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Erwachsene Kinder: ist es möglich, den Eltern zu verzeihen?

K leixo


@ Tizian

Hhm, es ist mir absolut klar, dass die meisten Menschen das nicht so sehen.

Was meinst Du mir Gefühlsebene? Fühlst Du nicht mehr?

Selbstvertrauen - sich selbst vertrauen? Es ist mir bewusst, dass viele Mensche ihr Selbstvertrauen und ihren Selbstwert über andere glauben bekommen zu können, aber das Wort besagt doch schon, dass es um das Vertrauen zu sich selbst geht und nicht, welches Vertrauen andere zu einem haben. Dasselbe gilt für Zufriedenheit und Glück – Glück kommt aus einem selbst. Wenn ich anfange mein Glück, meine Zufriedenheit, meine geistige "Verfassung" von anderen abhängig zu machen, dann habe ich mich verurteilt.

Welchen Anlass hast Du heute, depressiv zu sein?

Es hat absolut nichts mehr damit zu tun, dass Deine Eltern Dich irgendwann geschlagen haben. Es hatte damit zu tun, dass Du zu dem Zeitpunkt depressiv warst, als sie es getan haben, aber heute ist es nicht mehr Grund. Du entscheidest, dass es heute der Grund Deiner Depression ist, genauso wie Du heute etwas zum Grund erklären könntest, warum es Dir gut geht.

[[http://www.hierjetzt.de/zen_sufi/wolf.html]]

Und schon wieder sind wir beim "Staat" – Du bist der "Staat", wie jeder einzelne. Ist es nicht auch Deine "Pflicht", Deine Verantwortung für Dich zu tragen?

-vphioebxe


Mann kleio... wenn alles so einfach wäre,

dann bräuchten wir ja keine Therapeuten mehr. Viele können es einfach nicht so abstreifen wie du das oben schilderst...

den wolf den ich fütter... sicherlich... aber dieser Wolf der versucht jeden Tag mich zu fressen... da muss ich jeden Tag gegen angehen... und jeden gottverdammten Tag aufs neue!!! Ich mach es mir wirklich nicht einfach und denke auch das ich mein jetziges Leben nicht damit belasten will... ihnen keine macht mehr über mich geben will... und dann auf einmal habe ich wieder einen flash und hänge in der vergangenheit fest...

wirklich lobenswert deine Einstellung ... aber nicht für jeden realisierbar.

Kyleixo


phoebe

Einfach? Nun ich weiss nicht, was Du unter einfach verstehst, aber einfach kam ich nicht zu dieser Weltanschauung, denn um zu dieser Einfachheit zu gelangen, habe ich geistig den selben konditionierten Müll zerlegen müssen, mit dem die meisten von uns vollgeschüttet werden, bis ich dann endlich halbwegs unterscheiden konnte, zwischen meiner Wahrnehmung und was mir nur eingetrichtert wurde, von Eltern, Schule, etc. Nein, einfach war es nicht, aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht und schön wars und ist es immer noch, den Wert gefunden zu haben, den ich selbst als Wert definiere, unabhängig davon, was andere davon halten. Die Achtung anderer ist mir nicht so viel Wert wie meine Selbstachtung und die ist entscheidend.

eDlateBufeSlchxen


Manon-Michou

hallo :-)

gebe dir auf einer art recht, auf alle fälle, ich kann es aus meinem kopf nicht mehr rausstreichen, aber mit der zeit verliert es für mich an bedeutung.

diese menschen sind mir einfach nicht mehr wichtig genug. mein

aber normalerweise gebe ich dir recht, dass man das problem klären sollte und nicht offen im raum stehen läßt... aber da bringt das reden einfach nix mehr...

UznkrNäuxtlein


Über den Gräbern, steht die Versöhnung.....

....diesen Spruch hat der Bruder von meinem verstorbenen Mann auf den Kranz geschrieben, den er auf sein Grab gelegt hat.

Deshalb meine ich, es ist besser zu Lebzeiten Frieden zu schließen, egal wie man diesen dann nutzt.

Hatte auch eine nicht so pflegeleichte Kindheit und auch eine Zeitlang keinen Kontakt zu meinem Vater (Mutter gest. als ich 9 Jahre alt war), habe jetzt eine Stiefmutter. Jetzt sind wir uns nicht mehr böse, aber der Kontakt hält sich in Grenzen.

So geht es mir auf jeden Fall besser, wenn ich es auch lieber anders hätte, mehr Kontakt und mehr Zunwendung!

Aber habe hier nach vielen, vielen Schmerzen eingesehen, daß das nicht möglich ist und meinen Frieden geschlossen!

-JphoOewbe


nochmal zum verständnis aller:

wir reden hier nicht über eine nicht pflegeleichte Kindheit, sondern über Gewalt, Terror, Missbrauch, Misshandlungen in jedweder Form, Eiseskälte usw. usw.

Es gibt einen Unterschied zwischen einer nicht schönen Kindheit und einer Kindheit die keine war... und Vorbilder die keine... oder in die falsche Richtung Vorbilder waren. Menschen die quälten und keine Achtung vor dem Kind hatten... wie können aus solchen Kindern Erwachsene werden die sich selbst achten... auch wenn sie noch so viel daran verändern wollen... und es zeitweise auch klappt.

Solche Eltern haben auch über den Tod hinaus keine Achtung verdient -und keinen Respekt und keine Aufmerksamkeit... aber das ist nur meine Meinung.

U]nkrAäutl/exin


Verzeihen hat nichts mit Achtung zu tun...

Ich bin der Meinung, daß Verzeihen nichts mit Achtung zu tun hat, sondern man sich selber damit hilft.

Ich bin als Kind und junge Erwachsene auch ziemlich geschlagen worden und habe nur Steine in den Weg geschmissen bekommen.

Trotzdem bin ich froh, daß ich diesen Weg so gegangen bin und wieder auf Distanz mit meinem Vater umgehen kann.

Verzeihen ist immer gut, steht schon so in der Bibel!

Zrinea d5


@ phoebe

gebe Dir recht, das ist zwar ein weltanschaulich interessanter Ansatz von kleio, aber Gewalt, Terror etc. sind unverzeihliche "Erziehungs"praktiken, und es ist ein Unterschied, ob man so etwas am eigenen Leib durchgemacht hat oder es aus intellektueller Sicht betrachtet.

Unsere Eltern legen die basics, d.h. sie sollten es tun - Vermittlung von Wertschätzung, Selbstvertrauen, Sicherheit. Ich finde, diese basics sind wie das Betriebssystem eines Computers. Sind die Programme ok, ohne Lücken, ohne Fehler? Kann man getrost darauf aufbauen? Oder sind sie defizitär, anfällig, stürzen leicht ab? Natürlich kann man mit viel Mühe versuchen, neue Programme irgendwie drüberzuschreiben, hier etwas kitten, da etwas neues hinzufügen - aber es dauert sehr sehr lange. Und es bleibt brüchig. Die Basis stimmt halt leider irgendwie nicht.

Naja, hab mich schon oft über dieses Thema gestritten, mancher findet meine Sichtweise sehr pessimistisch. Für mich ist es kein Anlaß, in Resignation zu verfallen, ich denke aber, es ist nur realistisch, einzusehen, daß man in vielerlei Hinsicht in seinen Möglichkeiten beschränkt sein wird, auf Lebenszeit. Und das verzeihe ich persönlich den Verantwortlichen nicht.

viele Grüße Zina

T0i>ziaxn


Sorry, Kleio und alle die anderen,

die hier für eine einseitige Vergebung plädieren.

Ich erkenne wohl eueren guten Willen, aber irrt, weil ihr nicht wirklich nachempfinden könnt, wovon ihr sprecht.

Denn ihr macht es euch mit dem einseitigen Versöhnungsanspruch, der nun auch noch von den "Opfern" erwartet wird, nämlich genauso einfach, wie andere Kriminelle. Die auch alle möglichen Gründe aufführen können, um ja nicht die Verantwortung für ihre Handlung tragen zu müssen. So sehe ich nicht im geringsten ein, warum ich nun auch noch die Verantwortung für die nicht zustande gekommene Aussöhnung tragen sollte. Mit Eurer Einstellung steh ich demnach noch als Täter auf der Anklagebank. Absolut grotesk hoch drei.

Nein, ich nehme für mich gern das Recht in Anspruch, meine abgrundtiefe Verachtung für meine Eltern ausüben zu dürfen. Und wären die Vorrausetzungen andere, wie sie nun mal sind, dann würde ich mir mit Sicherheit das Recht nehmen, sie persönlich zur Hölle zu schicken. Allein schon der Gedanke, vor denen wer weiß wie zu Kreuze kriechen zu sollen, der macht mich schon krank. Ich hoffe nur das sie nach dem Tod so etwas wie die Hölle kennen lernen, in denen ihnen nur bewusst werden müsste, wie schwer sie sich versündigt haben.

cu Tizi

-@phokebxe


nein tizi, ich möchte nicht richter sein über meine eltern

... denn dann geb ich ihnen wieder die gelegenheit mich mit ihnen zu beschäftigen... nein, ich will mich garnicht mehr mit ihnen beschäftigen... obwohl ich es unterschwellig wohl sicher jeden Tag tu.

Zina... deine Einstellung gefällt mir persönlich... ich möchte dennoch zu bedenken geben das es sicher einige gibt die damit besser fahren zu vergeben und zu verzeihen... denn ich denke da an meinen kindern... die mit mir sicherlich auch viel mitmachen mussten... und ich abgrundtief schlecht an ihnen gehandelt habe... aber mit der einsicht mich bessern zu müssen und mich bzw. uns behandeln zu lassen... doch kann ich hier um verzeihung bitten wenn ich nicht bereit bin zu verzeihen?? Ich glaube es liegt hier an der Bereitwilligkeit der jeweiligen Eltern das sie auch das Unrecht sehen das sie ihren Kindern angetan haben oder??

Meine Gefühle pendeln jedenfalls hin und her... einerseits bin ich ja auch Täterin und kann für mich keine Gnade verlangen... denn ich habe früher meine Kinder geschlagen und sie mit den gleichen Worten betitelt wie ich sie gelernt habe -das ist auch schlimm mit diesen Schuldgefühlen zu leben...

Ninja hier in diesem Forum hat zum Beispiel auch gelernt ihren Eltern zu vergeben... und ihr geht es gut damit -das bewunder ich total -Die Hauptsache ist doch der eigene Frieden -wie immer der sich auch aufbaut... und hautpsache es ist auch der Frieden!!!

n.injxa


Protest ;-)

Phoebe, so einfach ist das mit der Vergebung nun auch wieder nicht. Eigentlich wollte ich mich zu dem Thema jetzt nicht äußern, weil mich solche Beiträge wie von Kleio abgrundtief ärgern und ich frage mich ernsthaft, ob sie auch nur ahnt, worum es hier geht.

Ja, ich bemühe mich, meinen Eltern zu verzeihen (für die, die mich nicht so gut kennen, ich habe meine Biografie auf meiner HP niedergeschrieben, so als Verarbeitungsversuch). Aber die Bemühung, meinen Eltern zu verzeihen, entspringt einer durchlebten Therapie, in der ich halt erfahren habe, daß es ohne Vergebung nicht geht... und ich will ja auch endlich meine Ruhe haben. Mir geht es da ähnlich wie Phoebe, ich möchte nicht mal mehr hassen, weil ich gar nicht mehr daran denken will. Aber ich muß mich auch fast täglich aufs Neue darum bemühen. Die Phasen wechseln sich ab, in denen ich hin und hergerissen bin zwischen Wut und Gnade... zwischen Zorn und dem Wunsch nach Harmonie - und deshalb verzeihen will. Aber oft überkommt mich auch hemmungslose Wut, so daß ich stocksauer bin, weil die einfach nicht einsehen, was sie falsch gemacht haben... Mit welchem Recht setzen die Kinder in die Welt, benutzen die dann als Frustabladeplatz oder zum Wut abreagieren, weil sie überfordert sind? Wie kann ich ein kleines unschuldiges wehrloses Menschlein derart mißhandeln, nur weil es mir selber beschissen geht? Keine Entschuldigung, kein Wort davon, daß man ja geliebt wird oder so... nee. Im Gegenteil, wenn ich sie mal darauf angesprochen habe, bekam ich wiederum Vorwürfe... Momentan hab ich wieder wenig Verständnis dafür... Die fehlende Einsicht in die Schuld macht mir ein Verzeihen oft verdammt schwer. Aber ich bemühe mich täglich aufs Neue, denn ich will endlich meine Ruhe haben. Seit ca 2 Jahren ruht der Kontakt zu ihnen und an den Tagen, an denen ich nicht an sie denke, geht es mir am Besten. Leider kann man die Tage an zwei Händen abzählen...

nUinja


Verzeihung Tizi,

weil ich eh grad beim Motzen bin: Das Buch von Susan Forward, welches Du so heiß empfielst, ist zwar recht einfühlsam geschrieben und man merkt, daß die Autorin weiß, wovon sie schreibt... aber so richtig geholfen hat es mir nicht. Bin ich vielleicht nicht empfänglich für sowas? Wie genau soll ich nun mit dem Erlebten umgehen? Für mich kam das nicht so deutlich rüber... Will damit sagen, ich fühle mich verstanden, aber leider nicht viel weiter auf meinem Weg vorangebracht.

Nix für ungut, lesenswert ist es auf alle Fälle. Gruß und schönes Wochenende.

-Kphogexbe


also mir geht es mir dem buch ganz gut...

ich erwarte nicht, das ich von aller wut befreit bin... es hat mir nur einen anderen blickwinkel verschafft den ich noch nicht hatte.

Das was ich viel wertvoller finde ist die Aussöhnung mit dem inneren Kind... dieses Buch kann einem viel mehr geben... dann muss man sich nicht mehr hassen für das, was passiert ist... dann kann man sich auch annehmen so wie man ist.

Ich hätte wahnsinnig gerne noch ein state von kleio dazu gelesen... du hast dich doch hoffentlich jetzt nicht zurückgezogen??

lg

n(inxja


schon gut...

ich halt mich schon zurück...

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