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Höchste Zeit für ein neues Gesicht!

Endlich - med1 zieht um. Auf eine neue, zeitgemäße Plattform.

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"Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon."

dBaQnae87


Psychiater sind einfach ein recht eigenes Völkchen. Sensibilität ist leider kein Auswahlkriterium für das Studium. *seufz*

Aber immerhin hat es ihn geschockt das es dich so getroffen hat, dass ist ja schon eine Menge wert.

Akupunktur bei Depressionen kenne ich nicht, nur bei chronischen Kopfschmerzen und da hilft es. Allerdings nur wenn man sich entspannen kann und ob du das bei dem nun hinkriegen würdest wage ich mal zu bezweifeln.

D=é.l9xe


Bringt mir letztendlich aber nichts, weil ich jetzt mit den Gefühlen kämpfen muss und deshalb zu nichts anderem mehr komme, weil es mich regelrecht auffrisst.

Das ist genau der Grund, warum ich keine ambulante Therapie machen will, wenn ich irgendwas zu tun habe. Weil mich sowas so extrem aus dem Konzept wirft, dass mein Alltag überhaupt nicht mehr bewältigbar ist.

Ich dachte, es würde jetzt bergauf gehen, nachdem das Thema BA immer konkreter wird und ich was zu tun habe, aber ich schrecke noch mehr davor zurück als vor dem Exposé, verschiebe seit Tagen und will noch mehr alles hinschmeißen. Scheiß Klinik, dass die nie was bringt, scheiß Studium, scheiß Sonne, die jeden Morgen aufgeht.

dqanake8Y7


Möchtest du nicht lieber auf die Essstörung fluchen? Die ist immerhin ursächlich oder immerhin ein ganz tragender Pfeiler deiner Probleme.

D9é.lixée


Wieso denn die Essstörung? Die ist gerade nicht wirklich ein Problem. Der Antrieb ist es... bzw. das Nichtvorhandensein.

d^an%ae8x7


Ach Schnucki, dass muss doch echt nicht alles von vorne sein oder? Deine Essstörung verhindert echten Fortschritt in der Therapie und damit deinen weg aus der Depression was dann die Antriebslosigkeit beenden würde. Die Essstörung fesselt dich genau da wo du bist. Und du bindest dich an die Essstörung weil du dich weigerst sie als Gegner zu sehen, als etwas das mal hilfreich war, nun aber hinderlich ist.

D,é.lbxe


Aber würde das gerade nicht "funktionieren", dann wäre es aus und das meine ich vollkommen ernst.

Ich bin gerade nicht auf Fortschritt oder so aus, sondern einfach nur auf Überleben und so, wie das gerade aussieht, mache ich das nicht sonderlich erfolgreich.

Und die letzten Wochen, da HABE ich normal gegessen, habe mein Gewicht gehalten, es war nicht sonderlich niedrig und jetzt gebe ich halt einfach auf. Ich glaube nicht daran, dass sich das einfach irgendwann auflöst, wenn ich nur lang genug aushalte, ne. Aber wenn ich esse, dann geht es mir schlecht, dann will ich sterben und alles hinschmeißen. Wieso soll ich die Situation hier gerade also noch schwerer machen, wenn ich brav weiteresse? Ich tue gerade etwas, das mit gut tut, was mir das Gefühl vermittelt, dass ich irgendwas kann (weil was anderes kann ich gerade bzw. seit Ewigkeiten ja schon nicht mehr) und dass mich - auch, wenn man es nicht glauben mag - am Leben hält. Hätte ich die Essstörung gerade nicht und eine Aufgabe, von der ich weiß, dass ich sie schaffen kann, weil ich es etliche Male schon geschafft habe, dann wäre ich wahrscheinlich tot.

Und es wäre mir egal.

Ich habe jetzt einfach gar keine Geduld mehr. Schön, dass ihr alle so geduldig wart und es ausgehalten habt, bis es erträglich wurde, aber ich schaffe es halt nicht.

D@é.l7xe


Und ich nage nicht am Hungertod!

l]uom5arexn


Brr.. Ist das wirr. %:| Ist das die Esstörung oder ist das De.liée, die das gerade spricht?

Ich wusste nicht, was ich nach dem Besuch beim Psychiater schreiben sollte. Mit Triggern ist das immer so eine Sache, weil man als Auslösender nie wissen kann, warum gerade diese Worte oder diese Verhaltensweise eine traumatische Reaktion auslöst. Für mich waren meine Reaktionen immer Ansporn, noch etwas bei mir zu suchen, um es in Ordnung zu bringen.

Ich sehe so ein bisschen das Problem, dass du dir gerade eine super mit Watte ausgepolsterte Blase baust, in der so Themen wie Sexualität, Aussehen, Gewichtskontrolle, Leistungsgedanken, etc. (hier bitte entsprechend ergänzen) überhaupt nicht existieren. Das wäre dann deine Realität. Damit sind die Probleme aber nicht weggezaubert, sondern nur verdrängt. Ich habe mal was gelesen, dass diese Probleme sich auch nur dann auflösen, wenn sie in diese Blase integriert werden. Da bist du für mich noch meilenweit in deiner Komfortzone drin, wobei die Komfortzone nicht wirklich komfortabel, sondern einfach nur gewohnt ist.

Ich war schon am Überlegen, ob ich dir ein paar unangenehme Fragen stellen soll. Aber da ich nicht weiß, inwieweit du damit austickerst, lasse ich es lieber. Die Probleme dahinter verschwinden nicht, indem du die Fragen ignorierst. @:)

Ja, und trotzdem sehe ich Fortschritte, weil du beschreiben kannst, dass du dissoziierst, auch wenn du das noch nicht im Griff hast.

EJhemAa)liger N+utzer (v#586x592)


Das schlimme an deiner Situation ist (glaube ich zumindest ) dass du dich selbst als nicht wertvoll genug erachtest gesund werden zu dürfen .

Mit dieser Einstellung behinderst du dich leider selbst so extrem dass es nicht aufwärts gehen kann .

Für mich die auch schon ganz unten war kam irgendwann dieser Überlebenswille aus mir hervor der mir offenbart hat dass nur ich mein Leben in die Hand nehmen kann und es dann auch wollte weil ich mit dem Leben dass ich bis dahin geführt habe nicht mehr zurechtkam denn die Einschränkungen waren kaum mehr zu ertragen

Der Weg um da heraus zu kommen ist steinig und hart Rückschläge gehören dazu aber letztendlich lassen diese dich auch wachsen und weiterkommen .

Ich empfinde bei dir diesen Überlebenswille gerade leider nicht mehr und dies tut mir richtig weh .

Doch aufgeben kann und darf doch keine Option sein

Ich spüre irgendwo auch noch soetwas wie Trotz in dir der dich hindert was zu verändern .

Für dich ist gerade alles Mist und was wir schreiben kommt bei dir nicht an zumindest nicht in der Form die du so dringend benötigst Dies soll jetzt beileibe kein Vorwurf sein aber wenn du dahingehend nichts verändern wirst verlierst du völlig gegen die Krankheit .

Es tut mir sehr leid für dich wirklich und ich weiß in etwa wie du dich fühlst und gegen wieviele Windmühlen du denkst kämpfen zu müssen doch letztendlich hast nur du es in der Hand was zu ändern .

Doch dazu brauchst du Kraft Hoffnung und Zuversicht die du aber momentan nicht aufbringen kannst .

Vielleicht ist es daher erst mal der richtige Weg es so laufen zu lassen um neue Kraft zu schöpfen .

Aber da habe ICH so meine Zweifel ob dich diese Strategie nicht noch mehr in die Ausweglosigkeit treibt

Ich hoffe nicht dass meine Worte zu negativ bei dir ankommen denn so sind sie von mir nicht gemeint doch leider weiß ich gerade nicht was ich dir schreiben soll um dir den so dringend benötigten Trost geben zu können auch wenn ich mir dies sehr wünsche

Ich wünsche dir von ganzem Herzen dass es bald ein klein wenig besser und erträglicher für dich werden wird und du die Kraft bekommen wirst um weiter für dich kämpfen zu können .

Du bist es wert gesund zu werden . :)* :)*

dbana_e87


Hast du jedenfalls deine Rezepte bekommen?

D2é.lixée


(Vorwarnung: ich mag wütend klingen, was ich ja tatsächlich auch bin, aber diese Wut hat nichts mit Euren Worten zu tun, für die ich nämlich sehr dankbar bin, sondern kommt ganz allein aus mir heraus)

luomaren

So wirr ist das gar nicht ;-) .

Ist das die Esstörung oder ist das De.liée, die das gerade spricht?

Ich glaube, man kann das gar nicht trennen? Je mehr ich versucht habe, gegen die Essstörung anzukämpfen, desto mehr habe ich mich verloren. Mittlerweile glaube ich immer mehr, dass ich ohne die Essstörung einfach nichts bin und nichts kann.

Mein größter Fehler war es, darauf zu vertrauen, dass das irgendwie schon wird, dass ich meinen Körper und das Essen irgendwann schon ertragen werde, dass ich die Augen verschlossen habe, als das Gewicht immer höher ging, Kilo um Kilo um Kilo. Das geht schon so weit, dass ich glaube, dass es ein riesiger Fehler war, in die Klinik zu gehen, weil das alles nur schlimmer gemacht hat. Das ist eigentlich ziemlich traurig.

Außerdem habe ich mittlerweile das Gefühl, dass ich alles dafür getan habe, um gesund zu werden und eben gescheitert bin. Ich war schon öfter an dem Punkt, an dem ich jetzt bin und habe mir immer gesagt, dass ich noch nicht alles versucht und nicht alles gegeben habe, aber vielleicht muss ich auch einfach akzeptieren, dass ich zu den Menschen gehöre, bei denen keine Therapie hilft und die eben nicht gesund werden. Die gibt es und irgendjemand muss ja so ein Mensch sein?

Mir fällt einfach nichts mehr ein, was ich noch tun kann bzw. wofür meine Kraft noch reicht. Ganz ehrlich, was sollte ein weiterer Klinikaufenthalt bringen, wenn die ewige lange Zeit vorher dort auch umsonst war?

Ambulante Therapie ist auch nicht möglich, ich will nicht mehr reden und sowieso könnte ich auch nicht reden, die Türe nach der Stunde schließen und meinen Alltag bewältigen. Das kann ich ja so schon nicht, wie also dann, wenn in mir alles aufgewühlt wird? Nicht einmal 13 Monaten intensive Therapie haben ausgereicht, dass ich ansatzweise sowas wie "stabil" bin.

Mit Triggern ist das immer so eine Sache, weil man als Auslösender nie wissen kann, warum gerade diese Worte oder diese Verhaltensweise eine traumatische Reaktion auslöst.

Ich verstehe, dass man manchmal ungewollt getriggert wird, aber wenn man die Akte nur ansatzweise überflogen hätte, was er ja angeblich hat, dann weiß man sofort, welche Worte man nicht benutzen sollte. Ich weiß, dass ich unfassbar leicht zu triggern bin, zumindest soweit, dass Gefühle und Bilder hochkommen. Oder dass ich abdrifte. Ist okay, wenn jemand aus Versehen einen Sexwitz reißt, kein Problem, ich schreie ja auch nicht durch die Weltgeschichte, dass man das in meiner Gegenwart nicht tun sollte und mal ehrlich, die Gesellschaft kann anscheinend nicht ohne. Für viele Menschen ist das anscheinend ein existenzielles Thema und beschäftigt sie in ihren Köpfen. Aber ich ziehe es gerade ja sowieso vor, nicht in menschlicher Gesellschaft zu sein, also muss ich mir darüber keine Sorgen mehr machen, auch nicht um den aufkommenden Brechreiz. Andere können tun, was sie wollen, ist mir egal, aber ich will damit bitte nichts zu tun haben und will darüber auch bitte nichts hören. Das wird aber auch keine Therapie der Welt lösen können.

Da bist du für mich noch meilenweit in deiner Komfortzone drin, wobei die Komfortzone nicht wirklich komfortabel, sondern einfach nur gewohnt ist.

Da stimme ich Dir nur bedingt zu. Ich war mal draußen, aber das war so sinnfrei, weil es eben nur mehr Ärger gemacht hat.

Ich glaube nicht mehr dran, dass ich gesund werde. Naja, mir wurde ja auch an den Latz geknallt, dass ichs niemals loswerde, also muss ich einen Weg finden, mich damit zu arrangieren und dazu gehört für mich diese Blase. Ich brauche einen Ort, an dem ich mich zumindest mal nicht so ganz entsetzlich scheiße fühle. Wenn die Bedingung dafür ist, dass ich soundsoviel Kilo wiege, dann muss ich es vielleicht einfach mal akzeptieren, dass es keinen Ausweg gibt und jeder Irrweg, den ich bisher gegangen bin, nur im Kreis führt und ich wieder genau an derselben Stelle stehe.

Ja, und trotzdem sehe ich Fortschritte, weil du beschreiben kannst, dass du dissoziierst, auch wenn du das noch nicht im Griff hast.

Das kann ich schon sehr lange ;-) . Ich weiß auch genau, wie es sich anfühlt, bevor diese Schwärze hoch gekrochen kommt. Eigentlich passiert mir das meistens in der Klinik, zumindest dieses komplette Blackout. Dieser Autopilot-Modus herrscht bei mir eigentlich derzeit permanent, solange ich mich nicht auf irgendwas fokussiere. Z.B. eine Serie oder gerade hier zu schreiben. In gewissen Situationen nervts oder ist gefährlich, aber irgendwie geht das schon. Groß eine Wahl habe ich ja auch nicht.

Ankelina

Das schlimme an deiner Situation ist (glaube ich zumindest ) dass du dich selbst als nicht wertvoll genug erachtest gesund werden zu dürfen .

Hm, nein. Ich hatte mal eine Phase in der Klinik, in der ich mich dazu entschieden habe, dass ich gesund werden darf, aber das ging eben so nach hinten los. Ich glaube, ich habe gar nicht mehr wirklich eine Meinung dazu, ob ich darf oder nicht. Es ist eher eine Frage des Könnens, denn anscheinend kann ich es einfach nicht. Ich bin anscheinend einfach zu blöd, Therapie zu machen.

Doch aufgeben kann und darf doch keine Option sein

Aber irgendwann wird es das einfach. Ich habs mir auch nicht ausgesucht. Nachdem ich es 2012 habe drauf ankommen lassen, habe ich mir danach auch gesagt, dass ich erst alles versucht haben will, aber ich glaube eben mittlerweile, dass ich alles versucht habe. Ich kann verstehen, wieso Menschen irgendwann einfach aufgeben, ehrlich. Gerade bin ich ja noch nicht soweit, dass ich meinem Leben jetzt sofort ein Ende setzen möchte, aber ich möchte jetzt auch einfach nicht mehr kämpfen.

Wenn ich von anderen Menschen umgeben bin, dann sehe ich immer nur, was ich nicht haben kann. Ich freue mich für andere, ehrlich, aber ich muss für mich eben akzeptieren, dass mein Leben so nicht aussehen wird. Vielleicht ist es halt einfach so, dass mein Leben daraus besteht, Lebensmittel abzuwiegen und Sport zu machen und in der Essstörung gefangen zu sein. Es ist auch nicht so, dass ich nicht sehe, dass ich in einem Gefängnis bin, gar nicht. Bloß sehe ich halt auch einfach keinen Ausweg, weil alles Getane vergebens war. Mir gehts halt einfach mittlerweile noch dreckiger als Anfang 2016, bevor ich in die Klinik gegangen bin. Hätte ja nicht gedacht, dass ich an diesem Punkt wieder ankomme, aber ist jetzt halt so.

Oh, wieviel Hoffnung habe ich in die Klinik gesetzt. SO viel.

Ich spüre irgendwo auch noch soetwas wie Trotz in dir der dich hindert was zu verändern .

Kann durchaus sein. Es ist der Trotz, weil ich alles versucht habe und trotzdem am selben Punkt stehe. Wenn nicht, dann halt nicht?

Doch dazu brauchst du Kraft Hoffnung und Zuversicht die du aber momentan nicht aufbringen kannst .

Weil ich sie hatte und so bitter enttäuscht wurde. Ich weiß nicht, ob sich hier irgendjemand vorstellen kann, wie es für mich war, die Essstörung so weit loszulassen, wie ich es dort getan habe. Denn ich HABE losgelassen. Ich konnte nur nichts dafür, dass sie an mir kleben blieb, aber trotzdem bin ich jeden Scheißtag aufgestanden, habe gegessen und so lange tatenlos zugesehen bis ich 15kg mehr wog. 15kg! Ja, ich bin scheißwütend, weil ich hoffnungsvoll und zuversichtlich war, dass alles gut wird. Ich fühle mich, als hätte man mir alles, was ich hatte und konnte, weggenommen und mich als ein Nichts zurückgelassen. Ein kleines, unförmiges Nichts. Und das Schlimme dabei ist, dass es MEINE Entscheidung war, zu essen, und all diese Wut, die ich jetzt in mir trage, tatsächlich gegen mich gerichtet sein muss.

Vielleicht ist es daher erst mal der richtige Weg es so laufen zu lassen um neue Kraft zu schöpfen .

Ich muss zusehen, einen Weg zu finden, damit ich mir DAS verzeihen kann, damit ich es irgendwie wieder gut machen kann.

Und genau deshalb spielt die Essstörung für mich gerade diese lebenswichtige Rolle.

danae

Begeistert war er nicht und war auch nur halbherzig interessiert. Mein AD hat ihn eher entsetzt (weil es halt naja, äußerst fragwürdig ist bei meinen Diagnosen), den Rest hat er, glaube ich, überhaupt nicht richtig gelesen. Obwohl der viel spannender gewesen wäre eigentlich, naja.

C|omrxan


ich mag wütend klingen

Wut ist manchmal gar nicht schlecht. Vor allem kann sie Traurigkeit verdrängen. Man muss sie nur gut lenken können. Mir hilft dabei auch Musik, sie in das richtige Ventil zu schicken. Das ist dann wie eine Katharsis und anschließend fühle ich mich wieder gut.

Mittlerweile glaube ich immer mehr, dass ich ohne die Essstörung einfach nichts bin und nichts kann.

Interessant, dass du die Essstörung auf einen Level wie eine Fähigkeit hebst. Ist nicht eine Störung gerade das Gegenteil von Können?

Mein größter Fehler war es, darauf zu vertrauen, dass das irgendwie schon wird, dass ich meinen Körper und das Essen irgendwann schon ertragen werde

Darauf zu vertrauen, dass es schon "irgendwie wieder wird", entbindet einen selbst von der Verantwortung, da man dem Verlauf des Schicksals die Verantwortung gibt. Und wenn es dann (völlig überraschend ...) nicht funktioniert kann man sagen: blödes Schicksal, hast du dir anders ausgedacht. Aber das hast du ja erkannt. Passivität rettet nicht, sie würfelt.

Mir fällt einfach nichts mehr ein, was ich noch tun kann bzw. wofür meine Kraft noch reicht.

Mit der Kraft ist es so ein großes Mysterium. Es gibt so viele Arten von Kraft. Körperliche Kraft und mentale Kraft, davon noch viele Unterteilungen wie Ausdauer, spontane Energie, oder sogar übermenschliche Kraft in Notsituationen. Wieviel Kraft wirklich in dir steckt, das weißt du selbst nicht. Es könnte gut sein, dass du jetzt 15 Jahre weiterkämpfst und dann sagst, du hättest keine Kraft mehr. Dann würde ich dir sagen, dass du das vor 15 Jahren auch schon gesagt hast. Was die Menschen aber am Leben hält ist nicht Kraft, es ist Hoffnung. Und davon fehlt dir eine Menge. Wer Hoffnung hat, kann auch einsam eingeschneit in einer Felsspalte 5 Tage ohne Nahrung ausharren. Der Mensch mobilisiert durch Hoffnung unglaubliche Kräfte.

Und genau deshalb spielt die Essstörung für mich gerade diese lebenswichtige Rolle.

Nein, eine Essstörung spielt eine lebensgefährliche Rolle.

Ich glaube, Kraft könntest du in dieser Situation eine Menge entwickeln, wenn du Hoffnung "lernen" könntest. Kraft hast du mit Sicherheit noch. Vielleicht gewinnst du Zuversicht, indem du zuerst dein Vertrauen in die körperliche Kraft erlernst, weil das vermutlich viel einfacher ist. Du hast schon mal 15 Kilo zulegen können. Grab einen Garten um, geh ins Training. Du musst ihn nicht direkt lieben, aber vertraue deinem Körper, und er wird nicht das "unförmige Nichts" bleiben, als was du ihn heute siehst. Vielleicht folgt dann der Rest? Aber schiebe die Verantwortung nicht auf den Zufall und erkläre eine Störung nicht als lebenswichtig. Diese Einschätzung resultiert aktuell ausschließlich aus deiner subjektiven Wahrnehmung, und Wahrnehmungen können sich schnell als Irrtum herausstellen. :)_

lluomaOrexn


Ich finde momentan meine Gedanken zu Thema so total konträr zu Comran, vielleicht gehört das einfach zum Leben.

Jeder Mensch braucht irgendwo Spiritualität, also ein übernatürliche Erklärung, warum Sachen in dieser Welt eben nicht nach den physikalischen Gesetzen funktionieren. Jetzt gehen persönliche Krisen auch stark an die Spiritualitätsreserven. Wenn du mich nach meinem Zusammenbruch häufiger in der Kirche gesehen hast, dann lag das daran, dass da etwas aufgefüllt werden musste. Ich kann nicht wirklich sagen, dass ich gläubig bin, denn ich habe die Predigten zum Teil ganz schön religionskritisch auseinandergenommen. Die christliche Erklärung wäre dann, dass ich am Glauben zweifele. ;-D

Ich selbst bin evangelisch, und kenne mich mit dem katholischen Gottesdienst nicht so aus, vielleicht trifft das nicht alles zu. Wenn die Kirche eines gut kann, dann besteht es darin, über Hoffnung zu sprechen. Gefühlt in jedem zweiten Gottesdienst kommt dazu etwas vor. Ich kann auch langsam nachvollziehen, warum die Kommunisten gesagt haben, dass die Kirche das Opium des Volkes bzw. für das Volk ist. Man sollte nicht unterschätzen, wie uns die Botschaft "Egal wie schlecht es dir gerade geht, du hast die Aussicht auf ein besseres Leben nach dem Tod" durch so dunkle Zeiten wie das Mittelalter gebracht hat.

Du hast ja generelle Schwierigkeiten, jemanden zu vertrauen, weil die Leute dich wieder verlassen. Kannst du dein Vertrauen auf Gott stützen? Der wird dich nicht verlassen. Du könntest auch deinen Weg aus dem ganzen Schlamassel in seine Hände legen. Wenn du das ernst meinst, bedeutet es auch, dass du nicht passiv bist.

Außerdem hast du ja ein ausgeprägtes Schuldbewusstsein. Vielleicht gehören auch deine Kategorien von Schuld und Sünde auf den Prüfstand. Ich habe das Gefühl, dass du dir da recht eigene Bilder gebaut hast, die auch mal durchgecheckt gehören. Die Predigten sollten auch immer mal wieder das Thema Macht und Ohnmacht anschneiden.

Wenn du besser damit klarkommst, wenn du Bäume umarmst oder Powwow-Tänze aufführst, dann mach das. ;-D Ich glaube, du brauchst momentan einen ordentlichen Schluck aus der Pulle Spiritualität.

EWhemalxigerf NYutzerr (#5R8d6592x)


Du Liebe ich glaube nicht dass du zu dumm für eine Therapie bist denn du machst auf mich einen ziemlich intelligenten Eindruck für mich könnte es eher daran liegen dass du nicht " offen " genug dafür bist .

Diese Offenheit gehört aber für einen Erfolg dazu .

Irgendwie empfinde ich da bei dir eine Sperre die dich zurückhält an den wahren Grund des ganzen Übels zu gelangen .

Vielleicht eine Art " Selbstschutz " der es dir bis jetzt noch nicht möglich machen will an der Ursache richtig zu arbeiten .

Vielleicht muss man erst ganz unten ankommen um was verändern zu können und auch zu wollen .Und dieses wollen dann aber auch wirklich will.

Ich hoffe du verstehst was ich meine ?

Dazu gehört aber auch dass du dir gegenüber geduldiger und liebevoller wirst .

Denn du gehst nicht gerade achtsam und liebevoll mit dir um ( habe ICH herausgelesen an deinen teilweise ziemlich negativen Wertungen übersichtlich selbst )

( Schlechtes Selbstbildnis )

Wie schon geschrieben war für mich " dieses Leben " das ich geführt habe so nicht mehr lebenswert da die Einschränkungen einfach zu groß waren um dauerhaft so leben zu können .

Und dann bin ich halt trotz meinem ganzen Ballast den ich mit mir rumgeschleppt habe ein positiver Mensch

Meine Großmutter fragte mich einmal da war ich gerade 18 Jahre alt woher ich trotz meinen schlimmen Erlebnissen nur immer die Kraft hernehme so ein fröhlicher und positiver Mensch zu sein

Da war halt irgendwas in mir das mir die Gewissheit gab es wird auch wieder besser .

Doch auch bei mir gab es diese dunklen Tage mit dieser enormen Traurigkeit und ein versinken darin .

Ich habe auch Zeit verschenkt indem ich die falschen Therapeuten hatte und erst als ich dann eine Frau als Psychologin hatte ging es so richtig voran .

Aber das bringt DICH ja nicht weiter und ich sollte dir wahrscheinlich nicht immer schreiben dass ich mein " Trauma " besiegt habe denn ich will dich nicht runterziehen aber was ich möchte ist dir halt vor Augen zu führen dass es sich lohnt zu kämpfen und es irgendwann wirklich erträglicher wird

Wenn du diese Kraft noch hast um da herauszukommen dann nutze sie !!

Ich habe für dieses besser werden auch lange Zeit gebraucht und mir nicht alles in kurzer Zeit erarbeitet .

CComxran


Ich finde momentan meine Gedanken zu Thema so total konträr zu Comran, vielleicht gehört das einfach zum Leben.

Das glaube ich nicht einmal, nur dass du es "Spiritualität" nennst, aber ebenfalls genauso wie ich von Hoffnung sprichst. Ich erarbeite mir die Hoffnung nur anders, nämlich mit mir selbst. Aber da ist wirklich jeder anders gestrickt. Spiritualität hat wieder dieses Verlassen auf außenstehende Kräfte, ich möchte in meine Kräfte hineinfühlen. Das ist glaube ich der Ansatz, der uns total unterscheidet. Ich bin ein Mensch, der sich ungern in Abhängigkeit begibt.

Dazu gehört aber auch dass du dir gegenüber geduldiger und liebevoller wirst .

Denn du gehst nicht gerade achtsam und liebevoll mit dir um ( habe ICH herausgelesen an deinen teilweise ziemlich negativen Wertungen übersichtlich selbst )

:)z

Da ist der Teufelskreis versteckt. Die Entschuldigung, warum man die Essstörung beibehalten will, schiebt man auf den "unförmigen und ansonsten talentfreien" Körper (sinngemäß aus den bisherigen Aussagen), während die Essstörung dann dafür sorgt, dass der Körper weiter den Bach runtergeht.

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