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große schuld

dVaWnae8x7


Das hast du beim Telephonat auch geglaubt und hast es doch geschafft.

hLellor dalrkness


ja das schon. bloß ist hinfahren etwas anderes

dua|naex87


Sicher, aber auch das ist eine nehmbare Hürde.

Mwaraie$Curixe


ich glaube, ich schaffe das nicht.

Mach es, darkness, MACH ES!

Sonst besteht vielleicht irgendwann mal die Gefahr, dass du bereust es nicht getan zu haben.

Das Telefonat klappte ja schon mal, gehe den nächsten Schritt. Sollte dieser scheitern, hast du es wenigstens versucht.

Aber möglicherweise geht es auch gut aus.

Ich bin in meinem Leben 'ne wirklich feige Sau und bereue schon so viel. Mag natürlich sein, dass man das nicht mit deiner Situation vergleichen kann, dennoch: Tu es! @:)

Das es nicht leicht ist, glaube ich dir sofort. Du schaffst das!!! :) @:)

dyanIae87


Vielleicht musst du auch noch eine Weile anrufen bis du soweit bist.

hyello Udarzknexss


Mach es, darkness, MACH ES!

ich weiß nicht wie. ich habe angst davor aber vor allem tut es weh. seitdem ich mit ihr am telefon gesprochen habe tut es so weh. weil sie geklungen hat wie meine oma und zugleich so fremd und anders und das halte ich nicht aus. ich weiß dass ich sie seit fast vier jahren nicht mehr gesehen habe, ich weiß dass es eine lange zeit ist aber in meinem kopf habe ich einfach nicht gedacht, dass sich etwas verändert. doch, gedacht schon. aber dass es jetzt wirklich so ist, ich halte das nicht aus.

hcello; darknxess


Dass Du diese Telefonate hast machen können, die vor ein paar Monaten noch unmöglich schienen, zeigt Dir auch, dass die Therapie zu helfen angefangen hat.

es fühlt sich nicht so an. meistens fühle ich mich so dumm und feige und unfähig. weil es nicht um mich geht sondern um meine oma und sie mich vielleicht braucht. wahrscheinlich nicht unbedingt mich sondern einfach irgendjemanden der sie besucht und sie unterstützt. und ich muss das tun weil meine oma viel für mich getan hat als ich ganz klein war. aber ich weiß nicht wie ich das schaffen kann. ich halte es einfach nicht aus dieses fremde gefühl obwohl ich ganz genau weis dass das furchbar egoistisch ist und ich einfach für meine oma über meinen schatten springen muss

dAanaxe87


Müssen tust du gar nichts, höchstens für dich.

Und ansonsten finde ich das nicht so erstaunlich, zu wissen das Zeit vergangen ist und es zu erleben, zu sehen, dass sind immer zwei verschiedene Paar Schuhe. Das geht ja auch Großeltern so, wenn sie ihre Enkel länger nicht gesehen haben. Sie wissen natürlich das die weiter gewachsen sind, aber wie sehr sie sich verändert haben trifft sie doch immer wieder ein bisschen wie ein Schlag.

Normal, schwer, aber ganz normal.

k]olt@rasxt


Mit Marie-Curie möchte ich im Duett rufen: TU ES und besuche die Oma BALD... sonst hast Du noch mehr zum Bereuen als so schon.

Und zum Beitrag von Danae habe ich auch nichts zuzufügen: die "normalen Veränderungen", die das Leben bringt, sind zuweilen schwer zu akzeptieren und zu verkraften. In Deiner Biographie und der Deiner geliebten Oma fehlen 4 Jahre - da ist Einiges geschehen. Lass' nicht NOCH MEHR Zeit ins Land gehen - Demenzen werden nicht besser!

Nein, Du musst NICHT - für niemanden hier, die Dir raten - aber Du SOLLTEST... für DICH!

k[oltraast


...als meine über alles geliebte Oma einen Hirnschlag hatte, war ich 14 Jahre alt und verstand die Welt nicht mehr. Oma war halbseitig gelähmt, konnte sich nicht mehr verständlich artikulieren und erkannte niemanden mehr. Nach einigen Monaten wurde sie in die Psychiatrie abgeschoben. (Das handhabte man vor über 50 Jahren so.) Sie erkannte ihren Sohn (=meinen Vater) nicht mehr, den sie über alles liebte. Das war für meinen Vater sehr traurig und sehr schwer zu verkraften.

Damals hatten Kinder/Jugendliche in der Psychiatrie nichts zu suchen, man nahm an, sie nähmen Schaden an der Seele, wenn sie Psychiatriepatienen sehen. Ich litt unsäglich, dass meine Oma "einfach von der Bildfläche verschwunden war" - denn wir hatten doch am Samstag einen STadtbummel abgemacht... Vater erwirkte, dass ich "ausnahmsweise" die Oma besuchen durfte. Er riet mir, nicht nach links und rechts zu schauen, geradeaus in den 8-er-Saal reinzugehen, dort liege die Oma in einem Gitterbett am Fenster.

Als ich das Gebäude betrat, machte ich mit mir aus: was immer du siehst oder hörst, ist zu überleben. Geweint wird nicht drinnen sondern draussen, wenn du wieder im Park bist.

Es geschah ein Wunder! Ich sprach die dösende Oma mit ihrem Kosenamen an - sie öffnete die Augen und sagte deutlich meinen Namen! Sie begann zu weinen... und ich weinte mit, konnte nicht anders. In meiner Hilflosigkeit sagte ich, dass wir den Stadtbummel nachholen wollen, sobald sie wieder zuhause ist. Oma strahlte. Ich ahnte, dass es nie wieder einen Stadtbummel geben wird.

Oma ist wenige Wochen später gestorben und ich bin so dankbar, sie noch gesehen zu haben. Ich war ihre Lieblingsenkelin und Vater pokerte richtig: WENN sie jemanden erkennt, dann Koltrast.

huellOo dsaCrknesxs


ihr habt recht. danke.

und koltrast, speziell danke an dich dass du von deiner oma erzählt hast. es hat mir geholfen, weil ich will auf gar keinen fall dass meine oma stirbt und ich sie nicht noch einmal besucht habe. du warst aber ziemlich tapfer mit 14, finde ich.

mein therapeut hat mir auch geholfen und mir irgendwie auch neuen mut gegeben. ich habe doch zwei jüngere geschwister und mein therapeut sagt in der zeit ohne kontakt sind sie älter geworden und jetzt auch ganz anders als damals und mit meiner oma ist es so ähnlich nur auf andere weise und mit mehr zeitdruck. weil alte leute irgendwann bestimmt sterben. das sind alles dinge die ich zwar weiß aber mir manchmal nicht so gut bewusst machen kann, weil ich mich zu sehr mit der angst und schlechten gefühlen beschäftige. ich muss mir das öfter bewusst machen weil ich will nicht das die angst mich daran hindert über meinen schatten zu springen und meine oma zu besuchen. es ist mir zu wichtig.

von 2. bis 6. oktober habe ich frei und der plan ist, dass ich meine oma in der zeit besuchen werde. ich hoffe so sehr dass ich es wirklich durchziehe und mache. ich habe es auch meinem therapeuten gesagt und schreibe es hier weil ich mich selbst festnageln will aber zugleich auch weiß dass ich lieber kneife oder flüchte. aber dieses mal will ich das nicht.

die beiden male am telefon war meine oma ziemlich durcheinander, sie brachte verschiedene namen aus meiner familie durcheinander und ich war mir nicht richtig sicher ob sie weiß dass sie mit mir spricht. aber sie sagte jedes mal auch meinen namen und nicht so als wäre sie mir böse sondern ganz normal. das gibt mir sehr viel mut dass sie mir nicht mehr böse ist denn damals war sie sehr enttäuscht von mir und wollte nicht mehr dass ich sie besuche weil es sie jedes mal sehr aufgeregt hat. jetzt habe ich zwei ängste was den besuch betrifft. die angst dass sie so durcheinander oder dement ist und nicht richtig weiß wer ich bin und die angst dass sie es weiß und meinen besuch nicht will. aber nicht hinzufahren macht es auch nicht besser vor allem weil ich nicht weiß wie lange meine oma noch lebt. deswegen will ich es wirklich unbedingt durchziehen

kfoltr^ast


2. bis 6. oktober habe ich frei und der plan ist, dass ich meine oma in der zeit besuchen werde.

Toll, dass es ein so genaues "Zeitfenster" gibt - da hast Du die Wahl, gleich am ersten Tag hinzufahren... oder schlimmstenfalls am letzten. Das Zeitfenster ist also fixiert und Du brauchst nicht mehr drüber nachzudenken, ob Du hinfährst oder nicht, sondern nur noch WANN.

DASS Du hinfahren willst, finde ich das einzig Richtige - und zwar immer noch aus allen genannten Gründen. Du wirst vermutlich erleichtert sein nach dem Besuch und darfst auch stolz sein, es geschafft zu haben und über die Schatten der Vergangenheit gesprungen zu sein. Ich vermute einfach, dass es Dir genauso ergehen wird wie mir damals: sie wird Dich ziemlich sicher erkennen, denn Du warst ihre Lieblingsenkelin. Sie hat wohl gesagt - vor Jahren -, dass Du Dich nicht mehr blicken lassen sollst - aber ob sie nicht die ganze Zeit unter einer grossen Sehnsucht litt, weisst Du nicht. Ich vermute es jedoch - bin ja selber Mehrfachoma.

mein therapeut hat mir auch geholfen und mir irgendwie auch neuen mut gegeben. ich habe doch zwei jüngere geschwister und mein therapeut sagt in der zeit ohne kontakt sind sie älter geworden und jetzt auch ganz anders als damals

DAS habe ich vor ganz vielen Seiten auch schon geschrieben (andere User auch) und nun sagt es sogar der Seelenfachmann!

Du bist gut unterwegs, Darkness: Du hast NIE geglaubt, einmal der Oma anrufen zu können... und hast es geschafft. Und nun nimmst Du den zweiten grossen Schritt und besuchst sie.

Ein Tipp... bringe ihr zum Essen mit, was sie mag. Die Heimpfleglinge sind kulinarisch nicht sehr verwöhnt. Vielleicht mag sie eine ganz bestimmte Schokolade oder vielleicht selbst gebackene Plätzchen. Auch via Essen können manchmal Erinnerungen hervorgekitzelt werden.

Alles Gute Dir *:) @:) :)^ :)*

d!anae8x7


Viel Glück. Du schlägst dich tapfer.

hHelYlo dbarknexss


danke.

im moment bin ich auch ziemlich froh dass ich mich so entschlossen fühle und so dass ich es wirklich hinkriege. ich will es einfach unbedingt machen. ich bin auch sehr nervös, aber grade geht es auch damit ganz gut. hoffentlich wird das nicht schlimmer.

dVan*ae87


Und selbst wenn wirst du es dennoch schaffen. :-)

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