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Posttraumatische Belastungsstörung nach zwanzig Jahren?

Rxye


Da läuft vieles unbewusst ab und das ist es, was sich in den diffusen Gefühlen niederschlägt.

Leider hilft bei so tiefliegenden Erlebnissen, teilweise bisher verdrängten oder gemiedenen Gefühlen zumeist nur das erneute Durchleben der sehr unangenehmen (um es milde auszudrücken) damaligen Emotionen sowie eine neue Einordnung des Erlebens, also das, was "aufarbeiten" genannt wird. In therapeutischer Begleitung kann man sie durchleben, ohne dass sie einen überwältigen. Deshalb funktioniert das in vielen Fällen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich zunächst alleine damit klargekommen wäre. Nach einem therapeutisch begleiteten Anfang konnte ich einiges dann noch für mich selbst, durch Lesen themenbezogener Sachbücher z. B. erreichen.

ZRufqaSllsNuttzIername


Ja, aber sowas sieht man heute im Fernsehen ja dauernd, ähnliches haben wir alle schon dutzende Male gesehen.

Irgendwas was aber an diesem Abend, keine Ahnung was, hat da wohl ein Paar Neuronen zu viel tanzen lassen.

Gestern war ich in den Innenstadt und es ging mir so schlecht, dass ich in irgendeine Arztpraxis rennen wollte, damit die mir eine Beruhigungsspritze geben. Waren aber schon alle zu.

ZCufaKlls+Nutzerxname


Obiger Beitrag war als Antwort auf den von 21:51 gedacht.

Rxye


Du hast die Wahl. Entweder betäuben

dass ich in irgendeine Arztpraxis rennen wollte, damit die mir eine Beruhigungsspritze geben.

oder dich dem Ganzen stellen.

_<Pa+rvaxti_


Und sind Sie jetzt "kuriert"? Ist es vorbei?

Ich sag es mal so: Die Erinnerungen bleiben. Die wird dir auch keiner nehmen können. Aber es ist eben nur noch eine Erinnerung. Keine schöne. Aber eben, und das ist das Wichtigste, keine belastende mehr. Während der PTBS befand ich mich auch in einem ständigen Alarmzustand. Ich war extrem schreckhaft, von jedem noch so kleinen Geräusch genervt, weil alles in meiner Umgebung ungefiltert auf mich einprasselte. DAS ist, neben den Flashbacks, dem Gefühl von Hilflosigkeit, Angst, Hass usw., zum Glück vorbei. Gut, mit Geräuschen habe ich noch so meine Probleme. Aber damit kann ich leben. Irgendwelche Macken bleiben halt doch mal mehr und mal weniger zurück.

C#ytfexx


Das ist quasi das Fünf-Sterne-Deluxe Trauma für alle Seelenklempner.

Wenn es wirklich nur einmal war und erst im Alter von 10, sollte das gut zu behandeln sein. Wenn es nur die Spitze des Eisbergs ist, sieht es anders aus.

mdini8mia


Ja, aber sowas sieht man heute im Fernsehen ja dauernd, ähnliches haben wir alle schon dutzende Male gesehen.

Ob es nun diese eine Szene war oder ein ganz verstecktes Detail, irgendwann kommt der Moment, in dem die Tür zu den verdrängten Gefühlen aufgestoßen wird.

Gestern war ich in den Innenstadt und es ging mir so schlecht,

Was immer du gerade noch hoffst und denkst, deine Beschwerden werden nicht von alleine weggehen. Im Gegenteil, du kannst davon ausgehen, dass sie sich noch verschärfen werden. Gut möglich, dass du irgendwann nur noch schwer aus der Wohnung kommst, weil dich die Panikattacken bereits an der Wohnungstür abfangen, oder Veranstaltungen meidest, weil sie dort besonders schlimm zuschlagen. Die Schlinge wird sich immer enger um dein Leben und deine Komfortzone ziehen, bis nur noch sehr wenig von deinem ursprünglichen Leben und deinen Aktivitäten übrig ist. Du glaubst vielleicht noch daran, dass du deinen Beschwerden deinen Willen entgegensetzen kannst, aber das ist ein Kraftakt, den du nicht dauerhaft durchhältst.

damit die mir eine Beruhigungsspritze geben

Ja, damit fängt es häufig an. Sehr begehrt sind generell Medikamente, Alkohol und Drogen, um die innere Aufruhr in Schach zu halten. Irgendwann erzeugen diese Substanzen nicht mehr den gewünschten Effekt, haben sich aber bereits als Abhängigkeit etabliert, die es dann ebenfalls zu dem Hauptproblem zu bekämpfen gilt. Ich hoffe für dich, dass du den Weg in die Therapie schaffst, bevor du dir zusätzlich neue Probleme kreiert hast.

Hier haben dir schon einige User (mich eingeschlossen) von ihren Erfahrungen berichtet, und ich denke mir, dass wir alle dir wünschen, dass du rechtzeitig die Kurve kriegst. Doch die innere Bereitschaft, sich dem Unaussprechlichen zu stellen, musst du aufbringen.

CFytxex


die diese plötzliche Fixierung des Verstandes von allein lösen konnten, vielleicht mit irgendwelchen "Techniken".

Brainspotting und EMDR. Wenn Du Dich erinnerst und darüber sprechen kannst, sind diese Techniken gut geeignet.

S9aldxo


Cytex, beide Techniken sind aus der Psychotherapie und ZufallsNutzername ist noch nicht soweit. Er hat klar gesagt, dass er sich das nicht vorstellen kann.

ZufallsNutzername, Du kannst versuchen, hier weiter deine Gefühle zu schildern und uns von dir erzählen, soweit es dir möglich ist. Du kannst Bücher zum Thema kaufen. Du kannst es aufschreiben und dann alleine im Zimmer laut vorlesen.

Du hast selber schon gemerkt, dass all das nicht wirklich etwas bringt - aber vielleicht hilft es dir, dich weiter zu bringen, damit Du zulassen kannst, dass jemand anderes dir helfen darf.

Je mehr Du machst, umso mehr beschäftigst Du dich damit. Und umso weiter kommst Du in deiner Auflösung.

Pslan%etgen$wind


Was immer du gerade noch hoffst und denkst, deine Beschwerden werden nicht von alleine weggehen.

Das kann man aber auch nicht mit Sicherheit sagen. Seine Gefühle sind gerade erst aufgebrochen. Würde das schon seit Monaten so gehen würde ich dir eher zustimmen. Vielleicht ist es aber auch gerade "nur" akut und er ist im Stande es nun doch endlich zu verarbeiten weil er sich nun damit auseinander setzt. Alles ist möglich und schwer einschätzbar.

ZufallsNutzername ich wünsche dir einfach mal, dass du das Geschehene verarbeiten kannst und es dir danach wieder gut geht. :)* Welchen Weg du dabei gehen willst, das kannst nur du für dich entscheiden.

C=ytxex


Cytex, beide Techniken sind aus der Psychotherapie und ZufallsNutzername ist noch nicht soweit.

EMDR kann man alleine machen, es gibt dazu Webseiten, oder Apps.

[[http://easyemdr.com/index.html]]

[[https://itunes.apple.com/us/app/emdr-therapy/id477504212?mt=8]]

Aber besser schon mit fachkundiger Anleitung. Bei beiden Techniken muss man nicht gross über die Sache reden. Man kann sagen, dass man belastende Erinnerungen verarbeiten will, und fertig.

sXweeWnfy43


Das ich bin schon lange. Außer einigen Verwandten habe ich einen anderen Menschen nicht mal geküsst. Selbst jemand Fremdes zu Duzen fällt mir schon sehr schwer.

Aber wie gesagt, ich habe mich so an dieses Leben komplett gewöhnt, ich kann mir nichts anderes vorstellen, und hätte es auch nie. Am liebsten würde ich einfach nur diese.. ich bleibe mal bei dem Wort, Fixierung an die Erinnerung, wieder loswerden und sonst nichts weiter.

