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Wann wieder Therapie möglich?

dJanae28x7


Mh, ich weiß nicht ob Tiefenpsychologie da was weghext, einfach weil das nunmal Bahnen in deinem Hirn sind die fest angelegt sind. Also die Reaktion ist so eintrainiert, total unwillkürlich, da nützt es auch nichts zu wissen weshalb das mal angelegt wurde, löst es ja nicht auf.

Ich bin am besten mit der Rosskurs gefahren, eigentlich hat nur das bei mir gefruchtet. Also nachfragen wenn ich eine negative Beurteilung vermutete hab ich nachgefragt. Realität gegen Hirngespinste und Ängste. Wie oft ich überrascht war, dass es gar nicht um mich ging, kann ich gar nicht mehr zählen. Es hat mich jedenfalls auf Dauer sehr befreit und langsam, ganz langsam sind die Autobahnen im Gehirn diesen neuen Erfahrungen gefolgt.

StunfloMwer_x73


Tiefenpsychologie hext davon tatsächlich nichts weg. Die bringt wunderbar viel Verständnis, aber es gibt wenig Veränderungsnotwendigkeit. Das ist jetzt nicht böse gemeint; es gibt Situationen, wo man dieses Verständnis braucht.

Bei einem so konkreten "Ich stehe hier, will dahinten hin aber weiß nicht wie" - da ist VT durchaus besser.

Nur musst DU halt immer und immer wieder aktiv umdenken. Verhaltensanalysen am besten täglich. ABC-Schema, täglich. Immer und immer wieder.

Kennt Dein Therapeut genau diese Zweifel? Kann er "schärfer" werden, tiefer bohren? Vor 2 Jahren 25 Sitzungen: Warum ging es nicht weiter? Immer nur 25 Sitzungen bringt nichts; auch jetzt sollte dringend geklärt werden, ob eine Verlängeng überhautp angedacht ist (oder Dein Thera einer derjenigen, die für Kurzzeit von der Gutachtenpflicht befreit sind und nie mehr Sitzungen machen, weil sie dann mehr schreiben müssten... :=o ).

Kurzum: Nach 13 Sitzungen ist eine Menge Luft nach oben. Wenn denn eine langfristige Begleitung überhaupt vorgesehen ist.

@ danae:

Jaja, dieses tolle Argument, dass es einem Patienten nicht richtig schlecht geht, wenn er noch um Therapie kämpft... kotzsmilie such

T:eaSrsAndxRain


Damit könntest du Recht haben, dass es mir auch nichts nützt, wenn ich den Grund weiß. Und ich finde, dass viele Tiefenpsychologen viel zu sehr pathologisieren. Nicht alle, aber schon viele. Es sind ja nicht alle tiefgründig gestört, so komme ich mir da aber vor. Das war eben auch mein Grund, warum ich das abgelehnt habe. Suche ja nach einer Lösung und nicht nach einem neuen Problem.

Mein Problem ist, dass ich immer erst nach der Situation weiß, was das schlechte Gefühl ausgelöst hat und dann kann man das meistens nicht mehr adäquat klären. In der Situation selbst funktioniere ich, wenn auch nicht so, wie ich das gern hätte. Ich komme dann halt immer mehr ins Schwitzen und versuche irgendwie, es bestmöglich hinzukriegen. Und hinterher ist mir das alles höchst peinlich und ich denke ständig "Warum hast du denn jetzt dies und das so und so gemacht/gesagt und nicht anders, das wäre viel besser gewesen". Erschwerend hinzu kommt, dass meine Ängste auch meistens noch bestätigt werden. Mir haben schon öfter Leute gesagt, dass ich ja total unsicher und aufgeregt war. Also ist es ja keine Einbildung, dass ich so wirke.

dUanaMe8x7


Jaja, dieses tolle Argument, dass es einem Patienten nicht richtig schlecht geht, wenn er noch um Therapie kämpft...

Ja, ich liebe es. Das hat so eine eigene und nur im geschloßenen System funkionierende "Mein Kampf"-Logik, denn wenn ich nicht kämpfe sondern sterbe, dann war es ernst, aber das wissen sie ja bei der Ablehnung noch nicht.

Mir haben schon öfter Leute gesagt, dass ich ja total unsicher und aufgeregt war.

Das BIST du ja auch. Aber wieso ist es schlecht so zu sein? Und hast du echte, negative Konsequenzen zu tragen?

Geht es da in erster Linie um berufliche Auftritte oder wie darf ich mir das vorstellen?

T{earsAn~dRxain


@ Sunflower:

Da hat sich was überschnitten. Hmm, mir wurde damals gesagt, dass 25 Stunden beantragt werden und als die um waren, dann dachte ich damals, dass es das eben war. Ich muss sagen, dass es mir zwar schon was gebracht hat und ich mich selbst besser verstanden habe, aber die Probleme haben sich gar nicht geändert.

Ich weiß, dass man die Therapie verlängern kann, aber damals hätte ich mir gar nicht getraut danach zu fragen, weil ich mir sicher bin, dass es andere viel nötiger haben. Das denke ich auch immer noch. Nur geht es mir halt so auch oft nicht gut, weil ich aber auch viel zu viel nachdenke und das mache ich ja selber. Ich bin also ziemlich sehr im Zwiespalt.

Dann weiß ich aber jetzt zumindest erst mal, dass ich nicht wechseln muss, um eine Besserung hinzukriegen. Mir fällt es auch in der Therapie total schwer, Wünsche zu äußern, ich versuche immer, es irgendwie zu schaffen. Das weiß mein Therapeut mittlerweile auch, aber eine Änderung ist da für mich ziemliches Neuland. Ich arbeite daran, aber ich weiß, dass das nicht morgen passieren wird. Insgesamt glaube ich halt nicht, dass ich das alles in einem halben Jahr geklärt habe.

T}earlsA^ndRxain


@ danae:

Es geht mir um den beruflichen, aber auch um den privaten Kontext. Beides belastet mich, so wie es ist. Beruflich ist mir da schon einiges gelungen. Ich kann viele Sachen besser, als es noch vor einiger Zeit war. Halt einfach durch Übung. Aber es hat sich nichts geändert, dass ich mich für menschlich nicht kompetent halte. Ich denke immer, ich bin zu wenig locker, zu kontrolliert, kann keine Gespräche am Laufen halten und verhalte mich komisch. Das belastet mich auch privat, eine Beziehung hatte ich noch nie.

Die negative Konsequenz wäre, dass mich andere nicht mögen und kritisieren, wenn ich mich so verhalte. Das wäre schon schlimm genug für mich.

S6unflVower_x73


Wenn die 25 Situngen bewilligt wurden, hast Du Bedarf. Basta. Ob andere es nötig haben, ist völlig egal.

Was ich traurig/bedenklich finde: Dass Dein Therapeut da nicht drüber gesprochen hat. Das wäre auch SEINE Aufgabe, Dir eine Rückmeldung zu geben. Eigentlich sollte man um die 20. Sitzung herum eine Bestandsaufnahme machen und weiter planen.

d|anIae87


Die negative Konsequenz wäre, dass mich andere nicht mögen und kritisieren, wenn ich mich so verhalte. Das wäre schon schlimm genug für mich.

Und genau da habe ich angefangen nachzufragen. Also gefragt ob ich mich total daneben benommen habe oder so. Einfach damit ich meine Selbsteinschtzung mal abgleichen kann mit dem was die LEute wirklich denken. War sehr erhellend und hilfreich, weil die Leute mich zwar unsicher oder so fanden, aber deshalb nicht unsympathisch sondern oft eher süß oder nett. Ich selsbst fand mich einfach doof, in der gleichen Situation.

d,anae8x7


Was ich traurig/bedenklich finde: Dass Dein Therapeut da nicht drüber gesprochen hat. Das wäre auch SEINE Aufgabe, Dir eine Rückmeldung zu geben.

So einen hatte ich auch mal. Der meinte wenn der Klient nichtmal nachfragt, dann kann der Willen nicht groß genug sein. %-|

S7unfOlo)wer_73


Mein Problem ist, dass ich immer erst nach der Situation weiß, was das schlechte Gefühl ausgelöst hat und dann kann man das meistens nicht mehr adäquat klären. In der Situation selbst funktioniere ich, wenn auch nicht so, wie ich das gern hätte. Ich komme dann halt immer mehr ins Schwitzen und versuche irgendwie, es bestmöglich hinzukriegen. Und hinterher ist mir das alles höchst peinlich und ich denke ständig "Warum hast du denn jetzt dies und das so und so gemacht/gesagt und nicht anders, das wäre viel besser gewesen".

1. Es ist, wie es ist. Du kannst es nicht mehr ändern. Und wie danae schreibt: Sind es Unsicherheiten oder Dinge, wo man sich wirklich völlig daneben benommen hat? Man kommt nun mal immer wieder ins Schwimmen; nicht umsonst gibt es u.a. die Redewendung "Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit". Das, was DU IN DIR wahrnimmst ist längst nicht das, was andere merken/mitbekommen. Die sitzen ja nicht in Deinem Kopf.

2. Ja, hinterher kann man nichts ändern. Aber Situationen ähneln sich; folgen oft gleichen Mustern. Also: HINTERHER gucken. Aber nicht im Sinne von "sich selber fertigmachen", sondern rational analysieren, was man anders machen könnte. Und dann relevante Situationen im Vorfeld im Kopf durchspielen. Aber nicht nach dem Motto "Angst vor der Angst und was alles schiefgehen kann und wo ich mich blamiere und unsicher bin und überhaupt". Sondern: Was war neulich; was habe ich hinterher festgestellt; wie kann ich das beim Durchspielen einer Situation im Vorfeld einbauen? Fokus nicht auf das Angstmachende, sondern Deinen Handlungsspielraum. Es bedeutet aber, sich auch im Vorfeld mit Situationen zu beschäftigen und nicht den Deckel draufzulassen, bis man sich hinterher wieder meint, fertig machen zu müssen.

Das klingt simpel, ist aber massives Umdenken. Das ist wie Linksverkehr: Erst super schwierig, aber irgendwann fluppt es.

T~ea,rs]AndRxain


So genau kann ich das gar nicht mehr sagen, wie er das mit mir besprochen hat. Ich bin halt davon ausgegangen, dass die 25 Stunden reichen müssen. Er wird sicher noch mal gefragt haben, wie es mir vorkommt, aber ich antworte meistens so, wie es von mir erwartet wird, wenn ich mir unsicher bin. Das lag also ganz bestimmt hauptsächlich an mir. Nur will ich eigentlich nicht bald wieder genauso dastehen, denn im Moment geht es mir nicht wirklich gut.

Das mit dem Nachfragen stimmt. Ich versuche das jetzt schon öfter hinterher. In der Situation selbst schaffe ich das nie, weil ich immer viel zu sehr auf das Funktionieren ausgerichtet bin. Das wäre gut, wenn ich es gleich da schaffen würde. Eigentlich ist es ja auch total egal, was andere denken, aber das weiß halt nur mein Kopf und nicht mein Gefühl.

d|anaex87


aber ich antworte meistens so, wie es von mir erwartet wird, wenn ich mir unsicher bin.

Nehein. Du antwortest so wie du glaubst das es von dir erwartet wird. Das ist ein verdammt großer Unterschied weil man so immer Erwartungen von früher ins heute mitnimmt.

Mir hat eine Feststellung von Hirschhausen geholfen, so banal sie auch ist:"Das die anderen immer besser da stehen als man selbst liegt nur daran, dass man von der Scheiße die den anderen so durch den Kopf geht, maximal 50% zu hören und zu sehen bekommt. Von einem selbst aber die 100%."

Frag deinen Therapeuten doch wieso das damals nicht weiter ging.

S5unf?lo`wer_73


@ danae:

:)z :)^

q"uaZcksxalbexrei


Nur kurzer Einschub, weil ihr ja schon ganz woanders seid.

Stop! Von der Gutachterpflicht befreit hat NICHTS mit Therapiebewilligung zu tun!

Sunflower_73

Falls Du Dich damit auf meinen Beitrag beziehst: Missverständnis, das meine ich gar nicht, war wohl ein bisschen zu schwurbelig. Ich wollte sagen, dass in der Psychotherapie-Vereinbarung nur einmal eine "Zwei-Jahres-Regelung" in Erscheinung tritt, und die zwei Jahre beziehen sich darauf, dass nach Abschluss einer Therapie in dieser Frist (Neu-)Anträge auf Kurzzeit gutachterpflichtig sind - also auch für Therapeuten mit Befreiung für Kurzzeit (Langzeit ist ja eh mit Gutachterverfahren, Kurzzeit bei nicht-befreiten Therapeuten auch.)
Und dass diese erwähnten "zwei Jahre" nicht bedeuten, dass in dieser Frist keine (Lang- oder Kurzzeit-) Therapie beantragt und genehmigt werden kann, wie es häufig dargestellt wird.

(Einschub Ende.)

T+eYarsA]ndR`ain


Ich melde mich noch mal, denn es hat sich eine neue Fragestellung ergeben.

Ich bin bei meinem Therapeuten geblieben und die Therapie wird wohl auch verlängert werden. Jedoch bin ich ziemlich frustriert, weil es mir eher schlechter als besser geht im Moment. Als ich am Anfang noch dachte, die angstmachenden Situationen sind das Problem, merke ich jetzt, dass vielmehr die Zeit danach das Problem ist. Ich gerate dann in endlose Gedankenschleifen, wie ich mich angestellt habe, fühle mich absolut schlecht und verletze mich dann teilweise auch wieder selbst. Solang ich arbeite, hält sich das Ganze noch in Grenzen, aber kaum hab ich mal ein paar Tage frei, denke ich nur noch nach und kann nicht aufhören damit.

Mein Therapeut hat mich auch nochmals zum Psychiater geschickt. Die Psychiaterin wollte mich direkt wieder auf einen SSRI o.ä. einstellen, aber davor hab ich so große Angst, dass eine Behandlung rein gar nichts bringen würde. Nach langem Betteln bekam ich dann Tavor 0,5mg mit. Das ist eigentlich das einzige, was meine Gedanken auflösen kann. Opipramol und Promethazin habe ich ausprobiert, bringt aber keine Besserung, dafür einen ziemlichen Überhang. Aber eigentlich gefällt mir die Situation jetzt auch nicht so richtig, weil Gedanken blockieren durch Benzos nicht die dauerhafte Lösung des Problems sein kann.

Ich bin ein bisschen ratlos, wie es weiter gehen soll. Doch noch mal SSRI (Versuch Nummer 3) oder lieber mit dem Therapeuten einen neuen Plan machen? Ich bin eigentlich gänzlich gegen Psychopharmaka als Dauerlösung bei mir eingestellt. Ich will mein Glück nicht abhängig von einer Tablette machen und ich habe Angst, sie nie wieder loszuwerden. Ich hab bei jeder Tablette das Gefühl, mir zu schaden, deshalb ist es mir auch nicht möglich, sie einzunehmen.

Hat jemand eine Idee für mich, was jetzt ein guter Weg wäre? Sollte ich mich doch zu einem Medikament überwinden? Entscheidungen fallen mir grad nicht leicht.

Danke euch @:)

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