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"Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon."

EJhemSalig1er DNutzer+ (#58?6592x)


Ich denke je mehr du von dir forderst umso mehr setzt du dich damit unter Druck und Druck macht schlechte Gefühle und die sind es doch genau die du nicht haben willst also sei ein wenig liebevoller und geduldiger mit dir du wirst es schaffen jedesmal ein bisschen mehr .

Schau mal ich habe viele Jahre gebraucht um dahin zukommen wo ich heute bin und noch immer habe ich die Phasen der Trauer der Ohnmächtigkeit manchmal mache ich mich sogar noch immer zum Opfer durch mein Verhalten aber diese Phasen kommen wirklich sehr selten vor und heute weiß ich auch genau wenn ich mal depressiv bin dass ich da alleine und ohne Hilfe wieder heraus komme.

Meine Erlebnisse haben mich stark gemacht und ich zweifle heute nicht mehr so an mir wie früher .

Ich weiß dass ich ein guter und liebevoller Mensch bin der viel im Leben erreicht hat und ich habe mein Leben im Griff und nicht andersherum wie es früher war.

Die Kraft dazu besitzen wir in uns und die kann uns auch keiner nehmen .

Mache weiter so und du wirst sehen es wird besser heller und leichter. :)*

D3é.lxiée


Mir fällt es einfach ziemlich schwer, liebevoll mit mir umzugehen, weil der Selbsthass und die Schuldgefühle verhindern, dass ich mich selbst als wertvollen, liebenswerten Mensch sehen könnte. Ich verstehe nicht, wie Menschen mich mögen können.

Ich sehe aber auch nicht großartig irgendwas, dass ich erreicht habe.

Dafür sehe ich ganz ganz viele Fehler. Meine Wehrlosigkeit in den vielen Situationen (die mich auch zu der gemacht haben, die ich jetzt bin), die Schmerzen, die ich anderen zugefügt habe und es auch noch immer tue, weil ich bin wie ich bin (ich bin von zwei Kindern eben die, die kein geregeltes Leben führen kann, sondern stattdessen mit der Selbstzerstörung liebäugelt; und auch alle Menschen, die gehen, weil sie mich und meine Art nicht mehr ertragen), naja, in meinem Lebenslauf sind so viele viele Fehler. Die Drogen, die für mich, obwohl ich weiß, dass sie mir schaden, immer noch irgendwie eine Rolle spielen... mein Hintertürchen, meine Realitätsflucht, ein weiteres Mittel zur Selbstzerstörung. Die oft fehlende Einsicht über all das, aber gleichzeitig diese immensen Schuldgefühle, weil ich genau weiß, was ich da tue und wie schnell alles vorbei sein kann, aber mir der Gedanke irgendwas - ich weiß nur noch nicht was genau, vielleicht Pseudo-Macht und -Kontrolle - gibt, was ich auf anderen Wegen nicht bekommen kann. Vielleicht auch meine Art, um Aufmerksamkeit zu bitten. Total paradox, weil ich gleichzeitig krampfhaft versuche, mein Tun zu verbergen. Die Schnitte, die Narben, die Essstörung durch Lügen und Ausreden und überhaupt.

Ich sehe gerade nichts liebenswertes, sondern einfach ein egoistisches, egozentrisches Monster, dass "spielt".

*

Man kann es wahrscheinlich erahnen, die Tage werden schlechter statt besser.

Vielleicht auch, weil ich gerade kein wirkliches Ziel mehr habe. Ich habe jetzt alle Zeit der Welt, weil in meinem Kopf der Rettungsanker Klinik nicht mehr aktuell ist. Ständig zerreißen die dort das, was ich mir als Netzwerk aufgebaut habe durch Veränderungen der Strukturen und jedes Mal muss ich neu aufbauen. Ich habe keine Zeit für sowas, weil es mich Monate kostet zu vertrauen und zu sprechen, aber auch keine Energie. Ich wollte zurückgehen und endlich mal an den Geschichten zu arbeiten, aber so wird das einfach nichts.

Die Aussicht, dass alles für immer so bleibt, ist gerade so entmutigend.

Diese bescheuerte Bachelorarbeit macht alles nur schlimmer, weil die Angst zu versagen so riesig ist, dass ich gar nicht erst anfangen will, damit ich nicht die Gewissheit habe, dass ich tatsächlich nichts kann und die letzten 4 Jahre absolute Verschwendung waren. Ich weiß nicht, was ich mit dem Beruf anfangen soll. Da zeigt sich nur, dass man nicht unbedingt das studieren soll, was einen interessiert. Mir fehlen die richtige Denkweise und viele andere Kompetenzen, weil letztendlich bin ich nur ein Mensch, der versucht hat, sich selbst zu therapieren.

Ethemjaliger <Nutzer1 (#58t659x2)


Dich selbst zu therapieren ist ja insofern nicht schlecht aber ich denke alleine wirst du es nicht schaffen dazu sind deine Probleme einfach zu komplex.

Was denkst du denn über eine ambulante Therapie ?

Wie schon geschrieben war ich auch schon in mehreren Kliniken es waren immer so etwa 10 Wochen danach wollte ich wieder nach Hause weil ich ja meine Kinder hatte.

Ich will jetzt nicht sagen dass mich diese Aufenthalte nicht weiter gebracht hätten denn das wäre gelogen aber die eigentliche Besserung und gravierende Veränderung bewirkte bei mir erst die ambulante Therapie.

In der Klinik bist du immer in einen geschützten Rahmen so einer Art " Kokon "

da lebt es sich dann schon leichter wie im Alltag zuhause .

Aber gerade im Alltag haben wir ja unsere Probleme und gerade da gilt es Strategien zu entwickeln die uns helfen sich zu behaupten wenn wir mal wieder an die Grenzen des erträglichen kommen .

Deswegen denke ich dass du ganz ohne Unterstützung vielleicht nicht zurecht kommst und wenn du nicht ganz abrutschen willst solltest du dich eventuell um Hilfe bemühen .

Sonst könntest du dich nur unnötig unter Druck setzen . Und deine Symptome werden vielleicht wieder verstärkt auftreten

Ich denke dass du dich jetzt wieder schlechter fühlst ist normal denn in der Klinik hast du dein Programm bist nicht alleine und wenn es dir schlecht geht ist jemand da der dich professionell unterstützen kann.

Ich wünsche dir dass es bald wieder besser und erträglicher wird .

Alles Liebe t :)*

D>é.lxiée


Mich wollte bisher nie ein Therapeut ambulant behandeln. Irgendwann habe ich die Suche dann aufgegeben.

Ich glaube, das ist denen zu heikel, weil ich schnell in die Suizidgedankenschleife falle?

Aber ich neige bei psychischem Stress auch zu Dissoziationen und das fanden viele bisher auch eher gefährlich und dann will niemand mit mir über das Tiefgehende reden, weil man ja nie weiß, ob ich den Weg nach Hause wieder finde oder vor ein Auto laufe (bisher ging es aber immer gut abgesehen von kleinen Fehltritten wie offene Haustüren und sowas, deshalb sehe ich da ja nicht wirklich ein Problem). Diese Zeitlücken habe ich aber halt sehr schnell, wenn ich "getriggert" werde, was ich ja definitiv müsste, wenn ich mal über das sprechen will, was man möglicherweise ein Trauma nennen könnte. Ich zweifel seit geraumer Zeit daran, aber gut.

Aber gerade im Alltag haben wir ja unsere Probleme und gerade da gilt es Strategien zu entwickeln die uns helfen sich zu behaupten wenn wir mal wieder an die Grenzen des erträglichen kommen .

Meistens funktioniere ich ja. Außer abends, da gehts mir immer schlecht, aber wenn ich mich mit Arbeit zuschütte (aber nicht sowas wie BA, sondern wie momentan die Baustelle), dann gehts so halb. Ich kann mir halt aufgrund der Selbstzweifel absolut gar nicht vorstellen, in dem Beruf zu arbeiten, den ich studiere. Ungut.

Aber wenn ich nicht therapeutisch in die Tiefe gehe, werde ich niemals eine Beziehung haben, niemals Nähe zulassen und eine Schale voll von sehr leckerem Tiramisu essen können, ohne dabei innerlich zu schreien.

Ppedd\i


Diese bescheuerte Bachelorarbeit macht alles nur schlimmer, weil die Angst zu versagen so riesig ist, dass ich gar nicht erst anfangen will,

Wenn Du es gar nicht erst versuchst, dann versagst Du auf alle Fälle! Nicht nur Dein Studium, sondern noch viel mehr.

Und ich denke auch, dass Du es schaffen kannst, wenn Du es nur versuchst.

duaOnamex87


Ich finde du hängst deine Latte einfach zu hoch. Du willst nicht nur funktionieren sondern in einem dysfunktionalen Umfeld, ohne festes zu Hause, ohne sichere Zone, ohne soziales Netzwerk und ohne therapeutische Unterstützung funktionieren und das nicht nur gut, sondern bitte danke richtig gut. Da soll dann so richtig fett die Arbeit rumkommen, alleine, auch hier ohne Hilfe (was sonst niemand tut) und dann am besten mit summa cum laude und selbst dann bist du noch nicht zufrieden weil du nicht unter Regelstudienzeit geblieben bist.

In meinen Augen erwartest du da etwas von dir was du nicht bringen kannst. Das ist zuviel und das schaffen auch Leute die total psychisch und körperlich gesund sind nicht. Die Vorrausetzungen sind krank-machend, da würden auch die stabilsten Seelen auf Dauer dran zerbrechen.

Du musst dringend von der Vorstellung loskommen das alle anderen ihr Leben unter deinen Umständen meistern würden. ICH wäre ein Wrack wenn ich wieder zu Hause wohnen würde, noch dazu unter Baustellenbedigungen und dann auch sonst kein festes Raster. Danke, aber da kann ich mich gleich erschießen. Wenn ich in deiner Situation wäre, hätte ich LÄNGST meinen Therapeuten angerufen damit der mich telefonisch aufrichtet und sich mit mir sortiert und dann würde ich sehen wie ich meine Rettungsanker links und rechts einschlagen kann.

Du musst das Leben nicht alleine schaffen, dass tun wir alle nicht. Keiner. Noch die gesündeste Person des Planeten hat Hilfe. Genau DESHALB sind die Leute gesund.

D8é.lixée


Ich kann mich gerade einfach schwer motivieren und mir Mut zusprechen. Wir haben jetzt die ganze Woche gebaut, mittlerweile haben wir auch heißes Wasser, aber ansonsten hingen wir hier von morgens bis spät abends und danach hatte ich einfach keine Kraft mehr, noch was für die Uni zu machen. Eigentlich müsste ich auch noch andere Sachen mit Dozenten klären, aber ich bin so blockiert, was Uni angeht.

Ich will weder meinen Abschluss noch, dass mein Studium vorbei ist. Ich habe das Gefühl, dass dann der Ernst des Lebens anfängt, weil ich arbeiten gehen, Verantwortung tragen muss. Ich bin da wie gelähmt, weil ich ganz genau weiß, dass ich das alles nicht kann, ich kann nicht einmal für mich Verantwortung übernehmen oder für mein Handeln. Ich weiß, dass ich dann noch mehr untergehen werde als jetzt schon und das sind keine guten Aussichten.

Und welche Therapeuten soll ich da bitte anrufen? Aus der Klinik? Ich will nicht zeigen, dass es mir immer noch so schlecht geht, ich will mal irgendwas zustande bringen. Und was sollen die groß sagen. "Kommen Sie wieder", das wird sie sagen. Sie hat schon vorher gesagt, dass ich wiederkommen darf, wenn ich das alles nicht schaffe, aber ich will es so nicht, weil das für mein Gefühl, nichts zu können, nur reichlich Futter wäre.

Außerdem sorgt ja diese Umstrukturierung so sehr für Zweifel, ob das alles noch das richtige ist.

Ich weiß, dass meine Alternative hier gerade nicht berauschend ist, aber ich weiß halt auch nicht weiter. Gerade will ich mich einfach nur verbuddeln und schlafen, was ich auch tue, sobald die Türen ins Schloss fallen und ich alleine bin. So wie jetzt seit Stunden auch, ich liege im Bett und gehe einerseits an der Stille und Ruhe zugrunde, andererseits kann ich einfach nicht aufstehen und was tun. Mein Hörbuch trällert neben mir, aber eigentlich bin ich gar nicht bei der Sache und würde ich meine Gefühle zulassen, wäre ich ziemlich verzweifelt und hungrig nach so vielen, aber so bin ich einfach nur innerlich tot. Das ist weniger gefährlich, aber bedeutet halt gleichzeitig Stillstand...

C'omrXan


Hallo Dé.liée,

ich weiß nicht, ob wir schon in deinen alten Fäden das Vergnügen hatten - wenn ja, habe ich es vergessen (sorry). Ich sehe auch keine konkrete Frage in deinen Beiträgen, die ich einfach so beantworten könnte. Alles, was ich dir sagen möchte, ist, dass ich deine neuen Beiträge hier gelesen habe, und dass sie mich nicht nur inhaltlich berühren, sondern ich sie auch sehr sehr interessant geschrieben fand. Es war sehr bildhaft und irgendwie wusste ich direkt, wie du es meinst.

Trotzdem ist momentan meine größte Angst, verlassen zu werden und allein zu sein, nicht gemocht oder abgelehnt oder zurückgewiesen zu werden.

Findest du dich denn selbst anstrengend für andere - oder als Last?

Du schreibst sprachlich eloquent und offen, machst Musik und malst. Das heißt nicht, dass ich dich jetzt schon kenne, aber ich glaube, wenn ich dich kennen würde, dann würde ich dich auch mögen. Unbekannterweise bist du mir jedenfalls auf diese Distanz sympathisch :)_

l[uomLaren


Ich bin gerade über das Wort Verantwortung gestolpert. Bei mir hat das irgendwann bedeutet, dass ich psychisch zusammengeschlagen werde, wenn etwas nicht so läuft, wie es sein soll. Der Sollzustand wurde immer wieder willkürlich ausgelegt.

Wenn deine höchste Priorität die Beendigung deines Studiums ist, warum baust du am Haus mit und planst eine Küche? Hast du die Verantwortung dafür, dass deine Familie ein Dach über dem Kopf hat? Ich würde mich ja auch im Zimmer verstecken, wenn ich damit rechnen muss, dass ich etwas machen soll, dass mir gar nicht in den Kram passt.

Wieviel Struktur gibt dir deine Familie? Veränderungen gehören zum Leben. Ich finde es aber außergewöhnlich, dass du so extrem auf die Veränderungen in der Klinik, die so weit weg ist, reagierst.

Wenn du räumliche Trennung von deiner Familie brauchst, dann wäre die Unibib meines Erachtens nach ein besserer Ort als dein Zimmer. @:) ;-D

dSan-ae8x7


Wieso darf deine Therapeutin nicht wissen wie schwer es ist? Verdammt, es ist ihr Job, wieso machst du da selbst ihr gegenüber ein Geheimnis draus? Das ist doch Blödsinn. Ganz großer, riesiger Bullshit, ist das.

Sag ihr das du nicht zurückwillst weil du das Gefühl willst was geschafft zu haben, sag ihr, dass du andere Hilfe brauchst und guck was sie dir anbieten kann. Versuch es nicht immer alleine. Frag alte Freunde ob sie temporär ein Sofa oder ZImmer für dich haben, miete dir ein Cannel in der Unibib in der Nähe, such eine Akutsprechstunde, für ganz doofe Zeiten, aber erlaub dir endlich nicht mehr alleine zu sein.

DYé.l$Ue


Comran

Ich glaube nicht, dass wir das Vergnügen schon hatten. Wobei ich Dich schon oft gelesen habe in anderen Threads *:) .

Findest du dich denn selbst anstrengend für andere - oder als Last?

Ja schon. Ich kann schrecklich nervig sein. Hm, also in meinem direkten Umfeld hier rede ich aber sehr wenig. Da habe ich - wenn es bei mir gerade schlecht läuft - einfach nur miese Laune. Ich weiß nicht, wie meine Familie das wahrnimmt. Bevor ich wieder Zuhause eingezogen bin, habe ich schon was erzählt, wenn ich gefragt wurde, aber wie es halt in meinem Alltag so wirklich aussah, wusste nur meine Mitbewohnerin. Die kam deshalb auch einmal am Tag in mein Zimmer, aus Angst, das was passiert ist und es niemand merkt oder hat mich auch schon ins Krankenhaus gefahren, als was passiert ist Da habe ich mich als Last empfunden, ja. Ich hatte riesige Schuldgefühle!

Sonst versuche ich es eben meistens mit der Maske (nicht immer bewusst, ich bin es einfach so gewohnt, zu "spielen", dass das automatisch passiert). Wenn ich das nicht mehr kann, dann ists ganz ganz schlimm. Ich empfinde mich selbst oft als "Schlechte-Laune-Macher", allein durch meine Ausstrahlung, die nunmal selten unbeschwert und nicht traurig ist.

Ich mag es nicht, wenn andere sich Sorgen um mich machen, gar nicht. Dann will ich ganz laut schreien, dass ich alles im Griff habe und dass mir nichts passiert.

Unbekannterweise bist du mir jedenfalls auf diese Distanz sympathisch :)_

Danke! @:)

luomaren

Das mit dem "psychisch zusammengeschlagen werden" passt ziemlich. Bloß, dass ich mich selbst zusammenschlage. Aber wie meinst du das? Auch von Dir selbst oder von anderen?

Der Sollzustand wurde immer wieder willkürlich ausgelegt.

Von Dir? Hast du da auch so genaue Vorstellungen, meistens realitätsfern (ich bin mir dessen meistens ja selbst durchaus bewusst ;-) )

Wenn deine höchste Priorität die Beendigung deines Studiums ist, warum baust du am Haus mit und planst eine Küche?

Damit das hier endlich mal wohnlich ist. An sich habe ich zwar das meiste, aber je eher wir hier fertig sind, desto schneller wirds hier mal ruhiger. Gut, letzte Woche war extrem, da hatten die beiden Urlaub und hier war von morgens bis spät abends Krach. Jetzt sind beide arbeiten und kommen z.B. diese Woche erst am späten Nachmittag.

Und ich bin einfach heilfroh, wenn wir endlich eine Küche haben. Mir geht es eindeutig besser, wenn ich essen kann, was ich will und nicht auf schnelles, kohlenhydratlastiges Zeug angewiesen bin. Ich weiß, dass Essen bei mir eine riesige Baustelle ist, aber das hier erschwert das gerade ungemein.

Und verstecken ist hier nicht, dieses Haus hat eine einzige Tür - die Haustür.

Eigentlich könnte ich die Zeit, die hier jetzt Ruhe ist, ja arbeiten, aber - wie gesagt - ich bin da wie gelähmt. Die BA müsste höchste Priorität haben, aber gefühlt hat sie das nicht und ich dränge sie (und allen anderen Unikram) in den Hintergrund.

Wieviel Struktur gibt dir deine Familie?

Hm, gar keine?

Danae

Mir gehts hier mit der Familie nicht so schlecht wie man meinen könnte. An sich bin ich in meinem Handeln so frei, als würde ich alleine wohnen und wenn sich das mit dem Essen regelt, dann wird es bestimmt besser.

Ein ganz kleines großes Bisschen will ich ja zurück in die Klinik. Dass ich wieder zurück kann nach der BA, war mein Halt, weil ich wusste, dass ich diesen Zustand nicht lange aushalten muss und meine Aufgabe habe. Danach kann ich weiter an allem arbeiten und vielleicht endlich mal so stark aus der Klinik gehen, dass ich ohne sie überleben kann, das habe ich mir gedacht.

Ich will diesen Zustand so jetzt auch nicht ausharren, ich mein, ich geb mich doch jetzt nicht geschlagen, nachdem ich über ein Jahr Intensivtherapie investiert habe? Mein Ziel ist und war es, dass ich zufriedener bin, dass ich Lebensfreude habe und nicht mehr diese Leere und den alles fressenden Selbsthass. Dass ich Menschen aushalte, weil ich glaube, dass ich eigentlich ein sozialer Mensch bin und das jetzt nur nicht kann, weil ich schnell überfordert bin - auch mit der Maske, weil das ja schließlich scheiße anstrengend ist.

Mich trifft das mit den Veränderungen in der Klinik so hart, weil durch diese ein Therapeut für mich (halt meine Gruppe, in die ich wieder kommen würde) zuständig wäre, der mich absolut fertig macht. Allein seine Ausstrahlung, ich empfinde selten Antipathie für andere Menschen, aber da - ohja! Ich kann mich nicht (und vor allem SO intensiv) mit einem Menschen abgeben oder mich gar öffnen, der ein klassisches Machtspiel spielt und mich in die Rolle einer unterwürfigen, wehrlosen Person drängt. Ne, das war ich schon zu oft im Leben..

S'vivxa


Hallo!

Das klingt, als ob Du wegen Deines ganz normalen Charakters und Deiner ganz normalen Verhaltensweisen nicht magst und Schuldgefühle entwickelt hast. Die Selbstzerstörungstendenz folgert aus den Schuldgefühlen wegen unrealistisch hoher Ansprüche an sich selbst.

Dass Menschen gehen, weil sie Dich nicht aushalten - Vielleicht bist nur Du es, die sich nicht aushält? Man bekommt dann natürlich das auch widergespiegelt, weil man es förmlich drauf anlegt, diesen Schmerz, den man sich im Grunde selbst zufügt, bestätigt zu sehen. Dazu passt, dass Du Dich an denen misst, die anscheinend mehr erreicht haben.

Ich glaube, Du bist einfach eine sensible, hochintelligente, musisch begabte junge Frau, die ihre Gedanken permanent so in die falsche Richtung lenkt, und das ist herzzerreißend. Ich wünsche Dir sehr, dass Du die Tür findest, um aus diesem Karussel der Illusionen auszusteigen.

SQviivxa


Ein "Dich" hatte ich im ersten Satz unterschlagen.

LG Sviva

C(oXmraxn


Sonst versuche ich es eben meistens mit der Maske (nicht immer bewusst, ich bin es einfach so gewohnt, zu "spielen", dass das automatisch passiert). Wenn ich das nicht mehr kann, dann ists ganz ganz schlimm.

Weißt du, dass das wahnsinnig anstrengend sein kann, diese Maske aufrechtzuerhalten? Auch wenn du es gewohnt bist. Ich habe mich auch gefragt, warum du der Klinik nicht erzählen möchtest, wie es dir wirklich geht.

Ganz toll fand ich übrigens den Satz, dass du "Traurigkeit übst". Einer dieser vielen Sätze mit interessanter Wortwahl. Aber auch, was dahintersteckt, ist eigentlich eine positive Aussage. Mit Traurigkeit umgehen lernen - sie nicht meiden, wenn sie kommt. Vielleicht schaffst du im nächsten Schritt auch, dies öffentlich zu üben. Dass die Maske fallen darf. Dann wirst du auch dein Umfeld finden, was damit umgehen kann, wenn du einfach nur die wirkliche Dé.liée bist.

Dfé.vliLée


Sviva

Das klingt, als ob Du wegen Deines ganz normalen Charakters und Deiner ganz normalen Verhaltensweisen nicht magst und Schuldgefühle entwickelt hast. Die Selbstzerstörungstendenz folgert aus den Schuldgefühlen wegen unrealistisch hoher Ansprüche an sich selbst.

Hm, eigentlich gibt es ein paar Charakterzüge, die ich sogar ganz gerne mag! Ich weiß ja, woher die Schuldgefühle stammen. Es sind ja welche mit ganz verschiedenen Ursprüngen. Eins der Schuldgefühle - das, das letztendlich zum "Ausbruch" der Krankheit geführt hat - ist allerdings schon bearbeitet und ich weiß, dass ich an der Geschichte nur eine Teilschuld trage.

Die anderen Schuldgefühle sind da komplizierter und mit viel mehr Scham verbunden, weshalb mir die Bearbeitung auch so verdammt schwer fällt. Weil ich mich dazu nicht wirklich im Ganzen öffnen kann... Stichpunkte, ja, hauptsächlich schriftlich, aber darüber reden? Nein, bisher nicht wirklich. Wenn, dann ging es mir damit nur noch viel schlechter, weil mir diese Stimme in meinem Kopf dann ständig Monologe gehalten hat, wie falsch das war und wie sehr ich mich jetzt schämen darf, weil ich mich jemandem mitgeteilt und solche Dinge gesagt habe. Das sorgt dann auch für den Stress, der mich unter Umständen dissoziieren lässt und dann hat niemand was davon.

Gefühlt ist das alles eine aussichtslose Sache irgendwie. Weil ich rational eigentlich so vieles weiß und mich ja auch sehr viel damit beschäftigt habe, aber emotional kommt das alles nicht an. Ich spreche mir nicht zu, dass ich vielleicht tatsächlich keine Chance gehabt habe, nein, ich hätte dies und das tun können, aber habe es nicht.

DAS sind die Schuldgefühle. Ich weiß es, aber ich kann nichts tun.

Vielleicht bist nur Du es, die sich nicht aushält?

Das ganz bestimmt auch!

Man bekommt dann natürlich das auch widergespiegelt, weil man es förmlich drauf anlegt, diesen Schmerz, den man sich im Grunde selbst zufügt, bestätigt zu sehen.

Ich glaube das ist der Punkt, weshalb ich immer wieder in diese Opfer-Rolle falle. Es ist einfach meine Ausstrahlung, die anscheinend danach schreit. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso sich die Vorfälle so häufen und ich auch heute noch ganz oft in ähnliche Situationen gerate. Auch das nährt die Schuldgefühle ungemein... die ständigen Wiederholungen.

Dazu passt, dass Du Dich an denen misst, die anscheinend mehr erreicht haben.

Ich messe mich eigentlich nicht an bestimmten Personen. Ich messe es eher an scheinbar gesunden Menschen im Allgemeinen. Bzw. eher meinem Ich, wenn ich nicht krank und schwach wäre. Ich weiß, dass ich vieles besser könnte, wenn ich nicht so in meiner Krankheit gefangen wäre.

Ich wünsche Dir sehr, dass Du die Tür findest, um aus diesem Karussel der Illusionen auszusteigen.

Danke! @:)

Comran

Hm, ja, es ist verdammt anstrengend diese Rolle zu spielen. Deshalb bevorzuge ich (leider) eher das Alleinsein, weil ich da keine Rolle spielen muss. Natürlich ist es auch anstrengend, mich selbst allein auszuhalten, aber dann habe ich wenigstens kein schlechtes Gewissen, weil ich andere mit reinziehe. Sei es nur, weil sie mich erleben bzw. allein, weil sie wissen wie es hinter der Maske aussieht. Es gibt schon ein paar Menschen, bei denen ich mir kein Bisschen vormachen muss, dass sie mir nur ansatzweise glauben, wenn ich sage, dass es mir gut geht, ich weiß das. Teilweise kann ich da sogar sagen, dass es mir nicht gut geht, aber weinen ist gefährlich. Ich habe mich manchmal so sehr im Weinen verloren, dass ich jetzt immer Angst habe, dass irgendwas passiert... dissoziieren halt. Ich habe Angst, dass mich dann die Verzweiflung total überrollt und ich irgendwas tue, was ich eigentlich gar nicht will. Habe ich immerhin schon getan, weil ich mir nachts einfach nicht mehr anders zu helfen wusste. Beim Weinen wird der Druck nur ganz selten weniger, meistens steigere ich mich total rein.

Ich habe mich auch gefragt, warum du der Klinik nicht erzählen möchtest, wie es dir wirklich geht.

Ich bin entlassen und kein Patient mehr. Bestimmt könnte ich trotzdem anrufen, aber ich denke mir nur, dass sie für mich momentan einfach nicht zuständig sind.

Mit Traurigkeit umgehen lernen - sie nicht meiden, wenn sie kommt.

Ja, das übe ich sehr. Momentan ist es ganz schwer, eben wegen der Angst, dass sie mich überrollt (ich weiß aber, dass das auch daran liegt, weil sich gerade ganz viel anstaut). Ich will gar nicht suizidal sein, aber wenn ich ganz ganz traurig bin, dann kann ich nichts dagegen tun, eben wenn es sich zuspitzt. Und das ist einfach bei mir immer nachts der Fall. Jeden Abend kippt die Stimmung in Traurigkeit, da kann man die Uhr nach stellen ;-D , aber manchmal eben viel zu sehr, dann habe ich Angst. Ich spüre schon seit Tagen, wie es in meinem Kopf rumdiskutiert, wie es sich immer weiter zuspitzt, aber vor dem Knall habe ich ziemlich Angst. In meinen Gedanken tue ich sehr bildhaft Dinge, von denen ich so sehr weiß, dass sie mir helfen, aber dabei so verdammt destruktiv sind, dass ich ganz genau weiß, dass diese "Sehnsucht" danach aber sowas von falsch ist. Meistens sage ich "Nein", aber vor dem "Ja" habe ich eben Angst.

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