» »

Empty-Nest-Syndrom

m9avi


ich habe ...

... den 1. schritt gemacht und ein schönes wochenende für mich verbracht (mit meinem mann im kino und im café) - ich war einfach mal weg von zu hause und es hat mir gut getan.

und heute hat mich eine bekannte gefragt, ob ich mit ihr walken will. ich werde es auf jeden fall versuchen. hoffe nur, daß sie nicht locker läßt, wenn ich mal wieder von der familie eingespannt werden soll...

ein bißchen angst habe ich vor dem muttertag - ich würde ihn wirklich sehr gern mit meiner ganzen familie verbringen, (ausflug, essen gehen oder so) habe nur angst, daß die kinder es nicht wollen.

frage mich, ob ich ihnen dann sagen soll, daß ich enttäuscht bin oder ob ich mir schon gleich vornehmen soll, den tag ohne sie zu verbringen.

letztes jahr haben sie diesen tag mehr oder weniger ignoriert (als 'chauffeur' war ich schon eingeplant), erst als sie durch das radio daran erinnert wurden, haben sie mir 'alles gute' gewünscht - das hat mir furchtbar weh getan! das will ich dieses jahr nicht noch einmal erleben.

ich habe ihnen auch gesagt, daß sie mir damit sehr weh getan haben. jetzt weiß ich nicht, ob ich ihnen eine 'neue chance' geben soll, mit dem risiko wieder enttäuscht zu werden.

wenn ich gleich etwas ganz ohne sie plane, aber sie diesmal an den muttertag denken, bin ich es, die sie enttäuscht. das will ich natürlich auch nicht.

was würdet ihr mir raten zu tun? danke schon einmal für eure antworten und

liebe grüße

RyeduSonyxa


Muttertag

@ Mavi

Häng nicht alles an diesem dämlichen Tag auf! Meine Mutter tut das beispielsweise auch. Jetzt nicht nur speziell auf den Muttertag bezogen sondern speziell auf sämtliche Feiertage. Bei uns wird sowas sehr wichtig genommen und ich denke mir jetzt schon wieder, bäh, am Muttertag dann nachmittags da stundenlang rumhängen müssen...wo ich doch auch nur das Wochenende frei habe und viel lieber was mit meinem Freund unternehmen würde...gut, ich gehe hin, ich will sie ja nicht verletzen, aber gerne tue ich es nicht, da es Pflichterfüllung ist. Z. B. in der Familie meines Freundes da wird garnicht so viel Wert auf solche Feierlichkeiten gelegt, sowas wie Muttertag und Vatertag gibt es da garnicht, trotzdem ist es da ein sehr herzliches Miteinander und die Kinder gehen auch gerne "freiwillig" mal unabhängig von solchen aufgezwungenen Feiertagen mit ihren Eltern essen etc., einfach, weil keiner unter Druck gesetzt wird...ich kann aber durchaus verstehen, daß Du verletzt bist. Nur, da kann ich Dir wirklich nur den Rat geben: damit es keine Mißverständnisse gibt, frag Deine Kinder jetzt schon, frag: wie sieht das denn aus, wollen wir am Muttertag denn mal wieder was gemeinsam unternehmen, mal wieder nett essen gehen oder sowas (muß ja nicht der ganze Tag sein!!)...und wenn sie dann wirklich nicht wollen, dann laß es auch gut sein. Aber vielleicht reagieren sie ja auch ganz anders als erwartet. Nur: stell Dich darauf ein, daß sie nicht wollen. Du mußt anfangen, Dich loszulösen von diesen Erwartungen an andere Menschen und Dein Leben so zu leben, daß es Dir trotzdem Spaß macht! Geh auf jeden Fall mit Deiner Bekannten walken, und erwarte auch nicht, daß sie da den Vorsprecher bei Deiner Familie macht sondern tu das selber! Wie soll sie Dich sonst jemals ernst nehmen? Hast Du Dir schon Johanniskraut besorgt? LG, RedSonya.

m#avxi


@RedSonya

hallo RedSonya,

danke für deine antwort wegen des muttertages. du hast natürlich recht, wenn du schreibst, daß ich nicht alles an dem einen tag aufhängen soll. das will ich eigentlich auch nicht. nur weil ich im moment so instabil bin und ich noch immer an das 'trauma' vom letzten jahr denke (da war ich eben auch schon hochgradig depressiv), habe ich angst davor, wieder verletzt zu werden. vergangenes jahr war eben meinerseits eine (überzogene?) erwartung da, die nicht erfüllt wurde.

dein vorschlag ist gut, gleich abzuklären, ob wir dieses mal am muttertag etwas gemeinsames machen wollen. wenn wir das im vorfeld klären, kann ich auch nicht 'ins offene messer laufen', weil ich schon vorher weiß, was mich erwartet. entsprechend kann ich ja meinen tag planen.

