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Asperger Syndrom

p-elz1tierx86


...Introvertiertheit ist nicht gleich Sozialphobie...Introvertiertheit würde unter eine Spielart neurotypischen Verhaltens fallen, Sozialphobie ist tatsächlich eine Erkrankung.

Den Test habe ich nicht vollständig aus dem erwähnten Grund gemacht, nur die Fragen überflogen. Die Fragen, die offensichtlich speziell auf Asperger abzielen, kann ich meistens klar beantworten mit entsprechend hohen Punktzahl für pro Asperger.

Aber letztlich kann eine solcher Test keine Verdachtsdiagnose stellen, das ist doch klar.

P/lane\tenwinxd


...Introvertiertheit ist nicht gleich Sozialphobie...

Ja ich weiss, hab mich ein bisschen zweideutig ausgedrückt. Ich wollte mehr darauf hinaus, dass der Test bei der Auswertung auch auf andere mögliche Dinge hinweist.

MPoZnstxi


So werden sicherlich introvertierte Menschen als potenzielle Asperger-Betroffene entlarvt, die keinen Asperger haben, und umgekehrt.

Ein sehr introvertierter und sich mitunter auch recht seltsam verhaltender Freund von mir hatte den Test ebenfalls gemacht. Ergebnis: neurotypisch.

Zudem muss man mit dem Asperger-Syndrom keineswegs introvertiert sein. Ich z.B. bin eher extrovertiert.

p;el"ztieArx86


Zudem muss man mit dem Asperger-Syndrom keineswegs introvertiert sein. Ich z.B. bin eher extrovertiert.

Das ist schon klar...Die Mehrheit wird dennoch eher introvertiert sein...

Wenn ich fragen darf aus Interesse: Wie macht sich die Extrovertiertheit denn bei dir bemerkbar?

Aber mein Problem bei dem Test ist tatsächlich, dass ich manche Fragen schlicht nicht beantworten kann; würde ich sie z.B. meiner aktuellem Lebenssituation bzw. meinem Alltag entsprechend beantworten, dann würde ich nicht meine eigentliche Persönlichkeit damit abbilden.

Aber außerhalb dieser Spezialfälle mag der Test schon relativ gut funktionieren.

Ekhemali[ger Ndutze8r (\#59007Q1)


Manche Fragen aus dem Test finde ich seltsam. Was hat z.B. die Frage "Hast du gern Fallen gebaut oder gestellt?" mit neurotypisch oder nicht zu tun? ... Oder "Fällt es dir sehr schwer, Dinge zu lernen, die dich nicht interessieren? " - welcher Mensch lernt nicht etwas schwerer, wenn ihn der Stoff nicht interessiert?!

ppel*ztiHer8x6


@ Zuschauer

Stimmt, das habe ich mir auch gedacht...

Ewhemaliiger Nutrz>e/r (#5900e71x)


Mein Ergebnis bei diesem Test lautet:

"Dein Aspie-Wert: 110 von 200

Dein neurotypischer (nicht-autistischer) Wert: 85 von 200

Du scheinst sowohl neurotypische als auch Aspie-Charakterzüge zu haben"

M8o1ns{ti


Zuschauer

"Fällt es dir sehr schwer, Dinge zu lernen, die dich nicht interessieren? " - welcher Mensch lernt nicht etwas schwerer, wenn ihn der Stoff nicht interessiert?!

Hier kann ich natürlich nur von mir ausgehen: In der Schule tat ich rein gar nichts in den Fächern, die mich nicht interessierten. Das waren Geschichte, Chemie und Französisch. Was im Unterricht besprochen wurde, ging bei mir zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus. Entsprechend mies waren auch meine Noten. In Fächern, die mich interessierten, war das Gegenteil der Fall. In diesen Fächern war ich durchweg Klassenbeste. Meine Devise war und ist bis heute "alles oder nichts".

Das Problem bei diesem Test ist, dass er primär für Menschen entwickelt wurde, bei denen der Verdacht auf Asperger-Syndrom vorliegt. Entsprechend sind die Fragen gestellt. Für unsereins sind sie eindeutig, für neurotypische Menschen oft nicht. Weiter s.u.

pelztier

Wie macht sich die Extrovertiertheit denn bei dir bemerkbar?

Sie macht sich dadurch bemerkbar, dass ich vollkommen ungehemmt und sehr offen auf andere Menschen zugehe. Deshalb finde ich auch überall sehr schnell Anschluss. Ein Problem ist allerdings, dass ich aufgrund der z.T. sehr ausgeprägten Aspie-Eigenschaften nur wenige Freundschaften auf Dauer halten kann. Den meisten bin ich längerfristig zu direkt, zu undiplomatisch und in den Augen vieler zu "weltfremd", da ich mich z.B. weder für Mode, Kosmetik und Schmuck, noch für Wellness-Oasen, Kino, Shopping oder Festlichkeiten interessiere. Echte Freundschaften kann ich auf Dauer nur mit Menschen pflegen, die wichtige Interessen mit mir teilen. Mein enger Freundeskreis beschränkt sich deshalb auf eine Handvoll Leute (darunter ist auch ein diagnostizierter Aspie mit demselben Spezialinteressen).

Den Aspie-Quiz macht man i.d.R. nicht nur einmal, eben weil bestimmte Lebenssituationen das Ergebnis verfälschen können. Ich habe diesen Test schon sehr oft absolviert, und zwar in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und jedes Mal so, wie es meiner momentanen Verfassung entsprach. Die Ergebnisse unterscheiden sich aber nur minimal. Die Grundtendenz ist bei allen Ergebnissen identisch.

Die offizielle Diagnostik arbeitet natürlich ebenfalls mit solchen Fragebögen. Hinzu kommen aber auch noch einige andere Tests. Zwei Beispiele:

Einer davon war bei mir z.B., dass vor mir ohne Vorwarnung die Jalousie heruntergelassen wurde. Sodann sollte ich beschreiben, was man beim Blick aus dem Fenster sieht. Aspies haben meist eine extrem detailorientierte Beobachtungsgabe, und so gelang es auch mir, den Blick aus dem Fenster weitgehend lückenlos und korrekt zu beschreiben - inkl. der Zimmerpflanzen im Fenster und Gardinenfarben. Die Ärztin staunte, denn ich beschrieb Details, die ihr selbst noch nie aufgefallen waren - z.B. eine Überlandleitung oder das Material der Fenster der beiden Häuser, die man gegenüber sah. Das eine Haus hat Kunstofffenster ohne Unterteilung, das andere traditionelle Holzfenster mit Fensterkreuz.

Einen weiteren Test absolvierte ich an an der Uni Innsbruck: Mir wurde am Bildschirm eine Frau gezeigt, die "mich" mit freundlichem Hallo ansprach und einige Minuten lang "mit mir sprach". Ich erhielt zuvor eine Spezialbrille und sollte die kurze Ansprache möglichst aufmerksam verfolgen. Anschließend wurde mir gezeigt, wohin ich dabei geschaut hatte - nämlich fast nie direkt in die Augen, sondern ständig irgendwie drum herum. Oft blieb ich an ihrem herzförmigen Haaransatz und den auffällig großen Ohrläppchen hängen. Ansonsten war mein Blick überwiegend auf den Mund gerichtet. Man zeigte mir anschließend das Blickmuster eines neurotypischen Probanten. Das Muster war zwar genauso chaotisch wie meines, aber die Hauptblickrichtung waren die Augen, und nur ganz kurz der Mund.

E{hema$ligeAr Nurtzer ,(#L5900x71)


@ Monsti

Hier kann ich natürlich nur von mir ausgehen: In der Schule tat ich rein gar nichts in den Fächern, die mich nicht interessierten. Das waren Geschichte, Chemie und Französisch. Was im Unterricht besprochen wurde, ging bei mir zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus. Entsprechend mies waren auch meine Noten. In Fächern, die mich interessierten, war das Gegenteil der Fall. In diesen Fächern war ich durchweg Klassenbeste. Meine Devise war und ist bis heute "alles oder nichts".

Offen gesagt liest sich das sehr neurotypisch für mich. Wenn du intelligent bist (bzw. bist du ja sehr intelligent erwiesenermaßen) ist es auch nicht überraschend, dass du in den Fächern, die dich interessiert haben, gleich Klassenbeste gewesen bist. Aber dieses Schema von dem eigenen Engagement von Fach zu Fach sehr zu schwanken je nachdem, ob es einen interessiert oder nicht (was naheliegenderweise mit besseren oder schlechteren Noten einhergeht je nach Intellekt desjenigen), haben die meisten neurotypischen Schüler (auch). ... Es ist da eher unnormal, sich für alle Fächer zu interessieren und in vielen Bereichen gut zu sein. Die meisten haben angeblich oder tatsächlich einen Schwerpunkt entweder auf Sprachen oder auf Naturwissenschaften.

p1el[ztierx86


"Fällt es dir sehr schwer, Dinge zu lernen, die dich nicht interessieren? " - welcher Mensch lernt nicht etwas schwerer, wenn ihn der Stoff nicht interessiert?!

Ich glaube auch, dass diese Aussage, zumindest so (d.h. etwas unpräzise) sie hier formuliert ist, auf viele Menschen zutrifft. Vielleicht hätte präzisiert werden sollen, indem danach gefragt wird, ob die betreffende Person sich sehr schwer tut Dinge zu lernen, die sie nicht interessieren, selbst wenn sie sich ehrlich bemüht und um die Notwendigkeit des Erlernens dieser weiß...?

Aber selbst dann denke ich, dass Asperer-Betroffene mit einem weniger schwer ausgeprägten Bild viel über Intelligenz und die Persönlichkeit kompensieren können. Wenn man z.B. weiß, dass das Erlernen einer uninteressanten Sache notwendig ist, um das gewünschte Fach studieren oder Zusammenhänge in seinem Spezialgebiet besser verstehen zu können, dann bekommt die Sache zumindest einen Sinn, der das Erlernen ein wenig erleichtern kann, und damit ist zumindest eine minimale Motivation gegeben. Allerdings: strebsam etwas zu lernen, nur weil mir gesagt wurde, dass ich es lernen sollte und wichtig sei, habe ich auch nie gekonnt.

Als Unterscheidungsmerkmal zwischen Asperger-Betroffene und Neurotypische finde ich aber diese Frage weniger geeignet.

Auch weiß ich wenig mit der Frage, ob man gerne neue Menschen kennenlerne, anzufangen. Wenn ich frei antworten dürfte, müsste ich folgendes sagen: nein, nicht unbedingt; weder ein klares Ja noch ein klares Nein. Ich lerne gerne Gleichgesinnte oder Menschen, die viele meiner Interessen teilen oder mit denen ich zumindest auf einer intellektuellen Ebene diskutieren kann und gewisses Maß an Gemeinsamkeiten vorhanden sind. Und um diese kennenzulernen ist das Kennerlernen von neuen Menschen ein notwendiges Übel, das ist mir völlig klar. Angenehm sind mir Kontakte mit neuen Menschen deswegen trotzdem nicht, und ich bin dann meist auch angespannt, weil ich mich zu Beginn halbwegs sozial kompatibel zu präsentieren versuche um nicht gleich jeden abzuschrecken und mir damit von vornherein die Möglichkeit zu nehmen, dass man bereit ist mich besser/näher kennenzulernen . Gaebe es einen anderen Weg zum Ziel, würde ich diesen bevorzugen. Was soll ich also auf die Frage antworten.

pIelz't,iexr86


Und noch präziser müsste ich sagen, dass es nicht der Vorgang des Kennenlernens auch potenzieller "Kandidaten" (Gleichgesinnte) selbst ist, den ich gern mag, sondern das potenzielle Resultat, nämlich das Haben des adäquaten Gespraechspartners bzw. des Freundes.

p elz>tier8x6


Einer davon war bei mir z.B., dass vor mir ohne Vorwarnung die Jalousie heruntergelassen wurde. Sodann sollte ich beschreiben, was man beim Blick aus dem Fenster sieht. Aspies haben meist eine extrem detailorientierte Beobachtungsgabe, und so gelang es auch mir, den Blick aus dem Fenster weitgehend lückenlos und korrekt zu beschreiben - inkl. der Zimmerpflanzen im Fenster und Gardinenfarben. Die Ärztin staunte, denn ich beschrieb Details, die ihr selbst noch nie aufgefallen waren - z.B. eine Überlandleitung oder das Material der Fenster der beiden Häuser, die man gegenüber sah. Das eine Haus hat Kunstofffenster ohne Unterteilung, das andere traditionelle Holzfenster mit Fensterkreuz.

Ein stark fotographisches Gedächtnis und einen Blick für das Detail habe ich auch.

Gerade vorhin habe ich meine Mutter auf meine Kommunikation mit ihr angesprochen, und sie meinte, dass es ihr bei mir bereits als Baby/Kleinkind aufgefallen sei, dass ich kaum Blickkontakt suche und nur wenig halte. Das habe sich deutlich verändert, war aber einfach ich...

Und gerade in den letzten Tagen ist es mir selbst aufgefallen, dass ich selbst bei emotionalen Themen kaum Blickkontakt zu ihr suche/halte.

M&ons6ti


Noch einmal: Das Asperger-Syndrom ist ein SYNDROM, das sich nicht anhand einzelner Merkmale festmachen lässt, sondern nur an der typischen Kombination einer Vielzahl an Symptomen. Allem voran steht m.E. eine spezifische Art der Wahrnehmung und Verarbeitung derselben, die sich gravierend von neurotypischen Menschen unterscheidet. Ich weiß nicht, wie ich das anders ausdrücken soll ...

Eghemalige5r Nuvtzerx (#590071)


@ Monsti

Also es ging mir nur um dein eines Beispiel (weil ich das wirklich für ein Massenphänomen halte, sowohl bei NT als auch Aspies) und diese beiden Fragen aus dem Test. Dass du Asperger-Autistin bist und damit spezifische "Andersartigkeiten" einhergehen, zweifle ich nicht an.

Früher gab es im weiteren Bekanntenkreis meiner Eltern ein Paar mit zwei Söhnen, denen beiden Asperger-Autismus diagnostiziert worden ist. Bei dem einen war das im Alltag offensichtlicher, bei dem anderen nicht - der konnte sich besser anpassen. Persönlich hätte ich bei dem einen (den besser angepassten) auf soziale Scheu oder Schüchternheit getippt. Der ist mal zu Besuch mitgekommen bzw. von seinen Eltern mitgebracht worden. Praktisch finde ich, dass man selbst nicht so viel an Mimik schauspielern muss im Kontakt.

EWhema/liTger Nu9tze>r (#590E071x)


Was haltet ihr von diesem Test?

[[http://www.aspergia.de/index.php?cat=Tests&page=Augenpartientest Augenpartietest (Aspergia.de)]]

(Den finde ich persönlich selbst schwierig und das Ganze endet mehr in besserem Raten oder Wissen, wie dem, dass sich bei einem "echten Lächeln" auch die Ringmuskeln um die Augen zusammenziehen und man diese "Lachfalten" um die Augen sieht; anders als beim reinen Höflichkeitslächeln. Aber ich habe im Alltag keine Schwierigkeiten anhand anderer Informationen mein Gegenüber einzuschätzen bzgl. seiner Stimmung und habe im Übrigen auch kein Autismus.)

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