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Wie bekommt man Depressionen und wie vermeidet man sie?

Alias 730217 hat die Diskussion gestartet


Moin moin,

meine Frage klingt bestimmt etwas doof aber ich hätte gerne ein bisschen Input und Erfahrungen.

Ich hole mal ein bisschen aus und erzähle, wie ich zu der Frage komme.

Meine Mum war schwer manisch Depressiv. Selbstmordgedanken, stationäre Aufenthalte und alles inklusive. Mein Vater ist auch depressiv. Ist seit Jahren in Behandlung und ist so auch ein fröhlicher und witziger Typ aber absolut nicht belastbar und ständig am hadern mit seiner ach so schweren Gesamtsituation (was daran schwierig ist versteht sonst keiner).

Auch ansonsten gibt es in der Familie einige Fälle.

Nun habe ich auch im beruflichen Umfeld immer mehr Fälle von depressiven Leuten. Klassisches Burn Out ist ziemlich häufig.

Tja, ich persönlich gehe davon aus, dass ich in der Pubertät wohl selbst depressiv war. Ich schiebe das auf die sehr schwierige Gesamtsituation zuhause. Daraus folgte, dass ich mich nicht sozial angemessen verhalten habe und in dessen Folge wiederum Mobbingopfer wurde und irgendwie in einer unguten Spirale hing.

Ich habe nach dem "Sinn des Lebens" gesucht und keinen gefunden. Ich fragte mich, inwiefern das Leben lebenswert sei, wenn die Tage doch einfach doof sind. Die Schule war schrecklich für mich und der Ausgleich über Hobbys funktionierte nicht besonders. Ich bin leidenschaftlich gerne geritten und war sehr ehrgeizig, hatte aber immer das Pech, dass die Pferde ständig krank waren und ich nur Misserfolg hatte.

Vermutlich hatte die Pubertät an sich aber auch einen bedeutenden Anteil. Irgendwie hat sich das aber schleichend gegeben und ich bin dann doch noch zu einem ziemlich fröhlichen und positiven Menschen heran gewachsen.

Vor ein paar Jahren hatte ich dann nochmal eine Phase in der es mir nicht super schlecht ging aber mir machte alles nicht mehr so richtig Spaß. Ich war neu im Job und irgendwie unzufrieden mit mir und allem und das ohne Grund. Es war eigentlich alles perfekt. Mann, Haus, Job... Alles fein und ich war unglücklich.

Seit der Trennung merke ich, dass ich zwar grundsätzlich sehr sehr glücklich war, dass die extrem hohen Erwartungen meines Exs an mich, mich aber dauerhaft in einer Belastungssituation gehalten haben. Er fordert sehr viel von sich und anderen. Er fand immer, er müsste mehr Geld für uns verdienen, mehr Arbeit am Haus leisten, mehr im Garten machen, mehr aufräumen, mehr mehr mehr. Er hat auch ohne Pause gerödelt und ich nicht. Ich bin fleißig aber ich brauche Pausen und hatte immer das Gefühl, dass ich eigentlich nun auch mehr machen müsste. Das hat mich gestresst aber ich habe es nicht gemerkt, weil schlussendlich er ja immer so viel gemacht hat und nicht ich.

Ich halte das absolut nicht für eine Depression. Ich erwähne das nur, weil ich im Nachhinein feststelle, wie ich dort in eine für mich belastende Situation geraten bin, ohne es gemerkt zu haben.

Nun bin ich wirklich ziemlich happy mit mir und meinem Leben und lebe wirklich extrem gerne und freue mich auf alles Mögliche und habe das Gefühl, dass mich nichts erschüttern könnte.

Gleichzeitig durchlebe ich aber eine etwas anstrengende Phase. Ich lasse mich gerade scheiden und durchfechte nebenbei einen lange andauernden Erbschaftsstreit. Mein Job gefällt mir nicht mehr und auf Bewerbungen bekomme ich ständig Absagen. Im Zuge des Scheidungskrieges und des Erbschaftsstreits ist momentan alles super ungewiss. Dazu kommt, dass ich zeitweise mit mir selber unzufrieden bin, da ich Fehler mache, die unnötig sind. Also ich mache z.B. im Job Fehler, weil ich mit den Gedanken woanders bin und ich schaffe zuhause Dinge nicht, weil mir das Ganze schon ziemlich Kraft zieht.

Das Alles aber ohne, dass es mir dabei schlecht ginge. Es gibt mal so kurze Momente, wo alles richtig kacke ist. Das ist aber denke ich normal. Insgesamt bin ich geradezu erstaunlich gut drauf und hadere auch echt wenig mit der Situation. Ich bin super zuversichtlich, dass sich schon alles lösen wird und das Leben noch viele tolle Zeiten bereit hält und freue mich sehr drauf.

Nun kenne ich aber so viele depressive Fälle und habe einfach Angst davor. Es gibt ja eine erbliche Vorbelastung und ich sehe eben auch die vielen Fälle in meinem Job. Mein Job - und das wird sich auch durch den Wechsel des AG nicht ändern - ist anstrengend und fordernd (und spannend und toll).

Einer meiner Kollegen, steckt in einer ähnlichen Situation wie ich. Auch bei ihm gibt es wenig Familie im Hintergrund und gleichzeitig eine unschöne Scheidung. Bei ihm ist aber alles etwas länger her. Ich bekam mit, wie er erst wütend war und kämpferisch und dann schleichend immer häufiger unzufrieden mit Allem. Es kamen dann neue Dinge dazu. Neue Freundin und schnell wieder die Trennung... Weitere blöde Situationen im Job und Privatleben...

Für mich ist er mittlerweile ganz klar depressiv. Er würde das nie zugeben aber deutete schon mal an, dass "sein Problem wohl der Kopf sei, der nicht mehr so sei, wie früher".

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich frage mich, wie eine Depression entsteht. "Blöde Umstände" alleine sind es nicht. Das teste ich ja gerade. Was muss passieren, dass aus einer "blöden Phase" Depressionen werden? Welche Begleitumstände spielen da mit rein?

Und wie kann man das verhindern? Wenn man weiß, wie so etwas entsteht, kann man ja frühzeitig gegen steuern?

Danke fürs Lesen

Antworten
D?anxte


Depressionen kommen mitunter aus heiterem Himmel. Der Grund ist nicht wirklich bekannt, könnte sich aber um eine chemische Störung im Gehirn handeln. Mitunter vergeht die Depression auch genau so unvermittelt wieder, wie sie gekommen ist.

Depressionen sind recht gut mit Psychopharmaka behandelbar, nur wollen die meisten Betroffenen nicht zum Arzt gehen.

Auch äußere Faktoren können eine Rolle spielen, müssen aber nicht.

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