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Komme nicht über Geburt hinweg - Wochenbettdepression?

SWhoj!o


Was die Behauptung betrifft, dass Kaiserschnittkindern die Willensstärke fehlen würde: totaler Blödsinn. Mein Sohn hat ein Selbstbewusstsein und eine Willensstärke, das ist der Wahnsinn.

Bei solchen Behauptungen blasen die Vertreter einer bestimmten These immer gerne einen (möglichen) Faktor bis zur Unkenntlichkeit auf. Wenn jemand das mit einem Frosch täte, würde der platzen, und es fiele eindeutig unter Tierquälerei.
Fakt ist, dass so unfassbar irrwitzig viele Faktoren Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes nehmen, dass es überhaupt nicht möglich ist, sie alle zu überblicken. Ich denke manchmal, dass viele der eifrigsten Stillbeziehungsgeburtimwaldtragetuchsonsturvertrauentot-Leute in Wirklichkeit vor allem Angst haben, eben weil man bei einem Kind niemals alles richtig machen kann. Jeder Mensch kommt mehr oder weniger stark seelisch vernarbt aus seiner eigenen Kindheit, und etliche dieser Narben stammen von Verletzungen durch die Eltern und, wenn vorhanden, durch die Geschwistern. Dieser Wahn, auf Teufel komm raus alles perfekt zu machen, was eben machbar, beherrschbar, überblickbar ist (jedenfalls solange es halt klappt ...) - ich glaube, der resultiert sehr oft aus großer Unsicherheit: "Ja, die Beziehung zu meinen Eltern war schlimm, und ich weiß nicht, wie es richtig geht mit so einem Kind - aber wenn ich es neun Jahre lang stille, ehe es selbstgekochten Brei aus selbst angebautem Gemüse bekommt, es drei Jahre lang im Tragetuch mit mir rumschleppe, ihm noch im Bauch chinesisch beibringe und es allein im Wald bekomme, während ich mich ganz tief verbunden fühle mit dem Vollmond, dann habe ich echt alles Menschenmögliche getan, dann habe ich mir wirklich nichts vorzuwerfen, egal, was kommt!"
Und diese Unsicherheit ist dann infektiös. So ein bisschen mehr vernünftige Bodenständigkeit rings um die allgemeine Kinderhysterie (die ja keinesfalls beim Baby aufhört) fände ich wirklich wünschenswert. Allerdings kenne ich auch sehr viel mehr Leute, die da total solide und ganz normal unterwegs sind, als andere.
Wie die tatsächliche Verteilung aussieht, kann ich überhaupt nicht einschätzen. grundsätzlich denke ich aber: Die meisten Menschen kommen im Lauf ihres Lebens recht wenig und oberflächlich in Berührung mit Babys/Kleinkindern, ehe sie selbst welche bekommen, das fördert eine gewisse Verunsicherung, und Unsicherheit fördert nervöse Gegenbewegungen. Und das erfasst dann wie so ein Schnupfen recht weite Teile der Gesellschaft, in mehr oder weniger starkem Maß.

SphoIjo


Nehme ein n zurück.

S.unf.lowlerx_73


@ Shojo:

Ernstes Thema, aber ich sitze gerade breit grinsend vor dem PC!

Sghoxjo


Du bist leicht zu amüsieren! :)_ ;-D

S7unflow4er_x73


Momentan ja. Der kleinste Lichtblick hilft! ]:D

Dwinax90


Shojo

Musste auch richtig lachen bei deinem Beitrag. Ja irgendwie wird einem schnell ein schlechtes Gewissen vermittelt, wenn man nicht noch die Plazenta mit anschauen, am Baby lassen, einpflanzen oder essen will...

Aber (verdammt nochmal) nur weil die eine mehr gelitten hat als die andere, ist sie weder eine bessere Mutter noch verdient mehr Anerkennung (toll, dass du so gekämpft hast und eine natürliche Geburt hattest, das hast du dir verdient - mein Lieblingsspruch %-| ).

Sehr schön gesagt! Mein Freundeskreis is zum Glück nicht so, aber wenn man sich manche Kommentare in den Facebook Gruppen anschaut %:|

an alle

Vielen Dank nochmal für die tollen Beiträge. Mit eurem Verständnis habt ihr mir schon unglaublich geholfen! Grade seh ich die Situation auch entspannter. Vor allem das Wissen, dass meine Gefühle in Ordnung sind, hilft mir sehr!

d>ana+e87


Gaanz wichtiger Tipp für das Leben mit Kindern und überhaupt: Lies keine Facebook Kommentare, da steht zu 90 % Rotz drinne und die anderen 10% gibt es woanders nochmal in besser formuliert. ;-)

Ich glaube diese Leistungsgeburt ist einfach dem Zeitgeist geschuldet. Jeder kann alles erreichen, wenn er oder sie sich nur anstrengt. Das beginnt bei wirtschaftlichem Misserfolg und endet bei der Frage an Krebskranke welchen Seelenmüll sie sich nicht trauen aufzuarbeiten, damit sie gesund werden. Einfach Glück oder PEch gehabt zu haben scheint als unmöglich zu gelten. Vermutlich nakte Panik vor verlorener Kontrolle, dabei ist die Kontrolle eigentlich immer eher illusionärer Natur. Egal was man tut, am Ende hat man jeden Abend erneut schlicht Glück gehabt, das es einen an dem Tag nicht erwischt hat. Nur, wer will mit dem Gedanken schon aufstehen? ;-)

ckriexchaRrlixe


Fuer mich hoert sich das eher nach Trauma an. Ich habe noch bis kurz vor der Geburt von Kind nummer zwei jedes mal heulen müssen, wenn ich an Geburt Nummer eins und die Zeit danach gedacht hatte. Erst die tolle zweite Geburt hat mich damit richtig ausgesoehnt.

Bei mir war es umgekehrt gewesen, nummer eins spontan, nummer zwei und alle anderen dann Kaiserschnitt.

B6aterk hW.


Lies keine Facebook Kommentare

Ja, im Netz finden da wohl so richtige Wettkämpfe statt, wer die beste Muddi ist. ]:D

Wortführerinnen zitieren dann "Fachliteratur", blasen sich als "Expertinnen" mächtig auf und schurigeln andere. Wer hatte die beste Geburt? Welche Spätfolgen hat der Kaiserschnitt? Wie lange stillen? Impfen ja oder nein? Fluoridhaltige Kinderzahnpasta?

Das verlagert sich dann nach der Einschulung auf die Zensuren. %-| Welches Kind hat die besten Noten? Welches Kind gereicht welcher ehrgeizigen Muddi zur Ehre? ;-D

Das ist eine Welt, zu der Männer normalerweise keinen Zutritt haben ]:D

SUolamrixe


Das ist eine Welt, zu der Männer normalerweise keinen Zutritt haben ]:D

":/ Ich finde eigentlich, dass es viele Männer gibt, die dem in nichts nachstehen :)z

_.Sternen5kindx_


Ich wünsche euch allen hier ein Frohes Neues Jahr @:) .

Oho, also, ich bin so eine Still-tragende-stoffwindelpampernde Hausgeburtsmami wobei ich sagen muss, das ich diese Allein- bzw. Waldgeburtsmamis ziemlich abgefahren finde. Wens interessiert kann ja mal nach dem Blog von Sarah Schmid googeln...Geburt in Eigenregie...ich lese dort regelmäßig mit Faszination und Verwunderung seit dem 4. Kind ;-D ...aber nunja, die Plazenta habe ich nicht gegessen...

bis jetzt zumindest...sie liegt immer noch im Tiefkühlfach, weil ichs nicht übers Herz bringe, sie unwiderruflich draussen zu vergraben

:=o

Meine Intention in dem allem lag und liegt darin, das es es mir selbst die bestmögliche Sicherheit gebracht hat. Wäre ich nur früher darauf gekommen.

Ich hatte zwei wirklich sehr entspannte KH Geburten. Keine 30min verbrachte ich immer dort im Kreissaal und das Kind war da.

Ärzte und Hebammen hatten nie die Zeit dazu, überhaupt in den Geburtsprozess einzugreifen. Was auch gar nicht notwendig war. Also total entspannt.

Hat mir aber trotzdem nicht geholfen, die ganzen Probleme die Tage, Wochen, Monate danach kamen trotzdem. Wie man sieht, ist eine schöne Geburt keine Garantie für eine glückliche und zufriedene Mama.

Es gibt eben Frauen wie mich, für die der Ortswechsel dorthin und der ganze Ablauf die Tage danach, im KH, traumatisch wirken, in Kombination mit dem unschönen Hormonabfall bzw. -umschwung...ganz grob erklärt...

Solche Art von Wettstreits unter Eltern kenne ich ehrlich gesagt gar nicht.

Wie gehts Dir heute liebe Dina?

COalif?ornieNrin


Ich denke manchmal, dass viele der eifrigsten Stillbeziehungsgeburtimwaldtragetuchsonsturvertrauentot-Leute in Wirklichkeit vor allem Angst haben, eben weil man bei einem Kind niemals alles richtig machen kann.

Das ist mal richtig gut auf den Punkt gebracht :)^

Hilft auch gut, die Sichtweise dieser "Übermütter" mal zu verstehen.

Auch ich habe wegen meines KS vor 3,5 Jahren gehadert, obwohl dieser wegen BEL geplant und unkompliziert verlief.... ich fand mich irgendwie minderwertig, weil ich es nicht "natürlich" geschafft hatte ":/

Später hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nur 2 Monate gestillt habe. Ich und Kind hatten aber nur stress damit und als er die Flasche bekam, war er das ausgeglichenste Kind.

So geht das noch in vielen Dingen weiter und da sieht man schon, dass es mit der verpassten "perfekten Geburt" noch nicht vorüber ist.

Da kommen noch mehr Dinge, die man unbedingt "unter Kontrolle" haben möchte.

Mütter zerfleischen sich untereinander damit, was falsch und richtig ist.

Eines haben sie dabei immer gemeinsam: ANGST !

Ein Stück weit konnte ich mich im Laufe der Zeit von der Angst etwas distanzieren, weil ich gelernt hatte, auf mein Bauchgefühl zu hören.

Aber wenn ich manchmal im Netz noch über diesen ganzen Perfektionismuswahn über Geburt, Gesundheit, Kindererziehung und Co. lese, merke ich manchmal noch Unsicherheit in mir ":/

Hier schrieb jemand, dass Facebook-Gruppen dabei Gift sind.... das stimmt leider %:|

Ach und nochwas:

Mein 2. Kind kommt im April und anfangs redete ich mir ein, dass es diesmal auf jeden Fall eine Spontangeburt sein müsse...

Davon bin ich wieder abgekommen... ich lasse es jetzt so auf mich zukommen, wie es kommt und werde einem KS nicht negativ stehen, wenn er denn notwendig werden sollte ;-)

dSanaxe87


Das ist eine Welt, zu der Männer normalerweise keinen Zutritt haben ]:D

Hast du ne Ahnung. "Meiner stemmt sich schon hoch!" "Meiner robbt schon seit Wochen!" Da sind die Parameter der Leistung nur leicht verscoben, ansonsten ist das genau das selbe in Grün. Ich verstehe das sogar zum Teil ganz gut. Anna Wahlgren hat in ihrem einen Buch irgendwo eine Anmerkung für alleinerziehende Mütter gemacht und da sinngemäß geschrieben: "Am schwersten ist es alleine zu sein, wenn man die tollen Momente mit jemandem genießen will, die schlechten Momente schafft man alleine." Und da ist viel dran. Nur ist heute halt irgendwie jeder ein Stück alleine mit seinem Kind. Denn wer auch immer Elternzeit hat, der andere ist ja auf der Arbeit und andere Leute wohnen selten mit im Haus, mit denen man sich freuen kann.

Also kompensiert man halt an anderer Stelle und erzählt alles was sich aufgestaut hat. Und dann, wenn dann die anderen sich nicht einfach mitfreuen, sondern ihrerseits erzählen, dann wird das schnell so ein Wettkampf. Ich jedenfalls hab gute Erfahrungen gemacht damit, mich einfach mitzufreuen. Erstaunlich viele Leute entspannen sich dann einfach und freuen sind dann irgendwann auch mal ehrlich mit einem mit, wenn meine Goldstücke sich gerade mal total vorbildlich verhalten.

_#Ster)nenkYindx_


Wow, ihr schreibt von Dingen, die ich so überhaupt nicht kenne.

Der Spruch der Autorin ist so wahr, danae.

Mir geht es mit den zwei großen Jungs aus erster Ehe genau SO.

Ich bedauere sehr oft, das da nicht wirklich noch jemand ist, der sich mit mir mit freut, wie es nur ein Elternteil kann. Blöd zu erklären. Aber so in etwa :-D .

Sehr oft gehe liege ich Abends im Bett und DANN kommt die Angst vor dem nächstem Tag.

Es ist ja wirklich so, wie Du sagst, an dem vergangenen Tag hat man einfach nur Glück gehabt, das es einen nicht erwischt hat und was der nächste bringt, weiss man nicht. Das beängstigt mich.

Aber ich hatte niemals das Gefühl, die Ängste dadurch zu kompensieren, das ich versuche, alles perfekt zu machen. Für mich geht das so rein gar nicht zusammen.

Vllt auch deswegen, weil ich nicht perfekt sein möchte.

Von dem her kann ich das nicht nachvollziehen.

@ californierin,

genau, lass es einfach auf Dich zukommen und entscheide dann.

Einen KS finde ich nur mit Teilnarkose schauderlich, ich denke, ich würde mich für die Vollnarkose entscheiden, wenn es sein müsste. Leider wiegt hier das Kopfkino mehr als der erste Moment mit dem Baby.

Also, ich habe ja nun 4 Kinder.

Das erste habe ich 14 Tage gestillt und richtig blöde Gefühle dabei gehabt. Kam mir vor wie eine Milchkuh. Also schnell abgestillt und Flasche gegeben.

Die Gefühle waren so negativ das ich nach dem 2. Kind sofort, noch im KH, Abstilltabletten genommen habe.

Beim 3. Kind wollte ich es unbedingt noch einmal versuchen und es war schön. Habe dann 8 Monate gestillt.

Beim 4. Kind habe ich ein Jahr lang gestillt und ich habe es nicht genossen!! Aber druchgehalten.

Ich weiss nicht warum, aber die Gefühle waren hier nicht immer die gleichen.

Habe dies schon oft auch von Freundinnen so gehört.

Liebe Grüße

CraUlifpornDierxin


Ich weiss nicht warum, aber die Gefühle waren hier nicht immer die gleichen.

Interessant, wenn jemand mal den direkten Vergleich zu den eigenen Kindern beschreibt.

Da liest oder hört man immer, dass es doch so ein hohes Glücksgefühl sein muss, wenn man ewig lang stillen kann.

Ich glaube, nach diesem Gefühl habe ich auch gestrebt ":/

Ich hatte es zwischendurch ansatzweise immer mal wieder, dann aber eher nicht.

Auch meine Gefühle dazu waren ständig gemischt.

Zum Schluss meinte ich, mich damit zwingen zu müssen, bis mein Sohn und ich nur noch Stress damit hatten.

Ich will es natürlich diesmal wieder versuchen und hoffe immer noch, auf diese tollen Gefühle.

Sollte das nicht einsetzen, setze ich rechtzeitig nen Schlusstrich.

Mein Sohn wurde auch so gross ;-)

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