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Zu still/emotionslos in der Therapiestunde

Sdtesrnens0e9glerx123 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben :)

Ich bin seit einiger Zeit in Therapie und hab mich mit meinem Therapeuten immer gut verstanden. Ich hab leider das Problem, dass ich sehr schlecht im reden bin. Ich rede leise, braucht oft viel Zeit dazu, rede in einer schrecklich monotonen Stimme die ich selbst nicht mag und wenn er was sagt reagiere ich immer nur mit ja/nein. Ich hab deswegen ziemlich viel Hass gegen mich selbst entwickelt, weil ich das selbst überhaupt nicht mag und mir denke, wieso kann ich mich nicht einfach zusammenreißen und normal reden.

Mein Therapeut hat mich immer gelassen so wie ich rede. In der letzten Stunde hat er zum ersten Mal drauf reagiert und meinte, ob ich nicht Mal bisschen lauter/ mit mehr Emotionen und mit mehr als ja/nein reagieren kann. Es klang auch leicht genervt. Ich bin total erschrocken und konnte die restliche Stunde wieder fast nichts sagen weil ich total blockiert war und am liebsten nur losgeheult hätte. Das hat mich daran erinnert dass ich immer irgendwann im Leben die Menschen mit meiner Art aufrege.. Jetzt auch meinen Therapeuten.

Ich hab Angst vor der nächsten Stunde. Ich werde versuchen mich zusammenzureißen und nicht wie ein Jammerlappen dazusitzen. Aber ich hab trotzdem Angst. Warum bin ich so schrecklich wie ich bin und warum fällt es mir so schwer das zu ändern..

Antworten
J!en#na15


Und warum hast du dann nicht losgeheult? Das wäre eine gute Emotion gewesen. Erklär' ihm doch, wie schwer dir das fällt, dafür hat er sicher Verständnis.

a&.feish


Und warum hast du dann nicht losgeheult? Das wäre eine gute Emotion gewesen.

Naja, das kann man selten so einfach entscheiden, nicht?

Sternensegler123, Du bist nicht schrecklich. (Sprech)Hemmungen in der Therapie kennen ganz viele Menschen - klar, es geht ja auch gezielt um schwierige Themen! Und wenn Du da sowieso Probleme hast, wie sollte es dann ausgerechnet in so einer ja auch künstlichen Gesprächssituation anders sein. Ich hab in meiner letzten Therapie oft stumm da gesessen und den Sekunden beim Verstreichen zugeschaut, den Kopf gleichzeitig proppevoll und komplett leer und hab mich verflucht. Und wenn ich etwas gesagt habe, kam es nie ganz richtig aus, deshalb habe ich mich oft missverstanden gefühlt, wofür ich mir auch die Schuld gegeben habe. Meine Therapeutin konnte das damals nach meinem Gefühl auch nicht so gut auffangen. Es ist ja bestimmt auch schwierig, das Gespräch ist nun einmal das Vehikel über das eine Therapie größtenteils läuft. Genervt sollte man als professioneller Mensch dann aber mMn trotzdem nicht reagieren. :|N

Wenn er denn wirklich genervt war, vielleicht hat Dir Deine Angst da auch etwas eingeflüstert? Warte mal die nächste Stunde ab, vermutlich ist die Irritation gar nicht so groß wie von Dir befürchtet. :)_

S#ter.nenseIglFer123


Dass mir reden schwer fällt das weis er. Während wir meine Vergangenheit durchforscht haben meinte er auch, dass er versteht warum ich mich so schwer tu damit und dass es ihn freut dass ich es trotzdem geschafft hab 'zum reden zum Psychologen' zu kommen.

Ich kann nicht vor anderen Menschen weinen, selbst wenn ich es möchte. Ich kämpfe da so mit mir dass mir irgendwann schwindelig wird und meine Ohren pfeifen, der Druck zum weinen ist so stark aber ich kanns nicht rauslassen.

Ich tu mich auch sehr schwer sowas anzusprechen. Ich werds mir in der nächsten Stunde felsenfest vornehmen. Nur dieses schreckliche Selbsthassgefühl gerade raubt mir jede Energie. In der Stunde sind auch wieder viele Schattenseiten von mir ans Licht gekommen. Bin total am Boden.

SOternYenseglxer123


Danke a.fish, ja ich bin gespannt auf die nächste Stunde und hoffe, dass die besser läuft. Aber die Angst dass sie nicht besser läuft ist da.

SGternenQseg^lerp123


Und ja genau das kenne ich auch sehr gut, ich sag was aber es kommt total anders rüber als ich wollte, auch in einer total anderen Stimmlage/Betonung. Als hätte ich keine Kontrolle wie ich etwas sage.

m iniwmxia


hab mich mit meinem Therapeuten immer gut verstanden.

Das ist schon mal die halbe Miete.

Es klang auch leicht genervt.

Ob er wirklich leicht genervt war oder einfach nur nachdrücklicher, lässt sich von hier aus natürlich nicht einschätzen. Aber selbst wenn, ist das auch OK. Es ist seine Aufgabe, dich auf deinem Weg zu begleiten und dazu gehört auch mal ein kräftiger Schubser.

Das hat mich daran erinnert dass ich immer irgendwann im Leben die Menschen mit meiner Art aufrege.. Jetzt auch meinen Therapeuten.

Was aber, wenn es gar nicht "deine Art" ist, sondern etwas, dass du dir als Schutzmechanismus angewöhnt hast? Dann wäre es erst recht wichtig, dass er dich darauf hinweist. Ich glaube auch nicht, dass du ihn "aufregst".

Ich werde versuchen mich zusammenzureißen und nicht wie ein Jammerlappen dazusitzen.

Falls es dir gelingt, versuche lieber, den Druck rauszunehmen, den du dir selbst auferlegst.

Warum bin ich so schrecklich wie ich bin und warum fällt es mir so schwer das zu ändern..

Du bist nicht schrecklich!!! Es gibt Ursachen, warum du im Moment bist, wie du bist, und mit deinem Therapeuten wirst du herausfinden, welche das sind. Auch hier: Mache dir nicht so viel Druck. Das braucht alles seine Zeit. Verhaltensweisen, die jahrzehntelang gelebt wurden, lassen sich nicht binnen weniger Sitzungen ändern. Mache dir immer wieder bewusst, dass es gut ist, dass du nun die Therapie hast und versuche im Ganzen optimistisch zu sein. Was heute nicht klappt, klappt dann vielleicht schon morgen.

Ich kann nicht vor anderen Menschen weinen, selbst wenn ich es möchte. Ich kämpfe da so mit mir dass mir irgendwann schwindelig wird und meine Ohren pfeifen, der Druck zum weinen ist so stark aber ich kanns nicht rauslassen.

Können kannst du schon, aber du hast dir antrainiert, nicht vor anderen zu weinen. Vermutlich, weil du das als Schwäche siehst und dich dessen schämst.

Ich tu mich auch sehr schwer sowas anzusprechen.

Auch dafür ist die Therapie da, sich da langsam ranzutasten. Keiner erwartet von dir eine 180-Grad-Drehung.

In der Stunde sind auch wieder viele Schattenseiten von mir ans Licht gekommen. Bin total am Boden.

Falls es dich tröstet, jeder Mensch hat seine Schattenseiten. So ist nun mal der Mensch. Und dass dich die neuen Erkenntnisse erst mal etwas schockieren, ist auch normal. Gut, dass du um deine persönlichen Baustellen weißt, so kannst du sie Stück für Stück angehen.

Gib' dir Zeit, alles andere kommt dann schon! @:)

as.f{ixsh


Was heute nicht klappt, klappt dann vielleicht schon morgen.

Und übermorgen dann wieder nicht, aber Schnitt ganz langsam immer öfter. Solche Veränderungen treten nicht über Nacht ein und fieserweise folgen sie auch selten einer stetigen Verbesserung. Mal läuft es besser, mal denkt man: was hab ich überhaupt erreicht, es ist alles wie vorher, aber man darf sich nicht entmutigen lassen.

Falls es dich tröstet, jeder Mensch hat seine Schattenseiten. So ist nun mal der Mensch. Und dass dich die neuen Erkenntnisse erst mal etwas schockieren, ist auch normal. Gut, dass du um deine persönlichen Baustellen weißt, so kannst du sie Stück für Stück angehen.

:)z Und wenn Du mit Dir selber gerade eher ungändig bist, dann kommen Dir Deine Schattenseite vermutlich auch düsterer vor als sie von Außen betrachtet sind.

sulo.wgaxn


@ Sternensegler123

Wäre es Dir möglich, den Eingangsbeitrag auszudrucken und Deinem Therapeuten zu zeigen? Ich könnte mir vorstellen, dass das eine sehr gute Hilfe für Euch beide wäre, da Du ja anscheinend nicht so gut verbalisieren kannst, was Dich in dem Moment vom Reden abhält und er ja auch nur mit dem arbeiten kann, was Du ihn wissen lässt.

Ich kann es nicht beurteilen, aber vielleicht kann er nich einschätzen, ob Du nicht erzählen kannst oder willst. Vielleicht denkt er, Du blockierst absichtlich und war deshalb etwas ratlos, wie er an Dich rankommen kann. Wenn er versteht, dass Du das selbst so sehr an Dir ablehnst (dafür hassen solltest Du wirklich nicht), kann er vielleicht anders reagieren. Es ist eine Eigenart an Dir, die Du nicht gut findest und daran kannst Du versuchen, zu arbeiten. Deshalb musst Du aber nicht Dich als ganze Person ablehnen. Vielleicht ist es ja einfacher, Deine Gedanken einfach mal genauso, wie Du es ja hier getan hast schriftlich festzuhalten und ihm beim nächsten Termin zum Lesen zu geben.

SDterneanseglexr123


Danke für deine Liebe Antwort minimia :)

Ja geduldig sein und nicht unter Druck setzen fällt mir schwer. Die Therapie geht seit ziemlich genau einem Jahr und ich hab Angst dass mir die Zeit davonläuft, dass ich es nie schaffe.

Und stimmt warscheinlich ist es mein Schutzmechanismus, der andere nervt. So hab ich das noch gar nicht gesehen. Aber der ist doch auch ein Stück von mir?

Die Schattenseiten tun immer so weh. Ich bin immer wütend auf mich. Ich soll überlegen auf wen ich sonst wütend sein kann, aber auch wenn ich auf andere Menschen wütend bin, ist es schlussendlich die Wut auf mich wenn ich mir das Gefühl anschauen..

In der letzten Stunde ging es darum, dass ich nicht nein sagen kann. Wir haben die Situation besprochen als ich Mal mit einem Jungen geschlafen hab obwohl sich alles in mir dagegen gesträubt hat, ich hab aber nicht energisch genug nein gesagt. Ich konnte es im Nachhinein nicht Mal leise im Kopf vorstellen, nein zu sagen.. Und dass ich selbst dran Schuld bin dass ich so eine schreckliche Situation hatte macht mich wieder so auf mich wütend. In meinem Kopf ratterte zurzeit nur 'du bist selbst an allem Schuld wegen deinem Verhalten'.

SItern"ensehgler+123


Slowgan, auch danke für deine Antwort. Ja das ganze Mal schriftlich anzuschneiden hab ich mir auch schon überlegt. Wieso ist alles immer so eine Überwindung. Aber danke für den Tipp :)

lWuomaar_en


@ Sternensegler123:

Du hättest auch auf den Jungen wütend sein können, weil er die Situation ausgenutzt hat. @:)

Na ja, es ist immer situationsabhängig, was eine Schattenseite ist. Eigentlich hat jeder welche, nur redet keiner darüber. Hinter einem Weinkenner kann sich dann der Alkoholabhängige verstecken. Als man sich noch nicht scheiden lassen konnte, möchte ich nicht wissen, wie viele Ehen eingegangen worden sind, weil ein Kind gekommen ist, die aber ansonten nicht funktioniert haben. Solche Beispiele gibt es viele...

Das Gegenteil von gut ist übrigens nicht böse, sondern gut gemeint. Und damit kann man jede Menge falsch machen. Das soll aber nicht deine Schuldgefühle anheizen, sondern alles etwas relativieren.

d/aXnaze}87


HAst du mal was anderes versucht= Es gibt ja auch therapiemodelle die einen anderen Zugang wählen, malen, tanzen, reiten... Vielleicht brauchst du das paralell zu einer Gesprächstherapie?

Sjtvernense1gler1x23


Vom Kopf her erinnere ich mich schon an Situationen, in denen ich auf andere Menschen wütend war. Aber wenn ich mir diese Wut anschaue fühle ich nur die Wut gegen mich.. Irgendwie seltsam.

Von Kunsttherapie, Maltherapie usw hab ich schon das ein oder andere Mal gehört. Das hört sich nach einer schönen Möglichkeit an, da sich mein Körper auch immer ultra verkrampft anfühlt. Ich werde das Mal im Kopf behalten und mich darüber informieren, danke :) Kann sowas auch die Kasse zahlen? (Zahle meine momentane Therapie selbst da es zu dem Zeitpunkt wegen meinem Beruf nicht anders möglich war und unendlich viel Geld hab ich auch nicht. Kenne mich da nicht gut aus, nur zur Erklärung warum ich das frage)

m3i`njimia


Die Therapie geht seit ziemlich genau einem Jahr und ich hab Angst dass mir die Zeit davonläuft, dass ich es nie schaffe.

Auch hier kann ich dich vielleicht insofern beruhigen, als dass ganz viele Patienten genau die gleiche Angst haben. Das doofe daran ist aber, dass du dir (und all die anderen) unnötig Druck machst, und der wiederum verhindert meistens, dass selbst kleine Fortschritte wahr genommen werden ("Ja, klar, das habe ich nun geschafft, aaaaber da ist doch noch sooo viel, was ich klären will, dafür kann die Zeit unmöglich reichen.").

Könntest du die Therapie jetzt nicht offiziell bei deiner Kasse beantragen? Und selbst wenn irgendwann die genehmigten Sitzungen aufgebraucht sind, kannst du (zumindest in Deutschland) nach einer Pause erneut eine Therapie beantragen. Du siehst, grundsätzlich könntest du noch viel mehr Zeit für deine Therapie bekommen.

Und stimmt warscheinlich ist es mein Schutzmechanismus, der andere nervt. So hab ich das noch gar nicht gesehen. Aber der ist doch auch ein Stück von mir?

Ja, zur Zeit noch. Aber das muss überhaupt nicht so bleiben bzw. könnte massiv abgeschwächt werden.

Ich konnte es im Nachhinein nicht Mal leise im Kopf vorstellen, nein zu sagen..

Warte mal, bis es dir das erste Mal gut gelingt. Du wirst stolz wie Bolle auf dich sein. :)z

Und dass ich selbst dran Schuld bin dass ich so eine schreckliche Situation hatte macht mich wieder so auf mich wütend. In meinem Kopf ratterte zurzeit nur 'du bist selbst an allem Schuld wegen deinem Verhalten'.

Schuld? Nein. Die eigene Verantwortung? Ja. Aber das gute ist ja, dass du eine Therapie machst und dort lernst, dich deinen Gefühlen zu stellen, und das langsam aber sicher abzustellen oder umzuleiten. Sei bitte nicht so streng mit dir selbst, denn wenn du dich zu diesem Zeitpunkt damals dazu in der Lage gefühlt hättest, hättest du Nein zu diesem Jungen gesagt. Und auch mit solchen Entscheidungen stehst du nicht allein. Unsere Welt ist voll von Menschen, die aus Angst eine Fehlentscheidung getroffen haben.

Vom Kopf her erinnere ich mich schon an Situationen, in denen ich auf andere Menschen wütend war. Aber wenn ich mir diese Wut anschaue fühle ich nur die Wut gegen mich.. Irgendwie seltsam.

Nein, das ist überhaupt nicht seltsam. Im Gegenteil, falls es in deinem Umfeld Menschen gibt, auf die du eigentlich wütend bist, dich aber nicht traust, das einzugestehen.

Von Kunsttherapie, Maltherapie usw hab ich schon das ein oder andere Mal gehört.

Schaue auch mal nach Ergo-Therapie, und ja, üblicherweise wird sowas bei entsprechender Diagnose (in D) auch von der Kasse bezahlt.

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