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Psychisch krank als Mutter und Partnerin

I7llusion_o$f_Progrexss hat die Diskussion gestartet


Guten Abend liebe Leute.

Ich liege grade im Bett, neben mir liegt mein in den Schlaf gestillltes Baby und schläft.

Mein Partner ist vor einer Stunde, nachdem ich ihn auf das gemeinste (!!!) niedergemacht, und unsere Beziehung in den schwärzesten Farben an seinen Kopf geknallt habe mit dem Hund raus. Zu Freunden.

Ich bin fast 30 Jahre alt. Ich liebe meinen Partner. Ich denke ich bin eine gute Mutter. Ich bin persönlichkeitsgestört. Ich bin schon lange am rackern, an mir. Mit professioneller Hilfe. Für mich, für meinen Partner, für mein Baby.

Ich weiß grade nicht ob meine Partnerschaft das überlebt. Obwohl wir uns gut verstehen, sind wir inzwischen an einem Punkt angelangt, an dem wir eigentlich dringend reden müssten. Ich komme aber nicht an meinem Schatten vorbei, mit mir reden lassen zu können.

Ich schreibe hier, um für mich zu ordnen.

Meine Wut ist verpufft und in meinem Kopf geht es sehr negativ zur Sache. Ich will nicht schlafen, ich bin müde. Ich will was essen, hab keinen Hunger. Fühl mich gleichgültig, das ändert sich aber auch wieder...

Antworten
gGaul;oisxe


Geh schlafen, du hast ein Stillbaby. Schreib deinem Partner noch eine liebevolle Nachricht. Morgen ist ein neuer Tag, geh es an, mit deinem Partner zu reden. Vielleicht könntest du versuchen, eine dritte Person mit dazuzuholen, einen Freund oder eine Freundin, jemanden, dem ihr beide vertraut. Jemanden, der dich bremst, wenn du austickst.

Dass du selbst professionelle Hilfe in Anspruch nimmst, ist schon mal richtig gut. Frage deinen Therapeuten, wie du solche Situationen besser bewältigen kannst.

Du sagst, du liebst ihn. Mach dir klar, dass auch der stärkste Partner nur ein begrenztes Maß an Kränkungen und Verletzungen ertragen kann. Irgendwann muss er sich selbst retten, irgendwann ist er weg...so, wie heute Abend.

Was ist denn eigentlich konkret vorgefallen?

I]llusAion_Nof_Progxress


Gauloise, danke :)z meistens schaffe ich es, genug zu schlafen. Nur in diesen verflixten Situationen fahre ich immer und immer wieder den selben Film. Und es ärgert mich so!

Hab grad Nudeln gekocht. Jetzt liege ich aber wieder im Bett. Und ich werde Atemübungen machen zum einschlafen. Das hilft.

Mein Partner ist wieder da.In diesen Situationen setzt er gute Grenzen und ist trozdem immer um einen normalen Umgang bemüht. Das mag ich an ihm.

Ich kann aber grade nicht mit ihm sprechen. Hab auch sein Bettzeug vor die schlafzimmertür gelegt. Find mich selber albern.

Ich weiss das wir reden müssen. Freunde kann ich nicht fragen weil mir mein verhalten so peinlich ist. Vielleicht kann er ja mal mit zur Therapie kommen, aber ich schäme mich so.

Hmm, was ist passiert? Ich hab mir den ganzen Tag gedanken über unsere Beziehung gemacht, mir ausgemalt wie wir das lösen könnten und was ich mir wünschen würde in unserer gemeinsamen Familienrolle... und dann war alles negativ und der abend lief dann natürlich anders als meine Vorstellung und wuuuuusch. Wutball.

Ich weiss das es schwer zu ertragen ist für ihn und er hat mehrfach den Friedensnobelpreis verdient. Ich selbst wurde noch nie so behandelt und mir würde es den Rest geben wenn er sowas bringen würde.

Auch wenn er nebenan ist, ne Sms schaffe ich. Danke

P9lüschxbiest


Ihn mal mit zu einer Therapiestunde zu nehmen ist eine gute Idee.

g!auloVixse


Ich kann aber grade nicht mit ihm sprechen. Hab auch sein Bettzeug vor die schlafzimmertür gelegt. Find mich selber albern.

Wenn ich deinen Eingangsbeitrag richtig verstanden habe, warst du diejenige, die heute Abend Mist gebaut hat? Warum soll er dann auf dem Sofa schlafen? Das ist doch doof. Hol ihn rein, kuschelt euch aneinander, er wird es brauchen.

m[oVt"orgxirl


Wenn ich deinen Eingangsbeitrag richtig verstanden habe, warst du diejenige, die heute Abend Mist gebaut hat? Warum soll er dann auf dem Sofa schlafen? Das ist doch doof. Hol ihn rein, kuschelt euch aneinander, er wird es brauchen.

Die TE ist sich dem glaube ich schon bewusst. Rational argumentieren bringt momentan wohl nicht wirklich viel, denn, wie sie bereits selber sagt, schafft sie es nicht über ihren Schatten zu springen. Sprich: momentan macht sie grad -in vollem Bewusstsein- ne irrationale Phase durch und kommt dagegen nicht an.

m)ot>orgi)rl


Illusion of Progress

Redet ihr nach solchen Ausbrüchen deinerseits miteinander?

Ich finde ne Sms schon mal einen Schritt in die richtige Richtung. Ebenfalls, dass du ihn mal mitnimmst zur Therapie.

N8urkari9hyon


Ich finde ne Sms schon mal einen Schritt in die richtige Richtung.

In dieser Situation? Nach solch einem Abend? Während ich auf dem Sofa schlafe und sie im Bett? Dann eine SMS aus dem Schlafzimmer gleich nebenan bzw. praktisch in Hör-/Rufweite?

Ernsthaft? Ich würde ausziehen. Ich bin weiß Gott auch mal bei vollem Bewusstsein irrational, wirklich. Das kennt bestimmt jeder. Aber das wäre für mich der reinste Hohn und der eine letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brächte. Spätestens jetzt würde ich mal irrational werden.

An Stelle der TE würde ich mich fein bedeckt halten, kleine Brötchen backen, den Partner in Ruhe lassen und den Dreck morgen ansprechen.

I6lluscion_Xof_P*rogre5ss


Guten Morgen und Danke fûr eure Antworten.

Ihn mal mit zu einer Therapiestunde zu nehmen ist eine gute Idee

Bisher habe ich mich diesbezüglich sehr schwer getan. Ich weiß aber, dass er mitkommen wird, wenn ich ihn darum bitte.

Wenn ich deinen Eingangsbeitrag richtig verstanden habe, warst du diejenige, die heute Abend Mist gebaut hat? Warum soll er dann auf dem Sofa schlafen? Das ist doch doof. Hol ihn rein, kuschelt euch aneinander, er wird es brauchen.

Jap, ich habe vollkommen unangemessen reagiert. Und das ist ja das Schräge, ich bin mir darüber bewusst, komme aber, wie Motorgirl im nächsten Beitrag schreibt, ganz schwer aus meinem Verhalten raus.

Wie ein bockiges Kind im Trotzalter.

Redet ihr nach solchen Ausbrüchen deinerseits miteinander?

Ja, das machen wir in der Regel schon. Es ist nur so, dass ich immer wieder mal solche Ausbrüche habe. Und wir führen dabach im Prinzip Gespräche, die ja sehr ähnlich ablaufen, da es ja immer darum geht.

Das geht sehr an die Substanz und das steckt er natürlich auch nicht so eben weg. Und ich kann da auch sehr schwer mit mir ins Reine kommen, sodass wir zur Zeit beide auf dem Zahnfleisch gehen, wenn es um uns geht.

Ich arbeite an mir. Der Umgang ist aber zum größten Teil sehr lieb zwischen uns. Wir können auch miteinander lachen, haben Pläne, ein tolles Baby und gehen in unserer Elternrolle auf. Als Team. Aber unterschwellig brodelt auf beiden Seiten viel, auf Beziehungsebene läuft es halt schief und wir müssen DAS klären. Und das kriegen wir leider nicht mehr hin alleine.

@ nurarihyon:

Danke für deinen Beitrag. Klar, das wäre auch eine Möglichkeit gewesen.

Ich hab ihm übrigens, obwohl nebenab sitzend tatsächlich, ohne Hohn geschrieben, dass ich mich beruhigt habe, dass ich jetzt schlafe und mich morgen persönlich entschuldigen werde. Auch dass

I>lluSsio"n_of_lP+roJgresxs


Da fehlt das Ende vom Text.

Was ich sagen wollte ist, dass ich froh bin das wir trotzdem aufeinander zugehen.

Geschlafen haben wir zusammen, hand in hand.

mioto~rgirl


@ Nurarihyon

Ich verstehe deine Reaktion auf so eine Situation. Meine Reaktion würde da durchaus ähnlich ausfallen... nur gehe ich anders als du davon aus, dass ihr Partner von ihrer Persönlichkeitsstörung von Anfang an wusste.

Und was die TE in ihrem Eingangspost schreibt:

Ich bin fast 30 Jahre alt. Ich liebe meinen Partner. Ich denke ich bin eine gute Mutter. Ich bin persönlichkeitsgestört. Ich bin schon lange am rackern, an mir. Mit professioneller Hilfe. Für mich, für meinen Partner, für mein Baby.

Zeigt nebst dem, dass sie diese Störung hat, auch, dass sie reflektiert und daran arbeitet. Und wer schon selber mal ne Therapie machen musste, weiss, dass es lange dauern kann bis sich erste nachhaltige Veränderungen durchsetzen.

D.h. ich werte und sehe die Ausgangssituation anders.

Was wiederum nicht heissen soll, dass der Partner der TE das so hinzunehmen hat. Für ihn heisst es ne Menge Geduld und Verständniss aufbringen zu müssen (insofern er sie denn liebt und die Beziehung nicht beenden will. Wovon ich jetzt einfach mal ausgehe, da sie noch zusammen sind und ein Kind haben)

Wichtiger als wer hat mit was angefangen und sollte sich bedeckt halten, ist in dieser Situation die Konfliktlösung/-deeskalation und Kommunikation. Und wenn die TE sich zu sehr schämt und nicht weiss/sich nicht traut, wie direkt darauf ansprechen, dann ja, ist ne SMS besser als gar nichts.

Klar, ist es nicht optimal... deswegen aber auch nicht gleich schlecht. @:)

mwoto@rgixrl


@ Illusion of Progress

Kann ich durchaus verstehen. Vor allem, wenns immer wieder passiert und ihr gefühlt einfach nicht vom Fleck kommt.

Hmmm... was meint denn dein Therapeut dazu? Ich gehe mal davon aus, dass du diese Ausraster und deren Nachwirkung auf deine Beziehung in der Therapie ansprichst.

In meinen Augen seid ihr festgefahren und kommt beide nicht von alleine weiter und dass ist echt Gift für ne Beziehung.

Könntest du einen deiner Ausraster mal etwas genauer beschreiben?

Was führte dazu?

Wie gings dir bevor es überhaupt dazu kam?

Schaukelst du dich selber hoch oder triggern dich Sachen, die er dir sagt?

Was denkst du würde dir helfen, resp. wie könnte dein Partner dir in dem Moment helfen, die Situation zu deeskalieren? (Stelle deinen Freund mal diese Fragen)

mOotoyrgxirl


Soll heissen: Stelle deinem Freund auch mal diese Fragen.

