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Angst vor dem Tod lähmt mich

N9adeWnixa


Hallo,

Ich kann nur sagen, ich verstehe dich zu 100% nachdem mein Vater vor 10 Jahren in meinem Beisein einen schlimmen Tod fand, fing es bei mir damit an, dass ich plötzlich mitten in der Nacht aus dem Schlaf heraus hoch schreckte mit der plötzlichen Erkenntnis, dass ich sterben werde, einfach verschwinden. Das war richtige Panik die ich verspürte.

Lange Rede....Es wurde immer schlimmer, so dass ich ne Zeit lang an kaum etwas Anderes denken konnte.

Mittlerweile geht es mir besser. Ich war bei ner Therapie und habe vor allem mit Achtsamkeitsübungen angefangen, dass hat mir sehr geholfen mich wieder aufs hier und jetzt zu konzentrieren und nicht stsndig auf das "vielleicht und irgendwann".

Mir kam es immer so vor als säße ich in nem Zug der auf nen unvermeidlichen Abgrund zu fährt aber alle um mich rum ignorieren das einfach. Ich bin die Einzige die sich darüber sorgen machst

Heute denke ich noch ab und zu daran, dann versuche ich das Sterben aber eher als "Ruhe finden" zu betrachten.

Wenn ich daran denke, was ich mit dieser Angst durchgemacht habe. Konnte nicht mehr schlafen, nichts essen weil mir richtig kotzübel war vor lauter Nervosität. Ich war fertig mit den Nerven und erschöpft - wenn man tot ist, hat man keine Angst mehr. Zumindest stelle ich mir das so vor - wie zb. Ne Vollnarkose. Da ist einfach nichts. Im Gegensatz zum Schlafen hat man nach ner Narkose auch nicht das Gefühl es sei Zeit vergangen.

Und ich denke, ich lasse einfach los, die Sorgen, den Kummer und Schmerz.

N6ad>e^nia


PS. Ich hätte es mir noch vor 3 Jahren nicht vorstellen können aber durch diese Erfahrung lebe ich heute viel bewusster. Ich nehme all die schönen Dinge bewusster wahr und genieße sie.

C&omxran


Momentan frag ich mich bei fast allem wozu... Wozu wenn wir eh irgendwann sterben :( Wozu lesen wir Bücher, wozu forschen wir. Wozu arbeiten wir, wozu sind wir glücklich. Wozu leistet unser Körper so erstaunliche Dinge. Wozu kämpft man uks überleben.

Na, für morgen, nächste Woche, das nächste Jahr. Wir strengen uns dafür an, dass es uns in der kommenden Zeit gut geht. Sie ist halt nur nicht für immer. Wozu kaufst du ein tolles Kleid, an dem dein Herz hängt, oder bist begeistert über dein neues Smartphone, liebst dein Auto und gibst ihm Namen? Weil du eine begrenzte Zeit damit glücklich bist. Und dann wird es aus deinem Leben verschwinden. Und das weißt du vorher - und bist trotzdem happy damit. Genauso ist es mit dem Leben.

Mein Vater ist jetzt 80 Jahre alt, meine Mutter schon vor einigen Jahren gestorben. Sie konnte aufgrund ihrer Krankheit auch irgendwann loslassen und hat die letzten 3 Monate einfach duldsam ertragen und ihren Frieden damit gemacht. Bei meinem Vater ist halt noch die Ungewissheit, wie lange er noch lebt - statistisch nicht mehr so lange, aber ihm geht es gut und er ist fit. Aber ich interessiere mich sehr dafür, was in seinem Kopf vorgeht und was ihn in den letzten Lebensjahren beschäftigt. Wie man sich darauf einstellen kann. Und da kann man glaube ich viel lernen, wenn man sich frühzeitig mit den Gedanken der Älteren oder Sterbenden auseinandersetzt.

C+ombraxn


PS. Ich hätte es mir noch vor 3 Jahren nicht vorstellen können aber durch diese Erfahrung lebe ich heute viel bewusster. Ich nehme all die schönen Dinge bewusster wahr und genieße sie.

Das geht mir genauso seit ich mich mit der Krebserkrankung und dem nahenden Tod meiner Mutter auseinandergesetzt habe. :)z

NEadenFia


Eben. So schlimm manche Dinge sind, sie sind oft zumindest nicht ganz umsonst.

Können uns helfen das Leben aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Erst gestern war ich draußen im Wald laufen. Ich blieb einen Moment stehen und war regelrecht geflasht von der Schönheit die sich mir geboten hat. Der Herbst in seiner ganzen Pracht.

Die Nadenia vor 10 Jahren hätte dies weder wahrgenommen noch zu schätzen gewusst.

Eem"oti-onAale


Hi,

Lebensumstände können einem sehr zu schaffen machen, so dass man diverse Ängste erlebt :°_ Ich kann das gut verstehen und halte Dich für kein bisschen plemplem, nur für sehr gebeutelt von diversen Dingen.

Für wichtig halte ich jetzt, dass Du Dich trotz allem gut um Dich selbst kümmerst. Ernährst Du Dich z.B. (überhaupt und/oder im Rahmen des Abnehmens) vernünftig (z.B. mit genug Omega-3-Fettsäuren, also Seefisch usw.) und ausgewogen oder hast Du irgendwelche Unverträglichkeiten? Die Ernährung hat auch einen großen Einfluss auf die Psyche (Buchtipp dazu: David Servan-Schreiber: Die Neue Medizin der Emotionen). - Ich meine damit nur, dass Du das alltägliche Dich-gut-Versorgen nicht vergisst. Das ist auch wichtig!

Gibt es generell etwas, was Dir hilft, den Gefühlen standzuhalten, die Du empfindest?

Mir fallen noch verschiedene Dinge ein, die Dir vielleicht helfen könnten, Näheres gerne per PN.

Auf alle Fälle finde ich es gut, dass Du Dich auf die Suche nach Hilfe gemacht hast, hier und bei Therapeuten. Vertrau Deinem Gefühl, was die Auswahl des Therapeuten betrifft (dazu hat man immer Probesitzungen) und lass Dir ggf. keine Diagnosen einreden, die auf Dich nicht zutreffen. Ich meine damit, lass Dich genau anschauen und Dir helfen, aber lass Dir nichts einreden, von dem Du bei näherem Hinsehen denkst, das trifft auf mich ja eigentlich gar nicht zu.

Du wirkst auf mich wie ein junger Mann, der durchaus Lebensziele hat, eine Sch..angst zwar, im Moment, aber durchaus Lebensziele im Sinne von Dinge, die er noch gerne tun würde (was zu einem Depressiven meines Wissens z.B. überhaupt nicht passt). Ich glaube, wenn Du Dir diese Ängste anschaust (ggf. auch stationär) und sie ganz und gar zulässt und die möglichen Gründe erforschst, kommst Du da auch wieder heraus.

Außerdem, man kann immer nur so und so viel tun, in jeder Hinsicht. Wenn eine Sache dann trotzdem nicht funktionieren wollte, dann hat man nichts dafür gekonnt. Das ist ok :)z

Herzlichen Gruß

S chaxmi


Ich versuche mittlerweile, mir jedes Mal, wenn der Gedanke über den Tot oder das Sterben in mir hochkommt, zu sagen dass ich nicht dran denken soll, oder muss. Ich versuch direkt an was anderes zu denken, und wenns nen anderes Problem ist über das ich nachdenke, Hauptsache nicht der Tot.

Es klappt zwar noch nicht zu 100%... aber es wird. Auch wenn ich das Thema dass wir alle sterben immer noch fast ständig im Hinterkopf hab. Aber diese schreckliche Angst ist etwas besser geworden... ich komm schneller zu anderen Gedanken über.

Aber ja, seitdem mir das mit dem Sterben so extrem bewusst geworden ist, genieße ich jede Sekunde die ich am Leben bin. Man weiß so vieles gar nicht zu schätzen... @:)

Wenn meine Psychologin noch da wäre, würde ich sie einfach darauf ansprechen... sie hat mich bei allem immer ziemlich gut beruhigt, echt sch***e dass ausgerechnet sie auch so schwer krank ist :-(

Ich hoffe zumindest dass ich diesen Dauer-Hintergedanken irgendwie selber weg bekomme.

N4adenxia


Ich habe auch festgestellt, dass das hartnäckige Unterbrechen solcher Gedanken wirkt. Auch wenns einem am Anfang schwer fällt weil man immer und immer wieder auf ein bestimmtes Thema zurück kommt - man muss dann aber einfach Hartnäckiger sein als diese Gedanken. Dann werden die Abstände nach ner Zeit auch immer größer in denen man "Rückfällig" wird.

Abends hab ich mir oft schon vor dem zu Bett gehen ein Thema gesucht über welches ich nachdenken kann wenn diese Gedanken wieder kommen.

Da muss jeder für sich etwas finden. Ich habe gerne darüber nachgedacht welche Bergtour ich als nächstes machen möchte oder auch wie ich mir ne Villa einrichten würde wenn ich in der Lotterie gewinnen würde ;-D

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