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Weiblicher Narzissmus

Alias 736247 hat die Diskussion gestartet


Durch einen Faden hier wurde ich auf den Begriff "weiblicher Narzissmus" aufmerksam und habe mich die letzten Tage damit beschäftigt. Bis dato war mir der Begriff Narzissmus bekannt, aber auch nicht so im Detail wie jetzt. Dass es eine Unterscheidung geschlechterspezifisch gibt, wusste ich garnicht.

Nun gut, meine jetzige Therapeutin und auch die davor haben den Begriff Narzist öfters in Bezug auf meinen Vater erwähnt. Ich sollte mich diesbezüglich auch schlau machen, aber habe nur Wikipedia gelesen und dann gedacht "Passt nicht wirklich".

Was mich selbst betrifft, so sind mir immer gewisse Dinge an mir aufgefallen und ich habe mich gefragt, warum das so ist und woher es kommt. z.B. dass ich oft Dinge gemacht habe, weil ich dabei schon daran gedacht habe, was ich wohl für Aufmerksamkeit und Anerkennung dafür bekomme. Gleichzeitig war es mir ein Alptraum irgendwo in den Mittelpunkt gestellt zu werden. Mit Kritik konnte ich nur äußerst schwer umgehen und fühlte mich schnell gekränkt. Oft hat dies den Gedanken begleitet, dass ich den Kontakt zu der Person besser abbreche, weil sie mir nicht gut tut. Wenn ich jemanden kennengelernt habe, dann habe ich meine Interessen immer dessen Interessen angepasst. Ich wollte eine "Beziehung" zu der Person (bei Frauen Freundschaft). Gleichzeitig wollte ich aber Distanz. Ich wollte bestimmen wie viel und wenn es nicht so lief, dann war ich schnell verletzt.

Wenn ich irgendwo nicht gut ankam, dann gab ich meinem Übergewicht die Schuld dran. Die Menschen mögen mich nicht, weil ich dick bin. Wäre ich dünn, dann würden sie mich mehr mögen.

Wenn ich irgendwo war und ich war dort "wichtig", dann ging es mir gut. Aber sobald ich daheim war hat mich eine Leere und Einsamkeit empfangen. Das konnte ich garnicht nachvollziehen, weil ich doch draußen noch dachte wie schön es ist, nun daheim meine Ruhe zu haben. Aber die habe ich nicht ausgehalten. In dieser Einsamkeit habe ich Kontakt über das Telefon immer wieder zu Menschen aufgenommen, die mir tatsächlich nicht gut taten, aber für den Moment mir halfen.

Ich konnte Dinge tun und mich dabei gut fühlen. Aber sobald nur eine einzige Person gesagt hat, dass sie das nicht gut fand war ich total verunsichert und am Straucheln.

All diese Dinge (und noch mehr) sind mir selbst immer wieder aufgefallen und auch aufgestoßen. Ich konnte sie nur nicht greifen. Ich wusste nicht, warum das so ist und noch weniger, wie ich es ändern kann.

Angestoßen durch diesen Faden habe ich mich mit dem Begriff "weiblichen Narzissmus" beschäftigt und mich dort eigentlich fast komplett wiedergefunden. Auch habe ich Narzissmus in Bezug auf meinen Vater recherchiert und dabei festgestellt, dass Wiki wohl nicht die beste Quelle war und er doch sehr gut in dieses Bild passt. Letztendlich auch, dass es nicht selten so ist, dass Kinder von narzisstischen Eltern dies Weiterleben.

So, nun spürte ich auf der einen Seite ein Gefühl von Freude, weil es tatsächlich einen Namen für mein Denken und Handeln gibt und ich sogar noch die Ursache ableiten kann. Ein Stück weit kann ich gedanklich so sogar meinem Vater verzeihen, weil er ja irgendwie nichts für sein Verhalten kann.

Ende der Woche habe ich einen Termin bei meiner Therapeutin. Aber gerade habe ich Gesprächsbedarf, möchte aber mit niemandem in meinem Umfeld über dieses Thema reden.

Vielleicht hatte hier jemand die Muße den ganzen Beitrag zu lesen und möchte sich mit mir austauschen. Hat eventuell auch eigene Erfahrungen und kann mir Denkansätze liefern. Denn ich möchte hier gerne etwas ändern. Ich sehe schon, dass ich mich meiner Tochter gegenüber narzisstisch verhalte und möchte nicht, dass sie irgendwann an dem gleichen Punkt ist wie ich.

Antworten
PIlüsch_biest


Es ist gut, dass du schon eine Therapeutin hast.

Ich wusste bis dato auch nicht, dass man zwischen weiblichem und männlichem Narzissmus unterscheidet.

L9ucix32


Allerdings wissen die meisten Leute nicht, dass sie Narzissten sind - gehört auch zum Störungsbild. Jede hat narzisstische Tendenzen (mehr oder weniger ausgeprägt). Ein echten Narzissten versinkt jedoch in sehr starken depressive Phasen wenn etwas nicht gelingt (Höhe Suizidrate) und lebt in eine Fantasiewelt und tut ALLES um diese Welt aufrecht zu erhalten.

Zum Therapeuten gehen sie eher nicht. Und wann, dann meistens weil einer Familienmitglied die dahin schickt. Dann beginnt der Spaß: sie wollen den Termin bestimmen, akzeptieren nicht, dass man andere Patienten hat. Ich habe bis jetzt nur 2 Narzissten als Patienten gesehen (Akutneurologie).

Alias 736247


@ luci:

Kennst du dich damit ein wenig aus?

Kann es nicht auch sein, dass der narzissmus nicht so stark ausgeprägt ist?

Ich denke auch jeder hat solche Tendenzen. Aber ich finde halt schon dass bei mir ziemlich viel zutrifft.

Wenn auch, wie du sagst, die Erkenntnis sicher nicht typisch ist

LMuci!32


Nicht ganz ausgeprägte Narzissmus nennt man Disposition oder Persönlichkeitseigenschaft. Aber nicht "echte" Narzissmus, welch extrem destruktiv ist und einer schweren Persönlichkeitsstörung darstellt.

r3r20!1>7


aber das heisst nun nicht, dass Männer männlichen Narzissmus haben und Frauen weiblichen. Man kann auch als Mann weiblichen Narzissmus haben und umgekehrt.

In der Tat lese ich bei Dir auch eher nur zarte Anflüge heraus, vor allem aber ein im Mittelpunkt stehendes Leiden - Leere, Minderwertigkeitsgefühle. Daran solltest Du arbeiten.

Bestätigung von aussen hilft ja nicht substanziell, sondern ist eher nur eine Krücke.

Alias 736247


Eigentlich möchte ich genau daran arbeiten, dass ich eben die Bestätigung von aussen nicht brauche, dass ich Selbstbewusstsein bekomme und nicht so leicht gekränkt bin.

Nur hab ich absolut keine Ahnung wie.

a%ug82x33


Jetzt "haltet mal den Ball flach", wie man so sagt. In jedem Menschen stecken die Persönlichkeitsanteile unterschiedlich ausgeprägt. Ohne eine Portion Narzissmus liefen wir alle noch in Bärenfellen herum und wohnten in Höhlen. Die Eigenschaft ist auch eine Triebfeder.

Wer es mit dieser Eigenschaft zu toll treibt, der bekommt ab und zu tüchtig einen auf die Nase. Sieht er das als eine Lehre für sich und ändert sein Verhalten ist es gut für ihn; sonst bekommt die Nase wieder einen ab.

Im Verhältnis Eltern zu Kinder ist das Ergebnis daraus unterschiedlich. Die meisten Kinder können sich mit der Zeit ganz gut wehren oder mit dem Narzissmus der Eltern umgehen.

Luci32, was soll ein Narzisst in der Neurologie? Gleichgesinnte besuchen? Als Patient ist man ohne Offenbarung dort vermutlich am schnellsten wieder fort.

aLu#g*233


Liebe TE, eine ausgeprägte Narzisstin im Medizinbereich stellte sich ganz einfach ins Vorzimmer ihres Chefzimmers und sagte, auch wenn nur zwei weitere Personen anwesend waren: "Jetzt lobe ich mich mal selbst! Das Telefongespräch mit dem Schreckgespenst ist mir gut gelungen!" Die zwei weiteren Personen kannten zwar das Schreckgespenst, hatten aber das Telefongespräch nicht gehört. "Eigenlob stinkt" ist zwar ein Sprichwort, man kann sich für eine gelungene Sache auch selbst loben. In dem Falle hätte es niemand tun können.

Schau mal nach, ob es solche Möglichkeiten gibt.

Lquci332


Was machen Narzissten in der Neurologie? Sie können auch Epilepsie, Parkinson, MS, Schädel-Hirn-Trauma usw. kriegen. Sind ja auch nur Menschen.

rJr20x17


Nur hab ich absolut keine Ahnung wie.

großes Thema in der Psychologie und Therapie - wie arbeitet man an einem positiven Selbstwertgefühl.

ich würde sagen, zum einen untersuchen was es denn beschädigt hat (wurde man schwer verletzt oder gehirngewaschen, emotional missbraucht?), und dann eine realistische Sichtweise entwickeln, auf sich selber, und auch auf andere.

Und sich auch fragen, wer überhaupt Wertigkeiten vergibt (nämlich eigentlich niemand, es gibt keine objektiv wertende Instanz die Punkte verteilt, das ist eher die Stimme irgendeines Elternteils in einem), und wie schlimm es wirklich ist, da schlecht abzuschneiden.

Sprich, warum und nach wessen Maßstäben beurteilt man sich selber, und wie relevant ist das alles.

Alias 736247


In der Therapie dreht sich irgendwie immer alles um meinen Vater.

Für ihn zählte immer Leistung und die wurde mit Geld belohnt. Wenn ich nicht gut war, dann gab er mur das Gefühl versagt zu haben. Ich wollte immer ihm gefallen. Egal was ich getan habe. Und oft hat er mir durch seinen Tonfall zu verstehen gegeben dass das was ich gerade tue aus seiner Sicht nicht gut ist. Er kann da ganz toll mit seiner Stimme spielen und mit blicken.

Meine therapeutin sagt er habe meine Wahrnehmung manipuliert. Eben auch dadurch dass er alles immer dramatisiert hat.

Also letztendlich denke ich, dass er die ursache ist, warum mir Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen fehlt.

pdlacexs


Hey!

Ja klar. Du hast gelernt, das man Anerkennung und Liebe nur über Leistung bekommt - entsprechend führst du das jetzt fort.

Narzisstische Züge hat jeder (das ist sogar unabdingbar - die braucht man!) und das geht dann stufenlos weiter bis hin zur ausgewachsenen Persönlichkeitsstörung. Und irgendwo auf diesem Kontinuum befinden wir uns alle :-D

Eigentlich möchte ich genau daran arbeiten, dass ich eben die Bestätigung von aussen nicht brauche, dass ich Selbstbewusstsein bekomme und nicht so leicht gekränkt bin.

Nur hab ich absolut keine Ahnung wie.

Ich glaube, du musst erstmal durchleben, welche Gefühle du abgspalten und verdrängt hast. Die Situation mit deinem Vater muss ja eine unheimliche Kränkung für das kleine Kind gewesen sein. :)*

Nach und nach kommt dann auch der Selbstwert wieder. Das kann lange dauern, aber es lohnt sich. Irgendwann kannst du anerkennen dass er dich nicht so behandelt hat, weil du nicht liebenswert warst/bist, sondern weil er persönlichkeitsgestört ist. Das hat aber mit dir nix zu tun, er hätte jedes Kind der Welt vermutlich gleich behandelt.

EYhemalig\er qNutz;er (# 568697x)


Angestoßen durch diesen Faden habe ich mich mit dem Begriff "weiblichen Narzissmus" beschäftigt und mich dort eigentlich fast komplett wiedergefunden.

In einer Beschreibung wie [[http://umgang-mit-narzissten.de/weiblicher-narzissmus/ hier]]?

Was Du beschreibst ist für mich eher eine Beschreibung des "noch feststeckens" in der immer noch Deinem Vater gefallen wollen Schleife. In der Therapie lernst Du ja normalerweise Dich daraus zu lösen.

Mir hat an einem bestimmten Punkt geholfen mir die Beziehung zu meinem Vater damals wie einen Knoten vorzustellen: Es gab meine narzisstischen Vater mit seinen Unsicherheiten und mich mit meinen eigenen, die ich vor lauter Anpassung an die meines Vaters in der Beziehung zu meinem Vater überhaupt nicht wahrnehmen konnte. Ich kenne auch heute noch die Unsicherheiten meines Vaters sehr gut und sie triggern auch immer wieder die alte Anpassung. Nur mittlerweile kann ich mich selbst wieder besser wahrnehmen und mich bewusst nicht anpassen, sondern ihn mit meinem tatsächlichen nicht an ihn angepassten Ich konfrontieren. Das ist für ihn natürlich sehr schwer, aber es eröffnet ihm auch Möglichkeiten. Er muss lernen mit der vorhandenen Realität zu leben, nicht mit der Scheinrealität, die er sich selbst aufbaut. Und die beinhaltet eben auch, dass er mit seinen eigenen Unsicherheiten selbst umgehen muss - er kann sie nicht einfach auf andere outsorcen, weil andere sie nicht für ihn lösen können.

Therapie hat mir geholfen diesen Knoten besser in Fäden aufzulösen und seine Fäden seine Fäden sein zu lassen und meine Fäden erst mal wahrzunehmen und dann zu entscheiden ob ich Socken stricken will oder kann oder eher doch einen Pulli ;-).

Ich war als Kind ständig damit beschäftigt mein eigenes Gefühlsleben an die Anforderungen meines Vaters anzupassen, weil wenn ich andere Gefühle als die gewünschten ausgedrückt habe, das sofort soanktioniert wurde und mir mitgeteilt wurde was ich statt dessen zu fühlen hätte. Das führte dazu, dass ich meine Selbstwahrnehmung nach und nach von dem abhängig machte was andere mir über mich mitteilten - nicht nur mein Vater. Ich tat das weil es bei meinem Vater so gut funktioniert hat und es funktionierte auch bei anderen, die mich vermutlich nie sanktioniert hätten, wenn ich mich unangepasst verhalten hätte.

Das ist im Prinzip ein Startpunkt von möglicher Co-abhängigkeit von einem Narzissten. Ein tatsächlicher Narzisst mit Persönlichkeitsstörung ( nicht jemand der die "normale" Form von gesundem narzisstischen Verhalten an den Tag legt) erlebt diese Co-abhängigkeit auch positiv, weil sie ihm ermöglicht eine Scheinrealität zu gestalten in der er sich nicht mit seinen Unsicherheiten auseinandersetzen muss. Es ermöglicht ihm eine gewisse Kontrolle. Deshalb kommt er auch häufig nicht auf die Idee, dass daran irgendetwas falsch ist, bis er Gegenwind bekommt, was dann häufig in Depressionen führt, weil die Scheinrealität in sich zusammenfällt. Hast Du darüber mit Deiner Therapeutin schon gesprochen?

Das schwierige an Co-abhängigkeit ist, dass sie auf der durchaus positiven Fähigkeit beruht sich einfühlen zu können. Nur wenn sich jemand einfühlt, der den Kontakt zu seiner eigenen Gefühlswelt nicht wirklich hat und dann (weil er die eigene super ignorieren kann) die Gefühlswelt von anderen übernimmt, stoppt das in demjenigen, der ständig emotional "in anderen Personen" steckt die eigene Persönlichkeitsentwicklung und führt dazu von anderen Personen abhängig zu werden, aber keine gesunde Verbindungen mit den anderen eingehen zu können.Um das tun zu können, müssen wir nämlich in Kontakt mit unserer eigenen Gefühlswelt sein. Sonst nehmen uns andere als nicht greifbar, als Fähnchen im Wind, als Mensch ohne Eigenschaften und Persönlichkeit wahr, früher oder später. Psychisch gesunde Menschen meiden enge Verbindungen mit Menschen ohne eigene Persönlichkeit oft, oder beschränken sie zumindest zeitlich. Das ist jetzt aber nur angerissen - es ist ein sehr komplexes Thema.

Zentral ist für mich in Deinem Beitrag war diese Aussage (die tatsächlich auch von jemandem mit sehr starken Narzisstischen Tendenzen kommen könnte, wenn derjenige ehrlich zu sich selbst sein kann):

Wenn ich irgendwo war und ich war dort "wichtig", dann ging es mir gut. Aber sobald ich daheim war hat mich eine Leere und Einsamkeit empfangen. Das konnte ich garnicht nachvollziehen, weil ich doch draußen noch dachte wie schön es ist, nun daheim meine Ruhe zu haben. Aber die habe ich nicht ausgehalten. In dieser Einsamkeit habe ich Kontakt über das Telefon immer wieder zu Menschen aufgenommen, die mir tatsächlich nicht gut taten, aber für den Moment mir halfen.

Solange Du Emotionen Deiner Umgebung spiegeln und "erleben" kannst - besonders wenn Du anerkannt wirst - hast Du ja Gefühle. Es sind nur nicht Deine eigenen -die hälst Du unter Verschluss - , sondern die der anderen in denen Du badest. Wenn Du dann allein bist realisierst Du, dass Deine eigenen fest verschlossen sind und das hälst Du nicht aus. Das spricht eher für den "nachgeahmten Narzissmus" der Dir vorgelebt wurde, als dafür, dass Du eine Narzisstische Persönlichkeit hast. Es folgt Unruhe - Leere - manchmal trieft schon etwas Wut oder Trauer durch, die Co-abhängige und besonders Frauen, dann häufig gegen sich selbst richten. Da muss wieder Ablenkung her, weil Dein Instinkt Dir sagt: Wenn ich die Büchse der Pandora öffne weiss ich nicht was rauskommt.

Job der Therapie ist es die langsam aufzumachen und Dir zu helfen mit dem umzugehn was tatsächlich da ist, von Dir aber ignoriert wird, weil das für Dich bisher eine gute Überlebensstrategie war.

Das ist der Prozess des Dir Deiner Selbst bewusst werdens - besonders Deiner eigenen Gefühle. Dein Kopf - Deine Logik - gepaart mit Deinem Einfühlungsvermögen was Du zur Anpassung überdeutlich trainiert hast, funktioniert vermutlich hervoragend, aber der Zugang zu Deiner eigenen Gefühlswelt ist eingeschränkt. Den gilt es zu öffnen und dafür ist Therapie da.

Welches Tool dabei für Dich hilft - gerade auch im Hinblick auf Deine Tochter ( wie alt ist sie?) - musst Du etwas selber herausfinden am besten in der Therapie. Für mich half mittelfristig Achtsamkeitstraining in verschiedenen Ausprägungen aus dem Gröbsten raus. Da Du schon an Deine Tochter denkst (also daran was Dein momentanes "So sein" mit ihr machen könnte) ist der Komplex "Wie kommuniziere ich momentan? Und wie nehmen andere das wahr?" vielleicht auch hilfreich. Gruppentherapien können auch unterstützen.

Das braucht Zeit, aber Du wirst sehen, Dich selbst und nicht nur die Wahrnehmung von anderen über Dich fühlen zu können ist eine völlig andere Welt. Gib Dir Zeit dahin zu kommen und bleib dran.

Alias 736247


Ich bin gerade sehr froh diesen Faden eröffnet zu haben, denn er liefert mir sehr viele Denkanstöße. Vielen Dank mal für die Antworten.

@ Places:

Das hast du sehr gut zusammen gefasst. Nur geht es mir gerade einfach nicht schnell genug. Ich werde bald 40 und stecke noch gefühlmässig in der Kindheit....

@ NotMichaelCaine

Dein Beitrag ist echt toll und öffnet mir neue Aspekte.

Inzwischen bin ich nicht mehr so festgefahren mit dem Gedanken, dass ich ein weiblicher Narzisst bin. Ja ich denke, dass ich in der Schleife von meinem Vater feststecke. Und da weiß ich irgendwie nicht so wirklich wie raus kommen. Eigentlich bin ich damals wegen Panikattacken zur Therapie gekommen und das war auch lange das Thema. Erst jetzt kam die ganze Sache mit meinem Vater hoch und das arbeitet ziemlich in mir. Meine Therapeutin meint, dass er und meine Kindheit (viele Krankheiten in der Familie die zwar schlimm waren, aber noch dramatisiert wurden) mich in diese hypochondrischen Ängste geführt hat. Leider muß ich immer alles genau verstehen um es akzeptieren zu können. Und mir wurde eben öfters gesagt das Verhalten von meinem Vater sei narzisstisch. Ich konnte es nur nicht nachvollziehen und auch nicht verstehen, was das mit mir zu tun haben soll. Nach diesen Berichten (wie verlinkt) wurde mir vieles klarer. Ich möchte genau darüber morgen in der Therapie reden und mal sehen, was sie dazu meint.

Ja, inzwischen sehe ich mich nur noch so, wie andere mich reflektieren. Jede noch so kleine Nebenbemerkung, und sei es nur im Spaß gesagt, setzt meine Selbstzweifel voll in Gang. Wenn ich mir zum Beispiel über etwas Gedanken mache und mich da mit meiner Freundin drüber austausche und sie sagt dann "Boah, dass du da immer so ein Fass deswegen aufmachen musst", dann gelten meine Gedanken nicht mehr der Sache, die ich einfach für mich klären wollte, sondern ufern in Überlegungen aus, ob das nun wirklich so schlimm ist, wenn ich mir da so Gedanken darüber mache. Statt einfach zu sagen "Okay, ich bin ein Mensch, der alles gut durchdenkt" sitze ich dann da und denke "Toll, ich bin nicht locker genug, ich mache mir da unnötig Stress".....und was mich im Nachhinein noch viel mehr ärgert, wenn ich dann merke, dass meine Freundin bei anderen Themen das gleiche Verhalten hinlegt wie ich eben bei meinem Thema. Wenn ich dann zu ihr aber sage, dass sie doch nicht so ein Fass aufmachen soll, dann wertet sie meinen Vorfall ab, dass ich wegen jedem Muckenfurz einen Terz mache, ihr Thema aber wichtig sei. Und schon fühle ich mich wieder schlecht.

Das war jetzt nur mal so ein Beispiel genannt. Zieht sich natürlich durch viele Bereiche meines Lebens. Egal was ich mache, danach fühle ich mich schlecht.

Ich kann irgendwo total Lob und Anerkennung bekommen haben und das genossen, dann kommt jemand und sagt was negatives darüber und schon denke ich wieder, dass ich schlecht bin.

Achtsamkeit habe ich auch schon versucht. Aber irgendwie bekomme ich da keine Ruhe rein. Der Kopf mischt zu sehr alles auf.

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