» »

Ernste Aggressionen abbauen

whinw*inwixn


Ach ja, und: Die Aggressionen müssen dahin zurück, wo sie her sind. Alles andere sind Notlösungen, die nicht richtig funktionieren.

Einen Baum anzuschreien, weil einen ein Herr Meyer etwas getan hat, ist neurotisch, da der Baum mit der Sache nichts zu tun hat.

Die Dinge, die ich hier schreibe habe ich mir nicht ausgedacht, sie sind von guten Psychologen. Ich war mal wegen Ängsten in Behandlung.

mSond+qstedrnxe


Und wie findest Du es, wenn man willgesundsein davon abrät, Bäume anzuschreien, weil die Bäume nichts dafür können, wenn er das Bedürfnis hat, seine Aggressionen abzubauen?

Ich meine, mir fehlen dafür die Worte. Zum einen finde ich, es bringt nichts, Bäume anzuschreien. Außerdem hatte ich den Eindruck, Willgesundsein wird diesen Rat sowieso nicht ausprobieren.

Aber anstatt sich damit auseinanderzusetzen, ob der Rat dem TE etwas bringt, wird hier darüber diskutiert, ob man die Bäume anschreien darf, obwohl sie es nicht sind, die ihn aggressiv gemacht haben.

Die armen Bäume!? ":/

Ich verstehe es nicht.

d2anda8e87


willgesundsein

Ich bin grundsätzlich ein Freund davon die Wut da abzuladen wo sie hingehört. Das kann man auch durchaus zivilisiert tun und nur weil man wegen etwas wütend ist, muss man die Person ja nicht als ganzes ablehnen. Soweit dazu.

Nun gibt es aber Leute die wie Aale immer entwischen. Die entziehen sich jeder Auseinandersetzung, egal ob konstruktiv oder nicht. Da läuft man mit seiner Wut auf und wird eigentlich jedes Mal wieder verletzt, in dem man nicht ernst genommen wird, in dem ausgewichen wird. Wenn man diese Person nun aber nicht gänzlich aus dem eigenen Leben streichen will, dann muss man einen anderen Umgang finden. Das mit der Wut für sich ausmachen und das Thema und die Situationen meiden oder anders angehen, beispielsweise.

Und dann gibt es Wut bei der das Ziel gar nicht (mehr) greifbar ist. Die Person ist verstorben oder unbekannt. Was machen Opfer von Gewaltverbrechen die nicht aufgeklärt werden? Die können ihre Wut nicht da lassen wo sie hingehört, auch die müssen andere Wege finden, um nicht von der Wut aufgefressen zu werden.

Und alte Wut über die Dinge die längst vorbei sind, wo man sich aber damals den Gefühlen nicht stellen konnte. Das ist meist Wut die vor dem Gefühl der Hilfslosigekit und Angst schützt, da muss man durch um die eigentlichen Gefühle aushalten, durchleben und damit abarbeiten zu können.

Also du siehst: In meinen Augen gibt es nicht die eine Wut der man mit Mittel x oder Y beikommen kann. Mal ist es sinnlos einen Baum anzuschreien, mal das von Therapeuten empfohlene Mittel. Mal ist es sinnig Wut dem Adressaten zuzustellen, mal nicht und mal unmgölich. Mal ist man wütend und nur das, mal ist man wütend um sich vor anderen Gefühlen zu schützen.

Du musst gucken worum es bei dir geht und dann das für dich passende suchen. Kann eines sein oder eine Mischung oder mal dies und mal das,

w(ill?g]esunLdse|ixn


@ winwinwin

Das mit der Wut ist bewiesen, dass man sich selbst nur deswegen verletzt, weil man Aggressionen gegen andere unterdrückt hat.

Es kann ein Grund sein, aber gibt noch mehr Gründe sich zu verletzen, zum Beispiel Kontrollgewinn.

Dazu kann man keine anderen Meinung haben, da es Wissensdinge sind und keine Meinungsdinge.

Was heißt "gute Psychologen"?

Einen Baum anzuschreien, weil einen ein Herr Meyer etwas getan hat, ist neurotisch, da der Baum mit der Sache nichts zu tun hat.

An sich ist das klar, aber es schadet auch nicht unbedingt und lindert akutes Leiden (außer es nimmt die Kompensationssuchtmuster an und man verlernt komplett, die Aggressionen zur Quelle zurück zu schicken).

@ mond+sterne

Zum einen finde ich, es bringt nichts, Bäume anzuschreien. Außerdem hatte ich den Eindruck, Willgesundsein wird diesen Rat sowieso nicht ausprobieren.

Ich würde auch nicht die Bäume anschreiben, sondern generell einfach aus mir heraus in die Luft schreien, das kann schon sehr befreiend und wohltund sein (bis auf die Halsschmerzen)

Aber anstatt sich damit auseinanderzusetzen, ob der Rat dem TE etwas bringt, wird hier darüber diskutiert, ob man die Bäume anschreien darf, obwohl sie es nicht sind, die ihn aggressiv gemacht haben. Die armen Bäume!? ":/ Ich verstehe es nicht.

Ich glaube, das war größtenteils eher lustig gemeint oder?

@ danae87

Mal ist man wütend und nur das, mal ist man wütend um sich vor anderen Gefühlen zu schützen.

In der GFK (gewaltfreie Kommunikation) gibt es die Thorie, dass Wut immer vor Angst, Schuld, Scham, Hilflosigkeit oder Trauer schützt. Und ich konnte bisher kein einziges Beispiel finden, in dem das nicht (zumindest teilweise) zutrifft. Fällt dir was ein?

Ich bin grundsätzlich ein Freund davon die Wut da abzuladen wo sie hingehört. Das kann man auch durchaus zivilisiert tun und nur weil man wegen etwas wütend ist, muss man die Person ja nicht als ganzes ablehnen.

:)^ Und solange sie noch leben und sich mir nicht komplett entziehen, habe ich die Chance, da ran zu kommen. Wobei das bei mir immer noch mit viel Angst besetzt ist, weil ich schon mehrere Male nicht durch gekommen bin und generell Angst vor der Ablehnung meiner Eltern habe.

Du musst gucken worum es bei dir geht und dann das für dich passende suchen. Kann eines sein oder eine Mischung oder mal dies und mal das,

Wie geschrieben, ein Mix aus allem: Ernste Gespräche suchen, ohne dabei wieder Kind zu werden, (Kampf)Sport und harte Musik (inkl. schreien). Das ist sogar ziemlich realistisch :)^

d$a6naxex87


In der GFK (gewaltfreie Kommunikation) gibt es die Thorie, dass Wut immer vor Angst, Schuld, Scham, Hilflosigkeit oder Trauer schützt. Und ich konnte bisher kein einziges Beispiel finden, in dem das nicht (zumindest teilweise) zutrifft. Fällt dir was ein?

Ja. Ich bin auch schon einfach nur wütend geworden weil ich auf Ungerechtigkeiten gestoßen bin. Da war ich schlicht in dem was wohl als "gerechter Zorn" bezeichnet wird entbrannt. Da fühle ich mich nicht hilflos oder so, sondern finde etwas einfach kacke und ungerecht. Wenn Menschen andere Menschen oder Tiere oder so schlecht behandeln, dann kann mich das einfach nur sauer machen und dann tu ich was, denn hilflos bin ich da nicht und fühle mich mich auch nicht.

Wut ist in meinen Augen ein Grundgefühl des Menschen. Einige haben es mehr, andere weniger, aber ich halte nichts von dieser Tendenz Wut generell als kompensatives und damit irgendwie unreifes Verhalten darzustellen. Wäre sicher praktisch wenn es so wäre, weil es dann nur allen menschen gut gehen müsste damit niemand mehr wütend würde. Dann müsste die Gesellschaft sich nicht mehr mit Aggressionen auseinandersetzen, aber ich glaube so gut sind wir Menschen nicht, also auch nicht in der Grundkonstitution. ;-)

Ich finde dein Plan klingt gut. Allerdings würde ich noch ein Konzept entwicklen für "Eltern entziehen sich der Wut", damit du da nicht wieder hilflos bist und damit alte Wunden wieder aufgerissen werden.

P/ytKhonxist


Ich finde dein Plan klingt gut. Allerdings würde ich noch ein Konzept entwicklen für "Eltern entziehen sich der Wut", damit du da nicht wieder hilflos bist und damit alte Wunden wieder aufgerissen werden.

Selbst Eltern werden, und dann erstmal besser machen. ;-)

Ich bin mal gespannt, wie du deine Wut und gerechten Zorn an einem Schreikind (sind ja auch "andere Menschen", sind halt kleine Menschen) dann angemessen ausdrückst, danae87. Und nein, das beziehe ich jetzt nicht auf die Eltern-Kind-Beziehung zwischen willgesundsein und seinen Eltern, ich wollte nur ein Beispiel, wo das intuitiv nicht so recht klappen will.

@ willgesundsein

Ich glaube, es kommt immer eine Frage des Maßes dazu. Du scheinst mir ein Maß an Wut und Aggressivität in dir zu haben (siehe erster Satz deines Anfangsbeitrages und auch der Fadentitel), das sich in der Intensität nicht an anderen "auslassen" lässt - und ich denke, diese Erkenntnis ist sehr wertvoll.

Schon dein erster Satz:

Ich trage irre viel Hass, Zerstörungswut und Schmerz in mir. (Die Gründe dafür sind hier nicht wichtig!)

Neben den Maßnahmen, diese irgendwo und irgendwie rauslassen zu können, finde ich ja noch ratsam: Warum überhaupt schreibst du nicht:

Ich trage derzeit irre viel Hass, Zerstörungswut und Schmerz in mir.

Oder statt derzeit eben so Sachen wie in bestimmten Momenten.

Gefühle (auch Hass und Wut sind Gefühle, während Schmerz eine Sinneswahrnehmung ist) sind doch etwas temporäres, impulsives, aber auch wieder vorübergehendes.

Neben Maßnahmen, um diese Wut- und Hassgefühle in impulsiven Momenten irgendwie "sozial kompatibel" ausleben zu können, scheint mir etwas zweites wichtig: Affektregulation und nicht nur Selbstakzeptanz wie "Ich bin eben so und brauche das so." sondern eher ein: "Ja, derzeit bin ich so, aber was kann ich tun, damit ich ausgeglichener werde? Nicht so leicht provoziert und enttäuscht werden kann? Mich nicht so leicht gekränkt fühle?"

Also damit willgesundsein (sein Nick drückt es ja schon aus) in einigen Jahren sagen kann: "Ja, damals trug ich irre viel Hass, Zerstörungswut und Schmerz in mir, aber inzwischen habe ich mich verändert, bin ruhiger, ausgeglichener und die Schmerzen in mir sind gelindert oder geheilt. Ich bin psychisch - zumindest ein ganzes Stück weit - wirklich gesundet."

Wenn du nur dein Wutprogramm durchziehst, willgesundsein, kann auch das Abreagieren zum Selbstzweck werden und sich manifestieren. Vielleicht kann man also das Wutprogramm gleich mal mit "auslaufender Tendenz" planen.

Was ich da immer interessant finde: Biochemie. :)z Welche Stoffe, welche Mengen/Dosierungen/Konzentration, welche Wirkweise in der biomechanischen Maschine, die wir "Mensch" oder "mein Körper" nennen. Also im Prinzip: mal ein psychiatrisches (statt psychotherapeutisches) Gespräch: also ein: "Was passiert da eigentlich in dem Moment - oder schon seit langem - in meinem Kopf? Was ist besonders an meiner "Maschine"? Und lässt sich da vielleicht auch medikamentös was erreichen/verändern? Und lässt sich da was dran drehen, dass diese Maschine ausgeglichener wird?"

Vorne wurde schon Ernährung angesprochen, zweifellos ein sehr wichtiger Einflussfaktor auf die Maschine Mensch.

Ich würde also nicht alle Eier in den einen Korb Psychotherapie legen, sondern bei "ernste Aggressionen" (Fadentitel) auch zumindest mal nen Psychiater/Neurologen fragen zu Diagnose, Ursachen auf neurologischer biochemischer Ebene, Adrenalin/abbau, Testosteronspiegel, Beruhigungsmittel, einfach mal informieren, was er/sie so meint.

Vielleicht kann sich damit die Gesundung vereinfachen. So wie der Asthmatiker sein Spray dabei hat, der Bluter, Diabetiker, Insektenstichallergiker seine Selbstbehandlungsmedikamente können so Menschen wieder wie Gesunde sein, auch wenn sie eine bestimmte Sache noch sehr lange, manche auch für immer, in sich tragen.

Und andere Sache zu den Schmerzen: Sind das wirklich rein psychische Schmerzen? Organische Ursachen ausgeschlossen? auch da gibt's ja Sachen, die nicht so offensichtlich sind: Haltungsschäden der Wirbelsäule, dann Beckenschiefstand, einseitige Belastungen, Muskelverspannung. Abhilfe: Therapeutischer Rehasport unter Anleitung/Personal Trainer mit sporttherapeutischer Ausbildung. Nicht einfach nur Muckibude mit freiem Hanteltraining bis alles richtig weh tut. Sondern wenn man einige Übungen für einen selbst mal raus hat, Training mit dem eigenen Körpergewicht, aber das kann man dann ja besser zeitlich verteilen und häufiger machen, weil es die Kraftmaschinen nicht mehr braucht.

Oder Möglichkeit von Zahnschmerzen: Wurzelentzündungen -> Trigeminusnerv. Von außen nur schwer für andere zu entdecken. Abhilfe -> naja, dann erstmal Diagnose beim Zahnarzt. Oder beim HNO.

Oder so Zeug wie eingeschränkte Atemfähigkeit (braucht dann schnelleres Atmen) oder eingeschränkte Herzleistung (braucht dann mehr Herzfrequenz). Auch sowas kann doch den Körper animieren, schon bei geringer Belastung (körperlich, psychisch) eben mit viel Adrenalin zu reagieren. Ist aber z.B. die Nasenscheidewand dann mal gemacht, die Atemfähigkeit wieder verbessert, kann das auch wieder abklingen.

Meine Anregung soll nun nicht in die Richtung gehen, sich alle möglichen Krankheiten einzubilden, sondern manche verdeckte innere, ganz konkrekte, organische Ursache eben gerade NICHT einfach mit einem "meine Eltern sind Schuld und haben mich verkorkst" oder "ich bin halt so und brauche auch die nächsten 40 Jahre noch Wege, um das rauszulassen" zu überdecken.

Vielleicht helfen meine Gedanken ja so ein bisschen. Ich habe mir jetzt nicht die ganzen Beiträge von dir, willgesundsein, in allen Fäden durchgelesen, vielleicht passt es also auch nicht so richtig in deinen Kontext.

d%anaMe87


Ich habe zwei Kinder und ja, eines davon ist/war Schreikind. Ich kenne das Problem also. Es geht aber nicht darum keine Fehler zu machen sondern darum hinterher zu seinen Fehlern zu stehen statt sich durch bestimmte Kommunikationstechniken zu entziehen. Der Aufgabe werde ich mich sicherlich stellen müssen, wenn meine Kinder groß sind. Genug Fehler mach ich ja.

Und nebenbei: Bei einem Schreikind empfinde ich keinen gerechten Zorn sondern Verzweiflung und Hilflosigkeit.

Es geht hier aber um etwas anderes. Und meine Ma hat es, nach x Anläufen, auch hinbekommen. Ich hab gesagt was mich damals verletzt hat, sie hat gesagt das täte ihr leid, so hätte es nie rüberkommen sollen und Schwamm drüber. Solange sie ablenken wollte in dem sie am Thema vorbei riesen Reden gehalten hat, kam da keine Ruhe rein.

muond+st\erNnxe


Ja, das ist auch meine Erfahrung, die ich mit alleinerziehenden Müttern gemacht habe. Sie halten "riesen Reden", die am Thema vorbei gehen, weil sie damit beschäftigt sind, sich gegen Vorwürfe zu verteidigen, die sie sich selbst machen (so erkläre ich es mir).

Wie hast Du es geschafft, dass sie Deine Verletzung nicht als einen weiteren Vorwurf betrachtet hat, gegen den sie sich auch noch verteidgen muss?

Jedenfalls, Hut ab, große Leistung. :)^

dIan"ae8x7


Wie hast Du es geschafft, dass sie Deine Verletzung nicht als einen weiteren Vorwurf betrachtet hat, gegen den sie sich auch noch verteidgen muss?

Ich? Gar nicht. Das hat allein sie geschafft. Ich habe höchstens die Möglichkeit geschaffen in dem ich stringent in Ich-Botschaften gesprochen habe. Sie alleine hat den Mut aufgebracht einfach zu sagen:"Ja, war ein Fehler, tut mir unendlich leid. Ich kann nur sagen: ich wusste es nicht besser." Und diesen Mut werde ich mir als Vorbild nehmen wenn meine Kinder irgendwann vor mit stehen und mich fragen:"Wie konntest du nur? Das tat mir so weh." Mein Ziel ist es zu versuchen dann zu sagen:"Tut mir leid das ich dir weh getan habe. Ich kann dir erklären wie es soweit kam, wieso ich das für gut hielt, aber den Schmerz kann ich nicht mehr ändern. Hoffentlich kannst du es überwinden, dich davon frei machen und vielleicht es mir nachsehen."

mqond4+stxerne


@ danae87

Du hast es also geschafft, indem Du in Ich-Botschaften geredet hast. Du hast über Dich und über Deine Verletzungen geredet.