N"urar)ihyxon


Zeigt nebst dem, dass sie diese Störung hat, auch, dass sie reflektiert und daran arbeitet. Und wer schon selber mal ne Therapie machen musste, weiss, dass es lange dauern kann bis sich erste nachhaltige Veränderungen durchsetzen.

Ich bin selbst seit Jahren in Therapie und kenne durchaus beide Seiten der Medaille. Auch kenne ich diese irrationalen Gedanken und Gefühle, die ich allerdings nicht auf dem Rücken meiner Partnerschaft auslebe. Langfristig kann keine Beziehung das tragen.

Mein Weg ist es, mich für eine Weile von meiner Partnerin zu distanzieren. Ich versuche ihr zu vermitteln, dass ich jetzt meine Zeit für mich brauche, dass sie nicht daran Schuld, dass ich das gerade mit mir alleine ausmachen muss und ihr später die Gelegenheit geben werde, mit mir darüber in Ruhe zu reden.

ICllu@sio;n_of_P6rogresxs


Hallo *:)

...nur gehe ich anders als du davon aus, dass ihr Partner von ihrer Persönlichkeitsstörung von Anfang an wusste

.

Stimmt. Wir kennen uns nun schon seit 10 Jahren.

Was wiederum nicht heissen soll, dass der Partner der TE das so hinzunehmen hat. Für ihn heisst es ne Menge Geduld und Verständniss aufbringen zu müssen

Er nimmt das nicht so hin. Er hat ein sehr gesundes Gefühl für seine Grenzen. Er hat auch Geduld und Verständnis.

Es wird nun aber allerhöchste Eisenbahn, dass ich das in der Therapie gelernte besser schaffe umzusetzen. Denn die Geduld ist schon ziemlich strapaziert.

Bei mir übrigens auch, denn vom Kopf her verstehe ich mein Problem, nur diese alten alten Muster...

Kann ich durchaus verstehen. Vor allem, wenns immer wieder passiert und ihr gefühlt einfach nicht vom Fleck kommt.

Hmmm... was meint denn dein Therapeut dazu? Ich gehe mal davon aus, dass du diese Ausraster und deren Nachwirkung auf deine Beziehung in der Therapie ansprichst.

Also ich mache eine Schematherapie. Mein Therapeut ist der Meinung, dass meine Ausraster in meiner Kindheit und Jugend durchaus Sinn hatten. Und dass ich, wenn es mal wieder dazu kommt, in den Modus des Kindes zwitsche. Wir arbeiten daran, dass ich im Erwachsenen Modus handeln kann.

Er sagt übrigens auch, dass manche Situationen in unserer Beziehung durchaus Konfliktpotential haben. Sprich, wie es in jeder Beziehung der Fall ist, muss man diese lösen. Nur reagiere ich sehr emotional ohne impulskontrolle.

Er ist übrigens auch dafür, dass mein Freund mitkommt.

Könntest du einen deiner Ausraster mal etwas genauer beschreiben?

Was führte dazu?

Wie gings dir bevor es überhaupt dazu kam?

Schaukelst du dich selber hoch oder triggern dich Sachen, die er dir sagt?

Es ist schwierig das hier alles zu klären, zumal das auch Dinge sind, die ich mit meinem Therapeuten auseinandernehme.

Aber um einen kurzen Einblick gewähren zu können:

Ich stelle unsere beziehung komplett in Frage,mache Schluss, werde gemein und schlage mich dann selber. Durch das schlagen komm ich runter und dann verkriech ich mich.

Ungefähr das gleiche schema immer, mal mehr mal weniger intensiv.

Ich schaukel mich selber hoch. Er bleibt ruhig und lässt sich nicht provozieren. Sagt man kann momentan nicht mit mir reden. Ich soll meine skills machen.

Wir finden diesen weg beide am deeskalierensten.

Ich schreibe später weiter, das Baby will nicht mehr alleine spielen ;-D

Viele Grüße

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