» »

Posttraumatische Belastungsstörung nach zwanzig Jahren?

ZJufalls(Nutzemrna'me hat die Diskussion gestartet


Hatte als Kind ein unangenehmes Erlebnis, über welches ich bis heute nie mit jemanden persönlich gesprochen habe. Ich hatte es nie vergessen und konnte mich auch immer dran erinnern, aber ... es hat mich nie "belastet". Es war nie in meinem "aktivem Gedankengang", so würde ich es ausdrücken.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag aber habe ich aus dem Nichts daran gedacht und plötzlich ist es intensiv "da". Ich kann mich von diesem Gedanken daran nicht mehr lösen, hatte sogar Bauchschmerzen gestern.

Vor ein Paar Tagen habe ich allen Mut aufgebracht und in einem spezialisierten Chat über das Erlebnis gesprochen, ich dachte dies würde mich "kurieren", aber die Fixation ist immer noch da.

Was tun? Wie die Fixation lösen?

Antworten
ssweeOnxy43


Zufallsnutzername

Den ersten wichtigsten Schritt hast du schon getan, du hast es ausgesprochen :)_ Nur wenn wir das "Kind " beim Namen nennen kann es "bearbeitet " werden, das braucht aber Zeit :)*

Oft kommen solche Sachen erst Jahre oder gar Jahrzehnte an die Oberfläche und man wird dann regelrecht erschlagen damit.

Wie die Fixation lösen?

Vielleicht schaffst du es alleine. Schau dir das Problem genau an, achte auf deine Gefühle. Hast du Angst beim betrachten oder was genau löst es in dir aus ? Welche Gefühle es auch immer in dir auslöst, lass sie zu und versuche sie anzunehmen.

Man brauch nicht immer psychologische Hilfe aber manchmal schon. Z. B. kommen da manchmal körperliche Dinge dazu wie z. B. Panikattacken usw. Das kenne ich aus eigener Erfahrung und dann ist es gut sich Hilfe von aussen zu holen.

_mParv?ati[_


Hallo Zufallsnutzername,

eine PTBS kann durchaus auch verzögert auftreten. Ich hatte als Jugendliche auch Traumata erlitten und kam die ersten Jahre gut damit zurecht bis ich 15 Jahre später durch einen Nachrichtenbeitrag im TV getriggert wurde. Dann brach es über mich ein wie eine Sturmflut.

Ich musste eine Therapie machen. Danach ging es mir wieder gut :-) Ob bei dir tatsächlich eine PTBS vorliegt, wird sicher nur ein Fachmann klären können. Ich würde dir auch raten Hilfe zu suchen, um dein Erlebnis aufzuarbeiten. Es wird wahrscheinlich schwierig, es ohne psychologische Unterstützung in den Griff zu bekommen.

ZAufal lsNut)ze(rname


Den ersten wichtigsten Schritt hast du schon getan, du hast es ausgesprochen

Es "auszusprechen" hatte aber keinen großen Effekt (bis auf zitterige Hände beim Schreiben). Kann aber daran liegen, dass vor einem Computer etwas zu schreiben nun mal nicht die gleiche Katharsis bewerkstelligt wie ein echtes Gespräch.

Zwischen anonym irgendwo was hinzuschreiben und vor jemanden "live" darüber zu sprechen, dazwischen liegen Welten. Bin aber überhaupt nicht scharf drauf.

Schau dir das Problem genau an, achte auf deine Gefühle. Hast du Angst beim betrachten oder was genau löst es in dir aus ?

Es ist ein undefinierbares, unangenehmes Gefühl. Die meiste Angst habe ich davor, dass es dauerhaft bleibt.

Die größte Angst ist die Möglichkeit, dass ich es nicht selbst auflösen kann. Jemanden im echten Leben dazu hinzuziehen ist mir wirklich zuwider.

Das Ereignis selbst war .. unerwünschter sexueller Kontakt als Kind (10 Jahre alt). Das ist quasi das Fünf-Sterne-Deluxe Trauma für alle Seelenklempner. Alles drumherum widert mich wirklich an, die Terminologie, die Reaktion der Menschen darauf, das ganze Gesamtpaket was damit einhergeht. Ich war nie in dieser "Opferwelt" und will da auch nicht hin.

Mich würde es interessieren, ob es hier Leute gibt, die diese plötzliche Fixierung des Verstandes von allein lösen konnten, vielleicht mit irgendwelchen "Techniken". (Atemübungen? Hochdosierten Vitaminpillen?)

Zwufal lsNugtkzer]namxe


eine PTBS kann durchaus auch verzögert auftreten. Ich hatte als Jugendliche auch Traumata erlitten und kam die ersten Jahre gut damit zurecht bis ich 15 Jahre später durch einen Nachrichtenbeitrag im TV getriggert wurde. Dann brach es über mich ein wie eine Sturmflut.

Ich musste eine Therapie machen.

Und sind Sie jetzt "kuriert"? Ist es vorbei?

N\urari3hyoxn


Meine PTBS äußerte sich erstmals im Alter von 18. Es kam anscheinend wie aus heiterem Himmel, aber es gab wohl schon lange vorher Auffälligkeiten. Zum ersten Mal in Behandlung war ich dann erst knappe 3 Jahre später. Es folgte ein Diagnosemarathon quer durch die Liste psychischer Erkrankungen, bis nach insgesamt 12 Jahren nach "Ausbruch" der Erkrankung (im Alter von 18) die Diagnose PTBS im Raum stand, die alles erklären konnte. Leider hatte sich mein Zustand über die Jahre stets verschlechtert und die PTBS hatte sich chronifiziert.

Jetzt bin ich medikamentös eingestellt und in ambulanter Therapie. Ich bin auch einem guten Weg, mit der Erkrankung leben zu lernen. Das Wort "kuriert" habe ich aus meinem Wortschatz gestrichen.

Wichtig ist, sich der Geschichte anzunehmen, bevor alles aus dem Ruder läuft. Nimm die Sache ernst und suche dir psychologische Beratung. Eine akute Belastungsreaktion ist gut behandelbar, wenn man sich darauf einlässt.

ZRufallsNu0tzerndamxe


Meine PTBS äußerte sich erstmals im Alter von 18. Es kam anscheinend wie aus heiterem Himmel, aber es gab wohl schon lange vorher Auffälligkeiten.

Nun gut, ich muss zugeben, "Auffälligkeiten" habe ich auch (bin als 32-Jähriger Mann immer noch Jungfrau) ... Aber, klingt jetzt bizarr für Außenstehende, ich war wirklich sehr zufrieden mit der Gesamtsituation bislang. Fast schon eine Art "Stolz" gehabt auf meine Lebensweise bis dato (hatte viel Zeit für andere Dinge).

Wenn ich jetzt diese plötzliche Fixierung nicht hätte... wäre ich weiterhin froh.

sbwe7eny4x3


Wenn ich jetzt diese plötzliche Fixierung nicht hätte... wäre ich weiterhin froh.

Deine Vergangenheit holt dich schlicht und ergreifend ein. Jetzt kannst du das entweder verdrängen /ignorieren oder du stellst dich dem.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das es nur eine Zeitlang funktioniert zu verdrängen aber früher oder später geht's nicht mehr.

Mich würde es interessieren, ob es hier Leute gibt, die diese plötzliche Fixierung des Verstandes von allein lösen konnten, vielleicht mit irgendwelchen "Techniken". (Atemübungen? Hochdosierten Vitaminpillen?)

Ich bin selber Opfer von sexuellem Missbrauch, da gibt es keine "Pille " damit das Traumata verschwindet. :|N. Da hilft nur die Aufarbeitung, ich war deswegen 6 Jahre in ambulanter Therapie. Dort habe ich den ganzen Mist nach oben gezerrt was nicht immer einfach war aber für mich letztendlich mein ! richtiger Weg.

Jemanden im echten Leben dazu hinzuziehen ist mir wirklich zuwider.

Ging mir auch so,kann dich da sehr gut verstehen :)_ Ich dachte auch ich pack das alleine. Dann kamen Panikattacken und da bin ich erst in eine Gesprächstherapie. Da hab ich gelernt was die bedeuten und wie ich damit umgehen kann. Dach dem Jahr war alles easy, die "Sache " für mich gegessen. Damals war ich 26 als es anfing , meine Kinder waren 2 und 4

Mit 33 kamen die Panikattacken mit voller Wucht wieder und da wusste ich das sich nicht's aber auch gar nicht's erledigt hatte und ich mich jetzt stellen muss. Mit den Panikattacken zu leben kam für mich überhaupt nicht in Frage,ich wollte ein normales Leben. :)z

m>inimxia


Es "auszusprechen" hatte aber keinen großen Effekt (bis auf zitterige Hände beim Schreiben). Kann aber daran liegen, dass vor einem Computer etwas zu schreiben nun mal nicht die gleiche Katharsis bewerkstelligt wie ein echtes Gespräch.

Richtig. Ein face-to-face Gespräch mit z. B. einem Therapeuten ist eine ganz andere Herausforderung. Da gilt es Scham, Ekel, Wut, Hilflosigkeit etc. zum einen zu überwinden und zum anderen auszuhalten. Und es ist nicht gesagt, dass die Katharsis bereits nach dem ersten Gespräch eintritt, die kann auch schleichend kommen.

Bin aber überhaupt nicht scharf drauf.

Das ist wohl keiner, der sich mit unangenehmen Themen auseinandersetzen muss.

Es ist ein undefinierbares, unangenehmes Gefühl. Die meiste Angst habe ich davor, dass es dauerhaft bleibt.

Ich kann dir versprechen, je mehr du dich gegen die "Bereinigung" dieses Problems wehrst, desto mehr Macht und Wucht verleihst du dem Ganzen.

Die größte Angst ist die Möglichkeit, dass ich es nicht selbst auflösen kann. Jemanden im echten Leben dazu hinzuziehen ist mir wirklich zuwider.

Ich glaube, jeder, wirklich jeder, der sich plötzlich mit unguten Gefühlen konfrontiert sieht, ist bestrebt, die erstmal alleine lösen zu wollen. Und nicht wenige haben ein jahrelanges Leiden und dementsprechende Minderung ihrer Lebensqualität hinter sich, weil sie die echte Konfrontation mit ihrem Thema gemieden bzw. in Eigenregie nur unzureichend erarbeitet haben. Selbst Therapeuten brauchen einen Kollegen, weil sie sich eben nicht selber therapieren können.

Alles drumherum widert mich wirklich an, die Terminologie, die Reaktion der Menschen darauf, das ganze Gesamtpaket was damit einhergeht.

Absolut verständlich. Dieser Missbrauch hat nicht mal eben nur so stattgefunden, sondern auch einiges an, womöglich auch ambivalenten, Gefühlen bei dir abgespeichert. Und die können sich in vielfältiger Weise bemerkbar machen.

Mich würde es interessieren, ob es hier Leute gibt, die diese plötzliche Fixierung des Verstandes von allein lösen konnten, vielleicht mit irgendwelchen "Techniken". (Atemübungen? Hochdosierten Vitaminpillen?)

Es ist keine Fixierung deines Verstandes, sondern lang unterdrückte Emotionen machen sich nun bemerkbar. Die sind aber rationell nicht wegzudenken oder -argumentieren. Die Aufarbeitung deiner Problematik wird wohl nur auf der Gefühlsebene funktionieren.

Glaube mir, wenn man die Seele (mit ihren unverarbeiteten Problemen) tatsächlich mit Atemübungen, Vitaminpillen, Yoga & Co. austricksen/beruhigen könnte, gäbe es keinen, aber auch keinen Therapeuten mehr auf dieser Welt.

Du willst die Kontrolle über dein Leben zurück? Dann überwinde die Abwehr und suche adäquate Hilfe, bevor du zunehmend in einem Vermeidungssumpf landest. Denn der Weg daraus wieder zurück, ist um einiges langwieriger und schwerer.

Zmufea6llsNutzuernamUe


bevor du zunehmend in einem Vermeidungssumpf landest.

Das ich bin schon lange. Außer einigen Verwandten habe ich einen anderen Menschen nicht mal geküsst. Selbst jemand Fremdes zu Duzen fällt mir schon sehr schwer.

Aber wie gesagt, ich habe mich so an dieses Leben komplett gewöhnt, ich kann mir nichts anderes vorstellen, und hätte es auch nie. Am liebsten würde ich einfach nur diese.. ich bleibe mal bei dem Wort, Fixierung an die Erinnerung, wieder loswerden und sonst nichts weiter.

