» »

Denk-Aussetzer, Antriebslosigkeit und nur noch müde...

t%intiBnti5m hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich brauche Euren Rat.

Bei mir häufen sich "Denk-Aussetzer", beispielsweise während der Arbeit "vergesse" ich tatsächlich, woran ich gerade arbeite oder was ich bereits erledigt habe. Nach der Arbeit muss ich oft mein Auto suchen, weil ich vergessen habe, wo ich es geparkt hatte - komme dann heim (Bürojob, keine auslaugende körperliche Tätigkeit!) und bin ich oft so am Ende, dass ich teils schon um 18 Uhr im Bett liege (nicht schlafe, nur liege). Hobbys, Weggehen usw. "schaffe" ich schon lange nicht mehr - im Gegenteil, was mir früher viel Spaß gemacht hat, macht mich heute sogar wütend. Oft zwinge ich mich aber dazu oder werde gezwungen, empfinde es dann als lästig, es stresst mich und macht mich ärgerlich. Familie, Freunde, Bekannte bezeichnen das als "Faulheit", ich bin ein "pessimistischer Miesmacher", doch fehlt mir einfach die Energie.

Was jahrelang auf einem gleichbleibenden Niveau war, wird nun seit Monaten täglich schlimmer. Während dem Sprechen beginne ich zu stottern, vergesse teilweise mitten im Satz was ich sagen wollte, wiederhole mich ständig oder kann Gesprächen nicht mehr folgen. Druck im Kopf, als würde das Gehirn aufgeblasen wie ein Luftballon, Herzrasen, Schweißausbrüche, Erröten im Gesicht ohne Anlass.

Ich kann teilweise über viele Tage nicht schlafen - es ist aber nicht so, dass derweil aller Ärger und Sorgen über mich hereinbrechen. Oder ich gehe ins Bett und bin sofort weg - wache dann mit dem Gefühl auf, als hätte die Nacht keine zwei Minuten gedauert. Morgens bin ich oft nicht mehr fähig zu sprechen, muss erst einige Zeit irgendwo sitzen und die Augen offen haben um mich selbst zu finden und mich zu erinnern, was ich nun tun muss. Ja ich weiß, dass das sehr abenteuerlich klingt.

Das Wochenende besteht aus Zwängen; Wäsche waschen, Wohnung aufräumen, Einkaufen, Rasen mähen, anderes für die kommende Woche vorbereiten… Versuche ich mich zu entspannen, einfach mal abzuschalten, klappt das nicht. Mein ganzes Denken ist wie eine Liste, die ich abarbeite. Kommt irgendetwas dazwischen, habe ich ein regelrechtes Gewitter im Gehirn, das so auszehrt, dass ich mich danach glatt hinlegen müsste - was meistens natürlich gar nicht geht. Kommen Probleme auf (hohe Rechnung, Problem mit dem Auto, solche Sachen…) reagiert mein Körper auch wie eine Maschine: Kopfschmerz, Atemnot, Bauchschmerzen mit Durchfallgefühl usw. Das kommt innerhalb weniger Minuten auf einen Schlag. Weiters bin ich ständig krank: Grippe, Erkältung, Husten, Schnupfen, Heiserkeit, das volle Programm und wenn irgendein Wehwehchen herumgeht, habe ich es meistens zuerst.

Ja, ich war deshalb bereits bei Ärzten. Mein Hausarzt hat mich zu einem Psychologen überwiesen, nach vielen Monaten Wartens gab es ein "Vorstellungsgespräch". Der Arzt meinte, ich soll "mal drei Wochen Urlaub nehmen", verschrieb mir ein Schlafmittel mit Stimmungsaufheller, ansonsten sah er keinen Therapiebedarf. Mein Hausarzt meinte dazu, ich soll zu einem anderen gehen, den er mir empfohlen hat. Dieser Arzt ließ mich drei Monate in eine "Entspannungstherapie nach Pilates". Diese Therapie hat mich, der eigentlich als ruhig und zurückhaltend beschrieben wird, beinahe an den Rande des Wahnsinns getrieben. Nach diesen Entspannung- und Selbstfindungs-Sitzungen mit Räucherkerzen und Thai-Musik in einer sechser Gruppe war ich oft so erregt, dass ich am liebsten irgendjemanden einfach so anschreien wollte. Im Einzelgespräch bezeichnete mich der Arzt als starrköpfig und unwillig Hilfe anzunehmen, diese Therapie habe ich daraufhin abgebrochen.

Kürzlich ein Vorfall, an den ich nicht mehr aufhören kann zu denken: Mein Handy klingelte, mein Vorgesetzter daran, wann ich denn gedenke wieder an meinen Arbeitsplatz zurückzukommen, die Mittagspause sei seit beinahe einer Stunde vorbei. Ich lief wie ein Roboter durch einen kleinen Park, der nahe meines Arbeitsplatzes liegt und war mir nicht mehr darüber im klaren, wann und wie ich überhaupt dort hingekommen bin.

Ich weiß nicht mehr was ich tun soll, wo ich überhaupt anfangen soll, an wen ich mich wenden kann. Klar ist mir im Moment nur eines, so kann es nicht mehr weitergehen.

Antworten
Dd2x3


Dein Geist kommt nicht zur Ruhe, Du möchtest ständig an Deiner to-do-Liste arbeiten, habe ich das richtig verstanden? Ausdauersport, um Deinen Körper zu erschöpfen, hast Du schon probiert?

tointin\tim


Hallo D23,

dein eigentlich "möchte" ich nicht an meiner Todo-Liste arbeiten, nur habe ich gar keine andere Wahl. Der Sport (Basketball und Joggen) gehört zu dem Teil mit den Hobbys und musste weichen, keine Energie mehr dazu, keine Freude mehr daran.

A'nnaluena{13


Kommt mir alles sehr bekannt vor. Hört sich arg nach einem unerkannten Schilddrüsen-Problem an.

E/hemaligekr Nuptzerm (#59007x1)


Ja, ich war deshalb bereits bei Ärzten. Mein Hausarzt hat mich zu einem Psychologen überwiesen

Die Überweisung an einen Therapeuten ist an sich eine gute Idee, aber ist körperlich alles abgeklärt worden?

Dieser Arzt ließ mich drei Monate in eine "Entspannungstherapie nach Pilates". Diese Therapie hat mich, der eigentlich als ruhig und zurückhaltend beschrieben wird, beinahe an den Rande des Wahnsinns getrieben. Nach diesen Entspannung- und Selbstfindungs-Sitzungen mit Räucherkerzen und Thai-Musik in einer sechser Gruppe war ich oft so erregt, dass ich am liebsten irgendjemanden einfach so anschreien wollte.

Sorry aber: ;-D

Das hätte mich auch alles andere als entspannt.

Aber schade, ein Therapeut, der mit dir zusammen schaut, wie du dein Stressmanagement verbessern könntest und dir helfen würde, die Aufgaben nach Dringlichkeit + Wichtigkeit zu sortieren/auszusortieren und auch körperliche (Mit)Ursachen für deinen schlechten Allgemeinzustand herauszufinden, wäre sicher eine gute (echte) Hilfe gewesen.

Die Chemie/Wellenlänge sollte zw. dem Therapeuten und die passen. Vielleicht versuchst du es mit einem anderen? (Darauf zu schauen, ob der nicht wieder so spirituell angehaucht ist wie der letzte.)

Mein Hausarzt hat mich zu einem Psychologen überwiesen, nach vielen Monaten Wartens gab es ein "Vorstellungsgespräch". Der Arzt meinte, ich soll "mal drei Wochen Urlaub nehmen", verschrieb mir ein Schlafmittel mit Stimmungsaufheller, ansonsten sah er keinen Therapiebedarf.

Klingt auch nicht so gut ... Wobei die Idee mit dem Urlaub sich nicht verkehrt anhört so wie du deinen aktuellen Zustand beschreibst.

L=uci3x2


Hast du es mit eine Psychotherapie überlegt? Was du beschreibst geht schwer Richtung Burnout. Da könnte eine stationäre Reha sehr sinnvoll sein.

