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Meine Eifersucht beherrscht mich und mein Leben

fNfixon hat die Diskussion gestartet


Ich könnte niemals von mir behaupten, mich zu hassen. Aber dennoch trage ich einen latenten Hass in mir; Hass, der sich dann gegen mich selbst richtet, weil ich ein gottverdammtes, tiefverankertes Problem habe, welches mir immer wieder in den Weg kommt.

Meine Verlustangst. Angst, einen mir sehr nahestehenden Menschen zu verlieren. Angst, mein Partner könnte andere Frauen interessanter finden als mich. Massive Selbstwertprobleme. Eifersucht als Folge.

Jede Beziehung endete letzlich damit, dass ich schlussendlich zum Kontrollfreak wurde und mich diese Eifersucht, das permanente Vergleichen mit anderen Frauen/Ex-Bekanntschaften innerlich so zerstört hat. Ich bin 25, mit steigendem Alter lerne ich besser damit umzugehen und meine Impulsivität bzw auch Explosivität besser im Griff zu haben. Mein Ex-Freund (als Beispiel), mit dem ich 1,5 Jahre zusammen war, merkte gar nicht, dass ich so gravierende Probleme mit mir selbst habe. Die Eifersucht habe ich ihm gegenüber nie raushängen lassen, weil ich weiß, dass das unglaublich unsexy macht und man letzlich seinen Partner damit nur vergrault. Vertrauen ist unerlässlich. Wenn dieses nicht vorhanden ist, worauf will man dann aufbauen? All meine Beziehungen haben für mich - unter diesem Aspekt - nie wirklich Sinn gemacht. Irgendwann fange ich ja doch immer an, alles schlecht zu reden. Probleme zu finden, wo keine sind. Ich versuche innerlich stark zu wirken, bin aber ein seelischer Krüppel. Ich bin feige. Wieso zieht es sich immer wie ein roter Faden durch mein Leben - erst vertraue ich einer Person zu 100%, und dann, nach einiger Zeit, lässt das Vertrauen nach. Es baut einfach ab. Wieso ist das so? Ich möchte kein Klammeraffe sein. Ich möchte, dass wenn mein Freund einer anderen Frau hinterhersieht, ich nicht gleich in Panik verfalle - sondern es ist einfach gelassen hinnehme.

Und dann gibt es Momente - die nicht mal explizit in der jetzigen derart auftauchen, sondern immer wieder. Partnerunabhängig. Mein Freund sieht mich an, fragt, was los sei und ich lüge ihn mit ernster Miene an, behaupte, es wäre nichts. Schiebe es auf Stimmungsschwankungen oder Kopfschmerzen und Müdigkeit. Dabei schießen mir zig Gedanken durch den Kopf. Fragen, wie: "Findet er mich doch nicht so toll, wie er behauptet?" "Findet er mich überhaupt attraktiv genug?" Das sind irrationale Fragen. Ich weiß schließlich, wieso er mit mir zusammen ist. Beziehungsweise müsste ich mir vergegenwärtigen, dass er überhaupt mit mir zusammen ist. Für einen normaledenkenden, stabilen Menschen gäbe es also keinerlei Grund, in Angst zu baden.

Wir sind gerade seit drei Monaten zusammen und ich merke, wie mich die Angst wieder im Griff hat. Mich fremddiktiert. Ich habe das Gefühl, ein Doppelleben zu führen. Ich bin schon lange in Therapie, ich würde von mir selbst behaupten, selbstreflektiert zu sein und ich weiß auch, woher meine Ängste rühren, und dennoch werde ich sie nicht los. Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Ich habe erstmalig einen Menschen kennengelernt, der mich so nimmt, wie ich bin. Bei dem ich mich absolut fallen lassen kann, der eigentlich alle Attribute verkörpert, die ich so sehr schätze und liebe - und dann droht auch diese Beziehung kaputtzugehen. Weil ich einfach nicht anders kann, als irgendwann den Nothebel zu betätigen und alles in Sand zu setzen. Es ist eine Flucht vor der Konfrontation. Die Anfangszeit mit einem mir geliebten Menschen ist immer von großer Harmonie und Leidenschaft geprägt - und dann, je näher ich diesem komme, umso schwacher werde ich. Ich bin angreifbarer, ich bin verletzlicher. Ich will das auch weiterhin jener Person sein, nur nicht mit den damit einhergehenden Ängsten.

Er bekommt von allem nichts mit. Ich traue mich einfach nicht, mich ihm in den Punkt anzuvertrauen. So sehr ich unsere Kommunikation schätze (und wir haben wirklich einen aufrichtigen Umgang miteinander) es könnte den Eindruck um meiner eigentlich so resoluten und selbstsicheren Person maßgeblich zerstören. Ich bin so feige. Ich fühle mich einfach scheisse. Entschuldig den wirren Text. Ich suche nach Rat. Vielleicht findet sich jemand wieder im Geschriebenen.

Antworten
MVari|e2x7


Ffion, ich kann leider nichts beitragen, da der Text auch von mir hätte sein können. Nur, dass ich nicht in Therapie bin.

Ich drück Dich mal und warte hier zusammen mit Dir, was für Antworten kommen @:)

MTanxn.0?4x2


@ ffion,

du hast schlicht kein Selbstvertrauen und auch keine Selbstliebe. Wenn du dir selber nicht vertraust, dann vertraust du auch anderen nicht.

Aber Selbstvertrauen kann man lernen. Ich war vor Jahren bei einem Vortrag von Jens Corssen. Der hat dort u.a. erklärt wie er seinen Klienten Selbstvertrauen antrainiert. Das fängt mit kleinen Sachen und steigert sich dann. Diese Person merkt dann irgendwann mal: Holla, ich kann mit selbstvertrauen, ich kann mich auf mich selbst verlassen. Und dann fängt sie an das auf andere zu übertragen. Echtes Selbstvertrauen gibt dir dann auch die Kraft, wenn z.B. dein Freund mal einer anderen Frau hinterher sieht, das ganz gelassen hinzunehmen. Weil im Grunde ist das ja überhaupt nicht schlimm. Nur, wenn man in dieser Situation Angst vor Verlust, sich selber nichts zutraut, dann macht das Ego aus dieser harmlosen Situation ein Drama.

Wenn du aber mit dem Bewußtsein lebst, dass du selber eine tolle Person bist, die alles packt und mit jeder Situation fertig wird, warum sollt du dich dann aufregen, wenn den Freund mal einer anderen hinterher schaut. Macht nichts, und selbst dann, wenn er wirklich mal fremdgehen würde, wäre das kein Beinbruch, weil dann kommt schon wieder ein anderer Mann daher. Brauche ich gar keine Angst haben, klappt von allein. (Oder Dank deinem Selbstvertrauen und deiner Selbstliebe könntest du ihm sogar den Seitensprung vergeben.)

PS: Den Vortag gibt's als Buch und Hörbuch. Jens Corssen: "Der Selbstentwickler".

frfixon


Ich habe leider immer die Angst, ich wäre meinem Partner gegenüber nicht gut genug. Ich habe ein schwaches Selbstgerüst, ich habe kein Selbstwertgefühl. Ich fühle mich nutzlos. Ich sage nicht, dass ich mich ablehne oder gar hasse. Aber ich halte nicht viel von mir. Dem versuche ich natürlich entgegenzuwirken - ich gehe Dingen nach, die mir gut tun, ich mache regelmäßig Sport, fühle mich körperlich gut (auch was wert), ich treffe Freunde (wobei das auch nachgelassen hat), ich zeichne und fotografiere gerne (das ist das einzige, worin ich glaube, sowas wie Talent zu haben). In der Therapie heißt es auch immer wieder, ich solle meine Hobbys nicht vernachlässigen, Dingen nachgehen, die mir gut tun und mir Bestätigung und Selbstsicherheit geben, mich nicht zu sehr von meinem Partner abhängig machen .... na klar, das ist mir bewusst und das beherzige ich ja auch alles. Das Problem ist hierbei nur, dass mein eigentliches Problem einfach nicht besser wird. Ich meine, ich bin 25. Ich habe seit fast einem Jahrzehnt damit zu kämpfen. Also, mit den Selbstwertproblemen auf alle Fälle.

Wenn ich liebe, dann leidenschaftlich. Und wenn es jemand schafft, mich derart zu faszinieren und inspirieren, dann ist das schonmal ein großer Erfolg - ich bin so glücklich, meinen Freund an meiner Seite zu wissen. Gleichzeitig aber tauchen altbekannte Probleme auf, die mich belasten. Die mir Energie und Schlaf rauben. Und dann hinterfrage ich dieses ganze Konzept wieder und denke, ich fahre ohne Beziehung so viel besser... aber es kann es nicht sein. Ich kann nicht einfach gute, (vermeintlich) intakte Beziehungen beenden, nur weil ich ein gottverdammtes Problem mit mir selbst habe. Ich flüchte. Aus Angst. Und dann, in der nächsten Beziehung überrascht mich mein "Feind" erneut...

biibci1x09


Ich gehe mit meiner Eifersucht so um, dass ich mir sagen, dass es nichts und niemanden gibt was man fest besitzt. Besitz gibt es nicht. Wer sagt dass es Besitz gibt? Dieses Wort haben wir Menschen erfunden um uns das Leben zu erleichtern. Aber in Wahrheit ist eine Beziehung auch lediglich eine Definition von etwas, was es nicht gibt, was Luft ist.

Worum sich also Sorgen machen?

S2aphEyr?87


Der Texf könnte 1 zu 1 von mir sein. Therapie sollte ich vielleicht auch mal machen :(

Das Problem bei mir ist noch, dass ich wenn der Partner mal nicht da ist, was unternehmen will oder in den Urlaub will, bei mir alle Alarmglocken schrillen. Und das verstehe ich nicht. Ich bekomme dann direkt Magenschmerzen und mein Kopf explodiert vor blöden Gedanken, die ich nicht abstellen kann:( und ich mache damit einfach alles kaputt. Bekomme dann schlechte Laune und Zweifel und lasse das dann auch an meinem Partner aus...

genau so mache ich mir Gedanken über die früheren Beziehungen... auch wenn ich weiß, dass das das normalste der Welt ist. Die habe ich ja auch. Aber klarkommen tue ich damit irgendwie nicht.

Ich habe einfach null Selbstbewusstsein. Ich weiß eigentlich auch woher es rührt. Ich habe momentan eigentlich so einen tollen Partner:(

früher war es sogar so schlimm, dass ich alles kontrolliert habe. Auch das Handy. Sowas habe ich aber zum Glück schon seit einigen Jahren abgelegt.

Ich wüsste auch gerne, wie ich mich ändern kann:/

Aber naja ich glaube auch wenn ich viel mit meiner Art dazu beigetragen hab, ist man nicht immer alleine schuld daran, dass es so läuft

Sxaph\y"r87


Der Text sollte das natürlich heißen :)

aOustabuschxbar


Schwieriges Thema :-/.

Ich glaube schon, dass es natürliche Einflüsse gibt, die bei einem Menschen Eifersucht, Wut, Gier, Traurigkeit usw. begünstigen. Aber letztendlich ist der Mensch Vernunftswesen und kann sich davon in bestimmten Maße emanzipieren, und zwar durch seine Weltanschauung/Einstellung.

Die Einstellung beeinflusst das Auftreten von Gefühlen. Wenn man z.B. von Menschen grundsätzlich viel verlangt, dann wird man auch oft Enttäuschung erfahren. D.h. du könntest an deiner Einstellung arbeiten. Worauf basiert deine Beziehung? Auf Freiheit oder Verboten? Ich interpretiere Eifersucht als Versuch durch Verbote Kontrolle zu schaffen, die es allerdings nicht gibt, was eben zahlreiche gescheiterte Beziehungen zeigen, wo trotz aller Verbote oder gerade wegen dieser sich der Partner*in fremdverliebt. Das Problem ist, dass man sich die Beziehung durch die Eifersucht versaut, auch wenn man -wie du es gemerkt hast- sie für sich behält. Also muss man irgendwie schauen, dass man sie möglichst kleinhält.

Ein weiter Punkt ist der Umgang mit den Gefühlen. Mit der Einstellung kann man das Auftreten verringern, aber man bleibt ja doch noch ein Mensch und kann es nicht ganz verhindern. In dem Fall kann man aber an dem Umgang arbeiten. Wenn man wütend ist, dann gibt es ja auch Wege damit umzugehen, sodass man nicht gleich gewalttätig wird. Mit der Eifersucht verhält es sich ähnlich. Wenn ich eifersüchtig bin, dann frage ich mich nach dem "warum". Oft merkt man schon dann, dass es komplett sinnlos ist. Wenn es tatsächlich tiefer geht, dann erinnere ich mich an meine Einstellung zum Thema und gehe alles für Schritt für Schritt durch und komme zum Schluss, dass ich eben nur ein Mensch bin und dass es okay ist hin und wieder eifersüchtig zu sein, ich aber mich nicht von diesem Gefühl behrrschen lassen will, denn ich will nicht in Sorge vor der Zukunft leben, sondern im Hier und Jetzt.

fNfixon


Wie gesagt, ich weiß, dass meine Eifersucht wirklich unbegründet ist - rational weiß ich das. Aber in den jeweiligen Momenten brennen bei mir alle Sicherungen durch, ich kann dann eben nicht mehr rational oder vernünftig denken, beharre auf das Gefühl, was ich in dem Moment verspüre; und das ist nun mal vordergründig die Angst.

Eifersucht hat in den wenigsten Fällen mit der Beziehung an sich zu tun. Meist ist es doch mangelndes Selbstvertrauen ("er/sie könnte andere schöner finden als mich"- Denke und permanentes Vergleichen mit anderen), oder eben biografisch bedingtes (Erfahrungen mit Fremdgeherei, etc.).

Mein Freund zum Beispiel ist jemand, der schönen Frauen gerne hinterherguckt. Ich bekomme das auch mit, schaue mir die Frauen dann auch immer an und denke mir "was, die fand er jetzt schön?" - das sind meist Frauen, die eben ganz anders aussehen als ich. Er macht mir eben auch nicht so oft Komplimente; fragt häufiger, ob ich dies und jenes mal anziehen könnte. Woraufhin ich mich dann frage, ob ich ihm vielleicht nicht gut genug bin. Und hierzu muss ich sagen, dass ich mich sehr wohl attraktiv finde. Ich bin eben aber sehr natürlich, schminke mich nicht viel und kleide mich auch eher sportlich/lässig, statt zu krass mit meinen femininen Reizen zu spielen. Mich verunsichert das Ganze so enorm. Nach dem jetzigen Wochenende mit ihm, was total schön war, möchte ich wieder nur für mich alleine sein. Auf Abstand gehen und mich zurückziehen. Mich belastet das Ganze wieder enorm und ich kann nicht mal genau sagen, wieso so plötzlich. Ich hatte lange nicht mehr ein solches Tief. :-(

M|a!rixe27


Ich bin schon lange in Therapie, ich würde von mir selbst behaupten, selbstreflektiert zu sein und ich weiß auch, woher meine Ängste rühren, und dennoch werde ich sie nicht los. Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll.

Ist das aktuelle Thema denn auch gerade Gesprächsinhalt in Deinen Therapiestunden?

Nur eine Idee (ich kann nicht mitreden): kann es sein, wenn es ja trotz langer Zeit nicht besser wird, dass ein anderes Therapieverfahren dann nicht geeigneter wäre? Oder ein anderer Therapeut?

K[lei[o


ffion

Vielleicht liest Du mal diesen Faden:

Vertrauen

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/149822/]]

r'r2I017


Ich glaube nicht, dass der Grund dafür sowas relativ simples, oberflächliches wie "er könnte wen anders schöner finden" oder "er könnte untreu werden" ist.. sondern eine sehr tief sitzende Angst vor Verlust, Verlassen-werden, Kontrollverlust.

Den Beitrag von bibi109 fand ich echt gut und treffend. Mehr als Vertrauen kann man doch eh nicht, und es gibt keine Garantien für gar nichts. Es kann sein, dass der andere geht, ja. Es kann auch sein dass einen das nahezu umbringen wird. Aber ändern kann man all das nicht. Wozu also sich Sorgen machen?

Abgesehen davon könnte man auch selber untreu werden.

Das Leben fließt, alles nimmt seinen Lauf, man sollte es akzeptieren, wie es ist. Jeder Versuch, Kontrolle auszüben (auf Dinge, auf die man letztlich keinen Einflup hat) macht es schlimmer.

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