Wenn ich mal bei einem Arzt bin, und die Messen den Blutdruck, dann ist er immer vielfach erhöht. Zuhause dagegen ganz normal. Die bloße Berührung eines gewöhnlichen Arztes/Ärztin/Schwester macht mir schon zu schaffen und sorgt für die Überreaktion.

Im Angesichts dessen.. zu einem Therapeuten zu gehen, mit DIESEM Thema. Großer Gott.

Niu)rarih=yxon


Im Angesichts dessen.. zu einem Therapeuten zu gehen, mit DIESEM Thema. Großer Gott.

Du kannst das Thema zeitnah angehen und unter Zuhilfenahme eines Therapeuten intervenieren, oder - vermutlich vergeblich - darauf warten, dass sich das Ganze von selbst erledigt. Letzteres führt, wie dir viele Betroffene sicherlich bestätigen können werden, straight in die Chronifizierung, im Zuge derer du dich für den Rest deines Lebens mit unanagnehmen, sich u.U. noch verschlimmernden, Symptomen herumschlagen musst.

Ja, es gibt Menschen, die "einfach" damit Leben, die nicht permanent negativ durch das Erlebte beeinflusst sind. Zu denen gehörst du nicht mehr. Wenn die Scheiße einmal auf den Tisch ist, dann bleibt sie das auch.

Deine Entscheidung. Die kann dir keiner abnehmen.

mkin;imxia


(Vermeidungssumpf->) Das ich bin schon lange.

Ja, aber schlimmer geht leider immer!

(Fixierung an die Erinnerung), wieder loswerden und sonst nichts weiter.

I know! :)z

Im Angesichts dessen.. zu einem Therapeuten zu gehen, mit DIESEM Thema. Großer Gott.

Je mehr Vertrauen du in einen Therapeuten aufbauen kannst, desto besser wirst du dich deinem Thema annähern können. Eine Therapie ist ein langsamer Weg, denn der Zugang zu den Gefühlen will erarbeitet werden.

Wann auch immer es soweit sein wird, dein Punkt X wird kommen, an dem du einer Therapie nicht mehr mit solcher Abwehr gegenüber stehst, sondern sie als helfenden und erlösenden Prozess ansiehst. :)z

D)ie S^eh$erin


kannst du denn irgendwie erklären, was der auslöser war, dass dieses trauma plötzlich "aufgeploppt" ist?

hast du jemanden kennengelernt, gab es einen körperlichen kontakt, der eine innerliche grenze überschritten hat, hast du einen film gesehen, der das befördert hat?

ich selber habe zwar kein trauma zu verarbeiten, aber im rahmen einer eheberatung hat die therapeutin meiner mutter versucht, auch uns "kinder" ins boot zu holen. die wollte dann meine komplizierte kindheit "zerpflücken" wegen der erzählungen über die beziehung zwischen ihr und meinem vater.

ich selber habe aber gemerkt, dass meine verdrängungsmechanismen so gut funktionieren, dass ich das nicht will. das war eine innere "kosten-nutzen-analyse.

vielleicht kannst du für dich ja auch so eine analyse machen. ob du dich insgeheim nicht nach einer beziehung, nach berührung und zärtlichkeit sehnst... ob genau dieses trauma dir im weg steht.

oder ob deine (vermeintliche?) zufriedenheit mit deinem leben die wirklich bessere wahl ist?

Z{ufa|llsNu!tz|ername


kannst du denn irgendwie erklären, was der auslöser war, dass dieses trauma plötzlich "aufgeploppt" ist?

Keine Ahnung.

Samstags, kurz vor dem Einschlafen (schon fast geträumt) hatte ich plötzlich diese Erinnerung im Kopf und seitdem ist das ganze festgefahren. Wie ein eingeklemmter Nerv. Die Gedanken daran lösen sich nicht.

hast du einen film gesehen, der das befördert hat?

Vielleicht.

Ich habe an diesem Abend kurz vor dem Schlafengehen eine Actionserie gesehen, mit einer Folterszene darin. Aber, diese Szene hatte nichts mit meinem Erlebnis zu tun. Das war völlig anders.

mqinijmia


mit einer Folterszene darin. Aber, diese Szene hatte nichts mit meinem Erlebnis zu tun. Das war völlig anders.

Eines haben aber diese Folter-Szene und dein Erlebnis gemeinsam: Einer war jemand anderem ausgeliefert.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH