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Erwachsene Kinder: ist es möglich, den Eltern zu verzeihen?

Ubnkräu(t9lein


Kindesmißhandlung - den Eltern verzeihen.....

Bitte lest doch mal meinen Artikel, geht keiner darauf ein...

20.04.04 00:07

Sie nannten mich "Es"

Hallo Ihr Lieben,

ich habe hier einen sehr interessanten Buchtitel zu Eurem bzw. unserem Thema, ich denke mir, daß er vielen von Euch auch helfen wird, sofern er noch nicht bekannt ist.

Das Buch ist erschienen im Wilhelm Goldmann Verlag - München. Der Autor heißt Dave Pelzer und der genaue Titel, übrigens ein Weltbestseller:

Sie nannten mich "Es" - Der Mut eines Kindes zu überleben

Ich zitiere hier einmal ein paar Zeilen aus dem Buch:

»"Du hast mein Leben zur Hölle gemacht. Jetzt ist es an der Zeit, daß ich dir zeige, wie die Hölle ist!" Mit diesen Worten zerrt die Mutter ihren fünfjährigen Sohn von einem teuflischen Plan besessen zum Herd und hält seinen Arm in die orange-blaue Gasflamme, bis ihnen der Geruch von versengter Haut in die Nase steigt.

Die schier unglaubliche Geschichte einer Kindesmißhandlung: Jahrelang wird Dave von der eigenen Mutter brutal geschlagen und in grausamen "Spielchen" beinahe umgebracht. Immer wieder wird er Zielscheibe ihrer ungezügelten Agression - physische und psychische Folter von beinahe unvorstellbarer Grausamkeit. Einzugreifen und der rohen Gewalt ein Ende zu bereiten wagt in der Familie niemand. Erst als seine Lehrer sich einmischen, kommt für den bereits halb verhungerten Jungen die Rettung.«

Ein aufrüttelnder Schicksalsbericht, der uns alle mit der Frage konfrontiert, wie lange man die Augen vor elterlicher Gewalt verschließen darf.

Der Schluß des Buches ist sehr ergreifend:

»Dave hat es geschafft, er kann von sich sagen

Ich bin frei, an der Hand seinen kleinen Sohn, weint er bei dieser Aussage Freudentränen...

Noch eine letzte Aussage, Ihr alle werdet wissen, was sie bedeutet "Ich bin so lebendig"«

Das Buch ist ein Tatsachenbericht, ein Trauma einer Kindheit und ich glaube, daß es gute Hilfe leisten kann!

Unkräutlein

A$pri9lhasxe


Tja, Unkräutlein...

Hast du das Buch gelesen ??? Die Ankündigung dafür im (Weltbild ?) Katalog hab ich schon vor einiger Zeit gelesen, und hab damals für mich beschlossen, daß ich mir DIESES Buch nicht kaufen werde, da ich Angst hatte, daß mich das Lesen desselben ziemlich runterziehen würde (ist mir bei anderen Büchern dieser Art auch schon passiert, obwohl ich nicht direkt selbst vom Thema betroffen bin).

Hast du denn das Buch schon gelesen, oder nur die Vorankündigung ???

Ich denke, daß so ein Buch für Betroffene nur bedingt geeignet ist, da es einfach zu viele alte Wunden während des Lesens wieder aufwühlen wird, auch wenn es ein gutes Ende hat.

Aber vielleicht ist es ja was für kleio ???

TeizTian


Hallo Unkräutlein

Vielen Danke für Deine liebe Mühe. Bei dieser Biografie handelt es sich um eine Trilogie, aus dessen ersten Band Du zitiert hast. Diesen wie auch den zweiten Teil kenne ich bereits und warte schon seit einiger Zeit darauf, den dritten Teil in deutscher Übersetzung, unabhängig von einer verpflichtenden Buchclubmitgliedschaft zu erwerben.

In einem anderen Forum wurde mir wenigstens schon mal der Klappentext des dritten Bandes mitgeteilt, und in dem resümiert Dave Pelzer unter anderem: Es gibt immer noch Augenblicke, in denen ich vom immensen Gefühl innerer Leere, von Schuldgefühlen und Angst überwältigt werde, dass mir jemand zu nahe kommen könnte. Das sind Gefühle, denen ich mich von Tag zu Tag widersetzen muss. [...]

Muss ich noch mehr dazu sagen? cu Tizi

UJnkräAutlGein


Schade, dachte ich würde hier einen guten Beitrag leisten...

Ich wußte nicht, das es eine Triologie ist, habe das Buch erst kürzlich gekauft und dachte, der Autor hätte damit sein Trauma abgearbeitet. Er widmet das Buch doch auch seinem Sohn Stephen und schreibt:

Durch ihn durch ich die Liebe und das Glück doch noch aus einer kindlichen Perspektive kennen lernen.

Papier ist anscheinend manchmal sehr geduldig.

Uunkrcäut{lexin


Ja, ich habe das Buch gelesen "ES"

Es hat mich sehr aufgewühlt und auch gleichezeitig abgestoßen. Ích konnte mir gar nicht vorstellen, daß es so was gibt und keiner was dagegen unternimmt. Habe den tapferen kleinen Jungen bemitleidet und mit und um ihn geweint. So ein Buch ist es wert, verfilmt zu werden... Was gibt es doch für böse, kranke Menschen!

A}pri6lhxase


Die beiden Bücher, die bereits empfohlen wurden,

Vergiftete Kindheit und vor Allem die Aussöhnung mit dem inneren Kind habe ich auch gelesen, und ich denke, daß sie sowohl für Betroffene als auch für Interessierte an diesem Thema sehr zu empfehlen sind. :-)

UZnkrä(utxlein


Danke Aprilhase....

Habe mir die Titel notiert und werde sie mir besorgen.

Muß jetzt ins Bett, habe heute einen harten Tag vor mir.

Ganz liebe Grüße

A1prwilhaxse


Und ich ...

Hab mir gerade mal deine anderen Beiträge durchgelesen. ;-) Also, das innere Kind ist bestimmt was für dich !

Ich wünsch dir ganz viel Kraft ! Und einen guten Tag morgen !

:-)

Szkipxpy


Als Betroffene

habe ich auch das Buch Vergiftete Kindheit gelesen und kann es ebenfalls empfehlen. Vor einigen Jahren war ich eine Zeit lang bei einer Psychotherapeutin, da ich unter extremen Wutanfällen litt, die ich mir nicht erklären konnte. Die Psychotherapeutin hat mir schon damals erzählt, dass das alles auf meiner Kindheit beruht. Damals habe ich das aber nicht eingesehen und habe immer gesagt, dass ich schließlich nicht alles damit entschuldigen kann, was früher war. Ich fand meine Kindheit auch völlig normal. Die Therapeutin hat mir erst die Augen geöffnet, dass das gar nicht so war. Nun sehe ich es schon so, dass die Kindheit einen für den Rest seines Lebens prägt. Für das, was früher war, bin ich nicht verantwortlich, aber ich bin dafür verantwortlich, mein Leben jetzt in den Griff zu kriegen.

Sehr gut fand ich in dem Buch die Beerdigung:

Ich begrabe hiermit meine Phantasie von einer glücklichen Familie. Ich begrabe meine Hoffnungen und Erwartungen hinsichtlich meiner Eltern. Ich begrabe meine Vorstellung, dass es etwas gab, das ich als Kind hätte tun können, um sie zu ändern. Ich weiß, dass ich niemals die Eltern haben werde, die ich mir wünschte, und diesen Verlust betraure ich. Aber ich akzeptiere ihn. Mögen meine Phantasien in Frieden ruhen.

Es ist so, wie wenn einer stirbt. Man trauert, vergisst auch nicht, aber irgendwie geht das Leben auch weiter.

Ich habe übrigens seit Jahren keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern und sehe auch keinen Anlass, dieses zu ändern.

-VAngs_t-


@ kleio

natürlich kann man eine situation auch "beurteilen" wenn man nicht betroffen ist... aber ich denke, wirklich nachvollziehen, wie es ist, von den menschen die du am meisten liebst und brauchst so behandelt zu werden, kannst du nicht... einige sachen kann man nur wirklich verstehen, wenn man sie selbst erlebt hat.

n#in5ja


Kleio

Leider diskutieren wir auf verschiedenen Ebenen. Ich fühle mich von Dir mißverstanden, würde ich Deine Fragen beantworten, müßte ich mich lediglich wiederholen. Deshalb gehe ich auf Deine Beiträge nicht mehr ein.

nKinjxa


Dem

In der Kindheit wird die Persönlichkeit eines Menschen geprägt. Und seine Persönlichkeit kann man nicht einfach ablegen, oder grundlegend ändern, auch wenn man durchaus in der Lage ist, genau so wie du, das Ganze theoretisch zu erkennen und zu analysieren.

stimme ich voll zu. :-)

U=nkrRäutlxein


Also heißt das.....

Auch eine Therapie kann die Schäden nicht heilen, die einem in der Kindheit zugefügt wurden?

Ich frage nicht wegen mir, sondern wegen meinem Mann, der mit Sicherheit viele Probleme aus seiner Kindheit hat. Genaueres weiß ich leider nicht.

hBerakMlit


Hallo Unkräutlein :-)

Ich würde sagen, daß eine Therapie einem die Probleme und die Schäden, die man aus der Kindheit mitgenommen hat, bewußt machen können. Und somit ist man fähig, damit umzugehen und zu versuchen, an den Folgen dieser Schäden zu arbeiten. Ich glaube, daß das Bewußtwerden der Kränkungen und Schmerzen das Wichtigste ist, denn dann kann man schon was dagegen tun. Wie groß die Fortschritte sind, hängt, glaube ich, schon vom einzelnen Menschen ab.

K?leixo


*ggg* Ihr habt recht - ich bin kein Opfer

Ich habe in meiner Kindheit zwischen 5 - 21 Jahren die ganze Palette an psychischer und physischer Gewalt, körperlichem Missbrauch (nicht durch meine Eltern), Psychoterror, etc. erlebt.

Ich habe meinen Eltern nichts zu verzeihen, denn sie hatten keine Wahl und heute verstehe ich mich blendend mit ihnen. Wir wohnen seit 2 Jahren nebeneinander. Ich genieße mein Leben in der Gegenwart. Ich möchte keine Sekunde meines Lebens missen, denn ich führe ein glückliches Leben. Vergangenheit und Zukunft sind für mich nur Vorstellungen, aber wahrnehmen kann ich nur im Jetzt.

Opfer – Täter sind für mich dualistische Vorstellungen. Es gibt nichts Gutes oder Schlechtes für mich, das sind für mich nur konstruierte Abstraktionen und ich denke nicht in Kategorien. Ich fälle meine Urteile über andere Menschen nicht dadurch, dass ich das Verhalten eines Menschen mit dem Verhalten eines anderen vergleiche, denn der andere hat eine ganz andere Denkweise. Einen Menschen kann ich nur beurteilen, wenn ich seine Denkweise und seine Gefühlswelt berücksichtige und nicht indem ich einen virtuellen "Gutmenschen" erfinde und andere daran messe. Der eine leidet sein Leben lang darunter, dass er kein Künstler geworden ist, der andere, weil er in seiner Kindheit missbraucht wurde und ein dritter wird sogar wahnsinnig, weil er nicht das auf das Papier bringen kann, was er will und schneidet sich ein Ohr ab. Sie alle leiden und haben ihre Gründe, die nicht dieselben sind.

Aber auf jeden Fall stimme ich Euch zu – ich bin keine Betroffene – ich war eine.

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