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Probleme in der Therapie/mit dem Therapeuten. Wie vorgehen?

LSuc#ix32


Der Arutverbot greift nicht auf akute Erkrankungen! Es geht darum: man hat ein Hypochoder als Patient. Dieser Patient war schon bei mind. 3 Neurologen, alle finden nichts. Der patient wird verboten ein 4.,5. usw. ein Neurologen mit die gleich Fragestellung aufzusuchen.

Man hat auch Patienten die fast jede Woche in der Notaufnahme gehen. Das wird unterbunden.

Das ist der Sinn der Arutverbot.

m>idnimia


@ Alias

In Summe verstehe ich eine Therapie so, dass sich Patient und Therapeut an die Problemlösungsstrategien herantasten. Hier jedoch entsteht für mich der Eindruck, als ob dieser Therapeut mit der Brechstange agiert (immer vorausgesetzt, dass du keine relevanten Details weggelassen hast und er tatsächlich Zwischen-Lösungen ablehnt).

MMn hätte es zunächst ausgereicht, deinen Hund für 1 - 2 Wochen anderweitig unterzubringen, so dass bei dir die Alleinseinsangst getriggert wird und du mit ihm abgesprochene Strategien anwendest. So ließe sich eine Bewältigungsgewissheit aufbauen, die ja auch greifen sollte, wenn du (mit Hund) die 48 h - Grenze erreichst.

Arztbesuche per se zu verbieten, ist schlicht ein Unding. Näheres dazu wurde hier bereits ausgeführt.

Dass er sich an dieser Mail (und auch Telefonat) festgebissen hatte, ist nicht so verwunderlich. Auch wenn du sie "nur" als Randbemerkung gemacht hast, so hast du sie dennoch erwähnt. Und der Teufel steckt eben oft im Detail. Allerdings zu fordern, dass du ihm die private Mail im CC quasi als Hausaufgabe vorlegst, finde ich ebenfalls unangemessen.

Für den einen Patienten mag eine so stramme Vorgehensweise genau das richtige zu sein, für den anderen wiederum nicht. Finde für dich heraus, welche Gangart du brauchst, und dann ggfls. einen neuen Therapieplatz suchen.

Und es bleibt zu bedenken, dass nicht jeder Therapeut zwangsläufig ein wirklich fähiger Therapeut ist.

Du lenkst das Gespräch, du musst die Zeit im Blick behalten, (....) Du bist der Kümmerer in dem Duo. Nicht der Therapeut.

Der Patient soll sich seinen Gedanken und Gefühlen überlassen können, und sich nicht damit belasten, ständig die Zeit und den roten Faden im Auge behalten zu müssen. Das ist mMn Sache des Therapeuten. Patienten können sich bei ihren Erzählungen schnell verlieren/verzetteln und würden obendrein so manches Mal die Sitzungszeit überziehen. Es würde mich wundern, wenn Therapie nur ein Abarbeiten von strukturierten Themenlisten wäre, mit der vollen Verantwortung des Gelingens ausschließlich beim Patienten.

eLstax1


Der Patient soll sich seinen Gedanken und Gefühlen überlassen können, und sich nicht damit belasten, ständig die Zeit und den roten Faden im Auge behalten zu müssen. Das ist mMn Sache des Therapeuten. Patienten können sich bei ihren Erzählungen schnell verlieren/verzetteln und würden obendrein so manches Mal die Sitzungszeit überziehen. Es würde mich wundern, wenn Therapie nur ein Abarbeiten von strukturierten Themenlisten wäre, mit der vollen Verantwortung des Gelingens ausschließlich beim Patienten.

:)^ Dazu ist der Therapeut da, das Ganze etwas anzuleiten und in Form zu bringen. Patienten haben ja manchmal auch ein Wirrwarr an Gefühlen in sich und da zu erwarten, dass der Patient gut strukturiert die Therapiestunde managt, ist doch etwas viel verlangt.

Wie soll jemand der das erste Mal Therapie macht und nicht Psychologie studiert hat auch wissen wie das zu laufen hat. Ein paar Aufgaben sollte der Therapeut dann doch übernehmen.

P{ythonxist


Für den einen Patienten mag eine so stramme Vorgehensweise genau das richtige zu sein, für den anderen wiederum nicht. Finde für dich heraus, welche Gangart du brauchst, und dann ggfls. einen neuen Therapieplatz suchen.

Wir haben ja hier erstmal ihre Sicht. Bei Alias kommt es so streng, stramm und fordernd an. Ob der PT es wirklich so gesagt hat, würde ich erstmal als offen ansehen. Auch manche Patienten verstehen Wünsche/Vorschläge/Appelle anderer als explizite Aufforderung oder Bedingung. An so einer Stelle lohnt sich nachfragen, also ein "Ich habe Sie so verstanden, dass <verstandenes einsetzen>. Haben Sie es so gemeint?" Das geht auch telefonisch zu Sprechzeiten. Oder per Mail als Thema zu einer nächsten Sitzung.

Der Patient soll sich seinen Gedanken und Gefühlen überlassen können, und sich nicht damit belasten, ständig die Zeit und den roten Faden im Auge behalten zu müssen. Das ist mMn Sache des Therapeuten. Patienten können sich bei ihren Erzählungen schnell verlieren/verzetteln und würden obendrein so manches Mal die Sitzungszeit überziehen. Es würde mich wundern, wenn Therapie nur ein Abarbeiten von strukturierten Themenlisten wäre, mit der vollen Verantwortung des Gelingens ausschließlich beim Patienten.

Ihre Therapie geht über 50 Stunden. Seit Februar ist Alias in Therapie - schreibt sie. Das sind etwa 5 Monate. Bei Doppelstunden ist die Therapie fast vorbei, bei einer Einfachstunde pro Woche kommt noch ein halbes Jahr.

Ich sehe es so, dass die Erfahrung dieser Sitzungen sie leiten und lenken sollten, ihr Anliegen in der verfügbaren Zeit besser zum Ausdruck zu bringen. Ich glaube, dass in der PT eine erste Zeit des unsicheren Suchens gibt, Erfahrungen sammeln, warm werden oder nicht, sich gegenseitig auf einen Stil einstellen. Aber ich sehe die Hauptverantwortung beim Patienten/Klienten, es ist seine/ihre Therapie. Aber natürlich kann sie darum bitten, dass der PT die Zeit im Auge behalten soll und sie drauf hinweisen. Und sie sollte eigenes Verzetteln merken (das hat sie ja), dann sind das eben mal 2-3 verzettelte Sitzungen, aber dann nicht 25.

Patienten haben ja manchmal auch ein Wirrwarr an Gefühlen in sich und da zu erwarten, dass der Patient gut strukturiert die Therapiestunde managt, ist doch etwas viel verlangt.

Wie soll jemand der das erste Mal Therapie macht und nicht Psychologie studiert hat auch wissen wie das zu laufen hat. Ein paar Aufgaben sollte der Therapeut dann doch übernehmen.

Ich finde, dies (Aufgaben beider Seiten, Verantwortung beider Seiten, Grenzen, Struktur der Sitzungen) kann in der Therapie besprochen und (in Grenzen) auch vereinbart werden. Alias ist ja schon eine Weile dabei. Wirrwarr an Gefühlen: klar. Ich habe es so verstanden, dass sich Alias gerade über ihren PT ärgert. Dann sollte dieser Ärger dort ankommen. Aber so sachlich und konstruktiv, wie es halt möglich ist.

_aParvaxti_


@ Pythonist

Was sich zeigt: der Therapeut macht eine Konfrontationstherapie.

Logik: Angst vor Krankheiten -> einfach mal 6 Monate nicht zum Arzt gehen -> trotzdem gut leben -> dann macht es Klick im Kopf und die Erkenntnis reift "Mensch, ein halbes Jahr ohne Arzt, ist ja gar nix schlimmes passiert, das ging ja doch. Ich werde nicht gleich sterben davon, sondern ich kann das aushalten." Und: der Therapeut sieht dann mal ihren Leidensdruck, dem sie sich aussetzt, wenn sie nicht zum Arzt geht. Und natürlich kann sie genau so selbstbewusst sagen: "Ja, ich habe das probiert. Aber am Dienstag habe meinen jährlichen Zanhnarzt-Besuch gemacht."

Ja, aber der Thera will ja, dass sie gar nicht zu einem Arzt geht - egal, was mit ihr ist. Das geht einfach zu weit und ist von seiner Seite ein erheblicher Kunstfehler.

Wie bereits erwähnt wurde kann auch ein Hypochonder kurzfristig akut erkranken und sollte dann auch zum Arzt dürfen!

Logik bei "ich setze die Therapie nur fort, wenn sie den Hund abgeben": der Therapeut will diese Stütze da wegnehmen, um dann mal die "echte" Angst da zu sehen und Alias' Reaktion. Aber eben in der Therapiezeit, wo Alias also noch die therapeutische Stütze hat. So ein chronisch kranker Hund könnte jederzeit ja auch sterben. Später außerhalb der Therapie. Wenn sich aber Alias so an diese eine Stütze geklammert hat, dann reißt es Alias dann so richtig rein, und dann brechen 2 Sachen weg: der Hund und keine Therapie zur Unterstützung, denn wie sie gelernt hat: das dauert.

Ich verstehe schon was du sagen willst, doch der Therapeut will, dass sie ihren Hund verkauft. Er lässt sich, wie sie im Eingangspost schrieb, auf keine andere Lösung ein. Deine Vorschläge, den Hund z.B. für 2-3 Wochen in fremde Hände zu geben ist sicher schön und gut, aber wenn der Thera keine andere Lösung akzeptieren will, bringt das nichts. Der Therapeut muss auch einfach mal kooperativer sein und auch andere Lösungsstrategien mit der TE erarbeiten. Er kann nicht immer nur seinen Kopf durchsetzen.

Der Therapeut hat für die Therapie ca. 50 Stunden, und das sind mit den Doppelstunden(!), die sie (derzeit) hat, nur ca. 25 Sitzungen, also eben 6 Monate. Das ist sehr wenig Zeit und eine sehr kurze Therapiedauer. Er muss vorher etwa den Verlauf planen und braucht die "harten" Einschnitte am Anfang, um dann noch genug Zeit zu haben, sich die Reaktion und Veränderung bei Alias anzuschauen.

Man muss aber nicht jede Woche eine Sitzung mit dem Thera haben. Das ist, je nach Erkrankung, nicht immer sinnvoll. Das wissen Therapeuten auch. Ich persönlich mache aktuell wegen einer Zwangsspektrumsstörung eine Therapie von 25 Sitzungen à 50 min und hatte erst alle zwei Wochen eine Sitzung und jetzt eine pro Monat. Das reicht völlig aus. Hätte ich die Therapie innerhalb von 6 Monaten gemacht, hätte ich in der Zeit kaum Fortschritte machen können. Die Zeit wäre dafür einfach zu kurz.

P.ythfonxist


Ja, aber der Thera will ja, dass sie gar nicht zu einem Arzt geht - egal, was mit ihr ist. Das geht einfach zu weit und ist von seiner Seite ein erheblicher Kunstfehler. Wie bereits erwähnt wurde kann auch ein Hypochonder kurzfristig akut erkranken und sollte dann auch zum Arzt dürfen!

Der PT macht maximal nen Vorschlag. So sehe ich das. Er hat mündige, erwachsene Patienten vor sich, die in der Regel auch keinen gesetzlichen Betreuer haben (aber ein psychisches Anliegen). Jeder Patient ist trotzdem aufgefordert, das für sich zu interpretieren.

Ich gehe davon aus, dass die Formulierung des PT nicht so war, wie sie es wiedergegeben hat. Aber das was sie wiedergegeben hat, mag das sein, was bei ihr angekommen ist. Nur unter bestimmten Umständen (z.B. sie würde das Wohl des Hundes über ihr eigenes Wohl stellen, z.B. finanziell) glaube ich an eine scharfe Bedingung, die dann aber auch rational wäre.

Alias: vielleicht kannst du da zu den Hintergründen etwas schreiben.

Ich verstehe schon was du sagen willst, doch der Therapeut will, dass sie ihren Hund verkauft. Er lässt sich, wie sie im Eingangspost schrieb, auf keine andere Lösung ein. Deine Vorschläge, den Hund z.B. für 2-3 Wochen in fremde Hände zu geben ist sicher schön und gut, aber wenn der Thera keine andere Lösung akzeptieren will, bringt das nichts.

Ich kann deine Einschätzungen so nicht aus ihrem Text erkennen. Und es wird schwierig sein, einen chronisch kranken Hund zu verkaufen, weil mit diesem auch Folgekosten für die med. Versorgung verbunden sind. Da ich denke, dass ein PT so weit denken kann, finde ich es unwahrscheinlich, dass seine Formulierung so war. Und ihr bleibt im therapeutischen Kontext ja die Variante, für ihren Lösungsansatz beim PT um Sympathie zu werben. Das wäre genau kein zwanghaftes Denken ("muss genau so sein"), sondern ein Verhandeln und Ausloten.

Der Therapeut muss auch einfach mal kooperativer sein und auch andere Lösungsstrategien mit der TE erarbeiten. Er kann nicht immer nur seinen Kopf durchsetzen.

In der Regel kann ein PT nie "seinen Kopf durchsetzen", aber er "muss" auch nichts, auch nicht kooperativ sein. Ein PT kann Druck ausüben. Und dann können Vorschläge so ankommen, als wolle er seinen Kopf durchsetzen. Was ein PT draufhaben sollte: die Klaviatur der Psychologie kennen. Das soll aber nicht jedes Verhalten entschuldigen. Was er "muss": er ist (für sein wirtschaftliches Überleben als Selbstständiger) angewiesen auf die Bezahlung - durch den Patient oder die Kasse. Und die Kassen wollen (über eine gewisse Menge Therapien) gewisse Ergebnisse sehen, damit sie noch an die Wirksamkeit der psychotherapeutischen Behandlung an sich glauben.

Man muss aber nicht jede Woche eine Sitzung mit dem Thera haben. Das ist, je nach Erkrankung, nicht immer sinnvoll. Das wissen Therapeuten auch. Ich persönlich mache aktuell wegen einer Zwangsspektrumsstörung eine Therapie von 25 Sitzungen à 50 min und hatte erst alle zwei Wochen eine Sitzung und jetzt eine pro Monat. Das reicht völlig aus. Hätte ich die Therapie innerhalb von 6 Monaten gemacht, hätte ich in der Zeit kaum Fortschritte machen können. Die Zeit wäre dafür einfach zu kurz.

Ja, ich halte das für eine individuelle Sache zwischen PT und Patient, was für diese jeweils gut geeignet ist. Ich hatte da ein Standardmodell genommen. Alias hatte an einer Stelle über eine Sitzung von 2h (2x50min) geschrieben. Sonst kenne ich 1h (50 min) pro Woche, unterbrochen von den Ferienzeiten. Es tut mir leid, wenn das als Verallgemeinerung aufgefasst werden konnte. Es gibt auch niederfrequente Therapien, klar, die seltener die Sitzungen haben. Gerade dann in Richtung Mitte, Ende bei entsprechener Entwicklung.

m)i2niZmxia


@ Pythonist

Mein Beitrag an die TE war ja unter der Voraussetzung, dass ihr Geschriebenes die Situationen 1:1 wiedergibt, geschrieben. Alles darüber hinaus war und ist mir zum jetzigen Zeitpunkt zu spekulativ, da die TE sich auch nicht mehr weiter zu Wort gemeldet hat.

Gut möglich, dass du mit deinen weiterführenden Einschätzungen richtig liegst. Bleibt dann nur zu hoffen, dass die TE für sich die richtigen Schlüsse daraus zieht.

Zu dieser ganzen Thematik könnte der folgende Fall gut passen:

Patient hat Ergo-Therapie - reiten - und ekelt sich vor der von zig Leuten zuvor benutzten Reiterkappe (ich glaube, es war die Angst vor Läusen) und will ohne Kappe reiten. Therapeut sagt: Wenn Sie das tun, also ausweichen, werden Sie Ihr Problem nie in den Griff bekommen.

Patient steht zwischen Baum und Borke und entscheidet sich letztendlich dafür, so eine Art Kopftuch-Käppi o. ä. unter der Kappe aufzusetzen, durchaus riskierend, dass er damit den Unmut des Therapeuten auf sich gezogen hätte. Reaktion des Therapeuten: Sehen Sie, Sie finden doch Lösungen!

Patient konnte mit dieser Aussage nur bedingt etwas anfangen, da der ursprüngliche Tenor war: Problem kann nur bearbeitet werden, wenn Patient sich auf die Konfrontation einlässt. Von Zwischenlösungen, die die direkte Berührung vermeiden könnten, war gar keine Rede.

Was hätte dagegen gesprochen, den Patienten klar zur Kreativität (für eine Zwischenlösung) aufzufordern, anstatt ihn mit "Ganz oder gar nicht" in die Enge zu treiben?

Nur unter bestimmten Umständen (z.B. sie würde das Wohl des Hundes über ihr eigenes Wohl stellen, z.B. finanziell) glaube ich an eine scharfe Bedingung, die dann aber auch rational wäre.

Auch hier würde ich eher erwarten, dass der Therapeut Lösungsansätze für die finanzielle Situation einfordert, aber nicht, Ex-und-Hopp-Hund-weg.

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