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Ich weiß nicht, ob das Missbrauch war. Bin ich ein Weichei?

v\egogieZSZha%rxi


Ja, er war der Meinung, dass man für die Person, welche man liebt, auch Dinge tut, die man eigentlich nicht mag. Ich mochte diese Fotos nicht. Ich kam mir vor wie ein (Sex-)Objekt und nicht wie eine Frau. Er lachte darüber. Gut, wir haben seit 5 Jahren keinen Kontakt mehr. Er hatte auch viele Probleme mit sich. Meine Freundin hat mich in allem verstanden, leider hat es während des Studiums mit der Fernbeziehung nicht geklappt. Derzeit möchte ich keine Beziehung und alles Körperliche macht mir ohnehin etwas Angst. Ich mag auch nicht von Fremden direkt umarmt werden oder am Arm berührt.

v\eggieWS>hari


Zum Blasen hat er mich übrigens auch mal gezwungen, als ich eigentlich nicht wollte, aber letztendlich wollte ich auch meine Ruhe. :-( Sonst hätte es wieder geheißen, ich liebe ihn nicht genug.

E|hemaligeur Nlutzerb (#q606x496)


Das war Erpressung und ein Zeichen, dass er Dich nich liebt und nicht respektiert.

Denkt ihr, meine depressiven Phasen haben auch damit zu tun? Also mit den Erlebnissen als Kind, mit meinem Vater, die Sache mit dem Ex?

Ich denke sogar, wenn Du das nicht aufarbeitest und an Deiner Selbstachtung arbeitest, wird sich das fortsetzen.

Du musst klare Grenzen setzen und darfst nicht alles mit Dir machen lassen.

VJerscjhw-praZktiker


veggieShari

22.06.17 08:57

Ich denke eben, ich hätte einfach deutlich "nein" sagen können. So richtig gezwungen hat sie mich nicht.

Ich kenne auch Situationen, in die ich nicht nochmal geraten möchte. Und dennoch brauche ich Erfahrungen, um zu wissen, WAS ich vermeiden muss oder WIE ich ähnliche Situationen handhabe.

Es ist schade, dass du Sexualität nicht genießen kannst und an diesen "Weiss-nicht-Missbrauch" denkst. Solche Erfahrungen könnten andere als "Doktorspiele" oder "Erkundung des Körpers" einordnen. Also eher positiv oder zumindest neutral bewerten.

Warum redest du dir ein schlechts Gewissen ein, im Alter von 9 Jahren nicht "nein" gesagt zu haben?

Ewhemali1ger NNuQtze9r (X#606496x)


Solche Erfahrungen könnten andere als "Doktorspiele" oder "Erkundung des Körpers" einordnen. Also eher positiv oder zumindest neutral bewerten.

Blanker Unsinn.

Das war laut Schilderung auf Anweisung, geht also in Richtung Vergewaltigung.

Ein vorhergehendes Anbandeln oder Spielen wird nicht beschrieben.

t%hatx's the rway -ixt is


veggieShari

Mal aus einer anderen Perspektive: Ist es nicht eigentlich völlig egal, ob es Missbrauch war oder nicht? Missbrauch ist nur ein Name, ein Etikett, ein Aufkleber. Es verändert an deiner Vergangenheit nichts, wenn du dem Erlebten einen Namen gibst, sondern - und das kann gefährlich sein - an deiner Gegenwart.

Hast du den Eindruck, erst dann wenn du dem Erlebten den Namen "Missbrauch" gibst, darfst du dich deswegen schlecht fühlen? Nein, du hast jederzeit das Recht, etwas was dir widerfahren ist so schlecht zu finden wie du nur möchtest. Wichtig sind einzig deine Gefühle, unabhängig davon wie sie irgendjemand nennt.

Mal angenommen, du würdest jetzt überzeugt werden, es war Missbrauch. Dann könnte es sein, dass du dich noch schlechter fühlst, weil du nun "weisst" dass dir etwas Schlimmes widerfahren ist, und dir jeder sagt, dass du deswegen traurig, traumatisiert und krank sein musst. Du könntest dich hineinsteigern.

Und mal angenommen, du würdest jetzt überzeugt werden, es war kein Missbrauch. Dann würdest du dein Anrecht auf deine eigenen negativen Gefühle in Frage stellen, du würdest denken, du hättest überhaupt kein Recht dich deswegen schlecht zu fühlen. Du würdest deine Gefühle unterdrücken, und die haben die Angewohnheit, später wieder hervorzukommen.

Wie wäre es stattdessen damit, gar keine Gedanken daran zu verschwenden wie man das, was dir passiert ist nun nennt und ob du ein Weichei bist oder nicht - sondern dir stattdessen erlaubst, zu fühlen was immer du fühlen möchtest, und dich selbst nicht dafür zu verurteilen? Du bist du, kein Mensch, keine Mehrheitsmeinung, kein Richter kann dir vorschreiben was du zu fühlen oder zu denken hast.

Und wenn du diese Freiheit erreicht hast, dann kannst du darüber nachdenken, wie du mit diesem Gefühl in der Zukunft umgehen willst. Denn letztlich ist die Zukunft das einzig Wichtige, die Vergangenheit ist vergangen.

C(l,ondyxke


Schau nicht ständig zurück oder vergleiche Dich mit anderen Menschen- bei jedem Perfekt oder Präteritum gräbst Du doch das Loch hinter Dir größer (in das Du fallen könntest)-- schau nach vorne und vergiss was hinter Dir liegt.

Wie viele Menschen haben Schlimmes erlebt u. müssen lernen das abzulegen u. nicht ständig wieder auszugraben- das verbittert die Gegenwart und Zukunft.

B"aldYurxhh


Denke dennoch, man wird mich wohl eher auslachen.

Vor dem Hintergrund dessen was Du geschrieben hast, kann ich diese Sichtweise zwar nachvollziehen, aber falsch ist sie trotzdem. Ein Psychotherapeut als Profi hat - wenn er Dich auslacht - den falschen Beruf ergriffen. Ich würde mir gerne mal einen Blick in Deinen Kopf erlauben und stelle mir dazu vor, ich wäre Du. Wenn ich ab jetzt etwas falsch einschätze, korrigiere mich bitte:

Ich bin veggieShari. Ich habe mir diesen Namen ausgesucht, weil ich kein Fleisch esse. Ich esse kein Fleisch, weil ich nicht möchte, dass ein Tier getötet wird, damit ich es essen kann. Mit Tieren komme ich sowieso besser zurecht, als mit Menschen. Tieren kann man vertrauen, Menschen nicht. Das man das nicht kann, habe ich schon früh gemerkt. In der Schule hat man mich früh geärgert, wahrscheinlich weil ich so still und schüchtern war. Ich habe nicht geweint. Nein, das stimmt eigentlich nicht. Am Anfang habe ich schon geweint. Aber immer wenn die anderen es gesehen haben, haben sie noch schlimmer geärgert, gelacht, gedroht und manchmal auch getreten. Deshalb habe ich irgendwann damit aufgehört. Auch alle anderen Gefühle habe ich versteckt. Nur meine Wut konnte ich nicht so gut verstecken. Manchmal bin ich zu Hause aggressiv geworden. Wegen dem Mobbing konnte ich mich schlecht konzentrieren und habe schlechte Noten geschrieben, das hat mich noch wütender gemacht, aber ich wußte ja nicht, wohn ich mit meiner Wut soll. Also habe ich sie runtergeschluckt, wie die Traurigkeit auch und alle anderen Gefühle.

Mein Vater war schwach, aber auch stark. Er hatte Depressionen. Deswegen haben wir uns nicht getraut fröhlich zu sein. Wir wollten ihn nicht belasten. Deswegen waren wir leise. Er hat versucht, sich umzubringen; ich habe es mitbekommen. Das war schrecklich. Heute geht es ihm zum Glück wieder gut. Er hat sich selbst geheilt. Deshalb war er auch stark. Ich habe das auch schon geschafft. Ich hatte eine Eßstörung. Ich weiß was ich tun muss, wenn ich getriggert werde. Deshalb bin auch ich nicht nur schwach, sondern auch stark.

Ich vertraue mir selbst und fühle mich gleichzeitig so unsicher. Ich möchte keine Auseinandersetzung mit anderen Menschen, kein Geschrei und keine Wut. Das macht mir Angst. Ich sehne mich nach Nähe, Wärme und Geborgenheit und gleichzeitig stößt es mich ab. Menschen wollen immer etwas. Wenn mich jemand liebt, will er mich irgendwann küssen und noch später will er mit mir schlafen. Ich finde es eklig, aber ich habe mich nie getraut nein zu sagen, wenn jemand etwas wollte, was ich nicht wollte.

So, jetzt bin ich wieder raus aus Deinem Kopf. Und ich frage mich, was eigentlich passiert wäre, wenn Du mal nein gesagt hättest? Hast Du das mal getan und bist dafür geschlagen worden?

Dein Freund hat Dich für seine Interessen ausgenutzt. Das Argument, dass man manchmal in einer Beziehung etwas tut, was man nicht will trifft manchmal schon zu. Wenn ich mit einer Frau zusammen bin, deren Mutter ich nicht wirklich mag, fahre ich trotzdem auf den Geburtstag der Mutter, weil ich das tue, um meiner Frau einen Gefallen zu tun.

Beim Sex ist das was anderes. Da geht es um Integrität. Die wird verletzt, wenn ich genötigt werde, etwas zu tun, was ich eigentlich nicht will. Damit verletzt man auch die Würde eines Menschen und das hat Dein Freund damals getan. Er hatte Lust und wußte genau, das Du Dich nicht traust NEIN zu sagen. Das hat er ausgenutzt.

Sicherlich gibt es Menschen, denen schlimmeres passiert ist, als Dir. Aber was genau bringt es Dir so zu denken? Ich glaube nicht, dass es das eigene Leid irgendwie erträglicher macht. Ich bin ehrlich gesagt noch nicht davon überzeugt, das Du Dich zu einer Therapie durchringen kannst. Du redest Dein eigenes Gefühl ja klein, wenn Du sagst, dass es anderen Menschen schlechter geht als Dir. Ein guter Therapeut oder eine Therapeutin würde Dir die richtigen Fragen an der richtigen Stelle stellen. Das ist oft unangenehm und tut manchmal richtig weh. Ob und wann Du das versuchen willst, kannst nur Du wissen, aber ich schätze dass Du im Augenblick noch zu viel Angst davor hast.

vPe<ggieShxari


@ alle

Danke für Eure Antworten, Anregungen, Mühe und Tipps. @:) :)* :)*

@ Verschw-praktiker

Doktorspiele waren das sicher nicht mehr, da das Altersgefälle einfach viel zu steil war. In dem Alter machen 6, 7 Jahre viel aus.

@ Baldurhh

Das meiste kommt in etwa so hin. Wirklich schlecht war ich nie in der Schule oder im Studium. Ich war manchmal faul und habe nur das gelernt, was ich ich mochte. Freundinnen und Freunde hatte ich außerhalb zwei, drei, die ebenso wegen ihres Stils (kam bei mir auch hinzu) gemobbt wurden.

Die Angst oder Zerissenheit in Bezug auf Nähe beschreibst Du relativ gut. Ich hatte einige verkrachte Affairen, weil ich da bestimmen kann, wie weit die Person gehen kann. Die Sicherheit habe ich in einer Beziehung irgendwie nicht.

Bna{ldDurhxh


Ich hatte einige verkrachte Affairen, weil ich da bestimmen kann, wie weit die Person gehen kann. Die Sicherheit habe ich in einer Beziehung irgendwie nicht.

Das leuchtet ein. Eine Beziehung ist insgesamt natürlich verbindlicher als eine Affäre. Wenn Du Nähe als eher "bedrohlich" empfindest, heißt das dann das Du die Affäre beendet hast, wenn Dir die Partner körperlich oder emotional zu nahe kamen?

Auch der Sex unter Alkoholeinfluß leuchtet ein. Wer Angst hat, versucht die Kontrolle zu behalten. Alkohol enthemmt und schaltet diese kontrollierenden Hirnfunktionen kurzfristig ab. Das mit der Schule habe ich aus dieser Aussage geschlussfolgert:

Ich war nicht sonderlich gut in der Schule, was auch etwas mit dem Mobbing zusammenhing.

Eine depressive Verstimmung greift auch immer in den Hormonhaushalt ein.

Die Nervenverbindungen sind von einer Art Schutzschicht umhüllt. Das macht sie unempfindlicher gegen Erschütterungen. Man hat herausgefunden, das diese Schutzschicht bei Kindern, die traumatisiert wurden, dünner ist als bei Kindern, die in einer wohlbehüteten und liebevollen Atmosphäre aufwuchsen. Sie können also insgesamt schlechter mit negativen Erfahrungen umgehen, sind schneller gereizt, weinen leichter oder ziehen sich zurück, wenn sie überfordert sind. Ich weiß nicht mehr genau, ob sich das wieder korrigieren läßt, aber wenn es so wäre, müsstest Du vermutlich "Risiken" eingehen, die Du jetzt vermeidest, nämlich eine Beziehung mit jemandem eingehen, bei dem Du Dich sicher fühlst und dem Du vertraust.

Das wäre ja genau das Gegenteil von dem was Du jetzt tust. Du gehst Beziehungen zu Menschen ein, die ähh genauso "verkorkst sind wie Du", oder noch schlimmer. Die kann man eben auch schneller beenden. Oder Du gehst - wie jetzt - überhaupt kein Risiko mehr ein und bleibst allein. Wenn Du willst, das "Dein Gehirn umlernt", müsstest Du wahrscheinlich genau das Gegenteil von dem tun, undzwar Kontakte knüpfen. Es wäre natürlich quatsch zu sagen: Ok, dann such ich mir jetzt eben einen Partner; das meine ich nicht, sondern eher Bekanntschaften. Von denen werden einige wenige vielleicht zu Freunden und noch weniger kommen als Partner in Betracht.

Oder isses alles ganz anders......?

v!eggiieSharxi


Ich war nicht besonders gut und nicht besonders schlecht. Abi war dann 1,4, was heute ja eh so gut wie jede*r schafft. Im Studium war ich dann auch relativ normal und immer eher unfällig. Cliquen fand ich immer unangenehm, ich bin mit zu vielen Kontakten schnell überfordert. Ein paar echte Freunde und Freundinnen habe ich. Zudem bin ich für meine Familie sehr dankbar. Aber manchmal sind da eben so negative Gedanken und eine Art flashbacks...

Jjenssx72


Bin ich ein Weichei?

Das hat gar nichts mit Weichei zu tun. :°_ Meine Pflegemutter wünschte von mir dass ich sexuelle Handlungen mit ihr mache. Dabei war ich kein interessanter Junge. Ich hatte keine Freunde und stotterte in der Kindheit.

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