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Mein Bruder ist ein Messi

s;weetwa pricot hat die Diskussion gestartet


Mein Bruder ist ein Messi und ich weiß, das anzusprechen ist ein superheisses Eisen.

Ich suche Kontaktadressen von Selbsthilfegruppen um mir die nötige Unterstützung zu holen...damit ich nichts falsch mache,

oder gibts Ideen wie ich vorgehen könnte....?

sweetapricot

Antworten
N]oarh_C


wie schlimm ist das mit deinem bruder?

wie alt ist er?

LG

Noah

leusti.ge qSonnxe


"Re:...SWEETAPRICOT

HEY SWEETAPRICOT ( SCHÖNER NIC) !!!

1) GESTEHT SICH DEIN BRUDER EIN DAS ER MESSIE IST ???

2) IST SEINE GANZE WOHNUNG DAVON BETROFFEN ???

3) FÄLLT ES IHM SCHWER ORDNUNG ZU HALTEN, ODER SICH VON

DINGEN Z.B. ZEITUNGEN, PLASTIKTÜTEN ETC. ZU TRENNEN ???

4) IST SEINE WOHNUNG IMMER CHAOTISCH, ODER NUR MANCHMAL ???

SEI MIR NICHT BÖSE, WENN ICH SO DIREKT FRAGE MEIN BESTER FREUND IST EBENFALLS MESSIE. ER SELBST BESTREITET ABER EINER ZU SEIN. WEIL ER MEINT, ES WÄRE NUR "EIN BIßCHEN UNORDENTLICH" :-o !!! ICH HABE IHM DANN DAMIT GEDROHT" WENN DU NICHT BALD FÜR ORDNUNG SORGST, BETRETE ICH DEINE WOHNUNG NIE WIEDER".

BIS ICH ERKANNT HABE, DAS ES EINE KRANKHEIT IST, WAR ES EIN LANGER UND DOCH VERSTÄNDNISLOSER WEG FÜR MICH. WEIL ICH BIS HEUTE NICHT VERSTEHEN KANN, WIE MANN ( FRAU) SEINE WOHNUNG SO VERMÜLLEN KANN :-o !!!

LG

s;weetAapricoxt


Re:Messi

Hi,Noah,

mein Bruder ist43 Jahre alt...wie schlimm?...

habe bis jetzt nur Fotos gesehen, er verhindert eigentlich seit Jahren das man ihn besucht.....der Verdacht besteht ca. 3 Jahre,

anhand der Fotos seit einer Woche augenscheinlich....alle Zimmer sind bis ca. Kniehöhe zugemüllt mit Kartons,Tüten...was wiß ich noch....?

Der Pc ist wahrscheinlich nur übers Bett erreichbar (Bett sehr schmuddelig), der Herd ist braun statt weiß .... usw. ! !

Fortgeschrittenes Stadium, denke ich.....

NQoIah_C


Was sind Messies ?

Messies –Krankheit oder Chaos?

Die meisten Messies sind äußerlich unauffällig und nicht vermüllt, wie in den Medien gern zur Schau gestellt wird. Es gibt viele Messies, die gar kein oder nur wenig äußeres Chaos haben!

Oft stehen oder standen die Betroffenen (viele Akademiker) im beruflichen Leben in verantwortlicher Position, müssen strukturiert und organisiert arbeiten.

Im Privaten ist die Desorganisation ihr größtes Problem, ausgelöst durch ein inneres Gefühlschaos und ungelöste Konflikte. Da Verlassenheitspanik und Trennungsängste eine große Rolle spielen, können Probleme mit dem Horten und Nicht-Wegwerfen hinzukommen. Messies sind ängstlich und unsicher, es können zusätzlich Depressionen, Alkoholprobleme, Kaufsucht, Arbeitssucht oder Ess-Störungen auftreten. Unserer Erfahrung nach handelt es sich bei den Ursachen um Bindungsstörungen (Messies sind unsicher-vermeidend gebunden), zu denen im Laufe der Zeit Traumata (u.a. sexueller oder emotionaler Missbrauch, Überforderung, Vernachlässigung, Ungeliebtsein, nicht einfühlsame Eltern mit erzieherischer Härte, das Gefühl, nicht angenommen zu sein) hinzukommen.

Messie – ein Mensch, dessen Alltag von innerem Chaos bestimmt wird. Manchmal zeigt sich das innere Chaos auch äußerlich in Form von Unordnung, Durcheinander und Desorganisation.

Betroffene leiden darunter, dass ihre Gedanken immer wieder um die Bewältigung der einfachsten täglich anfallenden Aufgaben kreisen und sie erleben oft eine Hoffnungslosigkeit, dieses Problem jemals in den Griff zu bekommen.

Ein Messie empfindet sein Leben als zerrissen, chaotisch, widersprüchlich und in hohem Maße frustrierend. Große Scham verhindert notwendige soziale Kontakte und Messies leiden unter der damit verbundenen Ausweglosigkeit. Sie machen sich für etwas verantwortlich, worüber sie nur wenig Kontrolle haben.

Messies fühlen sich zunehmend überfordert, sind oft reizbar und haben Schwierigkeiten, sich zu entspannen. Sie leiden unter Konzentrationsstörungen, haben Denkblockaden und Depressionen sowie Ängste. Sie fühlen sich physisch und psychisch erschöpft, grübeln viel, haben Selbstzweifel und sind unsicher.

Messies erleben ihr Selbstwertgefühl als geteilt:

Im Privaten erleben Messies ein Gefühl der Minderwertigkeit. Im Beruf haben sie ein gutes Pseudo-Selbstwertgefühl. Als Lehrer, Erzieher, Apotheker, Diplom-Ingenieure, Zahnärzte, Ärzte, Psychologen, Politiker, Manager, Künstler, u.v.m. sind sie oft perfekter als andere. Sie interessieren sich für alles Neue.

Oft versuchen Messies, sich extrem anzupassen oder sind überaktiv. Gleichwohl sind sie energie- und hoffnungslos und leiden an ihrer Lustlosigkeit und Arbeitsunlust. Messies haben keine eigene Identität und sind dementsprechend fremdbestimmt.

Messies verurteilen nicht nur ihr Verhalten, sondern sich als Mensch. Sie haben große Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen und somit Prioritäten zu setzen. Messies sind immer auf der Suche nach dem perfekten System. Finden sie es nicht - und sie finden es nie - geben sie auf. Das totale Chaos ist Ihnen lieber als eine zweifelhafte Ordnung. Messies werden von ihren Erwartungen an sich, z.B. dem Perfektionismus, beherrscht, welche sie auch blockieren und lahm legen können. So werden sie nie fertig, weil sie sich permanent verzetteln. Sie haben daher nie genug Zeit, vor allem nicht für sich selbst. Sie sind sich nichts wert und das kann auch zur Selbstvernachlässigung führen. Vieles, was Anderen leicht fällt, fällt Messies besonders schwer, z.B. Wegräumen, die Spülmaschine einschalten oder ein Fax versenden. Messies haben dann das Gefühl "ich habe versagt". Es folgt eine Scham, die im Privatleben oft zur sozialen Isolation führt. Für den Fall der Fälle wird alles aufgehoben und das kann zur Vermüllung führen. Da der Messie keine Grenzen setzen kann, grenzt er sich unbewusst durch dieses äußere Chaos ab. Wird dann eine Räumung durch Angehörige oder Ämter durchgeführt, hat der Betroffene das Gefühl, sein Leben wird weggeworfen. Das kann dann zum Suizid führen.

Traumata sind u.a. Eltern, die das Kind einschüchtern, lang anhaltende Enttäuschungen, Missachtung der ICH-Grenzen, Überstimulierung. Dieses, gepaart mit der Unfähigkeit oder dem Verbot, darüber zu sprechen oder sich zur Wehr zu setzen, sind wesentliche Verdrängungsmotoren und können zu krankhaften Entwicklungen führen. Messies sind nicht zwangskrank, können aber aus Angst und Unsicherheit heraus Zwänge entwickeln. Messies sind innerlich erstarrt und haben ihr Gefühl von Ihrem Erleben abgespalten. Sie nehmen ihre eigenen Grenzen nicht wahr und erkennen somit auch nicht die Grenzen Anderer. Die Betroffenen akzeptieren sich selber nicht. Sie können Lob durch andere Menschen nicht annehmen, werden misstrauisch und fühlen sich "verschaukelt".