Damit hast Du erst die Vertrauensgrundlage geschaffen, um so eine mutige Ansage zu ermöglichen. Glückwunsch!

Also, es ist immer alles eine Frage der Interpretation, und ich hoffe, Du nimmst es mir nicht übel, wenn ich die Geschichte zu Deinen Gunsten etwas anders interpretiere.

:-)

@ willgesundsein

Mir ist noch eine etwas andere Möglichkeit eingefallen, wie Du Deine Aggressionen eventuell abbauen könntest. Nämlich indem Du sie als etwas akzeptierst, was zu Dir dazu gehört, weil Du ein Mensch bist.

Was meinst Du? Ist das diskutabel oder bestehst Du darauf, ein ganz außergewöhnlicher Mensch zu sein, weil Du "irre viel" Hass, Zerstörungswut und Schmerz in Dir trägst?

wJillgeQsundCsxein


@ danae87

Ich finde dein Plan klingt gut. Allerdings würde ich noch ein Konzept entwicklen für "Eltern entziehen sich der Wut", damit du da nicht wieder hilflos bist und damit alte Wunden wieder aufgerissen werden.

Guter Hinweis, danke!

Das hat allein sie geschafft. Ich habe höchstens die Möglichkeit geschaffen in dem ich stringent in Ich-Botschaften gesprochen habe. Sie alleine hat den Mut aufgebracht einfach zu sagen:"Ja, war ein Fehler, tut mir unendlich leid.

So stelle ich mir das auch vor, aber bisher noch nicht getraut.

Wie ging es dir, nachdem deine Mutter deinen Schmerz angenommen hat?

@ Phytonist

Oder statt derzeit eben so Sachen wie in bestimmten Momenten.

Manchmal ist adäquat.

"Ja, derzeit bin ich so, aber was kann ich tun, damit ich ausgeglichener werde? Nicht so leicht provoziert und enttäuscht werden kann? Mich nicht so leicht gekränkt fühle?"

Du hast mich verstanden, genau so meinte ich es eigentlich!

Vielleicht kann man also das Wutprogramm gleich mal mit "auslaufender Tendenz" planen.

Das wäre dann die logische Konsequenz daraus. Ein schönes Ziel :)

Vielleicht helfen meine Gedanken ja so ein bisschen. Ich habe mir jetzt nicht die ganzen Beiträge von dir, willgesundsein, in allen Fäden durchgelesen, vielleicht passt es also auch nicht so richtig in deinen Kontext.

Sie regen mein Denke auf jede Fall an, dafür danke ich dir. Ich glaube, eine hormonelle Quelle ausschließen zu können, aber das ist kein Wissen!

meine Eltern sind Schuld und haben mich verkorkst" oder "ich bin halt so und brauche auch die nächsten 40 Jahre noch Wege, um das rauszulassen" zu überdecken.

Sowas denke ich ja oft und das bringt mich langfristig nicht weiter. Egal ob es als Sündenbock für "Erziehung" oder (Erb)Veranlagung herhalten muss, insofern ist das gut, was du schreibst!

Und ich weiß nicht, ob meine Wut stärker ist, als bei anderen Menschen. Ich weiß nur, dass es mich manchmal total überfordert und das vielleicht auch mal nach hinten losgehen könnte, aber das weiß ich auch nicht. Bisher erst einmal, als eine sehr schwierige Ex-Freundin mich emotional so verletzt und gedemütigt habe, dass ich ihe eine Kopfnuss gegeben habe Und im Alltag hab ich auch so viel Ablehnung, Aggression und Hass auf Leute, die mir nichts getan haben und das soll weniger werden.

@ mond + sterne

Mir ist noch eine etwas andere Möglichkeit eingefallen, wie Du Deine Aggressionen eventuell abbauen könntest. Nämlich indem Du sie als etwas akzeptierst, was zu Dir dazu gehört, weil Du ein Mensch bist.

Ja, das ist gerade der große Tenor in all meinen Themen, die ich schon lange habe und nicht mehr haben will. Ich kann die gar nicht loslassen, wenn ich sie nicht erst mal richtig annehme!

Ist das diskutabel oder bestehst Du darauf, ein ganz außergewöhnlicher Mensch zu sein, weil Du "irre viel" Hass, Zerstörungswut und Schmerz in Dir trägst?

Menno, na gut, dann bin ich halt ganz normal :°(

dUanaxe87


Wie ging es dir, nachdem deine Mutter deinen Schmerz angenommen hat?

Erstmal müde und ein wenig leer und erschöpft. Da war ja erstmal ein großer Teil weg. Und dann leichter, befreiter, wenn auch ein wenig unsicher was da nun an die Stelle treten wird und soll. Heute ruhiger, zufriedener. An die Stelle ist ein gutes Verhältnis getreten in dem man Probleme offen ansprechen kann. Wenn ich sie verletzte ebenso wie andersherum. Sehr angenehm.

Nein, mond+sterne, dass nehme ich dir nicht übel. Für mich ist die enorme Leistung halt nicht die, auf die Wortwahl zu achten, sondern die, an einer Stelle die einem wirklich wichtig ist Fehler zuzugeben. Und all meine ich-Botschaften hätten ja nichts genutzt, wenn sie nicht unbedingt gewollt hätte, dass wir es irgendwie klar kriegen.

wXillgesCund@sein


Wut ist in meinen Augen ein Grundgefühl des Menschen. Einige haben es mehr, andere weniger, aber ich halte nichts von dieser Tendenz Wut generell als kompensatives und damit irgendwie unreifes Verhalten darzustellen.

Das wollte ich damit gar nicht sagen! Es ist absolut in Ordnung und auch wichtig, Wut zu haben, sonst wäre man ja oft ungeschützt. Das mit der Kompensation ist har nicht wertend gemeint und ich bin mir auch noch nicht immer sicher, ob das nicht einfach "pure" Wut ist. Und mit ein bisschen Nachdenken bin ich jedes Mal auf die eigentliche Quelle meiner Wut gekommen (meistens Trauer oder Angst)

Heute ruhiger, zufriedener. An die Stelle ist ein gutes Verhältnis getreten in dem man Probleme offen ansprechen kann. Wenn ich sie verletzte ebenso wie andersherum. Sehr angenehm.

Das klingt echt gut. Das Schöne ist, dass man nach so einer Art der Konfrontation / Auseinandersetzung eine neue "Verbündete" hat, die nicht mehr belastet, sondern bereichern / unterstützen kann

w*illgIesundxsein


So, ich hab schon mal einen der genannten Punkte umgesetzt und bin jetzt in einer Kampfsportschule und probiere dort alles mögliche aus. Nach einer Runde Karate oder Kickboxen fühle ich mich nicht nur ausgepowert sondern auch auf sonderbare Weise sehr nah an mir selber.

"Woher weißt du, dass du lebst, wenn du nie gekäpft hast?" Ist ein Zitat aus Fightclub, das kann ich jetzt nachvollziehen. Im Trainingskampf (also nicht ernst, aber schon mit Zuschlagen/treten und versuchen, den Gegner zu treffen) spüre ich mich, meinen Körper, meine Angst, meine Aggressionen sehr deutlich und trete in Kontakt mit einem mir überwiegend Fremden und lerne auch diesen auf sehr intime und direkte Weise kennen.

Ha dabei auch ganz schön eine gefangen und heute noch Schmerzen, aber das ist alles ok, weil es fair, einvernehmlich und sportlich war. Eine sehr angenehme Art sich lebendig zu fühlen.

Sf. w=alli,sii


klingt gesund (nur was mich wundert ist dass Sex nicht auch schon solche Wirkung hat :-D aber wie auch immer, ich wette das Ganze selbst hat dafür guten Einfluss auf den Sex ;-D :)^ )

"Woher weißt du, dass du lebst, wenn du nie gekäpft hast?" Ist ein Zitat aus Fightclub, das kann ich jetzt nachvollziehen.

also ich nicht ;-D (aber den blöden Film muss ich mir verdammt nochmal irgendwann echt mal anschaun^^) klar fühlt sich das lebendig an aber das tut jeder beliebige sonstige Adrenalinkick genauso ":/ Sowie jede überdurchschnittliche körperliche Betätigung bißchen Körpergefühl zurückgibt (es ist ja fast normal in unserer Gesellschaft das zu verlieren, nicht nur durch Bewegungmangel sondern Handys und PCs verschlimmern das auch noch zusätzlich)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH