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"Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon."

lpuKomaxren


Das mit dem "psychisch zusammengeschlagen werden" passt ziemlich. Bloß, dass ich mich selbst zusammenschlage. Aber wie meinst du das? Auch von Dir selbst oder von anderen?

Der Sollzustand wurde immer wieder willkürlich ausgelegt.

Von Dir? Hast du da auch so genaue Vorstellungen, meistens realitätsfern (ich bin mir dessen meistens ja selbst durchaus bewusst ;-) )

Das war jemand anders. Ich habe massive psychische Gewalt erfahren. Anhand dessen, was wegtherapiert werden musste, war Freiheitsberaubung darunter. Das Willkürliche lag einfach darin begründet, dass irgendein Anlass genommen wurde, um mich fertigzumachen, und sei es ein kleiner Fehler. Das führt natürlich zu extremen Fehlervermeidungsstrategien. Zum Teil führt es dazu, dass man sich dann selbst fertigmacht. Da bin ich mir aber nicht sicher, ob das dann einfach nur mein Perfektionismus war. Das ganze hat sich interessanterweise mittlerweile aufgelöst.

Ich bin ja irgendwie in deinem früheren Faden gelandet, weil es um Maßstäbe geht. Das ist schon für mich ein Thema gewesen, weil ich keine hatte und extrem viel Arbeit als nichts angesehen habe. Das Problem hast du auch noch.

Ich frage mich momentan eher, wer dir die ganzen Schweigegebote auferlegt hat, weil du immer noch Probleme hast, über deine Situation zu sprechen. Ich hatte das auch, aber irgendwann musste ich das umgehen, weil es meiner Gesundung im Weg war.

Wahrscheinlich würde dir der eine Psychologe, den du gar nicht magst, sogar gut tun, wenn du ihn als Übungsmaterial sieht, um mit einem dominanten Mann anders umzugehen. (Ich rate hier nur rum, worauf du reagierst.)

Dté.livée


Danke für Deine Erklärung, jetzt verstehe ich eher, was du meinst! :)_

Perfektionismus ist zum Teil aber auch eine Sache, die Dir anerzogen werden kann. Eben dadurch, dass man bei kleinsten Verfehlungen übermäßige Strafen (physisch oder psychisch) erfährt. "Wenn ich nicht perfekt bin und keinen einzigen, wenn auch noch so kleinen Fehler mache, dann passiert mir nichts, dann werde ich geliebt oder zumindest nicht verachtet oder bestraft". Ich erahne aber in Deinen Zeilen, dass Dir durch die Therapie bewusst ist, dass es egal war, was du getan hast?

Ich wünsche Dir sehr, dass du daran festhalten kannst! :)*

Darf ich Dich mal fragen, wie lange du in Therapie bist/warst?

Mit den Maßstäben, das ist total überzogen, das weiß ich. Ich erwarte natürlich einen guten 1-er-Schnitt, aber ich glaube, selbst, wenn ich ihn haben sollte, ist er nicht gut genug, weil die Kommastelle könnte gewiss besser sein. Hätte, wäre, blablabla. Ich werde auf jeden Fall enttäuscht sein und das Traurige daran ist, dass ich es jetzt schon weiß, aber nicht weiß, wie ich es ändern kann. Oh und mich fuchst es, dass Frankfurt nicht in die Gänge kommt und mir Infos gibt -.-. Weder jetzt zu den genauen Voraussetzungen noch finde ich was zum NC der letzten Jahre. Nargh

Kannst du denn mittlerweile Deine Arbeit auch als solche anerkennen oder tust du Dir damit immer noch sehr schwer?

Ich frage mich momentan eher, wer dir die ganzen Schweigegebote auferlegt hat, weil du immer noch Probleme hast, über deine Situation zu sprechen.

Na ich. Ich bezweifel zwar, dass gewisse Personen es toll finden würden, wenn ich erzähle, aber verboten darüber zu sprechen habe ich es mir. Ich habe hier mal im Forum intensiver dazu geschrieben, das tat mir auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite habe ich mich da schon so so sehr geschämt. Ich wusste auch immer, dass diese Geschichten einen riesigen Teil meiner Probleme ausmachen, deshalb habe ich in der Klinik auch direkt von Anfang vorsichtig erwähnt, dass "etwas" passiert ist. Irgendwann dann sogar soweit, dass die Therapeuten anhand meiner Erklärung erahnen konnten, was genau; aussprechen konnte ich es dort nicht. Nach langem Hin und Her in einer Gruppensitzung habe ich es auch dort angeschnitten, weil ich explizit etwas gefragt wurde und mir ging es hundeelend, da habe ich das erste Mal in der Klinik geweint und das war ganz und gar nicht schön

Ich rede mir in Gedanken ganz oft ein, dass ich maßlos übertreibe und das alles eigentlich kein Bisschen der Rede wert ist. Und wenn ich darüber reden würde, würde ich es zu einem größeren Thema machen, als es das wahrscheinlich ist, weil ich mich eigentlich auch nur anstelle und es so schlimm ganz sicher nicht war; andere erleben viel Schlimmeres und sind nicht so schwach. Manchmal würde ich mir dagegen alles gerne von der Seele reden, weil ich vielleicht auch Bestätigung suche, dass ich doch das "Recht" habe, dass es mir so schlecht geht, aber dass es mir irgendwann besser gehen wird... gleichzeitig kommen die Bilder vermehrt, wenn ich darüber rede und ich wirke nach außen hin so stabil, aber innerlich zerreißt es mich. Oder ich erinnere mich dann einfach an ein paar Stunden vom Tag nicht mehr, weil ich dann doch dissoziiere. Wenn ich das Gefühl dazu zulassen würde, dann würde ich mich zerfleischen, glaube ich. Deshalb habe ich so riesige Angst zu reden.

Wahrscheinlich würde dir der eine Psychologe, den du gar nicht magst, sogar gut tun, wenn du ihn als Übungsmaterial sieht, um mit einem dominanten Mann anders umzugehen.

Da geht es nicht um Nicht-Mögen ;-) . Ja, er ist mir auch absolut unsympathisch, aber mich stört, dass er das Machtgefälle so ausnutzt. Und ich durfte schon Situationen persönlich miterleben, das macht keinen Sinn, das zu thematisieren. Er ist Therapeut, er hat Recht. Wir sind Patienten und im Zweifel machen immer wir die Fehler. Ich hasse es, über Menschen zu urteilen, aber ich erlebe ihn als falsch, irgendwie sogar manchmal bösartig und mir macht das Angst. Mit so jemandem rede ich garantiert nicht über das, was mich am verletzlichsten macht.

Bloß weiß ich jetzt halt auch gar nicht, was ich damit "tun" soll, wie ich damit umgehen kann, dass dieses Rettungsboot Klinik gerade nicht mehr so ist wie es das für mich war. Es war am Ende perfekt und wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, hätte das was werden können. Ich hatte klar äußern können, was ich brauche, ich habe angefangen, mich zu öffnen und hatte ein gewisses Netzwerk aufgebaut und kam mit meinen ganzen Therapeuten so gut klar, dass ich wirklich dachte, dass ich es vielleicht doch erzählen kann. Natürlich war mein Draht besonders zu der Therapeutin sehr gut, die jetzt mit ihm getauscht hat, war ja klar

TlOFmU


"Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon."

Wie schön x:) :)_ *:) :)*

EShemal*igerV Nutz,er (#58o6592)


Wenn du mit diesem einen Therapeuten nicht gut zurechtkommst dich innerlich gegen ihn sperrst wirst du auch keine Fortschritte machen denke ich denn deine Psyche macht dann eventuell dicht .

Vertrauen zum Therapeuten ist das A und O einer Therapie .

Wenn du dich aber nicht öffnen kannst oder willst wirst du vermutlich auf der Stelle treten und damit wertvolle Zeit vergeuden und dies wäre sehr schade .

Was ich auch noch sehr schade finde , ist dass sich kein Therapeut traut deine Probleme aus den genannten Gründen anzugehen .

Dies erzeugt in dir eventuell ein Gefühl des Versagens und des nicht genügen aber damit machst du dir nur wieder zusätzlichen Druck kommen dann noch Schuldgefühle dazu bist du wieder in dieser Spirale drin die dir dein eigenes Scheitern mal wieder vor Augen führt obwohl du diese Gefühle niemals haben musst da du wirklich ein liebenswerter und kluger sowie vielseitig begabter Mensch bist .

Du besitzt soviel Potenzial doch leider kannst du selbst es nicht erkennen

Ich wünsche dir so sehr dass du dies irgendwann einmal kannst und dann ein gesundes und selbstbestimmtes Leben führen wirst .

Ich glaube du schaffst das

lJuom-arexn


Ich erahne aber in Deinen Zeilen, dass Dir durch die Therapie bewusst ist, dass es egal war, was du getan hast?

Ich verstehe nicht ganz, worauf du das "egal" beziehst. In der Situation, in der ich mich damals befand, hätten jegliche Reaktionen meinerseits keinen Unterschied gemacht. Ich habe halt versucht, gewisse Bestrafungen zu vermeiden. Allerdings hat es sich damals um eine extreme Ausnahmesituation gehandelt, so dass ich diese mit meinem jetzigen Leben nicht vergleichen kann.

Darf ich Dich mal fragen, wie lange du in Therapie bist/warst?

Mittlerweile 4,5 Jahre ambulant.

Kannst du denn mittlerweile Deine Arbeit auch als solche anerkennen oder tust du Dir damit immer noch sehr schwer?

Das geht ganz gut. Ich habe eher das Problem, dass es so viel ist, dass es in normale Bewertungsschemata nicht hineinpasst. Ich habe neulich ein e-Learning gemacht und die einzelnen Module in etwa der Hälfte der veranschlagten Zeit bearbeitet.

Na ich. Ich bezweifel zwar, dass gewisse Personen es toll finden würden, wenn ich erzähle, aber verboten darüber zu sprechen habe ich es mir. Ich habe hier mal im Forum intensiver dazu geschrieben, das tat mir auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite habe ich mich da schon so so sehr geschämt. Ich wusste auch immer, dass diese Geschichten einen riesigen Teil meiner Probleme ausmachen, deshalb habe ich in der Klinik auch direkt von Anfang vorsichtig erwähnt, dass "etwas" passiert ist. Irgendwann dann sogar soweit, dass die Therapeuten anhand meiner Erklärung erahnen konnten, was genau; aussprechen konnte ich es dort nicht. Nach langem Hin und Her in einer Gruppensitzung habe ich es auch dort angeschnitten, weil ich explizit etwas gefragt wurde und mir ging es hundeelend, da habe ich das erste Mal in der Klinik geweint und das war ganz und gar nicht schön

Die Gradwanderung bei Traumata besteht grundsätzlich darin, dass eine Erzählung des traumatischen Erlebnisses zu einer Retraumatisierung führen kann. Deshalb gab es auch so ein großes Schweigen über die Sachen, die im Zweiten Weltkrieg passiert sind. Wenn du das Schweigegebot auferlegt hast, dann kann es auch Selbstschutz sein. In einer Therapie müssen aber auch die Therapeuten irgendwie daran kommen. Das geht nur über reden. Dann müsstest du dir die Erlaubnis geben, ansonsten wird es kontraproduktiv.

Ich rede mir in Gedanken ganz oft ein, dass ich maßlos übertreibe und das alles eigentlich kein Bisschen der Rede wert ist. Und wenn ich darüber reden würde, würde ich es zu einem größeren Thema machen, als es das wahrscheinlich ist, weil ich mich eigentlich auch nur anstelle und es so schlimm ganz sicher nicht war; andere erleben viel Schlimmeres und sind nicht so schwach.

Ich habe gelernt, dass ich mich nicht anstelle, wenn es sich für mich schlimm angefühlt hat. Klar ist jeder anders gestrickt und packt unter Umständen in gewissen Situationen mehr weg, in anderen, wo du besser klarkommst, dafür vielleicht weniger. (Das blenden wir gerne aus.) Wenn du schwach bist, dann ist da etwas passiert, was dich so schwach gemacht hat. Wenn ich mir so deine ganzen Probleme anschaue, dann bist du wahrscheinlich eher stark. Da hätten andere Leute viel früher aufgegeben, auch in der Form eines Ablebens.