Das Messie-Syndrom ist leider auch vielen Fachleuten unbekannt oder fremd. Verhaltenstherapie oder Zwangsräumungen führen nicht zum gewünschten Erfolg, sondern verschlimmern den Zustand eher.

Zugang zu der Gedankenwelt der Messies finden nur Menschen, die dieses Phänomen an sich selber erlebt haben. Daher sind die Selbsthilfegruppen, die regionalen Arbeitstagungen und bundesweiten Fachtagungen eine gute Hilfe. In den Selbsthilfegruppen arbeiten wir an der Bewusstmachung der eigenen verschütteten Gefühle, an den Konflikten und den damit verbundenen Vermeidungshaltungen. Es wird nicht über das Aufräumen gesprochen. Eine gut funktionierende Selbsthilfegruppe kann das Gefühl der Geborgenheit, die bedingungslose Anerkennung und soziale Kontakte vermitteln.

Eben das, was in der Kindheit der Betroffenen fehlte.

Folgende Merkmale sind typisch für Messies:

Sie lassen Niemanden in ihre Wohnung.

Sie horten z.B. Zeitungen und Zeitschriften.

Sie können sich fast von Nichts trennen.

Sie suchen ständig verlegte Sachen, z.B. Schlüssel, Rechnungen, Kreditkarten, u.s.w..

Sie laufen ständig Ihren Terminen hinterher.

Sie haben oft Schwierigkeiten, eine Arbeit zu beenden.

Sie versuchen ständig, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun.

Sie fühlen sich über einen langen Zeitraum

blockiert und gelähmt.

Sie bleiben vorgefassten Ideen verhaftet.

Sie sind in einmal gelernten Gedanken und Reaktionen festgefahren.

Sie kennen keinen Anfang und kein Ende.

Dieser Zustand treibt sie zur Verzweiflung und/oder in die Isolation.

Denkhaltungen eines Messies:

· Ich muss perfekt sein.

· Ich kann mich nicht durchsetzen.

·Ich bin nicht in Ordnung, kann nichts, bin nichts wert.

· Ich kann mich gegen Konflikte nicht wehren.

·Ich bin sensibel und übernehme darum die Verantwortung für Probleme anderer.

· Ich kann die Gefühle anderer (Partner, Kinder) durch mein Verhalten steuern.

· Es ist schrecklich, wenn Andere erkennen, wie ich wirklich bin.

Grundvoraussetzungen für Hilfe sind:

·Betroffene müssen sich selbst als Messie erkennen

· die innere Bereitschaft der Messies, ihr unter harten Bedingungen erlerntes Verhalten zu ändern und Hilfe anzunehmen.

· vor allem Verständnis und Akzeptanz durch die Gesellschaft mit anderen

Menschen mit gleichen Problemen. Eine Selbsthilfegruppe kann das sehr gut vermitteln.

· ein liebevoller Freund, der gut zuhört und nicht bewertet, der Lösungen aufzeigt und realisieren hilft. Dieser soll jedoch keine überhöhten Anforderungen stellen, Lehrmeister spielen oder Erfolgszensuren vergeben.

· eine begleitende Behandlung in Form einer speziellen Psychotherapie, in der an den irrationalen – nicht hilfreichen – selbstschädigenden Gedanken gearbeitet wird, eine/n Therapeutin/en, die/der sich mit der Bindungstheorie

auskennt.

[[http://www.messie-syndrom.de]]

sIwee<tapNricxot


Hallo lustige Sonne....

ich denke das geht schon Jahre so, vermutlich....sowas entwickelt sich...gerne wüsste ich über Auslöser etwas...ich bzw.ich und mein anderer Bruder - er hat's entdeckt, er hat nen Wohnungsschlüssel und hat bei abwesenheit Fotos gemacht.

Wir wissen das es falsch ist ihn gnadenlos zu konfrontieren, insbesondere wegen dem Vertrauensbruch (heimlich Fotos gemacht).

Behutsam vorgehen...aber wie ? ?

MTaulGwurf


Eine Ursache des Messie-Syndroms kann auch eine unerkannte ADS sein. Chaos, ob innerlich und/oder äußerlich, ist das Hauptmerkmal einer ADS. Ist in eurer Familie noch jemand chaotisch und/oder hyperaktiv oder verträumt?? Wie war Dein Bruder als Kind? Für Infos: [[http://www.adhs.ch]]

Viele Grüße,

lDust<igeC So+nne


Was bitte ist ADS ???

BITTE UM ERKLÄRUNG

r0ondrxa


Das ADS oder ADHS heißt Aufmerksamkeits Defizit Syndrom. Messie ist u.a. eine Form davon.

Es kann behandelt aber leider noch nicht geheilt werden.

Schaue dir am besten den Link an, den Maulwurf angeboten hat. Der ist wirklich sehr gut.

Es gab auch ein Buch, da habe ich aber den Titel vergessen. Vielleicht wäre das Buch nicht schlecht, um deinen Bruder zu zeigen, dass es eine Krankheit und keine Charakter Schwäche ist. Vielleicht will er sich dann behandeln lassen. Vielleicht kannst du dich ja auch gezielt versuchen zu informieren um dann mit deinem Bruder zu sprechen.

Ich habe ADS ohne Messie Symtome. Aber meine Mutter ist ADSler mit leichten Messie Auswirkungen. ADS ist übrigends oft vererbt.

Da du nicht geschrieben hast, wo du wohnst, ist es mit den Kontakt Adressen etwas schwierig. Ich habe ihr eine Liste mit ADS-SHGs. Die können dir aber sicher auch weiterhelfen, und vorallem die einen Arzt oder Psychotherapeuten bei euch nennen, der sich mit dem Thema beschäftig. [[http://www.ads-hyperaktivitaet.de/Eltern/eltern.html]]

Viel Erfolg

Gruß

Rondra

R5auvchschPwalbxe


Naja, bin auch einer.

Wenn auch nur ein "milder", also laufen kann man schon im Haus. Ich horte auch- Zeitungen sammeln, Schriftkram wird nur episodisch gemacht usw. Bevor ich eine Spülmaschine fülle, muss ich allen Mut zusammennehmen, sehe das als Hürde an wie die Steuererklärung. D.h. ich trenne vom Gefühl her nicht zwischen kleinen und großen Aufgaben. Ganz im Gegenteil: einfache Tätigkeiten überfordern mich. Ich will denken, lernen und die Welt verbessern (übertrieben gesagt). Mir denkt es nicht von 12 bis mittags. Ich vergesse schnell. Ich muss, wenn ein Tag dazwischen war zwischen einer angefangenen Tätigkeit und der Wiederaufnahme, sämtliche Begebenheiten neu ordnen.

Muss aber dazu sagen, das ich auch Epileptiker bin und eine Erkrankung der Nervenbahnen habe und auch schon halbseitig gelähmt war. Sprich: diese Krankheiten haben mir teilweise die Fähigkeit geraubt, zwischen jetzt, gestern und morgen zu unterscheiden. Kann zwar unerkannt leben, mache mir selbst aber einen übergroßen Druck, weil es mich wahnsinnig anstrengt, normalen Anforderungen des Lebens zu genügen. Komisch: je anspruchsvoller eine Tätigkeit und je kürzer der Zeitraum wird, den ich zur Verfügung habe, umso besser werde ich. Möglicherweise weil ich eigentlich ein übergroßer Perfektionist bin, und mir leichte Fehler nur eingestehe, wenn ich dann sagen kann: naja, im Anbetracht der Kürze der Zeit ;-)

Normaler Tagesablauf geht nicht, ich bündle und mache dann wieder überlange Pausen zum ausruhen. So kann es sein, das vor 3 Tagen alles aufgeräumt war, morgen aber alles wieder so aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Was ich nicht mag, sind so extreme Schmuddler, wo das schmutzige Geschirr sogar im Schlafzimmer steht, das mache ich nicht. Auch Müll sammle ich keinen. Bei mir sind es eher Sachen, die ich nicht wegwerfen will, weil man sie doch noch brauchen kann. Aber ich habe gemerkt, in letzter Zeit, das die Bereitschaft zum wegwerfen immer größer wird. Hier ist eher die Bremse mein Mann, der ist nämlich noch schlimmer als ich. Er will nichts wegwerfen, wenn er was sucht, ist alles durcheinandergeworfen. Klar sieht er es nicht ein: er hat ja einen Idioten, der ihm hinterherräumt, nämlich mich. Sonst könnte man hier tatsächlich schon lange nicht mehr laufen. ;-) Leider sieht er nicht ein, das er ein richtiges Problem hat, meines sieht er aber, sehr schade. Naja, werde ich mal weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen, Stück für Stück, auch wenn es mir tierisch schwer fällt.

Grüße von Rauchschwalbe

Raauc+hschpwalbe


Nachtrag:

es muss natürlich heißen: "Möglicherweise weil ich eigentlich ein übergroßer Perfektionist bin, und mir leichte Fehler nur ZUGESTEHE, wenn ich dann", nicht "eingestehe", wohl eine Freudsche Fehlleistung. ;-)

tcim+e travAellexr


loslassen? nachtrauern, festhalten wollen?

kleine zwischenschritte zur gewohnheit machen (dauert ca sechs wochen, dann hat man's intus).

perfekt (kosten/nutzen bilanz) ist nicht 100% sondern vielleicht 70%.

e!lwoHod ybl{uxes


lieber time-traveller,

der liebe gott gab dir die sprache um damit vollständige, für alle (auch minderbemittelte wie mich) verständliche sätze zu bilden. nutze diese gabe!

mit freundlicher genehmigung von

mir selbst

tCime +trave%ller


sorry, ich dachte, die stichworte würden aus dem kontext klar.

kann dein bruder etwas nicht loslassen? trauert er etwas nach? will er an etwas / einem status festhalten?

er soll sich kleine zwischenschritte zu den zielen, auf die er zusteuert, zur gewohnheit machen. bis man sich etwas angewöhnt dauert es meist rund sechs wochen, innerhalb derer man die zu erlernende gewohnheit noch bewusst wiederholen muss.

es würde ihm vorläufig auch die einsicht helfen, dass das perfekte ergebnis nicht durch 100%ige perfektion im detail erreicht wird, sonder in der optimalen kosten/nutzen bilanz zu finden ist. daher reicht es zumeist schon, wenn er von mir aus 70% seines ziels /zb ordnung, putzen,...) erreicht hat, da die restlichen 30% unverhältnismässig viel zeit rauben.

einfaches beispiel: er muss nicht alle zwei wochen einen grossputz veranstalten, damit alles spiegelt, es genügen bereits putzschwämme, die in der küche, im bad und sonstwo bereit liegen, mit denen er jedes mal nach benützung nur kurz mal drüber wischen muss. so hat er kaum aufwand, das ergebnis ist nich ganz so perfekt, aber in der summe bekommt er wesentlich mehr effekt. es ist nur wichtig, sich dieses vorgehen zu gewohnheit zu machen. was ich hier erkläre, ist den meisten menschen selbstverständlich, bedarf bei ihm aber einer bewusstmachung.

M&auOsbWibexr


Selbsterkenntnis - ein langer Weg

Das schwierige ist, dass sich dieses Verhalten ganz langsam aufbaut. Bei mir fing es unauffällig an: mit Sammeln. Zuerst Briefmarken, dann Münzen, dann Bierdeckel, dann Streichholzschachteln, Versteinerungen, Mineralien ... open end. Bis dahin ging das ja alles noch. Alle 5 Jahre ein berufsbedingter Umzug, verbunden mit der Notwendigkeit (heute weiß ich, dass es eine Chance für mich war) einiges wegzuwerfen. Nun ist der letzte Umzug schon einige Jahre her und das Haus wächst langsam zu.

Das fiel anfänglich ja auch gar nicht auf. Ich hatte immer Ausreden: Ich bin ja schließlich ein Sammler! Aber so nach und nach wurde es so, dass ich einfach nichts mehr wegwerfen kann: Zeitschriften, Bücher, Glückwunschkarten, Briefe, Rezepte - dann Gegenstände wie Vasen, Töpfe und vor allem Kleidungsstücke. Erschwerend kommt dazu, dass der Kaufwunsch gestiegen ist. Ich kaufe mir 3 Hosen und "entsorge" nur 1. Auch das fällt mir aber schon schwer. Geht nur, weil es Protest meines Mannes gab. Es ist schon leichter, wenn ich es verschenken kann (Freundin, Rotes Kreuz).

Die Selbsterkenntnis kam über Fernsehsendungen, bei denen ich erschrocken feststellte: Eigentlich bin ich ja auch so ein Messie. - Dann wieder eine Ausrede: ... aber so schlimm ist es ja bei mir noch nicht. Und das war für eine lange Zeit wieder der Haken. - Ich muss mich ja nicht ändern, weil es ja nicht sooo schlimm bei mir ist.

Eine Hilfe ist für mich immer angesagter Besuch (geht sowieso nur mehrere Tage vorher - Überraschungsbesuch ist schon lange tabu). Es ist zwar nicht kniehoch bei mir, aber es stapelt sich schon mächtig. Nun habe ich das Glück - eher das Pech für meine Störung, so sehe ich es inzwischen -, dass ich viele Ausweichmöglichkeiten habe. Wenn Besuch kommt, bin ich vorher immer fix und fertig. Schaffe es aber gerade noch, die Räume, die der Besuch betreten wird, ordentlich zu bekommen.

Schmutz kann ich nicht leiden, ebensowenig eine schmutzige Küche (unordentlich kommt vor), Bad oder Toilette. Da bin ich auch eher das Kuriosum der Perfektionistin. Wenn in der Schublade die Löffel und Gabeln nicht ordentlich liegen, muss ich es richten, egal wie wenig Zeit ich eigentlich habe. Im Beruf bin ich mir mit meinem Perfektionismus auch eher im Weg. Dadurch ständig verkrampft. Äußerlich sieht man mir sicher mein häusliches Verhalten nicht an.

Gestern habe ich den Beitrag von Noah_C gelesen und mich wiedererkannt, als würde ich in einen Spiegel sehen. Das war er, der letzte Schritt der Selbsterkenntnis. Ich glaube und hoffe, dass das der richtige Rumms war, der mich getroffen hat. Mein erster Erfolg: ich habe die 3 Stapel Versandhauskataloge in den Papiersammelcontainer geworfen (da bin ich wieder Perfektionist - ist eben auch Sammeln), ohne noch einmal hineinzusehen. Das war bisher nicht möglich: Es könnte ja etwas darin stecken, das mir gefällt und das ich auf keinen Fall versäumen darf. Es ist noch kein richtiger Kaufzwang, aber könnte vielleicht mal einer werden.

Ich wäre so glücklich, wenn ich das alles in den Griff bekäme. Die Abstände der Besuche werden immer nämlich immer länger (das ist eine neue Selbsterkenntnis).

@ sweetapricot:

Bei Deinem Bruder gibt es noch Hoffnung. Er verweigert Besuch, weil er sich schämt. Er kommt aber von alleine nicht aus der Spirale. - Lebt er alleine? Kann eine fremde Person (Klassenkamerad, Freund) sich mal telefonisch bei ihm melden? Vielleicht kannst Du ihn erst einmal zu Dir einladen oder auf neutralem Boden. Nur nicht die Holzhammermethode, d.h. unangemeldet bei ihm auftauchen - ich fürchte, dann schottet er total ab. Und vor allem nie zugeben, dass Du den Zustand der Wohnung kennst.

Gruß Mausbiber

PS: Es ist schön, eine Stelle zu haben, bei der ich über etwas reden kann, worüber ich mit niemandem sprechen konnte.

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