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Komme nicht über Geburt hinweg - Wochenbettdepression?

Diina9x0 hat die Diskussion gestartet


Ich habe den Beitrag schon gefühlt 100 mal angegangen aber immer wieder verworfen. Ich versuche mal einen Überblick zu geben.

Ich bin immer noch unglaublich enttäuscht wie die Geburt meines Sohnes verlief. Der kleine ist jetzt 10 Wochen alt und ich muss immer noch beim kleinsten Gedanken an die Geburt heulen.

Ich bin so unglaublich enttäuscht, dass es mit einer natürlichen Geburt nicht geklappt hat. Außerdem spüre ich immer noch ein riesiges Gefühl von Angst wenn ich an die Zeit vor dem Kaiserschnitt denke. Ich versuch mal die Stunden vor dem Kaiserschnitt zusammenzufassen:

- Sonntag 11 Uhr Termin zum CTG da ich mittlerweile ET+10 war. Herztöne fallen plötzlich ab, erholen sich aber von alleine. Ab da an ist klar, dass ich im Krankenhaus bleiben muss und öfter zum CTG. Nachmittag das gleiche wieder, allerdings wieder mit spontaner Erholung.

- Sonntag 23 Uhr soll ich zum nochmal zum CTG. Zum Glück im Wintergarten beim Kreißsaal und nicht wie am Nachmittag im Zimmer. Die Herztöne fallen wieder ab. Eine Hebamme kommt, sucht die Herztöne, findet keine. Ich merke dass es ernst wird, sie zieht mich in einen Kreißsaal. Holt mit dem Worten "Max komm mal schnell" einen Arzt dazu. Der holt ein Ultraschall Gerät. Währenddessen immer wieder die Worte "tief durch den Bauch atmen, nochmal nach links nochmal nach rechts drehen" und währenddessen Suche nach den Herztönen. Die Chefärztin kommt dazu und zieht mir die Hose aus, versucht nach dem Kind zu Tasten. Dazwischen immer wieder die Frage "wie lange haben wir schon" - "3 Minuten, 4 Minuten". Ich werde schon auf einen Notkaiserschnitt vorbereitet. Nach einer gefühlten Ewigkeit erholen sich die Herztöne. Ab da ist klar dass ich die restliche Nacht am CTG bleiben muss. Für den nächsten Tag wird mir eine Einleitung angeboten. Da ich mit den Nerven schon fertig bin wünsche ich mir einen Kaiserschnitt. Bestimmt die richtige Entscheidung da die Herztöne noch zwei mal am Vormittag während der Vorbereitung zur OP abfallen.

Also, Baby gesund, ich gesund, kein Notkaiserschnitt, abfallen der Herztöne zwar heftig aber kann wohl mal vor kommen.

Warum muss ich immer noch so heulen? Ich könnte doch froh sein, dass mein Sohn gesund ist? Dazu kommt noch, dass ich noch schmerzen hatte als angefangen wurde zu schneiden. Deswegen haben sie etwas nach gespritzt was mich komplett weg gebeamt hat. Habe also auch nicht richtig mitbekommen als sie den kleinen raus geholt haben.

Es bleibt ein Gefühl von Angst und Enttäuschung. So viel Angst wie in dieser Nacht hatte ich noch nie. Außerdem hatte ich mir die Geburt so anders vorgestellt. Hatte gehofft dass es von allein los geht, sie freudige Aufregung genießen. Aber am Ende is nur die Angst geblieben. Manchmal möchte ich die Zeit zurück drehen und wieder schwanger sein.

Sind das schon Anzeichen einer Wochenbettdepression?

Ich hoffe ich habe nicht zu durcheinander geschrieben, aber das Thema belastet mich immer noch so sehr.

Antworten
Aeleongor


Wow. Das war nicht ohne. "Du hast ein gesundes Kind, stell dich nicht so an" ist in so einer Situation leicht gesagt, wird der Lage aber in keinster Weise gerecht.

Du hattest Angst, die Geburt ist mal gar nicht so gelaufen wie gewünscht, das dauert bis man sowas verarbeitet hat.

Hast du eine Nachsorgehebamme mit der du darüber reden kannst?

Ansonsten kannst du [[http://www.schatten-und-licht.de/index.php/de/ hier]] mal schauen ob du da was hilfreiches findest.

ISsl"a


Ich weiß nicht ob das nun eine Wochenbettdepression ist und dir helfen kann ich vermutlich auch nicht, aber ich kann dir dennoch sagen dass du nicht alleine bist.. ich bin ebenfalls enttäuscht vom Verlauf der Geburt (Tochter ist jetzt 7 Wochen) und mache mir dauernd Vorwürfe es nicht doch weiter "auf natürlichem Wege" versucht zu haben ":/ Ich hatte mir 4 Tage vor der Geburt den Fuß gebrochen und nach einer Nacht mit leichten bis mittleren Wehen hat mich der Mut zur natürlichen Geburt verlassen und ich habe ebenfalls einen Kaiserschnitt machen lassen :-/ mein Kopf sagt dass dies die richtige Entscheidung war, der Bauch sagt mir jedoch dass ich es mir damit zu leicht gemacht habe :|N

Also du bist mit solchen Gedanken nicht alleine und ich denke dass viel mehr Frauen diese haben als man meinen würde :°_

_\Sgte[rneBnkixnd_


Liebe Dina,

Deine Zeilen berühren mich.

Wie Aelonor schon schreibt, hast Du eine Nachsorgehebamme, die sich um Dich kümmert?

Ihr kannst Du Deine Ängste und Sorgen mitteilen und im Notfall wissen die Hebammen die entsprechenden Stellen, an die man sich wenden kann bei einer Wochenbettdepression.

Eine solche Depression kann sich übrigens auch nur in Form von Ängsten äussern.

Aus eigener Erfahrung kann ich schreiben, das diese Ängste sich irgendwann in Zwänge kanalisieren, wenn man sie nicht behandelt.

Ich sags mal so, das ganze hätte Dich auch treffen können, wenn Du eine natürliche (unkomplizierte) Geburt gehabt hättest.

Genauso ist es mir schon ergangen, leider.

Eine Geburt ist für viele Frauen ein absoluter Kontrollverlust und dadurch traumatisch und klar wird dies dann oft noch durch unschöne Abläufe verstärkt.

Ich will jetzt aber nicht zu sehr ausschweifen.

Ich selbst hatte nach den Geburten schon eine postpartale Psychose und Wochenbettdepressionen.

Und durch Nichtbehandlung hat sich die Depression gut manifestiert und wirklich behandelt wurde ich 15 Jahre später, nachdem ich einsah, ich komme alleine nicht mehr weiter.

Schatten und Licht ist grundsätzlich eine gute Sache, ich habe während der letzten Schwangerschaft viel dort gelesen.

Nach der Geburt aber nicht mehr, um Triggern vorzubeugen, das war mir zu riskant.

Liebe Grüsse

HIoney91M_mit_gMin|i13


Gib dir Zeit!

Die Geburt ist erst 10 Wochen her.

Ich hab knapp 1 Jahr gebraucht um die Geburt meines großen zu verarbeiten.

Such dir jemanden zum reden und "ausheulen", das wirkt wunder :)* :)_

VNerrü&ckt-na^ch-SC


Ich habe ebenfalls ein Jahr gebraucht, um die Geburt zu verarbeiten. Hast du mal die Geburt nachgestellt? Also das Kind baden lassen (durch den Papa oder die Hebamme), währenddessen im Bett schon mal Wehen simulieren und mal pressen und dir dann das Kind nackt auf den Bauch legen lassen und ganz viel kuscheln. Klingt bescheuert, aber mir hat das wahnsinnig viel geholfen.

k"rkillxe2


Liebe Dina,

deine Empfindungen sind durch und durch menschlich und absolut nicht verwerflich! Du hast ganz schwierige Tage und Stunden durchlebt, mit viel Angst um deinen Sohn und vor allem großem Kontrollverlust.

Das hinterlässt Spuren, das kann man nicht einfach so wegstecken und das ist auch okay.

Ich finde es toll, dass du hier geschrieben und dich geöffnet hast. Mach das weiter, wenn du spürst, dass es dir gut tut, deine Gefühle in Worte zu fassen und dich auszutauschen.

Gibt es jemandem in deinem Umfeld, mit dem du reden kannst? Wenn nicht: suche dir jemanden. Das kann, wie schon eine Vorschreiberin erwähnt hat, eine Nachsorgehebamme sein, aber genauso dein Hausarzt, Kinderarzt, Gynäkologe. Natürlich auch jemand aus deiner Familie oder eine Freundin! Wenn du aber das Gefühl hast, deine Angst beginnt sich zu manifestieren und lässt dich kaum noch los, kannst du dich mal schlaumachen, ob es in eurer Nähe Anlaufstellen für Frauen mit Wochenbettdepression und/oder Geburtstrauma gibt, ev. sogar Therapeuten, die darauf spezialisiert sind.

Was emotional sicher wichtig ist und worauf entsprechend geschulte Fachleute sicher intensiv eingehen können: die Trennung der negativen Gefühle im Bezug auf die Geburt und die Gefühle für deinen Sohn. Ich kann mir denken, dass deine Situation gerade vieles auf den Kopf stellt und durcheinander wirbelt, was kein Wunder ist.

Bleib nicht allein damit. Es gibt keinen Grund dafür. Was du erlebt hast, war heftig und es ist keine Schande, sich Unterstützung zu suchen.

Alles Gute für dich! @:)

Sxunfl8oOwer_x73


Wenn man die formellen Diagnose mal durchleuchtet: Nach klassischer Wochenbettdepression klingt es nicht. Wie ist denn Deine Beziehung zu Deinem Baby? Hast Du Gefühle dafür; eine Bindung? Oder lässt das Kind Dich eher kalt emotional? Dann sollte man doch an eine Wochenbettdepression denken.

Das, was Du beschreibst, klingt nach - völlig nachvollziehbarer! - Anpassungsproblematik. Das ist nach 10 Wochen okay und Du solltest Dir Zeit geben. ES sollte sich schon in den nächsten Monaten bessern; nach 10 Wochen ist das aber alles noch sehr frisch.

Ja, Dein Kind ist gesund. Das ist wichtig, weil es die weitere Verarbeitung erleichtert. Weil es perspektivisch Normalität bietet.

Aber: Der Fakt, dass der Kleine gesund ist, ändert nicht an dem, was Du erlebt hast. Du hattest die Ängste; Du hast die Hektik miterlebt; de Schmerzen - und dann leider nicht die eigentliche Geburt, die Dich vielleicht noch versöhnt hätte mit der Entwicklung. Das hast Du erlebt - und das will verarbeitet werden. Das will betrauert werden.

Was jetzt nur wichtig ist:

Fang' an, diese negativen Gedanken langsam durch positivere, hilfreichere zu ersetzen. Also quasi (Achtung, ich formuliere es drastisch!) nicht "im Selbstmitleid suhlen" und immer wieder wiederholen, wie scheiße das alles war. Sondern in die Richtung "Es war scheiße, es war ein Schock, es war anders - ABER...". Und nach dem Aber dann Gedanken, die Dir helfen, die Situation anzunehmen. Es war nicht toll, es war keine Traumgeburt. Es verlangt niemand, dass Du die tatsächliche Geburt als solches empfindest. Aber... es ist, wie es ist. Versuch' daher, Gedanken zu finden, die Dir helfen, das Geschehene anzunehmen. Da bist Du AKTIV gefragt in den Momenten, wo das Negative, der Frust, die Enttäuschung, das Selbstmitleid Dich lahmlegen. Ein Ansatzpunkt könnte sein anzuerkennen, dass die Geburt mit viel Angst und Schmerzen einherging, aber vielleicht genau deswegen der Kleine fit ist. Nicht im Sinner von "ich darf mich nicht beklagen, weil das Kind gesund ist", sondern im Sinne von "Das war der Preis für ein gesundes, lebendes Kind". Sieh' mehr die Notwendigkeit und nicht Frust/Enttäuschung. Die darfst/sollst/musst Du auch fühlen, aber Du solltest schauen, dass Du darüber die Kontrolle gewinnst und nicht hilflos auch noch diesen Gefühlen ausgeliefert bist. Sie zu empfinden: Mehr als legitim. Sich davon lähmen zu lassen; darauf hängen zu bleiben: Erfordert aktives Gegenarbeiten.

P)ilxi


??Ich hatte mich damals für einen Kaiserschnitt entschieden, weil ich schon zu Beginn der SS wahnsinnige Angst vor der Geburt hatte. Klingt total doof, aber ich hätte ansonsten keinen Tag die SS genießen können. Seh ich mittlerweile auch anders, aber damals wars halt so. Auf alle Fälle hatte auch ich danach ähnliche Gedanken. Am liebsten wär ich wieder schwanger gewesen und mir gewünscht, dass die Geburt von selbst losgeht und nicht das Baby von jetzt auf gleich geholt wird. Im KH ging es mir dann so schlecht, dass ich nur noch wenig essen konnte. Hab dann schnell weniger als vor der SS gewogen. Also hat man mich auf eigenen Wunsch entlassen, in der Hoffnung, dass es mir zu Hause besser geht. Kaum zu Hause wollte ich aber wieder ins KH. Ich hatte doch erst vor ein paar Tagen ein Baby bekommen und jetzt sollte alles schon wieder vorbei und zu Hause sein? Ich muss doch auf der Säuglingsstation sein. Mir ging das insgesamt alles zu schnell. Ich hatte in den Monaten danach auch einen extremen Kinderwunsch, vorallen weil ich all das nachholen wollte, was ich bei der 1. Geburt "verpasst" hab. ?? Ich kann dich so gut verstehen :�_

Ijsla


Am liebsten wär ich wieder schwanger gewesen und mir gewünscht, dass die Geburt von selbst losgeht und nicht das Baby von jetzt auf gleich geholt wird.

Genau diese Gedanken kenn ich auch, es nochmal rückgängig und "besser" machen ":/

SAunfol*ower_7x3


Genau diese Gedanken kenn ich auch, es nochmal rückgängig und "besser" machen

Gut, dass Du diesen Gedanken so klar fassen kannst. Ganz wichtiger Punkt!

Aber:

Es ist NICHT DEIN VERSAGEN. Du konntest NULL beeinflussen. Der Grund, dass wir eine geringe Kinder- & Müttersterblichkeit haben liegt darin, dass wir diese moderne Medizin haben! Es war ein MEDIZINISCHER Notfall. Du hast Deinen Part getan, in dem Du IN der Situation mitgemacht hast; es ausgehalten hast; halbwegs ruhig geblieben bist. Dein Part war, die ganzen Monate Schwangerschaft so zu gestalten, dass - wenn auch auf nicht erwünschtem Weg - ein gesundes Baby bei rausgekommen ist.

Was hättest Du denn anders machen sollen/können?

Ja, Du wurdest um eine schöne Geburt gebracht. Das ist bitter, keine Frage. Aber Du konntest es nicht beeinflussen. Es ist NICHT Deine Schuld oder so etwas. Es hat sich so ergeben und Du konntest NICHTS tun. Nichts. Außer eben mitmachen, damit ein lebendes Baby bei rauskommt.

Überleg' im Umkehrschluss auch mal: Was wäre, wenn es die Traumgeburt gewesen wäre - aber der Kleine wg. Suaerstoffmangel lebenslang behindert wäre? Oder gar gestorben wäre? Dann würdest Du Dir auch Vorwürfe machen.

Aber die bringen nichts, weil sie das Geschehene nicht rückgängig machen können. Und DU kannst es auch nicht und Du konntest auch in der Situation nichts anders machen.

A[n6tigrone


@ Dina90

Ich hatte zwar keinen Kaiserschnitt, aber bei der ersten Geburt einen Dammschnitt (Kind hatte einen sehr großen Kopf). Durch den fühle ich mich "verunstaltet". Nach wie vor nach 20 Jahren noch.

Bei der zweiten Geburt hatte ich der Hebamme gesagt, sie soll es reisen lassen.

Und es hilft auch nicht wirklich, sich zu sagen, dass das Kind gesund ist.

Da ist etwas passiert, was ich nicht geplant oder gewollt hatte. Und das hinterlässt Narben. Mit der Zeit verblassen sie, aber sie verschwinden nie ganz.

Ich muss mich damit abfinden, weil ich es nicht rückgängig machen kann. Ebensowenig, wie du etwas rückgängig machen kannst. Wir müssen so etwas akzeptieren und damit leben.

@:)

Ntowh.ere~gixrl


Ich kann dir zwar keinen Tip geben, aber manchmal hilft verstehen Dinge zu veearbeiten.

Die Geburt ist ein ausgeklügelter Prozess. Der Kaiserschnitt ist etwas was von der Natur so nicht 'vorgesehen' ist.

Es ist also ein Eingriff in die Natur, auf den die Natur nicht angepasst ist.

Man weiss heute, dass der Pressvorgang bei der Geburt und der Weg des Kindes durch den Geburtakanal wichtig sind und eine Reihe von Dingen bei Mutter und Kind auslösen.

Bis hin dazu dass bei der Mutter wenn es vorbei ist Hormone ausgeschüttet werden wie Glückshormone.

Dies geachieht natürlich nicht beim Kaiserschnitt. Frauen haben oft auch das Problem ihr Kind anzunehmen in den ersten Tagen oder Stunden. Dass eine Mutter ihr Kind nach der Geburt so wunderbar und alles findet, liegt nicht einfach nur daran, dass es ihr Kind ist, sondern daran, dass sie von Hormonen überflutet wird,

um das Kind anzunehmen.

Diese Hormonflut ist auch eine Kompensation für den vorherigen Stress und die Schmerzen.

Diese Hormonflut fällt weg beim Kaiserschnitt. Die Folge ist nach meiner Schlussfolgerung ein Trauma bei der Frau.

Was du beschrieben hast, klingt auch absolut traumatisierend.

Zumal du nicht nur Angst neben den Schmerzen um dich hattest, sondern auch mtlit deinem Mutterinstinkt um das Kind!

Das darf man nicht unterschätzen, was für eine enorme Belastung für deine Seele das war.

Dennoch ist es manchmal besser den Kaiserschnitt durchzuführen.

Keine Frage. Heute appelliert die Medizin dazu den Kaiserschnitt nur im äussersten Notfall anzuwenden und der war bei dir gegeben.

Das ist jetzt wahrscheinlich nicht wirklich hilfreich. Will damit aber nur sagen, dass es absolut verständlich ist, was du durchmachst.

Eine Geburt ist etwas sehr belastendes und mit blossen Worten kann man das was in dir vorgeht nicht einfach weg reden.

Die verarbeitung ist ein Prozess und ich wünsch dir, dass du einen schnellen Weg für dich findest. Es geht aber vorbei.

Vielleicht hilft es dir, dich mit so Dingen zu befassen. Mir hilft sowas oft. Manchmal kann man seinen Schmerz auch nutzen um etwas draus zumachen.

Szunfl<ovwer_x73


@ nowheregirl:

Mit Respekt, aber so, wie Du es schreibst, ist es nicht. Sicherlich ist die Hormonlage etwas anders, aber das so wichtige Bindungshormon Oxytocin wird auch bei einer Kaiserschnitt-Geburt produziert; der Geburtsvorgang an sich hat damit nichts zu tun!

So wie Du es darstellst, hat jemand mit einem Kaiserschnitt ja quasi biologisch nie die Chance, entsprechende Gefühle zu erleben - und das ist Blödsinn!

Ich habe zwei Freundinnen. Eine hat beide Male ganz geplant und ruhig mit Kaiserschnitt entbunden - und es ist alles super. Weil sie sich drauf einstellen konnte (schon vor der Schwangerschaft). Es gab kene enttäuschten Erwartungen. Die andre hatte beim ersten Kind einen sehr traumatischen Notkaiserschnitt mit anschließender Not-OP und wollte nie wieder ein Kind; hat Monate gebraucht, mit der Situation klarzukommen. Dann doch etwas ungeplant die 2. Schwangerschaft und aufgrund der Vorsituation ein empfohlener Kaiserschnitt (Gefahr der Ruptur der Gebärmutter, Risikoschwangerschaft). Dieses Mal: Sie konnte sich drauf einstellen, keine enttäuschten Erwartungen - und dieses Mal ist ebenfalls alles gut.

DxiWna90


Vielen Dank für die vielen Antworten. Es tut wirklich gut zu lesen, dass meine Gefühle "gerechtfertigt" sind. Oft trau ich mich nicht darüber zu reden weil ich Angst habe, dass sich jeder denkt ich übertreibe. Wie eben erwähnt, gesundes Kind, gesunde Mutter, wo ist das Problem.

Aleonor

Danke für den Link. Wenn ich mir das so durchlese, klingt es eigentlich nicht nach Wochenbettdepression. Ich bin zwar manchmal gestresst und fühle mich leicht überfordert, finde aber dass ich das im großen und ganzen sehr gut hinbekomme.

Hebamme und Geburt nachstellen

Ich habe eine wirklich tolle Hebamme, die mich auch schon während der Schwangerschaft betreut hat. Außerdem kenn ich sie noch von der Schule. Sie hat gemerkt dass es mir mit der Geburt nicht gut ging. Also haben wir die Geburt nachgestellt. Nicht so intensiv wie bei Verrückt-nach-SC aber wir haben den gebadet und dann nass und nackig auf meinen Oberkörper gelegt. Da liefen schon die Tränen. Das war sogar das erste Mal dass ich den kleinen überhaupt nackig gespürt hab.

Die Hebamme hat auch immer mal wieder gefragt wies mit mittlerweile mit dem Thema geht. Allerdings wollte ich da nie drüber reden. Ich hab lieber erzählt wie toll es mittlerweile läuft, wie stolz ich bin dass das stillen trotz Brustentzündung klappt, der kleine so gut zunimmt oder ich endlich besser weiß warum er wann weint.

Ich habe aber schon überlegt ihr nochmal zu schreiben und mal alleine mit ihr nur über das Thema Geburt zu sprechen.

Kontrollverlust

Interessant dass das gleich öfter angesprochen wird. Da habt ihr wohl recht. Ich bin sonst jemand der gerne alles kontrolliert. Ich habe alles gern in der Hand und bin froh die meisten Dinge durch mein Handeln beeinflussen können. Das gleiche habe ich mir für die Geburt erhofft. Da der kleine lange in BEL lag, hab ich mit moxen und Knie Ellbogen Stand den kleinen zur Drehung bewegt (vielleicht wars auch Zufall, aber ich konnte aktiv etwas tun) danach war die Freude riesig, eine natürliche Entbindung war jetzt kein Problem mehr, ich hab Tee getrunken, Globuli genommen, Akupunktur und Dammmassage gemacht, alles in freudiger Erwartung auf DAS Ereignis. Und trotz meiner tollen Vorbereitungen ist es am Ende dann anders gekommen.

Sunflower

"Das war der Preis für ein gesundes, lebendes Kind"

Vielen Dank, damit hast du mir einen sehr guten Ansatzpunkt gegeben. Diese Sichtweise gibt mir irgendwie ein Stück "Aktivität" zurück. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber so habe ich eher das Gefühl dass ich das ganze gut durch gestanden hab und auch meinen Preis bezahlt habe. Hört sich bestimmt komisch an, aber kann es grad nicht anders formulieren.

Kaiserschnitt allgemein

Ich hab bei anderen Leuten die einen Kaiserschnitt verurteilt und hätte wirklich nicht gedacht, dass das so große Auswirkungen auf mich hat. Manchmal denke ich mir, ob ich mit einem geplanten Kaiserschnitt besser gefahren wäre. Dann wäre zumindest in der Zeit davor ein Gefühl von "gleich darf ich mein baby im Arm halten" aufgekommen. Dafür war leider durch die ganze Angst überhaupt kein Raum. Ich hab tatsächlich in den Stunden vor dem Kaiserschnitt kein einziges Mal gedacht "hey, bald wird dein Sohn geboren" sondern immer nur "holt ihn endlich raus bevor er in meinem Bauch stirbt"

Notwendigkeit

Zum Glück hat mir die Chefärztin, die auch in der Nacht dabei war, zugestimmt dass die Erfahrung heftig war und ein Kaiserschnitt absolut verständlich ist (zu dem Zeitpunkt stand noch die Einleitung im Raum, da war noch nicht klar wie oft die Herztöne noch abfallen werden)

Auch meine Hebamme hat mir gesagt, dass es wohl einen Grund hatte warum die Geburt nicht von alleine los ging. Dass mein Sohn wusste, dass er für mein Becken zu groß ist.

wieder schwanger sein

Wow, ich hätte nicht gedacht, dass solche Gefühle öfter vorkommen. Das beruhigt mich sehr, vielen Dank für eure Offenheit!

Beziehung zu meinem Sohn

Ich muss ehrlich sagen, dass das am Anfang komisch war. Die erste Zeit habe ich mich oft allein gefühlt, obwohl er da war. Ich hab meinen Mann vermisst, der im Krankenhaus nicht ständig da sein konnte und später ja dann in der Arbeit war. Ich hab mich unglaublich allein gefühlt wenn er nur wegen der Frühschicht früher ins Bett gegangen ist. Das hat sich zum Glück bald gebessert.

an alle

Vielen lieben Dank nochmal an alle für eure Antworten! Ich hab teilweise schon an meinem Verstand gezweifelt aber es tut unglaublich gut zu wissen, dass die Erfahrung wirklich Spuren hinterlassen kann ich und mir das nicht einbilde.

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