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Schlafstörungen, psychische Probleme...

E{RDIx84 hat die Diskussion gestartet


Guten Morgen,

wie im Titel zu lesen, plagen mich schwere Schlafstörungen und psychische Probleme. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich bin seit kurzem 33 Jahre alt, verheiratet und Vater von 4 Kindern. Wir waren insgesamt 12 Geschwister, 7 davon sind aufgrund von genetischen u. anderen Problemen sowie der schlechten ärztlichen Versorgung im Ausland verstorben, 5 davon waren Jungs und 2 Mädchen. Ich bin der jüngste und der einzige Junge. Meine Eltern haben mich sehr spät bekommen (zu der Zeit war mein Vater 50 und meine Mutter 42). In unserer Kultur ist es "wichtig" einen Jungen zu gebären um die Stammlinie weiterzuführen... Ich wurde daher immer besser und gesondert behandelt sowie die ganze Zeit über behütet. Es sollte mir nichts passieren.

Ich habe seit meiner Kindheit zu spüren bekommen, wie wichtig ich für die Familie bin. Das sich alles an mich stützt, ich die Zukunft und die Säule/alles ohne mich zusammen bricht.

Meine Eltern hatten ein sehr schwieriges Leben. Mein Vater ist als Gastarbeiter hierher gezogen. Er war über 18 Jahre lang alleine ohne seine Familie hier und hatte im Ausland seine Eltern/Brüder, meine Mutter und die Kinder finanziell unterstützt. Meine Mutter hat im Ausland, auf dem Dorf extreme körperliche Arbeit geleistet weshalb sogar eines meiner Geschwister im 8 Monat im Mutterleib verstorben ist. Mein Großvater hatte zwei Frauen, er hat wie mein Vater voller Hass erzählt hat, keinen Finger gerührt. Alle haben zu der Zeit nach seiner Pfeife getanzt… Die Menschen dort hatten zu der Zeit so gut wie keine Bildung und wenig Kontakt zu anderen Völkern. Den Kontakt haben sie vermieden damit ja keine Veränderung passiert. Irgendwann kam es zu einem größeren Streit und mein Vater nahm uns zu sich nach Deutschland (1986).

Ich fühle mich extrem verpflichtet das Leben meiner Eltern mit einem "HappyEnd" zu versehen bzw. alles zusammen zu halten damit kein Chaos oder ein weiteres Drama entsteht. Ich habe früh geheiratet um meinen Eltern Enkelkinder zu bescheren und um sie glücklich zu machen. Liebe hat zu dem damaligen Zeitpunkt keine große Rolle gespielt. Nach unserer Hochzeit habe ich mich an meine Frau gewöhnt und wir kamen gut zurecht, allerdings waren wir von Grund auf verschieden weshalb wir bis Heute (12 Jahre Ehe) nicht miteinander ganz klar kommen. Ich denke sie liebt mich aber sie ist anders aufgewachsen und kann mit Gefühlen so gut wie nichts anfangen. Kindererziehung besteht darin, den Kindern permanent Befehle zu erteilen, sie aber nicht zu lehren. Ich mache Hausaufgaben mit unseren Kindern, rede mit ihnen über ihre Probleme und bin eigentlich der Hauptansprechpartner. Zu meiner Frau/ihre Mutter gehen sie so gut wie nie wenn es um solche Dinge geht. Sie fragt mich nie was mit mir los ist wenn ich nicht gut drauf bin, ob es mir besser geht wenn ich krank bin oder andere Dinge die eigentlich zu einer Partnerschaft gehörten sollten. Ich weiß in unserer Kultur ist es nicht üblich, deshalb ziehe ich diese Dinge nicht groß auf aber sie berühren mich schon.

Anfang diesen Jahres ist mein Vater verstorben. Die Trauer habe ich bis jetzt noch nicht verarbeitet. Mir bleibt keine Zeit dafür. Ich habe viel geweint aber keiner will mit mir darüber sprechen. Meine Mutter ist selbst krank und schwach. Sie will ich nicht damit belasten. Mit meiner Frau habe ich es versucht aber sie hält es ganz knapp: Sei stark…

ICH BIN ES ABER NICHT

Ich fahre jeden Tag über 1,5 einfache Richtung in die Arbeit und komme daher nach 12 Std. wieder Heim. Mich belasten diese Dinge. Ich versuche nach Außen der perfekte Ehemann, Vater, Bruder & Sohn zu sein aber innerlich könnte ich mich einfach irgendwo hinlegen und tagelang weinen, ich habe so einen großen Schmerz in mir. Ich weiß nicht mehr wer ich bin. Ich war schon bei 2 Verhaltenstherapeuten und 3 Psychiatern. Alle haben mir nur Medikamente aufgeschrieben die ich nicht nehmen will. Was sollen die Medis bewirken? Das ich betäubt durchs Leben gehe. Ich meine sie werden an meiner Situation nichts ändern.

Zudem kümmere ich mich um zwei Schwestern. Beide haben aufgrund einer angeborenen Krankheit eine geistige Behinderung und möchten von keinem außer uns/mir betreut werden.

Jetzt kommen auch noch die extremen Schlafstörungen hinzu. An manchen Nächten schlafe ich gar nicht, an manchen nur 2 o. 4 Stunden weshalb ich tagsüber gereizt bin und das Gefühl habe meinen Verstand zu verlieren. Ich fokussiere mich nachts darauf fit zu sein bzw. bilde es mir ein und dann klappt gar nichts mehr. Die Angst meinen Job dadurch zu verlieren wächst zum Ganzen auch noch.

Viele Grüße

Antworten
NSordri84


Alle haben mir nur Medikamente aufgeschrieben die ich nicht nehmen will. Was sollen die Medis bewirken? Das ich betäubt durchs Leben gehe. Ich meine sie werden an meiner Situation nichts ändern.

Wenn fünf Ärzte dir Medikamente verschrieben haben wird das schon einen Sinn haben. Möglicherweise solltest du diese Medikamente nehmen um überhaupt erst in die Situation zu kommen das man mit einer normalen Therapie beginnen kann. Die Ärzte werden dir da sicher auch was zu gesagt haben und dich nicht bloß ruhigstellen wollen. Da spielt deine Meinung ehrlich gesagt auch nicht so die Rolle, es werden sich nicht alle Mediziner in deiner Umgebung gegen dich verschworen haben sondern die werden gute Gründe für dieses Vorgehen haben.

Unterm Strich führt kein Weg um eine Therapie herum, von selbst schaffst du den Absprung aus dieser überzogenen Anspruchshaltung heraus offenbar nicht und selbst wenn dir hier jetzt zwanzig User sagen das du nicht dafür da bist um "das Leben" deiner Eltern zu vervollständigen bzw. den "Stammbaum" zu erhalten usw. wird das nichts ändern. Du brauchst Hilfe von außen und musst offen für die Vorschläge und Wege sein, einen anderen Weg gibt es nicht (außer eben das du komplett zusammen brichst, in ner Klinik landest und ggf. Job und/oder Familie verlierst).

EqRDII84


Wenn fünf Ärzte dir Medikamente verschrieben haben wird das schon einen Sinn haben. Möglicherweise solltest du diese Medikamente nehmen um überhaupt erst in die Situation zu kommen das man mit einer normalen Therapie beginnen kann.

Hallo Nordi84,

tut mir Leid. Diesen Part hätte ich detaillierter beschreiben sollen. Die Verhaltenstherapeuten haben mir keine Medis aufgeschrieben. Im Gegenteil: Sie waren der Meinung mir Wege zu zeigen damit klar zu kommen oder aus dieser Situation raus zu kommen. Einer von ihnen hat mir gesagt, dass es nichts bringt mich zu betäuben... Einer von Ihnen ist nach 30 Therapiestunden selbst erkrankt und hat mittlerweile sogar ganz aufhören müssen. Beim Anderen hatte ich Therapiestunden genehmigt bekommen aber er hat mich immer dazu gedrängt die Gespräche innerhalb von 30 Minuten zu führen.

Aus diesen Gründen bin ich verwirrt.

pChicl728x2


Hallo Nordi84,

du musst nicht stark sein, du darfst auch mal schwach sein.

Ich kann dir nur raten ändere dein Leben, wenn Therapeuten und Medis nichts an deiner Situation ändern. Lebe so wie du es möchtest und nicht so wie du denkst zu müssen. Niemanden ist geholfen wenn du selbst krank bist. Glaube mir ich kenne deine Situation. Mir ging es fast genauso. So wie du schreibst funktionierst du nur noch. Du bist kein Roboter. Also du hast es selbst in der Hand, mach was daraus und denke erst mal an dich, dann wird es dir besser gehen.

WDM \201x4


Mir ging es fast genauso. So wie du schreibst funktionierst du nur noch. Du bist kein Roboter. Also du hast es selbst in der Hand, mach was daraus und denke erst mal an dich, dann wird es dir besser gehen.

Mir ebenfalls. Ich hab nur noch den Weg in die Klinik als Lösung gehabt. Und diesen Rat würde ich dir auch geben. Zieh dich aus deiner Umgebung raus, und werde gesund. Von dir als kranker Mensch hat deine Familie auch nichts. Das ist keine Situation, die du auf Dauer durchhalten kannst. Es hilft schonmal, etwas Abstand vom Alltag zu bekommen, so das du dich auf dich und deine Gesundung konzentriere kannst.

Alles Gute und viel Kraft! :)-

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