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Empty-Nest-Syndrom

m>avxi hat die Diskussion gestartet


hallo,

ich komme mit mir selbst und meinem leben nicht mehr zurecht - ich leide ganz furchtbar unter dem "empty-nest-syndrom". ich habe überhaupt keine lebensfreude, keinen antrieb, keine libido mehr.

ich bin stark depressiv, habe angst vor dem alleinsein. das bin ich leider sehr oft, mein mann arbeitet sehr viel, die kinder (2 mädchen + 1 junge, zwischen 14 und 19) wohnen zwar noch bei uns, gehen aber ihre eigenen wege, für sie bin ich nur noch wichtig, wenn sie etwas von mir wollen (wäsche waschen, taxi spielen, essen kochen usw.). sie sind in einer phase, wo sie sich selbst finden müssen und haben eigene probleme, das weiß ich, aber ich kann einfach nicht damit zurecht kommen, daß sie bald ausziehen und ich dann ganz allein mit meinem mann zurückbleiben werde - allein bei der vorstellung geht es mir körperlich schlecht.

die kinder sehen mich zur zeit nur als ursache von konflikten mit ihnen, sie werfen mir vor, ich würde spinnen, hätte immer nur schlechte laune usw. (sie haben ja sogar recht, das ist das schlimmste). natürlich können sie meine probleme nicht verstehen.

sozial habe ich mich sehr zurückgezogen, ich rufe niemanden mehr an, besuche niemanden mehr, treffe mich mit keinem, weil ich sowieso nur negative dinge sprechen würde. eine freundin, mit der ich über meine probleme reden könnte habe ich sowieso nicht, es sind alles nur gute bekannte, die mich aber nicht verstehen. sie sagen mir, ich hätte es doch gut, ich müsse nicht arbeiten gehen und hätte alles, wovon andere frauen nur träumen: kinder, einen erfolgreichen mann, eigenes auto, tolle wohnung, viel zeit, keine finanziellen sorgen usw.

das weiß ich ja selbst, aber das alles ist für mich einfach kein trost, ich fühle mich einfach nur noch überflüssig und leer. ich weiß, daß kinder irgendwann aus dem haus gehen müssen - ich bin schon mit 18 ausgezogen. aber ich komme nicht damit zurecht, daß meine kinder das auch tun werden. mit meinen eltern oder schwiegereltern kann ich auch nicht reden, sie sagen, man hat keine zeit für solches zeug, wenn man anständig arbeitet. mein mann kann auch nicht verstehen, was mir zu schaffen macht, er sieht es so ähnlich. er sagt, ich solle mich beschäftigen, soll was schönes machen, mir mal was schönes kaufen und nicht so viel grübeln. aber ich schaffe es einfach nicht.

die arbeiten, die ich erledigen müßte, schaffe ich schon lange nicht mehr, weil ich ständig unruhig durch die wohnung laufe und mir überlege, was ich alles machen müßte, aber mich auf nichts konzentrieren kann. oft habe ich auch keine lust und keinen antrieb, die dinge zu tun, die ich tun müßte. früher hatte ich viele hobbies und konnte mich gut selbst beschäftigen, ich habe aber keine freude mehr an all diesen sachen. ich kann stundenlang dasitzen, grübeln und die zeit totschlagen und dann erschrecke ich über mich selbst und bin völlig frustriert. oder ich ich vernachlässige meine familie zwar nicht, aber ich schaffe gerade das allernötigste.

ich habe panische angst vor dem altern, obwohl ich das nicht müßte, ich weiß auch, daß ich viel jünger wirke, als ich es bin. deswegen achte ich auch immer darauf gepflegt zu sein. aber zur zeit nehme ich um mich herum fast nur noch alte und kranke leute wahr. ich stelle mir immer vor, in ein paar jahren selbst im altersheim zu sitzen mit lauter anderen alten leuten, die meisten davon krank, viele dement usw., einfach schrecklich. ich bin erst anfang 40 - diese gedanken sind also völlig überflüssig. aber ich kann sie nicht abstellen, sie verfolgen mich. ich war schon in psychotherapeutischer behandlung, habe schon medikamente bekommen, die haben aber alles nur noch schlimmer gemacht.

wer kann mir helfen? ich weiß keinen ausweg mehr - danke.

Antworten
Szandxini


Hallo mavi

Hi, dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum. Bisher habe ich immer nur gelesen, aber Dein Betrag hat mich sehr berührt. Ich bin ebenfalls Mitte 40 und meine Kinder, 13, 15 und 16 Jahre (alles Mädchen) sind ebenfalls kräftig dabei flügge zu werden. Ich empfinde dies jedoch nicht als Bedrohung, sondern es ist für mich extrem spannend zuzuschauen, wie die Kinder langsam ihren eigenen Weg finden. Die Kleine hat z. Zt. ziehmliche Pubertätsprobleme, aber auch sie geht schon ganz gut ihren eigenen Weg. Im Augenblick genieße ich eher die Freiheiten, die ich früher nicht hatte, als die Kinder mich rund um die Uhr brauchten. Du solltest doch eher die Vorteile der jetzigen Situation sehen, anstatt dem Vergangenen nachzutrauern. Du bist noch jung und hast die zweite Hälfte Deines Lebens noch vor Dir und Du solltest jetzt leben und die Dinge nachholen, die Du früher wegen der Kinder nicht tuen konntest. Plane Dein Leben neu und freue Dich auf das Kommende.

Du wirst das schon schafften,

alles Liebe, Sandini

r)astxlin


wenn du 3 kinder hast must du ja auch irgendwas richtig gemacht haben (und die auch selbststaendig sind).

Aber kann es sein das du sie irgendwie zu sehr verwoehnt hast? :-)

Macht ihr denn gar nichts zusammen als familie?

Ich meine ich bin noch jung , aber wir haben so alle 1-2 monate mal so nen richtiges treffen wo wir zusammen sitzen und was spielen wwi. Das kommt zwar nur selten zusatnde weil meine geschwister noch aelter als ich sind und genausoviel zu tun haben , aber meine mutter freut sich immer sehr auf sowas.

Meiner mutter duerfte es eigentlich aehnlich gehen wie dir, sie geht nun ins fitnessstudio und guckt abends immer krimis, mehr ist da nich mehr. Ich finde es irgendwie traurig das meine eltern so wenig gute bekannte haben.

Also, trotzdem, ich wuerde mir so etwas wie "du spinnst" von deinen Kindern wirklich gar nicht gefallen lassen!

Gibts es denn nichts in deinem Leben was du schon immer mal tun wolltest aber nicht konntest , wegen der familie?

rvastlxin


z.b.meine lieblingslehrerin von damals im gymnasium ist nun pensioniert und alleine zu hause. die hat nun angefangen klavier zu spielen und hat da einen heiden spass dran glaubich

mhavxi


@ sandini,

@rastlin

lieben dank schon mal für eure beiträge und aufmunterungsversuche.

ja, rastlin, du hast absolut recht, ich habe sie ganz sicher viel zu sehr verwöhnt, weil ich ja immer für sie da war, aber ich fürchte, daran ist leider jetzt nicht mehr viel zu ändern, ich kann nur versuchen es ab jetzt anders zu machen.

ich würde liebend gerne ab und zu etwas mit meinen kindern bzw. meiner ganzen familie unternehmen, so wie du das von deiner familie schreibst, aber sie wollen nicht. die kinder finden es nur 'spießieg' und 'peinlich' etwas mit den eltern zu machen - zwingen kann ich sie ja nicht. das liegt auch mit daran, daß mein mann auch schon viel gearbeitet hat als die kinder klein waren und wir fast nie etwas zusammen gemacht haben, sie kennen es einfach nicht. und das wird sich auch nicht ändern.

aber das hauptproblem bin ja ich selbst, weil ich gar nicht in der lage bin, aus meiner blockade herauszukommen, um wieder etwas für mich zu tun. das problem ist ja, daß ich eben an gar nichts mehr freude habe.

ich habe früher klavier gespielt, sport gemacht und noch vieles andere, aber jetzt habe ich wirklich an nichts mehr spaß. deswegen sehe ich ja auch keine chance darin, endlich zeit für mich zu haben. ich sehe nur eine leere vor mir...

ich weiß, daß ich es allein schaffen muß, aber ich weiß einfach nicht wie ich. ich muß zuerst aus dieser schrecklichen stimmung herauskommen, damit ich überhaupt wieder für irgend etwas freude empfinden kann. und das ist das große fragezeichen - wie?

N5attzi198x2


Hallo Mavi,

ich hoffe, dass hört dich jetzt nicht blöd an, aber warum jobst du nicht nebenher ein bisschen? Auch wenn ihr es nicht braucht, umso besser.

Ich denke, dir fehlt eine Aufgabe. Dir fehlt das Gefühl, eine Aufgabe zu haben, ein Lebensmittelpunkt. Die Kinder waren es all die Jahre, doch nun sind sie flügge.

Magst du Tiere? Geh ins Tierheim und führ Hunde aus. Du lernst Menschen kennen und die Tiere geben dir sehr viel Dankbarkeit und Liebe zurück. Oder engagier dich auf einem Reiterhof, dort gibt es immer viel zu tun. Oder alternativ ein kleiner Job, der den Tag füllt und dir eine tolle Aufgabe und Abwechslung verschafft. Setz dich in den Zug und fahr an die Nordsee, schau die das Meer an und sei einfach nur mal für dich alleine.

Konzentrier dich auf sowas und starr nicht nur die Wand an. Du bist noch jung. Freu dich auf eine Zukunft, in der du mehr für dich machen kannst, weil deine Kiddies langsam erwachsen werden :-)

Alles, alles Gute,

Natti

IXna-&Maxria


Hallo mavi,

Du hörst dich sehr nach Depression an. Deine Leere, dein Loch kommt von innen, nicht von außen. Bestimmt liegt es schon daran, dass Du allmählich Deiner Aufgabe entbunden wurdest und nun kaum noch gebraucht wirst und Anerkennung für die Arbeit, die Du all die Jahre geleistet hast, bekommst Du vermutlich auch nicht. Hast Du es schon mal mit einem Medikament versucht? Z.B. mit Johanniskraut oder einem Antidepressivum. Das würde Dir bestimmt helfen, wenigstens wieder Antrieb zu haben und wenn der erst mal da ist, geht es bestimmt aufwärts. Die Kinder kommen nicht mehr zurück, also kann man nur die anderen Parameter verändern. Ich wünsche Dir alles Gute

RjedySonKya


Ich würde Ina-Maria da zustimmen. Das Ganze hört sich wirklich verdammt stark nach einer handfesten Depression an, der ist mit ein paar Tips nicht beizukommen. Du solltest Dich wirklich dringend nach therapeutischer Hilfe umsehen. Ich arbeite selber in der Neurologie, habe selber regelmäßig wiederkehrende Depressionen und weiß inzwischen, daß da einige Faktoren zusammenkommen. Zunächst solltest Du wirklich mit einem Therapeuten abklären, ob Dir Medikamente helfen könnten. Bei mir hilft beispielsweise bereits Johanniskraut (rezeptfrei) wieder auf die Beine zu kommen, wieder Sport zu treiben, wieder Freunde zu treffen etc. Erstmal wieder einen Anfang zu finden. Vielleicht hilft es Dir auch, vielleicht brauchst Du aber auch ein anderes Medikament. Fakt ist, daß bei jeder Depression der Serotoninspiegel arg im Ungleichgewicht ist und das muß irgendwie wieder ausgeglichen werden. Du mußt anfangen, was für DICH zu tun, wie das aussieht, ist letztendlich schnuppe und das mußt Du selber herausfinden. Es ist auch garnicht so leicht, nach all den Jahren eigene Bedürnisse wiederzuentdecken, das erfordert Geduld mit sich selber. Ein erster Schritt wäre aber wirklich dringendst Hilfe von außen holen, mußt es Deiner Familie ja nicht zwingend auf die Nase binden. LG, RedSonya.

m`avi


@Ina-Maria + RedSonya

ich denke, ihr habt es beide auf den punkt gebracht: handfeste depressionen.

ich bin nämlich gar nicht in der lage, eine entscheidung zu treffen, irgendetwas für mich selbst anzufangen, weil ich völlig 'in mir selbst gefangen' bin und keine 'verbindung' zu etwas außerhalb davon aufbauen kann. ich komme mir vor wie in einem (goldenen) käfig, aus dem ich mich nicht mehr selbst befreien kann...

wenn wenigstens der antrieb zu irgendwas wieder da wäre ('schritt 1'), könnte ich 'schritt 2' schaffen.

antidepressiva habe ich schon bekommen, die mußte ich absetzen, sie haben alles noch viel schlimmer gemacht.

wie lange dauert es denn bei johanniskraut, bis es wirkt? und kann es auch so tiefe derepssionen beseitigen?

@alle

ganz lieben dank für eure beiträge, es tut mir gut, daß ihr meine probleme ernst nehmt und versucht zu helfen. ich bin jetzt froh, daß ich in diesem forum geschrieben habe.

wäre vielleicht auch eine selbsthilfegruppe für depressive gut - hat jemand damit erfahrungen?

R<edSonxya


@ Mavi

antidepressiva habe ich schon bekommen, die mußte ich absetzen, sie haben alles noch viel schlimmer gemacht.

Gib da nicht so schnell auf. Es gibt so viele verschiedene Antidepressiva und jeder verträgt sie komplett anders. Letztendlich ist aber für jeden ein gut verträgliches und wirkendes dabei. Ich würde es so sehen: lieber 9 mal ins Klo greifen und ein nicht wirkendes einnehmen und dann beim zehnten Mal das finden, das einem hilft. Zu verlieren hast Du nichts. Ich denke nicht, daß es einem NOCH schlechter gehen kann. Du bist ja bereits in einem Zustand völliger Lethargie und lebst garnicht mehr wirklich. Diese Abwärtsspirale gilt es dringend zu durchbrechen.

wie lange dauert es denn bei johanniskraut, bis es wirkt? und kann es auch so tiefe derepssionen beseitigen?

Man sagt, es hilft nicht gegen sehr starke Depressionen. Mir hilft es. Die Wirkung dauert schon so 4 bis 8 Wochen. Es ist auch kein Wundermittel. Es hilft mir nur, mich selber wieder aus dem Sumpf zu ziehen und die Dinge in die Tat umzusetzen, die mir guttun und diese trüben Gedanken vertreiben. Ein hartes Stück Arbeit ist und bleibt es trotzdem.

wäre vielleicht auch eine selbsthilfegruppe für depressive gut - hat jemand damit erfahrungen?

Ich hab damit leider bisher keine Erfahrungen, ich denke ein Austausch mit ebenfalls erkrankten ist solange gut und bringt Dich weiter, solange er nicht darin besteht, sich gegenseitig zu bemitleiden und zu bedauern, sondern wenn er darauf ausgerichtet ist, sich wirklich gegenseitig versuchen zu helfen und auch WIRKLICH sich helfen lassen wollen und den festen Willen zu haben, an der Situation was zu ändern und Hilfe anzunehmen. Wie die restliche Umwelt (Familie etc.) das sieht, muß Dir dabei im Endeffekt egal sein, da mußt Du ein Stückweit egoistisch werden...aber vor allem: tu was dagegen, der erste Schritt, sich einzugestehen, daß man Hilfe braucht und diese dann auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen ist der schwerste, aber Du weißt ja selber, es ist die EINZIGE Möglichkeit. Schau mal auf die Homepage von Ninja. LG, RedSonya.

R6edS&onya


@ Mavi

Wie sieht es aus? Hast Du Dir schon überlegt, was Du tun wirst? LG, RedSonya.

I~na-XMaria


Hallo mavi,

ich habe vor ca. 3 Wochen mit Johanniskraut angefangen und ich finde, es wirkt schon. Bisher habe ich Insidon bekommen. Zur Zeit nehme ich nur noh eine Insidon auf die Nacht. Ich habe mir einfach mal Johanniskraut von Aldi gekauft. Davon nehme ich 5 bis 6 Tabletten täglich. Im Internet habe ich gelesen, dass die medizinisch sinnvolle Menge zwischen 500 und 1000 mg pro Tag liegt. Welche Antidepressiva hast Du denn schon probiert und welche Wirkungen/Nebenwirkungen hattest Du. Hier im Forum haben sehr viele Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Antidepressiva gemacht. Ich denke auch, Du solltest nicht so schnell aufgeben. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du das richtige für Dich findest und aus Deinem Loch heraus kommst.

m$avxi


@RedSonya, @Ina-Maria, @Natti1982

habe mir die homepage von ninja angesehen, ja ich muß wirklich etwas für mich selbst tun. es ist schon gut, hier im forum von euch und allen anderen ein bißchen aufgefangen zu werden - danke euch allen dafür.

ich habe schon ganz unterschiedliche antidepressiva bekommen (citalopram, tofranil, novoprotect, nortrilen, sinquan, trombran) und alle wegen starker nebenwirkungen wie übelkeit, sehstörungen, müdigkeit, blutdruckabfall (habe sowie schon ganz niedrigen blutdruck), angst, kopfschmerzen, magen-darm-problemen und schlafstörungen absetzen müssen. die medikamente haben mir letztlich nicht wirklich geholfen, jetzt mag ich einfach nicht mehr solche sachen nehmen, ich habe das gefühl, ich bin schon ganz voll mit lauter gift.

eine therapie habe ich auch schon gemacht, habe sie aber jetzt beendet, weil ich körperlich und psychisch nicht mehr in der lage war, die termine einzuhalten. der therapeut war auch der meinung, daß die therapie abgeschlossen wäre, er könne nichts mehr für mich tun.

ich denke, ich werde es jetzt mit dem johanniskraut probieren, auch wenn es lange dauert, bis es wirkt. das ist mit den anderen medikamenten ja auch so, nur die nebenwirkungen kommen eben gleich.

außerdem muß ich mich zwingen, wieder unter leute zu gehen. ich weiß noch nicht wie und mit wem, weil ich keine lust auf die bekannten habe, die gar nicht verstehen, daß depressionen eine krankheit ist wie jede andere auch.

vielleicht schaue ich doch mal nach einer selbsthilfegruppe in der nähe - wenn es zu negativ ist, muß ich ja nicht mehr hingehen. aber im moment hätte ich das gefühl, daß ich dort leute treffe, die mich verstehen, weil sie diese krankheit selbst erlebt haben. leider ist es einfach so, daß die meisten menschen, die selbst noch nie depressiv waren, nicht glauben können oder wollen, daß es eine krankheit ist, die denken eben, man stellt sich nur an und ist empfindlich.

mOavxi


das fehlt noch...

... was meine kinder betrifft, weiß ich noch nicht, wie ich mit ihrem ablösungsprozeß zurechtkommen kann.

am schlimmsten ist einfach, wenn sie mir mit worten weh tun - das kann ich auch nicht verhindern. ich muß einen weg finden, wie ich nicht mehr verletzlich bin - das wird der schwerste teil sein, denn dazu gibt es wahrscheinlich keine 'man-nehme-anleitung'...

und ich muß lernen, härter ihnen gegenüber zu sein und nicht mehr ständig für sie da zu sein.

ich will auch sehen, daß ich eine beschäftigung außer haus finde. natti, deine idee mit den tieren ist wunderbar, ich liebe tiere, aber ich wäre todtraurig, wenn ich sie im tierheim wieder abgeben müßte. ich hätte dann einfach nur das bedürfnis, sie mit heim zu nehmen.

ähnlich ist es mit menschen, ich hatte schon einmal daran gedacht, vielleicht in einem krankenhaus oder altenheim auszuhelfen, aber ich würde vor mitleid mit den menschen krank werden (besonders in so einer verfassung wie jetzt).

also werde ich versuchen, mir eine 'seelenlose' beschäftigung außer haus zu suchen.

euch allen nochmal ganz herzlichen dank für eure tips und

LG

RHedcSonyxa


@ Mavi

Stell Dir Johanniskraut nicht als Wunder- oder Allheilmittel all Deiner Probleme vor, so wirkt es nicht. Es hilft allenfalls, wieder auf die Beine zu kommen, aber die Bereitschaft und der feste Wille dazu muß von DIR kommen. Mit einer Einnahme allein ist es nicht getan. Du solltest Dir jetzt wirklich ganz konkrete kleine Ziele setzen und Dir Sachen überlegen, an denen Du Freude finden könntest und davon auch konkret jeden Tag etwas in Deinen Alltag einbauen. Aber nicht überfordern, klein anfangen. Hast Du eigentlich schon mal an Sport gedacht? Es kostet am Anfang wirklich ziemliche Überwindung, aber es hilft tatsächlich mehr als Du vermutest. In Phasen starker Depressionen bekomm ich das oft garnicht mehr gebacken, dann setze ich mir ganz kleine Mini-Teilziele, z. B. 5 Minuten steppen täglich. Die meisten sagen da, 5 Minuten, das bringt doch eh nichts. Doch - das bringt ne ganze Menge für mich selber und mein Selbstbewußtsein und Körperempfinden und diese Dosis steigere ich dann nur äußerst langsam, kaum merklich wöchentlich. Ebenso wie die Dosis anderer Dinge, die mir guttun, das ist ja bei jedem was anderes. Und es geht schrittweise, sehr langsam besser, das wirst Du sehen. Eines noch: mach Dich frei von Ansprüchen an Deine Umwelt, Leute, die diese Krankheit nicht haben, KÖNNEN sie nicht verstehen, laß sie, aber werd für Dich egoistisch, Du hast so viele Jahre an Deine Kinder gedacht, jetzt denk EINMAL an Dich. Das Wichtigste dabei ist, daß Du es schaffst, mit dieser Krankheit, denn das ist sie, so gut zu leben wie möglich. Und daß man dafür eine Menge tun kann, das siehst Du ja in diesem Forum. Fängst Du einmal irgendwo mit Minischrittchen an, setzt Du eine Aufwärtsspirale in Gang! Nicht aufgeben: es IST möglich!! LG, RedSonya.

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