Wenn ich mal bei einem Arzt bin, und die Messen den Blutdruck, dann ist er immer vielfach erhöht. Zuhause dagegen ganz normal. Die bloße Berührung eines gewöhnlichen Arztes/Ärztin/Schwester macht mir schon zu schaffen und sorgt für die Überreaktion.

Als ich das gelesen habe hat mich das sehr sehr traurig gemacht :°_ Es zeigt wie präsident das Thema bei dir war und ist. Momentan ist es sehr akut und dann wünscht man sich es möge einfach wieder im Nirvana verschwinden.

All diese scheußlichen Gefühle mag man gar nicht aushalten :|N

Das kann man aber auch nicht mit Sicherheit sagen. Seine Gefühle sind gerade erst aufgebrochen. Würde das schon seit Monaten so gehen würde ich dir eher zustimmen. Vielleicht ist es aber auch gerade "nur" akut und er ist im Stande es nun doch endlich zu verarbeiten weil er sich nun damit auseinander setzt. Alles ist möglich und schwer einschätzbar.

Das sehe ich auch so. Jeder Mensch ist verschieden. Nur weil es bei mir anders war heißt das nicht das es bei dir genauso sein muss. Vielleicht schaffst du es tatsächlich selber damit fertig zu werden. Nur weil ich's nicht konnte ist es ja nicht ausgeschlossen.

Welchen Weg du dabei gehen willst, das kannst nur du für dich entscheiden.

Das ist das Entscheidenste - es ist dein Weg . Alles hat seine Zeit und sein Tempo.

Die Ausführungen von Saldo finde ich auch sehr schön :)z :)^ In der Gesprächstherapie damals hatte mich der Therapeut darum gebeten das aufzuschreiben, wir hatten darüber nicht gesprochen . Also habe ich's gemacht (zu Hause) . Ich saß zu Beginn lange da, wo und wie sollte ich da anfangen ":/ Dann ging's plötzlich von ganz alleine und ich habe Seite für Seite gefüllt. Als ich nach Stunden fertig war habe ich alles weggelegt . Erst Tage später habe ich es genommen und durchgelesen- es war eigenartig. Obwohl es ja meine Geschichte war hatte ich das Gefühl es ist die einer Fremden :-/

Da fällt mir gerade ein das ich da auch anfing Tagebuch zu führen, das wurde zum "Halt " für mich. Ich hatte dann nicht nur Abends da reingeschrieben sondern auch wenn's mir schlecht ging, ich z. B. gemerkt habe das sich eine Panikattacke ankündigt. Dann habe ich aufgeschrieben welche Gefühle ich in dem Moment habe,was ich mir wünsche usw.

Es gab auch einen "Wunschzettel" . Da stand drauf was ich mir jetzt aktuell wünsche, mittel -und langfristig und wie ich das erreichen möchte.

Vielleicht wäre das was für dich .

mainim;ixa


Das kann man aber auch nicht mit Sicherheit sagen....Vielleicht ist es aber auch gerade "nur" akut und er ist im Stande es nun doch endlich zu verarbeiten weil er sich nun damit auseinander setzt.

Der TE ist aber noch nicht bereit, es zu verarbeiten, sondern hofft auf Techniken, die, ohne dass er sich eingehend mit der Thematik befassen muss, das irgendwie wieder wegmachen. Und auf diese Haltung bezieht sich meine Prognose:

Was immer du gerade noch hoffst und denkst, deine Beschwerden werden nicht von alleine weggehen.

lluomOarexn


@ Zufallsnutzername:

Falls es wirklich ein Trauma ist, dann ist darüber sprechen nur bedingt eine Lösung, weil es dich in die damalige Situation zurückholen kann. Das Verdrängen und Nicht-darüber-sprechen ist ein Schutzmechanismus des Körpers, der zum gewissen Grad auch seinen Sinn hat. Es kann auch sein, dass es schlimmer wird, je mehr du darüber sprichst oder nachdenkst. Du kannst diese Gedanken auch in einen Tresor in deinem Inneren packen, damit sie dich nicht die ganze Zeit belästigen.

Darüber hinaus wäre halt die Frage, ob sich für dich aus der Vermeidung von Körperkontakt ein Leidensdruck ergibt. In dem Fall würde es schon Sinn machen, das Ganze zusammen von einem Therapeuten bearbeiten zu lassen.

Ich hoffe, das ist verständlich.

KGleixo


ZufallsNutzername

Das Ereignis selbst war .. unerwünschter sexueller Kontakt als Kind (10 Jahre alt). Das ist quasi das Fünf-Sterne-Deluxe Trauma für alle Seelenklempner. Alles drumherum widert mich wirklich an, die Terminologie, die Reaktion der Menschen darauf, das ganze Gesamtpaket was damit einhergeht. Ich war nie in dieser "Opferwelt" und will da auch nicht hin.

Natürlich warst Du mit 10 ein Opfer. Dagegen hast Du auch nichts machen können. Ob Du heute ein Opfer bist, hängt davon ab, wie Du damit umgehst.

Aber wie gesagt, ich habe mich so an dieses Leben komplett gewöhnt, ich kann mir nichts anderes vorstellen, und hätte es auch nie. Am liebsten würde ich einfach nur diese.. ich bleibe mal bei dem Wort, Fixierung an die Erinnerung, wieder loswerden und sonst nichts weiter.

Dann tue es doch. Es ist ja nicht so, dass Du nicht Herr Deiner Gedanken wärst. Du hast bisher nicht daran gedacht und "musst" es auch ab jetzt nicht mehr. Das wäre ja das, was Du Dir wünschst.

Wenn Du sicher bist, dass Du Dich nicht nur an etwas gewöhnt hast, mit dem Du Dich zufrieden gibst oder es ein Leben ist, womit Du tatsächlich zufrieden bist, kannst nur Du wissen. Heißt aber auch, dass Du Dich mit dieser Frage bewusst auseinandergesetzt hast, sonst kannst Du sie ja gar nicht beantworten. Ansonsten arbeiten die unbewussten Muster.

Oder Du arbeitest es auf und das läuft nicht so, wie Du es hier schreibst:

Mich würde es interessieren, ob es hier Leute gibt, die diese plötzliche Fixierung des Verstandes von allein lösen konnten, vielleicht mit irgendwelchen "Techniken". (Atemübungen? Hochdosierten Vitaminpillen?)

Da gibt es keinen "Knopf" und keine medikamente und alles ist "wieder gut". Mit den Atemübungen, die durchaus dazu beitragen, nicht mehr daran zu denken, ist der Gedanke weg, aber nicht das Trauma. Das kann jederzeit wieder getriggert werden. Wenn Du aber tatsächlich meinst, Dein Leben wäre okay ohne dieser Erinnerung, Du bist glücklich und zufrieden ohne dieser Erinnerung, dann reicht tatsächlich, diese nicht mehr ins Gedächtnis zu rufen. Allerdings hast Du sie jetzt schon und diese Erinnerung löst innerlich sehr vieles aus, dessen Du Dir nicht bewusst bist. Schlecht geht es Dir also trotzdem.

Ich habe an diesem Abend kurz vor dem Schlafengehen eine Actionserie gesehen, mit einer Folterszene darin. Aber, diese Szene hatte nichts mit meinem Erlebnis zu tun. Das war völlig anders.

So einfach ist das nicht. Was diese Erinnerung getriggert hat, ist nicht einfach mal so festzustellen. Dazu ist es notwendig, sich selbst zu kennen, sich seiner Gedankengänge und Ursachen bewusst zu sein, etc. etc.

Gestern war ich in den Innenstadt und es ging mir so schlecht, dass ich in irgendeine Arztpraxis rennen wollte, damit die mir eine Beruhigungsspritze geben. Waren aber schon alle zu.

Das wäre nur eine Symptombekämpfung, sich Beruhigungstabletten reinzuschmeßen. Die Ursache wäre eine andere.

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