenzen bringen, Grenzen der Akzeptanz, wenn man deren Ausdrucksweise hinterfragt (das hast du so nicht gesagt ... aber ich hab es so gemeint...), Grenzen des Verständnisses, wenn man sie auf dem Weg in die "wahre (meine innere) Komplexität" verliert und sie den Gedankengängen nicht mehr folgen können. Ich hab Glück gehabt (oder mir intuitiv das Richtige ausgesucht) und hab einen Beruf, der es mir erlaubt, hier meine Fähigkeiten gut zum Einsatz zu bringen.

Der Nachteil, wenn man sich seiner HS selbst bewusst wird ist, dass man irgendwann aufhört Gespräche tiefer führen zu wollen, weil man deutlich bemerkt, wann beim Gesprächspartner die Grenze erreicht ist. Ich vermisse die Tiefe jenseits dieser Grenze ebenfalls, es wird mir aber erst in jüngster Zeit wirklich bewusst, so lange weiss ich es ja auch noch nicht. Es wird einem bewusst, dass man nur sehr beschränkte Mittel hat, um den inneren Reichtum für andere sichtbar zu machen, dass man nur begrenzt das wiedergeben kann, was man empfindet, zum Beispiel beim Betrachten eines Bildes oder beim Hören von Musik. Die Sprache ist da leider unzureichend, es würde über Gebühr lange dauern alles zu sagen (und das, obwohl die deutsche Sprache da einen sehr reichen Fundus an Ausdrucksnuancen bietet), oder man überfordert den Gesprächspartner einfach. Ich hab, Gott sei Dank, eine Partnerin, die mittlerweile ganz gut mit mir und meiner Art zu denken umgehen kann. Sie sagt mir mittlerweile, wenn es für sie reicht. Wir haben das thematisiert und unseren Modus gefunden. Ich halte das für sehr wichtig, andernfalls wird das zu Irritationen führen, und langfristig womöglich zur Vereinsamung, was sicher nicht gut wäre, nicht jedenfalls für mich.

Nach einer gewissen Zeit bis zur Akzeptanz hab ich heute eine sehr proactive Einstellung zu HS und dem, was es mit mir gemacht hat und mit dem, wie sich das heute in meinem Leben auswirkt. Ich akzeptiere das, was geschieht im Umgang mit anderen Menschen, habe gelernt auf mich selbst dabei zu achten, damit ich nicht unter die Räder (des Mitleidens z.B.) komme, damit ich genügend Rückzug habe, um mich mit mir und meiner inneren Welt zu beschäftigen, um diese in Ordnung zu halten. Und ich hab gelernt, wann es wichtig wird, HS offen anzusprechen, um Irritationen zu vermeiden. Ich kann heute voll und ganz zu meiner Art zu denken stehen, ich muss es halt entsprechend verpacken und/oder dosieren, wenn ich mit anderen dann inhaltlich diskutiere. Es klappt gut würde ich heute resümieren.

Mick

R~eg5enpsfeixfer


@ schnecke1985

Auch ich habe zeitweise so meine Zweifel, eben weil die HS ja nicht wissenschaftlich belegbar und durch entsprechende Diagnostests feststellbar ist. Wer bestimmt denn z.B., ab wann man nicht mehr "nur sensibel" im "normalen" Rahmen ist und ab wann eben hochsensibel?

Die Eigenbezeichnung als Hochsensibel bedeutet ja, dass man "mehr" als andere wahrnimmt.

Ich glaube eher, dass man als HSP nicht mehr wahrnimmt, als der Durchschnitt, sondern, dass das, was man wahrnimmt, stärker empfunden wird.

Z.B. beim Sonnenlicht: Der "Normalsensible sagt: Hm, ist aber hell heute, ich brauch vielleicht meine Sonnenbrille.

Der HSP sagt: Ist mir viel zu hell heute, tut mir an den Augen weh und nervt irgendwie total. Rausgehen kann ich da auf keinen Fall.

Bei mir persönlich ist das so, dass ich dann tatsächlich drinnen bleibe, mich stresst das Licht teilweise so sehr, dass ich mich körperlich und nervlich schlecht fühle.

Oder bei der Kleidung: Normalo sagt: Die Hose kneift etwas und der Pulli ist auch nicht besonders weich.

HSP sagt: Die Hose engt mich total ein, schnell eine andere anziehen, das ertrag ich nicht, und der Pulli kratzt dermaßen, geht gar nicht.

Man reagiert einfach auf normale Dinge, an die die meisten Menschen nicht viele Gedanken verschwenden, viel empfindlicher.

Man kann das in fast allen Bereichen des Alltags fortführen: Geräusche, Stress auf der Arbeit, Sozialkontakte (für mich sehr anstrengend, da ich schlecht differenzieren kann, wenn mehrere Menschen sich an einem Gespräch beteiligen. Ich höre dann oft nur noch Stimmen, die alle durcheinander reden, verstehe aber keine einzelnen Sätze mehr. Ich bin z.B. nach solchen Abenden, wo man sich mal mit Freunden im Biergarten trifft, völlig platt und brauche viel Ruhe um "runter zu kommen"). Viele HSP hinterfragen und analysieren Gespräche hinterher immer wieder, können Gedanken schlecht abschalten.

Vielleicht als Beispiel: Ich höre / sehe / lese viel von Menschen, die Tieren (und deren Behandlung) gegenüber hochsensibel eingestellt sind. Während ich bei den gleichen Personen auch (für meine Begriffe) viel Unsensibilität sehe (Straßenhund wird gerettet, Straßenkind wird nicht gerettet?). Ergo: Ein solcher Faden bedürfte einer fundierten Definition dessen, was als Hochsensibilität gilt.

Da finde ich, muss man auch zumindest teilweise differenzieren.

Die Hochsensibilität in dem Sinne, wie sie hier in meinem Faden gemeint ist, bezieht sich ja nach den Kriterien, die in den Tests beschrieben werden, am ehesten auf die eigenen psychischen und körperlichen Empfindungen. Das man diese eben stärker wahrnimmt, als der Durchschnitt.

Die Sensibilität, wie du sie in dem oben geschriebenen Absatz beschreibst, ist eher das Empfinden, welches man anderen Menschen oder Tieren entgegenbringt.

Sicherlich ist es so, dass eine HSP dort auch in den meisten Fällen stärkere Gefühle haben kann, aber ich glaube, dass bis auf wenige Ausnahmen (bei bestimmten psychischen Krankheitsbildern beispielsweise) die große Mehrheit der Menschen in einem gewissen Umfang mit anderen Menschen und Tieren mitfühlt und sensibel für deren Bedürfnisse ist.

Und auch HSPs sind nicht immer verständnisvoll und sensibel im Umgang mit anderen. Ich hasse z.B. Streit und Geschrei, trotzdem passiert es von Zeit zu Zeit, dass ich mal mit meinem Mann lautstark diskutiere oder den Kindern hinterherbrülle, sie sollen mal endlich die dreckigen Schuhe unten parken, weil schon wieder die Treppe gefegt werden muss. |-o

Mtickxflow


@ Regenpfeifer

Ist es dann so, dass du einfach aufgrund einer sehr guten Beobachtungsgabe und Vielschichtigkeit deines Denkens kombinieren kannst, was am ehesten passieren wird?

So könnte man das umschreiben, es kommt noch eine Portion Erfahrung hinzu, zum Beispiel im beruflichen Alltag, das war's dann auch schon. Es ist aber auch nicht so, dass ich den ganzen Tag rumlaufe und überlege, was es zu prognostizieren gäbe. Ich hab nur eine Erklärung gegeben, wie das im Fall der Fälle dann funktioniert, meine Sicht auf das Thema eben.

@ Fizzlypuzzly

Ich finde deinen Nickname etwas "irritierend". Verbindest Du da was konkretes mit? Der Kollege diesen Namens war ja nun nicht gerade das, was einem HSler gutgetan hätte, wäre er real und nicht Teil der aztekischen Mythologie gewesen. Da bekomme ich Gänsehaut ...

M-ickSflow


Ich kann nur vorschlagen, wenn es um das Thema Definition geht, den entsprechenden Artikel in Wikipedia unter dem Stichwort "Hochsensibilität" heranzuziehen. Ich denke, dass sich darüber einige Irrungen und Fehlinterpretationen vermeiden lassen.

Jedenfalls hat HS, wie in diesem Faden thematisiert, nichts damit zu tun, wie manche Menschen Tieren gegenüber "eingestellt" sind. HS ist keine Einstellungssache, genauso wenig wie meine Körpergröße, ich bin damit einfach auf die Welt gekommen (ersteres war gleich da, letzteres hat sich im Laufe der Zeit so ergeben ... ;-) )

Fuizzl[ypuzizly


@ Mickflow

Ich finde deinen Nickname etwas "irritierend". Verbindest Du da was konkretes mit? Der Kollege diesen Namens war ja nun nicht gerade das, was einem HSler gutgetan hätte, wäre er real und nicht Teil der aztekischen Mythologie gewesen. Da bekomme ich Gänsehaut ...

Ich habe mir diesen Nick hier ausgesucht, weil der erste Nick nicht angenommen wurde. Der war sowas von normal aber es muss ihn wohl in der Vergangenheit hier schon mal gegeben haben. Vom Kopf her habe ich immer schon viel Schabernack getrieben und meinen Spaß daran gehabt, es aber nie nach aussen gebracht. Da fiel mir immer das "Kleine Teufelchen" ein. Als Kind und manchmal auch heute noch liebe ich diese Geschichten. Ich hätte es hier auch mit Grisu versuchen können - das ist der kleine Drache, der immer Feuerwehrhauptmann werden wollte :-D . Mit meinem Nick verbindet mich nur die Erinnerung an die schönen Geschichten. Vergiss die Entenpelle ;-D

MEicakfloxw


@ Fizzlypuzzly

Kann es sein, dass wir zwei unterschiedliche Namensgeber meinen?

Fizzlypuzzly, oder eigentlich Vitzliputzli, aber häufiger unter dem Namen Huitzilopochtli bekannt, war eine bedeutende Gottheit der Azteken. Ihm wurden dergestalt Menschenopfer dargebracht, dass das Opfer an Armen und Beinen festgehalten wurde, dann hat ein Prister mit einem Opsidiandolch den Bauch geöffnet und das schlagende Herz herausgerissen. Es wird vermutet, dass die Opfer unter Drogen standen, weil man die Schreie nicht gebrauchen konnte.

Grisu wäre mir eindeutig lieber gewesen.

R}egen0pfteifxer


Wikipedia beschreibts ganz gut und verständlich!

Einerseits fehlen mir oft die Wörter, speziell dieses Thema oder andere Dinge verständlich rüberzubringen, andererseits verstehen mich meine Mitmenschen oft gar nicht, hab ich den Eindruck.

Ich habe bisher, außer mit dem letzten Therapeuten, nur mit meinem Mann und mit meiner besten Freundin über die HS gesprochen.

Dabei werde ich es auch belassen, ich habe beiden erklärt, dass sich dadurch nichts ändert, außer dass ich nun weiß, warum ich manchmal Dinge anders wahrnehme, schnell gestresst bin und so weiter. Und dass ich nun die Möglichkeit habe, aufgrund dieses Wissens besser auf mich zu achten. Die beiden kennen mich schon jahrelang und ich dachte, denen muss ich das auf jeden Fall erklären.

Ich habe nicht das Bedürfnis, mit weiteren Menschen in meinem Umfeld darüber zu sprechen, eben weil die meisten es doch nicht verstehen würden oder eben, wie teilweise auch hier, ein wenig den Eindruck bekommen könnten, dass ich mich für etwas besonderes halte.

Ich möchte einfach so weitermachen wie bisher, aber auf eine bessere Selbstfürsorge achten und an meiner fehlenden Fähigkeit der Abgrenzung arbeiten.

Leider hat sich mein Mann von dem Therapeuten einreden lassen, dass die HS eine psychische Störung sei. Auch da ist es jetzt schwierig, ihm klarzumachen, dass nur eine andere Art von Empfindung ist die er von sich selber kennt. Anfangs, nachdem ich das Thema in der Therapie angesprochen habe, war ich ganz erleichtert, dass der Therapeut da ganz gut drauf reagiert hat, aber mit dieser Diagnose war ich dann nicht einverstanden. Er war der Meinung, man müsse sich an die "Störungen" im Alltag gewöhnen und sich deswegen verstärkt mit solchen Situationen konfrontieren. Wäre es möglich, sich auf diese Weise daran zu gewöhnen, wäre das bei mir ja schon längst passiert, ich bin schließlich schon über 40 Jahre auf der Welt und somit hätte ich genug Zeit dazu gehabt.

Ich sehe es genau andersherum: Ich muss "aussortieren". Und zwar nach folgenden Kriterien:

1. Was ist unbedingt nötig für mich/meine Familie?

2. Was ist ist nicht nötig, aber ich möchte das gerne?

3. Was ist nicht nötig?

1. Unbedingt nötig ist natürlich, dass ich zur Arbeit gehe, die Kinder versorge, für uns einkaufe, koche, das Haus in Ordnung halte.

2. Nicht zwingend nötig, aber für mich persönlich wichtig: meine Hobbies, Freundschaften pflegen (auch wenn Verabredungen, besonders abends, wenn ich schon müde bin, manchmal anstrengend sind), Unternehmungen mit den Kindern.

3. Auf zusätzliche Aktionen (z.B. Stadtbummel, wenn ich eh nichts brauche) kann ich gut verzichten, ich habe so oft die Erfahrung gemacht, wenn ich mir zu viel aufhalse, habe ich für Punkt 1 und Punkt 2 keine Energie mehr. Dann geht alles drunter und drüber und das Familienleben leidet, ich bin müde, schaffe nichts mehr.

Daher halte ich diesen Therapieansatz, sich durch zusätzliche Aktionen noch mehr Stress zu machen, für mich persönlich, total kontraproduktiv.

Besser ist, ich lerne das mit der Abgrenzung und Selbstfürsorge.

Das heißt ja nicht, dass ich unangenehme Dinge vermeide und davor weglaufe mit der Ausrede: "Das kann ich nicht, ist zu stressig."

Aber damit ich eben für die wichtigen (manchmal durchaus unangenehmen) Dinge Energie habe, muss ich die unwichtigen, von denen sowieso niemand profitiert, aus meinem Leben wegstreichen.

Liege ich da richtig? Wie seht ihr das so?

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puh, ganz schön viel Stoff,- hab jetzt nur mal quergelesen, um mir einen groben Eindruck des Diskussionsverlaufs zu verschaffen. Tatsache ist wohl, das bestätigt der Thread, dass Hochsensibilität eben auch evtl mit Hochbegabung (evtl. eine differenzierte Ausdrucksweise oder der Umgang mit Sprache incl.) einhergeht.

Genau, liebe Regenpfeiferin!-(Danke für dein Mitgefühl- gestern gings mir sehr mies, heute gehts es einigermaßen)---

das sind auch die beiden Säulen, an denen ich noch arbeite:

ACHTSAMKEIT / SELBSTFÜRSORGE

&

ABGRENZUNG

Zweiteres muß sein, weil ich nur "wenig Energie" zur Verfügung habe, und diese wenigstens sinnig einsetzen will, also nicht verplempern mit unwichtigem Irrsinn, der zu nix führt. Das kann auch die Auseinandersetzung mit Menschen sein, die mich einfach nie verstehen werden, weil sie einen anderen Konstitutionstyp haben.

Ich muß mir oft anhören: "Hör auf über den Sinn und Unsinn des Daseins zu grübeln und komm endlich mal auf die "Handlungsebene"- also ins aktive TUN.!"

Es gibt echt Menschen, die aufgrund ihrer Dickhäutigkeit (lapidar ausgedrückt) und der Eindimensionalität ihrer Wahrnehmung einfach viel effektiver leben, dadurch lebenstüchtiger (bah, der Ausdruck ist schon widerlich) usw. sind. Also einfach gestrickte Menschen sind manchmal irgendwie beneidenswert,- aber tauschen wollen würde ich nicht mit ihnen. ":/

Lieben Gruß! {:(

Miickfl#oxw


Liebe Regenpfeifer,

Ich denke, da kann ich dir Mut machen. Die Erfahrung mit Therapeuten und einer falschen Reaktion hab ich selbst gemacht, allerdings auch die gegenteilige. HS als Psychische Störung zu verstehen ist für einen Therapeuten schon eine erstaunliche Fehlleistung, da ist der Gute wohl nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Dann aber auch noch als Therapie gegen Reizüberflutung eine Reizerhöhung vorzuschlagen, das ist dann schon nicht mehr wirklich lustig. Es geht hier doch nicht um die Überwindung einer Phobie. Ich würde den Therapeut wechseln, so das auch nur ansatzweise möglich ist. Deine Umstände kenne ich nicht, ebenso wenig den Grund für deine Therapie, in die zudem dein Mann involviert ist. Aber im Sinne HS ist das sicher kontraproduktiv. es gibt mittlerweile Psychotherapeuten, die mit dem Thema HS sehr wohl umgehen können, Profis wohlgemerkt, und keine selbsternannten Lebensbegleiter. Such dir jemanden, der zu einen systemischer Ansatz in der Lage ist, wenn das die anderen Gründe für eine Therapie ermöglichen oder sinnvoll erscheinen lassen. Dann wird deine besondere Eigenart mit in die Gesamttherapie eingebaut und berücksichtigt.

Eine Gewöhnung an das, was dir zu schaffen macht, das wäre in etwa so, als würde man dir empfehlen, weil Du Probleme mit Oberflächlichkeit und platten Gesprächen hast, täglich die Bildzeitung zu lesen. Ganz toller Ansatz.

Wenn Du mehr wissen willst, dann schick mir ne PN (deine ist deaktiviert).

F&izzlRypuzzzlxy


@ Mickflow

Was meinst Du mit "in der Realität warst Du Außenseiterin"? Gab es einen Bereich, eben nicht die Realität, in der Du nicht so empfunden hast? Und warum hast Du Jahre in Therapie verbracht, bis Du es angesprochen hast? Was hat dann den eigentlichen Effekt ausgelöst (für mich spreche ich da von einer Art Comming Out, wobei das eben nur primär in mir stattgefunden hat, ich "lebe HS nicht offen")?

Oje, wer A sagt muss auch B sagen. Ich versuche mal so genau wie möglich zu antworten. In der Realität war ich die Aussenseiterin, wenn ich meiner inneren Stimme, meinem absoluten Wissen usw. folgte und es auch (vollkommen ahnungslos) mitteilte. Damals dachte ich nur, wieso merkt denn keiner was hier vor sich geht, was gerade passiert usw. Meine Warnungen wurden in den Wind geschlagen. Irgendwann hörte ich auf die Dinge so auszusprechen, wie sie waren. Das war wohl für meine Mitmenschen einfacher und ich war nur bedingt Aussenseiterin. Ich wurde als komisch bezeichnet, weil ich mich nur sehr selten und vorsichtig äusserte.

Über viele Jahre zog ich mich zurück und lebte, was diese "Dinge" betraf, nur in meiner Welt. Für mich lebte ich zu dieser Zeit zwei Realitäten, die ich nicht zusammenfügen konnte/durfte. Das führte dann, auch nach vielen Veränderungen in meinem Leben, zu einem völligen Zusammenbruch mit fünf Jahren Suizidgefährdung. Ich war tot, weil ich alles was zu mir gehörte geleugnet habe. Letztendlich war ich in Situationen, in denen ich nicht mehr wusste ob es jetzt real ist oder ob ich träume. Das war dann der Bereich, in dem ich nichts mehr empfunden habe. In der Therapie ging es zunächst um die dringendsten Hilfen, um wieder leben zu wollen. Irgendwann wurde mir klar, ich muss alles an- bzw aussprechen. Und immer mit der Angst, die schicken mich nach "Bettburg Hau" in die geschlossene und lassen mich nie wieder rausrausDer Ausdruck BH wird im Ruhrpott für die "Bekloppten" verwendet Es ist mir jetzt sehr schwer gefallen zu antworten. Ich hoffe es kommt verständlich rüber.

Jedenfalls hat der Therapeut mir niemals auch nur im geringsten zu verstehen gegeben ich würde spinnen. Und ihr könnt mir glauben, das ich auch nur die geringste Abweichung zwischen Wahrheit und Lüge gewusst hätte. Und wenn ich alles aussprechen würde, bekämen wahrscheinlich noch ein paar User mehr Gänsehaut ;-D ]:D

F izzlNypuzzlxy


war eine bedeutende Gottheit der Azteken.

Huh nee, mit dieser Art Gottheit kann ich mich nicht anfreunden. Es widerspricht auch meiner Einstellung gegenüber Gewalt in jeglicher Form. Danke für die Gänsehaut. Vllt erlauben mir die Mods meinen Nick zu ändern in zB. Fizzly-Grisu-puzzly ;-D

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