Ich bin ja auch keine schwache Persönlichkeit, aber mich hat man auch kleingekriegt. Ich habe mal eine Stellenanzeige gesehen, da hat man jemand gesucht, der immun gegen Stress ist. So jemanden gibt es nicht. Irgendwann bekommt Stress jeden klein, auch einen Meister der kurzfristigen Stressbewältigungsstrategien.

Ja, er ist mir auch absolut unsympathisch, aber mich stört, dass er das Machtgefälle so ausnutzt. Und ich durfte schon Situationen persönlich miterleben, das macht keinen Sinn, das zu thematisieren. Er ist Therapeut, er hat Recht. Wir sind Patienten und im Zweifel machen immer wir die Fehler.

Ein Therapeut hat keine Macht über mich, die ich ihm nicht gebe. Er hat auch nicht recht. Er darf mir unangenehme Sachen an den Kopf knallen, aber ich entscheide immer noch, wie ich damit umgehe. Für mich ist da die Frage, wieso du auf ihn so reagierst, dass du ein Machtgefälle aufbaust. Das wäre dann der Punkt, wo für mich die Therapie ansetzt. Hast du die Probleme nur bei Männern? Gibt es da irgendwas, was dich an eine traumatische Situation erinnert? Auf was von dem Verhalten springst du an? Daraus könntest du dann sehen, was sich an deinem Verhalten ändern sollte. Für mich ist es die Ursachenforschung nach nicht normgerechten Verhalten meinerseits und wie ich dann anders verhalten kann, zum Beispiel nicht gleich mit Panik zu reagieren.

Traumatisch bedingte Paniksituationen sind übrigens so mit das Blödeste, was dir passieren kann, weil dein Körper schon eine Reaktion ausführt, noch bevor du Piep sagen kannst. Es ist irgendwie, als ob du auf einem Schlitten sitzt und nicht mehr steuern kannst. :[]

C=omrxan


Natürlich ist es auch anstrengend, mich selbst allein auszuhalten, aber dann habe ich wenigstens kein schlechtes Gewissen, weil ich andere mit reinziehe. Sei es nur, weil sie mich erleben bzw. allein, weil sie wissen wie es hinter der Maske aussieht.

Warum hast du so eine Angst wegen "der anderen"? Du schleppst das große Päckchen und kannst dich nicht einmal ausheulen (doch, hier natürlich virtuell :-) ). Aber selbst wenn andere dich mit deinen wahren Gefühlen erleben, geht es denen doch immer noch besser als dir - diese Rücksichtnahme kann ich nicht nachvollziehen. Und du verbaust dir mit der Maske die Chance, die Menschen für dein Umfeld zu finden, die dich tatsächlich aushalten können. Denk mal darüber nach.

Ich glaube, dass du erst einmal Bezugspersonen brauchst, zu denen du keine emotionale Bindung hast und deswegen auch kein schlechtes Gewissen, wenn du sie volljammerst oder nur traurig danebensitzt. Sie würden sich ja auch nicht in dem Sinne um dich "sorgen", wenn es dir schlecht geht. Dafür sind eigentlich Therapeuten, Seelsorger oder auch Geistliche da. Damit du überhaupt lernst, dieses Vertrauen zu fassen, dich anderen mitzuteilen.

Könntest du von einem Fremden Trost annehmen? Oder geht es dir generell um das Alleinsein, wenn du down bist?

Cgomrtan


Du besitzt soviel Potenzial doch leider kannst du selbst es nicht erkennen

Das sehe ich auch so. Aber die Psyche steht wie eine große Wand davor. Sie muss entweder den Durchgang finden oder die Geduld haben, diese Wand zu umlaufen.

Dwé.lLiée


Ankelina

Wenn du dich aber nicht öffnen kannst oder willst wirst du vermutlich auf der Stelle treten und damit wertvolle Zeit vergeuden und dies wäre sehr schade .

Klar, es ist nur ein Therapeut von vielen, aber er betreut eine Form der Gruppentherapie, die täglich stattfindet. Es gibt auch noch andere Therapien, aber gerade diese macht doch sehr viel aus und das ist das Problem.

Was ich auch noch sehr schade finde , ist dass sich kein Therapeut traut deine Probleme aus den genannten Gründen anzugehen .

Gut, das ist schon eine Weile (und ein paar Klinikaufenthalte her), aber seitdem habe ich es nicht mehr versucht. Das letzte Mal war ich in einer PIA und das ging komplett nach hinten los, weil die mich direkt dabehalten wollten (für ihr DBT-Programm), ambulant aber nicht. Die davor wollte mein Krankheitsbild nicht behandeln. Ich habe da keine Kraft für, ständig rumzurennen und zu suchen und gerade macht das wahrscheinlich auch nicht so viel Sinn, weil ich ja gar nicht weiß, wie lange ich hier bleibe und wohin es mich danach verschlägt. Das wäre jetzt parallel nur unnötig Stress und was soll ich da groß erzählen?

Ein Problem ist auch, dass man mich medikamentös nur sehr schwer einstellen kann. Ich nehme gerade ein AD, absolut off-lable, aber das ist nach ganz vielen Versuchen das einzige, was zumindest ein bisschen anschlägt. Aber halt einfach nicht genug, aber auch da hatte ich das Problem, dass mich niemand außerhalb der Klinik umstellen wollte und jetzt gerade habe ich sowieso gar keinen Psychiater. Da müsste ich mich drum kümmern, ja, aber mir geht das so gegen den Strich, vollgepumpt zu sein und dann hilft es nicht einmal ausreichend.

Dies erzeugt in dir eventuell ein Gefühl des Versagens und des nicht genügen aber damit machst du dir nur wieder zusätzlichen Druck kommen dann noch Schuldgefühle dazu bist du wieder in dieser Spirale drin die dir dein eigenes Scheitern mal wieder vor Augen führt

Naja, klar! Ständig hieß es, dass ich nicht stabil genug bin und natürlich kommt dann immer das Gefühl hoch, dass ich in der Therapie versage, nicht wirklich vorwärts komme und mich nur wenig verändere. Ich bin in der Hinsicht ein sehr ungeduldiger Mensch, das weiß ich, aber ich erhoffe mir so prägnante Veränderungen, dass ich sie auch spüren kann.

Sobald ich aber wieder außerhalb des Klinik-Settings bin, erschlägt mich die Leere und Antriebslosigkeit.

luomaren

In der Situation, in der ich mich damals befand, hätten jegliche Reaktionen meinerseits keinen Unterschied gemacht.

Das meinte ich mit "egal". Dass es egal, was du getan hast, es war immer falsch.

Ich habe eher das Problem, dass es so viel ist, dass es in normale Bewertungsschemata nicht hineinpasst.

Wieso verlangen wir von uns immer Höchstleistungen in der kleinstmöglichsten Zeit?

Dann müsstest du dir die Erlaubnis geben, ansonsten wird es kontraproduktiv.

Ich glaube eben, dass ich nicht das Recht habe, daraus so ein riesiges Thema zu machen, dass man es besprechen muss, dazu dann noch die Scham und fertig ist das Redeverbot. Ich habe gar keine Worte für das Geschehene, ich könnte es gar nicht erzählen, weil ich die üblichen Worte nicht sage. Alles zum Thema Sexualität ist Trigger. Da reichen schon Witze oder Wortspiele und ich fahre irgendwelche Filme im Kopf. Filmszenen gehen auch gar nicht. Das geht mittlerweile über Verklemmtsein hinaus, in der Klinik haben die das auch ganz problematisch gesehen, weil ich das so vehement ablehne und zu extrem reagiere auf eine eigentlich so natürliche Sache der Welt (Und das war jetzt fast schon zu viel gesagt)

Wenn du schwach bist, dann ist da etwas passiert, was dich so schwach gemacht hat.

Wenn ich rational an die Sache rangehe, kann ich es auch fast komplett im Zeitstrahl aufzählen. Wie ich so wurde wie ich bin. Aber auch nicht durch reden, reden ist immer schwer. Ich wirke immer sehr offen, wenn ich schreibe, aber wenn ich reden soll, dann versagt meine Stimme und leider bin ich in der Therapie sehr verschlossen, weshalb hier ja auch nichts so wirklich vorangeht in bestimmten Bereichen %:| . Da gibts aber leider keinen Knopf?

Da hätten andere Leute viel früher aufgegeben, auch in der Form eines Ablebens.

Manchmal wundere ich mich selbst. Ich bin sehr oft nicht bedacht mit meinem Leben umgegangen und habe es regelrecht drauf angelegt oder geplant, bei so manchen Dingen eigentlich draufzugehen, aber entschlossen genug war ich nie, sonst hätte ichs durchgezogen. Ich frage mich ganz oft, was mich noch hält, aber so genau weiß ich es nicht. Noch ist es mir nicht egal, dass ich dadurch Menschen zerstören würde, denen ich was bedeute. Danach war die Klinik meine "letzte Hoffnung". Und nach meinem ersten Aufenthalt dort war die Todessehnsucht weniger, die Suche nach Lebenslust aber immer noch sehr präsent. Und da hänge ich jetzt. Ich habe ja schon ganz am Anfang geschrieben, dass ich mir jetzt eigentlich ziemlich sicher bin, dass ich leben will, meistens, aber eben überhaupt nicht weiß, wie. Irgendwie muss ich lernen zu leben? Mit all den Facetten, nicht nur den glücklichen Momenten, weil die nicht die meiste Zeit unseres Alltags ausmachen. Ich weiß, dass ich die glücklichen Momente nur dann schätzen kann, wenn ich im Gegenzug weiß, was Traurigkeit und Schmerz bedeutet. Sonst wären sie ja nichts besonderes mehr? Niemand ist immer glücklich. Man ist vielleicht die meiste Zeit zufrieden und das sollte das Ziel sein. Als ich so heftig in die Drogen abgerutscht bin und mich damit mehr oder weniger auch zugrunde richten wollte, gab es irgendwann einen Moment, in dem ganz kurz Glück aufgeblüht ist. Auch durch Drogen, aber das war mir in dem Moment bewusst. Mir war und ist auch klar, dass ich diese Intensität an Glücksgefühlen vielleicht niemals oder nur selten natürlich erreichen kann, aber für mich war es ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass ich nach jahrelanger Leere überhaupt dieses eine Mal Glück empfinden konnte. Das hat mich am Leben gehalten, glaube ich, auch wenn ich dadurch einen Schritt weiter in die Drogenwelt und nochmal einen ganzen Satz tiefer gegangen bin

Für mich ist da die Frage, wieso du auf ihn so reagierst, dass du ein Machtgefälle aufbaust. Das wäre dann der Punkt, wo für mich die Therapie ansetzt. Hast du die Probleme nur bei Männern? Gibt es da irgendwas, was dich an eine traumatische Situation erinnert? Auf was von dem Verhalten springst du an?

Das Machtgefälle erstelle nicht ich, sondern er. Einfach indem er Sachen verbietet, weil er es kann. Das ist auch nicht meine Einschätzung, sondern es ist wirklich so. Die Verbote sind nicht aus therapeutischer Sicht, weil es Dinge sind, die wir dürfen, aber vorher Bescheid sagen müssen. Z.B. Wir dürfen uns abends einen Raum aufschließen lassen bei Bedarf, hat er einfach nicht gemacht, ohne Grund Es sind viele solcher scheinbar kleiner Situationen, die meine Abneigung nur nähren. So jemandem vertraue ich ganz gewiss nicht.

Comran

Warum hast du so eine Angst wegen "der anderen"?

Ich versuche schon mein Leben lang, es immer allen Recht zu machen. Das bedeutet für mich - selbst, wenn mein Gegenüber das von mir gar nicht erwartet - , dass ich das tue, von dem ich glaube, dass es so richtig ist, dass man nichts schlechtes über mich denkt. Daher auch diese heftige Maske. Wenn ich nichts tue, was anderen negativ aufstößt (sei es, dass es sie ärgern würde oder aber etwas, weshalb sie sich Sorgen machen würden), dann ist alles gut, dann funktioniere ich.

Dass ich selbst dabei viel zu kurz komme, weiß ich, aber es passiert teilweise sehr unbewusst. Im Nachhinein fällt es mir eher auf, aber dann ist es ja schon zu spät, ich habe mich unendlich verbogen und darf die Konsequenzen (mir gegenüber) tragen.

Das ist besonders beim Thema Essen sehr problematisch und deshalb bin ich so viel alleine. Mir fällt es schwer, nicht zu essen, wenn andere essen, weshalb ich solche Situationen zu vermeiden versuche. Macht ziemlich einsam, viele Menschen essen nämlich recht gerne und genießen das auch.

Ich glaube, dass du erst einmal Bezugspersonen brauchst, zu denen du keine emotionale Bindung hast und deswegen auch kein schlechtes Gewissen, wenn du sie volljammerst oder nur traurig danebensitzt.

Die hatte ich ja in der Klinik, das war schön. Meine Therapeutin, die mit mir Einzelsitzungen gemacht hat und eben die, die jetzt die Gruppe gewechselt hat. Ich hatte gefühlt mein perfektes Netz, um tiefer einzusteigen. Dann hieß es aber, ich sollte erstmal kurz Pause machen, aber könne dann in ein paar Wochen wieder kommen (ich soll aber auf alle Fälle wieder kommen, die Therapie ist noch nicht beendet). Ich dachte mir dann aber, dass es dann sinnvoll wäre, diese Pause dazu zu nutzen, mein Studium zu beenden, damit ich zumindest das mal nicht mehr ständig im Kopf habe. Das geht ja jetzt eh nicht mehr komplett wegen der Änderung der Prüfungsordnung, aber ich hätte mich wahrscheinlich dennoch dafür entschieden, nach der BA zurück in die Klinik zu gehen und wollte das auch ziemlich zügig durchziehen. Jetzt will ich die BA auf der einen Seite trotzdem loswerden, auf der anderen aber rauszögern. Ausleben tue ich diesen Zwiespalt jetzt so, dass ich nichts tue und das Ende herauszögere, aber dabei dann wenigstens noch darüber motze; schon sind beide Stimmen in meinem Kopf vereint und kommen zum Zug %:| .

Naja, aber dieses Netz ist ja jetzt so auch nicht mehr existent. Keine Ahnung, ob es da irgendwelche Lösungen gäbe und ob die Klinik da Verständnis zeigen und mir entgegen kommen würde. Kann schon sein, weiß ich aber halt nicht.

Von Fremden Trost annehmen. Hm, hier im Forum klappt das schon, weil ich mir ja auch alles von der Seele schreiben kann (könnte), aber sonst?

D)é.lAiée


Wobei ich auch ein bisschen aufpassen muss, dass ich nicht wieder anfange zu kreiseln.

Ich bin fast schon wieder zu viel hier unterwegs anstatt draußen in meinem Alltag.

SVvivxa


Vermutlich versuchst Du ein bisschen zwanghaft, "es herauszubekommen", das kenne ich nur zu gut. ;-)

Aber es hilft manchmal wirklich mehr, im Heute, Hier und Jetzt nur das zu akzeptieren, was gerade ist, und Vergangeneheit und Zukunft mal eine Weile zu ignorieren. @:) *:)

lHuNoAmarxen


Ich gebe dir noch ein paar Antworten. Ich bin ab morgen für eine Woche unterwegs, dann hast du Ruhe von mir.

Wieso verlangen wir von uns immer Höchstleistungen in der kleinstmöglichsten Zeit?

Wenn du dich nur nach deiner Umgebung richtest und die das merken, dass sie dich ausnutzen können, dann ist das das Ergebnis.

Wenn ich rational an die Sache rangehe, kann ich es auch fast komplett im Zeitstrahl aufzählen. Wie ich so wurde wie ich bin. Aber auch nicht durch reden, reden ist immer schwer. Ich wirke immer sehr offen, wenn ich schreibe, aber wenn ich reden soll, dann versagt meine Stimme und leider bin ich in der Therapie sehr verschlossen, weshalb hier ja auch nichts so wirklich vorangeht in bestimmten Bereichen %:| . Da gibts aber leider keinen Knopf?

Dann wäre mein Vorschlag, dass du noch einmal mit der Klinik sprichst, dass du über gewisse Sachen nicht reden kannst, aber dazu etwas schreiben. Ich habe gewisse Teile meiner Probleme auch schriftlich bearbeitet. Ich habe ab und zu das Gefühl, du bräuchtest eine Art Metatherapie, damit du therapiefähig wirst. Da würde es erst einmal mehr über deine Verbote, dein Schamgefühl etc. gehen, um es aus dem Weg zu räumen.

Ich habe ja schon ganz am Anfang geschrieben, dass ich mir jetzt eigentlich ziemlich sicher bin, dass ich leben will, meistens, aber eben überhaupt nicht weiß, wie. Irgendwie muss ich lernen zu leben?

Du schaust dir an, was dir gut tut und was dir nicht gut tut. Von dem, was dir gut tut, versuchst du mehr zu machen; von dem, was dir nicht gut tut weniger.

Ich glaube, dass gerade das auch eine gute Aufgabe für dich ist. Wenn du die BA jetzt nicht schreibst, wäre die Klinik eine Alternative. Schau mal, was für dich (und nicht für dein Umfeld) passt. @:) :)_

EYheOmalig$er "Nutzer{ (#158e6592)


Du Liebe ,

du schreibst dass du jetzt für deine Begriffe fast schon zuviel hier online bist . - Dazu möchte ich dir nun was schreiben : ich habe indem ich hier viel geschrieben und gelesen habe eine für mich sehr belastende Phase besser überstanden .

Durch mein einbringen hier habe ich mich von meinem Kummer abgelenkt und konnte so leichter verarbeiten .

Es hat hier ein paar sehr wertvolle Ratgeber die mir schon mehr als einmal durch ihre Sicht der Dinge geholfen haben meinen Fokus zu verändern .

Also hat mir diese Zeit hier wirklich geholfen .

Aber ob es bei dir so sein kann weiß ich leider nicht denn es könnte durchaus auch sein dass du durch deine Zeit hier dich zusehr von deinen Problemen und Prioritäten ablenken lässt da musst du dann entscheiden ob es dir was bringt wenn du dich hier austauscht oder ob es dir eher schadet weil es dich von deinem Kernproblem ablenkt und du dadurch dann wertvolle Zeit verlierst.

Aber ich denke du bist so intelligent dies herauszufinden es quasi zu erspüren was in dem Fall wichtig und richtig für dich ist .

dEa=naex87


Mach dir einen Punkt den du abgearbeitet haben musst, neben dem üblichen Mist, bevor du hier wieder schreibst. Und ich meinen einen BA Arbeits Punkt.

S,vixva


Hallo,

hast Du Dich nicht früher schon mal hier im Schreiben verloren? Wenn es dazu führt, dass Du Dich nach außen, also auch gegenüber den Therapeuten, in gleichem Maße "zumachst", ist es nicht unbedingt das Richtige, das mag bitter sein, ist aber Fakt.

Ich verstehe, wie angenehm dieser "Tausch" ist, da Du hier eben anonym bleiben kannst, es wird Dich nur nicht weiterführen, sondern eher den Status Quo weiterhin erhalten.

LG Sviva

C{omraxn


Das Schreiben hier kann auch eine gute Entschuldigung dafür sein, andere Dinge zu vernachlässigen. Schließlich hat man ja "zu tun". Ich kann die Befürchtung schon verstehen und halte es mit Danae87s Tipp (den ich übrigens auch lebe): Med1 hat eine feste Zeit. Ich grase meine Beiträge durch, schreibe Antworten, und dann bin ich raus. Und ich komme erst wieder, wenn ich 2-3 andere Dinge erledigt habe, die auf meiner Liste stehen.

OK, momentan habe ich Urlaub und viel mehr Zeit, aber auch im Urlaub versuche ich, diese Disziplin beizubehalten. o:)

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