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Mangelnde Psychotherapieplätze in D - andere Länder besser?

Pxeddxi


Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass die Kostenträger es sogar gut finden, wenn psychische Erkrankungen weiter von der Allgemeinheit stigmatisiert werden, (oder zumindest wenig ernst, ist ja nichts richtiges) damit bloß nicht so viele Menschen psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Den Kassen ist aber nicht klar, dass sie sogar Kosten sparen, wenn jemand auch mal zum "Seelenklempner" geht, statt in teuren Untersuchungen Herz, Kopf, Darm und was weiß ich alles mehrmals und mehrfach immer und immer wieder untersuchen lässt. So eine psychische Behandlung für erst mal 25 Stunden kostet nun mal. Nun sind es ja sogar nur noch 10 Stunden. Dann muß neu beantragt werden. Dass auf Dauer aber doch mehr gespart werden kann, sehen die Kostenträger leider nicht. Und die psychisch Kranken suchen und suchen und es werden ihnen Steine in den Weg gelegt, auf dieser Suche. Schlimm. Ich glaube, die Kassen und die KV haben kein Interesse an der Erhöhung der Sitze.

S>unflorwexr_73


@ Peddi:

Die Stigmatisierung ist immens, v.a. wenn man sich den Versicherungsbereich anschaut. Kenne einen Fall, wo kein Immobiliendarlehen möglich war, weil die Bank auf eine parallele Berufsunfähigkeitsversicherung bestand, die wg. Therapie nicht abgeschlossen werden konnte. Der Hohn: Die Therapie war Folge eines Überfalls im Job und die Person nur ganz kurz krankgeschrieben und nur Dank Therapie wieder arbeitsfähig.

Bzgl. der Kontingente muss ich Dich korrigieren:

Früher war (bei Verhaltenstherapie; bei TP/PA weichen die Zahlen etwas ab) Kurzzeit 25 Sitzungen, dann Verlängerung auf 45 - 60 - 80 (in Ausnahmen).

Jetzt gilt: 12 - weitere 12 (= 24) und sofort Verlängerung auf insgesamt 60 Sitzungen und ggf. danach 80 insgesamt. Die "nur 10" Sitzungen gelten nur für die sog. Akutbehandlung. Dafür muss man nach Wahrnehmen der neuen Sprechstundentermine auf dem neuen Formblatt attestiert bekommen, dass diese Akutbehandlung erforderlich ist. Dazu gibt es vom Sprechstunden-Therapeuten einen Code - und damit kann man bei der Terminservicestelle einen Behandlungsbeginn innerhalb 4 Wochen einfordern. Theoretisch. Praktisch habe ich es noch nicht erlebt und weiß nur, dass bei mir bspw. die KV noch nicht angefragt hat nach Kapazitäten. Die Patienten wissen es halt nicht... Die Akutbehandlung muss der Krankenkasse auch nur mitgeteilt und nicht genehmigt werden. Wird daraus eine längere Therapie, werden die 10 Sitzungen auf die ersten 12 nach der neuen Regelung angerechnet.

Dhé<.lixée


Ich habe mal aus Eigeninteresse hier in meinem jetzigen Wohngebiet geschaut, ob Therapeuten freie Plätze haben. Laut therapie.de nämlich schon und zwar nicht wenige (falls das dann auch stimmt).

Verrückt, weil ich vorher in meiner Studienstadt im nächsten Umkreis gar nichts gefunden hatte und der Radius dabei schon so groß berechnet war!

Klar, jetzt wohne ich in einem Gebiet mit viel mehr Einwohnerzahlen, aber hm. Irgendwie unfair, dass man aufgrund des Wohnortes so benachteiligt werden kann, weil die Verteilung so schlecht ist?

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