und meinen kindern gegenüber ist es fair, sie können sich gleich darauf einstellen, daß ich eigene pläne habe und sie sehen müssen, wie sie mit ihren plänen ohne meine dienste zurechtkommen.

ich denke, du hast auch recht, daß ich lernen muß, keine erwartungen an andere zu haben. mein ganzes leben habe ich eigentlich immer die erwartungen von anderen an mich zu erfüllen versucht. und nun erwarte ich dafür im gegenzug dasselbe von meiner familie mir gegenüber.

daß die rechnung nicht aufgeht habe ich 'im kopf" schon verstanden. aber ich weiß noch nicht, was ich konkret tun kann, um mich praktisch davon zu lösen, erwartungen an andere zu haben und wie ich einen 'selbstschutz' gegen verletzungen und enttäuschungen aufbauen kann.

ja, johanniskraut habe ich mir besorgt. ich hoffe, daß ich in den nächsten wochen etwas von den auswirkungen spüre.

werde berichten...

lg, mavi

Absche(nputxtel


Mavi

Tut mir echt leid, dass es dir so schlecht geht. Du hast ja schon selbst erkannt, dass du ein Abnabelungsproblem hast, das du augenblicklich noch nicht in den Griff kriegst.

Da werden auch Antidepressiva und Johanniskraut wenig bewirken! Deine Kinder ändern sich, entwachsen dir immer mehr, aber du möchtest sie behalten, das geht aber nicht! Könntest du dir nicht eine Aufgabe suchen? Nicht unbedingt ein Hobby, sondern etwas, was dich fordert! ZB. Besuche am Krankenbett, Arbeit in der Kirchengemeinde, im Tierschutz. Das sind nur ein paar wenige Beispiele. Du glaubst nicht, wie groß der Bedarf an ehrenamtlichen Helfern ist!!! Du wirst merken, dass du gebraucht wirst - auch wenn es nicht mehr so sehr die eigenen Kinder sind, sondern andere Menschen.

Ich habe mir Anfang 40 einen Lebenswunsch erfüllt: Ich habe ein Magisterstudium begonnen (und 5 Jahre später mit sehr gut abgeschlossen). Diese Herausforderung hat meinem Ego unglaublich gut getan und mich verändert: aus der Glucke wurde eine selbstbewußte Frau, ganz abgesehen von den Freundschaften, die ich in jener Zeit geschlossen habe und von denen immer noch einige bestehen. In diesem Beruf arbeite ich zwar nur stundenweise, aber es genügt, um mich zu fordern und meinem Leben einen Sinn zu geben. Daneben habe ich jahrelang im Tierschutz gearbeitet - auch Drecksarbeit, aber das hat mir nicht geschadet, im Gegenteil, es hat mir die Tiere nahegebracht, die ich heute mit ganz anderen Augen sehe.

Nun zum Thema Muttertag: Bei uns gab es nie einen: das ganze Jahr über kein Dankeschön, und dann einmal im Jahr sollte ich mich verhätscheln lassen?! Das habe ich bewußt ausgeschlossen, indem ich von Anfang an keinen Muttertag wollte. Später sagte mein Ältester mal: "Bin ich froh, dass du nicht auf diesem Tag bestehst, wenn ich sehe, wie es meine Freunde jedesmal graust davor!" Meine Kinder sind deshalb kein bisschen weniger oder mehr liebevoll zu mir, sie zeigen mir ihre Zuneigung halt, wenn überhaupt, aus eigenem Antrieb und auf ihre Art. Deshalb rate ich dir, vergiss das ganze Theater, kaprizier dich nicht auf diesen einen Tag, sondern fahr mit deinem Mann weg, geht essen, spazieren odersonst was, macht euch ein paar schöne STunden, und vergiss deine Kinder! Falls sie sich doch was für dich überlegt haben - na und, sollen sie halt auch mal sehen, wie es ist, entttäuscht zu sein. Und glaub mir, ihre Enttäuschung wird sich in Grenzen halten! Aber spätestens dann solltet ihr mal darüber reden, wie alle dazu stehen und wie es weitergehen soll (da muss ich Red Sonya Recht geben). Ohne Klärung wird es auf deiner Seite immer wieder Enttäuschung, auf der Seite deiner Kinder schlechtes Gewissen geben, das schafft eine ungute Atmosphäre.

Weißt du, was mich am schlimmsten verschreckt hat am Muttertag? Seit meiner Hochzeit die beiden Mütter! Sowohl Mutter als auch Schwiegermutter wollten hofiert werden, also hatten wir jedesmal die Qual der Entscheidung: wann gehen wir zu welcher ??? ? Wie wir´s auch machten, eine war immer beleidigt. Wie wär das wohl gelaufen, wenn auch ich noch besondere Beachtung erwartet hätte, immerhin habe ich ja auch 3 Kinder! Ich hab diesen Tag gehasst meine ganze Ehe hindurch und wollte das meinen Kindern ersparen.

Vesuch doch, ein bisschen Abstand von der Vorstellung zu gewinnen, dass deine Kinder dich nicht schätzen, weil sie keinen Wert auf den Muttertag legen. Vermutlich mögen sie dich sehr gern, aber das ist so selbstverständlich, dass sie es sich gar nicht bewusst machen! Ihr Verhalten ist also keine böse Absicht, sondern eine Art jugendliche Gedankenlosigkeit, die alles, was du ihnen gibst, als normal und daher als nicht besonders herausragend annimmt. Klar, dass dich das verletzt, das Gefühl kenne ich auch. Aber nimm es als Tatsache hin, Kinder in einem bestimmten Alter sind einfach so. Später ändert sich das sowieso wieder: wenn sie ausgezogen sind und selbst Familie haben, dann wird ihnen bewußt, was sie an dir haben, und zeigen es dir auch. Diese Zeit solltest du nutzen, um weniger an die Kinder zu denken, sondern mehr an dich selbst, dann wird die Freude am Leben auch wieder kommen (glaub einer erfahrenen Familienmutter, deren Kinder mit 20 auszogen und jetzt, mit ca.30, immer öfter wieder heimkommen, mit Frauen und Kindern, das ist auch schön!) Das Leben ist doch nicht zu Ende, bloß weil die Kinder das Nest verlassen. Sieh das als Chance für einen neuen Lebensabschnitt, der viele Überraschungen für dich bereithält - du musst sie nur an dich heranlassen.

Oje, das posting ist aber lang geworden. Trotzdem, liebe Grüße und gute Besserung

R}ewdSTonya


Liebe Mavi!

Halt uns auf dem Laufenden, okay? ;-)

LG, RedSonya.

m4asvi


ich habe ihn hinter mir,...

...den gefürchteten muttertag!

ich habe mich an eure ratschläge gehalten und mich darauf eingestellt, wirklich gar nichts von meinen kindern zu erwarten.

vielleicht war es meine haltung, die sie gespürt haben oder was auch immer - wir hatten ein schönes gemeinsames frühstück und sie hatten mir sogar blumen besorgt. ich habe mich wirklich total darüber gefreut - es kam ja eigentlich ganz unerwartet. das habe ich ihnen auch gesagt, ob sie es verstanden haben, weiß ich nicht, ich muß es auch nicht wissen...

am nachmittag habe ich mit meinem mann allein einen schönen ausflug gemacht, wir sind spazierengegangen und danach ins kino. wir waren in 'big fish' - ich fand den film wunderschön, ziemlich verrückt, ein bißchen wie ein 'modernes märchen', auch ein bißchen traurig, aber auf eine sehr schöne art und ganz einfühlsam.

insgesamt fühle ich mich auch jetzt viel besser, und meinen alltag habe ich schon wieder viel besser im griff. wahrscheinlich noch nicht vom johanniskraut, ich glaube eher, daß es eure vielen tips und anregungen sind, die ich mir sehr zu herzen genommen habe. ich kann jetzt ein bißchen besser loslassen. ich fühle mich nicht mehr so allein mit meinem 'abnabelungsproblem'. natürlich wußte ich auch vorher, daß alle mütter die lösung ihrer kinder erleben, aber es ist was anderes, wenn ich von euch so direkt höre, wie ihr damit umgegangen seid und daß ihr es geschafft habt.

ach ja, im moment helfe ich am wochenende für ein paar stunden in einer gärtnerei aus beim pflanzenverkauf. es ist nur für ein paar wochen, so lange hauptsaison ist, aber es ist ein anfang. die meisten kunden sind sehr nett und reagieren ganz verständnisvoll, wenn ich mich noch nicht so gut auskenne, das hilft mir im moment unheimlich, selbst wieder positiver zu sein. und ich habe das gefühl etwas sinnvolles zu machen und anerkennung dafür zu bekommen.

nochmal ganz lieben dank an euch alle - ohne eure anteilnahme und eure tips wäre ich sicher immer noch mitten drin in meiner depression. vielleicht klingt es komisch, aber es geht mir damit viel besser als mit all den medikamenten, die ich genommen habe.

ein bißchen angst vor einem 'rückfall' habe ich schon noch, aber ich versuche, diesen gedanken zu verdrängen. wenn er kommt, kann ich immer noch darüber nachdenken. allein diese einstellung wäre vor 3 wochen noch undenkbar für mich gewesen!

liebe grüße -

IMna-Ma|rixa


Hallo mavi,

ich freu mich, dass es Dir besser geht, ob´s jetzt am Johanniskraut liegt oder nicht.

A5schenmputtexl


Mavi

Du bist auf dem richtigen Weg, bleib dabei. Vielleicht kommt ja mal ein Rückschlag, lass dich davon nicht irritieren, der geht vorbei (kenn ich auch, schmerzlich). Du schaffst das.

LG

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH