» »

Gefühl von Trauer.

B<aend%iger hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum *:) .

Kurz zu mir , Ich bin 18 und werde im Dezember 19.Leute beschreiben mich als Intelligent und sehr Faul . Ich hatte damals viele Soziale Probleme seitens der Familie ( Gefühl von Vernachlässigung , Keinen Vater etc ) und Einsamkeit. Ich habe Einen Stiefvater der mich Hasst (Nicht weil ich Unhöflich bin oder nichts auf die Reihe kriege) und Meine Mutter täglich Anschreit .

Zurzeit bessert sich sogar eigentlich alles, zum Beispiel hab ich Die Ausbildung meiner Wahl bekommen und ich Pflege gute Soziale Kontakte.

Ich habe gerade echt Probleme alles gefasst und geordnet nieder-zuschreiben , einfach weil ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll.

Ich muss seit Tagen jeden Abend weinen. Ich habe immer mehr das beklemmende Gefühl, dass meine Mutter Sterben wird. Ich habe sie Gefühlt schon so oft zum Weinen gebracht , da ich damals einfach nicht Glücklich mit meinem Leben war und alles auf sie Kannalisierte.Dazu noch der Fakt das sie Krank ist und kein gutes Leben hatte, und dann hat sie nichtmal einen Lebenspartner der ihr gut tut sondern sie im Gegenteil nur Druck macht . Das alles tut mir so Unendlich leid das ich allein aus dem Grund kaum noch Glücklich sein kann. Ausserdem ist das "Leben" gerade einfach trist.. Ich stehe um 6:30 auf und bin erst um 18:00-18:30 von der Arbeit zurück , danach hab ich noch ungefähr 3 Std Zeit die ich versuch mit meinen Freunden zu verbringen. In der Zeit geht es mir auch eigentlich immer sehr gut , aber sobald ich wieder Abends Allein in meinem Zimmer sitze fängt es wieder an und ich rutsche wieder in Den Sog der Trauer. :°(

Ich habe das Gefühl das mein Leben gerade an einem Punkt ist , wo alles Richtung ende hinausläuft und nicht gerade erst Richtig anfängt . Ich mein ich Bin ERST 18 aber es fühlt sich eher an als wäre ich schon 30. Und dieses Gefühl zu wissen das man Aktiv nur 3 Std hat um sozusagen zu Leben und nicht nur Bahn zu fahren zu Arbeiten oder Schlafen ist einfach Unertragbar.

Am liebsten würde ich einfach Meine Ausbildungsstelle auf den Nagel hängen , aber ich bin drauf angewiesen.

Keine Ausbildung Kein Geld.

Mein Eigentlicher Plan das ich irgendwann einfach auf 850 Euro Basis Arbeite und einfach mein Leben lebe ist einfach Unrealisierbar.

Ich weiß einfach nicht was ich machen soll. Wenn ich nach meinem Herzen gehe Enttäusche ich zu viele Menschen, was mich wiederum Traurig macht , gleichzeitig aber macht es mich Traurig nicht das zu machen was ich möchte , sondern einfach im System Mitschwimm... ???

Eigentlich sollte es mir Viel besser gehen, da ich Wieder ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter habe und einen Job....

Aber Irgendwie werde ich immer Trauriger.

Wie komme ich Aus den Verlustängsten raus und wie komme ich damit klar das es Normal ist nur zu Arbeiten und kaum Freizeit zu haben :-( .

Liebe Grüße,

Baendiger

Antworten
F7antsiKd3


Hallo Baendiger,

da bestehen offensichtlich mehrere belastende Situationen nebeneinander, wenn ich Deinen Text lese. Ich kann auch sehr gut den Moment verstehen, in dem Du Dich befunden hast, als Du versucht hast, diesen Text hier geordnet zu verfassen, obwohl ich ihn wirklich verständlich finde.

Zu einer ersten Antwort schreibe ich zunächst einmal einige der Punkte, die beim Lesen besonders zu sein scheinen, ok?

Da ist zuerst die momentane Situation, beschrieben in einem Gefühl, das "etwas" (vermutlich ähnlich wie ein "Signal") von tiefer drinnen auf das eigene Empfinden drückt und Beachtung finden möchte. Dieses Gefühl wirkt beklemmend und es gehen Gedanken von Verlust damit einher. Das ist das eine.

Dann nennst Du ein weiteres Gefühl, das damit in Verbindung steht und da geht es um Reue, und wenn ich Dich richtig verstehe, um mögliche "Schuld" an einer befürchteten Entwicklung.

Es mag sein, dass Deine Mutter durch einige Deiner Aktionen zum Weinen kam, doch wenn ich lese, dass Dir all das so unendlich leid tut, so beschreibst Du ein Leiden, das auch ein Bedauern beinhaltet. Klar kann ich da den Wunsch verstehen, diese Reue auslösenden Situationen wären anders verlaufen, doch glaube ich spielte darin noch weitaus mehr mit in die damalige Situation hinein, wie sich hier auf den ersten Blick darstellen mag.

In dem Ausdruck "ich muss seit Tagen jeden Abend weinen" verbirgt sich sehr große Sorge für Deine Mutter und es will mir beinahe scheinen, es habe sich die Situation nun gewendet und die früheren Sorgen Deiner Mutter seien nun auf dich übergesprungen.

Der Fakt ist doch, dass sie krank ist und bei einer Erkrankung, die z.B. nur von Fachleuten behandelt werden kann, ist sie doch selber verantwortlich, entscheidende Schritte zu unternehmen, die ihr eigentlich kaum abgenommen werden können, es sei denn, das wäre betroffener Teil ihrer Erkrankung.

Dann gibt es aber auch noch Deinen Stiefvater, der Deiner Mutter eigentlich eher zur Seite stehen könnte, da sie mit ihm eine Beziehung führt. Natürlich ist das Feld der Beziehungsführung ein sehr weites und wie die beiden damit umgehen noch einmal etwas anderes.

Dazu ist erschwerend, hat sie einen Lebenspartner, der ihr nicht gut tut, so schreibst Du. Aus Deinen Zeilen kann ich herauslesen, dass sie es aus irgendeinem Grund nicht schafft, sich von diesem Partner zu trennen. Er macht ihr nur Druck und damit verstehe ich, er kann oder will nur wenig Verständnis für die Lage Deiner Mutter aufbringen. Mit anderen Worten bekommst Du zu Deinen eigenen Herausforderungen auch noch die Konflikte Deiner Mutter und ihres Lebenspartners großteils mit und sie laden so einige der in ihrer Beziehung bestehenden und auftauchenden Spannungen (u.a. oder überwiegend) bei Dir ab.

Bei all dem Chaos ist es bestimmt sehr schwer, mit dieser Mehrfachbelastung sowie die Bewältigung des eigenen Alltags in Linie zu bringen. Da hilft es ungemein, als Ausgleich auf Freunde treffen zu dürfen, die zum einen Ablenkung von sonstigen Sorgen und zum anderen Kraftquelle für Energie sein können.

Des Weiteren ist da noch ein Punkt, und ich denke, dieser stellt eine weitere große Belastung dar. Es sind die beiden Worte "Keinen Vater". In vielen Kindergeschichten wird von Eltern, also "Vater" und "Mutter" gesprochen und gerade in sehr jungen Jahren kommt da glaube ich ins Bewusstsein, dass im eigenen Erleben diese Darstellung sich einfach anders verhält. Kommt natürlich ebenso darauf an, wie Deine Mutter über Deinen leiblichen Vater spricht, welche Situation damals zwischen den beiden bestand oder etwa Dein "heutiges" Wissen, Gefühl und Verständnis in diese Richtung gehen.

Ich schreibe Dir einen Gedanken zu Deiner Ausbildung. Die Ausbildung ist eine Aktion, die Du für Dich machst, die kann Dir auch keiner abnehmen. Und mit der Entscheidung, einen Beruf zu erlernen, "schreibst" Du in der Tat Deine persönliche Biografie. Im Zusammenhang dazu, wird das, was von Deinem Umfeld, also Deinen Freunden, Deinen Arbeitskollegen, der oder dem Vorgesetzen, und wohl so ziemlich vorndran von Deiner Mutter und ihrem LP ebenso in dieses "Lebensbuch" mit hinein geschrieben.

"Arbeit" ist mM "Beschäftigung", "Teilhabe" an einem größeren Ganzen und auch Zeichen, dass ich etwas vollbringe, dass ich meinen Teil am Bestehen von etwas "leiste", auf psychischer Ebene - jetzt einmal von dem "Preis" (aus wie viel und in welcher Form mein Beitrag besteht) und dem "Ergebnis" (also was ich dafür erhalte) - abgesehen, obwohl auch das auf einer anderen Ebene eine Rolle spielt.

Am Schluss meiner Antwort stelle ich fest, dass ich an einer Stelle wiederholt lese, in der es darum geht wie Du sagst "Wenn ich nach meinem Herzen gehe enttäusche ich zu viele Menschen". Es geht also darum, die Erwartungen anderer Menschen erfüllen zu wollen und da scheint es noch eine andere Person zu geben, die damit in Verbindung steht, diese Erwartungen ja auch erfüllen zu wollen.

Da ist richtig viel Trauer herauszulesen, wenn die Erwartungen anderer wichtiger Menschen und eigene wichtige Ziele in Konkurrenz stehen. In diesem Widerspruch bietet sich aber auch ein Ansatz, für sich Hilfe zu suchen, mit dieser schweren Last psychisch umgehen zu lernen, sie sowohl als "Zeichen" zu sehen, dass Du Hilfe brauchst, weil all dies zu überfordernd ist sowie eine Chance, eigene Prioritäten setzen zu lernen, selbst wenn sie denen anderer Leute widersprechen und für die eigenen Belange und Bedürfnisse einzutreten, wenn es geboten ist.

Wenn Du magst, beschreibe doch einmal, was es mit diesen Verlustängsten auf sich hat oder worauf Du Lust hast zu antworten.

Jetzt habe ich aber viel geschrieben und wünsche Dir von Herzen noch sehr viel Mut.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH