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Grenze bei Geschwisterstreitigkeiten

P6ythBonixst


Ich finde, Kinder sollen dazu erzogen werden, ihre Konflikte untereinander mit Worten zu lösen, andere Schwächere nicht anzugreifen, auf Provokationen anderer gelassen und auf Angriffe anderer wehrhaft zu reagieren, im Rahmen einer Notwehr und Selbstverteidigung. Das gilt so selbstverständlich auch für Geschwister untereinander. In allen diesen Gegebenheiten soll jede Aktion verhältnismäßig sein und begründet. Überlegtes Handeln.

Deine feingliedrigen Beschreibungen entlang von Gewaltgrenzen finde ich ungeeignet. Streiten sehe ich als ein Konfliktverhalten, das mit Worten und Argumenten auskommen sollte. Emotionen sind dabei ein wichtiger Teil der nonverbalen Kommunikation miteinander, aber taugen nicht als Entschuldigung für übertriebene Aggressivität (Wut und Zorn) noch übertriebene Passivität (aus Trotz, aus Angst). Sie werden also überlagert/reguliert von Disziplin und Selbstbeherrschung, ohne dabei komplett wegkontrolliert zu werden. Aber auch von Selbstvertrauen in die eigene mentale wie körperliche Stärke.

Kommen Kinder nicht selbst mit Konflikten zurecht, obwohl sie es probiert haben, so sollten sie ihre Eltern einbeziehen und um Rat fragen.

Generell: Das Verhalten von Kindern von 0 bis 18+ nach den gleichen Regeln beurteilen zu wollen, finde ich nicht passend. Es kommt also eine altersgemäße Komponente dazu, die den Stand sozialer Kompetenz berücksichtigt. Und immer sicherlich ein situatives Element.

BTW: Dein Beispiel mit dem Wickeln kann ja für "Kinder bis ca. zum 18. Lebensjahr des jüngeren Geschwisters" irgendwie auch nicht mehr stimmig hinhauen.

Vergleiche, auch optisch, zwischen dem Partner und anderen Personen (gerade anderen "Partnerkandidaten") werden sicherlich immer Teil der menschlichen Psyche sein. Der Vergleich mit dem Geschwister bietet sich an und ist wohl logisch, weil sich die Geschwister gut kennen und recht vertraut sind. Dass das eigene Geschwister dabei kein Partnerkandidat ist, sollte sich von Natur aus ergeben. Aber Vergleiche an sich sind Gedanken und die Gedanken sind frei.

Insgesamt kann ich nicht so recht erkennen, worauf du hinauswillst, _Kitsune.

m7nexf


Habt ihr keine älteren Geschwister? ":/

Doch, ich bin die jüngste. Schläge ins Gesicht hätte es bei uns nie gegeben. Welche mit blauen Flecken, Taubheit und richtigem Schmerz auch nicht. Kindliches "Hauen" ist mal harmlos, aber darunter fällt nichts von dem, was du beschreibst.

E@h)emaligyer Nu<tzer (#6d11899x)


Es geht mir um Dinge aus der Vergangenheit zwischen mir und meinem 3 Jahre älteren Bruder.

Was die Eltern angeht:

Eltern können nicht überall sein, haben eigene Dinge, um die sie sich kümmern müssen und unser Vater war damals in unserer Kindheit bereits schwer krank gesundheitlich und hat sich stark aufgeregt (und war überfordert), wenn er mitbekommen hat, dass mein Bruder und ich uns "gestritten" haben (so wurde das genannt). Das war seiner Gesundheit sehr abträglich, deshalb hat unsere Mutter sich darum hauptsächlich gekümmert und es war auch wichtig, dass wieder Ruhe war, weniger, wer was genau gemacht hat. Das lief alles unter Geschwisterstreitigkeiten. Ich habe das als Kind auch von einer damaligen Freundin so gekannt, dass deren ebenfalls ein paar Jahre älterer Bruder sie gelegentlich geschlagen hat und anderes.

Ich kenne das daher als normal von älteren Brüdern gegenüber jüngeren Geschwistern bzw. Schwestern. Das ist wohl Geschwisterrivalität und Eifersucht des Älteren auf jüngere Geschwister, weil die ja Konkurrenz sind um die Ressource Eltern und Aufmerksamkeit.

(Unsere Eltern haben sich aber bemüht, uns beide gleichermaßen aufmerksam zu behandeln. Allerdings hat der cholerisch-impulsive Charakter meines Bruder natürlich mehr Aufmerksamkeit und Betreuung benötigt. Auch weil er das aufgrund seiner Eifersucht stark eingefordert hat. Ich war eher ruhig, pflegeleicht und in mich gekehrt; mehr von der Energie meines Bruders wäre besser gewesen.)

Sie haben auch nicht nichts gemacht - ich habe u. a. deshalb früh ein eigenes Schlaf- & Spielzimmer bekommen, weil das mit einem gemeinsamen Schlafzimmer sowie einem gemeinsamen Spielzimmer sehr schiefgelaufen ist. Mein Bruder hatte eben als Kleinkind bereits einen hohen Territorial- und Machtanspruch.

Für den Charakter meines Bruders können sie auch nichts, denn er war als kleines Kind schon stark cholerisch und ist ausgeflippt, wenn er seinen Willen nicht bekam. Unsere Eltern haben ihm durchaus Grenzen gesetzt obwol er dann ausgetickt ist, aber sie sind eben auch keine Übermenschen und können 24h wach sein, nebenbei arbeiten, diverse Arzttermine und OPs wegen unseres Vaters regeln plus Stress mit Großeltern händeln und sich dann noch darum kümmern, dass sich die Kinder nicht in einer freien Minute den Schädel einschlagen.

Sich selbst zu schützen und zu verteidigen?

Untereinander regeln ab einem gewissen Alter ja, aber mit Worten!

Auch Kinder müssen lernen, sich um ihre Sachen selbst zu kümmern in einem gewissen Rahmen. Das war auch eines der positiven Dinge, die ich durch meinen Bruder und meine Eltern gelernt habe: Wie man sich körperlich wehrt und nicht so wehleidig wird. Der Vorteil war, dass ich mich nicht von dem damaligen Schulschläger habe verprügeln lassen, sondern ihm seine Grenzen aufgezeigt habe. Im Vergleich zu meinem Bruder war der sehr luschig. [...] Zumal der grundlos einen Kumpel von mir angegriffen hat, der ihm körperlich absolut unterlegen war. Ich kann sowas nicht haben. Danach hat der keinen Mitschüler mehr geschlagen. Mit Worten wäre das nichts geworden. Grenzen, die man nicht aktiv/körperlich verteidigen kann, sind nichts wert. Denn dann braucht nur jemand vorbeizukommen, der sich nicht um Worte schert.

In allen diesen Gegebenheiten soll jede Aktion verhältnismäßig sein und begründet. Überlegtes Handeln.

Überlegtes Handeln ist bei meinem Bruder nicht drin gewesen, wenn er einen seiner cholerischen Anfälle gehabt hat.

Kommen Kinder nicht selbst mit Konflikten zurecht, obwohl sie es probiert haben, so sollten sie ihre Eltern einbeziehen und um Rat fragen.

Der Rat unserer Eltern war, dass ich lerne, mich zu wehren und mein Bruder und ich unsere Streitigkeiten untereinander klären.

(Außer es ist aunsahmsweise direkt vor ihren Augen eskaliert. ... Aber da hat er sich eher auf Rumschreien beschränkt.)

BTW: Dein Beispiel mit dem Wickeln kann ja für "Kinder bis ca. zum 18. Lebensjahr des jüngeren Geschwisters" irgendwie auch nicht mehr stimmig hinhauen.

Das war ein Beispiel, dass er das seit jeher nicht gut ertragen konnte, wenn er mal nicht im Mittelpunkt stand. ... Unsere Eltern und ich sind alle eher introvertiert und wir können auch einfach still nebeneinander sitzen und uns jeder für sich beschäftigen; mein Bruder hasst sowas und braucht ein Gegenüber, das sich durchgängig mit ihm beschäftigt ohne ihn mit eigenen Bedürfnissen zu stören.

Der Vergleich mit dem Geschwister bietet sich an und ist wohl logisch, weil sich die Geschwister gut kennen und recht vertraut sind. Dass das eigene Geschwister dabei kein Partnerkandidat ist, sollte sich von Natur aus ergeben.

Sollte es, tut es aber nicht immer.

Welche mit blauen Flecken, Taubheit und richtigem Schmerz auch nicht.

Das ist doch Standard beim Raufen. ":/ ... Muss ja nicht gleich so ausarten wie bei meinem Bruder und mir, aber so ganz ohne irgendwelche Blessuren?

Beim Sport bekommt man ja schließlich auch was ab und blaue Flecken lassen sich spätestens beim Klettern und Spielen im Wald nicht vermeiden. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und wir haben viel stundenlang draußen gespielt im Wald oder im Feld, da waren blaue Flecken an der Tagesordnung (nicht durch Schläge untereinander, aber eben durchs Klettern und Rumtollen).

Aber ok, ich sehe dass ihr offenbar anders und mit viel weniger "Körpereinsatz"/Raufereien aufgewachsen seid.

T:aQtja0na64*72


Auch Kinder müssen lernen, sich um ihre Sachen selbst zu kümmern in einem gewissen Rahmen.

Wie man sich vor einem würgenden Bruder schützt gehört für mich nicht dazu.

Das war auch eines der positiven Dinge, die ich durch meinen Bruder und meine Eltern gelernt habe: Wie man sich körperlich wehrt und nicht so wehleidig wird.

Da gibt es sicher bessere Wege. Selbstverteidigungskurse die das Selbstbewusstsein stärken zum Beispiel.

Der Vorteil war, dass ich mich nicht von dem damaligen Schulschläger habe verprügeln lassen, sondern ihm seine Grenzen aufgezeigt habe.

Das hätten Lehrer oder seine Eltern nicht gekonnt?

[...]

So etwas will ich gar nicht wissen, das fällt bei mir unter asoziales Sozialverhalten, und ist nichts mit dem ich mich brüsten möchte.

Aber es tut mir leid für dich dass du unter solchen Verhältnissen aufwachsen musstest, in denen es wohl "normal" war was du erlebt hast. Das mein ich nicht abfällig.

m9ne>f


Beim Sport bekommt man ja schließlich auch was ab und blaue Flecken lassen sich spätestens beim Klettern und Spielen im Wald nicht vermeiden. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und wir haben viel stundenlang draußen gespielt im Wald oder im Feld

Ebenso. Aber die Härte von einmal mächtig auf die Schnauze fliegen oder nen Ast ins Gesicht bekommen ist trotzdem schon ordentlich, da muss man als kloppendes Geschwisterchen imho schon relativ brutal sein, um denselben Effekt zu bewirken.

CPhoms5ky


Kitsune, wie geht und ging es dir denn mit der Brutalität und Gewalttätigkeit deines Bruders?

Du hast sehr ausführlich erklärt, dass du sein Verhalten als normale Geschwisterstreitigkeiten erlebt hast und sein sowie das Verhalten eurer Eltern legitimiert.

Aber wie war es für dich in der Situation? Wie hast dich gefühlt?

Ich kenne das daher als normal von älteren Brüdern gegenüber jüngeren Geschwistern bzw. Schwestern. Das ist wohl Geschwisterrivalität und Eifersucht des Älteren auf jüngere Geschwister, weil die ja Konkurrenz sind um die Ressource Eltern und Aufmerksamkeit.

Ich finde, das hat weniger mit Älter vs. Jünger zu tun, als mit einem cholerischen, aggressiven Charakter.

Ich bin in der Mitte, bin also in der Position des jüngeren UND des älteren Bruders. Klar gab's auch mal Rivalität und Eifersucht, aber wir haben einander nicht fertig gemacht, nie ansatzweise. Das hatte nichts damit zu tun, wie dein Bruder dich behandelt hat.

Für den Charakter meines Bruders können sie auch nichts, denn er war als kleines Kind schon stark cholerisch und ist ausgeflippt, wenn er seinen Willen nicht bekam.

Sehe ich anders.

Natürlich haben wir uns früher auch bevorzugt dann gekloppt, wenn unsere Eltern nicht in Hör- und Sichtweite waren, aber das war Ernst und Spaß zugleich. Ich weiß gar nicht richtig, wie ich es beschreiben soll. Man hat auch mal was abbekommen, ja, aber es hatte nichts, wirklich gar nichts von der Rohheit und Brutalität, die du beschreibst. Wenn wir uns mal "geprügelt" haben, endete das meistens in nem Lachanfall.

Wenn eines der Kinder auffallend aggressiv ist und zu Gewalttätigkeit neigt, ist es natürlich Aufgabe der Eltern das andere Kind davor zu schützen. Es dann einfach sich selbst zu überlassen und zu sagen: "Ach, es muss auch lernen sich zu wehren. Lalalala :=o " ist die einfachste und billigste Lösung. Wegsehen, sich nicht damit Befassen und einen pädagogisch unterlegten Grund vorschieben ist, meiner Meinung nach, nicht in Ordnung.

Klar ist es unbequem und mit Aufwand verbunden, einzugreifen und nach Lösungen zu suchen, die auf den ersten Blick gar nicht drin sind (siehe deiner Auflistung an elterlichen Verpflichtungen), aber so ist es eben mit der Verantwortung als Eltern.

Auch Kinder müssen lernen, sich um ihre Sachen selbst zu kümmern in einem gewissen Rahmen.

Aber in welchem Rahmen? Meine Kinder balgen und streiten sich auch ab und zu und mittlerweile sind sie auch alt genug, um von ihnen erwarten zu können, dass sie einfache Streitsituationen und Uneinigkeiten alleine klären. Aber sobald das ausartet, vor allem sobald einer dem anderen wirklich wehtut (die Grenzen sind halt fließend und kleinere Kinder müssen auch erst lernen, dass es einen Unterschied macht, ob man "so ein bisschen kneift" oder so doll, dass es dem anderen wehtut. Und das ist dann definitiv zu doll und geht gar nicht.) oder sie es ohne Hilfe nicht hinbekommen, unterstützen wir selbstverständlich.

Grenzen, die man nicht aktiv/körperlich verteidigen kann, sind nichts wert. Denn dann braucht nur jemand vorbeizukommen, der sich nicht um Worte schert.

Heißt das, du haust auch immer drauf, um deine Grenzen abzustecken? ":/

Welche mit blauen Flecken, Taubheit und richtigem Schmerz auch nicht.

Das ist doch Standard beim Raufen. ":/ ... Muss ja nicht gleich so ausarten wie bei meinem Bruder und mir, aber so ganz ohne irgendwelche Blessuren?

Natürlich ohne Blessuren! ":/

Kann schon mal passieren, dass man einen blauen Fleck bekommt, aber "Standard" und Normalität? Nein!

Bbater, W.


Beim Geschwisterstreit spielt es doch auch eine Rolle, welche Geschlechter miteinander zanken.

Bei Jungen geht es vielleicht körperlich ruppiger zu. Zwischen Mädchen herrscht dann stattdessen Zickenkrieg?

CGoteS*auvagxe


Wenn das Verhalten deines Bruders und deiner Eltern für dich ok ist, was deine ausführlichen Rechtfertigungen zeigen, was bezweckst du dann mit diesem Thread? Es sollte dir doch klar sein, dass du auf diese Schilderungen von keinem hier die Rückmeldung "Passt schon" erhalten wirst.

Grenzen, die man nicht aktiv/körperlich verteidigen kann, sind nichts wert.

Das ist Unsinn. Da gebe ich Phytonist recht, der geschrieben hat, dass es eine Kindheitsaufgabe ist, zu lernen, gewaltfrei seine Grenzen zu verteidigen.

Ich bin auch nicht vom Schulschläger verprügelt worden. Aber nicht weil ich eine Kampfsportart gelernt hatte, sondern ich hab ihn halt abschreiben lassen ;-D . Ich bin prima mit ihm ausgekommen, der "war gar nicht so", wenn man sich mal ein bisschen auf den eingelassen hat. Mein Geschwister, das gerade Angst vor einem Mitschüler hatte, haben wir mal mit dem Schäferhund eines Freundes abgeholt. Also wenn man ein bisschen Phantasie und Intuition hat und sich als Erwachsener dann nicht in Assi-Kreisen bewegt, kann man sich seinen Selbstverteidigungskurs für Raubüberfälle im Dunkeln aufheben.

C5ote\Sauvlagxe


Mist, ich hab Pythonist schon wieder falsch geschrieben :_D

PXyth=oEnist


Grenzen, die man nicht aktiv/körperlich verteidigen kann, sind nichts wert. Denn dann braucht nur jemand vorbeizukommen, der sich nicht um Worte schert.

Das ist Unsinn. Da gebe ich Pythonist recht, der geschrieben hat, dass es eine Kindheitsaufgabe ist, zu lernen, gewaltfrei seine Grenzen zu verteidigen.

Das habe ich nicht geschrieben. Konflikte mit Worten austragen, ja, aber bei konkreten Angriffen (da hält sich der andere nicht an die Worte) aktiv wehrhaft verteidigen mit dem Maß an Kraft/Durchsetzung, um den Angreifer in seinen Angriffen zu stoppen und Schaden von mir selbst und anderen abzuwenden. Wenn ich passend zu der Gewalt des Gegenübers dafür in der Situation Gewalt in die andere Richtung brauche, dann ist sie angemessen zu dosieren. Im Würgegriff des anderen wird es ja ein bisschen schwierig mit dem Argumentieren und ich lebe ja auch nicht in Taka-Tuka-Land. :-)

Ist das eine Rechtfertigung von Gewalt allgemein? Nein, gedeckt ist "die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden" (BGB §227 Notwehr, §32 StGB). Und das kann man auch kindgerecht vermitteln.

Bei Kindern: natürlich ist es schwerer, mit einer Übermacht (der andere körperlich deutlich überlegen) umzugehen. Das mag für _Kitsune gegenüber ihrem Bruder so gewesen sein, und für andere ggü. dem "Schulschläger". Bei Geschwistern ist dann natürlich die Rolle der Eltern wichtig, die dort eingreifen sollten. Im anderen Fall die Schule mit ihrem Aufsichtspersonal.

Ich weiß nicht, ich fand das irgendwie immer recht intuitiv, wo ich eine Hilfe durch Dritte erforderlich fand (quasi die externe, starke, ordnende, faire Instanz: die Eltern, Lehrer, oder was dann später ultimativ bis zur Polizei reicht) und bei welcher Art von Konflikten ich auch noch selbst gut zurechtkam. Aber ich habe da auch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Ich denke, dass das viel ausmachen kann im Selbstverständnis später.

E^hema#liger ;Nutzer< (B#61189x9)


Das hätten Lehrer oder seine Eltern nicht gekonnt?

Wenn er just jemanden verprügelt, kann man natürlich hingehen und darum bitten, dass er eine Pause einlegt, damit man zwischenzeitlich eine Aufsichtsperson holen kann. ... Sehr lebensnah. Mal abgesehen davon, dass Petzen immer besonders gut kommt bei Kindern am Anfang der Pubertät.

Ich möchte dazu nur abschließend sagen, dass ich ihn durchaus zunächst angesprochen hatte, als er meinen Kumpel (sowie vorher andere Mitschüler) angegriffen hat, ihn das aber natürlich nicht beeindruckt hat. Nachdem ich sodann dazwischen gegangen bin, hat sich eben eine kurze körperliche Auseinandersetzung zwischen ihm und mir ergeben, die ich (nach "Kinderregeln") gewonnen habe. Er hat zwar geheult (vermutlich mehr aus Überraschung), aber ich kann versichern, dass er nicht mal einen blauen Fleck hatte. ... Hinterher wollte er sich dann mit mir anfreunden, während ich gedacht hätte, dass er sich rächen will, weil das für einen Jungen damals als Schmach galt, einem Mädchen körperlich zu unterliegen. Es war aber nicht meine Absicht, ihn zu demütigen. Nur sehe ich nicht zu, wie jemand andere, die ihm unterlegen sind, verprügelt. Ich war ihm eigentlich körperlich auch unterlegen von den Kräfteverhältnissen, aber mental eben nicht. Das entscheidet manchmal.

Lächerlich finde ich, dass jemand wie er, der sich körperlich durchsetzen will und andere grundlos angreift, so wenig drauf gehabt hat körperlich. Auch wenn er damit bei den anderen Kindern Erfolg gehabt hat, weil die Angst vor ihm hatten.

Meine Konflikte löse ich grundsätzlich nach Möglichkeit verbal, aber ich sehe nicht ein, mich von Gewaltandrohungen sowie einem aggressiven Auftreten eines anderen einschüchtern zu lassen. Im Rahmen meiner Notwehrrechte und ggf. der Nothilfe bin ich bereit, mich körperlich zu wehren und für andere einzusetzen, also dann, wenn das erforderlich ist.

Brutalität

Unter Brutalität verstehe ich persönlich andere Sachen, zB Eltern, die ihre Kinder grün und blau schlagen. Unsere Eltern haben uns nie geschlagen. Meine Mutter hat mir einmalig eine Ohrfeige gegeben, die ich aber aus der Situation heraus nachvollziehbar finde, und sie hat sich dafür umgehend entschuldigt und es tat ihr deutlich mehr Leid, als ich es schlimm fand. Dass sich Geschwister untereinander streiten und prügeln - und das auch mal heftiger ausfallen kann, habe ich dagegen als normal kennengelernt und das gesamte erwachsene Umfeld einschließlich Bekannter meiner Eltern, darunter Sozialarbeiter und Pädagogen, haben das ebenfalls so gespiegelt.

Es wurde fast schon amüsiert kommentiert und der Standardsatz war: "Du kennst doch deinen Bruder." oder auch :"Er ist eben manchmal schwierig." Natürlich wußten die nicht alles, weil mein Bruder ab einem gewissen Punkt gar nicht mehr ausdrücklich drohen musste, damit ich nicht zu unseren Eltern gehe. Und er konnte Sachverhalte gut verdrehen, falls ich es doch mal gemacht habe. Es sah dann so aus, als wären es beidseitige Konflikte gewesen. Ich hatte auch durch die Manipulationen meines Bruders den Ruf ohnehin etwas labil zu sein und ein bisschen zu spinnen/zu übertreiben. Er hat auch unsere Eltern früh manipuliert und konnte auf Knopfdruck lieb und ausgesprochen höflich & charmant auftreten. Vor anderen hat er immer so getan, als ob wir ein gutes Geschwisterverhältnis hätten, was die geglaubt haben. Außerdem konnte er auf sehr einsichtig und selbstreflektiert machen und ist sehr intelligent gewesen. ... Manchmal hätte ich mir versteckte Kameras gewünscht.

Er hat auch andere Sachen gemacht, über die ich hier aber nicht reden möchte, und war eben auch verbal manipulativ, wenn auch sehr durchschaubar.

Unsere Eltern haben bei dem, was sie an Spitzen mitbekommen haben, durchaus reagiert und waren mitunter betroffen. Nur haben sie nicht sonderlich gut reagiert aus verschiedenen Gründen. Man rechnet als Eltern vermutlich auch nicht damit.

Aber wie war es für dich in der Situation? Wie hast dich gefühlt?

Es war stressig, frisst eben viel Energie, wenn man Zuhause nie sicher ist, weil seine Laune jederzeit kippen kann, aber es auch viel sowas wie normales Famlilienleben gibt neben diesen anderen Sachen und ich habe insgesamt vermutlich Folgeschäden davon, aber primär psychisch. Mein Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen sowie die Zuversicht ins Leben an sich oder wie man das beschrieben könnte, sind bei mir angesplittert.

Aber wir wohnen längst nicht mehr bei unseren Eltern, seitdem geht es mir deutlich besser, und wir pflegen sowas wie einen oberflächlich guten Kontakt auf Minimalbasis. Das hält ihn mir mehr vom Hals, als wenn ich offen den Kontakt abbrechen würde. Insofern ist seine Egozentrik sehr nützlich, weil er sich für das Leben anderer naher Menschen mehr insoweit interessiert, wie er die Informationen zu seinem Vorteil nutzen kann. Nicht sofort, aber kann sein, dass er das dann Jahre später nutzt und gegen einen verwendet, wenn er wütend auf einen ist, was schnell geht. Über mich weiß er daher nur das Nötigste.

Ich will das aber nicht episch ausführen und sage das hier mehr der Vollständigkeit halber, weil ich einsehe, dass mein Thread Fragen aufwirft. Tut mir Leid, dass ich meine Fragestellungen nicht gründlich durchdacht habe gestern und mehr spontan geschrieben hatte und das unverständlich war - ich kann mich nicht gut ausdrücken, deshalb rede ich auch ungerne über sowas. Kurz gesagt ist heutzutage alles auf einem Level, das ok ist.

Mich hätte interessiert, ob andere sowas auch als Geschwister erlebt haben. Eben auch solche körperlichen Auseinandersetzungen. Das scheint aber nicht der Fall zu sein.

Ja, dann hat sich mein Thread an sich erledigt. Danke für eure Antworten.

wmillg7esun6dsexin


Mir wurde ein bisschen komisch im Bauch, als ich deine Posts auf der ersten Seite gelesen habe! Das war du schreibst klingt wirklich furchtbar und muss dich psychisch schwer verletzt haben!

Ich war mal ein bisschen wie dein Bruder und habe meinen jüngeren und körperlich unterlegenen Cousin und meine jüngere (und logischer Weise extrem unterlegnenere) kleine Schwester unterdrückt und auf die eine oder andere Art gequält.

Mich erinnert das Verhalten deines Bruders sehr an mein eigenes :/ Ich war schon immer sehr aggressiv und konnte ganz schnell auf gute Mine machen und habe gelogen, dass sich die Balken biegen (aber das nicht sehr gut). Bis heute habe ich auf jeden Fall ziemlich viele Themen, die ich mit mir rumtrage. Hast du das Gefühl, dein Bruer ist mit sich und seinem Leben halbwegs im Reinen?

E*hemalig8er N>utzer (#6118x99)


Hast du das Gefühl, dein Bruer ist mit sich und seinem Leben halbwegs im Reinen?

Nein, ist er nicht. Das war er aber auch als Kind schon nicht und je älter man wird, desto schlechter lassen sich Mitmenschen ausbeuten für das eigene brüchige Selbst. Er sagt von sich, dass er narzisstisch ist. Das kommt m. E. hin, aber ist auch letztlich egal.

w^illRgesunEdsein


Was wolltest du denn für dich selber hier klären?

LiebenshupngrigoeMama


Nein, es ist nicht normal und auch nicht schön oder gesund.

Ich bin so ein jüngeres Kind, das regelmäßig geschlagen wurde - und wir reden hier "nur" von Schlägen mit blauen Flecken, kein Würgen mit Ohnmacht oder dergleichen. Und das Ergebnis? Diese Gewalterfahrung über rund 15 Jahre spielt eine tragende Rolle für meine psychischen Probleme mit Psychosomatischen Folgeschäden im Erwachsenenalter. Und ich bin mittlerweile übrigens über 30 Jahre alt.

Sowas irgendwie zu rechtfertigen ist wenig vorausschauend und mEn absolut nicht zu rechtfertigen.

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