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Probleme in der Therapie/mit dem Therapeuten. Wie vorgehen?

Alias 741583 hat die Diskussion gestartet


Huhu,

ich bin gerade ziemlich enttäuscht von meiner Therapie und meinem Therapeuten. Seit Februar bin ich in Therapie, was ein riesiger Aufwand war. Freie Plätzen waren überall Mangelware. Schließlich habe ich es im Kostenerstattungsverfahren versuch, einen, wie ich dachte, guten Therapeuten gefunden und alles in die Wege geleitet. Da muss ich ein großes Lob an die TK aussprechen, es wurde anstandslos genehmigt. 45 Sitzungen plus 5 probatorische Sitzungen.

Meine größten Probleme sind Hypochondrie sowie die Angst, länger alleine zu sein |-o Doof, ich weiß. ich war von Anfang an schonungslos offen und ehrlich, hab dem Therapeuten alles erzählt, was er sehr gut fand und meinte, das sei eine gute Basis für die Therapie. Er hörte sich alles an, wir durchleuchteten meine Vergangenheit und er erzählte mir, wie er vorgehen würde. Ich hab Mehrfach nachgefragt, ob er denkt, dass wir meine Probleme in den Griff kriegen. Er meinte ja, ich sei kein all zu schwerer Fall. Das war alles während der ersten fünf Sitzungen.

Dann kam die endgültige Zusage und die Therapie veränderte sich. Ich wollte die Hypochondrie in Angriff nehmen. Mein Therapeut sagte, ich dürfte jetzt ein halbes Jahr nicht zum Arzt gehen und dann würde wir in einem halben Jahr weitersehen :-o (So lange wollte er das Thema gar nicht anschneiden. Ich fragte dann noch, auf was für Arztbesuche sich das beziehen würde (und dachte, er meinte so Dinge, zum Arzt zu gehen um sich bestätigen zu lassen, dass ich weder Krebs noch ALS habe ;-) ) Nein, er meinte, konsequent gar nicht zum Arzt, egal weswegen. Auch nicht mit akuten Dingen (hab z.B. öfters mal Hexenschuss und bauche dann zwei, drei Spritzen)

Na ja, hab dann nur gesagt, dass ich das zu streng finde, das Thema sonst aber auch nicht mehr angesprochen. Wollte mich dann dem anderen Problem zuwenden. Tja, der Therapeut sah dann nur eine Lösung, die meiner Meinung nach jedoch absolut nicht umsetzbar ist. Nämlich meinen geliebten Hund zu verkaufen, weil der mir im Weg stehen würde :-o Ich sagte, das kommt nicht in Frage. Denn selbst wenn es stimmt, dass der Hund vielleicht im Wege steht (wobei ich das auch nicht so recht kapiere), es kann doch nicht sein, dass ein Therapeut solche Forderungen stellt?! Der Hund ist ein Familienmitglied, ich habe die Verantwortung und er tut mir unheimlich gut, gefühlt. Ich schaffe es nicht, ihn abzugeben, zumal er chronisch krank ist. Ich will es auch nicht. Hab das auch so gesagt und gesagt, dass wir andere Lösungen und Strategien finden müssen. Zwecklos, meint er.

Nun denn, die nächsten zwei Stunden waren dann irgendwie harmloses Rumgeplänkel, da er nicht bereit war, sich den eigentlichen Themen anzunehmen. So sprachen wir die eine Stunde nur über eine private Mail, die ich am Rand erwähnt hatte, die ich noch verschicken müsste. Ich verschicke beruflich gefühlt tausend Mails am Tag, ich kann Mails verschicken ;-D . Nun, er erarbeitete dann eine Strategie mit mir, wie ich diese Mail zergliedern könnte und dann nach einer Woche Bearbeitungszeit abschicken könnte ":/ . Sinn? Keine Ahnung, die Mail hab ich noch auf dem Rückweg im Zug geschrieben ]:D

Die nächste Stunde war er dann erst mal eingeschnappt, weil ich mich nicht an seinen Plan gehalten hatte und ihm zudem die Mail nicht, wie er es wollte, in CC geschickt hab. Dann ging es um einen Telefonanruf, der uns eine Stunde beschäftigte. Ich hab das gar nicht so gemerkt, aber plötzlich war die Stunde um und wir hatten uns wieder nicht mit meinen eigentlichen Problemen beschäftigt. Dieser Telefonanruf war mir etwas unangenehm, aber nicht so wichtig, dass ich mich da jetzt 50 Minuten mit beschäftigt hätte.

Eine Woche später hatte ich wieder einen Termin, wollte da noch mal alles klarstellen und drauf drängen, dass wir uns um das eigentliche Problem kümmern. Allerdings hatte ich da Pech, auf dem Weg zur Stunde gab es einen Unfall, Autobahn voll gesperrt (ich hab eine recht weite Anfahrt) und ich stand im Stau. Sehr doof für beide. Keine Frage. Also abgesagt, war auch kein Problem. Er wollte sich wegen eines neuen Termins melden. Tat er nicht. Telefonisch war er nicht zu erreichen, also Mail. Mittlerweile sind fast drei Wochen seit dem letzten Termin vergangen. Die Mail war dann heftig, neuer Termin erst, wenn der Hund weg ist :-o >:(

Ich bin so wütend, enttäuscht und überlege gerade ernsthaft, den Hund doch abzugehen, ich brauche langfristig eine Therapie und wenn das wirklich meine einzige Chance ist und hilflos. Am liebsten würde ich den Therapeuten wechseln, laut KK ist das jedoch im Kostenerstattungsverfahren nicht möglich.

Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Einerseits ist das Vertrauen zum Therapeuten eh weg, auf der anderen Seite will ich nicht aufgeben. Gibt es nicht doch die Chance, trotz Erstattungsverfahren zu wechseln?

Ich danke euch für eure Hilfe *:)

Antworten
DeéK.liéxe


Hm, wie das mit dem Wechsel ist, kann ich Dir nicht sagen, aber meine Meinung zu dem, was abgelaufen ist.

Ich verstehe, wenn Therapeuten "Regeln" aufstellen, kenne ich selbst, aber die finde ich dann doch irgendwie schräg?

Dass du nicht einfach so zum Arzt gehen sollst, das ist klar, aber wenn ich ganz stark erkältet bin, dann gehe ich auch schnell zum Arzt. Nicht, weil ich Hypochonder bin und sofort Angst habe, dass es was schlimmes ist, sondern weil ich ganz schnell eine Bronchitis kriege bzw. meistens eine habe, wenn ich beim Arzt sitze. Es gibt Situationen, da sollte man einfach zum Arzt gehen und das komplett auszuschließen finde ich nicht hilfreich.

Hat er Dir sagen können, was er damit meint, dass Dir der Hund im Weg steht? Was meinst du genau damit, wenn du schreibst, dass du glaubst, dass er recht haben könnte? Also wie glaubst du, dass er Dir im Weg steht?

Deine Offenheit ist tatsächlich eine gute Basis für eine Therapie, aber so wie das bei Dir momentan klingt, fehlt da der Rest. Hast du mal genau das angesprochen? Dass du findest, dass ihr irgendwie am Wesentlichen vorbeiarbeitet und du nicht das Gefühl hast, dass es Dir hilft?

LZu'cix32


Das Ganze klingt sehr seltsam. Hünde werden in der Psychiatrie therapeutisch eingesetzt!

An deine Stelle würde ich für ein neuen Therapeut shoppen.

Das mit Ärzte: es darf im Notfall ein Arzt aufgesucht werden. Was nicht! erlaubt sind in diesem Fall Neurologen und bei Herzneurosen, Kardiologen Besuche. Auch keine Rettungsstelle ausser du hast dich verletzt (Verbrennungen, Knochenbrüche). Rettungsstelle ist tabu bei Panikattacken.

Orthopäde ist OK wegen Spritzen. Hausarzt wenn es eine akute Infektion gibt, die man nicht alleine hinkriegt.

Sonst ist der Hausarzt tabu. 1 Besuch pro Quartal ist erlaub.

So regele ich das mit Patienten.

_PPar5va#tix_


Oh je, das ist echt eine bescheidene Situation... Theoretisch würde ich raten, die Therapie abzubrechen. Aber dann wird es schwierig, dass du eine neue Therapie von der KK genehmigt bekommst. Ein wechsel ist ja leider auch nicht möglich.

So blöd die Situation ist, zieh die aktuelle Therapie so schnell wie möglich durch und suche für danach einen neuen Therapeuten und beginn die Therapie erneut.

Um die aktuelle Therapie fortsetzen zu können, lüge den Therapeuten an. Sage, dass du den Hund abgegeben hast oder dass er, aufgrund der chronischen Erkrankung, verstorben ist. Der Therapeut kann das eh nicht kontrollieren. Ich weiß, lügen ist sch**** aber in deinem Fall halte ich es für vertretbar.

Dasselbe mit Arztgängen. Wie stellt der Thera sich das vor gar nicht mehr zum Arzt zu gehen egal wie akut :-o Übernimmt er dann auch die Verantwortung, falls du tatsächlich einen ernsthaften gesundheitlichen Schaden davontragen solltest?

Andere Möglichkeit wäre noch, dass du dich an die Psychotherapeutenkammer wendest und dort dein Dilemma schilderst.

e`s*ta1


Ich finde das klingt schon alles sehr seltsam. Was ist den die Begründung dafür, das der Hund weg muss?

Ich war früher auch Hypochonder, mich hat das eigentlich eher beruhigt, wenn ich beim Arzt war und der meinte dann: "Nein, ist kein Krebs (oder so)". Ein Therapeut kann Vorschläge machen, Empfehlungen geben, aber der Patient entscheidet doch was er macht und was nicht.

Inwieweit ist den Dein Hund Dir im Weg?

PbythoXnist


Ich finde, du hast Grundlagen von Psychotherapie nicht verstanden.

Es ist deine Aufgabe, dass das angesprochen wird, was dir wichtig ist. Du lenkst das Gespräch, du musst die Zeit im Blick behalten, du musst priorisieren, was dir wichtig ist. Du bist der Kümmerer in dem Duo. Nicht der Therapeut.

Rat des Therapeuten: ich kenne es nicht so, dass ein Therapeut sagt: tun sie dies, tun sie jenes, sonst passiert das und das. Sondern typisch kommt das als Frage: "Welchen Anteil ihrer Probleme sehen Sie denn in Verbindung mit ihrem Hund?", oder "Können Sie sich vorstellen, den Hund abzugeben?". Aber in einem verhaltenstherapeutischen Setting (Hypochondrie klingt so), kann es sicherlich auch mal Aufgaben oder Vorgaben geben. In so manchen Sachen will dich ein Therapeut auch einfach testen: z.B. auf deine Therapeuten-Hörigkeit. Denn es sehr wichtig, dass Patienten nicht von ihrem Therapeuten (und dessen Rat und Meinung) abhängig werden.

Und wenn dir ein Therapeut sagt, das und jenes geht nicht, naja, dann fordert er deine Lösungskreativität heraus. Eine Gegenwehr, ein "das geht doch!" und dann fragt er "Na, und wie?" und dann kommen vielleicht von dir selbst Lösungsansätze für deine eigenen Probleme. Und so soll Therapie sein: Hilfe zur Selbsthilfe. Es geht nicht um ihn, oder um Sympathien oder einen Kuschelfaktor, es geht darum, dass *du* wieder im Leben klarkommst.

Oft holen Therapeuten auch bewusst Probleme in die Therapie rein. Denn diese in der Therapie entstandenen Probleme - die kennt er und die sind bearbeitbar. Die graue Vorgeschichte ist, wie sie war. Das in der Therapie entstandene Problem/Konflikt wird aber dann zum Stellvertreter-Problem. Und an dem wird gearbeitet. Denn alles, was in Zukunft passiert, kannst du beeinflussen, das vergangene nicht mehr. Mit dem kannst du nur anders umgehen lernen.

Nur sehr begrenzt geht es in Therapie um Sachfragen: Hund oder nicht, Arzt hingehen oder nicht, das ist an sich nicht das Thema, und eine Sachargumentation daran auch nicht wirklich zielführend. Es geht um die Ebene dadrüber. Dein Konfliktverhalten, deine Art der Kommunikation, dein Entschuldigen, dein Argumentieren, dein Reflektieren. Deine Fähigkeit Lösungen zu finden, Kreativität zu entwickeln, zu planen, auch mal einen Konflikt aushalten, Meinungen nebeneinander gültig sein lassen. Und deine Therapieziele. Hast du die formuliert?

Mein Rat: dein Ärger gehört in die Therapie rein. Und priorisiere, worüber du wieviel sprechen willst. Und habe noch etwas Vertrauen, aber besprich auch deine Grenzen in der Therapie. Nicht einfach abbrechen.

P3yythonixst


dass wir andere Lösungen und Strategien finden müssen

Wir? Er muss gar nichts finden. Du bist der Lösungsfinder in dem Duo für deine Probleme.

Aber er bietet dir Gedankenanstöße, bietet sich als als Begleiter und zum Dran reiben und dich herausfordern, oder dich auch mal trösten oder verbal "in den Arm nehmen". Und allein dieses Wenden hier ans Forum ist ein neuer Weg von dir. Einen, den du sonst vielleicht nicht gemacht hättest.

Lösungskreativität wären manchmal auch Mittelwege, aber auf die sollst du selbst kommen: z.B. für 2 Tage pro Woche einen Tiersitter zu organisieren. Und dann mal an den 2 Tagen in dich reinzufühlen, wie es dir damit geht. Vielleicht ist ja ein Teil Befreiung mit dabei vom Gefühl her.

Oder dein Mittelweg, dass du dir selbst einen Weg schaffst, wie du wichtige Arzttermine von den hyopchondrischen trennen kannst. Die Wege, die du dir da selbst einfallen lässt, sind meist für dich viel wertvoller als externe Tipps. Und sie haben Bestand auch über das Therapie-Ende hinaus. Denn dann sind es *deine* Lösungen und diese Lösungsfähigkeit wird dich auch andere Probleme lösen lassen.

y&ukxumu


Der Ansatz, also sein Ansatz, könnte ja sein, dass er dich von Sachen fernhalten will, die dich entweder ablenken oder dadurch, dass du sie wiederholst (Arztbesuche wegen sehr übertriebener Ängste usw.), in der dir gewohnten Schleife bleibst und dadurch nicht zum Kern kommen kannst.

Als bloßer Ansatz mag da was dran sein.

Aber ein Ansatz kann und darf nicht einem Menschen übergestülpt werden, sondern muss einfühlsam in Zusammenarbeit erst ausgearbeitet werden.

Auf mich wirkt es so, als würde er gewisse Vorstellungen haben, die er dann umzusetzen versucht, ohne sich genügend in dich einzufühlen.

Grob gesagt: Mir scheint, er macht es sich zu einfach.

Es gibt keinen per se guten Ansatz, den man einem Menschen "verordnen" könnte, ohne sich in einen Menschen ausreichend einzufühlen.

Es kommt auf den Menschen an, auf den Zeitpunkt, auf das Wie usw.

So hingegen wirkt das auf mich wie die Anwendung eines pauschalen "Rezepts".

Insofern scheint mir das so nicht in Ordnung.

Ist es ein sehr junger Therapeut?

Ich würde es thematisieren und wenn es nichts bringt, dann mich um einen Wechsel bemühen.

Du schreibst, dass das in dem Verfahren nicht geht.

Ich kenne mich mit den Regelungen nicht gut aus.

Dennoch erscheint es mir ein wenig unlogisch.

Dass Therapeut und Klient irgendwie zueinander "passen" müssen, ist ja allgemein bekannt.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man einen auch dann noch dazu verdonnert, weiter zu jemandem zu gehen, wenn es doch nichts mehr bringen wird.

Auch die Krankenkasse müsste ein Interesse daran haben, dass du gesund wirst, anstatt zig Stunden für nichts zu bezahlen?

Aber sicherlich wird es im Forum einige Leute geben, die sich mit solchen Regeln (z. B. Widerspruch bei Ablehnung usw.) auskennen.

Zum Schluss noch die Sache mit dem Hund.

Inwiefern sollte/könnte der Hund dir da im Wege stehen?

Das bedarf unbedingt einer Abklärung!

Das ist mir sehr suspekt.

Alias 741583


Wow, schon so viele Antworten, danke :)^

Zu dem Hund: er meint, durch den Hund wäre ich ja nie alleine und wenn ich lernen will, alleine zu sein, muss der Hund eben weg. Ich hab natürlich versucht zu erklären, dass ich das ganz anders sehe, dass der Hund schon da war, bevor ich diese Angst bekam und dass ich trotz Hund Angst hab, wenn ich länger als 48h alleine bin. Ich kann ohne Hund sein, neulich war ich ohne Hund im Urlaub und es gibt Tage, die der Hund bei Freunden von mir verbringt, weil dort seine zwei besten Freunde wohnen. Wenn ich tagsüber alleine bin, dann macht mir das keine Angst, egal ob der Hund da ist oder nicht. Und genau so macht es mir Angst, wenn ich 48h oder noch länger alleine in der Wohnung bin, Hund hin oder her. Das scheint mein Therapeut nicht zu verstehen. Ich hab ja schon gedacht, dass er mich nicht mehr als Patientin will und mich so loswerden will

Luci, solche Regelungen finde ich super und auch viel leichter umzusetzen. Und realistisch. Ich muss dazu sagen, trotz Hypochondrie bin ich nicht Stammgast beim Arzt und in der Notaufnahme war ich in den Jahren meiner Hypochondrie nicht all zu oft. Einmal, weil Fuß gebrochen beim Sport, einmal wegen einer akuten Gesichtslähmung (da dachte ich allerdings wirklich, ich hätte einen Schlaganfall, meine linke Gesichtshälfte war aus dem Nichts heraus komplett gelähmt) und einmal ebenfalls mit Schlaganfallsymptomen (Sehstörungen sowie Lippe und Arm taub), was sich dann aber als Erstmanifestation einer Migräne herausstellte. Da hat der Arzt noch geschimpft, weil ich noch selbst ins KH kam und nicht mehr Rettungswagen und weil ich, als die Diagnose stand, mich selbst entlassen hab. Dann war ich zweimal beim Bereitschaftsdienst, einmal Mittwochabend wegen eines infizierten Bremsenbisses, als plötzlich ein roter Strich zu sehen war und einmal Weihnachten, wegen einer allergischen Reaktion auf ein Antibiotikum.

Rettungswagen hab ich noch nie für mich gerufen und auch beim normalen Arzt bin ich nicht, wenn ich nicht wirklich krank bin. Gut, eine Zeit war ich öfters beim Neurologen wegen der Gesichtslähmung. Ich hab schon oft Angst, ich hätte eine tödliche Krankheit, aber da ich weiß, dass ich unter Hypochondrie leide, gehe ich deswegen eigentlich nicht zum Arzt, weil ich weiß, dass ich bis auf die Migräne und den Rücken gesund bin.

Der Therapeut ist noch ziemlich jung, ja.

Angesprochen habe ich diese Dinge auch schon. Grundsätzlich hab ich mir eine Therapie eher so vorgestellt, wie Pythonist es beschreibt. Davon merke ich bei mir nichts. Auch heißt es immer, eine Therapie sei harte Arbeit und belastet einen. Nö, ich finde es weder anstrengend, noch belastend. Wenn ich all das anspreche, heißt es, ich müsste mich auf die Therapie einlassen.

Es läuft meist so ab, der Therapeut will wissen, wie meine letzte Woche war, was ich so getan habe. Ich erzähle dann von meiner Woche und betone die Dinge, die ich als belastend empfunden habe und sage, was ich gerne aufarbeiten würde. da sagt er, ja okay, ich möchte da und da noch mal nachhaken. Und schwubs, wird nur noch über die am Rande erwähnet Nebensächlichkeit geredet und dann ist die Stunde um.

_OParv7act]ix_


Ich habe gerade so eine Ahnung, warum der Therapeut will, dass sich die TE vom Hund trennt. Vielleicht soll das eine Art Konfrontationstherapie sein.... Die TE schrieb ja, dass sie Angst hat, länger allein zu sein. Ein Hund gibt diesbezüglich natürlich Halt. Mit Tieren fühlt man sich nicht ganz so allein als ohne, gerade, wenn man allein leben sollte. Aber man weiß ja jetzt nicht, ob die TE allein lebt oder ob sie noch Partner und/oder Kinder hat.

Dennoch finde ich, dass es schon an Erpressung grenzt, einen Patienten so unter Druck zu setzen. Entweder der Patient macht was der Therapeut sagt, oder der Patient kann sich die Therapie abschminken. Für den Therapeuten scheint es nur Schwarz oder Weiß zu geben. Ich glaube auch nicht, dass es bei dieser Sorte von Therapeut überhaupt eine Möglickeit gibt, eigene Lösungsansätze zu unterbreiten.

@ Pythonist

Mein Rat: dein Ärger gehört in die Therapie rein. Und priorisiere, worüber du wieviel sprechen willst. Und habe noch etwas Vertrauen, aber besprich auch deine Grenzen in der Therapie. Nicht einfach abbrechen.

Nun verate der TE doch mal, wie sie dise Dinge in der Therapie besprechen kann, wo ihr doch der Therapeut per Mail mitgeteilt hat, dass sie erst wieder einen Termin bekommt, wenn sie ihren Hund abgegeben hat? Der Therapeut gibt ihr ja noch nicht mal die Möglichkeit zur Erklärung oder zur Erarbeitung eigener Strategien, er will, dass sie den Hund abgibt sonst geht die Therapie nicht weiter.

e~stax1


Die Mail war dann heftig, neuer Termin erst, wenn der Hund weg ist :-o >:(

Vielleicht kannst Du da anknüpfen. Indem Du Ihm ehrlich schreibst, das Du die Therapie weiter versuchen möchtest, aber der Hund bleibt!

L2uc,i232


Du musst selbstbestimmter sein! Du kannst sagen "dieses Thema ist für mich nicht wichtig. Ich will xy besprechen"

Der Therapeut sollte nicht in Nebensachen graben die für dich nicht wichtig sind. Nur wenn das therapeutisch sinnvoll ist.

Die Stunden sind DEINE Zeit.

Wieso wollte er deine private E-Mail lesen? Wirkt für mich übergriffig.

Wegen Wechsel: das ist nicht so problematisch. Schildere die Krankenkasse warum du nicht weiterkommst. So lange du ein Therapie nicht abbrichst, sollte eine Wechsel durchaus möglich sein. Hast du es schriftlich, dass er dir nicht weiterbehandelt bis deinem Hund los bist?

Das dürfte die Psychotherapeuten Kammer interessieren. Gerade steht es so dar, dass der Therapeut die Therapie abbricht - und nicht aus üblichen Gründen (mehrfach nicht erscheinen, keine Mitarbeit, ständige Grenzüberschreitungen, Gewalt usw.)

Du sollst auf jeden Fall ein klärendes Gespräch führen. Vielleicht gibt es doch Missverständnisse.

P)yathvonixst


@ _Parvati_

Wenn Alias selbst schreibt, dass sie die Therapie bisher nicht fordert/gefordert hat, naja, dann zieht der PT eben die Daumenschrauben an. :-) *Jetzt* belastet sie das zumindest. Sie kommt aus einem "Ach, das geht schön weiter so." in ein "Huch, ich muss aktiv werden." Mit diesem Satz will ich nicht alles rechtfertigen, was ein Therapeut macht oder sagt, aber für mich klingt das so plausibel. Und selbst die Idee (!) eines Abbruches ist ja eine Form von Aktivität. Es ist kein "weiter so"-Geplänkel. Endlich wird mal eine Grenze deutlich. Und natürlich sind Drohungen und Konsequenzen erstmal Teil des therapeutisch möglichen Spektrums.

Ganz nebenbei: der Therapeut wird ja auch von der Kasse an Therapie-Erfolgen gemessen. Die Kassen wissen eh schon, dass psychotherapeutische Sachen sehr oft Dauerläufer werden. Umso genauer schauen sie auf den Erfolg pro eingesetztem Euro. Therapieformen, die sich nicht als wirksam erweisen oder nicht rechnen, werden sie langfristig aus dem Angebot nehmen.

Die typische Formulierung ist dann: "Ich konnte zu der Patientin nicht durchdringen und die Patientin nicht auf meine Form der Therapie einlassen. Der Patientin wird die Fortführung bei einem anderen PT empfohlen." Mit anderen Worten: er tickert nicht einfach die Stunden runter (wäre ja easy peasy für ihn), sondern beendet von seiner Seite die Therapie, wenn sich keine Bewegung in Richtung Therapie-Erfolg einstellt. Und das ist rational. Er spart diese Aufwände bei sich für andere wartende Klienten. Und bei der Patientin, die woanders einen neuen Anlauf machen kann.

Ich habe über den Kontext und die Therapieziele noch wenig gelesen. Nur:

Meine größten Probleme sind Hypochondrie sowie die Angst, länger alleine zu sein

Aber der Leidensdruck drumrum ist mit nicht klar. Und da muss es ja was geben, z.B. Sachen, die aus diesen Ängsten dann resultieren und ihre Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.

Was sich zeigt: der Therapeut macht eine Konfrontationstherapie.

Logik: Angst vor Krankheiten -> einfach mal 6 Monate nicht zum Arzt gehen -> trotzdem gut leben -> dann macht es Klick im Kopf und die Erkenntnis reift "Mensch, ein halbes Jahr ohne Arzt, ist ja gar nix schlimmes passiert, das ging ja doch. Ich werde nicht gleich sterben davon, sondern ich kann das aushalten." Und: der Therapeut sieht dann mal ihren Leidensdruck, dem sie sich aussetzt, wenn sie nicht zum Arzt geht. Und natürlich kann sie genau so selbstbewusst sagen: "Ja, ich habe das probiert. Aber am Dienstag habe meinen jährlichen Zanhnarzt-Besuch gemacht."

Logik bei "ich setze die Therapie nur fort, wenn sie den Hund abgeben": der Therapeut will diese Stütze da wegnehmen, um dann mal die "echte" Angst da zu sehen und Alias' Reaktion. Aber eben in der Therapiezeit, wo Alias also noch die therapeutische Stütze hat. So ein chronisch kranker Hund könnte jederzeit ja auch sterben. Später außerhalb der Therapie. Wenn sich aber Alias so an diese eine Stütze geklammert hat, dann reißt es Alias dann so richtig rein, und dann brechen 2 Sachen weg: der Hund und keine Therapie zur Unterstützung, denn wie sie gelernt hat: das dauert. Der Therapeut hat für die Therapie ca. 50 Stunden, und das sind mit den Doppelstunden(!), die sie (derzeit) hat, nur ca. 25 Sitzungen, also eben 6 Monate. Das ist sehr wenig Zeit und eine sehr kurze Therapiedauer. Er muss vorher etwa den Verlauf planen und braucht die "harten" Einschnitte am Anfang, um dann noch genug Zeit zu haben, sich die Reaktion und Veränderung bei Alias anzuschauen. Denn diese Reaktion und Veränderung wird ja wieder Wochen dauern. Was macht er nun: er droht damit, seine Stütze wegzureißen. Über die kann er immer entscheiden. Dort ist er nicht davon "abhängig" von der Entwicklung des Patienten. Aber auch daran kann er die Stärke des Leidensdruck und den Grad der Verlustangst der Patientin beurteilen.

@ Alias

Es läuft meist so ab, der Therapeut will wissen, wie meine letzte Woche war, was ich so getan habe.

Verhaltenstherapie. Da stehen die ganz aktuellen Entwicklungen, die Veränderungen, die Reaktionen, die Experimente des Patienten im Vordergrund. Nicht der "alte Kram" von vor Jahren. Insofern passt das an sich. Es gibt andere Therapieformen, die sind anders gestrickt. Freier. Aber Verhaltenstherapie ist viel zielgerichteter. Und statistisch über große Gruppen betrachtet ist eine Konfrontationstherapie die erfolgreichste Therapieform gegen Angststörungen. Dass sie dem Angst-Patienten nicht gefällt und unagenehmn ist - naja, ist logisch und liegt in der Natur der Sache. :-)

Ich erzähle dann von meiner Woche und betone die Dinge, die ich als belastend empfunden habe und sage, was ich gerne aufarbeiten würde. da sagt er, ja okay, ich möchte da und da noch mal nachhaken. Und schwubs, wird nur noch über die am Rande erwähnte Nebensächlichkeit geredet und dann ist die Stunde um.

Dann hast du deine Rolle noch nicht verstanden. Sondern:

1) Erwähne einfach keine Nebensächlichkeiten mehr. So ein therapeutisches Gespräch unterscheidet sich ja stark vom z.B. Gespräch mit Freunden oder Eltern: "Na, Alias, wie war denn deine Woche so?". Und dann laber rhabarber ein Ohr abkauen. Erwähne in der Therapie die Sachen, die dich wirklich bewegen. Aber aus der Woche, keine "auswendig gelernten" Probleme von vorher.

Nun verrate der TE doch mal, wie sie diese Dinge in der Therapie besprechen kann, wo ihr doch der Therapeut per Mail mitgeteilt hat, dass sie erst wieder einen Termin bekommt, wenn sie ihren Hund abgegeben hat? Der Therapeut gibt ihr ja noch nicht mal die Möglichkeit zur Erklärung oder zur Erarbeitung eigener Strategien, er will, dass sie den Hund abgibt sonst geht die Therapie nicht weiter.

Wie immer: Lösungskreativität. :-) Ein vorgelegter Plan, der von Alias Seite zeigt: "So will ich mich testweise von dem Hund lösen, und mich ihm Rahmen dieser Therapie meiner Angst vor dem Alleinsein aussetzen."

Sofortmaßnahmen können z.B. sein: Hundewechsel alle 2 Wochen mit einer Hundepflegefamilie, oder die stärkere Betreuung des Hundes durch eine Tierpension. Absprache mit Tierheimen über Langzeitpflege. Also: ein Möglichmachen der verantwortungsvollen Übergabe des Hundes an eine andere Person über den Therapiezeitraum. Die aktive Suche nach einem Pflegeplatz.

Langfristmaßnahmen: sie sollte über die Therapiezeit eine Planung machen, welche Themen ihr wichtig sind und wie sie ihren eigenen Weg zum ihrer Definition von Therapie-Erfolg sieht. Das ist natürlich wieder eine Momentaufnahme, aber dann gibt es zumindest weniger "es wurden nur Nebensächlichkeiten besprochen"-Kritik.

Oder: "Mein eigentliches Problem war, dass ich so nur an Hasso (Schäferhund) gehangen habe. Er ist leider chronisch krank. Und sein potenzieller Tod versetzte mich in Angst und Schrecken, denn für mich gibt's nur den Hasso. Und mein Zwang war: ich musste ihn pflegen. Ihn, und keinen anderen. Und geduldig auf seine Genesung hoffen. Ich habe jetzt etwas geändert: ich habe jetzt parallel die 1-jährige Luna (Magyar Wiszla) ab und an. Sie ist ganz anders, und bringt mit ihrer Energie und dem nötigen Auslauf wieder mehr Freude und Energie in mein Leben anstatt die Wohnung als "Gefängnis". Ein Hund ist Teil meines Lebens und soll es auch sein. Aber mit dem Schritt will ich mich weniger an den kranken Hasso klammern. Außerdem hat ja die Pflege und Sorge um dem chronisch kranken Hasso bisher dazu geführt, dass ich keine Arbeit in einem Angestelltenverhältnis gefunden habe. Ich habe jetzt ein Gewerbe angemeldet und arbeite selbständig zuhause (oder eigenes Büro, wo sie sich selbst natürlich auch den Hund erlauben kann, ist ja ihre eigene Chefin). Für Auswärtstermine habe ich eine Lösung gefunden, dass ich die Hunde mitnehmen oder abgeben kann."

Und das nur mal so als zwei Beispiele für Lösungskreativität.

Andere Lösungen können Nachbarn einbeziehen, einen lebensgroßen Plüsch-Hund als Ersatz für Hasso, um das Alleinsein erträglicher zu machen, ein lebensgroßes Foto von Hasso statt Hasso selbst, der schrittweise auf einen Pflegeplatz abgegeben wird. Oder die Neubewertung der Krankheit von Hasso, eine Neubewertung seines Lebens und der Schritt dazu, Hasso von seinem Leid zu erlösen und ihn einschläfern zu lassen (gerade falls auch Tierärzte diesen Schritt schon lange nahe gelegt haben). Und die gelegentliche ehrenamtliche Tätigkeit in einem Tierheim als Erfüllung des eigenen sehr starken Hunde-Pflege-Bedürfnisses - aber dann nicht mehr Vollzeit um einen Hund (Hasso) herum, sondern alltagskompatibler und besser auf sich achtend, wenn der Alltag es zulässt.

Ich kenne ja die Umstände nicht (und will sie im Detail auch gar nicht kennen), aber allen Ansätzen ist etwas gemein: eine Veränderung auf Seite der Patientin.

TRheBl!ackWi{dow


Rede mit der Krankenkasse.

Und behalte um Gottes Willen deinen Hund! Mir persönlich leuchtet nur ein einziger Grund ein, warum ich mich von meinem Hund trennen müsste: wenn ich ihn nicht mehr richtig versorgen könnte und er es bei mir nicht gut hätte.

Ansonsten trenne ich mich eher von Therapeuten.

d8omba?upmeisFterin


Werte Therapeuten und Therapeutinnen, "

einem Menschen Arztbesuche zu verbieten oder diese zu reduzieren, kann für diesen mit erheblichen gesundheitlichen Schöden bis hin zum Tod oder Schlimmeren führen Auch Hypchonder können Krebs, Herinfarkte, Schlaganfälle und auch so alles andre, was es gibt, erleiden. Da solltet ihr schon eine andere Lösung finden.

Inzwischen hat wahrscheinlich selbst der letzte Chirurg im hintersten Hintertupfingen kapiert, dass es neben dem Körper eine Seele gibt und beide interagieren. In letzter Zeit scheint es aber so zu sein, dass einige auf der Psycho-Seite vergessen, dass es auch einen Körper gibt und der krank, ja sogar richtig krank werden kann.

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