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große schuld

hXelloo daQrknexss


Trotzdem, man kommt sich auch ein bisschen verarscht vor, wenn man die Situation nicht genannt bekommt

das war nie meine intention. ich dachte, dass sich vielleicht ein dialog entwickelt, der hilfreich sein könnte. nicht nur für mich, auch für andere.

genau aus diesem grund habe ich anfangs auch geschrieben "wie geht ihr mit schuld um?" und nicht "ich habe blablablablabla. ich war blablabla. ich blablabla." ich dachte, damit ist klar, dass es nicht um mein spezifisches problem geht.

aber trotzdem "geben soll", also helfen soll.

niemand soll. davon distanziere ich mich ausdrücklich.

aber alles klar, du bist raus und daher: alles gute!

h~ag-5tysjxa


ich glaube, menschen gehen damit unterschiedlich um.

manche verdrängen die schuld, andere leiden darunter, zerbrechen vielleicht auch daran, wieder andere sehen ihre tat mit der abgebüßten strafe als "verrechnet".

mein vater z.b. hat auf die letzten tage den weg zur religion gefunden und alle sünden gebeichtet und sich vergeben lassen. ihm hat es geholfen, dass eine höhere macht ihm offiziell die schuld von den schultern genommen hat.

was mir helfen würde: keine ahnung, wahrscheinlich nicht viel. Engagement für gute zwecke, eine änderung dieses teils meiner persönlichkeit hin zum helfenden menschen vielleicht, um mich selbst besser zu fühlen.

Ntor<di8x4


Ich bleib dabei: Die Frage "Wie geht ihr mit Schuld um ?" lässt sich nur anhand konkreter Fälle beantworten. Mal ein paar Beispiele:

Ich hab mir bei nem Kumpel vor Jahren 1000€ geliehen und anstatt es zurückzuzahlen den Kontakt eingestellt - Hier könnte man dem Kumpel nen Brief schreiben und die Rückzahlung in irgend einer Art und Weise anbieten, Thema erledigt.

Ich hab meinen Partner betrogen. - Ehrlich sein, dem alles erzählen und die Konsequenzen tragen, Thema erledigt.

Ich hab einen Autounfall und bin abgehauen. - Zur Polizei gehen, gestehen, Strafe ertragen, Thema erledigt.

Unfall mit bleibenden Schäden oder Todesfolge. - Strafe ertragen, den Hinterbliebenen / dem Opfer anbieten zu helfen, lernen damit zu leben denn es war ein Unfall.

Ich wollte ner alten Oma die Handtasche klauen, diese ist gestürzt und an den Folgen gestorben. - Strafe und das lebenslange schlechte Gewissen ertragen.

M~ehOno


Tja, ich versuche es mal auf der Meta-Ebene.

Ich persönlich fühle mich schon bei Kleinigkeiten, die einen Schaden oder ähnliches verursacht haben verantwortlich, auch wenn ich nur mittelbar beteiligt war. Das läßt mir dann keine Ruhe und ich grüble lange, was ich hätte anders machen müssen, damit das Ereignis nicht eingetreten wäre.

Meistens hat mir geholfen, mit anderen darüber zu reden. Und mit der Zeit trat das Ereignis / die Situation in den Hintergrund und verschwand damit aus dem Blickfeld.

Auch die Vergebung durch eine betroffenen Person hat mir bisher geholfen, die mit einer Situation entstandenen Gefühle zu verarbeiten.

Bei Deinen Andeutungen, liebe TE, würde ich mich einer neutralen Person anvertrauen. Das kann ein Therapeut, ein Priester oder eine Selbsthilfegruppe sein.

M$ariFe27


Es ist tatsächlich schwierig, zu antworten da man nicht weiss, wie schwer die Schuld wiegt...

Wenn Du nun zB ein Huhn überfahren hättest würde man die Schuld anders gewichten als zB einen Taschenraub an einer alten Dame oder Schlimmeres, Mord,..

Von daher kann man solche Fragen, wie Du sie Dir stellst, schlecht beantworten denn im Endeffekt musst ja als allererstes Du mit Dir ins Reine kommen und das alles bewerten, drüber weg kommen, dran arbeiten, was auch immer.. in dem Rahmen wäre es nicht uninteressant zu wissen, inwiefern Du Druck / Unterstützung bekommst, falls es eine "andere Seite", zB einen Geschädigten gibt. Wurde verziehen, vergeben, vergessen, ...

die fragen, die ich mir und jetzt auch hier stelle, sind eher so: wie geht man damit um, ein schlechter mensch zu sein? bleibt die schuld für immer? arbeitet die zeit ein bisschen zu meinen gunsten? wiegen viele gute taten bzw. gute jahre, eine wirklich schlechte tat irgendwann ein wenig auf? wie kriegt man das selbstbild mit dem bild, das andere von einem haben, gut zusammen ohne verrückt zu werden? wie kann man gut mit selbstekel leben? wie viel einfluss haben die schuldgefühle auf das, was man aus dem rest seines lebens noch so macht? darf man sich das leben trotzdem schön machen? etc.pp.

Wie gesagt....

wie geht man damit um, ein schlechter mensch zu sein? bleibt die schuld für immer?

Kommt drauf an, was DU draus machst und wie Du es siehst.

arbeitet die zeit ein bisschen zu meinen gunsten?

Kommt auch drauf an - über manche Dinge wächst Gras, man kann verdrängen. Manchmal bietet es eine Plattform, die nicht mehr so emotional ist um das Thema vielleicht nachträglich aufzuarbeiten?

wiegen viele gute taten bzw. gute jahre, eine wirklich schlechte tat irgendwann ein wenig auf?

Das muss die andere Seite beurteilen... denke ich.

arbeitet die zeit ein bisschen zu meinen gunsten? wiegen viele gute taten bzw. gute jahre, eine wirklich schlechte tat irgendwann ein wenig auf?

Indem Du, wie oben geschrieben, die Sache für Dich aufarbeitest, mit Dir ins Reine kommst. Und idealerweise natürlich auch mit der "anderen Seite".

Eigentlich gilt das auch für die noch folgenden Fragen... aber das ist alles nur ins Blaue geschossen, wie ich oben schon schrieb. Schwierig..

bxelmlLagixa


Hallo,

wenn die Sache im Umfeld bereits geklärt ist, hast du dann auch eine offizielle Strafe erhalten? Oder ist die Schuld eher moralischer Natur?

Für mich persönlich wären die Folgen meines Tuns im Zentrum.

Wenn du mit dem, was du getan hast Schaden zugefügt hast, dann könnte es helfen wenn du versuchen würdest den Schaden zu begrenzen.

Wäre zum Beispiel bei einer Fahrerflucht der Fall, dass man dem Opfer zur Seite stehen könnte oder den Angehörigen, falls sie dies zulassen.

Oder den evtl. Opfern anonym etwas spenden....

Ich kenne einen Fall, wo ein betrunkener Autofahrer einen Radfahren überfuhr, dieser starb dann.

Er bekam eine relativ geringe Strafe nach Ansicht der Hinterbliebenen Frau (mit Baby)

Sie tat sich sehr schwer damit, dass der Täter nach recht kurzer Zeit wieder in sein Leben zurückkehren konnte, während ihre Familie für immer zerstört war. Sie sagte mal es hätte ihr geholfen, wenn der Täter Kontakt gesucht und Reue gezeigt hätte. Hat er in dem Falle nicht.

Jedenfalls würde ich im Falle einer ähnlichen Schuld wohl dort ansetzen.

I^chIr#ge0ndwaxnn


Hallo

Ich denke die Gesamtumstände sind immer wichtig. Wirklich schlechte Menschen gibt es meiner Meinung nach nicht. Manchmal passen Menschen nicht zusammen, die Umstände sind ungünstig oder man macht etwas, was in diesem Kontext unpassend war (und in einem anderen vielleicht passend sein könnte). Oder man denkt einfach zu wenig nach...

Jedenfalls denke ich immer an die Gesamtsiutation und dann kommt raus, dass irgendwas blöd gelaufen ist, weil man gerade in diesem speziellen Moment an etwas wichtig nicht gedacht (oder an etwas anderes gedacht) hat. Aber allein die Tatsache, dass du JETZT darüber nachdenkst zeigt doch, dass du sehr wohl ein Gewissen hast und sehr wohl deine eigenen Taten bedenken kannst und willst.

Man kann die Vergangenheit nicht ändern, man kann nur überlegen wie es zu dem Fehler kam und was man ab jetzt besser machen kann. Ich denke das könnte ein Weg sein, mit seinen bösen Geistern besser zurecht zu kommen. Nicht ": Wie konnte ich nur..." sondern... "Ab jetzt mache ich aber...".

LG

Ich

ENl la7x1


Hauptkriterium wäre für mich, wie offenbar auch für einige andere, die hier schreiben:

"Warum" habe ich das getan? War es Absicht oder eher ein Versehen bzw. Unfall?

Offiziell eingestanden und irgendwie "gesühnt" hast Du es ja offenbar schon. :)^

Weiter wäre für mich noch wichtig, ob es aufgrund meines Fehlverhaltens eine leidtragende Person gibt, die bis heute negativ mit den Folgen konfrontiert wird. Falls ja, dann würde ich mich auf alle Fälle um Wiedergutmachung, sei es direkt oder indirekt, bemühen.

Ungeschehen machen kannst Du nichts mehr. Lebenslang an der Schuld zerbrechen fände ich in den meisten Fällen überzogen; denn von Deinen Schuldgefühlen hat niemand etwas, nicht einmal der/die Geschädigte. Konstruktiv ist, die Schuldgefühle zu transformieren und verarbeiten und wie gesagt evtl. in eine Wiedergutmachung zu kanalisieren.

Dein Faden zeigt, dass Du dazu bereit bist, Dich sehr mit Dir selbst und den Folgen Deines Verhaltens auseinanderzusetzen, dafür auf alle Fälle Respekt! @:)

B^esagteFxrau


Mit Schuld klar zu kommen, bedeutet für mich sich selbst verzeihen zu können. Nur weil man Schuld auf sich geladen hat, ist man nicht ein schlechter Mensch. Man hat nur etwas schlechtes getan. Wie kann man sich das verzeihen? Wie würde man jemand anderem verzeihen können? Zum Beispiel weil die Schuld unabsichtlich verursacht wurde oder weil man im Augenblick der Tat gute Gründe dafür hatte. Vielleicht war man psychisch nicht in der Lage anders zu handeln oder man hat einfach eine falsche Entscheidung getroffen, weil man nicht genug Zeit hatte zu überlegen oder weil man die Konsequenzen nicht gesehen hat. Dies wären alles Gründe sich selbst zu verzeihen. Gläubige Menschen können sich verzeihen, weil sie wissen, dass Jesus für all ihre Sünden am Kreuz gestorben ist und bereits alles gesühnt hat.

Vom Karma-Konto aus gesehen, würde man versuchen die Schuld mit guten Taten aufzuwiegen. Da es hier nicht darum geht, wie groß die Schuld ist, kann ich sagen, dass meine Art mit Schuld umzugehen ist, erstens zu wissen, dass ich kein schlechter Mensch bin, zweitens bin ich nicht perfekt, sondern eben nur ein Mensch und drittens habe ich auch viele Gute Sachen getan und bemühe mich ständig, dass auch weiter zu tun. Auch an mir haben sich schon Menschen verschuldet. Wenn ich ihnen vergebe, vergebe ich auch mir selbst leichter.

PElüsWchxbiest


Ich sehe das genau wie Nordi84.

Hat man etwas vorsätzlich gemacht, ist die Schuld die man auf sich geladen hat deutlich größer,

als wenn einem durch eine Unachtsamkeit etwas Schlimmes passiert.

Und deswegen kann hier auch niemand sagen, wie man mit so einer Schuld umgehen kann.

RpufusIxII


Schuld ist für mich ein großes Thema.

Gestern kam wieder "Yugotrip" im Fernsehen. Der Film thematisiert genau das Thema Schuld, und die Traumatisierung die es überall auslöst, wenn man durch Verbrechen und Gräuel Schuld auf sich lädt.

Schuld bedeutet für mich auch die Angst vor sozialer und gättlicher Ächtung, ausgestoßen sein, die Angst vor der erwartbaren und gerechten Strafe, die man selber innerlich als notwendig erachtet. Weil wer will schon in einer rechtlosen Welt leben? In der einem jedes Verbrechen zugefügt werden kann, ohne Zurechtrückung dieser Missstände?

Wenn man nicht über Schuld sprechen kann, dann macht das eigene Gewissen die Ächtung selber zur Wirklichkeit, indem man fest glaubt man ist ausgestoßen. Ich denke prinzipiell ist es eine Möglichkeit für den von Schuld gepeinigten, sich zu offenbaren, und eine soziale Verarbeitung zu erfahren. Auch das Auferlegen/Abtragen von Strafe kann eine Rolle spielen, um evtl. wieder einen inneren Frieden zu erlangen.

Aber erster Impuls scheint oft zu sein, seine Schuld in sich zu verschließen und mit sich selbst auszumachen. Geht mir jedenfalls so.

Literarische Beiträge zum Thema:

"Das verräterische Herz" - Edgar Allen Poe

Die Bibel, z.B. Psalm 130.3, Lukas 6.37, Psalm 32.5

"But inevitably, the further you run from your sins, the more exhausted you are when they catch up to you. And they do. Certain." - Inside Man, 2006

Wegen der Schädlichkeit von Schuldgefühlen erachte ich auch grundsätzlich inneren Frieden und ein reines Gewissen als eines der wichtigsten Ziele für ein erfolgreiches Leben.

r%r20x17


Eigentlich ist das doch ziemlich einfach.

Ein Aspekt ist, ob das subjektiv empfundene Schuldgefühl angemessen oder völlig übertrieben ist. Ein japanischer Angestellter, der Harakiri begeht, weil er 10 min zu spät zur Arbeit gekommen ist, ist da ein gutes Beispiel. Also: Finde heraus, ob es wirklich so arg ist, oder Du übertreibst.

Falls es dann doch wirklich so schlimm ist, ist das in der Tat ein Riesenproblem fürs weitere Leben, ja. Man könnte sein Leben dann in den Dienst guter Dinge tun, ehrenamtlich arbeiten, viel Geld spenden etc., um das für sich irgendwie auszugleichen. Ist wirklich niemandem zu wünschen.

E^leo?nora


Wie geht ihr mit Schuld um?

Ich setze mich damit auseinander und nehme sie an; Wenn es meine ist.

Schuld ist etwas ganz eigenes. Natürlich kann man mir Schuld geben, aber ob ich sie annehme ist meine Entscheidung.

Wenn ich sie doch selbst auf mich geladen habe bleibt mir nichts anderes als sie anzunehmen. Und jetzt kommt das Aber: Wenn ich Schuld habe kann ich mich nicht davon freisprechen - nie. Aber ich kann es bereuen, mich damit quälen, es beichten, mich dafür hassen ... und irgendwann wieder damit aufhören. Denn irgendwann gehen einem selbst die Ideen aus wie man sich selbst bestrafen kann. Und irgendwann geht das Leben einfach weiter.

Es wirkt auf mich in jedem Fall so als würdest du dich sehr damit auseinandersetzen und die Schuld die du empfindest nicht einfach bei Seite schieben. Allein das macht dich schon besser als sehr viele andere Menschen.

Das Einzige das ich im Kontext wirklich wichtig zu wissen finde: Geht es um etwas moralisches, etwas finanzielles, etwas illegales oder etwas ungewollt geschehenes? Dabei geht es mit nur darum besser darauf einzugehen, weil sich Schuld da tatsächlich unterscheidet. Wenn du das nicht beantworten willst ist das aber auch in Ordnung.

Wichtig ist das du etwas aus dem Faden herausnehmen kannst das dir weiterhilft. @:)

hOell;o zd>arknexss


hallo und danke! ich finde es ziemlich cool, dass doch noch viele interessante antworten gekommen sind. danke für die mühe und den respekt, ich freu mich.

ich antworte erstmal themen- und nicht personenspezifisch, sonst wird es zu unübersichtlich.

Ich bleib dabei: Die Frage "Wie geht ihr mit Schuld um ?" lässt sich nur anhand konkreter Fälle beantworten.

Wenn Du nun zB ein Huhn überfahren hättest würde man die Schuld anders gewichten als zB einen Taschenraub an einer alten Dame oder Schlimmeres, Mord,..

ja, klar misst man unterschiedlichen fällen unterschiedliches gewicht zu.

aber ich habe im laufe der zeit gemerkt, dass es mein gewissen nicht leichter macht, wenn mir jemand sagen will, ob ich in seinen augen viel oder wenig schuld trage. die gewichtung und einschätzung anderer ist für mich echt nicht maßgeblich.

für mich fühlt sich meine schuld schwer an. mir geht es nicht gut dabei, ich denke täglich dran und fast täglich drüber nach. würde ich auch, wenn mir hier alle sagen: du, so schlimm war das doch gar nicht.

In dem Rahmen wäre es nicht uninteressant zu wissen, inwiefern Du Druck / Unterstützung bekommst, falls es eine "andere Seite", zB einen Geschädigten gibt. Wurde verziehen, vergeben, vergessen, ...

es gibt eine andere seite, nämlich meine familie.

mit der vergebung ist es so eine sache. wie gesagt, das alles liegt schon ein paar jährchen zurück. einige, die wichtigsten, haben mir nicht vergeben und es besteht kein kontakt mehr. einige andere haben gesagt, dass sie mir vergeben. ich fürchte und denke aber, das es wirklich einfach nur gesagt und eigentlich gar nicht gemeint war. kann ich im übrigen auch verstehen. jedenfalls bestehen auch diese kontakte nicht mehr. ich bin auch rund ein jahr nach alldem weggezogen und habe im vollsten bewusstsein nur noch ganz wenige berührungspunkte zu dem alten umfeld und der alten gegend.

daher ist das thema vergebung etwas, was ich hauptsächlich mit mir selbst zu klären habe. alle anderen, die mir theoretisch vergeben könnten, spielen in meinem leben keine rolle mehr oder anders: ich nicht mehr in ihrem.

Auch die Vergebung durch eine betroffenen Person hat mir bisher geholfen, die mit einer Situation entstandenen Gefühle zu verarbeiten.

dem Opfer zur Seite stehen könnte oder den Angehörigen, falls sie dies zulassen.

auf alle Fälle um Wiedergutmachung, sei es direkt oder indirekt, bemühen.

das sind gute gedanken, wirklich. direkten kontakt gibt es nicht, will ich auch nicht. wie das indirekt aussehen könnte, ist eine gute frage. auch, ob ich dazu überhaupt bereit bin. ich habe reue. wiedergutmachung habe ich versucht, auszuüben, indem ich mich seither sehr anstrenge es besser zu machen, viel, viel, viel besser. ungefähr so, wie hier von "ichirgendwann" beschrieben:

Man kann die Vergangenheit nicht ändern, man kann nur überlegen wie es zu dem Fehler kam und was man ab jetzt besser machen kann. Ich denke das könnte ein Weg sein, mit seinen bösen Geistern besser zurecht zu kommen. Nicht ": Wie konnte ich nur..." sondern... "Ab jetzt mache ich aber...".

ich bemühe mich sehr, mich korrekt zu verhalten. gut zu sein und in den verschiedensten lebensbereichen mein bestes zu geben. dabei spielt dsas auch eine rolle:

Man könnte sein Leben dann in den Dienst guter Dinge tun, ehrenamtlich arbeiten, viel Geld spenden etc., um das für sich irgendwie auszugleichen.

ich weiß, dass es keine echte wiedergutmachung ist, weil es nichts mit den leuten, gegenüber denen ich diese schuld habe, zu tun hat. ich denke, dass es besser als nicht ist, aber vielleicht ist es auch ein schönreden?

"Warum" habe ich das getan? War es Absicht oder eher ein Versehen bzw. Unfall?

Hat man etwas vorsätzlich gemacht, ist die Schuld die man auf sich geladen hat deutlich größer,

als wenn einem durch eine Unachtsamkeit etwas Schlimmes passiert.

okay, stimmt, das ist ein wesentlicher unterschied. deshalb: es war in meinem fall kein versehen. was ich damals gemacht habe, war so gewollt und überlegt. gekommen ist es dann am ende aber doch anders (schlimmer) als beabsichtigt.

es war also nichts in richtung versehentlich verursachter unfall oder so.

Das Einzige das ich im Kontext wirklich wichtig zu wissen finde: Geht es um etwas moralisches, etwas finanzielles, etwas illegales oder etwas ungewollt geschehenes? Dabei geht es mit nur darum besser darauf einzugehen, weil sich Schuld da tatsächlich unterscheidet. Wenn du das nicht beantworten willst ist das aber auch in Ordnung.

nein, das ist schon in ordnung. es geht knapp gesagt um verrat (klingt so geschwollen, aber ich weiß nicht wie ich es anders möglichst neutral ausdrücken soll) und gewalt. alles an einem familienmitglied. das hatte dann aber weitreichende folgen für die ganze familie, was ich vorher wusste und so in kauf genommen habe. letztendlich lief alles schon sehr aus dem ruder, womit ich nicht gerechnet hatte. naja, für den verrat/illoyalität hatte ich gründe, zu denen ich auch stehe, auch wenn ich sehr bereue wie das alles abgelaufen ist. die gewalt ist ein ganz anderes kapitel. es ging aber nicht um geld.

Schuld bedeutet für mich auch die Angst vor sozialer und gättlicher Ächtung, ausgestoßen sein, die Angst vor der erwartbaren und gerechten Strafe, die man selber innerlich als notwendig erachtet. Weil wer will schon in einer rechtlosen Welt leben? In der einem jedes Verbrechen zugefügt werden kann, ohne Zurechtrückung dieser Missstände?

hm, ja. das spielt auch mit, denke ich. ist aber auch so ein zwiespalt: darf man als schuldiger (okay, das klingt jetzt arg schwarz-weiß) überhaupt diese angst a) empfinden und b) äußern? hat man sich doch selbst eingebrockt, ist also eine logische konsequenz des eigenen verhaltens, oder nicht?

Ich denke prinzipiell ist es eine Möglichkeit für den von Schuld gepeinigten, sich zu offenbaren, und eine soziale Verarbeitung zu erfahren. Auch das Auferlegen/Abtragen von Strafe kann eine Rolle spielen, um evtl. wieder einen inneren Frieden zu erlangen.

soziale verarbeitung klingt sehr interessant. schuldeingeständnis, offenbarung usw. hatte ich alles, auch die frage nach einer strafe, gericht, etc., aber soziale verarbeitung nicht. zumindest nicht das, was ich darunter verstehe.

magst du noch mehr dazu sagen, rufusIII?

Aber erster Impuls scheint oft zu sein, seine Schuld in sich zu verschließen und mit sich selbst auszumachen.

ja, das ist bei mir auch so. auch in der folge. mit der zeit verarbeitet man das alles sicher auch immer ein stück weit und es kommen neue fragen auf, manchmal ja sogar erkenntnisse. selbst das ist für mich so arg negativ behaftet, dass ich da nie mit jemanden drüber reden würde. ich glaube, da spielen angst und scham eine große rolle.

Ein Aspekt ist, ob das subjektiv empfundene Schuldgefühl angemessen oder völlig übertrieben ist. Ein japanischer Angestellter, der Harakiri begeht, weil er 10 min zu spät zur Arbeit gekommen ist, ist da ein gutes Beispiel. Also: Finde heraus, ob es wirklich so arg ist, oder Du übertreibst.

ja, klar. ob angemessen oder übertrieben hängt halt von vielen verschiedenen aspekten ab. einer davon absicht/motiv: wenn ich sage, ich habe (achtung, beispiel!) eine bank überfallen und einen angestellten ins knie geschossen, um an die kasse zu kommen, weil ich mir eine neue playstation kaufen wollte, finden das die meisten schlimm. wenn ich sage, ich habe eine bank überfallen und einen angestellten ins knie geschossen, um die spezialtherapie für mein an einer seltenen krankheit leidendes baby zu bezahlen, finden das die meisten schon weniger schlimm, weil der hintergrund wahrscheinlich nachvollziehbar(er) ist als reine geldgier oder was auch immer.

ich habe von außenstehenden schon beides erlebt: beschwichtigung und im zusammenhang mit dem, was ich gemacht habe, wie "unter den umständen nachvollziehbar" und "es gibt schlimmeres", aber auch "sowas hätte ich dir nicht zugetraut, heftig" mit anschließender distanzierung.

übertrieben ist es bestimmt nicht. ich weiß schon das manche sagen würden, dass es nicht sooo schlimm ist. andere würden sagen: puh, wie schrecklich, wie konntest du nur.

für mich ist es halt noch immer ein großes thema, also ja: schon arg und nicht übertrieben.

Wenn ich sie doch selbst auf mich geladen habe bleibt mir nichts anderes als sie anzunehmen. Und jetzt kommt das Aber: Wenn ich Schuld habe kann ich mich nicht davon freisprechen - nie. Aber ich kann es bereuen, mich damit quälen, es beichten, mich dafür hassen ... und irgendwann wieder damit aufhören. Denn irgendwann gehen einem selbst die Ideen aus wie man sich selbst bestrafen kann. Und irgendwann geht das Leben einfach weiter.

puh, das sind sehr gute (im sinne von wichtige) gedanken.

Es wirkt auf mich in jedem Fall so als würdest du dich sehr damit auseinandersetzen und die Schuld die du empfindest nicht einfach bei Seite schieben. Allein das macht dich schon besser als sehr viele andere Menschen.

naja, ich habe das thema hier zur diskussion gestellt und schreibe darüber. klar ist das auseinandersetzung. aber insgesamt wende ich auch sehr viel energie dafür auf das ganze zu verdrängen und zu ignorieren, was aber nicht sehr gut funktioniert.

hOello da#rknLess


Wichtig ist das du etwas aus dem Faden herausnehmen kannst das dir weiterhilft.

es war schon richtig viel gutes für mich dabei!

etwas was ich noch dazu sagen wollte: ein riesenproblem ist für mich das thema identität.

ich habe mein umfeld quasi komplett gewechselt, habe mit den alten leuten fast nichts mehr am hut. von den neuen wissen 2 oder 3 so einigermaßen bescheid. für mich ist das immer richtig schwer. wenn ich neue leute kennenlerne, eine freundschaft schließe oder sich eine engere beziehung welcher art auch immer entwickelt, will ich erstmal nicht, dass jemand weiß, was für ein arschloch ich mal war (oder bin). prinzipiell binde ich das niemanden einfach so auf die nase, geht auch nur mich etwas an. irgendwann kommt für mich aber der zeitpunkt, andem ich dsas gefühl habe, dass etwas fehlt und mich der eigentlich mittlerweile gute freund oder die eigentlich mittlerweile enge freundin, gar nicht richtig wahrnehmen kann und nichts über mich weiß. einerseits will ich dieses kapitel meines lebens bewusst raushalten und von meinem leben, wie es jetzt ist, abkapseln. andererseits habe ich damit das gefühl, dass ein ganz wesentlicher teil von mir versteckt bleibt und das stört mich auf ganz komische weise auch.

ich identifiziere mich heute übrigens kaum mehr mit der art mit der ich damals agiert habe. aber irgendwie ist dsas ganze für mich doch teil meiner identität? ganz komische widersprüche, die sich da auftun. vielleicht hat jemand dazu ein paar gedanken, würde mich freuen.

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