W}ildka4ter


Hallo tintintim,

Der Mensch ist ein komplexes Wesen, man braucht Zeiten wo man den Akku wieder aufladen kann. Körperlicher Ausgleich ist immer gut, nur Wunder darf am nicht verlangen. Es entwickelt sich alles langsam.

Die Psychologen sind überlastet, der Ärzte sind auch nicht mehr wie vor 40, 50 Jahren. Kein Wunder das man sich dann irgendwann fühlt wie ein "Rennpferd" das immer getrimmt wird um zu siegen.

Das wichtigste ist die Familie, Freunde.........

Ob die Chemie da oben im Kopf auch eine Rolle spielt ? Sicherlich ist das so !

Wünsche dir das du es bald wieder in den Griff bekommst *:) @:) :)* :)^

Frizzl-ypuzzxly


Mein ganzes Denken ist wie eine Liste, die ich abarbeite. Kommt irgendetwas dazwischen, habe ich ein regelrechtes Gewitter im Gehirn, das so auszehrt, dass ich mich danach glatt hinlegen müsste

Das Du es trotz all deiner Probleme schaffst immer wieder "aufzustehen" spricht für deine Kraft, es auch schaffen zu wollen. Es wird aber ohne wirkliche Hilfe sehr schwer sein. Deshalb würde ich dir raten, einen Antrag auf eine Reha-Maßnahme zu stellen mit der Begründung der völligen Erschöpfung. Da könnte dir dein HA helfen. Du hättest dann erst mal eine Entlastung von deinem (seit längerer Zeit?) ablaufenden Alltag und kannst dich zunächst körperlich erholen. Während dieser Zeit könntest Du dir auch in der Reha psychologische Hilfe holen bzw. deine im EP angegebenen Probleme dort schildern.

Das dich die Entspannungstherapie an den Rand des Wahnsinns getrieben hat, kann ich gut nachvollziehen. Deshalb meine Frage: Spielt sich dein Leben fast nur noch im Kopf ab? Kannst Du weinen, spürst Du noch welche Gefühle Du hast? Ich habe eher den Eindruck, dass Du eine ganz tiefsitzende Wut in dir hast, die jetzt mal ausgelebt werden will. Wut ist nicht negativ, wenn sie zur Befreiung eingesetzt wird ohne jemanden zu schaden. Körperlich schlägt man dann evtl mit der Faust auf den Tisch. Gewitter, die ja die Atmosphäre reinigen usw. finden bei dir im Kopf statt. Du wirst es nicht wirklich los und das zehrt. Meine Fragen musst Du nicht beantworten. Mit meiner Vermutung kann ich ja auch völlig daneben liegen.

C$aramaMla 2


Die Chemie im Kopf ist eine empfindliche Sache, wenn etwas aus dem Ruder läuft.

Was mir dazu einfällt: Läuft das Gehirnwasser richtig ab? Es gibt Erwachsene, die erst in späteren Lebensjahren vermehrt Probleme bekommen, die so ähnlich sind, wie das, was du beschreibst.

Das andere können Schwermetallprobleme sein, wenn man z.B. viele Amalgamfüllungen gehabt hat und diese evt. öfters mal ausgetauscht worden sind. Die Menge und die körpereigene Entgiftungsfähigkeit spielen hier eine Rolle. Auch da kenne ich jemanden, der massive Gedächtnisprobleme bekommen hat, die nach einer Behandlung in einer Klinik mit der Zeit wieder verschwunden sind.

Probleme kann auch eine Belastung mit Parasiten machen, wenn man z.B. in tropischen Ländern unterwegs gewesen ist.

Ansonsten können auch Vitamin- und Mineralstoffmängel zu Energiemangel und daraus resultierenden Gedächtnisproblemen führen. Ist bei dir mal B12, Vitamin D getestet worden? Zink, Selen, Mangan, Ferretin evt. Kupfer haben wichtige Funktionen im Körper unter anderem für das Immunsystem. Es ist eine Unterlassungssünde von einem Arzt, wenn er hier nicht mal genauer hinschaut, auch wenn man als Patient einige dieser Werte selbst zahlen muss. Da kann er ja drauf hinweisen und man kann gemeinsam schauen, was sinnvoll ist und was nicht. Leider kennen sich viele damit nicht wirklich aus.

XUiraxin


Nicht jede Methode wirkt gleich gut.

Man sagt Depressiven ja, sie sollen mal Muskelentspannung nach Jacobsen probieren.

ich hab in diesem Kurs gehockt und war hinterher einfach nur angepisst und ANGESPANNT.

Hingegen hilft mir autogenes Training sehr sehr gut.

Es gibt kein Allheilmittel und mit Räucherstäbchen zugedampft werden....bäh.

Ich würde beim Hausarzt eine Blutuntersuchung und ein EKG fordern.

Schilddrüsenwerte sollten mitbestimmt werden.

Vielleicht liegt es an der Schilddrüse oder an einem Eisenmangel...kommt mir alles nicht koscher vor, wenn der Hausarzt sofort wegschickt ohne körperliche Ursachen zu suchen

S@ilber9mondauxge


Ist aber oft so.Leider.Kann mich den anderen nur anschließen, Schilddrüse, Vitamine, falls psychisch dann gescheite Psychotherapie

S;i>lbe)rmon4daugxe


Ist aber oft so.Leider.Kann mich den anderen nur anschließen, Schilddrüse, Vitamine, falls psychisch dann gescheite Psychotherapie

t.intimnRtim


Erst einmal danke für die vielen Antworten! Hätte ja fast nicht gedacht, dass da gleich so viele kommen.

@ Fizzlypuzzly

Das dich die Entspannungstherapie an den Rand des Wahnsinns getrieben hat, kann ich gut nachvollziehen. Deshalb meine Frage: Spielt sich dein Leben fast nur noch im Kopf ab?

Das ist jetzt schwierig zu beantworten - wenn man aber vom Alltag absieht, ja.

Kannst Du weinen, spürst Du noch welche Gefühle Du hast?

Beides ja, oft sogar sehr intensiv.

Ich habe eher den Eindruck, dass Du eine ganz tiefsitzende Wut in dir hast, die jetzt mal ausgelebt werden will.

Das empfinde ich nicht so, zumindest nicht bewusst. Wut, nein, auf wen und warum?

Die sich restlichen Fragen ähneln, versuche ich das etwas zusammenzufassen:

Bei mir wurde kein "großes Blutbild" gemacht, ein "kleines" aber in einem anderen Zusammenhang, das laut Praxis "top in Ordnung" sei.

Vor ca. 5 Jahren war ich bereits wegen Dauer-Kopfschmerzen in Behandlung, wo auch ein EKG gemacht wurde. Der Blutdruck wurde damals erstmals als hoch gemessen, laut Hausarzt aber im Rahmen, den man nicht mit Betablockern behandeln müsse. Amalgam-Füllungen o.ä. hatte ich auch nie. In einem tropischen Land in dem ich mir einen Parasiten eingefangen haben könnte, war ich auch nicht. Nach dem was ich mir jetzt mit der Schilddrüse "zusammengegoogelt" habe, trifft das eher auch nicht zu.

Überwiegend sehe ich durchaus ein psychisches Problem, allerdings bin ich da aus gemachter Erfahrung schon so pessimistisch, dass ich mir mit einem erneuten Psychologen-Termin nichts wirklich verspreche. Da ich aber irgendwo anfangen muss, werde ich wohl einen Termin machen.

Danke Euch! :-)

C!arafmal{a x2


Das, was ich an Blutwerden aufgeschrieben habe, sieht man nicht im großen und auch nicht im kleinen Blutbild, es sei denn, man ist bereits sehr schwer erkrankt. Bis es so weit ist, ist der Leidensweg unter Umständen ein langer, was man über entsprechende Tests verhindern kann. Ich denke dabei, an dein Immunsystem. ;-)

CBaramal?ax 2


Soll heißen: Blutwerten

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH