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Weiblicher Narzissmus

phinkinicox75


Guten Morgen,

ich bin gerade sehr abgelenkt bei der Arbeit, da mich all das hier ziemlich berührt und ich sehr viel nachdenke, mal wieder. Das dauert auch immer seine Zeit. Zum Glück bin ich mit meiner Arbeit auf dem Laufenden, dass ich mir diese kleinen Ablenkungen zwischendurch erlauben kann ;-)

Ich freu mich, liebe "Alias", dass Dir meine Zeilen auch gut tun, falls das nicht mehr so sein soll, gib mir ein Zeichen und ich nehme mich zurück, nehme nen Gang raus. Versprochen.

Aber jetzt habe ich erst einmal ganz großes Bedürfnis auf ganz vieler Deiner Beiträge zu reagieren.

Los geht's:

Mein Vater lässt mich immer ausreden. Aber dann übernimmt er das Thema, passt es nach seiner Meinung an und lässt sich ausgiebig darüber aus. Nebenbei interpretiert er dann, wie ich mich fühle und irgendwann weiß ich garnicht mehr, wie wir überhaupt darauf gekommen sind.

Das liegt m. E. daran, dass Dein Vater es gewohnt ist die Kontrolle zu behalten. Diese wird er sich niemals nehmen lassen. Er redet so lang auf Dich ein, dass Du nicht mehr weißt, was wahr ist und was nicht. Ja, manchmal denkt man auch, man wüsste selbst nicht mehr, wer man eigentlich ist.

Dein Vater drückt Dich immer wieder in diese vorgefertigte Schublade, die er für Dich gezimmert hat und da hast Du gefälligst zu bleiben. Wenn Du da rauslugst, dann "stopft" er Dich da mit aller Macht wieder rein. Denn nur dann bleibt er Herr über seine und Deine Lage.

Meine Therapeutin meinte gestern, sobald ich den Leuten unbequem werde, weil ich eine eigene Meinung habe, geht die Freundschaft flöten. Und das wird mit allen Freundschaften so lange passieren, bis ich mich selbst ändere und weiß, wie ich wahrgenommen werden will. Ganz schön schwierige Frage finde ich.

Vielleicht liegt es daran, dass Du unbewusst auch gar nicht beständig vermitteln kannst, wer Du eigentlich bist. So geht es mir auch oft. Mein Selbstbild schwankt sehr oft, mit ihr auch meine Meinung. Also ich hab schon eine Meinung, aber da auch mir immer wichtig ist, wie mich die Außenwelt sieht, versuche ich mich immer in alle Lagen zu versetzen. Dann vertrete ich mal die eine Sicht und mal die andere. Ich kann mich so schwer festlegen. Das ist natürlich für meine Freunde sehr schwer nachzuvollziehen und die sind auch manchmal schwer genervt von meiner Diskussionskultur. Ich kann mich dann auch oft nicht verständlich mitteilen, was ich eigentlich sagen will.. eigentlich will ich nur klarmachen, dass ich einfach alles versuche zu analysieren und je nachdem was ich analysiere, kann sich auch meine Meinung aus dieser Sicht dazu ändern....

Nicht verständlich.... für mich auch manchmal nicht....Aber herrje, es ist so, ich bin so... ;-)

Ich bin nicht mehr in der Lage Menschen an mich ran zu lassen, weil ich eben nicht weiß, wer ich eigentlich bin.

Eigentlich möchte ich bleiben wie ich bin. Ich möchte ehrlich meine Meinung sagen und mich nicht verstellen.

Ich auch :)_ Und das sollten wir üben, üben, üben. Vor allem scheint es mir wichtig, dass wir selbst lernen müssen, uns zu verstehen. So lange wir das nicht tun, können wir nicht erwarten, dass uns die anderen verstehen. Und wir müssen und unbedingt davon loslösen, uns in andere Köpfe reindenken zu wollen.... Es ist wirklich oft egal, was sie über uns denken. Ich bin mir sicher, die meisten denken auch gar nichts schlechtes über uns. Vielleicht können sie uns einfach nicht begreifen und lösen daher ein verwirrendes Gefühl uns gegenüber aus... irgendwie nicht greifbar..

Zurück zu den Ursachen, teilweise auch schlimmer Erfahrungen und übergriffiges Verhalten eines Elternteils in unserer Vergangenheit:

Mein Vater ist an meinem Geburtstag mal so aufgetreten. Irgendwann bin ich heulend in der Küche zusammen gebrochen. Die restliche Familie stand im Wohnzimmer und mein Mann hat mich erstmal wieder aufpäppeln müssen. Aber was ich auch schlimm fand: jeder hat in dem Moment gehört, wie böse mein Vater war und KEINER hat mir zu verstehen gegeben, dass er das nicht okay fand. Ich habe mich total alleine gefühlt

Es ist ganz schlimm, dieses Gefühl des Ausgeliefertseins und die Scham, dass das jeder mitbekommt. Man fühlt sich von so vielen im Stich gelassen - ich kann Dich da so gut nachvollziehen :°_

Aber es ist auch so, dass diese Menschen um uns herum plötzlich in ein Theaterstück hineingezogen werden, in dem sie - ob sie es wollen oder nicht - die Rolle des Zuschauers einnehmen sollen. Das ist schon so geplant und oft fühlen sich diese Personen in dem Moment auch nicht in der Lage oder schlichtweg überfordert mit der Situation. Sie schauen dem Spiel zu und wissen schlicht nicht, was von Ihnen anderes erwartet sein sollte außer zuschauen.

Dein Vater kann es bestimmt auch sehr gut, diese Hauptrolle in dem Stück zu übernehmen, er ist der Regisseur und der Hauptdarsteller. Nach seinem Drehbuch läuft es ab und er bestimmt die Handlung und Wirkung. Das oft sehr gekonnt. Das ist die Manipulation des Publikums.

Sei froh, dass Du aber einen Mann hast, auf den Du Dich verlassen kannst. Er traut sich in das Spiel einzugreifen und Dich aufzufangen. Alleine darauf sollst Du Dich konzentrieren. Bewerte nicht die Zuschauer, die nicht anders handeln können in dem Moment. Oft verstehen sie die Handlungen in dem Stück erst später, manchmal muss das Theaterstück oft aufgeführt werden, bevor die Zuschauer bemerken, was geschieht und was ihre Rolle dabei ist.

Versuche Dich aus der Situation herauszunehmen. Beende das Theaterstück in dem Du die Bühne verlässt. Suche Dir die Menschen, die Dir guttun, auch wenn es - wie Du meinst - nicht viele sind. Es gibt die Menschen, die Dich so nehmen und lieb haben wie Du bist.

Fortsetzung folgt.....

p/inkBnicxo75


Es fällt mir schwer meinen Vater zu berühren. Seine Umarmungen sind mir unangenehm.

Oh ja mir fällt es auch schwer, sehr schwer sogar. Jede Umarmung ist ungelenk und fühlt sich irgendwie gespielt an. Mein Vater war auch oft grob bei seiner Umarmung. Er hat zu fest zugedrückt oder hat einen fast umgeworfen (so geschubst), als Kinder hat er uns oft durchgekitzelt bis wir geweint haben....weil wir nicht mehr konnten.... und er auch nicht aufhören konnte...

Jetzt ist es so dass er uns zur Begrüßung umarmt und sich dabei so anspannt, dass wir nicht an ihn rankommen (weißt Du wie ich meine), er stößt uns während der Umarmung weg...

Das ist sehr unangenehm und auch sehr verletzend....

Bei mir war das auch so auf der Intensivstation. Ich war so verunsichert. Ich wollte meinen Vater, der da so hilflos dalag berühren. Es hieß auch immer, wie sollten seine Hand nehmen und ihn auch Kopf streicheln, das würde er spüren und wollen (er war da im Koma und danach so halbwach). Ich konnte es kaum... ich war total angespannt und überfordert. Es hat sich komplett fremd angefühlt. Ich sehnte mich nach der Berührung aber ich hatte Angst, dass er mich auch noch in diesem Zustand von sich wegstößt...

Ich habe bei mir das Gefühl, dass ich keine Tränen mehr habe. Ich sitze dann hier im Haus mit einer unendlichen Traurigkeit in mir. Ich fühle mich total einsam und kann doch nicht weinen. Das ist ein schreckliches Gefühl.

Lass Dich mal :°_

Ich kenn diese Leere, die ist furchtbar.

Mir hilft es dann oft zu lesen, mich im Forum auszutauschen oder was trauriges anzusehen, denn dann lösen sich meine Tränen. Nach so einem inneren Erdbeben geht es mir dann wieder besser.

Achte auf Dich, versuche zu lernen den Druck rauszulassen :)*

@ rr2017

ich habs vor Spannungen gar nicht mehr ertragen, ich hab als Ventil dann sturzbesoffen einen Kasten leerer Bierflaschen, jede Flasche einzeln, aufm Balkon zerdeppert, bis die Nachbarn gefragt haben, ob sie einen Rettungwagen rufen sollen.

Blutige Angelegenheit

Ich frage mich die ganze Zeit, ob Du hier von selbstverletzendem Verhalten sprichst, hast Du wirklich so Deine Spannung abgebaut, dass Du Flaschen zerdäppert hast, um Dich absichtlich zu schneiden oder ob Du einfach nur was kaputt machen wolltest, also Dinge zerhauen ohne Absicht Dir dabei Verletzungen zuzufügen? Ich hoffe das war eine einmalige Sache?

Warst Du auch in einer Therapie? Du scheinst sooo viel weiter zu sein, wie wir.

Vielleicht gehen Männer wieder anders damit um wie Frauen?

So ein Forum wie das hier ist aber ein prima bereich, das zu üben. Helfen wollen aus aufrichtigen Motiven und gut damit klarkommen, wenn jemand die Hilfe nicht umsetzt/annimmt. Da kann man sich sehr gut hinterfragen und üben

OH ja, das finde ich auch, in letzter Zeit verbringe ich wieder viel mehr Zeit hier, um zu schreiben. Mittlerweile bin ich schon über 10 Jahre im Forum, ich alter Hase.....

Mein allererster Beitrag hatte mit einem gesundheitlichem Thema, meinen Vater betreffend, zu tun... man achte auf die Ironie %-| ;-D (Helfersyndrom.... Anerkennungssucht?).

Danach habe ich so einiges witziges hier erlebt und auch so manche hitzigen Diskussionen gehabt. Wurde abgemahnt und auch schon mal für einen Tag gesperrt....

Alles Situationen über die man nachdenkt über sich selbst über seine Außenwirkung und wie sich das so weiter entwickelt mit der Zeit.

Manche Erkenntnisse über mich selbst haben mir im Real Life auch schon viel gebracht.

Und auch schön ist es, dass es hier immer wieder viele Leute gibt, die auch so fühlen und denken wie ich. Sie sind auch oft auf meiner Seite. Natürlich nicht alle ;-D ;-D

Aber das muss ja auch nicht...

:)D

rhr201[7


Ich frage mich die ganze Zeit, ob Du hier von selbstverletzendem Verhalten sprichst, hast Du wirklich so Deine Spannung abgebaut, dass Du Flaschen zerdäppert hast, um Dich absichtlich zu schneiden oder ob Du einfach nur was kaputt machen wolltest, also Dinge zerhauen

Das war kein selbstverletztendes Verhalten (dazu neige ich überhaupt nicht) sondern einfach irgendwas kaputt machen um Spannungen abzubauen.

War das einmalig.. hm, ja, weitgehend. Wobei bei Spannungen ansonsten schonmal ne Tür zugeknallt ist oder ein (harmloser) Gegenstand durch die Wohnung geflogen ist. Aber was größere Zerstörungen angeht war das das einzige.

Was das "weiter sein" angeht.. habe ich vorhin bei den Schilderungen von Alias auch gedacht.. also meine Mutter ist ja unheimlich aggressiv, rachsüchtig, nachtragend, wirklich irgendwie "böse", aber vielleicht ist es sogar ein Vorteil - der Vater von Alias scheint ja z.B. auf den ersten Blick relativ normal, sehr dominant aber auch irgendwie kontrolliert. Die ganze Manipulation ist viel "in sich stimmiger" und subtiler. Bei meiner Mutter hingegen ist die Aggressivität und auch die pure irrationalität so dominant und unübersehbar, dass mir sehr früh klar war, dass da was nicht stimmt. Dazu kommt dass es mir auch in jungen Jahren schon ziemlich schlecht ging, weswegen ich mich schon eine ganze Weile mit diesen Dingen beschäftige.

Ich hab meine Mutter letztlich auch nie so 100% für voll genommen, weswegen vielleicht ein klein bisschen Selbstwertgefühl dann doch intakt geblieben ist. Fühlt sich zumindest so an. Ich habe definitiv etwas in mir, worauf ich aufbauen kann. Dieses "ich weiss nicht wer ich bin" habe ich z.B. nicht.

Wirklich der Groschen gefallen ist bei mir allerdings auch erst, als ich mich intensiver mit meinem Vater beschäfitgt habe und verstanden habe, was seine Motivationen sind. Bei dem denkt man ja "der ist doch so nett und freundlich und ruhig, wie kann das sein?", aber genau das meinte ich eben. Wenn jemand nicht so "auffällig ausfallend" ist, braucht man viel länger um zu kapieren dass er einen letzlich auch nur manipuliert und in das kranke System heindrücken will (in seinem Fall- Abhängigkeit von meiner Mutter und mich dazu bringen, dass ich in dem System verbleibe, damit "alles ok ist" und er nicht damit konfrontiert wird, dass die ganze Ehe nur eine kranke, abhängige Geschichte ist).

Und ein Aspekt noch - wenn man Gespräche wie dieses führt, wird man oft (auch von professioneller Seite) kritisiert, man würde sich zu sehr zum Opfer machen und vor allem zu sehr die Täter verstehen, was immer auch die Gefahr birgt, zu einer Rechtfertigung/Entsuchldigung zu werden.

Man möge besser immer schön bei sich selber bleiben.

Das sehe ich nicht so, ich halte so einen Austausch für wichtig und sinnvoll, und zwar aus dem Grund, den ihr beide auch erwähnt, und so ging es mir letztlich auch - die ganze Geschichte verstehen und die Lügen enttarnen und aufdecken, um damit endlich zu verstehen, dass (und auch warum) man nicht selber derjenige ist, der "falsch" ist. Wenn man alles durchblickt hat, erkennt man, dass das eigene Selbstbild (von den Eltern indoktriniert) so dermaßen gelogen ist und all die empfundene Minderwertigkeit durch und durch nicht das kleinste bisschen Wahrheit enhält, man aber künstlich dermaßen klein, und dermaßen weit von der tatsächlich vorhandenen Realität ferngehalten wurde, dass es wirklich krass.

Muss man sich mal klar machen. Absolut rein gar nix von diese ganzen Gehirnwäsche ist wahr. Unser Selbstbild ist zu einem sehr großen Teil nur eine Lüge, eine Lüge, die nun schon jahrzehntelang weitreichende Konsequenzen für all unsere sozialen Beziehungen hat. Das enttarnen dieser Lüge ist doch unheimlich wichtig und wertvoll. Es ist nur so umfassend dass ich es verstandesmässig schwer zu begreifen finde.

pWinkn\icox75


@ rr2017

Das war kein selbstverletztendes Verhalten (dazu neige ich überhaupt nicht) sondern einfach irgendwas kaputt machen um Spannungen abzubauen.

War das einmalig.. hm, ja, weitgehend. Wobei bei Spannungen ansonsten schonmal ne Tür zugeknallt ist oder ein (harmloser) Gegenstand durch die Wohnung geflogen ist. Aber was größere Zerstörungen angeht war das das einzige.

Das ist gut, dass Du die Aggression nicht gegen Dich selbst richtest :-D

Ich kenne das auch, das Dampf ablassen, Türen knallen, brüllen, Sachen werfen, Bücher, Zeitschriften oder Sofakissen zerfetzen.... ]:D

Da muss die Energie einfach weg, die Wut einfach raus.

Ich kuck dann aber peinlichst, dass das sonst keiner mitbekommt. Außer unserem Haustier, dass sich dann sehr verängstigt zurückzieht, muss mir dann keiner leidtun.

Wahrscheinlich ist unsere Katze aufgrund meines Verhaltens nun auch verhaltensgestört.... ;-D

Mein Partner kann mit den Ausbrüchen (hat er schon mal mitbekommen) nicht umgehen, er findet das zu extrem. Aber das mache ich für mich, das geht ihn nichts an, wenn ich das mache. So verhindere ich, dass ich meine Wut auf andere übertrage.

Und: Es kommt auch nicht so oft vor. Die ganz großen Wutausbrüche sind seit 3 Jahren vorbei. Heute weine ich mehr. So wie Du sagst, ist das das große Betrauern, die Trauerarbeit nach der Wut.

Denn wie Du schon sagtest:

Absolut rein gar nix von diese ganzen Gehirnwäsche ist wahr. Unser Selbstbild ist zu einem sehr großen Teil nur eine Lüge, eine Lüge, die nun schon jahrzehntelang weitreichende Konsequenzen für all unsere sozialen Beziehungen hat. Das enttarnen dieser Lüge ist doch unheimlich wichtig und wertvoll. Es ist nur so umfassend dass ich es verstandesmässig schwer zu begreifen finde.

:)z :)^

Alias 736247


@ Pinknico:

Es tut mir aber leid, wenn ich dich hier zu sehr emotional aufwühle. Also steig einfach aus, wenn es sich für dich nicht mehr gut anfühlt. (Ich gebe zu, dass ich hoffe, dass das noch ne Weile dauert. Ich lese deine Beiträge sehr gerne)

Mein Selbstbild schwankt sehr oft, mit ihr auch meine Meinung.

Mein Selbstbild schwankt auch sehr oft. Kann ich schlecht beschreiben, aber einmal fühle ich mich als die starke selbstbewusste Frau und dann wieder als das kleine verlorene Kind. Mal finde ich mich total hübsch und denke alle mögen mich und dann denke ich wieder, dass alle mich hassen sobald ich den Mund aufmache.

Was nie schwankt ist meine Meinung in Gesprächen. Da habe ich einen sehr festen Standpunkt, der zwar mit guten Argumenten zu entkräften ist, was heißt, dass ich nicht stur auf meiner Meinung beharre, aber ich wechsle nicht die Meinung um anderen zu gefallen.

Anders sieht das bei mir eher aus, wenn ich möchte, dass mich jemand mag.

Kennst du das von früher, von der ersten Verliebtheit? Dein Schwarm geht wahnsinnig gern schwimmen und obwohl du es hasst erklärst du es zu deinem Hobby. Das geht so lange, bis du gesehen hast, dass es ihn überhaupt nicht interessiert. Oder er findet es toll, ihr trefft euch und plötzlich hast du einfach keinen Bock auf schwimmen und und schon flaut das ganze ab. So ist es bei mir bis heute noch mit Freundschaften etc. Das ist richtig anstrengend. Weil ich mich dabei eben wieder selbst verleugne.

Beruf....ich hatte nie die Chance raus zu finden, was ich eigentlich gerne werden würde. Da hat mir mein Vater in der 6. Klasse was eingeimpft und auch immer schön drauf geachtet, dass ich diesen Weg verfolge. Ich war immer sehr unglücklich damit, aber er hat geprahlt. Bis ich den Arbeitgeber gewechselt habe, was er garnicht toll fand. Denn ich war plötzlich ein Niemand in einem kleinen Unternehmen. Fühlte mich dort wohl. Aber er konnte nicht mehr angeben. In dem Job vorher war ich präsent und wichtig, aber unglücklich.

Aber es ist auch so, dass diese Menschen um uns herum plötzlich in ein Theaterstück hineingezogen werden, in dem sie - ob sie es wollen oder nicht - die Rolle des Zuschauers einnehmen sollen.

Ich denke da hast du vollkommen recht. Ich hab mich heute morgen, als ich das gelesen habe, nochmal in die Situation zurück gefühlt und kann mich erinnern, dass ich aus dem Zimmer kam und die Familie da stehen sah. Und sie wussten nichts mit sich anzufangen. Sahen sogar ein wenig verzweifelt aus. Wahrscheinlich dachten sie, dass es besser ist die Situation zu ignorieren. Woher hätten sie wissen sollen, dass es für mich wichtig gewesen wäre Zuspruch zu bekommen.

Mit meine Schwiegermutter spreche ich heute öfters über meinen Vater. Sie findet sein Verhalten dann immer total doof und nicht in Ordnung. Kann es nicht verstehen. Aber wenn sie ihn irgendwo trifft, dann geht sie mit ihm Kaffee trinken. Danach schimpft sie bei mir auch wieder über sein Verhalten, aber es wiederholt sich wieder. Ebenso umgekehrt. Mein Vater zieht immer über die Frau her. Aber wenn er die Chance hat, dann fährt er bei ihr allen Charme auf und rennt ihr hinterher.

Jetzt ist es so dass er uns zur Begrüßung umarmt und sich dabei so anspannt, dass wir nicht an ihn rankommen (weißt Du wie ich meine), er stößt uns während der Umarmung weg...

Das ist das bizarre an der Situation, oder?

Mein Vater hat mich auch oft gekitzelt. Aber was bei ihm auch Thema war:er hat wahnsinnig gern über Sex etc geredet. Ich kann mich erinnern, dass es mir immer ganz unangenehm war, wenn er meine körperlichen Veränderungen in der Pubertät kommentiert hat. Dann ist er auch oft nackt in der Wohnung herum gelaufen. Das war mir total unangenehm. Wenn er nach seinen sexuellen Anspielungen mich dann in den Arm nehmen wollte hatte ich immer das Gefühl, dass er mich befummeln will. Wenn er mir einen Kuss geben wollte, dann habe ich die immer als ekelhaft und nass empfunden. Ich wollte das nicht. Irgendwann bin ich frühmorgens mal aufgewacht. Mein Vater ging immer sehr früh zur Arbeit und hat mir einen Abschiedskuss gegeben. Da wachte ich also auf und er stand nackt vor meinem Bett. Ich bin dann gleich wieder eingeschlafen und er ging. Aber das hat mich total beschäftigt. Warum kam er nackt zu mir rein? Er hat sonst immer bereits in der Jacke Tschüss gesagt. Ich habe das meiner Mutter erzählt und gesagt, dass ich das nicht will und sie hat mich ausgelacht. Das hätte ich geträumt. Ich fühlte mich nicht ernst genommen und wusste danach echt nicht mehr, ob es diese Situation gab.

@ RR:

Was das "weiter sein" angeht.. habe ich vorhin bei den Schilderungen von Alias auch gedacht.. also meine Mutter ist ja unheimlich aggressiv, rachsüchtig, nachtragend, wirklich irgendwie "böse", aber vielleicht ist es sogar ein Vorteil - der Vater von Alias scheint ja z.B. auf den ersten Blick relativ normal, sehr dominant aber auch irgendwie kontrolliert.

War deine Mutter auch draußen so? Oder nur im Haus?

Ich denke du hast recht mit deiner Aussage, so blöd es klingt, dass es so vielleicht etwas leichter ist. Ich denke bis zu dem Austausch hier, dass ich meinem Vater unrecht tue. Jeder im Ort sagt mir immer, was er für ein toller hilfsbereiter und freundlicher zuvorkommender Mensch ist. Und dann komm ich mit den Gedanken, wie ich unter ihm gelitten habe. Er hat mir natürlich als Kind auch ständig gesagt, wie gut es mir doch geht. Was ich für eine tolle Kindheit habe, was ich alles bekomme, was er für mich tut etc. Nun habe ich ständig das Gefühl meinen Vater zu unrecht zu beschuldigen.

ich halte so einen Austausch für wichtig und sinnvoll,

Auch wenn ich bei dem ersten Beitrag von Mond und Sterne dachte, dass sie recht hat, wenn sie nicht über meinen Vater und sein Verhalten diskutieren möchte, so bin ich froh, dass sich der Dialog hier so entwickelt hat. Ich kann euch hier Sachen von meinem Vater erzählen, die ich noch niemandem erzählt habe. Und das tut mir unheimlich gut. Und natürlich nochmehr, wenn ich lese, dass bei euch vieles ähnlich war.

r1r2$017


hm, kann mich auch dran erinnern, die ersten Male wo ich wirklich offen über all das gesprochen ab, flossen auch reichlich tränen. Klar, das muss mal raus!

Meine Mutter ist ausser Haus nicht ganz so offen aggressiv, aber dass da was nicht stimmt, merkt eigentlich jeder sehr schnell. Die haben auch kaum noch Kontakte, niemand erträgt das.

Also, wenn überhaupt dann sagen aussenstehende auch eher "brich den Kontakt lieber ab".

Meine Mutter ist irgendwie wirklich verrückt. Ich glaube, sie ist nicht nur Narzisst sondern mindestens Borderliner, evtl. sogar ein multiples System. Sie wurde von ihren Eltern auch gründlich misshandelt, Oma ist wirklich kalt und egoistisch und berechnend gewesen, leider trägt sie aber auch dieselben Gene in sich.

Und dann ist da halt mein Vater, der eine konstruktive, therapeutische Aufarbeitung immer zuverlässig verhindert hat.. ER ist mein Problem, nicht sie. Bei ihr schalte ich auf Durchzug und es ist ok. Ich kann da in gewissem Maße sogar verzeihen. Aber ihm kann ich da nicht verzeihen, er ist nicht so stark gestört dass er da keine Handlungsalternative hätte. Aber darauf muss man auch erstmal kommen.

Alias 736247


@ rr

Okay ich dachte deine Mutter wäre dein Problem.

Von meiner Mutter habe ich mich oft im stich gelassen gefühlt. Als ich noch kleiner war hat sie immer ein wenig versucht dinge vor meinem Vater zu verheimlichen und wollte mich wohl so schützen. Und sich. Sie hat oft geweint wegen ihm. Aber als ich grösser wurde und öfters mit ihr reden wollte über die Sachen die mein Vater so brachte, da hat sie nichts mehr gemacht außer mir zu sagen dass sie mich versteht. Das hat mir aber nicht gereicht. Ich fühlte mich allein gelassen.

Heute sehe ich das mit anderen Augen. Er hat sie von sich abhängig gemacht und sie konnte sich nicht auflehnen. Ich denke am Anfang hatte sie Angst und dann wurde sie krank und sie brauchte ihn. Das hat er sich wieder zu nutze gemacht.

Ich glaube ich kann ihr jetzt verzeihen. Aber auch erst ein paar Jahre nach ihrem Tod.

Achja....an ihrer Beerdigung stand ich neben meinem Vater am Grab. Tränen kamen keine. Ich war erleichtert dass der Tod ihren kampf beendet hatte. Aber mein Vater hat geheult. Und ich stand neben ihm und dachte in dem Moment tatsächlich: was erwarten die Leute jetzt von mir. Ich fühlte mich beobachtet, sah auf und logisch, alle schauten her. Da habe ich den Arm um ihn gelegt. Nicht weil ich es wollte....

Dabei hat er sowohl davor als auch danach die Anwesenden als Zuschauer für seine schau benutzt. Ich habe mich geschämt.

r/r201x7


Hm, also dass meine Mutter kein Problem wäre, würde ich so nun nicht sagen. Als ich klein war, war sie und ihre irrationalen Angriffe ja schon das Problem. Insgesamt ist "das System" das Problem.

Aber es ist nicht schwierig, sie zu verstehen und das was sie sagt, einzuordnen, in Gegensatz zu ihm (dem man halt generell zugesteht, vernünftige DiInge, die ernst zu nehmen sind, zu sagen.. denkt man so).

Meine Mutter hat meinen Vater auch abhängig gemacht, ja, aber irgendwie steht er da auch drauf.. er hat richtig eine devot-masochistische Aura. Ich meine, sie beleidigt ihn aufs übelste während er regungslos daneben sitzt. Die Meise bei ihm ist letztlich nicht weniger groß als bei meiner Mutter, nur nicht so auffällig zu bemerken. Ein mieses kleines leicht kränkbares narzisstisches Ego, was alles dominiert, haben sie letztlich beide.

Alias 736247


Okay, dass meine Mutter drauf stand kann ich jetzt nicht behaupten. Zumindest hatte ich nicht den Eindruck.

Ich denke es war bei ihr wirklich die Abhängikeit. Letztendlich ging es ihr gut bei ihm. Finanziell gesehen. Wobei gut hier auch relativ ist. Sie hatte nicht großartig Geld zur freien Verfügung, weil jede Ausgabe dokumentiert wurde. Aber im Vergleich zu ihrem Elterhaus, wo Geld knapp war, ging es ihr gut. Und da sie nicht arbeiten war den größten Teil meiner Kindheit hat sie wohl auch einfach nicht gewusst, wie sie es schaffen sollte, wenn sie sich trennt. Das kann ich alles sogar irgendwie verstehen. Ich tippe mal darauf, dass mein Vater ihr das auch ab und an so gesagt hat.

p[inkni3cow7x5


@ Alias

Kennst du das von früher, von der ersten Verliebtheit? Dein Schwarm geht wahnsinnig gern schwimmen und obwohl du es hasst erklärst du es zu deinem Hobby. Das geht so lange, bis du gesehen hast, dass es ihn überhaupt nicht interessiert.

Na ja, ich erkläre es nicht gerade zu meinem Hobby, mache es ihm zuliebe aber mit und gebe mir Mühe, ihm den Spaß nicht zu verderben. Ich bin dann eher genervt, wenn derjenige sich nicht auf Sachen einlässt, die mir aber ihm keinen Spaß machen. Nur hatte halt derjenige den Vorteil, es mir gleich offen gesagt zu haben, dass er keine Lust hat.... Auch blöd.... :-/

Zum Thema Einmischung des Vaters bei der Berufswahl:

Beruf....ich hatte nie die Chance raus zu finden, was ich eigentlich gerne werden würde. Da hat mir mein Vater in der 6. Klasse was eingeimpft und auch immer schön drauf geachtet, dass ich diesen Weg verfolge.

Ich kann mich da auch noch an was erinnern:

Mein Vater wollte immer, dass wir in das Hotel-/Gaststättengewerbe einsteigen (wir sollten ja irgendwann seine Pension führen). Er hat mich mit 15 in eine Hotelfachschule eingetragen, eine ziemlich angesehene private Schule (wie er behauptete) ohne mich zu fragen, ob ich den Beruf auch lernen wollte. Ich wollte nicht. Ich wollte noch eine weiterführende Schule in D besuchen und danach bei der Polizei in Deutschland beruflich einsteigen.

Daraufhin hat mein Vater mir seine Einverständnis verweigert, die Deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, die ich dafür gebraucht hätte. Es war also nix mit Polizeischule...

Zum Thema Außenwirkung und Charisma des Vaters:

Mit meine Schwiegermutter spreche ich heute öfters über meinen Vater. Sie findet sein Verhalten dann immer total doof und nicht in Ordnung. Kann es nicht verstehen. Aber wenn sie ihn irgendwo trifft, dann geht sie mit ihm Kaffee trinken.

Das ist bei mir auch oft so gewesen. Alle konnten immer irgendwo mit mir mitfühlen aber ich glaube sie dachten, ich überdramatisiere alles. Mein Vater war früher immer sehr gesellig, charismatisch und sehr gut aussehend. Er musst nur einen unschuldigen Dackelblick auflegen, ein paar Witzchen reißen und alle sind sie mit ihm was trinken gegangen und haben sich von ihm einladen lassen, haben ihm alles abgekauft, ihn bewundert und ihm alles geglaubt. Ich weiß nicht, wie er das geschafft hat - alle Leute so zu blenden.

Sei es der Leiter der heimischen Sparkasse, ein namhafter Hotelleiter des besten Hotels der Stadt, ein Bezirksleiter der Energiegesellschaft im Land, sämtliche Kellnerinnen, Frisörinnen, Bäckereikauffrauen und und und, er war mit ALLEN bestens befreundet. Jeder davon weiß auch alles über uns (bervorzugt alles negative).

Irgendwann bin ich frühmorgens mal aufgewacht. Mein Vater ging immer sehr früh zur Arbeit und hat mir einen Abschiedskuss gegeben. Da wachte ich also auf und er stand nackt vor meinem Bett. Ich bin dann gleich wieder eingeschlafen und er ging. Aber das hat mich total beschäftigt. Warum kam er nackt zu mir rein? Er hat sonst immer bereits in der Jacke Tschüss gesagt. Ich habe das meiner Mutter erzählt und gesagt, dass ich das nicht will und sie hat mich ausgelacht. Das hätte ich geträumt. Ich fühlte mich nicht ernst genommen und wusste danach echt nicht mehr, ob es diese Situation gab.

Das finde ich ziemlich beängstigend, kam das öfters vor?

Aber ich kann dazu sagen, dass bei uns auch ganz viel vorgekommen ist, was uns noch nicht mal die eigene Mutter oder die geglaubt hat, als wir ihr es erzählten. Wir müssten uns das eingebildet haben. Dabei ging es aber nie um sexuelle Themen. So etwas hat er mit uns nie diskutiert, wohl aber lagen Pornos auch als wir noch klein waren offen in den Schubladen herum. Hat ihn nie interessiert, ob wir uns die ansehen. Da ich in der Zeit groß wurde, wo FKK ganz normal war, bin ich eigentlich mit Nacktheit ganz unbedarft groß geworden. Ich glaube ich habe als Kinder alle möglichen Menschen nackt gesehen, mir kam es im Sommer oft so vor, als würden alle, sobald es ging, nackt durch die Gegend gelaufen sind ]:D ]:D

Und ja, als wir älter wurden hat unser Vater uns auch kommentiert. Bei der einen täte sich obenrum gar nix bei der anderen entwickelt sich eher der Hintern wie bei der Mutter etc....

War mir immer relativ egal....

ABER wichtig, bevor ich es vergesse: Dein Vater und auch mein Vater sind wohl Menschen, die andere gut täuschen können, sie haben das so einstudiert und sie finden es wohl großartig zu testen, dass sie damit durchkommen. Es wird ihnen eher geglaubt als uns. Das muss eine enorme Bestätigung sein.

Auch wenn ich bei dem ersten Beitrag von Mond und Sterne dachte, dass sie recht hat, wenn sie nicht über meinen Vater und sein Verhalten diskutieren möchte, so bin ich froh, dass sich der Dialog hier so entwickelt hat. Ich kann euch hier Sachen von meinem Vater erzählen, die ich noch niemandem erzählt habe. Und das tut mir unheimlich gut.

Das ist gut. Wir müssen das auch irgendwo erzählen. Diese Stunden hier kosten Dich nichts, anders als beim Therapeuten. Wir tauschen hier unsere Erfahrungen aus und merken, dass es erstaunlich viele Ähnlichkeiten gibt. Wie sollten wir das sonst je erfahren, dass wir nicht alleine solche Erfahrungen machen.

Es wird uns gelingen, diese Knoten zu öffnen. Das wünsch ich Dir und mir und allen Betroffenen.

Klar ist das auch nur 1 Strang der Heilung, eine Therapie und professionelle Aufarbeitung wären bestimmt noch besser.

:)z @:)

pZinkn;ico7x5


Daraufhin hat mein Vater mir seine Einverständnis verweigert, die Deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, die ich dafür gebraucht hätte. Es war also nix mit Polizeischule...

Achso ja, er hat sich damit herausgeredet, dass er nur fürsorglich ist und an mich denkt. Ö war damals noch ein neutraler Staat, wie die Schweiz. Falls mal Krieg ausbrechen würde oder es sonstige Spannungen in D gebe, hätte ich ja keine Chance mehr zurückzukommen...

Das fanden damals alle nachvollziehbar und durchdacht .... (man staune auch hier wieder).

Ahhh und etwas später, als ich mich dann für eine andere Laufbahn entschieden habe, hatte er die Einverständniserklärung doch noch unterschrieben. Ich habe dann aber darauf verzichtet.....(warum weiß ich auch nicht mehr so genau.... aus Trotz oder so).

PBrada8TeUufel


Liebe Alias,

ich habe jetzt nur die erste Seite gelesen, der Rest war mir jetzt ehrlich gesagt zuviel, entschuldige also bitte, sollte ich etwas ansprechen, was hier schon "durchgekaut" wurde.

Meine Mutter hat eine Persönlichkeitsstörung und natürlich bleibt ein Kind davon nicht unberührt. Auch ich habe da meine psychischen Probleme davongetragen, leide heute unter einer Angststörung und mittelscheren Depressionen, sowie sozialen Phobien.

Lange lange lange hatte ich Angst, ich könnte auch eine Personlichkeitsstörung haben, ohne es zu bemerken. Nachdem mir 3 Therapeuten versichert haben, dass dem nicht so ist und ich schwarz auf weiß meine Diagnosen bekam, konnte ich es dann auch endlich glauben. Ich weiß heute, dass meine Probleme sicher eine Folge der verkorksten Kindheit sind und das mein mangelndes Selbstvertrauen daher rührt, aber ich habe keine Persönlichkeitsstörung (wie eben Narzissmus, Borderline etc..).

Was ich damit sagen möchte.. Du hast zu Hause viel gelernt, was so nicht hätte sein sollen. Dieses erlernte Verhalten nimmt man als Kind als gegeben hin, man kennt es ja nicht anders. Erst später wird einem bewusst, dass da was nicht rund gelaufen ist. Und natürlich hat man hier auch Verhaltensweisen erlernt, die so tief verankert sind, dass man diese Muster nur schwer selbst erkennt und nur schwer durchbrechen kann. Aber, mit Hilfe eines Therapeuten kann man es sehr wohl schaffen :-)

Ich glaube auch eher, dass du durch deine schwierige Kindheit immer einem Dämon hinterhergerannt bist. Dem Dämon, dass dein Vater dich wahrnimmt, anerkennt, liebt so wie du bist, stolz auf dich ist oder was auch immer. Und das nimmt man mit in's Erwachsenenalter. Die gute Nachricht ist, dass man Selbstvertrauen lernen kann und das man alte Muster sprengen kann.

Mach dich jetzt nicht verrückt und steigere dich in einen möglichen Narzissmus hinein. Deine Therapeutin wird dir dazu sicher auch noch etwas sagen. Es ist normal und völlig ok, dass du nicht unbeschadet aus dieser vergifteten Vater-Kind-Beziehung herausgekommen bist. Aber noch lange nicht narzistisch (mit krankheitswert... einige schrieben hier ja schon völlig korrekt, dass jeder einen gewissen narzismus in sich hat und das ist auch gut so).

Und ja.. mir ging es auch so, dass ich meiner Mutter verzeihen konnte als mir endlich klar wurde, dass sie psychisch erkrankt ist und mir nicht mit Absicht diese seelischen Verletzungen zugefügt hat. Ich habe keinen Kontakt mehr zu ihr, weil ich mich gefühlsmässig noch immer nicht so abgrenzen kann wie ich es mir wünsche. Aber ich hege keinen Groll mehr, sondern verdrehe bei einem ihrer berühmt berüchtigten Briefe höchstens noch die Augen und wenn ich mich doch mal ein bissel ärgere denke ich mir: " Was bitte hast du Anderes erwartet ???" Die Antwort macht mir dann sehr schnell bewusst, dass sie gar nicht anders kann und sie mich trotzdem liebt. Und ich sie irgendwie auch. Nur nicht in meiner Nähe @:)

Alles Liebe @:)

p;inknixco75


Aber ich hege keinen Groll mehr, sondern verdrehe bei einem ihrer berühmt berüchtigten Briefe höchstens noch die Augen und wenn ich mich doch mal ein bissel ärgere denke ich mir: " Was bitte hast du Anderes erwartet ???" Die Antwort macht mir dann sehr schnell bewusst, dass sie gar nicht anders kann

Bis hierhin hast Du wirklich recht, die Erwartungen sind zu hoch. Es ist wohl besser man schraubt die Erwartungen vollständig zurück.

Die Antwort macht mir dann sehr schnell bewusst, dass sie gar nicht anders kann und sie mich trotzdem liebt.

Hier bin ich mir nicht so sicher :-/

PIrCasdaT9eufxel


Hier bin ich mir nicht so sicher :-/

Ich für mich bin mir da 100%ig sicher. Das kann bei dir ganz anders sein. In meinem Fall weiß ich, dass es so ist.

rAr201x7


Die Geschichte mit dem nackt-Abschieskuss sowie all die Dinge, die so unglaublich waren dass niemand, auch die Mutter, sie geglaubt hat, finde ich ziemlich krass.. weil das zum einen ernorme Grenzüberschreitungen sind, zum anderen ein sehr perfides System - tue etwas, was so unglaublich ist, dass es kein Problem ist, das Opfer hinterher für verrückt zu erklären.

Das beides in Kombination von den Personen, die eigentlich (in ihrer ursprünglichen Rolle) die engsten Vertrauenspersonen und Beschützer sein sollte. Dass muss doch fast zwangsläufig zu einer tiefgreifenden eigenen Verunsicherung führen. Sehr schlimm, finde ich.

Das sind ja schon fast Stasi-Techniken.. Zersetzung. Das Opfer durch subtile Dinge völlig verunsichern und das Vertrauen in die engsten, stabilsten Bindungen erschüttern.

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