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Sehr beschämende Frage in Psychotherapie

S(unflowIer_7x3


Puh, hier gibt es einiges zu sortieren...

1. Wie ist Deine Therapeutin denn angezogen? Das wäre erstmal grundsätzlich interessant - denn eigentlich sind Therapeuten sich der Problematik bewusst und achten (individuller Kleidungsstil hin oder her) schon auf bestimmte Dinge - oder sollten es tun.

2. Körperkontakt: Über die Wange streicheln finde ich ehrlich gesagt grenzwertig. Mal ein längerer Händedruck, ein Schulterklopfen: Okay. Wange streicheln beim weinenden Patienten: Weniger okay.

(Kurzum: 1. & 2. führen bei mir zur Überlegung, ob die Dame ggf. doch kleines Problem mit ihren professionellen Grenzen hat... Um welche Therapieform handelt es sich?)

3. Dinge, die Dich im Umgang mit der Therapeutin stören, sollten thematisiert werden. Freundlich, aber ganz offen. Denn es ist DEINE Behandlung und Du hast nur eine begrenzte Sitzungszahl, die optimal genutzt werden sollte. Die zu verplempern wegen etwas, was unterschwellig die ganze Zeit die Behandlung beeinflusst, wäre einfach blöd.

4. STÖRT Dich Ihre Bekleidung oder willst Du mehr von Ihr? Letzteres kommt doch häufiger bei Patienten vor und ist meist keine echte Liebe/Zuneigung, sondern nennt sich Übertragung. Und resutiert daraus, dass der Therapeut einem Dinge gibt (Zuhören, eine vermeintliche Nähe,...), die einem im realen Leben oft fehlt. Als Folge entwickelt der Patient entsprechende Gefühle, die aber aus der Situation resultieren und nicht wahren Gefühlen für den Therapeuten. Aber genau solche Übetragungsdinge sollten angesprochen werden. Was wieder zu 3. führt. Und grundsätzlich: Wenn da "mehr" sein sollte: Selbst nach einem Therapieabbruch/-ende gilt EIN Jahr absolutes Tabu, was dieses "Mehr" angeht. Und nach dieser Frist ist da oft nichts mehr übrig von den Gefühlen...

diie_0nasesweise


Wahrscheinlich merkt deine Therapeutin sowieso, dass du auf sie stehst. es ist ein häufiges Phänomen, dass Klienten erotische Gefühle für ihre Therapeuten haben und dass kann therapeutisch genutzt werden. Wenn du es ansprichst, hast du dich Chance, das Thema für dich zu klären, und zwar direkt und auf einer tieferen Ebene.

PMytho0nist


@ SunFlower_73

Punkt 1

Ich glaube, wir können davon ausgehen, dass sich da sehr viel in der Phantasie des Patienten abspielt.

Naja, und es gibt einfach sehr attraktive Psychotherapeutinnen, wie z.B. nach meinem Geschmack

[[http://therapie-feshareki.de/Bilder/portrait_180px.jpg]]

[[http://therapie-feshareki.de/Bilder/portrait2.jpg]]

[[http://psychotherapie-alleenring.de/wp-content/uploads/2015/03/ts_Christina_Weisser_2-370x236.jpg]]

[[http://www.psychotherapiepraxis-jena.de/attachments/Image/IMG_8127_bearbeitet_final_1.jpg?template=generic]]

[[http://www.irisfritz.at/cms/media/psychotherapie-eisenstadt-iris-fritz-02.jpg]]

[[https://www.praxis-dr-shaw.de/assets/therapists/samira-von-finck-mainpic1.jpg]]

[[http://www.praxissangsari.de/wp-content/uploads/2013/02/Saend-1.jpg]]

[[http://www.praxis-margareten.at/wp-content/uploads/Psychotherapeutin-Nina-Arbesser.jpg]]

[[http://www.pcgames.de/screenshots/430x/2010/02/Linda_Pop_seated_Article_Large_Image_HR_.jpg]]

Jede ist professionell gekleidet, und doch wird vielleicht deutlich, dass da ein gewisser Zauber beim Patienten ((zumindest bei mir)) schneller ankommen kann, als bei anderen. Wechselwirkungen von Attraktivität, Sympathie und Bewertungen sind ja nun aber auch nix neues in der Psychologie.

Punkt 4: Spielverderberin. ]:D o:) :)_

@ die_naseweise

So sehe ich das auch. Nur an eine Klärung in dem Sinne glaube ich nicht. Ich denke, das Thema wird im Raum bleiben, aber es wird ausgesprochen im Raum bleiben. Und ausgesprochen ist (in diesem Kontext) besser als unausgesprochen.

Und für sehr vorsichtige Naturen kann er sie ja fragen, ob sie an seinem Feedback interessiert ist und daran, seine sexuellen Fantasien ihr gegenüber zu hören. Das gibt ihr noch mehr Möglichkeiten, da früh Grenzen zu setzen.

SZh?eilagxh


Übertragung und Gegenübertagung im therapeutischen Kontext

Im Rahmen von Psychotherapien kommt es regelmäßig zu Übertragungen. Hier richtet der Klient bestimmte Gefühle, Erwartungen oder Wünsche auf seinen Therapeuten, die nicht so sehr dem Therapeuten als Person gelten, [...]

[[https://de.m.wikipedia.org/wiki/Übertragung_(Psychoanalyse) Quelle]]

Vielleicht magst Du Dich ja hier mal einlesen, dogger.

@:)

SEunfYlow"er_x73


@ Pythonist:

Ich verstehe Deinen Punkt zumal ich schmunzeln muss, da ich zwei der verlinkten Personen persönlich kenne oder eine ebenso lange Linkliste diverser meiner Studienkolleginnen und auch -kollegen posten könnte. Bei denen ich trotz attraktiver Optike die Hand is Feuer legen würde für absolut professionelle Distanz und Auftreten. Wir wurden in der Weiterbildung wirklich auch klamottentechnisch gedrillt, was Ausschnitt, Trägertop-Tabu und Rocklänge angeht.. Es ist halt die "neue" Therapeutengeneration: Jung, durchaus attraktiv - und modisch-professionell gekleidet. Die Psychotherapie verlässt mittlerweile halt doch häufiger den Wollsocken-Cordhosen-Ökofutter-Bereich. ]:D

Punkt 4: Gern geschehen! ;-D :)_

wYillpgesuIndsein


@ dogger

Oh Gott, wenn ich mir vorstelle, dass ich auf meine Therapeutin stehen würde, kriege ich richtig Angst. Das liegt auch daran, dass mein problem genau attraktive Frauen sind, die ich alle "haben" will, die Gründe sind vielfältig und hier nicht Sache..

Du kannst / solltest / (musst?) sie auf jeden Fall darauf ansprechen. Ich finde den Vorschlag mit der Frage, ob "Feedback erwünscht" ist sehr gut. Sie wird vermutlich ja sagen und wird hoffentlich mit der Situation umgehen können.

Viel Mut und Kraft wünsche ich dir! :)*

SNv2i&vxa


In Deinem Fall wäre ein (männlicher) Therapeut wohl besser, Du bist mit attraktiven Frauen auf die Dauer von einer Therapie zu abgelenkt - meine ich ernsthaft, soll nicht ironisch sein.

N!aWdenixa


Dem schließe ich mich an, die Dinge weswegen du überhaupt hin gegangen bist treten da in den Hintergrund weil du von der Therapeutin zu abgelenkt bist.

PBython$ist


Also z.B. für junge Männer, die mit Liebeskummer (Ablehnung/Zurückweisung einer anderen "Angebeteten") da hin kommen, der sich mit haftendem Denken zur depressiven Episode entwickelt hat, kann die "Ablenkung" durch die schiere Präsenz der Therapeutin mehr vorübergehende Heilung und neue Gedanken auslösen sein als 15 Gesprächsstunden um den heißen Brei mit jemand anderem. Es gilt halt, als Patient auch wieder den "Absprung" von der romantischen und/oder sexuell motivierten gedanklichen (!) Verbindung zu ihr zu schaffen und trotzdem für sich eine Erkenntnis mitzunehmen, außer dass es mit der Therapeutin auch nicht "geklappt" hat und wieder mit Ablehnung/Zurückweisung allein gelassen zu sein.

Für andere psych. Ausgangsprobleme hingegen (z.B. ein Problem mit dem eigenen Vater oder der Mutter) wäre die (junge) attraktive Therapeutin vielleicht nicht so geeignet, weil sie kurz nach dem Studium noch eine geringe praktische Erfahrung hat oder sich nur begrenzt reinversetzen kann in eine/n z.B. 60-jährigen Despoten/in, mit dem der junge, erwachsene Mann als Patient als Sohn eben so seine Probleme haben könnte.

Aber generell: Ich denke, Ablenkung von Problemen, weswegen man(n) da hingegangen ist, kann auch eine Form der Heilung sein. Sogar die bessere, als zum x-ten Mal die vermeintliche Lösung eines Problems in Angriff zu nehmen - und zum x-ten Mal wieder zu scheitern. Die Veränderung der eigenen Fokussierung kann einfacher sein als die Lösung eines wirklich harten Problems.

@ dogger

Du hast ja über dein "eigentliches" Therapieanliegen/Therapieziele bisher nicht viel geschrieben. Und die Wechselwirkungen deiner möglichen Bemerkung. Gibt es da Anknüpfungspunkte?

@ Sunflower_73

Ich verstehe Deinen Punkt

Schön! :-D Was ein paar Bilder so bewirken können ... o:) :=o

Und natürlich passen attraktive Optik und absolut professionelle Distanz und Auftreten zusammen. Aber manche sieht einfach wirklich zauberhaft aus. Richte einen schönen Gruß aus! ;-) Sogar im Wollsocken-Cordhosen-Look. Die entstehenden Fantasien sind trotzdem ein Teil des Patienten und ich glaube, diese Abgrenzung als Therapeutin zu finden und zu leben ist auch ein Teil der Professionalität. Eine vermeintliche "Schuld" also nicht bei sich zu suchen (Ist mein Top zu aufreizend? Ist mein Rock zu kurz? Ist mein Ausschnitt zu präsent?) bei so einer Bemerkung, sondern es als Teil des Patienten zu sehen: aha, er reagiert auf diesen Einfluss auf diese Art und Weise. Oder: aha, so sieht er mich also. Und dieses Thema mit ins Gespräch einzubauen, insofern der Patient damit seinen Therapiezielen näher kommt und für sich eine psychische Gesundung erfährt. Und nur soweit, wie auch die Therapeutin in der Sitzung nur die Ränder ihrer persönlichen thematischen Komfortzone auslotet, aber auch deutliche Grenzen setzt, da wo diese droht, überschritten zu werden.

Die Psychotherapie verlässt mittlerweile halt doch häufiger den Wollsocken-Cordhosen-Ökofutter-Bereich. ]:D

Dafür ist ja auch jede Therapeutin eine Frau mit ihren eigenen Vorstellungen. Und ihrem eigenen Weg. "Die Psychotherapie" ist wohl so vielfältig, wie es die Menschen sind, trotz gemeinsamer und recht einheitlicher Ausbildung, aber dann den Individualisierungen in der Richtung.

S|unflWoweRr_73


@ Pythonist:

Dennoch hat Psychotherapie ja oft einen doch etwas merkwürdigen "Touch" - der nicht zuletzt auf die alte Wollsocken-Fraktion zurückzuführen ist. Und das bis Ende der 70er sehr philosophische Studium (mittlerweile sehr naturwissenschaftlich).

Für andere psych. Ausgangsprobleme hingegen (z.B. ein Problem mit dem eigenen Vater oder der Mutter) wäre die (junge) attraktive Therapeutin vielleicht nicht so geeignet, weil sie kurz nach dem Studium noch eine geringe praktische Erfahrung hat oder sich nur begrenzt reinversetzen kann in eine/n z.B. 60-jährigen Despoten/in, mit dem der junge, erwachsene Mann als Patient als Sohn eben so seine Probleme haben könnte.

Ich wage mal zu behaupten, dass das eigene Alter relativ egal ist. Das Reinversetzen können ist erforderlich, aber eben nicht altersabhängig. Und die Patienten sind so vielfältig, dass man eh nich alles selber erlebt haben kann; man gleichzeitig aber relativ schnell eine Menge Eindrücke mitnimmt. Direkt nach dem Studium therapiert eigenständig und unkontrolliert eh niemand, sondern erst nach 600 + 600 + 1200 Stunden div. praktischer Tätigkeit, um die 1000 Stunden Theorie und weiteren Aspekten, die sich letztlich zu 4200 Stunden gesetzlich vorgeschriebener Weiterbildung summieren - und einem Staatsexamen. Und manchmal sind die jungen Therapeuten besser, weil sie nicht schon 20 Jahre dasselbe machen und quasi "ihre Schiene" entwickelt haben; nach dem immer selben Schema arbeiten, sondern noch sehr aufmerksam auch auf Randbereiche achten. Erfahrung ist eigentlich v.a. für die interaktionell sehr schwierigen Patienten wichtig.

egs%tax1


Über die Wange streicheln finde ich ehrlich gesagt grenzwertig.

Diese Geste finde ich bei einem erwachsenen Menschen unangebracht. Sorry, aber wenn mir ein Therapeut über die Wange streicheln würde, käme ich mir irgendwie veräppelt vor (nicht ernst genommen).

Plythonxist


Dennoch hat Psychotherapie ja oft einen doch etwas merkwürdigen "Touch" - der nicht zuletzt auf die alte Wollsocken-Fraktion zurückzuführen ist.

Dann sind wir da unterschiedlicher Meinung, denn zumindest ich habe diese Assoziation nicht.

Und das bis Ende der 70er sehr philosophische Studium (mittlerweile sehr naturwissenschaftlich).

Wer bis Ende 1979 studiert hat (sagen wir mal bis 25 oder 27), ist heute 63 oder 65, also entweder schon im Ruhestand oder knapp davor. Diese Generation hat ihr Arbeitsleben also mehrheitlich hinter sich.

@ dogger

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